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Jüdische Rundschau · 1936-04-10 · Heft 29 (10.4.1936) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 29 (10.4.1936)
Date
1936-04-10
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Set»# U JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 79, 1a »V. 1936 Das Neueste in Kürze Die Gurdjen in Palästina Aus Tel-Awlw wird uns geschrieben: Der ״Dawar״ .bringt einen Bericht von Baruch Jisrael aber die Q c m e i n d e der O u r d j e n, eine der jüdischorientalischen (iemeinden Palästinas, die nach allgemeiner Ansicht sozial und intellektuell sehr tief steht. Jisrael führt aus: ״Die Gurdjen tragen den Namen des kaukasischen Stammes, unter dem sie lebten. Vor etwa hundert Jahren begannen sie, in Palästina ein/uw andern. Die ersten Einwanderer waren Greise, die ihr Grab in Palästina finden wollten. Die Gurdjen waren Bauern und Stoffhindlcr. Die Auswanderung eines Gurdjen nach Palästina wurde in seinem Geburtslande feierlich begangen, einem mehrtägigen Gelage all seiner Freunde und Landsleute folgte ein gemeinsames Gebet am. Tage der Abreise. Bisweilen kamen die einwandernden Greise, in Begleitung eines Sohnes oder eines Fnkels, der bis zu seinem Tode bei ihm blieb, tim dann in die Heimat zuriickztikehren oder aber auch in Palästina zu bleiben, zu heiraten und ein Handwerk auszuüben. Ein vermögender Gurdje. hat vor etwa 60 Jahren in der Nähe des Damaskustores in Jerusalem einen großen Häuscrkomplex errichtet. Hier konzentrierte sich später die Gemeinde der Gurdjen. ihre erste Synagoge, die dort errichtet wurde, gewährte den neuen Einwanderern aus Kaukasien Unterkunft. Die Gurdjen in Palästina waren damals schon meist arm, und die wohlhabenden Einwanderer, denen Mildtätigkeit ein göttliches Gebot war, wurden ihnen eine starke materielle Stütze. Vor etwa ■10 Jahren begann dann die Einwanderung von F a rn i 1 i c n die Einwanderung der Greise abzulösen. Damals kam cs in Georgien zu Streitigkeiten zwischen Juden und Christen, und in der Folge begann die Auswandeningsbcwegmig unter den Gurdjen Fuß zu tassen. Die Einwanderer bauten Häuser in Palästina und dachten hier friedlich und ruhig zu leben, aber es kam zu Spannungen zwischen ihnen und der scphardischcn Genielmle, die sieh damals die Herrschaft über alle orientalischcn Juden Paki-tinas anmaßte. Die Scpharden wollten die Gurdjen zwingen, ihre Toten auf dem sephardischen Friedhot zu begraben und dafür Abgaben zu zahlen, die (!urdjrn aber 11 alt 111 selbst Land auf dem Oelberg für ihre Toten erworben. F.s gelang den Gurdjen unter großen Schwierigkeiten, ihre Selbständigkeit zu behaupten. Ein Teil von ihnen spalkie sich -agar ab und ging zu den Scpharden jiber. Bis heute ist dic-.er Piß noch nicht verheilt. Erst die in Palästina aufgewaehseiie Jugend der Brüdergemeinden fand .wieder einen Weg zueinander. — Die Gemeinde der Gurdjen verdient siel mehr Beachtung, als ihr in der Ocffcntlichkcit Palästinas zuteil wird. Ihre Folklore müßte mehr erforscht und gepflegt werden. Der JiigcndWldung müßte mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, denn die Kinder der zahlreichen Armen beginnen schon im zarten Alter mit der Erwerbsarbeit. Die vio'en wohlhabenden Mitglieder der Ge- Ilicindc der Gurdjen haben kein entwickeltes soziales Vcrantwortungsgcfühl, und so wird diese Frage nicht gelöst und die Stellung der (inrdjen-Gemeinde in Palästina durch den Tiefstand ihrer Jugend aufs schwerste geschädigt.“ Aus den Anfängen des hebräischen Dramas Im letzten Heft der Monatsschrift ״Masnajim“ berichtet Ch. Schirmann über die Geschichte des hebräischen Dramas im 17. Jahrhundert. Zwar ist uns noch aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein in Italien entstandenes hebräisches Drama bekannt, aber so weit wie wir aus den heute bekannten Quellen schließen können, blieb dieser erste Versuch ohne Fortsetzung. Erst im 17. Jahrhundert entstehen wiederum hebräische Dramen, und zwar unter den Marannen oder den Nachkommen der Maranncn in Holland unter dem starken Einfluß des spanischen Dramas. An erster Stelle nennt Schirmann Mosche ben Mordec 11 a i S a k k u t, den Verfasser des Schauspieles ״Jcssod Olam“ (das Fundament der Welt), das uns in fragmentarischer Gestalt überliefert worden ist, in der es mehr als 1700 Vcrszeilcn enthält. Das Schauspiel behandelt die Jugendgcschichte Abrahams. Fs verherrlicht das Martyrium, indem cs erzählt, wie Abraham, nachdem er zur Erkenntnis des einzigen Gottes gelangt ist, von König Nimrod in den feurigen Ofen geworfen, von dort aber durch Engel, die vom Himmel lierinUerMeigen, befreit wird. Der literarische Wert des Drama-. 1G mein in aller, Teilen gleich, es gibt Gespräche und Monologe, die von einem starken Gefühl durchpulst sind und einen tiefen Eindruck!unterlassen, es gibt abei muh ermüdende Langen. Schirmann glaubt, daß es in enlsprei licnder Bearbeitung auch heute noch auf den Leser einen starken Fand ruck machen könnte. Jcssod Olam ist tun Jüucmluerk. Von demselben Verfasser stammt aber ein aiulerrs vollendetes Drama, das zu den großen Schöpfimgi'ii t;.׳r iu brätschen Literatur gehört: ״Tofte arucli“ (1 lullt uLiiu:), das die Geschichte einer sündigen Seele in der Hölle nach Art der (iöttlichen Komödie von Dante hcschrciht. An zweiter Stelle nennt Schirmann Joseph P c 11 s o d e I a V e g a aus niarannnchem Ursprung, gehören um das Ja'ue UnO in Spanien um! erzogen in Amsterdam, ivnso de la Vega war ein spanischer Dichter, seine spani-1 lun Vurlr.ige, die er in der von den Juden in Amsterdam hegnimleteii ״Acadcmia de fiondos“ hielt, sind 1685 als Pmeli erschienen. 1688 gab er unter dem Titel ״confusion de corifusioiRu“ ein Buch über die Börse heraus, das heute von großem geschichtlichem Interesse ist und 1619 ins Deutsche übersetzt wurde. Seinen Platz in der hebrä- Ischen Literatur erwarb er sieli durch sein Jugenddrama ״Assire ha-tikwu“ (die Gefangenen der Hoffnung), das er als 17jähriger Jüngling 1667 verfaßte, ein allegorisches Drama, dessen Hauntb •kl der freie Wille ist, der im Kampfe steht mit dem Satan und seinen Dienern, der Lust und dem Trieb, und dem Verstau.!c, dessen Bundesgenossen die Vorsc'mng und die Wahrheit sind. An dritter Steile nennt Schirmann unter den Dramatikern einen italienischen Juden Immanuel Franc es (1618—1793), der ein Libretto für ein musikalisches Werk geschrieben hat. Auch in diesem Libretto sind die handelnden Personen allegorische Gestalten. Es war für eine Aufführung in Florenz im Jahre 1670 bestimmt. Dies ist der erste hebräische Operntext. Barmliwah-T ermln. Am 2. Mai (10. Ijar): Harry Gold mann, Sohn von Dr. Hugo Goldmann, Tel-Awlw, 78, Allenby Street. Der Keren Hajessod ist derTräger des jüdischen Aufbaus in Palästina Zentrale f 0 r Deutschland, Berlin W15 Meinekestraße 10 / Postscheck: Berlin 1049 51 Nach einer Statistik der Jewlsh Agency kamen im MSrz 3 714 jüdische Einwanderer, darunter 912 Kapitaiisten, via Jaffa und Haifa nach Palästina, verglichen mit 2270 im Februar. Die Ziffer für März umfaßt nicht diejenigen Personen, die auf dem Landwege nach Palästina kamen und Touristen, die Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Der Prozentsatz der Kapitalisten ist während der letzten Monate mit einem durchschnittlichen Satz von 28 ״/״ merklich gestiegen. Im Jahr« 1935 betrug der Prozentsatz an Kapitalisten 18 «>. Fünf illegale Einwanderer wurden von Gefängniswärtern fn Akko schwer geschlagen. Man versuchte, sie trotz des Hungerstreiks zum Essen zu zwingen. Zwei der Getangenen sind schwer verletzt. Die Ankunft der Prozession aus Nahlus in der Omar- Moschee bildete am 2. April den Anfang des N c b i M u s a - Festes, das bis zum 10. April dauert. Hochrufe auf die arabischen Führer wurden nicht ausgebracht; man hörte nur frelegentlich ein Hoch auf den Islam. Weitgehende polizeiiche Schutzmaßregeln waren getroffen worden; es gab jedoch keine Zwischenfälle. Zehn Kommunisten wurden in Jerusalem verhaftet unter dem Verdacht, im Zusammenhang mit dem Ncbi-Musa-Fest antijüdische Propaganda unter den Arabern betrieben zu haben. James de Rothschild besuchte Mikweh Israel. Er besichtigte eingehend die Landwirtschaftliche Schule und die Ausstellung der archäologischen Funde. Später begab er sich nach Rischon le Zion, wo er das dem Andenken seines Vaters gewidmete Museum eröffnete. Rothschild stattete mit seiner Gattin dem High Commissloncr Sir Arthur Wauchope einen Besuch ab. Eine Anleihe von ca. 200 000 Pfund für den Bau von jüdischen Schulen im ganzen Lande wird dem Waad Leumi von einer bekannten englischen Versicherungs-Gesellschaft gewährt. Die Regierung hat die Anleihe bereits genehmigt und vermittelt die Verhandlungen zwischen den beiden Partelen, um die Frist der Anleihe, die in Kürze ausgegeben werden soll, festzusetzen. Die österreichische Regierung hat sich entschlossen, an der Messe in Tel-Awiw offiziell teilzunehmen und die österreichische Abteilung wird ein repräsentatives Jüdische Studenten Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ veröffentlicht einen Bericht über die Lage der Studenten der Hebräischen U n t v e r s i t ä t in Jerusalem. Es gibt zur Zeit an der Universität ungefähr 600 Studierende, und das Problem ihrer Einfügung in das Leben Palästinas ist noch nicht gelöst. Ein großer Teil der Studenten steht im schweren Existenzkampf. Die meisten Studenten stammen aus unvermögenden Familien, besonders die, die aus Polen kommen. Sehr viele kommen ohne die geringsten Mittel an die Universität. Im Ausland waren sie der Meinung, daß es hier ein leichtes sein werde, sich neben dem Studium noch seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und sie konnten sich nicht vorstellen, daß sie hier gezwungen sein könnten, das Studium aus Mangel an Mitteln aufzugeben. Die schwierigen Verhältnisse, Öie sic vorfahden, enttäuschten viele von ihnen. Die Suche nach Arbeit erschwert das Studium, und so kommen sowohl das Lernen wie auch die Arbeit oft zu kurz. Manche mußten das Studium abbrechen, weil sie neben dem Studium noch nicht einmal die 3 Pfund monatlieh erwerben konnten, die das Existenzminimum für einen Studenten darstellen. Viele, denen es gelang, Studium und Erwerb zu vereinigen, arbeiten unter sehr schlechten Bedlngungen. Es gibt zwar ein Arbeitsamt der Studenten, das versucht, gegen Lohndrückerei zu kämpfen, aber die Erfolge sind gering. Das Arbeitsamt kann nur wenig Arbeiten ausfindig machen. Die allgemeinen Arbeitsämter aber sind den Studenten verschlossen, sie werden von ihnen an ihr eigenes Arbeitsamt zurüekverwkrsc-n. Dieses Vorgehen der allgemcinen Arbeitsämter i-t natürlich an sich berechtigt, um Mißbrauch und Desorganisation der Arbeitsverteilung auszuschiicßeti, aber es besenränkt die Existenzaussichten des Studenten auf ein Minimum. Am besten würde es sein, wenn sich die Studenten als besondere Facharbeiterschaft organisieren würden. Dies ließe sich unschwer machen, da die von Studenten gesuchten Arbeiten ziemlich gleichartig sind: Gelegenheit«- arbeiten, Halbtagsstellen, Unterricht usw. l>ie notwendigen Arbeitsbedingungen sind bei allen ähnlich, sie ergeben sich aus dem Stundenplan der Universität. Die Organisation der Studenten zu einer solchen Sektion würde auch für ihre Einfügung in das palästinensische Lehen nützlich sein. Die Studcnicn würden in einen lebendigen Kontakt mit dem ftkonomischen und sozialen Leben Palästinas kommen, während sie jetzt vielfach ganz abseits stehen. ״Niw ha Student“, das Organ des Studentenverbandes an der Hebräischen Universität in Jerusalem, bringt in seiner im Adar erschienenen Nummer einen interessanten Bericht über die jüdischen Studenten an der a m e - rikani.sehen Universität in Beirut. Der Vcrfasser hat selbst an der Universität Jerusalem studiert und hat deshalb die Möglichkeit zu manchen Vergleichen. Unter anderem führt er aus: ״Die amerikanische Universität in Beirut ist herrlich ausgestattet; sie ist eine Stadt für sich, ein idealer Ort zum Studium. Die Beamten sind sehr entgegenkommend. Die Bibliothek gut organisiert, die Abteilung Oricntalia sehr reich. Die Studenten aus den arabischen Ländem fühlen «ich hier sehr wohl. Trotz strenger Disziplin genießen sie doch viele Freiheiten, haben ihre Sportklubs, ihre politischen und philanthropischen Vereine, Es herrscht wirklicher Arbefts- und Lerneifer. Davon zeugt die absolute Ruhe in dem großen Lesesaal, der viel kleiner Ist als der der .Nationalbibliothek in Jerusalem, aber von viel mehr Studenten besucht wird. Die politische Spannung zwischen Arabern und Juden macht sich auch im Leben der Studenten geltend. Nur selten gelingt es einem Juden, mit einem arabischen Kollegen in näheren Kontakt zu kommen. Politische Gespräche finden nicht selten statt, führen aber nicht zu positiven Resultaten. Viele arabische Studenten halten sich völlig von den Juden fern. Auch die Universitätslehrer zeigen häufig die Tendenz, die jüdischen Studenten nicht allzu sehr zu ermutigen. Eine allzu große Zahl jüdischer Schüler scheinen sie in Berücksichtigung der Stimmung unter den arabischen Studenten nicht zu wünschen. Die J ü d i * sehen Sudenten — 150 an Zahl — stammen zum größten Teile aus Palästina. Ein Tel! von ihnen sieht in der Studienzeit in Beirut nur die Vorbereitung auf eine euro- Bild bieten. Unter der Aegide des Außenhandelsdienstes wurde von einem österreichischen Architekten die Verteilung und künstlerische Ausgestaltung der Kojen vorgenommen. Eine besondere Attraktion der österreichischen Abteilung wird die Aussteifung der österreichischen Verkehrswerbung, Werbedienst des Bundesministeriuins für Handel und Ver* kehr und der Freniden-Verkehrsstelle der Stadt Wien sein. Die österreichische Abteilung wird offiziell vom Generalkonsul in Jerusalem eröffnet werden. Die Libanon-Regierung hat Vorkehrungen für einen Pavillon auf der Levante-Messe getroffen. Aus Beer Scheba wird der arabischen Tageszeitung ״El Liwaa“ gemeldet, daß die Regierung alle Vorarbeiten zum Bau eines Flugplatzes in Beer Scheba treffe. In einer in der ״Official Gazette“ verkündeten Ver- Ordnung wird bestimmt, daß polizeiliche Hilfe bei der Zwangsvollstreckung in unbewegliches Vermögen nur dann statthaft sei, wenn der Zwangsvollstreckung«- befehl von englischen Richtern unterzeichnet worden ist. In Jerusalem findet gegenwärtig eine Ausstellung von Bildern des jüdischen Malers Rubin statt. Zu den Besuchern der Ausstellung zählte auch der High Commissloner, der ein Bild des Künstlers erwarb und es dem Museum ln Tel-Awiw schenkte. Unter den diese Woche In Palästina eingetroffenen Be- Suchern befinden sich der Dichter Richard Beer-Hofmann und der Historiker des Zionismus Adolf Böhm. Der bekannte Arabist Michael Assaf (dessen Bücher auch kürzlich in der ״J. R.“ besprochen wurden und der unsere Rubrik ״Arabische Welt“ bearbeitet) hat in der hebräischen Presse einen Aufruf an die Jugend von Tei-Awiw veröffentlicht, worin er sie auffordert, ara• bisch zu lernen, um auf diese Weise Verbindung mit den Arabern zu bekommen. Früher oder später, so heißt es in dem Aufruf, werden die Juden mit den Arabern sich auf wirtschaftlichem, kulturellem und gesellschaftlichem Oeblete begegnen müssen. — Die Kulturkommission bei der Hisfadruth Haowdim hat einen Kursus für arabische Sprache eingerichtet. Auch soll arabische Geschichte, arabische Wirt- Schafts- und Kulturkunde gelehrt werden. päische Universität. Die Juden haben ihre eigene Studenten- Verbindung ״Kadima“ und nehmen auch in gewissem Grade Anteil an dem Leben der jüdischen Gemeinde In Beirut. Die Studentenverbindung veranstaltet Ausflüge, Tanzabende und wöchentliche Zusammenkünfte mit Vorträgen. Der Schabbat ist in ihrem Leben ganz durch den Sonntag verdrängt worden. Der Zusammenhang mit der jüdischen Gemeinde m Beirut findet seinen Ausdruck hauptsächlich in zionistischer Arbeit. Es gelang einigen Studenten in Beirut, reges Interesse für die hebräische Sprache zu entfachen, das besonders die Sportklubs und die Pfadfinderbewegung erfaßte. Doch ist diese Arbeit auf die Dauer nicht von Studenten durchführbar, die nur vorübergehend in Syrien sind und den Großteil ihrer Zeit an das Studium wenden müssen, und man wartet daraut, sie besonderen Beauftragten aus Palästina abtreten zu können.“ Die Richtung des palästinensischen Verlagswesens Im ״Ha-hed“ wird iebhafte Klage über die literarischen Tendenzen des hebräischen Verlagswesens in Palästina geführt. Die Verleger bevorzugen die Uebersetzungsliteratur in einem solchen Maße, daß die originale hebrlische Literatur dadurch ganz erstickt wird. Die übersetzte Literatur sei keineswegs im allgemeinen wertvoll, sondern ein großer Teil sei zweifelhafte Unterhaltungslektüre. Man übersetzt sogar Bücher und verbreitet sie, die die nationalen Traditionen der Juden herabsetzen. So sind Bücher verbreitet, die die Glanzzeit des jüdischen Königtums, die Regierungszeit Salomons geringschätzig behandeln, die die Erzväter verächtlich darstclien und ähre Gegner wie Esau un«, Laban verherrlichen. Die jüdischen Autoren aber, die man herausgehen oder übersetzen müßte, stoßen auf Scliwierigkeiten. Auch die großen Toten des jüdischen Volkes machen da keine Ausnahme. Schon lange sollte Zangwill aut Hebräisch herausgegeben werden, aber bis jetzt gelang es nicht, diesen Plan zu verwirklichen. Oie Lehr- Bücher von Jabez, die Erzählungen Jeliuda Steinbergs und Buki ben Joglis sind auf dem Büchermarkt nicht vorhanden. Ein K in der buch, das die deutsche Bne-Brith- Loge zur Ucbersctzung ins Fiebräiscbe zur Verfügung gestellt hat, wartet seit Jahren auf das Erscheinen. Nicht die Verleger allein sind schuld an diesem Zustande, und auch das lesende Publikum Ist nicht der wahre Verantwortliche. Der wahre Grund dieses traurigen Zustandes liegt in dem Fehlen einer zentralen Instanz für kulturelle An gejegenheiten, durch die die Verlagstätigkeit geleitet oder zum mindesten beeinflußt werden könnte. Peßach In Palästina Antljddltche Agitation In Haifa Jerusalem, 9. April 1936. (JTA.) Peßach ▼erlief In Palästina Im allgemeinen ruhig. Nur in Haifa kam «s zu einigen Zwischenfällen. Unter den Arabern waren im Zusammenhang mit dem Peßachfest Rltualmordgcrüchte verbreitet worden. Juden tollten vier Mohammedaner getötet und die Polizei die Toten verborgen haben. Mehrere Juden wurden von aufgehetzten Arabern angegriffen und geschlagen. Auch die Pollzeistation, wo angeblich die detöteten verborgen gehalten sein sollten, wurde von einer Arabermenge angegriffen. Der Polizei gelang es nur mit Mühe, die Araber von der Unhaltbarkelt und Unwahrhaftlgkeit der Gerüchte zu überzeugen und die Ordnung wieder herzustellen. Nachts patrouillierte mit Stahlhelmen ausgerüstete Polizei durch die Straßen der Stadt Die arabische Tageszeitung ״Palestln" Ist Im Zusammenhang mit den Zwischenfällen in Haifa von der Regierung mit einem Verbot bedroht worden, well sie die Ritualmordgerüchte wiedergegeben hatte. Andere Zeitungen sind verwarnt worden, (Schluß de• Palletlna-Teila) ■ tOr Treppen, Litten, Anschläge kostenlos Großes Lager in Cocos«, M119115tl Vif Zimmer and KQehen la Beter. I Qegr. 1MI Bouelöu. Velourliufem Fritz Stoehr Mcmtiardatr. 1B froher• Manzetr, 17 asseroiiMaseee-a▼

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