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Jüdische Rundschau · 1936-04-10 · Heft 29 (10.4.1936) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 29 (10.4.1936)
Date
1936-04-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 29, 10. IV. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seit« 15 Der Keren Kajemeth als Kolonisationsfalltor Die Ansiedlung von Juden aus Deutschland Aus einem Referat von Dr. Georg Landauer Der KKL hat in den letzten Jahren für die Juden in Deutschland große Bedeutung erlangt, denn für die Olim aus Deutschland ist der nationale Boden des KKL die Basis ihrer Verwurzelung in Erez Israel geworden. Was die im KKL verkörperte nationale Selbsthilfe bedeutet, haben die jüdischen Einwanderer aus Deutschland in den letzten 2«/» Jahren in sichtbarster Form erfahren. In 74 landwirtschaftlichen Siedlungspunkten wurden vom 1. 4. 1933 bis 1. 7. 1935 2057 Siedler (3S80 Seelen) aufgenommen bzw. angesiedelt; nur 438 fanden Aufnahme in privaten Siedlungen, 1619 Siedler in Siedlungen und Arbeiterlagern, die sich auf KKL-Boden befinden. D. h. von allen auf dem Lande befindlichen Einwanderern aus Deutschland leben 79 »;0 auf nationalem Boden und lediglich 21 ס/יי auf privatem Boden. Je breiter dieses nationale Fundament, um so größer die Aufnahmefähigkeit des Landes. Selbst eine verstärkte Einwanderung wird dem Aufbau Palästinas wenig nützen, wenn ihr der Boden fehlt, auf dem sie seßhaft gemacht werden kann. Wir haben zahllose Gruppen, denen noch kein Boden zugeteilt werden konnte, obwohl sie schon sehr lange auf Boden warten. Aber der KKL hat — teilweise gemeinsam mit der Abteilung der Exekutive für die Ansiedlung deutscher Juden — wichtige Bodengebiete den Juden aus Deutschland für ihreSeßhaftmachung auf dem Lande zur Verfügung gestellt Die entscheidende Bedeutung für die Seßhaftinachung der Olim aus Deutschland haben die ״alten“ Schöpfungen des KKL erlangt, ln der Haifa-Bay, die er in den Jahre 1925 bis 1928 erworben hat, konnte der KKL in besonderem Maße den Bodenwünschen miftelständischer Einwanderer gerecht werden. Hier wurde die bisher einzige in der Haifa-Bay existierende landwirtschaftliche Siedlung Kirjath Bialik auf Boden des KKL von und für die Juden aus Deutschland geschaffen, ln dieser Vorstadt Kirjath Bialik stehen heute bereits 125 Siedlungshäuser. — Der ursprüngliche Plan der Erschließung und Besiedlung der Haifa-Bay sah vor, daß das Terrain in Parzellen von nur 2/3 bis 1 Dunam aufgeteilt werden sollte. Die Siedler, die die Abteilung der Exekutive für An- Siedlung deutscher Juden dort angesetzt hat, erhalten jedoch 20 Dunam. Wenn man den Wert pro Dunam mit 50 Pfund schätzt — und diese Schätzung ist gewiß nicht zu hoch — dann hat jeder Siedler vom KKL im Werte von 1000 Pfund Boden zur Verfügung gestellt bekommen. Das ist nicht eine abstrakte Ziffer, sondern der Boden hat seinen besonderen Wert für den Siedler dadurch erlangt, daß er seine Produkte besser und billiger durch die Nähe der Stadt Haifa absetzen kann. Die zweite große Bodenfläche, die der Keren Kajemeth einer von dieser Abteilung der Exekutive zusammengestellten Siedlergruppe aus Deutschland zur Verfügung gestellt hat, befindet sich im Emek C h e f e r. Die Ansiedlung im Emek Chefer war so gedacht, daß jede Familie 500 Pfund selbst zuschießen sollte. Da aber die Ansiedlung zirka 800 Pfund kostet, erhält jede Familie eine Anleihe für diese Mittelstandssiedlung, in der bereits Pflanzungen angelegt und Häuser gebaut worden sind. Ferner ist auch auf die Bedeutung hinzuweisen, die das Industrievirtel der Haifa-Bav für die Olim aus Deutschland hat Dort hat der KKL schon heute einer Anzahl von Olim Boden für die Errichtung von Fabriken und Handwcrkcr-Betrieben zur Verfügung gestellt. Die Bedeutung des KKL- Bodens im Industrieviertel der Haifa-Bay liegt auch hier wieder einmal in der unmittelbaren Nähe zum Hafen und zur Eisenbahn und in dem Erbpacht-System, das dem Mittelstand die Möglichkeit zur produktiven Anlage seines Kapitals gibt, von dem sie sonst einen Großteil in den Grundstücken hätte festlegen müssen. Folgende Investitionen des Keren Kajemeth für die Aiijah aus Deutschland möchte ich noch besonders hervorheben; Im Emek Jesreel hat der Kibbuz Hasorea, die ehemaligen ״Werkleute“ aus Deutschland, Boden für seine Ansiedlung Ln Jokneam bekommen. Ebenfalls im Emek Jesreel hat auch die erste Gruppe der Jugendalijah, die ihre Ausbildüng in Ejn Charod nach zwei Jahren vollendet hat, 50 Dunam für ein Arbeitslager erhalten. Und für die erste Gruppe der Jugendalijah, die selbständig siedelt, ist Boden bei Ocdera bereitgestellt. KKL-Boden soll auch den sieben großen Gruppen von Einwanderern aus Deutschland, die sich zu gemeinsamer Siedlung zusammengeschlosscn haben, bald zugewiesen werden. Für landwirtschaftliche Lohnarbeiter hat der KKL Boden für Arbeiteriager zur Verfügung gestellt. Zur Scherung des Landarbeiterstandes sind ferner viele 5-Dunam- Parzellen als Hilfswirtschaften zugewiesen worden, z. B. 45 Grundstücke in Kfar Maimon bei Petach Tikwah. Man hat oft und noch vor wenigen Jahren Bedenken gegen den KKL vorgebracht. Es hat sich aber irn Laufe der Jahre gezeigt, daß diese Bedenken völlig unberechtigt waren. Die Hauptschwierigkeit, so fürchtete man, liege in der Unver- 79 Prozent auf KKL-Boden TTff f ff ff fff »/״21 tu »r.'rafc«' £ w! f f f i ff ff 79^0 m SifctUuwje** *vf. k.KL-80«/**• ln 74 landwirtschaftlichen Siedlungspunhten wurden vom 1. April 1933 bis l.Juli 1935 2057 Siedler (insgesamt 3S30 Seelen) angesie• delt; 43S von ihnen fanden Aufnahme in privaten Siedlangen, 1619 Siedler in Sied• lungen und Arbeitslagern, die sich auf Nationalfonds• boden befinden. — Die Ge• samtzahl der Olim aus Deutschland, die auf dem Lande Fuß faßten, beträgt 7180 bzw. 26,6 % der gesamten Aiijah aus Deutschland. Die Statistik zeigt, daß diese Verwurzelung im Boden im wesentlichen durch den Keren Kajemeth Lejisrael ermöglicht wurde. Der KKL erwarb seit 1933 nachstehende Bodenkomplexe für Olim aus Deutschland und stellte sie ihnen zwecks Ansiedlung zur Verfügung; Siedlung und Schulen: 1. Kfar Jedidia (Emek Chefer), 875 Dunam, für 50 Familien. 2. Naane (bei Lydda), 240 Dunam, für Hilfswirtschaften, für 24 bis 36 Familien. 3. Gane Akko (nördlich von Mifraz Haifa), vorläufig 571 Dunam, für 25 Familien, wird erweitert bis auf 2000 Dunam, für 80 bis 100 Familien, Moschaw. 4. Fedscha (bei Petach Tikwah), 250 Dunam für 50 Familien (Kfar Maimon). 5. Jokneam (Emek Jesreel), 3520 Dunam (davon 1520 Dunam für ״Werkleute“), 120 Familien. 6. Gedera (Jehuda), 800 Dunam für Kibbuz ״Schaar Hanegev“, vorläufig für 50 Familien. 7. Jaar Magdiel (Scharon), 50 Dunam für 32 Familien (Sch’chuna). Arbeiterlager: 8. Batclein (bei Nachlath Jehuda), 20 Dunam. 9. In Gedera, 10 Dunam. 10. Scheich Abrck (Emek Jesreel), 50 Dunam für in Ejn Charod aiisgcbildelc Jugend-Alijah. 11. Ben Schemen, 16>;L> Dunam, für Erweiterung des Kfar Hanoar und!900 Pfund für Wasserinstallation. V o r s t a d t - S i c d 1 u 11 g: 12. Kirjath Bialik (Emek Zcbulon), ■160 Dunam, für 25 Familien (Landwirtschaft). 13. Kirjath Bialik (Emek Zebuion), 3S6 Dunam, für 200 Wohnhäuser. 14. Kirjath Biaiik, 100 Dunam, in Reserve. 15. Nachlath Jehuda (bei Rischon ie Zion), 200 Dunam, für 150 industrielle Betriebe. 16. Kfar Iwri (neben Jerusalem), 37 Dunam, für 10 Familien. äußerüchkeit des KKL-Bodens, die die Kreditfähigkeit der Wirtschaft schmälerte. Es ist richtig, daß der Siedler mit Boden des KKL keine Geschäfte machen kann, und eine Zeitlang schien es tatsächlich so, als ob eine unüberbrückbare Schranke da wäre, die dem Siedler jede Kreditfähigkeit nehme. In der Praxis hat sich aber herausgestcllt, daß gerade der KKL-Boden kreditfähiger war als die anderen. weil die Wirtschaft als solche rentabler war. Denn sie ist weder mit einer Kaufpreissumme belastet, noch mit den Zinsen hierfür. Wer zum Kauf von Boden in Palästina Kredit in Anspruch nehmen will, würde diesen Kredit nicht unter 7,8 bis 9 0/0 Zinsen finden. Daher kommt es, daß, da Privatboden für landwirtschaftliche Siedlungen fast nie ohne Kredit- Inanspruchnahme erworben werden kann, in vielen Fällen der Landwirt keinen wirtschaftlichen Erfolg und keine Rente erzielt. Ein Pachtrecht auf dem KKL-Boden aber ist, ob positiv oder negativ, eine fast ähnlich gute Kreditunterlage wie privates Bodeneigentum. Der Boden des KKL ist nicht veräußerlich, aber unsere Kolonisten auf dem Boden des KKL iiaben große Kredite aufnehmen können und eine Beweglichkeit des Pachtrechtes geschaffen, die bewies, daß die Unveräußerlichkeit des Bodens Kredittransaktionen nicht hindert. Es besteht — allerdings in einem den jüdischen Interessen entgegengesetztem Sinne -- in Palästina heute die Tendenz, unveräußerlichen Boden zu schaffen. Das ist der Sinn der Bodenkaufs-Beschränkungen, die uns unter Umständen durch die von der Regierung angekündigten Gesetze entstehen können. Dieses Gesetz, durch das bestimmt werden soll, daß jeder Besitzer bzw. Pächter des Bodens nur einen Teil seines Bodens verkaufen kann, kann für uns eine große Erschwerung in der Kofonisationstätigkeit bedeuten. Und deshalb müssen wir die moralischen und materiellen Kräfte der Juden in Deutschland mit dem KKL verbinden. Denn ihn können wir in unserem Selbstbehauptungskampf um Erez Israel als eine, wenn nicht d i e einzige reale Sache einsetzen. Und daher müssen die Juden Deutschlands diesen Fonds stark machen. Ein Brief Ussischkins *;רו קיסת ^naia W>ur י־,‘“"1111!1 11 liPilliniplirrm 1WITT,״, a—■" mwmm n |MI1||||W11W11 j ידו«050 <tt-lc tfiC , 7 -?/. />z -•זד׳. 1 tj-tfp-׳z-< '-?/׳/ , ׳-r~.h 1J* *> f ■׳. •־-•׳> i ■']* <- '/׳//־ f y—,‘-. ־׳י-׳/ .l'■"'■ )*■r• -7 ./) <׳•' r - י.״י '/We Inv ZV cyjs /j[ ., j ‘ t C//'t ■/ ׳,; •'// /•./״•'׳!' <׳׳ d' {ff,■Al י C'i'l• fr" (/'/ f f /y //•-*sy'.? י-ל7!,/;jf-rt, •-*ly > f ״"<>•/־ ־״״ 77' / ■’r/r j , •־■-/77> _ c ■i / .'<•■, -» ey r 47 -I/<y (?■ •.;ר ה/• י:/’.,-. ׳ ’.י/ '?1!. <׳<t ’,/■&/ f ׳יל/1/r f / ״f/S //י ■[?' r / - (!'/Zf 7/ 7 י■ 7^ י¬ ) ce! y/ . 'r •V •'■' l ׳ V י, i7 f ־/׳׳— ר/ / / f■ <׳/£ ,£/<■* f» 4 * 3 > r Ucbersüzung des Briefes II I [*ßJBET jr׳ . ■*-*t 1, •m . •yr—־״-״ ״ .־ Die Siedlung Ramathhatchaviim, über deren Entwicklung wir ualängtt berichteten, erhält Jetzt vom KKL Ergänmngtboden. (■>« &• j־■».«!. Jerusalem, 22. März Aus unserer heiligen Stadt, der Stadt des Friedens, unserer ewigen Hauptstadt, sende ich zum kommenden Peßach-Fesl, dem Fest unserer Freiheit, dein Fest des Auszugs aus Mizrafim, meinen Gruß den Brüdern in Deutschland. Unsere große Vergangenheit gibt uns Hoffnung auch für eine sichere Zukunft. Die Erlösung des Volkes Israel ist nicht möglich ohne die Erlösung Erez Israels and die Erlösung von Erez Israel ist unmöglich ohne die Erlösung des Bodens. Wenn wir eine sichere Zukunft für unser Volk wollen, müssen wir heute und in diesen Tagen dem Volk Boden unter die Füße gehen. Der Keren Kajemeth als der Beauftragte der Nation für die Erlösung des Bodens hat zum Peßach-Fcst eine Sonder-Aktion proklamiert, und ich fordere jeden Juden und jede Jüdin auf, die mit der Zukunft der Nation ver• bunden ist, auf diesen Aufruf zu antworten mit offener Hand, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allen Kräften. gez. M. Ussischhin Die Hoffnung unserer Kinder Boden in Erez-Israel P«B»ch*pendan für neuen Boden an den KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin WfS, MninektttraO•!0. Postscheck: Berlin 2824?

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