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Jüdische Rundschau · 1936-04-10 · Heft 29 (10.4.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 29 (10.4.1936)
Date
1936-04-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 29, 10. IV. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Ein Mann und ein Werk Aus der Haftarah für Schahbat, den 11. April Wenn das jüdische Volk in den letzten Jahrzehnten für seine umfassenden sozial-politischen Aufgaben, die ihm niemand anderer abnimmt oder abnehmen kann, einen eigenen Beamtenslab herangezogen hat, der das Teuerste, das wir besitzen: die Lebenskraft, Arbeitskraft und soziale Entfaltungsmöglichkeit des jüdischen Menschen, fürsorgerisch zu verwalten hat, so ist Bernhard Kahn, der dieser Tage seinen 60. Geburtstag feiert, unbestritten der höchste in dieser Rangordnung — der Senior der jüdisch-sozialen Arbeit in der Welt. Dies festzustellen, bedeutet die ganze Verantwortung ermessen, die auf den Schultern dieses Mannes ruht. Wenn ein Minister für soziale Wohlfahrt in einem bestimmten Land oder Volk eine Aufgabe hat, so ist diese territorial und sachlich begrenzt. Das jüdische Volk aber stellt einen Sonderjall dar; es ist ein in jeder Beziehung abnormales Volk, und das drückt sich kaum in etwas so deutlich aus wie in der sozialen Arbeit. Denn der jüdische Volkskörper wird non jeder Erschütterung in jedem Land, in dem Juden wohnen, berührt, er wird darüber hinaus immer wieder in schwere Mitleidenschaft gezogen durch das eigentliehe Judcnschicksal, das sich auch biologisch und sozial auswirkt. Zehntausende jüdischer Menschen leben in schwerster äußerer Not, wissen nicht, wo sie die dringendsten Erfordernisse für die Stillung des Hungers hernehmen sollen, wissen nicht, wie dem Elend beizukommen, wie den Weg zu Arbeit und Erwerb zu finden. Ein Teil des jüdischen Volkes muß immer einem anderen helfen. Diese Hilfe bedarf einer Vermittlungsstelle großen Stils. Unzählige Beziehungen fließen in dieser Zentrale zusammen. Und diese Fäden vereinigen sich heute vor allem in der Hand von Bernhard Kahn. Es braucht nicht gesagt zu werden, welche großen seelischen Ansprüche eine solche Arbeit an einen Menschen stellt. Immer wieder in trostlose Verhältnisse Einblick zu gewinnen, immer wieder nur teilweise helfen zu können, immer wieder verantwortlich gemacht zu werden für das Fehlende — das ist kein leichtes Amt. Wer Dr. Kahn kennt, weiß, daß er dabei Haltung bewahrt, daß sein ganzes Leben der sachlichen Arbeit gewidmet ist, und daß er sich trotz aller gelegentlichen Reibereien, in die ein solcher Mann, schon mit Rücksicht auf die komplizierten innerjüdischen Verhältnisse, notwendig verstricht werden muß, überall Vertrauen erworben hat. Dr. Kahn ist aus dem Judentum Deutschlands hervorgegangen, und viele Juden Deutschlands stehen ihm besonders nahe. Er ist auch seit Jahrzehnten Mitglied der Zionistischen Organisation und war eine Zeitlang von der Joint-Gruppe in die Exekutive der Jewish Agencv entsandt worden. Indem wir Dr. Kahn unsere Glückwünsche entbieten, gehen wir nachstehend der Schilderung seines Arbeitsfeldes aus der Feder eines Mannes, der jahrelang zur Zusammenarbeit mit Kahn Gelegenheit hatte, Raum. Red. Zum 60. Geburtstag von Bernhard Kahn Bernhard Kahns Name ist untrennbar verknüpft mit der Wirksamkeit zweier Organisationen, die in ihrer Art in der jüdischen Geschichte ohne Vorbild, ihrem Umfang und__ ihrer Methode nach aber auch in der Geschichte der Sozialarbeit der Welt überhaupt als einzigartig zu bezeichnen sind. Diese beiden Organisationen sind: der Hilfsverein der Juden in Deutschland und das American Jewish Joint Distribution Committee. Die Institution des Hilfsvereins Von 1904—1021 war Bernhard Kahn der Generalsekretär des Hilfsvereins, neben James Simon und Paul Nathan wohl der eigentliche lnatigurator seiner Arbeit. Datnals war die große Zeit des Hilfsvereins, als er im jüdisch-sozialen Leben des Weltjudentums eine Funktion erfüllte, für die es keine andere Trägerschaft gab. Der von Pogromen, Verfolgungen, Wirtschaftliehen und sozialen Notständen zerrüttete Körper der östlichen Judenheit brauchte ein Hilfsinstrument, nnd dieses Hilfsinstrument war der von den deutschen Juden getragene Hilfsverein. Reine Fürsorgearbeit — wie es die Stunde erforderte — neben Versuchen konstruktiver, Wirtschaft- Scher Hilfe, kulturelle und Dygienische Förderungsmaßnahmen, neben politischer Arbeit — aber alles überschattet durch die Organisierung der Wanderungsbewe- Sung von Ost nach West, von Rußland nach Amerika, ׳eutschland war die Brücke. Foto; Kaule Mareontcfa. Part« Daneben erfolgte der Aufbau eines beträchtlichen Schulwerkes in Palästina, das kurz vor dem Kriege in dem Haifaer Technikum seinen sichtbarsten Ausdruck fand. Während des Krieges oblag dem Hilfsverein die Fürsorge für die in Deutschland verbliebenen jüdischen russischen Staatsbürger und bald auch die Fürsorge für die ostjüdischen Massen in den von den deutschen Heeren besetzten Gebieten. Die JOINT - Arbeit beginnt Und hier beginnt die Ueberleitung dieses Werkes fn einen weit größeren Rahmen. Das amerikanische Judentum, zu einem wesentlichen Teil noch in der ersten Generation verwandtschaftlich den ostjüdischen Massen verbunden, organisierte bereits während des Weltkrieges ein Hilfswerk von wahrhaft grandiosem Ausmaß. Alle die an diesem Hilfswerk beteiligten Organisationen bildeten gemeinsam das ״American Joint Distribution Committee“, der Welt kurz als ״Joint“ (oder JDC.) bekannt. Nachdem beschlossen wurde, das reine Unterstützungswerk zu liquidieren, das die Verwüstungen des Krieges und die revolutionären Wirren der Nachkriegszeit notwendig machte, wurde 1921 Bernhard Kahn an die Spitze der umorganisierten Flüchtlingsabteilung gestellt, um im Jahre 1924 dann die Oesamtleitung der curopäischen Joint-Arbeit zu übernehmen. Von dem Ausmaß dieser Arbeit mögen ein paar Zahlen eine Vorstellung geben. Größe der Arbeit Der ״Joint“ hat von 1914—1934 insgesamt fast 84 Miliionen Dollar für europäische Hilfszwecke verausgabt. Davon von 1914—1919 ca. 22 Millionen vor Begründung des europäischen Büros und direkt durch die New-Yorkcr Zentrale (1920—1934) ca. 13 Millionen, so daß dem «uro■ Päischen Büro selbst fast 50 Millionen Dolar zur Verwaltung unterstanden. Davon entfielen allein aut das heutige Rußland ca. 21 y% Millionen Dollar, wozu noch durch eine Tochtergesellschaft weitere 6,7 Millionen Dollar in den Jahren 1928—1934 hinzukamen. Das russische Hilfswerk hat demnach ca. 28 Millionen Dollar beansprucht. Etwas weniger entfällt auf Polen (ca. 25 Millionen Dollar). An dritter Stelle steht Palästina, dem ca. 9 Millionen Dollar lugeführt wurden. Welchen Sach zwecken sind diese gewaltigen Summen zugeführt worden? Einen Anhaltspunkt gibt eine Finanz- Übersicht für die Jahre 1920-1934 mit einer Gesamtsumme von 25 Millionen Dollar. Mehr als 10 Millionen Dollar dienten während dieser Periode allgemeinen Unterstützungszwecken, mehr als 4 Mil- Konen Dollar der Kinderfürsorge, fast 2 Millionen Dollar der Flüchtlingsfürsorge, etwa die gleiche Summe dem Aufbau einer jüdischen Darlehnskassenbewegung im Osten,, nicht viel geringere Summen wurden für medizinische Hilfe und zur Erhaltung sozialer Institutionen der verschiedensten Art aufgewandt. Je eine halbe Million Dollar erhielten das Schulwerk und die Gesellschaft ״Ort“ für ihre Handwerkerschulen. JOINT and Jaden Deutschland• Auch dem Judentum Deutschlands hat der ״Joint“ in der langen und ereignisreichen Geschichte seiner Arbeit manche Hilfsstellung gewährt. Während des Weltkrieges waren nach Deutschland tausende ostjüdische Arbeiter durch die Militärbehörden gebracht worden, um dem sich sehr bemerkbar machenden Arbeitermangel abzuhelfen. Nach dem Weltkriege kam infolge der Kriegs- und Revolutionsereignisse im Osten eine Flüchtlingswelle heimatlos gewordener Juden auch nach Deutschland. Es galt, diesen Gruppen Obdach und Arbeit zu geben, bis andere Einordnungsmöglichkeiten sich in der Welt eröffnen ließen. Hier half der ״Joint“. Und dann kam die Inflation. Die jüdischen Gemeinden verloren ihren Besitz, die sozialen Institutionen ihre finanziehe Basis. Das wohlhabende jüdische Bürgertum, früher der Träger fürsorgerischer Arbeit und des jüdisch-sozialen Lebens, verarmte in weitem Umfange. Der ״Joint“ griff zu und half manch wertvoller Wohlfahrtseinrichtung über schwere Zeiten hinweg. Innerhalb der Gesamtarbeit des ״Joint“ in jenen Jahren spielten diese begrenzten und einmaligen Hilfsmaßnahmen eine nur unbeträchtliche Rolle. Das änderte sich im Jahre 1933. In der Krise des deutschen Judentums hat der ״Joint“ bereitwilligst seine Hilfe angenoten. Die Hilfstätigkeit für das Judentum in Deutschland wurde nun in das Zentrum seines Wirkens gerückt. Allerdings standen dem ״Joint“ nun nicht mehr entfernt so große finanzielle Hilfsmittel zur Verfügung, wie zur Zeit der russisch-polnischen Katastrophe. Die Weltkrise hat auch dem gebefreudigen amerikanischen Judentum eigene Probleme in nicht geringem Umfange gebracht. In den Jahren 1933 und 1934 verausgabte der ״Joint“ zugunsten des deutschjüdischen Hilfswerks 1,2 Millionen Dollar, davon allerdings mehr als die Hälfte für das Flüchtlingswerk in den verschiedenen Staaten Europas. Auf Frankreich allein entfielen fast 400 000 Dollar. Diese Summen kamen zugute: der Wohlfahrtspflege und der Berufsausbildung, dem Schulwerk und der Gelehrtenhilfe, der Deckung der Wanderungskosten in vielen Ländern. Daneben hat der ״Joint“ in verständnisvoller Weise durch seine Tochtergesellschaft (״Joint Reconstruction Foundation“) auch in Deutschland die jüdische Darlehnskassenbetfegung entscheidend gefördert und mit ihr Einrichtungen zum Leben geweckt, die ihre wertvolle Bedeutung vielleicht erst in der Zukunft erweisen werden. Durch die Inaugurierung der jüdischen Darlehnskassenbewegung (die Foundation hat in vielen Ländern ca. WO jüdische Darlehnskassen) ist sicher einer der konstruktivsten Wege jüdisch-sozialpolitischer Arbeit beschritten worden. Der Repräsentant dieser Arbeit Der Repräsentant dieser Arbeit in den vielen Ländern des Joint-Werkes, der Mensch, der Lob und Dank empfangen, aber auch mancher Kritik — und an solcher hat es nicht gefehlt — standhalten muß, ist Bernhard Kahn. Ich weiß nicht, wie viele Organisationen und Institute, Gemeinden und soziale Einrichtungen in Europa überhaupt wissen, daß es eine Joint-Verwaltung in New York gibt, mit Männern wie Felix Warburg und Paul Bacrwald an der Spitze. Für die meisten ist Bernhard Kahn der ״Joint“. Bernhard Kahn empfängt unermüdlich Delegation um Delegation, prüft die Situation am Ort, berät und gewährt, wenn cs geboten erscheint, lehnt diplomatisch ab, wenn die Mittel nicht reichen. Und sie reichen leider nie. Er hat in aller Belastung, in aller drängenden Not sich den Blick bewahrt für die Größe seiner Aufgabe. Nicht immer kann er sie realisieren, denn das Erfordernis des Tages ist manches Mal stärker als die tragende Erkenntnis. Dem Ost- Judentum galten Jahrzehnte seiner hingebenden Wirksamkeit, nun wollte es das Schicksal, daß er seine Erfahrung und seine Kraft in den Dienst desjenigen Teiles der Juden-?erneinschaft stellen mußte, in dem er selbst wurzelt: dem udentum Deutschlands. Diejenigen, die ihn in den letzten Jahren bei dieser Arbeit beobachten konnten, wissen, daß ihm diese Sache sehr am Herzen liegt. In all seiner Unermüdlichkeit, seiner Arbeitsfülle und Arbeitskraft wirkt er nicht wie ein Sechziger. Mehr als dreißigjährige jüdisch-soziale Wirksamkeit hat ihn zu einem ausgezeichneten Kenner der sozialen Lage des jüdischen Volkes in fast allen Ländern seiner Zerstreuung gemacht, der Lage und der Nöte. Sein Büro ist der Seismograph der jüdischen Situation in aller Welt. Ein solches Wissen, eine solche Erkenntnis vcrpflichtet! Gerade in den letzten Jahren, am Schicksal des Judentums in Deutschland, hat Bernhard Kahn wie kein Zweiter studieren können, daß den jüdischen Massen in den Län- Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine, die sind alles Haus Jfssrael. Da sprechen sie: Verdorrt sind unsre Gebeine, geschwunden unsere Hoffnung, Iosgesdinltten sind wir! Darum könde. sprich zu ihnen: 50 spricht mein Herr, ER: Da. ich öffne eure Gröber, ich ziehe euch aus euren Gräbern, mein Volk, und lasse euch kommen zu dem Boden Jissraels. Dann werdet ihr erkennen, dab ICH es bin. Wann Ich öffne eure Gräber, wann ich euch ziehe aus euren Gräbern, mein Volk, und gebe in euch meinen Geistbraus, dafe ihr lebet, und lasse nieder euch aut eurem Boden, dann werdet ihr erkennen, dab ICH es bin, ders redet, ders lut — Erlaufen von IHM —. IcthcskM 37, 11 — 14 Verdeutscht von Martin Bubet dern Europas mit Palliativmitteln nicht mehr geholten werden kann. Es gilt, die große konstrukt i v e Aufbauidee den Köpfen der jüdischen Welt einzuhämmern, die Chance zu nutzen, die uns gegeben und aufgegeben ist. Diese Chance ist, bei aller Anerkennung der auch anderwärts noch harrenden und drängenden Aufgaben, vor allem Palästina, wo es gilt, die Menschen und das Land bercitzumachcn. Bernhard Kahn ist 60 Jahre alt. Kein Alter für die großen Aufgaben, die noch vor ihm stehen. Dr. Max Kreutzberger (Jerusalem) Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland veröffentlicht zum 60. Geburtstag Dr. Bernhard Kahns eine Kundgebung, in der das Wirken Kahns gewürdigt wird. Zum Schluß heißt es darin: ״Dr. Kahn hat uns nicht nur seit der Gründung des Zentralausschusses als Sammelpunkt aller helfenden, aufbauenden Kräfte mit dem materiellen Einsatz der ihm zur Verfügung stehenden Mittel bis an die äußersten Grenzen des Möglichen geholfen, sondern hat uns auch in diesen schweren Jahren als ein Freund zur Seite gestanden, über dessen ungewöhnliche Erfahrung und auf dessen warmherziges Verständnis wir immer rechnen konnten. Wir fühlen uns mit den jüdischen Gemeinden und Organisationen, aber auch mit denjenigen jüdischen Brüdern, denen das Werk des Joint Konstruktive Milte brachte, eins, wenn wir dem Mann, der diese Arbeit in Europa repräsentiert und führt, wenn wir Dr. Bernhard Kahn viele Jahre befriedigender und wirksamer Arbeit wünschen.“ Ismar Freund 60 Jahre Will man eine Persönlichkeit wie Ismar Freund wiir• digen, so gerät man leicht in die Gefahr, bei der Fülle des Geleisteten sich in Einzelheiten zu verlieren. Ist doch Freund der Wissenschaftler des jüdischen Staatskirchenrechts und einer der grundlegenden Historiker der Eman/ipationszeit, er besitzt daneben das Rabbinerdiplom und ist ein glänzender Kanzelredner, jahrzehntelang hat er als höchster Beamter der Berliner Jüdischen Gemeinde wichtigste Dezernate verwaltet und Einrichtungen wie das Gcmeindcblatt geschaffen, und darüber hinaus hat er um die öffentlichrechtliche und budgetäre Gesialtung des jüdischen Gemeindelebens nach dem Krieg sich große Verdienste erworben. Um nur die markantesten Tat- Sachen heraus/ugreifen: Im Juli 1922 setzt er gegen mannigfache Widerstände die Gründüng des Preußischen Landesverbandes jiidischer Gemeinden durch. Als Mitglied des Engeren Rates und Geschäftsführer des Verbandes leistet er jahrelang nahezu die gesamte Arbeit; insbesondere gelingt es ihm, zum ersten Male Staatsbeihilf en für die Synagogengo meinden in Preußen zu erwirken und damit den Zusammenbruch hunderter Kleingemeinden zu verhüten. — In der Inflationszeit erreicht er in enger Zusammenarbeit mit den obersten Kirchenbehörden die Zahlung von Besoldungs- Vorschüssen durch den Staat. Auf den vielfältigsten Gebieten erringt er die rechtliche und faktische Gleichstellung der jüdischen Religionsgemeinschaft mit den Kirchen. Steuergesetzliche Grundlagen, die heute für die Synagogengemeinden von größter wirtschaftlicher Bedeutung sind, werden durch seine Initiative veranlaßt. In schuirechtliehen Fragen erringt er wichtige Erfolge. Ueberall setzt sich sein zielbewußter Wille, von einer umfassenden Kenntnis der Materie unterstützt, durch. Und hier liegt Freunds Stärke una Schwäche zugleich: er läßt sich von dem, was er einmal als richtig erkannt hat, nicht abbringen; er ist kein Mann der Kompromisse; wo er ein sachliches Ziel erreichen will, kennt er keine persönlichen Rücksichten. So kam es schließlieh dahin, daß Ismar Freund sich heute auf seine wissenschaftliche Tätigkeit zurückgezogen hat und die Herausgabe seines großen staatskirchenrechtlichen Werkes vorbereitet. Wir wünschen dem Sechziger, dessen Kinder in Erez Israel leben und der auch selbst das Land liebt und wiederholt besuchte, noch viele Jahre fruchtbarer Arbeit für die jüdische Sache. l'oio: ii. >on

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