Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-04-03 · Heft 27-28 (3.4.1936) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 27-28 (3.4.1936)
Date
1936-04-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2653950--28553-2690041
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

״J & **-'«יי ׳׳#.־» V |#'*י r S«!ta4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 27/28, 3. IV. 1736 aut wenig mehr als eine ״Großfamiiie“ zusammengeschrumpft, Und auch die schwarzen Juden vermindern sich in der letzten Zeit stark durch Abwanderung nach anderen Teilen Indiens, insbesondere nach Bombay. Die alte Fehde zwischen ,,weißen“ und ״schwarzen“ Juden gehört zu einem großen Teil der Vergangenheit an, aber Ellen zwischen den beiden Gruppen kommen auch heute noch nicht vor und selbst gemeinsame Mahlzeiten scheinen nicht stattzufinden. Sonst aber lebt man friedlichschiedlich miteinander, und die Kinder der ärmeren Familien beider Gemeinden besuchen die gleiche Schule; die wohlhabenderen senden die ihren in die höheren Staatsansialten. Die ״weißen“ Juden besitzen eine der schönsten Synagogen der Welt, deren Boden mit herrlichen chinesischen Kacheln belegt ist und die prachtvollen Gold- und Silberschmuck besitzt. Der Ritus ist der sephardische, doch gibt cs Einzelheiten, die man sonst nirgends in der Welt bcobachten kann. Die hervorstechendste ist, daß alle Cochinnynagogen einen zweiten Almemor auf der Fratten-Empore besitzen, und daß vor! dort aus am Schabbat und an Feiertagen die Thora vorgelesen wird. In der ״Judenstadt“ von Cochin herumzugeilen und inmitten der tropischen Landschaft Südindiens mit Juden zu verkehren, deren Vorfahren vielleicht vor mehr als einem Jahrtausend dorthin eingewandert sind, ist ein seltsames Erlebnis, und nicht nllzuviete haben es gehabt. Benjamin von Tudela kannte die Cochin-Juden nur vom Hörensagen, und die ersten Nachrichten über sie stammen ausschließlich aus nichtjüdischen Quellen. Die ausführlichste jüdische Beschreibung von ihnen gab Jakob Saphir, ein Meschullach aus Jerusalem, der sie um die Mitte des vorigen Jahrhunderts besuchte, ln neuerer Zeit wurden sie von Professor Oppert und Elkan Adler, dem Sohn des verstorbenen englischen Oberrabbiners, besucht und geschildert. ____ (Schluß folgt) Wiener Brief Von unserem Berichterstatter J.R. Wien, 29. März Die antisemitischen Reden, die in der letzten Zeit in Vorträgen und Versammlungen gehalten wurden, haben zahlreiche Proteste nusgdost. Am bemerkenswertesten wotii war die Stellungnahme des Wochenblatts ״Sturm über Oesterreich'׳, des offiziellen Organs der Ostmärkischen Sturmscharen, deren oberster Führer der österreichische Rundeskan/ler I)r. Kurt v. Schuschnigg selbst ist, das die neue antisemitische Strömung verurteilt. Von den jüdisehen Protestkundgebungen ist die des ״Bundes jüdis eher F r o n t s o 1 d a t e n“ am bedeutsamsten, ln einer Resolution wendet sich der Bund gegen die D i s k r i - minier ung der Juden in Oesterreich, für die jetzt Stimmung gemacht wird. Es wird allenthalben dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß endlich eine offizielle Avußcrung erfolge. Dies wird um so mehr erwartet, als die Bundesregierung wiederholt darauf hingewiesen hat, daß die aus den Staatsgrundgesetzen vom Jahre 1867 in die Verfassung der Republik Oesterreich übernommenen Bestimmungen über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger auch in die Bundes- Verfassung 1934 eingebaut wurden. * In einem Grazer Verlag erschien vor längerer Zeit ein Buch unter dem Titel ״Gibt es jüdische Ritualmorde?״ Gegen dieses Buch hatten die jüdischen Stellen in Graz und Wien Stellung genommen, und auch von der Staatsanwaltschaft wurde gegen den Verlag ein Verfahren wegen ״Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung durch Aufreizung zu Feindseligkeiten gegen Religionsgemeinschäften“ beim Grazer Landesgericht eingeleitet. Die Staatsanwaitschaft hatte überdies einen Antrag auf Verfallserklärt! ng des Buches gestellt. Das Landesgericht Graz wies nun diesen Antrag des Staatsanwalts auf Verfallserklärung ab, wogegen sich der -Staatsanwalt mit einer Beschwerde an den Obersten Gerichtshof wandte, so daß sich jetzt diese oberste Instanz mit der Angelegenheit zu belassen hatte. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs gibt der staats a!1 w a 111 i c h e n Nichtigkcitsbcs c h w e rdc statt und bringt die Meinung des Obersten Gerichtshofs zun! Ausdruck, 11 aß der Inhalt des Buches den Tatbestand des Vergehens begründe, der Inhalt des Druck- Werkes keineswegs nur objektive Betrachtungen und wissenschädliche Erörterungen biete, sondern geeignet sei, gegen die Religionsgenossenschaft der Juden zu Feindseligkeiten aufzureizen. In einer dieser Tage staftgefundeiicn Sitzung des Kultus- Vorstandes wurde der Beschluß gefaßt, die \V a 11 1 e n für den neuen Vorstand der Wiener Kuliusgemeinde für 6. November aus/iischreihen. Mit der Ausarbeitung Wählerlisten, die diesmal iimge-a fassen werden, soll schon jetzt 1 000 Kultuswahler כ tוו! ,begonnen werden den der um- I Teppiche / MObelstoffe BLUMENFELD, Nürnberg, / Gardinen AdlerstraBe 36 Sammel-Aktion in England Vom Council lor German Jewry Am ersten Tage Peßach wird ein Appell des Council for German Jewry und des Chiefrabbi des Britischen Reiches, Dr. 1. H. Hertz, an die jüdischen Gemeinden und Rabbiner in aller Welt ergehen, uni sie zur Beteiligung am Hilfswerk für die Juden in Deutschland aufzufordern. Diese ersten Ergebnisse der Sammlungsaktion des Coun-?il for German Jewry in England zeigen, daß bereits ein Drittel der in Großbritannien und anderen Ländern außer den Vereinigten Staaten aufzubringenden Quote von einer Million Pfund gezeichnet worden ist. Führende Juden Engiands und englisch-jüdische Familien haben namhafte Beträge beigesteuert. Drei Londoner Firmen haben allein je 90000 Pfund gegeben. Es besteht die Hoffnung, daß in Manchester und Umgebung 40 000 Pfund aufgebracht werden. In Manchester selbst sind bisher 15000 Pfund gezeichnet worden. Die englischen Mitglieder des Council beteiligen sich an der Propaganda für die Sammelaktion an hervorragender Stelle. In Manchester sprachen Lord Bearsted sowie Sir Wyndham Deedes, die gleichfalls in Liverpool für die Ziele des Council warben. In Leeds sprachen Sir Herbert Samuel und Professor Selig Brodetsky. Sir Herbert, zu dessen Ehren der Bürgermeister der Stadt im Rathaus einen Empfang veranstaltete, gab bekannt, es bestehe die Hoffnung, in London 750000 Pfund aufzubringen und in der Provinz die übrigen 250000 Pfund. Weiterhin brachte Sir Herbert Samuel zum Ausdruck, daß es nicht schwer sein sollte, in Palästina die Aufnahme für etwa die Hälfte der 100000 jungen Juden aus Deutschland zu sichern, ln anderen Ländern müsse für 10000 bis 12 000 jährlich im Verlauf der nächsten vier Jahre Raum gefunden werden, was auch nicht schwer sein sollte, wenn man sie über eine große Anzahl von Ländern verteilen würde. Todesstrafe für Ermordung: eines Juden Wegen Ermordung des jüdischen Kaufmanns Ziprkowski wurde der 28 Jahre alle Walter S i e v e r s von dem Schwurgericht Braunschweig zum Tode v e r - urteilt. Der Angeklagte hatte nach dem Bericht des ״Bcri. Tageblattes“ vom 30. März den Versuch unternommen, seine Tat mit politischen Motiven zu verbrämen, Sievers hatte Ende Juli den Kaufmann Ziprkowski in Braunschweig durch einen Kopfschuß getötet. Er erklärte vor dem Gericht, daß er mit einer geladenen Pistole und Munition in der Tasche zum Schützenhause gehen wollte, um sich dort ain Schießen zu beteiligen. Er sah dann den Kaufmann Ziprkowski vor seinem Laden stehen und sich mit zwei Männern der Deutschen Arbeitsfront unterhalten. Der Angeklagte will über die Tatsache, daß der jüdische Kaufmann in dieser Zeit sich mit Leuten von der DAF. unterhalte, so empört gewesen sein, daß er in den Laden gedrungen sei, um dort den Ziprkowski zur Rede zu stellen. Auf dessen Entgegnung, daß es ihn, den Angeklagten, gar nichts angehe, mit wem er sich unterhalte, will Sievers derartig in Erregung gekommen sein, daß er ״blind drauflos schoß“. — Der Oberstaatsanwalt hob in seiner Anklagerede hervor, •daß Sievers kaltblütig und planmäßig den passenden Augenblick abgewartet habe, um den Schuß abzugeben. Es sei f ' ' ״ Oberstaatsanwalt gegen die Absicht des Täters, sein Verbrechen auf ein politisches Gleis abzuschicben. Auch in der Urteilsbegründung hieß es, die Erzählung des Angeklagten sei nicht glaubhaft. Es sei auch nicht bei der GharaKterveranlagung des Ermordeten anzunehmen, daß er den Angeklagten beschimpft habe. Erwiesen sei ferner, daß Sievers das Haus, in dem der Kaufmann Ziprkowski seinen Laden hatte, mit Paketen verlassen habe. Was er im einzelnen geraubt hätte, könne wahrscheinlich nie festgestellt werden. Wenn der Angeklagte seine Tat als politischen Mord Tiinstcllc, so müsse betont werden, daß das deutsche Volk den politischen Mord ablclme. Er sei als abscheulichstes Verbrechen zu brandmarken, das es gäbe. Die Nürnberger Gesetze seien aus einer Notwehr Deutschlands gegen Rasse- Überfremdung geschaffen worden. Aber niemand dürfe daraus folgern, daß ein Fremdstämm iger keinen Schutz in Deutschland genösse oder in Deutschland vogelfrei wäre. Auch dem Fremdstämmigen würde jeder Schutz ge währt, den das Gesetz ihm zu billige. Wenn jemand — wie der Angeklagte — glaube, sich in frevelhafter Weise über gegebene Gesetze hinwegsetzen zu können, der irre und würde zu spüren bekommen, daß in Deutschland immer noch Gesetz und Recht Geltung hätten. Heute mehr denn je. Um die Schechita in Luxemburg Luxemburg, 30. Mär/. (JTA.) Die Luxemburger Landwirtsclia Itskammer 11:11 ihre t'ii/ufricdenlieit über die ErkÜbung des Ministern!äsideiiten Bech gegen einen Schacht- Verbotsantrag ausgesprochen. Ministerpräsident Bech, ein Mitglied der katholischen Partei, hatte im Namen der Regierung erklärt, ein Schächtvcrbot würde dem in Luxemburg herrsehenden Geist religiöser Toleranz widersprechen. Die Landwirtschaftskammer hat sich daraufhin an den Luxemburger T i e r s c 11!11 / v e r b a n d mit dem Ersuchen um ein Gutachten zugunsten eines Schächtverbots aus hunianitären Gründet! gewandt. Der Tierschutzverband erklärte jedoch, er finde keinen Anlaß, für die Forderung nach Erlaß eines Schächtverbots einzutreten. * Der französische S t a a t s r a t hat ein von dem Bürgermeister der Industriestadt Valenciennes erlassenes lokales Schächtvcrbot für ungültig erklärt. Die von dem Staatsrat aufgehobene Verordnung des Bürgermeisters war im November 1930 erlassen worden. fm Verlag Kedem, Berlin-Charlotfcnhurg, erschien von l)r. Rand, Leiter der hebräischen Sprachkurse der Zionistischen Vereinigung in Frankfurt a. M, und Darmstadt, ein Büchlein neuhebräischer Gespräche unter dem Titel ״Sichoth“, welches 25 Kapitel verschiedener Gesprächsübungen, sowie ein ausführliches Wörterverzeichnis enthält. 1 Verpachfungszwang für jüdische Apotheken Die Reichsregierung hafte im Dezember vorigen Jahres gesetzliche Bestimmungen über die Verpachtung und Verwaltung öffentlicher Apotheken erlassen. Oeffentliche Apotheken, die für Rechnung der Witwe oder der minderjährigen Kinder des verstorbenen Inhabers weitergeführt werden dürfen, sind an einen“approbierten Apotheker zu verpachten. Ebenso sind Apotheken zu verpachten, wenn der Inhaber durch seine Geschäftsführung die ordnungsmäßige Arzneiversorgung der Bevölkerung gefährdet, in nationaler oder moralischer Beziehung unzuverlässig ist, aus Gesundheitsgründen berufsunfauglich ist. fm Reichsgesetzblatt vom 30. März erschien eine erste Durch fiihrungs- Verordnung des Reichsinnenministers, die Einzelheiten des Dezembergesetzes regelt. Juden sind als Pächter nicht zugelassen; öffentliche Apotheken, deren Inhaber Jude ist, unterliegen dem Verpachtungszwang. ■ Konzession von Gastwirtschaften In der Preußischen Gesetzessammlung ist eine Verordnung über neu zu errichtende Gast - und Schankwirtschäften veröffentlicht. Sie bestimmt, daß bis /um 1. April 1936 in Preußen Erlaubnisse für neu zu errichtende Gast- und Schankwirtschaften grundsätz.lich nicht erteilt und bcstehende Schankerlaubnisse auf nicht zugelassene Arten von Getränken nicht ausgedehnt werden dürfen. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Regierungspräsidenten und sinu nur in den in der Verordnung ausdrücklich vorgesehenen Fällen zulässig. Als solche Ausnahmefälle werden der Umstand u.a. erwähnt, wenn sich durch das Fehlen von Gast- und Schankwirtschaften augenscheinliche Mißstände ergeben haben in Orten, in denen bisher keine Gast- oder Schankwirtschäften oder nur solche nichtarischcr Inhaber befanden, sowie wenn die Erlaubnis für einen Gast- oder Schankwirtschaffsbetrieb beantragt ist, der lediglich auf Juden beschränkt bleibt, unter der Auflage, daß diese Bescluänkung durch deutlich lesbare Aufschriften kenntlich gemacht wird._ Der Geschäftsverkehr mit Juden ״Das Schwarze Korps“ teilt 111 einem längeren Artikel mit, daß der Deutsche Oenossenschaftsverband in einem vertraulichen Rundschreiben zum Ausdruck gebracht habe, ein Abbruch des Geschäftsverkehrs der gewerblichen Genossenschaften mit Juden oder ein Ausschluß jüdischer Gemissen sollte nicht stattfinden, weil er die mittelständische Wirtschaft ungünstig beeinflusse und den Wünschen der Reichsregierung zuwiderlaufen würde. Das Blatt schreibt hierzu, daß wirtschaftliche Erwägungen eine rücksichtslose Trennung auf rassischer Grundlage im Geschäftsleben im Interesse eines reibungslosen Handelsverkehrs nicht ohne weiteres gutheißen können, womit aber noch lange nicht gesagt sei, daß nicht auch die Wirtschaft endlich die Wege beschreiten muß, die letzten Endes allein zur Lösung von jüdischem Einfluß führen können. Es wäre also mehr als wünschenswert, heißt es zum Schluß, wenn der Deutsche Genossenschaftsverband in diesem Sinne Einfluß nehmen würde und nicht durch Rundschreiben, die dem Buchstaben nach falsch verstanden werden müssen. ________ Ein Jubiläum. Die ungarische Presse feiert den hundertsten Geburtstag Adolf A g a i s, den der erste Literatur- Historiker des Landes, Prof. Eugen P i n t c r, den Schöpfer des ungarischen Feuilletons nennt. Geboren als Sohn eines Flüchtlings aus Polen, sprach er als Kind nur deutsch und serbisch, um dann der ״Entdecker“ der ungarischen Hauptstadt und Schilderer des ungarischen Lebens nach dem Ausgleich vom Jahre 1867 zu werden. In seinem sehr Volkstümlichcn Witzblatt: ״Borsszem Janks“ hat er die neuen jüdischen Typen des Zeitalters verewigt. Dr. A. F. IN ALLER KURZE .,Deutschen Juristenzeitung“ der Reichsfachgruppe de! Wie aus einem Bericht der über eine Aussprache innerhalb der Reichsfachgruppe de! Hochschullehrer hervorgeht, kündigte der Reichsfachgruppen• leiter, Prof. Carl Schmitt, für den Frühherbst eine Tagung an, die sich mit der Frage des Judentums in der Rechtswissenschaft befassen soll. Das Textilkaufhaus Gebr. Rothschild in Mann• heim ist in den Besitz, von Gebr. Braun übergegangen. Die Hadassa in New York brachte 50 000 Dollar auf, wie auf dem Jahres-Bankett verkündet wurde. Eddie Cantor sagte zu, einen gleichen Betrag für die Jugend- Alijah zu spenden, wenn von amerikanischen Juden genügend hierfür beigesteuert wird. Er wies darauf hin, daß auch die amerikanischen Juden von der antisemitischen Entwicklung betroffen seien. Im Hinblick auf die fortgesetzte Terrorisierung jüdischer Studenten an der Czernowitzer Universität durch antisemitische Hochschüler, die die jüdischen Studenten am Besuch der Vorlesung verhindern, hat der Senat der Universität einen Aufruf an die Studenten erlassen, sowohl aut akademischem Boden als auch außerhalb desselben unbedingte Ruhe und Ordnung zu wahren. Sollten die Ausschreitungen andauern, so werde es notwendig sein, die Universität für ein Jahr zu schließen. Dem Andenken des vor kurzem in Berlin verstorbenen rumänisch-jüdischen Philologen Professor Heiman Tiktin widmete die rumänische Akademie der Wissenschaften eine Gedenksitzung, an der zahlreiche Mitglieder der Akademie, an ihrer Spitze der Historiker und frühere Ministerpräsident Prot. Jorga und Minister Nistor, teilnahmen. In Luxemburg sang am 29. März Beatrice Waghalter Chansons aller Völker und jüdische Lieder. Das Publikum war begeistert. Kapellmeister Leo Schönbach begleitete die Künstlerin in meisterhafter Weise. In Amsterdam spielte Franz Osborn Beethoven im Rahmen eines Konzertes unter Leitung von Bruno Walter mit außerordentlich großem Erfolg. Der Jüdische Jugend b und Gabriel Rießer in Köln, der vor einigen Wochen seinen Austritt aus dem Landesverbände beschlossen hat, ist aufgelöst worden. Das Vereinsvermögen wurde der Jüdischen Winterhilfe über• wiesen. __ Die Schulabteilung der ReicUsvertreiunß eröffnet Anfang Mai eine Tagesschule für Bcrufsvor lehre in Berlin-Nicderschönhausen, die der Schulung männlicher Jugend• licher dienen soll. Das allgemeine und jüdische Wissen der Jugendlichen soll hier eine Vertiefung erfahren. Sprachunterrieht wird in Hebräisch und Englisch erteilt. Daneben sollen die Jugendlichen auf Berufe der Handarbeit vorbereitet werden, um dann nach Verlassen der Schule einer Berufsausbildüng zugeführt zu werden. Dabei wird berücksichtigt, daß für einen erheblichen Teil unserer Jugend Auswanderung, insbesondere nach Palästina, unausweichlich ist. Die Tätigkeit in der Werkstatt (Pappe, Holz, Metall, Elektrotechnik) und der Gartenbau sollen der Weckung der Freude an kärperlicher Arbeit dienen und eine Beziehung zwischen dem jugendliehen Menschen und dem Arbeitsstoff herstellen. Mindestalter für die Aufnahme ist das vollendete 14. Lebensjahr, Höchsfaifer das vollendete 16. Lebensjahr. Der Unterricht findet ganztägig von Montag bis Freitag statt. Die Ausbildungskosten (einschließlich Frühstücksmilch, Mittagbrot und Nachmittagskaffee) betragen monatlich 50 RM. In Fällen besonderer Bedürftigkeit kann auf Antrag Ermäßigung gewährt werden. Für auswärtige Teilnehmer besteht die Möglichkeit der Hcimunterbringurig zu einem Gesamtpreis von <0 RM. Aufnahmegesuche — nur schriftlich —, die einen selbstvcrfaßten Lebenslauf sowie das Abgangszeugnis der Schule bzw. Zeugnisse über die bisherige Ausbildung umfassen sollen, sowie alle Anfragen sind zu richten an die Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Berlin-Charkrttenburg, Kantstr. 158. KLEINE UND GROSSE UMZÖGE Lifts, Lagerung, Qbars••- und Auslsndmvsr• kshr« BAVARIA BARBAROSSA STEINPLATZ Berlin W 18, KurförsUndomm 211 oberbaum GEPÄCKFAHRT 8888 iük

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.