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Jüdische Rundschau · 1936-03-27 · Heft 25 (27.3.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 25 (27.3.1936)
Date
1936-03-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 25, 27. III. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 W e i 2 m a 11 n ihn zu der Feststellung ermächtigt habe, daß er, was die Einwanderungsfrage und die Beziehung zwischen Regierung und Jewish Agency betreffe, nicht nur keine Klage zu führen, sondern unbedingtes Vertrauen zu der Verwaltung habe. Der Ueberschuß von sechs Millionen Pfund stelle an sich eine großartige Anerkennung der jüdischen Leistung dar. In der Hauptsache sei es jiidisch es Geld. Hier freue ich mich wieder, sagte Minister Thomas, dein Hause mitzuteilen, daß Entwicklung!- pläne aller Art in diesem Augenblick erwogen werden. Was den Legislative Council betreffe, so habe Sir Archibald Sinclair den Eindruck erweckt, als handle es sich um einen neuen Vorschlag, um irgendeine Neuerung. Er sollte nicht vergessen, daß er selbst 1932 Mitglied der Regierung war, die zu erwägen hatte, ob unsere Vertreter in Genf der Mandatskommission gegenüber im Namen der englischen Vom Council Sor German Jewry Die ersten Beschlüsse — 250000 £ für Palästina Wie ״Palcor“ von informierter Seite erfährt, hat der Council for German Jewry bereits Beschlüsse Uber verschiedene Arbeitsgebiete, insbesondere Berufsvorbereitung, Auswanderung und Ansiedlung in Palästina, gefaßt. Nach dieser Information sind für Paiästina-Zwecke 250 000 Pfund bestimmt worden. Ein Teil hiervon soll aus Finanzquellen, die zusätzliche Mittel zu den Geldern hergeben, die dem Council zur Verfügung stehen, gedeckt werden. Diese Bewilligung soll es der Jewish Agency ermöglichen, zusätzliche Zertifikate für Einwanderer aus Deutschland nach Palästina zu beschaffen. Regierung die Schaffung einer gesetzgebenden Versammlung versprechen sollten. Was bedeutete diese Deklaration? fragte Minister Thomas. Wir hören heute eine Menge über das gegebene Wort der englischen Regierung, und wie notwendig es sei, an unserem Wort fest/uhalten. Wenn Sie Ihren High Commissioncr instruieren, nach Genf zu gehen und vor den Völkern der Welt eine klare und bestimmte Erklärung abzugeben, dann ist es schwer, davon abzugehen. Sie müssen schwerwiegende Gründe haben, bevor sie dies tun. Die Erkkirung ging dahin, daß zunächst das Experiment mit städtischer Selbstverwaltung gemacht werden solle: ihm werde der Legislative Council folgen. Gleichzeitig wurde I)r. Drummond S h i e 1 s, damals Minister in der Arbeiterregierung, beauftragt, ebenfalls nach Genf zu gehen, und soviel ich weiß, wurde von der Arbeiterregierung die klare Erklärung und das Versprechen, daß nach dem Experiment der städtischen Selbstverwaltung ein Legislative Council eingesetzt werden solle, mit absoluter Einmütigkeit begrüßt. Ich möchte auf (las Grundsätzliche dieser ganzer! Debatte hinweisen. Jede Regierung mit einer einzigen Ausnahme hat seit 1922 dieses Versprechen eines Legislative Council gestützt; die Zusammensetzung jenes Council aber, der 1922 von Sir Herbert Samuel selbst vorgesclilagen wurde, war vom jüdischen Standpunkt gesehen bei weitem nicht so zufriedenstellend, als der gegenwärtige. Damals wurde der Vorschlag von den Arabern abgelehnt, von den Juden aber angenommen. So hat sich von 1922 bis heute jede Regierung auf einen Legislative Council festgclegt. Im Jahre 1932, fuhr Minister Thomas fort, beauftragte die Regierung Sir Arthur W a u c h o p c, in Genf zu erklären, daß die Regierung den Plan des Legislative Council verwirklichen wolle; darum war jede Partei in diesem Hause an dieses Versprechen gebunden. Was die Annahme betreffe, die gesetzgebende Körperschaft werde in irgendeiner Weise in das Mandat eingreifen, so könne er dem Hause versichern, daß das Mandat unangreifbar sei, was immer das Schicksal der Legislative Council-Pläne und was immer die Stellung des Council sein möge. Was die Einwanderung betreffe, fuhr Minister Thomas fort, so werde diese Frage durch die Jewish Agency behandelt, und die letzte Entscheidung liege, wie bisher, beim High Commissionen Sollte der Council als Plattform für aufrührerische Propaganda benutzt werden, so würden Schutzmaßnah men getroffen werden, und es würde Zeitungen unerlaubt sein, aufrührerische Aeußerungen in der gesetzgebenden Kammer zu veröffentlichen. Die Stimmung des Hauses lasse er nicht außer acht, sagte Minister Thomas, aber es sei ebenso seine Pflicht, die Sache von der anderen Seite darzustelien. Es gäbe keine verantwortÜche jüdische Persönlichkeit mit irgendwelcher Kenntnis Palästinas, die die Verlängerung der Amtsdauer des High Commissioner nicht begrüße, und deshalb müsse die Regierung seinen Rat beachten. Wenn der High Commissioner bei all seiner Erfahrung und Kenntnis der Regierung sagt, sie möge nicht sein Versprechen, sondern das Versprechen erfüllen, das zu geben sie ihn beauftragte, so könne keine Regierung diesen Rat außer acht lassen. Juden und Araber hätten auf wirtschaftlichem Gebiet zusammengearbeitet, und die Hoffnung sei berechtigt, daß sie auch auf politischem Gebiet Zusammenarbeiten würden. Es solle ihnen die Gelegenheit gegeben werden, in der gesetzebenden Versammlung zusammen za! arbeiten und einen Einlick in die verantwortliche Regierung zu gewinnen. Der High Commissioner, schloß Minister Thomas, ist der Ansicht, daß dieser Plan den besten Interessen von Juden und Arabern dient, und aus diesem Grande sah sich die Regierung genötigt, diese Politik zu stützen. Winston Churchill stellte fest, daß von keiner Seite des Hauses der Versuch gemacht werde, eine Verpflichtung zu bestreiten, die in Genf eingegangen oder angekündigt worden sei. Es handele sich aber um den Inhalt dieses Versprechens. Seiner Auffassung nach beziehe sich das in Gent gegebene Versprechen und die Politik, die die Regierung seit 1922, als er selbst Kolonienminister war, befolgt hat, darauf, daß ein ständiger Fortschritt in der Richtung zum Entstehen von gesetzgebenden Selbst verwaltungseinrichtungen erfolgen solle. Die Frage sei, ob der Augenblick für diesen Schritt gekommen und ob dies die richtige Art sei, wie er getan werden solle. Churchill verwies auf die Debatte im Oberhaus und erklärte, es gäbe in Palästina Gele Distrikte und Stadtgcmeinden, in denen die Araber nicht imstande waren, die Elemente für lokale Seihst- Verwaltungskörperschaften zu stellen. Deshalb solle der Erziehungsprozeß verlängert werden. Es gehe nicht um einen Streit um das Endziel. Die einjährige Erfahrung mit den städtischen Körperschaften sei zu kurz. Dem Gedanken einer zentralen Verfassung sei man zu leicht nahegetreten. Die Verwirklichung dieses Versprechens in diesem Augenblick wäre unklug vom Standpunkt des Ver- Sprechens, von?lern der Interessen der Araber seihst und von dem der Gesamtheit Palästinas aus. Er sei, erklärte Churchill, tief beeindruckt von der übereinstimmenden A b I e h - nung des Plans. Er sei überrascht, die Namen verschiedener Lords zu lesen, die gegen ihn gesprochen haben und sämtliche Parteien des Oberhauses repräsentieren. Er respektiere das Eintreten des Kolonicnministers für die Ansicht des Gouverneurs. Es könne keinen besseren Gouverneur geben. Er sei ein Mann größter Fähigkeiten in jeder Beziehung, aber diese Angelegenheiten sollten doch nicht auf Grund der Ansicht eines einzigen Mannes geregelt werden. Man sage, die Balfour-Deklaration sei gesichert. Er (Churchill) bezweifle dies sehr. Bei einer knappen Mehrheit würde es dauernd Reihungen zwischen den Prinzipien der Balfour-Deklaration und den Maßnahmen, die Tag für Tag zu ihrer Verwirklichung getroffen werden müssen, einerseits, und den Wünschen der arabischen Mehrheit andererseits geben. Churchill betonte, daß er keinerlei Feindseligkeit gegenüber den Arabern empfinde. Er habe selbst Regelungen getroffen, die die palästinensische Situation über vierzehn Jahre lang beherrschten (das sogen. ״Churchillsche Weißbuch“ von 1922 Red.) und er sei auf Grund der Ratschläge von Oberst Lawrence vorgegangen, der ihm bei diesen Vereinbarungen zur Seite stand. Diese Vereinbarungen hätten die Probe der Zeit und so manchen Regierungswechsel im Nahen Osten bestanden. Es sei undenkbar, die Entwicklung der Politik der Balfour-Deklaration unter den gegenwärtigen Uniständen mit einer arabischen Mehrheit im Legislative Council zu vereinbaren. In Palästina geschehe gegenwärtig ausgezcichnete Arbeit. Als er das Land vor etwas mehr als einem Jahr bereiste, sei er von der Ordnung und der ruhigen Ent- Wicklung tief beeindruckt worden. Man solle darum das gegenwärtige System nicht übereilig beseitigen. Es funktioniere sehr gut, und inan könne es sich gewiß leisten zu warten. Er habe nicht den geringsten Zweifel, daß der englische Vertreter in Genf herzliche Unter- Stützung finden würde, wenn er die Lage so auseinandersetzen würde, wie sie von allen Seiten des Hauses auseinandergesetzt worden ist. Churchill schilderte sodann die schwierige Lage der Juden im gegenwärtigen Augenblick. Unter diesen Umständen, erklärte Churchill unter lebhaften Zu- Stimmungskundgebungen, w'ird das Unterhaus es gewiß nicht zulassen, daß das eine Tor, die eine Hoffnung der Juden, geschlossen werde. Er hoffe, daß Minister Thomas diese An- Aus der Haftarah für Sdiabbat, den 28. März 1936 Jetzt aber höre, Jaakob, mein Knecht, Jissrael, den tdi erwählte: so hat ER gesprochen. der dich gemacht hat, der dich gebildet hat vom Mutterleib auf, dir hittt: fürdite dich nimmer, mein Knecht Jaakob. Jesdiurun, den ich erwählte 1 denn ich schotte Wasser auf Durstendes, Rieselwellen aufTrocknis: ich schütte meinen Geistbraus auf deinen Samen, meinen Segen auf die aus dir Gefahrnen, daß sie wachsen wie zwischen Gras, wie Weiden an Wasseradern. Der wird sprechen: ich bin SEIN, der sich auf Jaakobs Namen berufen, der als seine Handmarke schreiben: 1HM1 und sich auszeichnen mit Jissraels Namen. Jcsdiajahu 44, 1-5 Verdeutscht von Martin Bubet gelegenheit höchst sorgfältig erwägen werde. Man diskutiere jetzt die Consolidated Lund Bill und könne über die vorliegende Frage keine Entscheidung treffen; er sei aber aberzeugt, daß die Oppositionspartei, wenn die Regierung nicht weitaus zufriedenstellendere Zusagen maehen werde, als dies Minister Thomas getan habe, die Angelegenheit nicht nur zum Gegenstand einer Debatte, sondern auch einer A 11 s t i 111 - m u n g machen werde. Nach einer Rede des Abgeordneten Mathers forderte Captain Cazalet die Regierang auf, nicht einen so schnellen und folgenschweren Schritt’zu tun. Er freue sich, vom Kolcmienminister zu hören, daß keine Aenderung der Jewish. Agency in Palästina geplant sei und daß Juden mit einem V o r z e i g e g e 1 d v o 11 1000 P f u 11 d weiterhin /!!gelassen werden würden. Es sei nichts damit gewonnen,• wenn man eine Nation in Palästina gegen die andere attsspiele. Der Kolonicimiinisier l!abe_ gesag't, England habe sich zur Einsetzung irgendeiner f orm einer verantwortlichen Regierung in Palästina verpflichtet. Diese Verpflichtung he/iehe sich aber weder auf deig Zeitpunkt, noch auf die Einzelheiten dieser Politik. Deshalb scheine ihm das Problem bei voller Würdigung aller Schwierigkeiten nicht unlösbar, und es gebe keinen Grund, warum die Einsetzung des Council nicht liiuausgescliobcn werden könnte, ohne daß man sich der Gefahr aussetzte, von den Arabern oder irgend wem in Genf des Bruchs seines Versprechens beschuldigt zu werden. Z wen fei los werde in Palästina eines Tages eine Bevölkerung entstellen, die natio nalen Landesstolz über Fragen stellen werde, die Araber oder Juden betreffen. So etwas schien vor wenigen Jahren in Südafrika wenig wahrscheinlich, aber bei der jüngeren Südafrikanischen Generation habe sich eine Anschauung herausgebildet, die mehr südafrikanisch als holländisch oder eng- Lisch sei. Jeder scheine den Wunsch zu haben, aus der gegenwärtigen Situation heraus/ukommen: die Juden wollen mit dem Plan nichts zu tun haben; in England wird er von uieniandem unterstützt; der Minister ist von ihm nicht allzu begeistert, und es wäre nicht überraschend, wenn der High Commissioner, der die Verantwortung für die Durchführung des Plans in den nächsten Jahren zu tragen hätte, froh wäre, die Aktion zurückstellen zu können, wenn er dies mit Ehren könnte. Auch die Araber seien geteilter Ansicht. Eine lebhafte Propaganda habe in den letzten ,Monaten behauptet, daß die englische Politik in Palästina siel! zum Schaden der Araber auswirke, die massenweise durch Juden aus ihrem Besitz verdrangt werden wurden. Nichts sei von den Tatsachen weiter entfernt. Captain Ca/aiet erkhute, er fordere nicht, daß Palästina sofort 300 UUt) oder 400 000 Juden aninehmeri solle, wird Ihnen sicherlich schon bekannt sein. Der Name FF-KLEIDUNG ist Begriff für Qualität und Preiswürdigkeit geworden. 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