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Jüdische Rundschau · 1936-03-24 · Heft 24 (24.3.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 24 (24.3.1936)
Date
1936-03-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 24, 24. III. 1936 Ein Plan der Jewish Agency Die Arbeit des Council for German Jewry Brief aus Holland Von unserem Berichterstatter Den Haag, 22. März Der Gesetzentwurf, der die Genehmigungspflicht für die selbständige gewerbliche Tätigkeit von Ausländem bringt,’ hat überall Beifall gefunden, — mit Ausnahme natürlich der Betroffenen. Mit Recht wird hier immer wieder darauf hingewiesen, daß von den aus Deutschland ausgewanderten Juden nur ein kleiner Teil im Lande geblieben ist, während über 3000 nach Palästina und Uebcrsee weitergewandert sind. Die hier Gebliebenen sind überwiegend Menschen mit eigenen Mitteln oder besonderen Fähigkeiten. Dies gilt insbesondere von den gar nicht wenigen, die durch die Errichtung von Betrieben zahlreichen Holländern Arbeit geben. Auf kulturellem Gebiet haben die Einwanderer jedenfalls manche anerkannte Bereicherung gebracht. Es sei nur an das Ansehen erinnert, das Bruno Walter als Dirigent des Conzertgebouw-Orchesters sich bei dem holländischen Publikum erwerben konnte. Von anderen jüdischen Künstlern sei Wladimir Horowitz, der bekannte Pianist, erwähnt, der bei seinem kürzlichen Auftreten hier einen großen Erfolg erzielen konnte. Spezifisch jüdische Kleinkunst wird hier von Chaja Goldstein gezeigt, einer Künstlerin von Niveau, die außerhalb Hollands bisher wenig bekannt war. In Amsterdam sah man eine Ausstellung des Malers Eugen Spiro. Daß trotz der schlechten wirtschaftlichen Gesamtlage die j 11 d e n f e i ״ d 1 i c 1! e Strömung, die hier in einem beschränkten Grade besteht, noch keineswegs weitere Kreise erfaßt hat, zeigt sich etwa an dem Interesse, das die große jüdische Wohlfahrtsinstitution ,,De Joodschc Invalide“ in weitesten Kreisen, auch der Nichtjuden, findet. Wie bekannt, batten vor einiger Zeit der Ministerpräsident und der Finanzminister in einer Werbeveranstaltung am Radio gesprochen. Die großen Lotterien, die zu ihren Gunsten veranstaltet werden, finden auch in der allgemeinen Presse Beachtung. Der Hauptgewinn in Gestalt eines Hauses in Amsterdam fiel jetzt an einen Oemeinde-Ecldw,achter in der Provinz. ln dem Antwort-Memorandum, das der zuständige Minister für Wasserbau der Ersten Kammer zugeleitet hat, wird auch die Frage der j 11 d 1 s c!1 e n Kolonie im Wieringer Meer behandelt. Am kommenden 1. November läuft der Pachtvertrag, der mit der Stiftung ״Jüdische Arbeit“ für die Zeit von drei Jahren geschlossen war, ab. Es soll jetzt geprüft werden, ob eine Verlängerung in Frage kommt. Ein ausreichendes Urteil über die Resultate der Ausbildung im Werkdorf kann man sich nach Meinung des Ministers iin Augenblick noch nicht bilden, da die meisten jüdischen Kolonisten erst gegen Ende des vorigen Jahres auswanderten. Bekannt ist, daß die nach Palästina Ausgewanderten geeignete Arbeit gefunden!iahen, wahrend fünf nach Argentinien ausgewandelte Personen dort bereits als kleine Bauern tätig sind. Von den im Werkdorf Befindlichen kommen in diesem Frühjahr 23 für die Auswanderung in Frage. Die meisten werden nach Palästina, einzelne nach Südamerika oder Südafrika gehen. Der Minister weist ausdrücklich darauf hin, daß vor Aufnahme eine schriftliche Erklärung von jedem einzelnen verlangt wird, daß er sich verpflichtet, nach Beendigung seines Aufenthalts im Werkdorf Holland zu verlassen. Im Zusammenhang hiermit stattete der Finanzminisfer O u d dem Werkdorf Wicringer Meer einen Besuch ab, um die Verhältnisse an Ort und Steile kcruienzulernen. * Die zionistische Aktivität ist in letzter Zeit wieder gestiegen. Die Reihe der Aufführungen des Palästina-Tonfilms ״Das Land der V e r h e i ß u 11 g“, hier ״Het Beloofde Land“ betitelt, wurde mit einer Galavorstellung im Haag eingeleitet, die von Mitgliedern des diplomatischen Korps und Vertretern der Behörden besucht war. Der Niederlande sehe Zionistenbund organisiert einen Propagandamonat und hat alle Kräfte in deti Dienst einer intensiven Werbung für den Zionismus gestellt. Sondernummern des Bundesorgans, Versammlungen, persönliche Weihung sollen den Juden in Holland vor Augen fuhren, daß der Zionismus die Lösung der Judenfrage bedeutet. R. L. Zur Judenfrage in Oesterreich Von unserem Berichterstatter J. R., Wien, 19. März Die Behandlung der Juden frage in Vorträgen und Ver- Sammlungen will nicht zur Ruhe kommen. Im Rahmen der von der ״Katholischen Aktion“ veranstalteten Vortragsreihe über den ״S tandpunkt der Kirche in dieser Z ei t“ sprach dieser Tage im ()esterreichischcn Museum der Jesuitenpater Georg B i c h I m a i e r. Pater Bichlmaier, der sich als Leiter des Pauluswerkcs besonders um die katholische J u d e n m i s s i ס n bemüht und daher nie in irgendeiner Form aggressiv gegen das Judentum auftrat, sprach über das Thema: ״Der Uhrist und der J u d e“. Pater Bichlmaier führte im \vv ci;;I1 J!c;1 folgend!;, aus: Die J1:.!:nf:age sei heute aktueher denn je, sie müsse einer gerechten Lösung zugeführt werden. Es sei im Interesse der luden selbst gelegen, daß eine Regelung fierheigefuhrt werde. Eine Lösung der Judenfrage müsse vom Gesetz der Liebe und der Gerechtigkeit getragen sein. Viele Jahrhunderte hindurch sei die Judenfrage als eine rein religiöse betrachtet worden, später als eine gesellschaftliche, die durch die Emanzipation der Juden gelost erschien Heute erscheine sie als ein nation a I e s und politisches!*roblein, da die Juden, auch abgesehen von den Zionisten und Orthodoxen, sich teils grundsätzlich, teils bei bestimmten Gelegenheiten als ein Volk betrachteten. Die Frage der Judenmission verdiene •das höchste Interesse der gläubigen Christen. Ohne religiösen Zwang und Proselytenmachern handle es sich darum, ״das Judentum auf den Weg der Wahrheit“ zu führen. Denn der ״zersetzende Einfluß des Judentums“ auf die christlich-deutsche Kultur, wie er namentlich in den letzten Jahren ״auf den Gebieten der Kunst und Literatur, des Theater- und Filmwesens, der Tagespresse, des Schul- und Volkserziehungswesens, der Seelenkünde und der wirtschaftlichen Praxis“ geübt wurde, habe in der geistigen Heimatlosigkeit des Judentums seine Wurzel. Dabei sollen keineswegs die großen kulturschöpferischen Leistungen einzelner hervorragender Juden geleugnet noch abgeschwächt werden. Allein der verderbliche Einfluß müsse eine Eindämmung erfahren. Die Mittel zu solcher Zurückdrängung können verschiedene sein. Jedenfalls müsse es in irgendeiner Form zu einer zahlenmäßigen Beschränk u n g kommen, wenn auch dies, als rein mechanistisches Prinzip angewendet, nicht genügen würde. Ob die Judenfrage in Oesterreich auf gesetzlichem Wege, etwa durch ein eigenes Minderheitengesetz, einer Ordnung zu geführt werden soll, will Pater Bichlmaier nicht entscheiden. Seiner Meinung nach aber wäre das wirksamste und wünschenswerteste Mittel die Zurückhaltung der Juden selbst. In einer dieser Tage stattgefundenen Versammlung der Hietzinger Bezirksgruppe des Oösterreichischen Oe- London, 19. März. (JTA.) Den englischen Mitgliedern des Council for German Jewry sind von einer unter Führung von Dr. Chaim W ei z in ,זז ח ו bestehenden Delegation der Jewish Agency f!0 r Palcstine Pläne für die Aus- Wanderung von 12 000 bis 15 000 Juden jährlich aus Deutschland und ihre A 11 8 i e*d I u n g in Palästina unterbreitet worden, ln den Plänen ist sowohl die Ansiedlung von Persoiien mit eigenem Kapital vorgesehen, als auch diejenige von 7000 bis 80C0 Menschen, denen eigenes Kapital nicht oder nur in ungenügendem Ausmaß zur Verfügung steht, und deren Ansiedlung somit ganz oder zum Teil mit Hilfe öffentlicher Mittel durchgeführt werden muß. Diese Pläne sind soeben in einer von den Mitgliedern des Council und den Vertretern der Jewish Agency abgehaltenen gemeinsamen Konfer e n z erörtert worden, ohne daß es jedoch zu endgültigen Entscheidungen kam. Wie mifgcteilt wird, soll aus öffentlichen Mitteln nach dem Plan der Jewish Agency vorwiegend die Einwanderung von Personen unter 35 Jahren gefördert werden. Ihre Ansiedlung soll auf dem flachen Lande erfolgen. Konzentration der Einwanderer in den Städten soll vermieden werden. Eine gewisse Zahl der neuen Einwanderer soll in bereits bestehenden landwirtschaftlichen Siedlungen Aufnahme finden. Es hat sich in den letzten zwei Jahren gezeigt, daß diese Siedlungen in gewissem Umfang für Neueinwanderer aufnahmefähig waren, und diese Aufnahmefähigkeit kann, wenn entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden, weiter erhöht werden. Tausend bis fünfzehnhundert junge Menschen sollen nach dem Plan der Jewish Agency in Palästina selbst in neuen Berufen ausgebildet werden, und zwar der größere Teil in der Landwirtschaft, ein kleinerer Teil, falls es sich als notwendig erweisen sollte, im Handwerk. werbebundes sprach der erste Vizebürgermeister von Wien, Dr. Josef Kresse, über die Politik des Gewerbcbundes, der bekanntlich jene Organisation darstellt, die im Sinne der Bundesverfassung ein Monopol auf die Vertretung aller Oesterreicher besitzt, die dem Berufsstand Gewerbe als Unternehmer angehören. Dr. Kresse wdes darauf hin, daß der Gewerbebund eine freie Organisation sei, in der kein Funktionär verpflichtet sei, wahllos Mitglieder aufzunclimcn. Es sei sein gutes Recht, ״w׳enn er vom Oesterreichischen Gewerbebund jene jüdischen Gew׳erbetreibe 11 den fernhalte, die sich in der vergangenen Aera deT früheren Gemeincleverwaltung als die lautesten Rufer 1m Kampf gegen das bodenständige Bürgertum erwiesen und sich durch ihre Geschäftspraktiken von vornherein außerhalb des Kreises des reellen Wiener Handels- und Gewerbestandes gestellt haben.“ Der Redner erklärt dabei, daß nachträgliche Lovalitätserklärungen und Beteuerungen auf ihn solange keinen Eindruck machen, als er nicht die Gewähr habe, daß die atifnahmeheischenden Juden sich auch wirklich innerlich umgestellt haben. Ist aber diese innerliche Umstellung vorhanden, dann habe der Vizebürgermeister, wie er sagte, nie gezögert, Gewerbetreibende ohne Rücksicht auf ihre Konfession aufzunehmen. Eine Anzahl Juden hat, führte der Vizebürgermeister weiter aus, in unseren Reihen Platz gefunden, und viele von ihnen erhielten Funktionen in der Organisation des Gewerbes. Für sein Handeln sei nie der Rassenstandpunkt bestimmend gewesen, allein er müsse auch den Mut haben, vorhandene Schäden aufzuzeigen, ohne dabei auf Empfindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Der Redner begrüßt es daher, daß Pater Bichlmair in seinem Vortrag mit aller Offenheit zur Frage des Judentums Steilung genommen hat. Er habe diesen Ausführungen nichts hinzuzufügen als die Erklärung, ״daß er diese Stellungnahme voll und ganz als Richtschnur für sein Tun und Lassen anerkenn e." Grenzen der Werbung: Das Reichsgericht hat anläßlich eines Wettbewerbsstreites zweier Konkurrenten folgende allgemeingültige Richtlinien gegeben: ״Es ist zwar richtig, daß es nicht in jedem Falle Sittenwidrig zu sein braucht, wenn sich ein Wettbewerber bei seiner Werbung mit den persönlichen Verhältnissen seines Konkurrenten befaßt. Er kann hierzu durch Umstände veranlaßt werden, die seinem Verhalten den Makel der Unlauterkeit nehmen, und cs kann insbesondere die Notwendigkeit sein, sich gegen sittenwidrige Angriffe eines Mitbewerbers wehren zu müssen, die ein sonst zulässiges Vorgehen dieser Art rechtfertigt. Voraussetzung hierfür aber ist eben das Vorliegen einer vom Mitbewerber ausgehenden, sich gegen den Wettbewerb richtenden, rechtswidrigen Becinträchtigungshandlung, die der Bekämpfung durch wettbewerbliche Gegenmaßnahmen bedarf. Eine solche ist nicht schon dann gegeben, wenn ein Unternehmer in den Kundenkreis einer anderen Firma eingedrungen ist und dieser durch gesteigerte Werbetätigkeit Abbruch getan hat. Denn es liegt im Wesen des wettbewerbs, durch Einwirkung auf die in Betracht kommenden Kreise eine Erweiterung des eigenen Geschäftsbereichs herbeizuführen, auch auf die Gefahr hin, dies nur durch eine Beeinträchtigung fremden Kundenbesitzes erreichen zu können. Dessen Schmälerung allein ist nicht rechtswidrig, solange die hierbei angewandten Mittel nicht anstößig und unlauter sind. Dagegen verstößt der Hinweis auf den internationalen und jüdischen Charakter eines Unternehmens gegen die guten Sitten des Wettbewerbs. Denn es handelt sich insoweit um den Fall einer unzulässigen persönlichen Werbung, indem zur Förderung des eigenen Geschäfts auf persönliche Verhältnisse des Mitbewerbers hingewiesen wird, die mit der in Frage stehenden Leistung nichts zu tun haben. Der Hinweis auf den j ü d i ־ sehen Einschlag einer Firma kann auch nicht damit gerechtfertigt werden, daß es aus vaterländischen Gesichtspunkten geboten sei, auf die Ausländereigenschaft eines Mitbewerbers hinzuweisen, und daß es Pflicht sei, insbesondere die ländliche Bevölkerung, die nach nationalsozialistiseher Weltanschauung und Wirtschaftsauffassung vor jedem Einfluß jüdischer Kreise bewahrt werden müsse, über den jüdischen Charakter einer Firma aufzuklären. Denn solche Gesichtspunkte müssen versagen, wenn sich ein Wettbewerber vaterländische Belange zunutze macht, um seinen eigenen Wettbewerb zu fördern. Er will in solchem Falle nicht die Belange der Allgemeinheit aus sachlichen und selbstlosen Gründen wahrnehmen, sondern hat seinen eigenen Vorteil im wettbewerblichen Kampfe im Auge. Deshalb kommt cs auch nicht darauf an, ob seine Angaben über den Wettbewerber wahr sind oder nicht.“ Weitere Einzelheiten des Siedlungsplanes betreffen die Bereitstellung von Krediten für Mittelstandssiedler, deren eigene Mittel ergänzungsbediirftig sind; ferner ist Vorsorge für soziale Wohlfahrtsarbeit und für die Unterbringung von Akademikern getroffen. Ferner wurde der Council for German Jewry auf die Notwendigkeit der Unterbringung jener 2000 jüdischen Jugendlichen aufmerksam gemacht, die ihre berufliche Umschulung in Deutschland bereits abgeschlossen haben und auf die Möglichkeit der Auswanderung w׳arten. Die Lösung des Problems dieser Jugendlichen wurde auch im Hinblick darauf als besonders dringlich bezeichnet, daß die von ihnen noch besetzten Ausbildungsplätze in Deutschland, deren Aufnahmefähigkeit begrenzt ist, für neu Auszubildende benötigt werden. Der Delegation der Jewish Agency, die diese Pläne vorlegte, gehörten Dr. Weizmann, "der Schatzmeister der Jewish Agency, Elieser Kaplan, der Generaldirektor der Anglo-Palestine-Bank, S. Hooficn, Dr. Georg Landauer und Dr. Martin Rosen bliith vom Zentralbüro fiir die An- Siedlung deutscher Juden in Palästina, Prof. L. B. Namier und Dr. Ludwig Pinn er als Vertreter der Hitachduth Olej Germania an. * Die endgültige Zusammensetzung des Council ror German Jewry steht noch nicht fest. Der englischen Abteilung des Council gehören der Vorsitzende Sir Herbert Samuel, Viscount Bearsted, der Präsident der Ica, Sir Osmond Elim d’Avigdor Golds mid, der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann und Simon Marks an. IN ALLER KURZE Das Städtische Gesundheitsamt in Nürnberg wird, wie die ״Fränkische Tageszeitung“ berichtet, im Laufe des April eine ständige Ausstellung ״Vererbung, Rasse, Volk“ eröffnen. In der zweiten Abteilung der Ausstellung, die insgesamt vier Gebiete umfaßt, werden die wichtigsten Tatsachen der Rassenkunde dargestellt; hierbei wird vor allem die Judenfrage beleuchtet. Der französische Oherkommissar von Syrien, de Mart e I, ist nach Frankreich abgereist, wo demnächst in Paris die französisch-syrischen Ausgleichsverhandlungen beginnen soiien. Auf der Jahresversammlung des Keren Kajemeth für die Vereinigten Staaten teilte Dr. Israel Goldstein mit, daß im Jahre 1935 in den Vereinigten Staaten 297 000 Dollar für den Keren Kajemeth, d. 11. um 50»/» mehr als im vorangegangenen Jahre, gesammelt wurden. Der frühere Salonikis־ jüdische Abgeordnete Daniel Allalouf ist zum Mitglied der neuen Exekutive der griechisehen Volkspartei (Tsaldaris-Partei) gewählt worden. ln Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste für die Wissenschaft ist der bekannte jüdische Physiker und Philosoph Prof. Federjgo Enriques, Herausgeber der wisscnschaftlichcn Zeitschrift ״Scientia“, zum Mitglied des Institut de France ernannt worden. Der Architekt Guido 2 e w i, Mitglied des Rates der Jüdischen Gemeinde zu Rom, der eine Reihe der bedcutendsten öffentlichen Gebäude Roms entworfen hat, wurde zum Großoffizier des Ordens der italienischen Krone ernannt. Der früher dem Ensemble des Berliner Jüdischen Kulturbundes angehörende Schauspieler Kurt Katsch hat eine Tournee durch Polen beendet. Er wird jetzt in einem jii- «lischen Tonfilm ״Al Chet“ spielen, der in Warschau autgeführt werden soll. ln Warschau starb Frau Channa Debora Hannover im Alter von 113 Jahren. Sie war wohl die älteste jüdische Frau Polens. Im Alter von 66 Jahren ist in Berlin der Vorsitzende des Verbandes der liberalen Synagogen-Vereine, Hermann Falkenberg, gestorben. Der kürzlich verstorbene Präsident der Alliance Israelite, Prot. Sylvain L 6 v i, wird von seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern durch die Gründung eines ״Fonds Sylvain Levi“ geehrt. Das Institut fiir indische Forschungen der Pariser Universität wendet sich in einem Aufruf an die Freunde des verstorbenen Gelehrten. Der zu schaffende Fonds soll zur Förderung der Studien über den Orient verwandt werden. Die ״Gesellschaft für Musikerziehung“ in Prag veranstaltet vom 4.-9. April 1936 einen ״Internaüonalcn Kongreß für Musikerziehung“. Unter den Mätwirkendcn sind: Jaques Dalcroze, Genf; Kurt Sachs, Paris; Edward Went, Cambridge; Roger-Ducasse und Chantavoine, Paris. — Außer Vorträgen mit Demonstrationen sind Konzerte und eine Ausstellung von Textbüchern und musikpädagogischen Hilfsmitteln aller Art vorgesehen. Auch palästinensische Gäste haben sich angemeldet. Max Brods neues Buch ״Novellen aus Böhm e n“ erschien soeben im Verlag E. P. T a i & C o., Wien. Das Buch enthält unter anderem die Erzählung ״Der Bräutigam“, die Ehegeschiclite ״Beschneite Spinnweben“, die Novellen ״Ein Junge vom Lande“ und ״Ein Abenteuer Napoleons“, welch letztere ein imaginäres, höchst dramatisches Zusammentreffen zwischen •dem jungen General und Danton schildert. Dr. Otto Hirsch von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland ist in Palästina eingetroffen. Aus dem Geschäftsleben Die Firma Rudolf Petersdorff in Breslau ist in arische Hände übergegangen und wird unter der Firma Dyckhoft U Co, GmbH, fortgeführt. Das Damenmodenhaus Faerber in Königsberg ist von der Firma Hettlage übernommen worden. Das Kaufhaus J. B 0 ß, R i e s e n b u r g, ist von R. Brühning übernommen worden. Die Firma M. Silbermann in Schwelnfurt ist auf Karl Krug übergegangen. Die •Firma J. M. Valk Söhne in Emden ist auf die Firma Joh. Schostck übergegangen. Das Kaufhaus S. Wolff, Emden, ist geschlossen worden. Das Lager hat die Firma Heinz de Wall St Co, erworben. KLEINE UNO CROSSE UMZÖGE W ü 8888

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