Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1936)
- Date
- 1936-03-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 22, 17. Ml. IW6 «Jüdische Bevölkerung in Baden Von Prof. i. R. Karl Darmstadt er, Mannheim .1 - Als ich vor zwei Jahren das gesamte Zahlenmaterial über die jüdische Bevölkerung in Baden zusammenstetite und nuswcrtetc, ergab sich folgende Reihe: im Jahre 1825: 17 577 Juden, 1875: 26 102, 1 <)<1033 ,4(» 24 :1025 ,132 26־ :()(־: 20 617. Die Abnahme von 1*133 bis 1034 betrug etwa 1500 Seelen. Inzwischen ist das Absinken der Bcvölkerungs/ahl der Juden weitergegangen, liine Durchsicht der vom?)!:errat der Israeliten versandten Fragebogen (für die der 2. (amiar 1036 als Stichtag maßgebend war) ergab die Zahl von!7 000 Juden, die inzwischen schon wieder unterschritten sein dürfte. Damit ist — und dies ist gewiß bemerkenswert — die jüdische Bevölkerung in Baden wieder aut dem zahlenmäßigen Stand zu Beginn der Eman/ipati o ti angelangt. Die rückläufige Bewegung ist ganz verschieden an den einzelnen Orten, in den K i e i 11 g e m e i n d e n ist sie nicht erst seit 1033 fest/iistcllen. Da aber aus ihnen, angesichts des schon lange vorhandenen Geburtenrückgangs, nicht sehr viele Jugendliche weggingen, die Alten aber, soweit sie nicht zu Kindern und Verwandten verziehen oder auswandern können, am Ort verbleiben, ist in den Dörfern und Kleinorten der Rückgang — scheinbar! — nicht (oder noch nicht) außergewöhnlich. Einige Beispiele, bei denen wir die Reihe der Jahre 1023, 19 33, 1934 und 1036 zusammenstellen und die Gemeinde in Klammern beifügen, mögen Aufschluß geben: 68 — 31 —- 47 — 45 (Altdorfj, 71 — 60 .. 38 —33 ׳ {Hppi1! >en), 102 — 08 88 - SO (!bringen), 162 -- 102 07 - 01 (Konigsbaeh), 88 65 -- 62 — 56 (Nnmsenweilerl, 131 — 121 . 100 — 07 (Sehmieheini), 120 — 81 - 7 3 — 70 (Sul/biirg),!30 -■ 131 . 1 ]6 - 100 (Moshach). Wenn aiuli diese Städtchen und Dörfer in gesamtjüdischer Beziehung keine Bedi utung Italien, so mag doch, ihr Zahlenbild einmal insirnk'w sein. Dir M.tdfe sehen ein wenig .anders aus. .Mannheim, das 1027!•172 judi-che Sielen zahlte-, hat 1033: 6402, 1034: 6000, l'>3h: 5200. Heidelberg zeigt für diese vier Jahre die Reihe!151 1102 ־׳ r. O'K) .- 710! Karlsruhe, der Sitz der jüdischen kaiide-liehi):ile, hat 1 ‘>'23 noch 338(1, sinkt dann aut 3110 .... SIKH) r. 2730. f re i bürg geht von 13'H) aut 11 18, 1023, r.!000 zunirk. Pforzheim hatte 1023 831־, dann: 770 700 r. 330! Die größte jüdische Doifgemcinde Badens, ('1 a i!! 11 g c n, ging von '175 auf 314, 3IO, 202 zurück. Stark ist der Rückgang in Bruchsal, wo 1023;:ruh (><K) Juden wohnten, heute nur noch 390 gezahlt werden. Im Jahre 1013 kamen in Baden 74 jüdische Kinder zur Welt, wobei in breihurg auf 1061 Seelen 8 Gehurten kammen. in Rnden-Raclen auf 23h keine, in Bruchsal auf 390 1, in I ieidelb•״ •׳ auf 730 1, in .Mannheim auf 5500 22. — Dem 1 ■.!11!.״er stellen über 330 Todesfälle, so daß also im Jahre 1915 in Buden die Sterblichkeit bei den Juden fünfmal höher war als die Zahl der Gehurten. Zur Ergänzung sei liinzugefugt, daß die jüdische Religioiisgemeinschaft in Baden zur Zeit noch 9 Rabbinatssitze umfaßt, und daß an 41 Orten, ausschließlich der an Rabbinatssitzen amtierenden Religionslehrer und Kantoren, jüdische Lehrer b/w. Kantoren ihren .Amtssitz haben, von dem aus die immer großer werdende Anzahl der lehrerloscn Zwerg- und t ilialgemeindeii betreut werden. Noch ist das seit 1809 bestehende organisatorische Gefüge der badischen Judenheit gefestigt. Die Zahlen, die wir nunmehr festgestellt haben, und die vielleicht heute schon wieder überholt sind, werden aber zweifellos bald Probleme aufwerfen, die neue und der Entwicklung entsprechende Maßnahmen notwendig machen werden. JUBILÄUMS'KUNDGEBUNGEN des Keren Hajessod DUISBURG Donnerstag, den 19. Mär*, 20 Uhr in der Synagoge Dr. KAUFMANN, Begrüßung Dr. HANS POMERANZ Dr. EDUARD STRAUSS EREZ ISRAEL, 15 Jahr« neuer Aufbau — seine Bedeutung für die Juden Deutschlands G emelndevorefand Duisburg MAINZ Mittwoch,den 18.März 1936 20.30Uhr Hauptsynagoge, Hindenburgsfr. RABBINER Dr. SALLI LEV! RECHTSANWALT Dr. PAUL SIMON RABBINER Dr. MAX GRUENEWALD Mannheim EREZ ISRAEL, 15 Jahre neuer Aufbau — seine Bedeutung für die Juden Deutschlands Israelit. Religionsgemeinde Main* Jewish Agency for Palästina, Ortsausschuß Main* STUTTGART Mittwoch, den 18. Mär* 1936,20.13 Uhr im großen Saal des Gustav- Sieglehauaes, Leonhardsplatz 28 RA Dr. SIEGFRIED GUMBEL •Hafibrorm als Vertreter* des Isr. Oberrais und dH Itr, Gemeindevorstuhefamtes Groß-Stuttgart, RA Dr. PA U L TÄNZER * Stuttgart als Vertreter das Jewish-Ageney-Komiteee und der ZOG. Stuttgart Dr. MICHAEL TRAUB-Barlin Realpolitik!!!Palästina Wege und irrwoge / Rettung oder Erl&eung / Wan• derer und Flüchtlingef 15 Jahre Mltfe durch Aut• bau; Städte und Dörfer / Ansiedlung von Juden aus Deutschland / Krise und Bewährung Dia Feier wird elngalaltat und beschlossen von einem Divertimento über hebräische Lieder für Streichinstrumente von Kerl Haas und von Pa IXetinensi sehen Vol keil adern Ausführende: Der Sing- und Inetru* mentalkreis der Jüdischen Kunstgemeinschefi Leitung : Karl Adler Israelitlacher Oberrat lirael Itleche* Qtmelndi• vorstsheramt GroB-Stuttgsrt Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Altenbnrg-Meutelwltz. Am Td-Chsj-Tsg hielt in der ZOG. Lehrer Gildingorin eine htbtiische und deutsche Gedächtnisrede. — Dr. Schereschewsky, Leipzig, sprach über das Thema: ״Hilfe durch Aufbau — di« Antwort des Zionismus ". Die \ eranstahung wurde durch den X. Vorsitzenden, Herrn Gildingorin, in hebräischer Sprache eröffnet. Bremen. In der Mitgliederversammlung der ZOG. crs'attcte Herr Popper Bericht über die Arbeit der ZOG. und sprach den Leitern der einzelnen Gruppen seinen Dank für die tätige Mithilfe aus. Karl Abt berichtete über die Tätigkeit der Haclis :harah-Konmiission. t'eter die Arbeit des Keren Kajetncih erstattete Frau Posnanski Berich*. Herr W e i ß b r a u n sprach über die hündische Arbeit. Frau Dr. Rostnsl erzählte von den Bestrebungen der Wizo. Herr Stcrnhcim berichtete über die Aibeit de., Maskabi IBizair; Herr Alfred Cohen gab den Kassenbericht. Absdilie;‘,cm! berichtete Herr A b! über den Dclegiertentag. Chemnitz. Am 5. März sprach Dr. Prinz vor 700 Menschen über das Thema: ״Hilfe durch Aufbau“. Der Vorsitzende der ZOG., Dr. Kochmann, eröffnet« die Kundgebung mit einer hebräischen Ansprache. Dessau. Am 7. März sprach in der Zion. Ortsgruppe Dr. Rabin o w i c z, Leipzig: 1000״ Worte Jiddisch“. Gleiwitz. Skidy G oldschmidt, Berlin, •sprach in der ZOG. über das Thema: ״Der deutsche Zionismus nach dem 25. Delegiertentag“. Köln■ Die KZV. brachte in der letzten Woche eine Fülle von Veransiallungcn. Am 2. März sprach Hilde Feblowicz-Kcrkur über ״Der Weg eines Kibbuz aus Deutschland im Lande-‘. Am 7. März hielt Adolf Pollak ein Referat über die gegenwärtige Situation im Aufbau. Am 9. März fand in der Syn. Roonstr. die Auftakt-Veranstaltung zum ״Monat der zionistischen Organisation" statt. Dr. Joachim Prinz. Berlin, sprach vor über 1000 Zuhörem über das Thema ״Unser Kampf um Volk und Land“. Die Rede )unterließ einen starken Eindruck. München. Am Purim hielt Karl Adler einen Sing- und Musik-Kurs in der Reibe der von der Gemeinde um dem Ortsring der Jugendverbände München mit der Mittclstclle veranstalteten Jugendführer- Schulungskurse. Ankündigungen Bamberg: Am 23. März Schulungsabend. Dr. Hans Capell, Nürnbergs ״Entwicklung der jüdischen Kolonisation“. — Breslau 1 ZOG. Am 21. Mi. rz, 20.30 Uhr, Großer Le$sing-Saal, Agne,65lr. 5, Hans Gartncr, Berlin: ״Die jüdische Schule — Was wird aus unseren Kindem?“ — Diiren: Am IG. März, Dr. Jkenbeig, Köln, in der Synagoge: ״Unser Kampf um Volk und Land“; 20.15 Uhr. — Esch- Weiler: Am 24. März Siegfr. Schweizer, Köln: ״Unser Kampf um Volk und Land — das Werk des Zionismus in Palästina׳‘. — Emdent Am 17. März ZOG. Vortrag Dr. Max Flesch, Hamburg, über: ״Hilfe durch Aufbau — die Antwort des Zionismus“. -— Kaiserslautern! lieatrice Waghaller im Jüdischen Kulturbund am 28. März. Beginn 20 Uhr. — Landau (Pfalz)! lieatrice Waghalter im Jüdischen Kulturbund am 25. März. Beginn 20 Uhr. — Leipzig: Collegium Musicum, jüdische Muriklicbhaber. Am 22. März Synagogenkonzert. Mitwirkendc: Tanja Zunscr-Ury (Klavier) und Opernsängerin Edith Maerker (Sopran). Zum Vortrag gelangen Werke von Locatele, Bach, Hän• del, Pcrgolcsc, Gluck. Leitung: Barnet Licht. — Münchent Am 18. März iu der Synagoge singt Wilhelm Uuttmanii. Am 30. März konzertiert das Leipziger Mendelssohn-Trio. — Oldenburg |. O. Am 18. März im Rahmen des Monats der Zion. Organisation Vortrags״ abend Dr. Max Flesch, llambuig: ,.Ilillc durch Aufbau — die Antwort des Zionismus“. — Pirmasens! Beatrice Waghalter im Jüd»• scheti Kulturbund am 26. März. Beginn 20 Uhr. — Recklinghausen 1 Am 19. März Georg Guthmann, Düsseldorf: ״Unser Kampf um Volk und Land — das Werk des Zionismus in Palästina“. —■ Trier: Beatricc Waghalter im Kultutkreis riet Synagogcn-Gcmeinde am 30. März. Beginn 20.15 Uhr. — Wilhelmshaven: Am 19. Mäiz ZOG. Vortrag l)r. Max Flesch, Hamburg, über: ״Hilfe durch Aufbau —־ die Antwort des Zionismus“. — Witten-Ruhr: Am 21. März Georg Outhmann, Düsseldorf: ״Das Werk des Zionismus in Palästina“. Familien - Nachrichten Herr Albert L c l! und l'!au lJudwig, ^uh. Rothsubild,!,,rankfurt am Main, Staufen <%tr. 28. pan., begehen am 19. Marz die silberne Hochzeit. Herr Paul Weiner und Frau T.ina, geh. Stockhammer, Dresden, Cranachstr, 6. begehen am 30. Mürz die sÜlfcrne Hochzeit. Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 17. März! Warschau (1339), 15.30: Conradi: ״Ulfenbarhiana“. — Hilversum I (1875), 18.10: Bibelvorksung. — Prag (470), 19.10: U. a. Meyerbeer: ,,Die Hugenotten“. — London (342), 19.50: U. a. Korngold. — Paris P.T.T. (432), 21.30: U. a. Milhaud. — Bukarest (365), 21.45: Mendelssohn: Sinfonie D-Dur. — Toulouse (32B), 22.10: Offenbach: ״Pariser Leben“. Mittwoch, 18• März: Warschau (1339), 12.30: U. a. d’Albert: ״Der Golem". Goldmark. — Straßixirg (349), 13.30: U. a. Mendelssohn. — Oslo (1154), 20.10: Moszkowski: ״Aus aller Herren Länder“; 21: U. a. Rubinstein. — Brussel (fläm., 322), 21.30: Konzert, Dir. Gregor Fiteiberg. Donnerstag, 19. März: Hilversum II (302), 16.40: Bibelvorlesung.— Riga (515), 20.10: Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur. — Prefiburg (299). 20.30: Vorlesung jFehuda Ehrenkranz, o. a. Schlonski (hebräisch). — Kowno (1935), 20,45: Trio von Mendelssohn. — Hilversum I (1875), 20.50: ״Boccaccio“, Dir. Dr. F. Weismann, Mitw. Liselotte Jacobi. — London National (1500), 23.20: U. a. Moszkowski, Milhaud. Freitag, 20. MSmt Budapest I (550), 12.05: U. a. Goldmark. — Hilversum I (1875), 12.40: U. a. Moszkowski. — Prag (470), 15: U. a. Weinberger. — Straßburg (349), 20: Schallplatte!!, u. a. Milhaud. — Schottland (391), 20.30: Mendelssohn: Sinfonie Nr. 3 A-Moll. — Mailand (492), 21: U. a. Castelnuovo Tedesco, Mendelssohn. Sonnabend, 21, März: Wien (506), 13.15: U. a. Mahler; 14: Schallplatten, Sclma Kurz. — Luxemburg (1304), 16.50: U. a. Saint Saens: ״Samson und Dalila“. — Budapest (550), 18: U. a. Reti: ,David und Goliath“. — Hilversum II (302), 18.25: U. a. Goldmark. — Sottens (443), 19.35: Orgelmusik von Mendelssohn. — Warschau (1339), 22: U. a. Meyerbeer. Der Preußische Landesverband Jüdischer Gemeinden hat ein Zirkular an die ihm angeschlossenen Gemeinden gesandt, in dem aut die Bedeutung der Seder-Abende hingewiesen .wird. Es heißt in diesem Zusammenhänge u. a.: ״Es soll möglichst kein jüdischer Mensch an diesem Peßach ohne Seder bleiben. Hiervon darf niemand ausgeschlossen sein. Wo wirtschaftliche Schwierigkeiten bestehen, bitten wir unsere Gemeinden und die in den Gemeinden bestehenden Organisationen, helfend einzugreifen. Wo in ganz kleinen Gemeinden sich die Feier des Peßaclifestes wirklich nicht mehr ermöglichen läßt, wo kein Gottesdienst mehr stattfinden kann, bitten wir, dafür bemüht zu sein, daß die dort Wohnenden in die nächsten geeigneten Gemeinden eingeladen werden, so daß dort die Möglichkeit besteht, das Fest zu begehen. Darüber hinaus bitten wir, die schon zum letzten Sukkothfest von uns gegebene Anregung der Heran- Ziehung von Kindern aus kleinen Orten zur Sukkothfeier sinngemäß auf das Peßachfesf übertragen zu wollen. Unsere Anregung zum Sukkothfeste hatte ein sehr erfreuliches Ergebnis. Hunderten von Kindern und Jugendliehen ist zum ersten Maie die Weihe der Sukkoh und des Feststraußes nahegebracht worden. Auch am Peßachfcst sollten wir, wenn je, so in dieser Zeit die Gelegenheit benutzen, unseren Kindern von jüdischem Leben erfüllte Jugendeindrücke zu vermitteln. Wir legen deshalb auf die Durchführung der ähnlich wie die Sukkoth-Aktion auszugestaltenden Kinderaktion ganz besonderen Wert und bitten Sie, sich mit den Gemeinden Ihres Bezirks frcundliehst für die Durchführung in Verbindung zu setzen.“ Dem Erholungsheim de* Jüdischen Frauenbundes in Lebnifz, 40 Minuten von Berlin entfernt, ist jetzt auch ein Kinderheim angeschlossen worden, in dein Kinder, die längere Zeit ausspannen müssen, nicht nur Erholung und günstige Lebensbetyngungcn finden, sondern auch Nachhilfe-, Musik-, Werk- und Bastelunterricnt erhalten und in jüdischer Umgebttng ein Dasein in Gemeinschaft führen. Eine Acrztin überwacht die Pflege der Kinder. Turnen, Spielen, Lernen im weiten Waldpark, Liegestunden in offenen Hallen sind gleichzeitig intensive Heilmittel. Anmeldungen: Verband Berlin des Jüd. Frauenbundes, Berltn-Gruncwald, Königsallee 11 a; Tel. J 7 Hochmeister 3746; Dienstag 4—6 Uhr und Freitag 11-1 Uhr. Eine Kuratoriumssitzung des Heimes Wyk auf Föhr des Jüdischen Frauenbundes Berlin fand am 2. 3. in Berlin statt. Die Erörterungen ergaben u. a, folgende Beschlüsse: Durch* f&hrung von Reihendurchleuchtung bei allen Neuaufnahme unter Umlage der entstehenden Kosten auf Eltern und Entaendestelfen; Durchführung der nachgehenden Fürsorge — im Interesse einer Kontrollmöglichkeit über die Kurerfolge — in alljährlichen Abständen; Aufnahme von Jungen über 14 Jahre nur als Ausnahme in gesundheitlich dringenden Fällen; Erhöhung des Pflegegeldes von Mitte Juni bis Mitte September um 0,50 M. pro Tag und Kind. — Nach dein Ausscheiden der bisherigen Knratoriumsvorsitzenden, Frau Bettina Brenner, übernimmt die Bundesvorsitzende, Frau Ottilie Sclioencwald, den Vorsitz im Kuratorium. Palästina (Redaktion i. E. Adolf Böhm, Wien). Die Februar-Nummer der Zeitschrift Palästina (Nr. 2 des XIX. Jahrganges) ist soeben erschienen. Besonders instruktiv ist ein Aufsatz von Walter Klein: ״Rechtshinw-eise für die Erwerbstätigkeit in Palästina“, der jedem an Palästina Interessierten erschöpfende und genaue Auskunft über die wichtigsten Fragen des Rcchtslebens gibt. In einigen ״Bemerkungen zur palästinensischen Aufbaukonjunktur“ gibt Dr. M. E11 i n g e r (Itter) eine kritische Analyse der weiteren Aussichten der Palästina- Wirtschaft. Dr. Walter P r e u ß erörtert ״D ie Bedeutung der Industrie für Absorption der Ein wänderung nach Palästina“ an Hand teiiweisen neuen Zahlenmaterials. Dr. Ludwig Grünbaum stellt ,,Einen Vorschlag zur Unterbindung des Lohndumpings aurch außerpalästinensische Araber“ zur Diskttssion, der praktische Auswege zeigt. A. B. kritisiert die möglichen Beschränkungen des Bodenverkaufs von einem sachlichen und zionistischen Standpunkt aus und schließlich bringt Ing. Joseph Löwy einen beachtenswerten Vorschlag über Uebergangs - und Schulungslagcr. In der Rundschau folgen Aufsätze über Rechtsleben von Dr. Moritz Bileski, über Hygiene von Prof. Dr. Walter Roth und die ständigen Berichte von Dr. J. Adler über Wirtschaft, Wirtschafts Barometer Und die Gründungen. Abgeschlossen wird diese Nummer mit Nachrichten und Daten, sowie Bücherbesprechungen. Das neueste Heft der ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“, das soeben erschienen ist, ist Samuel K r a u s s zu seinem 70. Geburtstage gewidmet. Es enthält eine Reihe interessanter Arbeiten. Dr. J. Bergmann verfolgt in einem Aufsatz ,,Sokrates in der jüdischen Literatur“ die Spiegelung, die diese Gestalt im Judentum von Philo bis Mendelssohn gefunden hat. Eine Arbeit Dr. H. Torczjners gibt Aufschluß über Wortbeziehungen zwischen den akkadischcn Sprachen und dem Hebräischen. M. G a s t e r setzt seine folkloristischen Untersuchungen zur Sagen- und Märchenkunde fort. Dl« Schiffahrtsgesellschaft Cosulich Line, Triest, hat sich für die Sonderfahrt des Motorschiffes ״Vulcania“ 2. April ab Neapel nach Haifa der unter dem Motto ״Frühling in Palästina“ eingeleiteten Aktion zur Verbilligung der Reisen nach Erez Israel angcschlossen und die Fahrpreise um 30 Prozent herabgesetzt. Diese Ermäßigung wirkt sich noch bedeutend mehr aus. wenn berücksichtigt wird, daß das Motorschiff ״Vuicania“ vor kurzem durchgreifenden Umbau- und Renoviorungsaibeiten unterzogen wurde. So kann jetzt, die Strecke Neapel—Haifa in 3‘A Tagen zurückgclegt werden. Es wurden samtliehe I'assagicreinriehtungen modernisiert; die Touristenklasse ist vollständig umgestaltet worden. Für unser Verlagshaus In der Meinekestr.10 u. sämtl. zionistischen Büros gilt ab heute die Rufnummer J1 9031