Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-03-13 · Heft 21 (13.3.1936) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 21 (13.3.1936)
Date
1936-03-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2653944--28435-2689917
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

4 ו »*ז"? JÜDISCHE *UNDSCHAÜ Nr. 21. 13. III. 1936 Theater — Musik Premieren in Tel-Awiw Hahima: ״Loyaltics“ von Galsworthy John Galsworthy, berühmt als Novellist und Romanzier, schrieb einige sehr 'lebendige Bühnen werke, in denen er, wie in seiner Prosa, vor allein Gesellschafts-Probleme aufrollt. Von den 3 Stücken, in denen er seine Anklage gegen die bestehende soziale Ordnung erhebt: ״Justiz“, ״Flucht“ und ״Ge- Seilschaft“, ist das letzte das in der Struktur am wenigsten gelungenste, anfechtbarste. Galsworthy hat nicht den Mut und die schneidende Schärfe eines G. B. Shaw. Er schafft Sy 111pathien für eine snobistische Gesellschaft, die er selbst aut die Anklagebank setzt. Ungeachtet dieses ideologischen Einwandes bleibt es ein geschickt gebautes Stück, mit allen bühnenwirksamen Elementen, einem guten Dialog mit Spannung und Handlung. Die Regie führt wiederum Zvi Fried! and, der jedoch diesmal eine ähnlich abgerundete Leistung wie in ״Vier Gc- Iterationen“ nicht erzielt. Der sichtbare — und lobenswerte — Versuch, eine rein ״englische“ Atmosphäre zu erzielen, gelingt nicht lückenlos. Beispielsweise sind der Butler und der Diener im ersten Bild mit allzu rotwangigen Bäckchen und Perücken so unengliscli wie möglich und es bestand überdies kein Grund, sie in komische Figuren zu verwandeln. Auch ist Frau Robins keineswegs ״ladvlike“, sondern dürfte in einem Londoner Salon erheblich aus dem Rahmen fallen. Das Stück hat Elemente eines Kriminal-Romans in sich. Für den Zuschauer sollte der Gentleman-Einbrecher, Captain Dancv, trotz aller Indizien, die von vornherein gegen ihn sprechen, erst im letzten Bild, wenn er ein Geständnis ablegt, überführt sein. Hier weiß man gleich beim ersten Auftritt Dancvs (Wars c h a w c r), wenn de levis, der Bestohlene, nach der Polizei verlangt: der i s t es gewesen. Eine ausgezeichnete Leistung bot Ktitai als Eigeuturm-r des Landhauses, in dem der Diebstahl passiert, ein Gentleman vorn Scheitel bis zur Sohle, der seinen Frack wie sein Geimit mit Eleganz trägt. De Levis ist F i n k r 1, Outsider, ,.gelernter“ Assimilant, ehrgeizig und mit Geldintercssen. Fr gibt seiner Figur Umrill. Gegen Schluß hin vermißt man ein wenig Resignation und gelegentlich verfällt er in das Pathos einer ״kiassis׳'he!1“ Habima-Vorstellung. G n e s s j n s Maske kt für eine naturalistische Aufführung überdeutlich. Stimmlith und ir! der Geste bleibt er allzu Stereotvp. Mrs. Dancv ist die Rowin a, die ihrer Rolle distinguiert und mit sparsamen .Mitteln, besonders gegen den Schluß hin, zu ausgezeichneter Wirkung verhilft. Von den Chargen fallen im letzten Akt B e r 10 n o f f, Klatzkin und Ben-Chaim auf. [Das Bühnenbild ist von I, u f t g 1 a s. Seine Interieurs könr!en diesmal nicht recht befriedigen, vor allem arbeitet er zuviel mit Vorhängen. Besonders im Zimmer der Advokaten hätte man durch eine kleine Verbreiterung der Bibliothek auf die Vorhänge der Rückwand mit Leichtigkeit verzichten können. Das Publikum nahm die Aufführung, für deren hebräische Transponierung llaikm verantwortlich zeichnet, mit Beifall auf. Palästinensische Komödie: ״Nina“ von Bruno Frank Eine Komödie mit tieferer Bedeutung. Entstanden in der Zeit, da das ״Star-Wesen“ (oder — Unwesen —) in den Biihnen- und Film-Betrieben Europas und Amerikas grassierte, aus Künstlern Maschinen machte, die an den Meistbietenden verkauft wurden. Bruno F ra n k hat zwei Skizzen geschrieben: ״Der Magier“ und ״Politische Novelle“. In beiden findet sich derselbe Zug wie in ״Nina“: er gibt den Personen des öffentlichen Lebens ihr privates Leben zurück. Nina, Filmdiva von internationalem Ruf, ist rnikie des Erfolges, der Reklame, die mit ihr getrieben wird, der belanglosen Korrespondenzen, mit denen man sie belästigt, der ewigen aufreibenden Unrast ihrer Arbeit. Sie will Frau sein und Gattin, teilnehmen können an der Arbeit, den Plänen ihres Mannes und in einem schönen Frdenwinkcl ein Heim haben. Sie bricht ihre schauspielerische Tätigkeit ab - berühmte Muster dürfen uns annehmen lassen, daß sie sie eines Tages wieder aufnimmt — und läßt ihren Platz entnehmen — um ihren Unternehmern hohe Geld- Verluste, dem Publikum Enttäuschung und sich selbst unbezahlbare Konventionalstrafen zu ersparen — von ihrem ״Double“ der Julisclika Vcrescli, die bisher nur überall dort cinzuspringen hatte, wer der Star zu schade war. Und siehe da: das Publikum merkt cs nicht, daß ״alles nur Dressur“, kann höchste kimstierische Leistung, geschöpft aus übervoller Menschlichkeit und Seelengröße, vergeistigte Hingabe an die schauspielerische Aufgabe, nicht unterscheiden von ordinärer Impertinenz, aufgedonnertem Komödiantentum. Frank droht seinen Zuschauern schützend: seid vorsichtig mit einer Begeisterung ״aus Tradition“ vielleicht ist es gar nicht Nina, vielleicht ist es das ״Double“, seid kritisch und laßt euch nicht bluffen, sonst seid ihr die Blamierten. Die Doppelrolle wurde für die Massary geschrieben. Schwer das zu vergessen, bet aller Intensität und Mühe, die Miriam Bernstein -(lohen aufwandte. Unglaubhaft bleibt sie vor allem als ״Star“, während sie dem ״Double“ einige und der ״Diva im Privatleben“ viele glaubhafte Züge verleiht. Es fehlt ihr das Faszinierende, Schillernde, die Eleganz, Anmut und Leichtigkeit in Erscheinung, Geste und Bewegung, das Ucberlcgen-Spiclerisclie noch in privatester Unterhaltung. Sie ist eine Hebe bedürftige — und im besten Falle: liebenswerte — Bürgerin, bereits in den ersten beiden Akten, wo sie es erst im dritten zu sein hätte. Die Aufführung als solche hält sich auf beachtlichem Niveau. Verdienst vor allem der umsichtigen und klugen Regie Alfred Wolfs. Teonii als Regisseur Hirkan ist konzenfriert und eindringlich, und verhilft seinen Pointen zu sicherer Wirkung. Ariel als Ninas Mann wirkt diesmal schon weit freier und gelöster, nur ein wenig zu jung für die Rolle. Sehr hübsch die Dialoge zwischen den beiden Männern. Die treue Sekretärin ist Rachel Marcus, eine sympathische und disziplinierte Leistung. Ein neues junges Gesicht auf der Bühne: Gisela B I e i b e r g. Es soll dankbar vermerkt werden, daß hier dem ״Nachwuchs“ Spielmöglichkeiten gegeben werden, die hoffentlieh nicht einmalige Weihen. Zvi Hermann und Aron Freitag betreuen kleine Rollen. Genia Berger schuf die — besonders im zweiten Teil gelungene — Dekoration. Manfred Gei® Tanja Wellhoener wurde von Ben-Schemen verpflichtet, ein Peßachfestspie! für Bewegungschöre einzustudieren. An der Aufführung sind über hundert Kinder beteiligt, Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Hans Eis e n st ä dt. furffatuhdibk{ i<Kdi &e(cltiU*4Hq - Ausstellungen Musik in Jerusalem Beethovens Neunte zum ersten Male Den seit einem Jahrzehnt mit Zähigkeit verfolgten Gedanken, die Neunte mit hebräischem Schlußchor in Palästina verwirklicht zu haben, ist eine erschütternde Tat des Dirigenten Nathan Fordhaus ben Zissy. Einhundertundzwölf Jahre nach der allerersten Aufführung in Wien — aut Hebräisch in Jerusalem. Man könnte meinen: in abermals hundertundzwölf Jahren wäre es hier auch noch zu früh gewesen — Orchester, Publikum, eigentlich ist jetzt noch nichts reif dafür. Und doch: wann sonst wäre dieser immer wieder neue und grandiose Aufruf an die Menschheit so einmalig am Platze gewesen wie hier und jetzt und in dieser Sprache. Nur ein so leidenschaftlicher, vergeistigter Musikfanatiker wie Fordhaus (als jahrelanger Dirigent der Habimah und Begründer des Palestine-Oratorio bekannt) konnte trotz allen inneren und äußeren Schwierigkeiten dieses Wagnis unternehmen. Daß die Tat des Dirigenten seitens der verwohnten Jerusalemer Gesellschaft mit bedenklichem Stirnrunzeln betrachtet wurde, verstand sich von vornherein. Man muß feststellen, daß die Aufführung über alles Erwarten geglückt war. Das Orchester klang sauber, die Solisten sangen brav (S. Konsiatina, dramatischer Sopran; B. Gothelft, Alt: J. Har-Melach, Bariton; P. Hollande r, Tenor). Höchstes Lob gebührt dem Chor (Palestine Oratorio), der auch die schwierigen Stellen bezwang. Das hebräische Schlußlied (Schillers Ode: An die Freude) hat besonders stark gewirkt, während es im allgemeinen als eine Schwächung des vorangehenden Orchesterteils betrachtet wird. Wozu hier allerdings hinzukommt, daß der Chor dieser Aufgabe weit rtchr gewachsen ist als das Orchester und Fordhaus in erster Linie Chordirigent ist und den Flauntakzent auf den Schlußgesang legt. Und dies ist das Typisch-Jüdische an ihm. Für den Juden kann das Instrumentale ja nie die höchste Aetißerung der Ekstase bedeuten — das ist nur durch den Gesang möglich (vgl. Thoravorlesung, Gebet, chassidische Meditation). Aul den Juden muß auch eine Stelle wie ״Brüder, überm Sternenzelt“ —־ dieses ekstatische ln-die- Höhestoßen der Melodie — unendlich vertraut wirken, und bei einigen Partien wird man — auch durch die Verbindung mit dem hebräischen Wort — direkt an Synagogales erinnert, Cello-Konzert Dr. Laszlo Vincze - Traute Gruenfclcler Allein der Mut, ein Programm von dieser Exklusivität und Strenge hingestellt zu haben, verdient alles mögliche Lob. Dann der Verzicht auf Virtuosisches. Ein Programm für Kenner (vier Celiosonaten von Corelli, Beethoven, Mendelssohn, Cassado) und kein Salonstückchen — das ist erfreulich. Vincze hat tonliclie und musikalische Qualitäten, Frau Gruenfelder begleitete mit Ernst und Umsicht. Das Zusammenspicl war lückenlos gut. Konzert Boroschck, Yeüin, Taube Edith Boroschek sang eine Arie von Händel, eine von Haydn und einen Zyklus Schubertlieder — letzteren in deutscher Sprache. Ihre Stimme ist rund, klingend, weich und geschmeidig: ein angenehmes Nachtigallengetriller, Thelma Veil in umrahmte dieses lyrische Mittelstück mit zwei stilistisch vorzüglich gestalteten Cellosonaten von Vivaldi unü Brahms. Michael Taube begleitete hervorragend. Palest ine Broadcasting Service Musikabteiiung (Karl Salomon) und Jüdisches Deparfment (Elieser Lubrany) befinden sich im Stadium der Durcharbeitung eingereichter Vorschläge und der Mikrophonproben. Auch die arabische Musikabteilung hat zu arbeiten begonnen. Allein aus den Kreisen palästinensischer Künstler ist das Angebot an Sängern, Sängerinnen und Instrumentalsten aller Art beträchtlich. Wie wir hören, ist es zwecklos, daß sich ausländische Interpreten, die sich nicht in Palästina befinden, um An- Im ״Haarez“ erörtert Jakob Klatzkin das Problem der Kritik in der hebräischen Literatur. Er geht davon aus, daß in allen heutigen Literaturen die Kritik eine milde und ״süße“ geworden ist, und daß nicht mehr jene strengen unerbittlichen Maßstäbe angewandt werden wie früher. Er führt das darauf zurück, daß überhaupt in unserer Zeit die Literatur nicht mehr jene zentrale Aufgabe erfüllt wie in früheren Generationen. Das Buch ist nicht mehr Mittelpunkt, sondern nur noch Gewürz und Zutat des Lebens, und die Weichheit und Milde der Kritik entspringen der Gleichgültigkeit, mit der heute das Publikum überhaupt literarische Fragen aufnimmt. Dazu kommt in den großen Literaturen, daß die Virtuosität des Schreibens an die Stelle wahrer Schöpferkraft getreten ist. Die literarischen Formen werden den Schriftstellern fertig geliefert, es ist leicht geworden, ein mittelmäßiger Schriftsteller zu sein, und die vielen mittelmäßigen verdrängen die weniger großen, eigenartigen, schöpferischen. — In der hebräischen Literat u r ist das Virtuosentum noch nicht zu jener Entfaltung gelangt wie in den Weltliteraturen. Die Formen sind noch nicht so fertig gegossen wie dort. Die Literatur ist noch unreif oder jedenfalls noch nicht so reif, daß sie für Technik und Virtuosentum Platz ließe. Wenn aber dennoch die Kritik heute in der hebräischen Literatur keine entscheidende Rolle spielt, so ist dies auf ein anderes Moment zurückzuführen: die hebräische Literatur hat vor einer oder zwei Generationen im Zusammenhang mit der nationalen Wiederbelebung einen ungeheuren Aufschwung genommen. Die jüdisch-nationale Bewegung hat die hebräische Literatur mit einem Sprung vorwärts getrieben, eine profane Literatur geschaffen, die das Hebräische seit Jahrhunderten nicht gekannt hatte, und die Fenster zur Weltliteratur aufgetan. Aber unmittelbar nach diesem Aufschwung, der unerhört groß war, trat ein Stillstand ein, nicht ein Stillstand an schöpferischen Kräften, aber ein Stillstand in der Wertung una in den Wertmaßstäben. Die Periode der nationalen Wiederbelebung hatte eine große Annäherung zwischen Lesern und Schriftstellern gebracht. Der hebräische Leser trank gierig die Worte derer, die für ihn schrieben, diskutierte mit innen, es war ein lebendiger geistiger Zusammenhang zwischen Schriftsteller und Leser. Diese Verbundenheit in der vergangenen Generation war so stark, daß die von jener Generation aufgestellten Wertungen stehen geblieben sind und fixiert wurden, während gleichzeitig in der nachfolgenden Generation sich das Band zwischen der hebräischen Literatur und ihrem Leser lockerte. Diese beiden Erscheinungen zusammen, die Beibehaltung vergangener WertmaBstibe und Stellung oder Konzerte bewerben. Ein kleines Kammer- Orchester ist bereits in Bildung begriffen. Auch hier ist das Angebot weit größer als die Nachfrage. Dagegen haben jüdische Komponisten, die ilire Werke zur Aufführung ein* senden, Chancen, Masiknbend zu Tubisdiwat Das Jerusalemer Stadtviertel ״Kerem Awraham“ veranstal• tete ein Konzert, das außer dem ״Frühlingslied“ von Mendels• sohn nichts mit dem Fest zu tun hatte und ebensogut an irgendeinem anderen Ort der Welt zu irgendeiner anderen Gelegenheit hätte stattfinden können. Die Ausführenden waren drei talentierte jugendliche Künstler: Beate Goldstein-Gumpertz (Klavier), Miseha Rosler (Violine) und Benjamin Rosler (Cello). Alice Jacob-Loewensoa Konzert In Haifa. Bemerkenswert für das Musikleben In Haifa sind die von der Histadruth veranstalteten, in ihren schönen Räumen, dem ״Bethenu“ (ביתני) in Abständen von 14 Tagen bis 3 Wochen stattfindenden Trioabende von Professor N. Zadry (Violine), J. Weißgerber (Cello), A. Bernstein (Klavier). Das erste Konzert war Mozart—Beethoven gewidmet. Das Mozart G-dur Trio Nr. 5 und das Beethoven D-dur Trio op. 70 Nr. 1 umrahmten die Beethoven-Sonate Cis-moll op. 27 für Klavier (Mondschein-Sonate) und die A-dur Sonate op. 47, für Violine und Klavier (die Kreutzer- Sonate), ein Programm, das in seiner Geschlossenheit viel Anklang fand. Das folgende Konzert bot 2 Trios, die dem Ensemble in Brahms’ C-dur Trio und Dvoraks F-moll Trio sowohl in der nördlichen Herbheit als auch im slawischen Temperament sehr lagen, dazwischen bewies Weißgerber, von Bernstein begleitet, sein großes Können an der eigenartigen Cello-Sonate A-moIl von Grieg. Das letztgehörte Konzert am 19. Februar war ein Flöhepunkt. Bernstein spielte mit ungeheurer Wucht und Leidenschaftlichkeit die Chopin H-moll Sonate, es folgte die oft gehörte, aber immer wieder packende Violin-Sonate von Cesar Franck, die Zadtys ausgezeichnete Technik nicht minder zum Ausdruck brachte als in dem folgenden, vom Publikum mit Begeisterung aufgenommenen Es-dur Trio von Schubert. Besonders in dem herrlichen Andante con moto kam jeder Mitwirkende einzeln und im Ensemblespiel in seiner Eigenart zu Gehör. Zadrys führende Geige, der Voile Cellopart Weißgerbers und Bern- Steins in unendlicher Zartheit schwebende und doch stützende Piani. Einige der Konzerte werden auf dem Hadar Flacarmel wiederholt. Das nächst^ Konzert auf dem Hadar Flacarmel wird moderne Meister zu Gehör bringen. E. S, Jerusalemer Kunstausstellungen Ende Februar 1936 Die ״D i w a n“ - G a 1 e r i e erfreut das Jerusalemer Publikum mit einer Schau Jakob Steinhardts, der sich als ganz großer Meister der Farbe erweist. Der Künstler, der fast ausschließlich jüdische Motive zum Vorwurf wählt, hat uns — wiewohl wir Großes von ihm erwarten durften — durch vollendete Meisterwerke, wie sein Noah-Biid, seine große Ansicht des Tempelplatzes und sein einfallsreiches Peßach- Bild ״Chad-Gadjah“ geradezu beglückt. Die Ausstellung Steinhardt ist ein Höhepunkt dieser Jerusalemer Saison. ln der ״Galleria hachadaschah“ zeigt der Jerusalcmer Zeichner Berg seine anmutigen, in originellen Bunt- Stifttechniken gearbeiteten Blätter, eine sehr subjektive, sehr einfallsreiche Sinfonie der Heiligen Stadt. Berg ist ein zutiefst jüdischer Künstler, der vom Geist her schafft und so ein überwirkiiehes Jerusalem, ein Jerusalem der liebenden Seele erbaut. Wie Illustrationen zu den Zioniden Jehuda Halevis wirken die Zeichnungen Bergs. Bei Steimatzky stellt die junge Pariserin Sonja Bornstein palästinensische und französische Landschaften aus. Sonja Bornstein weiß in ihren Pinseltuschzeichnungen durch die Sicherheit des Strichs und die edle Sparsamkeit der Mittel zu fesseln. Blätter wie ״Das Grab Absaloms“ oder — von den wenigen figürlichen Darstellungen —• ״Der junge Jemenite“ atmen die Atmosphäre des Landes stärker als die Oelbilder, die oft noch zu hart und gewollt in der Farbe sind. Schalom Ben-Chorin die Untergrabung des Einflusses der Literatirr ln der heutigen Generation, haben die Bedeutung des hebräischen Schrift« stellers in unserer Zeit zurücktreten lassen. Medizinisches Zentrum in Jerusalem Jerusalem, März. (JTA.-Briefdienst.) lieber die zwlsehen der Hebräischen Universität Jerusalem und der zionistischen Frauenorganisation Amerikas Flada ss ah getroffene Vereinbarung für die Schaffung eines medizinischen Zentrums in Jerusalem wurde das folgende offizielle Communiquc ausgegeben: ״Am 17. Februar wurde eine Vereinbarung zwischen det Hebräischen Universität und der zionistischen Frauenorganisation Amerikas Hadassah unterzeichnet, in der die gegenseitigen Beziehungen zwischen den beiden Institutionen und die Einzelheiten ihrer gemeinsamen Arbeit in bezug aut die Forschungstätigkeit und die Lehrkurse aa dem geplanten medizinischen Zentrum auf dem Skopusberg festgelegt wurden. Diese gemeinsame Arbeit wird einer Anzahl hervorragender Mitarbeiter des Krankenhauses die Möglichkeit der Erlangung eines akademischen Status und der Durchfiihrung medizinischer Forschungen geben und gleichzeitig den medizinischen Forschern der Universität das benötigte Krankenhaiismaterial zur Verfügung stellen. Die Vereinbarung bestimmt auch die Art der Verteilung des Eigentums an Gebäuden und Einrichtung zwisehen den beiden Institutionen und der Leitung ihrer gemeinsamen Tätigkeit in der Zukunft. Die Unterzeichnung der Vereinbarung bildet den Ab- Schluß dreijähriger Verhandlungen und ist sowohl eine bedeutsame Etappe in der Entwicklung der Universität auf medizinischem Gebiet als auch eine Erweiterung des Tätigkcitsfcldes der Hadassah.“ Purim in Tel-Awiw Obgleich der große Purlm-Festzug abgesagt worden war, waren die Straßen Tel-Awiws gedrängt voll. Einwohner, Besucher aus allen Tellen des Landes und Touristen waren zusammengeströmt, um wie alljährlich die Vorlesung der Megillah In der Großen Synagoge anzuhören, die durch Laut- Sprecher auf die Straße übertragen wurde. Bei der Eröffnung des Purimfestspiels hielt Bürgermeister Dlzengoff die Eröffnungsrede. Viele Tausende wohnten dem Festspiel bei (Palcor.) Die hebräische Literatur und die Kritik

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.