Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 21 (13.3.1936)
- Date
- 1936-03-13
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PÄIASTINÄ-BLÄTT NR. 21,13. MAERZ 1936 Die Konferenz des nationalen Landwirteverbandes Von unserem palästinensischen Korrespondenten Um die illegalen Einwanderer Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. Te 1 - A wi w, 4. März 1936 Vor einigen Wochen fand eine Versammlung des Waad Leumi, der Vertretung der palästinensischen Judenheit, in Tel-Awiw statt. Während der Verhandlungen sammelte sich ein Haufe illegaler Einwanderer vor dem Hause, wo die Beratung stattfand, verlangte aufs heftigste gehört zu werden, und es dauerte mehrere Stunden, bis die Ruhe wieder hcrgesteilt war und der Waad Leurni seine Sitzung fortsetzen konnte. In der letzten Woche fand sich eine Masse illegaler Ein- Wanderer in den Büros der Jewish Agency in Jerusalem ein. Sie kamen in hellen Haufen, besetzten den Korridor, ließen sich durch keine Bemühungen und Erklärungen der Exekutivmitglieder zur Ordnung rufen, bis schließlich die Polizei erschien, die Korridore säuberte und einige der Demonstranten ins Gefängnis sperrte. Von der Agency zogen die Immigranten vor die jüdische Gemeinde in Jerusalem, um dort ihre Demonstration fort/usetzen. Diese zwei Zwischenfälle, die kurz nacheinander erfolgten, sind nicht die einzigen. Seit längerer Zeit kennen wir Ans a m m 1 u n g c n der sogenannten illegalen Einwanderer vor den öffentlichen jüdischen Institutionen, die mit großer Aufregung und viel Lärm Hilfe, das heißt in diesem Falle Legalisierung, verlangen. Es hilft nichts, daß die Mitglieder der Jewish Agencv oder des Waad Leumi oder der Gemeinden erklären, daß die Legalisierung der Ein- Wanderer nicht in ihren Händen liegt, daß Hilfe nur von der Regierung kommen kann, daß die jüdischen Instanzen alles tun, was in ihren Kräften steht, um das Problem der ״illegalen“ endgültig zu liquidieren. Die Demonstrationen wiederholen sich immer von neuem• Die illegale Einwanderung, die Immigration von Menschen, die ohne Visen oder Pässe sieh über die verschiedenen Grenzen Palästinas schleichen oder schmuggeln lassen, weil sie eine legale Einreise nicht erhalten können, ist heute bereits eine Sache der Vergangenheit. Sie existiert nicht mehr oder nur in einem verschwindenden Maße. Die verschärfte Grenzkontrolle der Engländer, die die Grenzen ausgiebig sichert, die schweren Strafen, die in den letzten Jahren Illegale auf sich haben nehmen müssen, und nicht zuletzt das Abseinvellen der palästinensischen Konjunktur haben den Immigraiitenstrom der Illegalen zu einem kaum merklichen Rinnsal zusainnicnschrumpfen lassen. Was heute ins Land kommt, ist mit allen erforderlichen amtlichen Dokumenten bewaffnet. Die Erscheinung der illegalen Einwanderung gehört also der Vergangenheit an. Nicht aber das Problem der illegalen Einwanderer.; s*e sind in Palästina, sie sind vor zwei oder drei oder einem Jahre ins Land gekommen. Sie haben sieh vielleicht in der ersten Zeit in Palästina nicht viel Sorgen wegen ihrer Illegalität gemacht. Es gibt keine Meldepflicht im Lande, im jüdischen Sektor der Wirtschaft wird man einen Arbeitsuchenden kaum nach seinem Paß fragen, man kann also auch im Lande leben und sein Brot verdienen, wenn man den Segen der Grenzbehörden nicht mitgebracht hat. Aber die Sache wird in dem Moment anders, wo der neue Ein- Wanderer seinen Paß braucht, wo er in irgendeiner Form die englischen Behörden in Anspruch nehmen will, wo er — und wie häufig ist gerade!!eilte dieser Fall — seine Familie aus dem Ausland anfordern muß, für die das Leben draußen unerträglich geworden ist. Mit diesem Moment beginnt auch für den Illegalen, der die Grenzüberwachung seinerzeit glücklich umgangen hat und nicht wie seine unglücklicheren Schicksalsgenossen statt ins Land seiner Wünsche ins Gefängnis gelangt ist, der Leidensweg. Er versucht mit allen Mitteln, ״legal“ zu werden, zu einer vollen staatsbürgerlichen Existenz zu kommen. Man bemüht sicti um ein Zertifikat von der Agency, und nur wer den Ansturm auf die Büros der Einwanderungsabteilung in Jcrusalem kennt, kann voll ermessen, wie wenig Aussicht der einzelne hat, auf diese Weise legalisiert zu werden. Er bemüht sich mit Gesuchen bei der Regierung, in denen er seine Subsistenzmittel, seinen festen Arbeitsplatz beweist, vielfach ohne Erfolg. Fr fällt, wenn es ganz schlimm geht, eventuell noch in die Hände von Schwindlern, die dem Illegalen zu helfen versprechen und ihm nur das Geld aus der Tasche ziehen. Gerade jetzt lauft ein Prozeß gegen einen solchen ״Legalisierungsschwindler“ und seine Helfershelfer vor den palästinensischen Gerichten. Und während alle die Bemühungen im Gange sind, vergehen Monate. Man braucht sehr viel Nerven, Zeit und Kraft, um etwas zu erreichen und oft, nur allzu oft, schlagen alle Bemühungen fehl. Der Mann bleibt ein Illegaler, seine Familie kann nicht ins Land kommen, er fäJlt noch der Polizei in die Hände, steht vor der Gefahr der Gefängnisstrafe und der Ausweisung. Die Zahl der Mensehen, die heute von diesem Schicksal betroffen sind, ist nicht gering, und von Tag zu Tag wird eine Lösung des Problems dringender. Die zionistischen Instanzen haben die illegale Einwanderung niemals ermutigt, sie waren immer ihr Gegner. Sie kämpften und kämpfen mit aller Macht in Jerusalem, London und Genf um eine Vergrößerung der Immigration, sie verlangten Erleichterungen der Einwanderungsgeset/e, eine Erhöhung der Zertifikatsquote, aber sie versprachen sich von der Umgehung der bestehenden Be- Stimmungen nichts Gutes, sondern eine Komplizierung der ohnehin schon komplizierten politischen Situation und fürchteten die Schwierigkeiten, die den illegalen Einwanderern unweigerlich erwachsen mußten. Die leitenden Instanzen und die jüdische Ocffentlichkeit verstanden jedoch zugleich, daß die illegale Immigration nicht aus einer mutwilligen Umgehutig der Gesetze stammte, sondern ein Ausfluß des ungeheuerlichen Druckes war, der auf den Juden der Galuth lastete. Aus dieser Erkenntnis heraus und von der Notwendigkeit durchdrungen, daß man den Illegalen helfen, ihr Problem einmal endgültig aus der Welt schaffen müsse, erwuchsen die Bemühungen zur Regelung dieser Frage bei der Regierung. gl. Tel-Awiw, 5. März. Die Konferenz der ״Nationalen Landwirte“ (Chaklaini Leumiim) trat in Tel-Awiw zu einer zweitägigen Beratung zusammen. Vom Präsidium aus erstattete O s t r o w s k i einen Bericht über die organisatorische Lage des Verbandes und seine politisch-wirtschaftlichen Aufgaben. Ein Referat von I)r. Pinn er gab einen Ueberbiick über die Wirt- Schaftsprobleme der Mittelstandssiedlung, sowohl im Zitrusbau wie in der Qemischtwirtschaft, Tolkowsky lieferte einen Abriß über die gegenwärtige Lage im Zitrushandel, Katznelson gab eine Darstellung der Arbeit der ״Kuoat Cholim Arnamit“, der Krankenkasse des Mittelstandes in den Siedlungen. Die Histadrufh Hachaklaim Halemniim ist eine Zusatnmenfassung der Mittelstands- und K 1 e i n s i e d I c r, die nur jüdische Arbeiter beschäftigen. Daneben besteht der größere und ältere Verband der ״Hitachduth Haikarim (Pflan/erverband), dem vor allem die Siedler in den alten Kolonien angehören, in denen 7u einem großen Teil arabische Arbeiter beschäftigt werden. Schließlich ist als größte und dritte Gruppe die Siedlerschaff der Arbeiter zu nennen, die überhaupt keine Lohnarbeiter beschäftigt, im Verband der Landarbeiter unter der Leitung des Merkas C!1 a k 1 a i (Famlarbeiterzeiitruk־) organisiert sind und dem Rahmen der Arbeiterorganisation angehören. Die Histadruth Hachaklatm Haleumiim, die von Männern gegründet wurde, die früher in der Hitachduth Haikarim waren, wurde in erster Reihe unter dem Gesichtspunkt der jüdischen Arbeit geschaffen. Das Prinzip der jüdischen Arbeit war innerhalb der Hitachduth Haikarim nicht durclmisetzen gewesen, obwohl viele Jahre hindurch heftige Debatten über dieses Thema geführt wurden und die Anhänger der jüdischen Arbeit sowohl die Unterstützung der leitenden nationalen Institutionen, der Jewish Agencv und des Waad Leumi, genossen als auch die Sympathie der Arbeiterkreise. Um nicht in die Richtung der Mehrheit in der Hitachduth Haikarim gedrängt zu werden, wurde der Rahmen der Histadruth Hachaklaim Haleumiim geschaffen und hier nur solche Landwirte ztigelassen, die sich auf das Prinzip der jüdischen Arbeit verpflichteten. Die Mitglieder dieses Verbandes sind vor allem im Sharon und Schomron konzentriert, wozu noch Siedler aus anderen Gegenden des Landes (Judäa, Untergali'äa und in letzter Zeit auch aus der Mittelstandssiedlung der Ebene Jesreel) kommen. Der Verband umfaßt heute nach dem auf der Konferenz erstatteten Bericht 7 00 Mitglieder. Auf der Konferenz waren 78 Delegierte aus 24 Orten vertreten. Die wichtigsten Probleme der Konferenz Die Konferenz beschäftigte sich neben verschiedenen praktischen Einze'heifen mit zwei Zentralfragen, hei deren Behandlung sich der Unterschied von der Hitachduth HaVkarim klar heraushob. Die eine der Fragen, die der jiidisehen Arbeit, ist bereits angedeutet worden. Die Entschlossenlieit der Landwirte, auch in Zukunft von jeder Be-, schäftigung von Arabern abzusehen, wurde nochmals von den verschiedensten Rednern betont und darauf hingewiesen, daß ohne eine Aemderung der Politik der übrigen Pflanzer an eine Zusammenarbeit mit ihnen nicht zu denken sei. Der Vorsitzende der Versammlung Ostrowski, der als zulässige G enze von 70״׳•״ jüdischer Arbeit sprach und auf dieser Basis eventuell eine Verständigung mit der Hitachduth Haikarim erhoffte, Vaf unter den Delegierten auf starken Widerspruch, die in dieser Frage keine Komnro misse eingehen wollten. Die zweite Frage, in der sich die Histadruth Hachaklaiim Haleumiim stark von der Hitachduth Haikarim unterscheidet, ist das Verhältnis zu den nationalen Institutionen, der Jewish Agency und dem Waad Leumi Die Hitachduth Haikarim hat sich bisher nicht am Waad Leumi beteiligt und in den letzten Jahren in Opnosition zur Exekutive der levvish Agencv gestanden, weil beide leitenden Organe einen bedeutenden Einfluß der Arbeiterclemente zeigten. Die Hitachduth Haikarim hat mehrmals eine Ztisammensetzimg des Waad Emmi nach anderen Prinzipien verlangt, um ihren eigenen F.influß dort zu stärk״n, und da sie ihre Forderungen nicht durchsetzen konnte, hat sie an den Arbeiten der leitenden Instanzen nicht tcil״enommen und ihnen dauernd oppositionell gegenüber erstanden. Die Histadruth Hachaklaim Ha’etnuiim dagegen hat die Stützung der nationalen Institutionen als oberste Ri-MMnien anerkannt und steht im Gegensatz zu der Politik der Hit,achduth fiir unbedingte nationale Disziplin ein. Ihre Anerkennung wurde daher auch von der Konferenz als eine Der durchschnittliche englische Beamte im Lande ist in erster Linie bemüht, die bestehenden Verordnungen aufrechfzuerhalten, denn dafür ist er bestimmt. Fs fehlt ihm in der Regel auch das Verständnis für die anormale, oft geradezu absurde Lage des Juden in der Galuth, lind so erneuert sich immer wieder Her Konflikt zwischen dem Illegalen und den Behörden. Es ist außerdem nicht 711 überscdicn, daß gerade für die Mandatartnacht die illegale Einwanderung keinen rein administrativen, sondern auch einen politischen Aspekt bat, und daß die Regierung, in einer Zeit der erhöhten arabischen Agitation gegen die jüdische Einwanderung, vor Konzessionen ztirücksclieuf. Es muß jedoch endlich einmal in dieser bitteren Angelegenheit eine endgültige Rege- 111 n g erfolgen. Gerade heute, wo eine illegale Einwanderung de facto nicht mehr existiert, wo es der Gren ׳kontroüc gelungern ist, diese Erscheinung völlig zu unterdrücken, wo es sich also einfach darum handelt, einer bestimmten Zahl von Menschen, die bereits in Palästina leben und arbeiten, ihren normalen Status zu gewähren, dürften bei einiger Weither/igkeit und Zivilcourage der leitenden Stellen die Schwierigkeiten zu einer Bereinigung nicht u 11 ii b e r w initbar sein. Das Oberkommissariat würde durch einen solchen Schritt Hunderten von Menschen, die heute zwischen Himmel und Erde hängen, wieder festen Boden unter den Füßen verschaffen, ohne daß der Arbeitsmarkt itn Lande beschwert würde. Nicht zuletzt würde durch eine solche Maßnahme die durch die letzten politischen Schritte des High der Grundbedingungen einer Kooperation mit der Hitachduth Haikarim genannt. Bei der Mittelste'lung der Hitachduth Hachaklaim Haleuiniim, deren Mitglieder zwar Arbeiter beschäftigen, aber nur jüdische Arbeiter und die in ihrer Gesamteinstellung als eine progressivere Gruppe als die Hitachduth Haikariin bezeichnet werden muß, hatte sich die Konferenz nicht nur mit dem gegnerischen Pflanzcrverband, sondern auch mit der Arbeiterorganisation auseiiiamler/usetzen. Bei der Beschäftigung von jüdischen Arbeitern, die hoher bezahlt werden als die arabischen, und dem Beschluß, unter keinen Umständen Araber ein/usteßeu, sind für den Landwirt zwei Voraussetzimgen wichtig: er muß sicher sein, daß er mit der erforderlichen Zahl jüdischer Arbeiter verborgt wird, und daß ihre 1. e i s t 11 11 g den Minde-ganforderungen entspricht. In der vorigen Saison war die erste Voraussetzung an vielen Punkten des Landes nur sein׳ schwer zu erfüllen. Der Arbeitermanged in der jüdischen Wirtsehalt und der hohe Lebensstamlard in der Stadt, der Menschen aus den Siedhmgen in die Stadt zog, machte es vielfach den Landwirten unmöglich, die nötige Anzahl von Arbeitskräften von den Acmterit zu erhalten. Heute b-steht durch das .Mischwollen der Konümktiirhurve und den Nach-.dmb aus der Galuth die Frage nicht mehr, aber sie kann wieder auftauehen und ist dann für die Aiifreehferha'tung rein jüdischer Arbeit eine Bedrobung. Die Forderung edier bes'imm'en Durchschnitts- 1 c i s t 11!1 g des Arbeiters ist von der Arheiterorganisatirm zwar immer anerkannt worden, ihre Durchsetzung in der Praxis stieß jedodi vielfach auf, große Schwierigkeiten. Die Leistling vieler Lohnarbeiter blDb hmfer dem Notwendigen zurück, insbesondere weil es sich vielfach 11m Neulinge haudelte, die keine genügenden Vorkenntnisse besaßen, sich erst an die Arbeit zu gewöhnen haften und nur einen Bruchteil dessen leisteten, was man erwarten mußte. Auf der Kopferenz isf mehrfach auf eine den Notwendigkeiten des Landes entsprechende Ausbildung in Pa'ästiua selbst hingewiesen worden, wenn auch anerkannt wurde, daß sich die Arbeitsleistungen in letzter Zeit gebessert haben. Die Instrumente des Verbandes Die L a n d w i r t s c h a f t s b a 11 k des Verbandes (Bank lechaklaiin Leumiim, über dessen Gründung wir bereits im Zusammenhang mit den neuen wirtschaftlichen Aktionen der Jewish Agencv berichtet haben) wird, wie auf der Konferenz mit Genugtuung festgestellt wurde, ihre Arbeit noch in diesem Monat beginnen. Damit hat stell der Verband ein wirtschaftliches Instrument geschaffen, das durch die rialionalen Institutionen gestützt wird und 71t einem Teil die bestehenden KredPscinvicrigkeiten des Pflanzers wird lösen können. Auf der Konferenz wurde Beschwerde datVtber geführt, daß der Zinssatz der Anleihen noch zu hoch angesetzt sei (7 "0), aber es besteht heute keine Möglichkeit zu einer Aenderung. Mit der Stärkung des jungen Instituts werden sich vermnt’ich auch seine ,Möglichkeiten verbreitern. Die K u p a t Cholim Arnamit, die Krankenkasse der Mittclstäiidlcr in den Siedlungen, umfaßt sowohl Mitglieder der Histadruth Hachaklaim Halenmäm als auch solche der Hitarhduth Haikarim. Hier liefen keine politischen und ökonornisehen Gegensätze vor, die eine Kooperation verhindern. Die Kasse besteht seit mehreren Jahren und wurde gegründet, um denjenigen ärzt'icbe Hilfe zu sichern, die bei einer Kasse ihre Vorteile finden, sich aber nicht der Kasse vier Arbeiter- Organisation ansch'ief!en wollen oder können Die Kas=e hat sich bisher 1>11t entwickelt und giht Möglichkeiten geordneter sanitärer Arbeit. Linen wichtigen Raum auf der Konferenz nahm die Frage der Erweiterung der gemischten Wirtschaft ein, mit der sich auch P i n 11 e r in seinem Referat beschältigte. Dieses Problem, das heute vom Standpunkt neuer Investitionen und linier Sied'ttng aus von großem Interesse ist, wird jetzt von den verschiedensten Kr<׳Den und Gesichts- (tunkten aus diskutiert. Die Histadruth ILvhaklai'm Haleumiim ist wohl besonders geeignet, die Bearbeitung dieser Fragen 11111er den Mittelstandssiedlern vorwärts zu treiben, weil in ihrer Mitte sich eine Anzahl von Mit<e!stamlssiedI0rf1 befindet, die es mit der gemischten Wirtschaft versucht haltert. Die Konferenz zeigte insgesamt den wachsender» Zusamtneitschluß der Kreise der Landwirte, die in der Frage der jüdischen Arbeit und der nationalen Disziplin mit der Mehrheit des Jischuw Zusammengehen. Hier bi'dct sich eine M i f t e I g r!1 [1 p <־, die sich zwischen die Arbeiterschaft und die nationalen Siedlungen einerseits und die Kolonisten, die mit Arabern wirtschaften, andererseits, schiebt. Commissionrr unter den Juden geschaffene Stimmung ent« spannt werden. Es ist jedoch ein Irrtum, anzunehmen, daß die Illegalen durch derartige Druckmittel, wie die in letzter Zeit sich mehrenden Demonstrationen bei den leitenden jüdischen Instanzen, ihre Sache fördern. Es kommt ja schließlich nicht darauf an, der Jewish Agency oder dem Waad L'utui das Problem der Illegalen klarzumachen. Diese Instanzen kennen die Frage in allen ihren Details, sie sind sich ihrer Wichtigkeit und der menschlichen Tragik, mit der sic verbunden ist, völlig bewußt, sie tun, was in ihren Kräften steht, um sie zu lösen, aber — sie sind nicht die Mandatsrcgicrung. Und Aufläufe vor den jüdischen Institutionen, die Notwendigkeit, Polizei zu ihrer Räumung heran/ti/iehen, all das wird die Arbeit dieser Stellen, die ja von eben diesen Illegalen bcansprucht wird, nur verlangsamen und nicht beschleunigen. Sie dienen nur der Verbreitung der Unruhe und gehen imvcrantwortlichen Elementen Gelegenheit sich aus/utohen. Der Sache der Illegalen selbst wird aus diesen übelberatenen Aktionen kein Nutzen erwachsen. Das erste Konzert des von Bronislav Huhcrmann gegründeten Palästina-Orchesters, das unter Leitung von Arttiro Toscanini am 21. Oktober in Tel-Awiw sfattfinden wird, wird von vielen Sendern Amerikas und Europas übernomnten werden.