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Jüdische Rundschau · 1936-03-10 · Heft 20 (10.3.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 20 (10.3.1936)
Date
1936-03-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 2 ו Jüdische Rundschau Nr. 20. 10. IR. »36 Wie genialie ich den Üeliablial? Für Sehabbat, 14. März Wochenabschnitt: ״Para“ (2. B. M. Kap. 30, 11-34.) I. Die in dieser Sidr» befohlene Volkszählung sollte. Grundlage fiir eine Steuer werden, mit deren Hilfe die Opter im Stiftszelt von dem ganzen Volke bezahlt werden sollten. Zählungen aus militärischen Gründen finden wir in Dewarim, Kap. 1 und 31, 48 f. (vgl. I. Chron. 21, Ri. 20, 14 ff., I. Kön. 20, 15). II. Siehe Raschis I'rklärung zu 30, 34. Zum heiligen Räucherwerk wurde auch ein übelriechendes Gewürz verwandt (Chclbua). Rasdii bemerkt dazu, dies sei ein Hinweis, auch ״Posch’c Israel“ der Gemeinschaft zuzurechneu. IH. In dem bekannten Wesciiomru (31, 16) beachten wir, wie der Schabbat gleicherweise Bund zwischen Gott und Israel wie Zeichen des Schöpfertums Gottes bedeutet. Wir lesen den tiefen und schönen Aufsatz von N. A. Nobel Über den Sehabbat (erschienen in der Sammdselirift: ״Lter »oziale Gedanke im Judentum•‘). IV. Dieser Sehabbat heißt: Sehabbat Para. Vgl. IV'. B. M. Kap. 19. Als Hattarah wird Jcchesk’el, Kap. 36, gelesen. Der Prophet spricht von dem Zusammenhang, der bestellt zwischeu dem religiös..sittlichen Verhalten Israels und seinem Verbleiben in 1 ׳.•>׳ Israel hzw. in der Gaiuth. Erst ״ein neues Werk und ein neuer Geist“ können die alte Eigenart jüdischen Volkstums wieder erstehen lassen und so das Land wieder zur Blute bringen, Wir lesen und besprechen Sehr Haagada, Bd. 1 S. 72. Pie Gesetzestafeln Die Sulra dieser Woche berichtet in den Kapiteln 31, 18 bis 34, 35 vom Schicksal der (icsct/iotafcln. Wir werden diesen Abschnitt lesen und uns anschließend data» über die Fulirerqualitalcn Moses unterhalten. In der Einsamkeit des Hochgebirges, allein mit seinem liotte, empfängt Moses in harter und umlievoller Arbeit an sich selbst die Lehre. Inzwischen vollzieht sich aber der Abfall des Volkes, das kleinmutig geblieben ist und keinen Sinn für das Große und Befreiende im Werke Moses hatte. Mit wenigen, feinen Strichen wird hier die ganze Tragik des großen Lehrers und Führers gezeichnet, dessen Herz sich für einen Augenblick mit Bitternis fuilte und am Gelingen des Werkes zu zweifeln begann. Ebenso schnell übersieht er aber die ganze Tragweite der Situation und wird sich der Größe seiner geschichtlichen Aufgabe voll bewußt. Das verleiht ihm neue Kräfte, die er im Ringen um das Schicksal des Volkes einsetzt. Zwar ist das Volk seinem Gotte untreu geworden, es zweifelt an Moses; er aber will und kann es nicht preisgeben. Schwer ist sein Kampf, den er fuhrt, aber er wird erhört — Gott hat die Vergebung ausgesprochen. ln seinem lodernden Zorn zertrümmert Moses die ersten Tafeln des Gesetzes, er kann die soeben empfangene Lehre mit den Taten des Volkes und mit sich selbst nicht vereinbaren. Bald aber geht er an die neue Aufgabe heran: Die neuen Tafeln müssen geschaffen werden. Das Volk muß den Sinn seiner Befreiung erkennen, es muß Inhalt und Ziel seines Lebens begreifen.! Die Alten bezeichnen die steinernen Gesetzestafeln meist, je nachdem, ob die zerbrochenen oder die nichtzerbrochenen gemeint sind, als ״die ersten Tafeln“ (לימות הראשונים und die ״zweiten“ oder ״die letzten לוחות האחרונים)“!!!^־, ו oder השניים)• Interessant sind die Aussagen im Talmud und Midrasch über die ersten Tafeln. Sie gehören nach Aboth a, 6 zu den wenigen Dingen, die am Freitag der Schöplungswochc in der Dämmerung (בין השמשות), unmittelbar vor Anbruch des Schöpfungssabbats geschaffen worden sind. — Pie Tafeln waren deshalb ans Stein, damit Israel daran erinnert wird, daß nur der die Thora mit Erfolg studieren kann, der seine Kinnbacken!חיים! — Wortspie? zu לוחות) so hart wie Stein macht (trubin 51a). Die Tafeln trugen in sich Freiheit und Befreiung für die Menschen. Im Kap. 32, 10 heißt es ״ חרות?יל הלוחותeingegraben auf die Tafeln“ — lese nicht ״ חרותeingegraben“, sondern ״ חרותFreiheit“ (Erubiii 51a). Die Steil!tafeln bedeuteten für Israel: Freiheit von den Weltreichen . . . Freiheit von Leiden . . . Wenn der 1 odesengel (identisch mit Satan) vor Ciott gekommen wäre lind gesagt hätte: ״Umsonst hast du mich in dieser Weh gewh,affen“, hätte ihm Gott geantwortet: ״Heber die Götzendiener habe kh dich zum Gewalthaber gemacht, ausgenommen ist diese Nation, der ich Freiheit aut den Tafeln verliehen habe" (Tanehuma, Kt tissa § 1b). Das Zerbrechen der Tafeln fiel auf den 17. Tammus, den spateren Trauertag um die Eroberung Jerusalems. Im Gegensatz zu den ersten Tafeln waren nie zweiten nicht ein Werk Gottes und stammten nicht vom Himmel, sondern von der Erde. Sie wurden Moses am Versöhnungstage übergeben zum Zeichen, daß Gott Israel die Sünde des Abfalls vergeben hat (Taan. 30b), — Diese Tafeln r—ץ י י ־־ BILD-ARCHIV DER ZVfD Die Zionistische Vereinigung für Deutschland wendet sieh nn alle Freunde unserer Bewegung mit der Bitte Bild- und Fi 1111 material von Palästina-Reisen, DrlsgruppenVeranstaltungen, Seminaren usw. zur Verfügung zu stellen• Die ZV'fl) bittet geeignetes Material (möglichst Negativ und einen Abzug) zu senden an die FILMSTELLE DER ZVfD Berlin W 15 — Meinckcstraßc 10 Die Rinnender erhallen die Unlerlagen auf Wunsch unbesch&digt zurück V_______J Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern ־ Breslau. Pas Rabbinerseminar hielt anläßlich des JafuzciUtages des Gründers, Zacharias Frankel, eine Gedachtnisfeier ab. — Der neue Direktor des Jüdischen Rcforiaicalgynmasüims, Dr. Harry Abt, wurde durch Rabbiner Dr. Sinronsohn in sein Amt cingcführl. — Den Bericht vom Dclegiertenta״ gaben R.-A. Dr. Lux, Dr. II. I’ ö nt, Trau ■V o I h rn a n!1 und )•'rau L. Pinczower. — Die dem Gemeindekmnpromüj cnUpreohemle Repräsentanz wählte in ihrer ersten Sitzung Rechtsanwalt Manfred Rosen thal (Zion.) zum Präsidenten, die Herren Gin» (I.ib,), Dr. E. Pinczower (Kon,), Archi- 'ckt Iladtla (Wirtscli.) und Dr. Polke (Zion.) zu weiteren Mitgliedern des Prüiidiuw. Zum Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde wurde Stadtrat i. R. Georg Leß einstimmig wiedorgewählt, außerdem R.-A. Dr. Walirr Lux (Zion.), Dr. Frcyhan (Kon.), Dr. Korn (Lib.), Stud.-Rat i. R. A. Cohn (Zion.). Dr. Frankel (Kons.). Dr. Guttmann (l.ib.). Reg.-Rai j. R. Mnwlowsky (Zion.), Kfm. Lavlis (Lib.), Kfm. Markowicz (Zion.), Kfm. Spanier (Wirlsch.), Frau Lotte Pinczower (Zion.) zu weiteren Vorstandsmitgliedern. Die Fraktionen machten dem Vorstand fiir die Ausschüsse entsprechende Vorschläge. F. G. N. Gladbeck i. W. Bei den Ersatzwahlen in der OG. wurden gewählt: J. Wiese liiunn, Buer, Lugcndeiie, zum Vorsitzenden; R. Mingelgrim. Gladbeck, Hörster Str. 198, zum Kassierer; wiedergewählt wurde Joel Kuflik, Gladbeck, als Schriftführer. Jülich. Den Auftakt zum Monat der Zion. Organisation gab eine \ erxammiung am 9. Februar. Dr. Alfred Mendel erstattete Bericht vom Dclcgiertentag, während Alfred Weyl über die Situation in Erez Israel referierte. Leipzig. Am 29. Februar wurde fiir den nach 35jährigcr Amtstätigkeit scheidenden Gemcinderabbiiier Dr. Ephraim Carle buch in der Kz-Chaim-Synagoge eine AbachiceIsfcicr veranstaltet, bei der der Vor- Steher der Gemeinde, Herr Carl G o 1 tl s c l!mi d t, und der Vorsitzende des Synagogcuvercins, Herr Samuel II ödes, die Verdienste des scheidenden Rabbiners würdigten. Rabbiner Caik’bach, der nach Erez Israel übcrsieddt, verabschiedete sich in einer ergreifenden Predigt von seiner Gemeinde. Zu seinem Nachfolger wurde, wie bekam», Rabbiner Dr. Och», Königsberg i. Pr., gewühlt. — Am 3. März sprach. Dr. Schloßt) erg im Rahmen des ״Monats der Zionistbrhcn Organisation“ über das Thema: ״Hilfe durch Aufbau — die .Antwort des Zionismus“. München, In dem von der Gemeinde und dem Ortsring der Jugend• verbände mit der Mittelstclle veranstalteten Jugcndführerschulungskurs hieli Dr. Max GrSncvrald, Mannheim, einen Geschieht«- kurs ״Die Bibel als Gesehichuquclle“, an dem etwa 100 Jugendführer aus München und benachbarten Orten teilnahmen. Ein Oneg-Schabbat, der von dem Gemeindevorsitzenden Dr. Neumeyer eröffnet wurde, vereinte die Jüngeren und Mittleren der Bünde. Nordhausen a. H. Am 1. März feierte die Gemeinde das 75jährige Bestellen ihrer Chewra-Kaddisdia, Nach Vorträgen des ü|>ernsängers A r ו; ס s o n hielt Lehrer Kurt. Singer die Festrede. Musikalische Umrahmung: ELsbeth War bürg. Nürnberg. Der Monat der Zionistischen Organisation wurde durch einen zionistischen Abend cingeleilct. l)r. Ca pell und Fritz Oberndörfer berichteten über den Delegicrtentag. Swinemünde. Der langjährige 1. Vorsteher der Synagogengeinemde, Herr Dr. Margoninsky, verlegte seinen Wirkungskreis nach Berlin, ln einer Absehiedsvcranstaltung ״edachte Herr Th. Lipschätz seiner Verdienste, Ankündigungen Lübeck: ZOG. 10. März, Dr. I׳!cm;11, Hamburg: ״Die nächsten Auf• gaben der zionistischen Bewegung“. — Mülheim a. d. Ruhr: Am 15■ Marz, 16 Uhr, Tagung der ArlK.-itsgemci1)M:haft jüdischer Lehrer vom Niederrhein. — Rostock: Mitgliederversammlung der ZOG. am 11. März. Dr. Fleseh, Hamburg, spricht über ״Die nächsten Aufgaben der zionistischen Bewegung“. — Am 12. März Kundgebung; Dr. Max Fleseh: ״Hilfe durch Aufbau — die Antwort des Zionismus“. Familien - Nachrichten Herr Carl C o h n und Frau Emma, geh. Goldschmidt, Hamburg, Kieler Str. 111, begehen am 14. März das Fest der goldenen Hochzeit. Frl. Emilie Lewinsohn, Aliensteil: (Ostpr.), Richtstr. 7, begeht am 14. März den 82. Geburtstag. Herr Otto Stern he iin, Krefeld, Breite Str. 107, begeht am 16. März den 60. Geburtstag. wurden in der Buntieslade verwahrt und sind seit der Zer- Störung des ersten Tempels verschollen. Nach der Ucberlieferung ist der Inhalt der erster! Tafeln im 2. B. M. 20, 1 ff. und der der zweiten Tafeln im 5. B. M. 5, 6 ff. überliefert geblieben. Audi die Agada bat beachtliche Unterschiede zwischen den bdtlen Dekalogen festgestellt und sagt an einer Stelle dazu, daß auf den ersten Tafeln die Worte fehlten: ״Auf daß es dir wohlergehe, ׳ץיטב die sich auf den zweiten Tafeln fanden (vgl. 5. B. M. 5,16). Gott wollte nicht, daß ״ טובGutes“ auf den Tafeln geschrieben steht, die dann zerbrochen werden sollten. Das Gute würde dann bei Israel, Gott behüte, aufgehört haben (B. Kama 55a). ln diesem Zusammenhang sollte man noch die Gebote im Kap. 34, 14—26 lesen und besprechen. Diese Gebote werden zuweilen von der modernen Wissenschaft unter dem Namen Dodekalog zusammengefaßt, zumal man in ihnen ein Seitenstück zu dem eigentlichen Dekalog sieht, der hier zwölf meist kultische Vorschriften enthält. J. M. Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 10. Mürz: Wien (506), 13.10: Schal!pl., u. a. Mahler. — Hilversum I (1875), 18.10: Bibelvorlesung. — Beromünster (540), Konzert, Milw, Waller Frey. — Kalundborg (12631, 20.30: U. a. Kubiriätein. — Bukarest (365), 21,45: Goldmark: Bauernhochzeit. — Luxemtwrg (1304), 23.30: Klaviertrio von Mendelssohn. Mittwoch, 11. März: Luxemburg (1304), 14.25: U. a. Rubinstein. — Budapest I (550), 12.05: U. a. Mendelssohn. Schumann-Heine: Die zwei Grenadiere; 18.40: 11. a. Moszkowski. — Oslo (1154), 19.40: U. a. Saint Saens: Samson und Dalila, — Stockholm (1389), 20.45: Honegger: König David. — Monte Onen (257), 21.20: U. a. Gounod; Die Königin von Saba. Donnerstag, 12. März: Budapest I (550), 13.40: D. a. Moszkowski. — Hilvcr.um II (302), 16.40: Bifielvorie.sung. — Wien (506), 19.25: IT. a. Mcycrheer. — Hilversum I (1875), 20.55: Konzert, Dir. Bruno Walter. — Radio Paris (1648), 21.45: U. a. Milhaud. Freitag, 13. März: Reval (410), 20.15: U. a. Goldmark, Mendelssohn. — Kowno (1935), 20.45: U. a. Mendelssohn, Korngold. — Luxemburg (1304), 21.10: U. a.: Verdi: Nebukadnczar. •— London National (1500), 23.20: U. a, Mahler, Sonnabend, 14. März: Kalundborg (1263), 16.10: U. a. Offenbach. — Luxemburg (1304). 17.10: U. a, Moszkowski. — Mailand (492), 20.35: Aus der Mailänder Scala: Die schweigsame Frau, Oper von R. Strauß, Text von Stefan Zweig. — Luxemburg (1304), 22.05: Konzert, Dir. Gregor Fiiellxerg. Erholungsheim des Jüd. Frauenbundes In Lehnitz bei Berlin. Lehnitz ist ein Erholungsplatz, kein Sanatorium und nicht etwa eine Heimstätte alten Stils für einen bestimmten Personenkreis mit vorgeschriebenen Ruhe- und Ausgehzeiten. Hier soll vielmehr jüdischen Menschen des Mittelstandes Gelegenheit geboten werden, längere oder kürzere Zeit auszuspannen, sich von den Anstrengungen der Arbeit und des Alltags völlig zwangslos zu erholen. Der Gast, der zum ersten Male nach Lennitz kommt, ist erstaunt, in so unmittelbarer Nähe Berlins (die Fahrzeit beträfet 40 Minuten im Vorortverkehr) ein solches Idyll der Ruhe und Abgeschlossenheit zu treffen. Oberhalb des Lehnitzsees, inmitten mcilenweit sich dehnender Wälder, liegt das zweckmäßig gebaute und mit allen neuzeitlichen hygienischen Einrichtungen, mit Warmwasser, Zentralheizung, Badern, versehene schöne Landhaus, dessen geräumige Terrassen und Baikone ebenso wie der große Waldpark ideale Plätze für Liegekuren sind. Auch für erholungsbedürftige Kinder ist in Lehnitz gesorgt. Im Kindererholungsheim werden sie von pädogogisch geschultem Personal sorgsam betraut, unter ärztlicher Ueherwaclmng, so daß kleine Rekonvaleszenten hier alles finden, was ihnen nötig ist, um sich gründlich zu kräftigen. — Anmeldungen: Verband Berlin des Jüd. Frauenbundes, Berlin- Grunewald, Königsallee 11 a. Tel.: Hochm. 3746. Sprechstunden: Dienstag 4—6 Uhr, Freitag 11—1 Uhr. Peßach-Reise des K. J. V. Auf vielfachen Wunsch von Interessenten ist die Anmeldefrist für die Peßach-Reise, die am 2, April Von Marseille aus beginnt, bis zum 14. März verlängert worden. Es sind noch Plätze in allen Klassen verfügbar, Anmeldungen müssen nunmehr umgehend erfolgen. Nähere Auskünfte im Büro: Bcrlin-Chartottenburg, Bleibtreustraße 50; C 1, 4736. Briefe an die Redaktion Die historische Fundierung des Purimfestes Ludwigshafen a. Rh., 8, 3. 36 Sehr geehrte Redaktion! Zu der Bemerkung in dem Artikel ,,Gedanken zu Pu* r i m“ in Nr. 19, daß die historische Fundierung des Purimfestes eine recht fragwürdige wäre, mochte ich ergänzend auf die Ausführungen Prof. Otto K i ß t e 1 d t s in seinem Buche ״E Anleitung in das Alte Testament“ (Neue thcologische Grundrisse), (Tübingen 1634, Mohr) hmwetsen. Prof. EÜßfekk bemerkt, daß die biblisehe Ucberlieferung darin recht halten kann, daß sie das Fest aus der Zeit der Perserheri schaft hcrleitot. An die Regierung des Xerxes, die, wie c• i zeigt, schon in grauer, vom Märdionschleier ülN?rdeckter Vergangenheit Legt, ist freilich nicht zu denken, aber di« Ausgange der Perserhcrr* schaft, also etwa die Mitte des 4. Jahrhunderts, kämen fiir die Entstehung des Festes wohl in Betracht. Freilich ist bei so früher Ansetzung von Fest und Buch anzunchmen, daß beides zunächst auf die östliche Diaspora beschränkt blich. Denn in Palästina ist beides bestimmt erst im 2. Jahrhundert v. Chr. bekannt geworden (S. 504). Die Erklärung, daß Estherhuch und Fest eine ״Spiegelung der makkabäischen Religion*- kämpfe“ waren, sicht Eißfehlt als ganz unwahrscheinlich an, bemerkt aber, daß der Annahme nichts im Wege stellen würde, daß erst die Makkabäerkämjjfe die Juden Palästinas, die bis zu dieser Zeit verhältnismäßig urtbehelligt, lebieti, zur UcbernahiiM* des Purim festes aufgcschlos^i gemacht. ״Zu ihr paßt, daß acr um 190 schreibende Jesus Sirach in seinem Preis der Väter (c. 44 bis 49) Esther und Mordechai noch nicht erwähnt, das um 50 v. Chr. verfaßte 2. Makkabüerlnu'h aber mit seiner Be- Zeichnung des Nikanortages als einen ׳Pag vor dem Mordechai- 'Pag liegend (15, 30) ganz deutlieh Kenntnis und Feier des Purimfeü’es im Westen voraussetzt. Ob und wieweit Buch und Fest hei der Uehernahmc durch die paläsiincnsi-eben Juden Aenderungen erfahren haben., wird sich schwer!!« h noch mit Sicherhei! feststellen lassen. Immerhin sprechen, wie Steuernagel gezeigt hat, beachtenswerte < liiinde dafür, daß das Datum des Purim-Feste^ dem des Nikanortag! s angepaßt Ei“ (S. 565). 1 lorhaeh! ungsvol! Rabb. Dr, Stcckclmacher JUBILÄUMS-KUNDGEBUNG des Keren Hajessod STUTTGART Dianstag, den17.März1936, 20.15 Uhr Im großen Saal des Gustav- Sleglehauses, Leonhardsplatz 28 RA Dr. SIEGFRIED GUMBEL *HeilbPonn als Vertreter des lar. Oberrats und das tar. 00• mefndevorateheramtos Groß-Stutigart, RA Dr. PAUL TÄNZER-Stuttgart als VertroUr des Jswlah-Agency-Komltscs und der ZOG. Stuttgart Dr. MICHAEL TRAUB-Berlln Realpolitik in Palästina Wege und Irrwege > Rettung oder Erlösung / Wanderer und Flüchtlinge ' 15 Jahre Hilfe durch Aufbau / Städte und Dörfer / Ansiodlung von Juden aus Deutschland / Krise und Bewährung Die Feierwird eingeleitet und beschlossen von einem Divertimento über hebräische Lieder für Streichinstrumente von Karl Haas und von Palästinensischen Volksliedern AusfUhrende: Der Sing- und instrumentalkreis der Jüdischen Kunstgemeinschaft. Leitung: Karl Adler Israelitischer Oberrat Isr. Gemeindevorsteheramt Qroß-Stuttgart TEPPICHHAUS ZENTRUM AeuBerste Preise för Teppiche Gardinen Lauter Berlin C2, Spandauer StraBe 28 an der KSnigetreße

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