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Jüdische Rundschau · 1936-03-10 · Heft 20 (10.3.1936) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 20 (10.3.1936)
Date
1936-03-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 20, TO. MAERZ 1936 m Ein jüdisches Fest Reporter, Rezensenten, überhaupt Zeitungsschreiber machen bekanntlich alle möglichen Eindrücke, bloß selten einen freudigen. Das kommt daher, daß sie alles Mögliche, nur selten etwas Freudiges zu berichten haben. Der sögenannte Endunterzeichncte freut sich, etwas Freudiges berichten zu dürfen. Er hat. man mag es glauben oder nicht, jetzt, 193(), hier in Berlin ein jüdisches Fest mitgemacht, das sowohl jüdisch wie festlich war. Die Mitwirkenden an diesem Fest waren hundertundfünfzig an der Zahl und alle zugleich auch die Zuschauer und Genießer. Es wurde in alter Weise gegessen und getrunken, es begann damit, daß man sich wusch, und es schloß mit dem Tischgebet. Die Toaste, ausgebracht von einigen der namhaftesten Rabbinen, waren mit hebräischen Kern- Sprüchen geradezu unterminiert und mit talmudischem Esprit komponiert, und die besten Kantoren sangen die schönsten liturgischen und volksnüiliigen jüdischen Melodien. Wie soll man die Stimmung während dieses Festes beschreiben? Es waren Menschen heiter, die tagaus, tagein mit Toten umgehen, dem Tod noch Leben abzugewinnen suchen, der Not Rückgrat, dem allgemeinen Schicksal ein wenig Stütze und Würde geben, und ihre Heiterkeit war von der gemessenen Art der Menschen, die sonst rasch, stumm und natürlich das Nötige schaffen. Es kann nicht anders sein, und alle Juden hier und überall sollten etwas davon haben, wo Not und Ende tagaus, tagein zum Umgang gehören, wo es darauf ankommt, aucn dem Untergang noch Leben und erst recht Leben abzugewinnen, Rückgrat und Würde zu halten und rasch, Monat der Zionistischen Organisation KUNDGEBUNGEN DER BZV. im Westen Dr. Michael Traub Auf der Suche nach Lebensraum Mittwoch, den 11. März 1936, 20.30 Uhr, Logenhaus, Kleiststroße 10 Dr. Joachim Prinz Der Gestaltwandel des modernen Judentums Donnerstag, d. 12. März 1936, 20.30 Uhr, Charlottenburger Festsäle, Kaiser- Friedrich-Straße 24 Borliner Zionistische Vereinigung still und natürlich das Nötige zu schaffen, ... ein besseres Heilmittel gibt es nicht einmal gegen Gespensterfurcht und eine bessere Heiterkeit nicht einmal für Feste. Dieses Fest, am 7. Adar, dem Todes- und Geburtstage Mosis, war die jahresübliche Ssuda der Chewra Kadischa Groß-Berlin. Die Chewra Kadischa, die Heilige Brüderschaft, ist ״ein Verein“, nein, sie ist die Gemeinschaft zur Pflege von Kranken, zur Wohltätigkeit und Bestattung der Toten. Sogar im kleinsten Lexikon stellt, daß sie allerorten die Urzelie der jüdischen Gemeinde ist, und wer ahnt, was die hiesige Brüderschaft, deren Seele Rabbiner Dr. Link ist, rasch, still und selbstverständlich tut, wird dem Lexikon recht geben. H. Eine Versammlung des Berliner Hechaluz Am letzten Sonnabend hielt der Berliner Snif des Hechaluz eine Versammlung ab, bei der Dr. Georg Josephsthal einen umfassenden Rechenschaftsbericht zur politischen Situation gab. Er führte aus, daß die Beendigung der Hochkonjunktur in Palästina uns vor eine neue Lage stelle und daß der Weg ins Land infolge der wirtschaftlichen und politischen Gegebenbeiten schwerer geworden sei. Ein jeder Einzelne müsse sich überprüfen, ob er in der Lage ist, diesen schweren und langen Weg mitzugehen. Die junge Generation stehe vor der Entscheidung, ob sie sich rechtzeitig auf ein neues Lehen einstellen oder ln eine sehr ungewisse Zukunft hineingehen wolle. Die Frage der Alijah ist heute in eine größere Ferne gerückt. Darum ist es verständlich, daß der Entscheidungswille vieler jungen Menschen schwächer geworden sei. Der Zionismus unterstütze jede aussichtsreiche Möglichkeit einer produktiven Eingliederung in irgendeinem Lande der Welt. Aber man müsse sich der Begrenzung solcher Auswandertmgsmöglichkeiten bewußt sein. Es kommen nur ganz wenige Ansiedlungspunkte in der Welt außer Palästina in Frage; insbesondere sei die Auswanderung der Mittellosen ein besonders schwieriges Problem. Nur in Palästina bestehe diese Verbindung zwischen jüdischem Kapital und jüdischer Arbeit. Darum sei es auch für den Hechaluz eine bedeutungsvolle Frage, wohin das jüdische Kapital wandert. Nach einer eingehenden Schilderung der gegenwärtigen jüdischen Situation in der Golah behandelte Josephsthal die Arbeitsmöglichkeiten, die in der gegenwärtigen Krise in Palästina besonders auszumitzen sind: Regierungsarbeiten, lndustrie und nationales Kapital. Es sei die Forderung aufzustellen, daß die Chawerim — auch wenn die Bezahlung hier geringer sei — bereit seien, diese Arbeitsplätze um der jiidisehen Sache willen auszufüllen. Die Arbeitsbeschaffung in Palästina vollziehe sich jetzt in einem langsameren Tempo, so daß der Hechaluz vielleicht in absehbarer Zeit in die Lage kommen könnte, die Hachscharah bis auf 3 Jahre auszudehnen. Es sei darum der Appell an die Chawerim zu richten, all ihre moralischen Kräfte zu entwickeln, um diese Wartezeit zu überstellen. Notwendig sei heute eine Steigerung aller Energien und eine fundiertere Kenntnis des Landes. Nationaler und religiöser Gehalt der Agadah Ueber dieses Thema sprach Prof. Dr. Hcincmann, Breslau,_ in der Berliner Misrachi-Gruppc. Das Judentum stellt, wie er ausführte, eine Synthese zwischen Nationaüsmus und Universalismus dar. Das jüdische Volk hat die Aufgabe, sich selbst zu erhalten, wie auch der Menschheit zu dienen. So wird der jüdische Nationalismus in gleicher Weise eingeschränkt und verstärkt. Die Grundlage der Bibel ist die nationale Existenz des jüdischen Volkes. Das Leben im eigenen Lande gilt als hohes Ziel. Gleichzeitig aber wird die Forderung gestellt: ״Ihr sollt ein heiliges Volk sein“. Zur Zeit des Midrasch war die politische Lage verändert gegenüber der vorexilischen Zeit der Bibel. Palästina ist nicht mehr allein das Land der Juden, z. B. lebten in Cäsarea mehr Griechen als Juden, und viele Juden lebten außerhalb Palästinas. Der Midrasch betont deshalb das religiöse Kriterium: ״Jude ist, wer sich zum Judentum als Religion mit seinen religiösen Formen bekennt“, das Natianale wird aber nicht vergessen. Der Midrasch hebt hervor, daß die Juden aus Aegypten befreit wurden, weil sie ihren Namen und ihre Sprache, also ihr nationales Kriterium, nicht geändert haben. Das Nationale wird religiös, das Religiöse national aufgefaßt. Die Stellung des Midrasch zu den P rosel yten ist nicht einheitlich. Der Jude hat einerseits die Waiirheiten seiner Religion, insbesondere die noaciiidischen Gebote der Weit zu verkünden, andererseits sind die Verheißungen der Bibel den Nachkommen Abrahams gegeben, her Talmud betont, daß angesehene Gelehrte Söhne von Prosclvten waren; diejenigen, die sich gegen die Aufnahme von Proselyien wenden, verachten nicht die Heiden, sie glauben nur, daß Monat der Zionistischen Organisation KUNDGEBUNGEN DER BZV. im Osten S. Tschertok Die Lehren einer nahen Vergangenheit Mittwoch, den 11. März 1936, 20,30 Uhr, Landsberger Straße 87 (BZV.-Helm) Dr. Max Nußbaum Zionismus — der Aufstieg einer Utopie Mittwoch, den 11. März 1936, 20.30 Uh1\ Haekescher Hof, Rosenthaler Straße 40-41 Berliner Zionistische Vereinigung Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV. Sonnabend, den 14, Marz 20.30 Uhr BZV-Heim Kantstraße 54 Hebräischer Abend, Palästinamonatsschau, M. Bialostocki, Dr. Ch. Borodianski Kultnrabteilung Sonnabend, den 14. März 2030 Uhr BZV-Heim Brilckenstr. 9 Oneg Schabbat Südost Sonnabend, den 14, März 15.30 Uhr BZV-Heim Oranienstraße 170 Kinderaufführunjf, Chore» Ausstellung von Kinderarbeiten Unkostenbeitrag Südost Sonnabend, den 14. Marz 2030 Uhr BZV-Heim Jäyerstr. 6 Oneg Schabbat Hermannplatz Sonnabend, den 14. März 20.30 Uhr BZV-Heim Rosenthaler Str. 44 Chug iwri Zentrum Sonnabend, den 14. März 20.30 Uhr Konditorei Hansa Flensburg־er Str. 19 Chug iwrl Hansa Mittwoch, den 18. März 20.30 Uhr Spandau Lindenufer 12 Dr. Hardi Swarsenakyj »Jüdische• Volk — Volk ohne Raum“, anschließend Palästina-Monatsschau Spandau Jüdischer Kuiturhund Berlin EL V. Die Veranstaltungen des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde und damit auch des Kulturbundes, Berlin £. V>, sind mit dem 15. März 1936 (Sonntag) wieder genehmigt. — Sämtliche Veranstaltungen vom 10.—14. März werden auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Die Vorstellungen der Kleinkunstbühne im Cafi Leon beginnen definitiv 17. und 18. März Für den 10. u. 11, März gelöste Karten gelten nun für den 17. u. 18. März MAX RIEGEL P*rl*rrStr.?S29 OTft - J 2 Oliv• 556? Behraucliten Lastungen 7.u kaufen gesucht. Off. u. J 989 an die Anzeig.-Abt., W 15, Meinekeatr.?0 115 S. Dyckatein mit seinen 6 Solisten Erich Elken I83cl Haimuth Wotff 1 Konzen / Tanz / Musikschau Tanzattraktionen ab 19. März 1936 . D.onnerstag Jeden Sonnabend Sonntag Anzeigen •Texte nicht im Brief sondern •tets «ui separatem Zettel erbeten. Nur deutliche Schrift garantiert fehlerfreie und gute Wiedergabe der Anzeigen. Verlangen Sie Zusendung der Anzeiecn-Preisliste und in den Großstädten den Besuch eines Vertreters Untgc dem Protektorat des Herrn Direktor Heinrich Stahl veranstalten wirSonnabend, den 14. März 1936, 20.30 Uhr, im Berliner Logenhaus, Kleiststr. 10, zugunsten der Jakob Teltel- Küche und der Jüdischen Winterhilfe einen Gesellschafts-Abend Im oberen Boris Kroyt- Quartett (Kroyt, Bernfeld, Lywen, Saal: Zoelander) unt. Mitwirkung v.VIctorManussBwItsch (Violine) Im unteren Saal: Max Ehrlich / Clalro Arnstein / Kapelle Fabian Hauptgewinn: Palästlna-Relse hin und zurück Tombola: einschließlich Verpflegung, gestiftet vom Atlantic-Express G. m. b. H,, Berlin NW 7, Friedrichstraße tOO Karten In beschränkter Zahl zum Preise von RM 5.— : Prager Straße 22, Jakob Teltel - Küche, Rosenstraße 2-4, Synagoge Fasanenstraße 79-80, beim Kastellan, erhältlich Hotel König von Portugal, BurgstraBo 18 Sonntag« den 15• Mitra 20» Uhr LGUfinSKI (ELOUI) / MBSGllKB Cberner) konferieren Camita SfUta und Rosenthal (HANNI ROSEN) .Kui _ , BALLAN und ander« Jüdlache Kunatler Vorverkauf E2 1525 XINO-SPIELPLAN VON DIENSTAG 6IS DONNEPSTAG Ksmmar- Licht-piei« a, Labnintr PI Wo 4.45,7.9.15. S«. ab 3 Uhr a«ain•- Liehtip.,Wi:meradorf«r Sir. 95 Ein Monn zmvial an Bord Bengali Damen• Mäntel MaBinf., nau« Msdallt, U1narb., bill.Stoffann., Alte tehfitzMiatr. 19II AlexaadarplaU ll!illlllllllllllllll!!ll!llll!lllllllll Klavierstimmer Perez G2 Stegi. 1920 llllllllllllllllllllllllllllll EIN PALÄSTINA-TONFILM der Urim Palestine Film Co. Ltd., Jerusalem hergestellt im Aufträge des Keren Hajessod, Jerusalem Nächste Aufführung in BERLIN Dienstag, den 17. März 1936, 20.30 Uhr Brüdervereinshaus, Kurfürstenstraße 115/116 Ansprache: Dr. Georg Josephthal Die für Montag, den 2. März 1936, gelösten Karten behalten Gültigkeit *Karten zu RM. I,—, 1,50 und 2,— im Vorverkauf in der Buchhandlung Gonzef, Oranienburger Straße 26; Buchhandlung Salles, Grenadier* Straße 30ן Atlantic-Express, Friedrichsfr. 100; Laden der Jüdischen Rundschau, Meinekestraüe 10; Ziyarrenhaus fcpstein, Jerusalemer Strafte 9; BZV*Heim, Kantstr. 54; Papierhandlung Lippmann, Trau• tenausfraße 16; Restaurant Kimmelfeid, Rosenthaler Straße 32; Finder, Alte Schönhauser Straß« 54, und an der Kassa Berliner Zionistische Vereinigung PALÄSTINA* FILMSTELLE der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Monat der Zionistischen Organisation Dr. Joachim Prinz Der Gestaltwandel des modernen Judentums Mittwoch, den 18. März 1936, 20.30 Uhr, Oranienstraße 170 {BZV.-Saal) Berliner Zionistische Vereinigung Konzert der Jüdischen Winterhilfe Am Sonnabend, dem 14. Mär*, 20.30 Uhr, im Baehnaal, Lütxowatr, 76 ■ 1t ״Aus Opern u. Operetten' Auweduuift!

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