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Jüdische Rundschau · 1936-03-10 · Heft 20 (10.3.1936) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 20 (10.3.1936)
Date
1936-03-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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0ז§זז*3 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 20, 10. Hl. T936 st'ma bewiesen hat, lassen auf weitere Möglichkeiten auf diesem Markte schließen. Die Saraael-Marks-Aktion lieber die Aussichten bei der großen Samuel-Mafks- Aktion für die Finanzen der Exekutive befragt, erwiderte Kaplan, daß sich die Dinge im gegenwärtigen Stadium noch nicht übersehe n lassen. Er begibt sich nach London, sowohl, um die Aussichten für das Projekt einer inneren Anleihe naher zu prüfen, als auch mit der aus Amerika zuriickgekchrien Delegation in Beratungen einzutreten. Das Ziel der Mitglieder der Agency bei den Londoner Verhandlungen wird sein, die durch die neue Aktion aufgebrachten Gelder der produktiven Arbeit in Palastina zuzuführen und zugleich ihre administrativ einheitliche V' e r w e n d 11 n g zu sichern. Wenn es gelingen wini, die hier genannten Finanzpläne zu realisieren, so kann die Arbeit der Agency von neuem verbreitert werden, was sowohl für die Stimulierung wie die Regulierung der Palästinawirtschaft von großer Bedeutung ist. Vergrößerte Aufgaben des Emwanderungsdepartements gl., Jerusalem, Ende Februar 1936 Neuorganisierung des Departements Das Einwandcningsdepai temc-ut der jewish Agency hat in den letzten Jahren seinen Aufgabenkreis stark erweit er n müssen und eine bisher!!!!gekannte Bedeutung für die zionistische Bewegung ״!! Ausland und im Land bekommen. Das I)cpaitement wurde bei der Neubildung der Exekutiveneu besetzt und steht jetzt unter der Leitung von l)r. Werner Senator, Zugleich wurde beschlossen, diesem Leiter zwei ״Unterstaat-sek! et.in•׳־ zu unterstellen; damit sollte einerseits den politischen Aspirationen der v e r ־ sclii oder! en Pa! t eien Rechnung getragen werden (es wurden seinerzeit so manche Zweifel darüber laut, ob diese Politisierung sich als günstig erweisen würde), andererseits erschien eine stärkere Besetzung der Abteilung durch leitende _ Beamte ninmienngüch. Heute läßt sieh das neue System bereits bis zu einem gewissen Grade beurteilen: Die Verstärkung des Stabes hat eine gewisse Besch leunig u 1t g der Ai beiten bewirkt und ,die Einsetzung der Beamten nach ,.politist licn“ (icMchi.spiinktcn hat sich zumindesiens nicht störend au-.ge\vir!.t. In der sehr heiklen Arbeit des Departements kann es als ein Plus gebucht werden, daß der Leiter parteimäßig nicht festgelcgt ist. Neue Aufgaben durch Masseneinwanderung Durch die M a s s e n e i!1 w a n 11 e r u!1 g der letzten Jahre haben sich die Aufgaben des Einwanderungsdeparteiuents außergewöhnlich nusgeweitet!!ml zu den bisherigen Arbeiten der Zertifikats Verteilung und der ersten Unterbringung der linnilgrantcn, die schon als solche durch die Massen, um die es ging, einen völlig neuen Charakter erhielten, sind neue Gebiete zu neuer Bedeutung gewachsen. Die Fragen der Schiffahrtspolitik haben einen großen Umfang angenommen. Die Frage der Hachscharah erhält heute ein neues Gesicht und ein viel größeres Gewicht. Es ist interessant, daß das Fjiivvanderungsdepartement heute in dieser Frage vielfach von den Erfahrungen ausgeht, die in der Hachscharah der Juden aus Deutschland gesammelt worden sind. Die Ausbildung dieser Fiawandermigskrcise, wenn sie an sich auch noch ihre großen Mängel hat, ist vielfach besser als der aus anderen Ländern, und es wird nötig sein, die hier gesammelten Kenntnisse und die dort entwickelte Praxis auch für die Hachscharah in anderen Aus- Wanderungszentren anzuwenden. Auch aut dein zweiten großen Gebiet, das heute mit dem EinwandcrnngsdcparUment verbunden ist, der s o z i a I e n Fürsorge, haben die Institutionen, die durch und für Ein- Wanderer aus I )euDch'ainl geschaffen worden sind, wichtige Vorarbeiten geleistet. Es ist unvermeidlich, daß mit der Bildüng einer echten Massen ein Wanderung 11 ach Palästina das Problem der sozialen Fürsorge in Palästina einen weit großereu Umfang aiminnit, als wir es vorher im Laude kannten. (Wir haben auf diesen wichtigen Problemkoinplex bereits mehrfach in iiu-cmi Berichten biiigewiesen. — gl.) Es kommt jetzt darauf an. die!! esamnieUeii Erfahrungen anzuwenden Und eine Linw.r’.dr: erfiu -or..:e zu schaffen, die der veränderten Lage gerecht nah }•'s kg v׳• r 10n;ig; nicht leicht, bei aßen Instanzen im La 11 de di׳• \i! 'fach ״״ch nach den alten Begriffen und MighoJcn arbuteii, da-, Verständnis für die neuen Rediirfiib-e zu erw׳-. kr!;, und alle Versuche, die bisher gemacht worden sind, mußten in zu geringem Umfang gehalten werden, weil sie mit den kleinsten finan/ielien Mitteln auszukommert hatten. Fs ist jedoch bereits als ein Fortschritt zu bezeichnen, daß durch die erwähnte• Verstärkung des Stabes im Einwantlerun;odejKirtciin-nt für beide Gebiete, sowohl für Fürsorge als auch Ausbildung der Immigranten, zuständige Stellen geschaffen worden sind. Die Möglichkeiten der Einwanderung Das l111migrationsde!rartc1nent hat, wie kaum eine andere Abteilung, der Exekutive der Jewish Agency unter der S p a n 11 11 n g ,׳ w i s c 11 e n W ü 11 s c!1 b a r e m und M ö g - liehe m zu leiden, die für das gesamte Palästinawerk charakteristisch ist. So ׳groß auch die Immigration der letzten Jahre war —־־׳־ besonders im Verhältnis zu anderen Ländern und der Situation Palästinas vor etlichen Jahren betrachtet —, so iiat sie doch nie dem Aimtunn der auswanderungshungrigen Juden in den verschiedenen Ländern der Galuth entsprechen können. Das Linwamiengigsdepartement war daher immer in der schwierigen Lage, nur einen Bruchteil der Ans p r ü c 11 e 1) e f r i e d i g e!1 z 11 k ö n!1 c!1. War das schon so in den Zeiten der g r o ß e n ״ßclicdiiie“, so wurde die Lage momentan noch komplizierter, Die Regierung hat in letzt er Zeit, vor allem durch verschiedene administrative Maßnahmen, eine Verdünnung des Einvvandcrungsstromes zu erreieben gesucht. Die Kontrolle über die illegale Einwanderung ist so verschärft worden, daß sie immer mehr zurikkgegangen ist. Die Legalisierung der Touristen, die als Kapitalisten ins Land gekommen sind, wird administrativ erschwert (Forderung an die Applikanten, in ihr Ursprungsiand zurückzukehren und von dort um eine Einreisebewilligung nachzusuchen). Es scheint, daß durch diese Maßnahmen auch die echte Touristik zu einem Teil inhibiert wird. Dazu kommt eine Beschneidung der Verwandtenein wänder u n g. Diese hat in den letzten Jahren im Lande einen großen Umfang angenommen. Nach der jetzigen Handhabung bei der Verwandteneinwanderung ist diese de facto fast völlig aut die Immigration von Kindern und Eltern beschränkt, während früher auch andere Verwandte in größeren Zahlen ins Land kamen. Nimmt man dazu die geringere Zertifikatsquote, die für dieses Halbjahr bewilligt worden ist, so ergibt sich für den Moment eine starke V e r r i n g e r u n g der Einwanderungsmöglichkeiten. Demgegenüber steht jedoch der große Druck!1 e r Massen, die ins Land drängen, und die Verteilung der Das Neueste in Kürze Im Anschluß an das zwischen der französischen Regierung und den syrischen Nationalisten getroffene Ucbcrcinkommen drängen die palästinensisch-arabischen Zeitungen ״Alliwa“ und ״Al lslamia“ auf Aufschub des Legislative Council für Palästina. Dieser habe gar keinen praktischen Wert für die L)urchsetzung der arabischen Forderungen. Auf den belgischen und den italienischen Konsul wurde, als sic im südlichen Teil von Jaffa am Strande in der Nähe der jüdischen Siedlung Bajit Wegan einen Spaziergang unternahmen, von einem mit einem Doich bewaffneten Araber ein Ucberfali verübt. Den beiden Konsuln gelang es, den Angreifer in Schach zu halten und sich in das Gebiet der jüdischen Siedlung in Sicherheit zu bringen. Prinz Mohammed S e 1 i in, der Sohn des verstorbenen türkischen Sultans Abdul Hamid, erhebt Anspruch auf weite Strecken Landes in der Umgebung von Jaffa, die auf den Namen seines Vaters eingetragen sind. Prinz Mohammed Selim wird durch einen jüdischen Anwalt vertreten. Sollte er seine Ansprüche durchsetzen, so wäre damit ein Präzedenzfall für Ansprüche auf weite Strecken staatlichen Bodenbesitzes in Palästina geschaffen, die früher Eigentum des Sultans waren. Wie das Wahlkomitee des Waad Leumi mitteilt, wird die Wahl des neuen palästinensischen Oberrabbiners als Nachfolger Rabbi Kuks im April erfolgen'. Anläßlich Fasten Esther fanden sich zahlreiche Mensehen aus allen Teilen des Landes an der Klagemauer ein, die ihren Schmerz über das drohende Schechita-Vcrbot in Polen zum Ausdruck brachten. Obgleich Öffentliche Purimfestlichkeiten für Erwachsene in Tel-Awiw abgesagt worden waren, herrschte bei den Kindern große Vorfreude auf Purim. Das Programm umfaßte ein Purim-Festspiel von Berkowitz, lebende Bilder und Tänze der Kinder in den Straßen. Mit Rücksicht auf die Unsicherheit, die in letzter Zeit in Teilen Nordpalästinas herrscht, hat der Kommandant der Palästina-Polizei, Spicer, die Siedlungen K i r j a t C h a j i m, Jadschur und N a 11 a 1 a 1 besucht, um dort Polizei- Stationen cinzurichlen. Der Keren Kajemeth hat in Kirjat Chajiin eine Parzelle für eine solche Polizei-Station zur Verfügung gestellt. Anläßlich des Todestages Trumpeldors wurde in der Großen Synagoge von Tel-Awiw ein Gedenk-Gottesdienst abgclialten, der von der Jüdischen Offiziers-Liga, der Offiziere aus verschiedenen europäischen Armeen angehören, organisiert wurde. Unter den Rednern befanden sich die Oberrabbiner Arniel und Uzicl. Die Palästina-Regierung hat mit dem Bau eines Mi!ltärflughafens in Zerka (Transjordanien) begonnen. Der Kosten Vorschlag beträgt -15 000 Pfund. Für den Arbeilslosen-Fonds der Histadruth sind bisher fast ■10 000 P f u n d aufgebracht worden. Der Minister für die Kolonien J. H. Thomas hat das Ehrenpräsidium der englischen Ausstellung auf der Levante- Messe in Td-Awiw übernommen. Es besteht die Aussicht, daß Minister Thomas anläßlich der Eröffnung der Messe am 30. April eine Ansprache halten und daß der englische Rundfunk diese Ansprache übertragen wird. Der bekannte griechische Industrielle und Präsident des griechisch-palästinensischen Komitees, Epaminoudas Charilaos, ein Nichtjude, hat 100 000 Drachmen für die Errichlung eines griechischen Pavillons auf der Levante-Messe in Tel-Awiw gespendet. Zn Ehren des neuernannten südafrikanischen Kommissars Michael H a s k e I 1, der im Auftrag der Südafrikanischen Union ehrenamtlich in Palästina für den Ausbau der palästinensisch-südafrikanischen Handelsbeziehungen tätig sein wird, veranstaltete die Ifieo (Industrial and Financial Corporation of Palcstinc) einen Empfang, dem M. M. Ussischkin und ändere führende Persönlichkeiten der palästinensischen 'Judenheit beiwohnten. Schalom Asch ist in Palästina cingetroffen. Hermann Heuser, der Mitbegründer des ״Theatron- Iwri“ in Haifa, das am 12. März im Thcatron ״Orah“ mit ״Othello“ eröffnet wird, spielt in dieser Aufführung den Jago. In einer sehr interessanten hebräischen Broschüre, betitelt ,,Sonnenkinder“, geben Prof. F. S. Bodenhcimer und A. Kaszelski eine Einführung in die Schmetterlingsk u n d c P a 1 ä s t i!1 a s (Verlag Hatewa wehaarez, Tel-Awiw, Mendelestr. 4). Das Buch enthält neben vielen Bildern auch eine Anleitung für die Bestimmung der Zugehörigkeit von Schmetterlingen zu Gruppen und Familien. Michael A s s a f, den Lesern der ״Jüdischen Rundschau“ als unser Mitarbeiter bekannt, hat soeben ein hebräisches Buch über den Oberst Lawrence veröffentlicht. Das Buch trägt den Titel ״Lawrence in Leben und Legende“ (Verlag Dawar, Tel-Awiw). Der ausgezeichnete Kenner der arabischen Geschichte und arabischen Verhältnisse gibt hier eine umfassende Darstellung eines der interessantesten Kapitel der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, das auch die Beziehungen Englands zu Arabien sciiarf beleuchtet. Wir werden auf das Buch noch zurückkomnten. Der Kantons-Plan für Palästina London, 6. März. (JTA.) Bei einem Vortragsabend, der in der Royal Asian Society unter dem Vorsitz des trüberen High Commissioners für Aegypten, Lord Lloyd, stattfand, sprach der ehemalige Sekretär der Palästina-Regierung, L. G. Archer C t! s t, über seinen vor kurzem in der Zeitschrift ״Spectator“ dargelegten Plan einer Einteilung Transjordaniens und Palästinas in je einen autonomen arabischen und jüdischen Kanton. Er erklärte, diese Kantonseinteilung sei eigentlich praktisch schon verwirklicht. Die jüdischen Kolonien bildeten geschlossene Komplexe in den Ebenen, während das Gebirgsla!1d für die intensive Bewirfschaftungsform nicht geeignet sei, die zur A1!frech(erhaltung des jüdischen Lebensstandards erforderlich ist. Dem Vortrag folgte eine Aussprache, in der Prot. Gibbs die Ansicht äußerte, es besiehe wenig Aussicht, daß der Plan von Juden oder Arabern angenommen werden würde. Zwar würde der jüdische Charakter gewisser Siedlungsgebiete durch die Verwirklichung dieses Planes gestärkt werden, andererseits würde die Kantonisierung aber eine drastische Einschränkung der jüdischen Einwanderung nach Palästina zur Folge haben und darum sei die Annähme des Planes durch die Juden so gut wie unmöglich. Auch Prof. Norman B e n t w i c h wandte sich gegen den Kantonisierungsplan. Die Politik müsse davon ausgehen, daß Juden und Araber trotz aller politischen üifferenzen gemeinsame wirtschaftliche Interessen haben. Seit der Schaffung des Mandats habe es siel! gezeigt, daß die Araber nur dann einen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren werden, wenn Juden nach Palästina kommen. Colonel Newcome erklärte dagegen, vieles spreche für den Plan; er verlangte, daß die Vorschläge von einer königliehen Kommission gründlich geprüft werden. Deutsch-palästinensischer Außenhandel 1935 Das soeben erschienene Heft 4 der Zeitschrift des Statistischen Reichsamts ״Wirtschaft und Statistik“ berichtet über die Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Deutschland im Jahre 1 9 3 5. Der Ueherschuß der Einfuhr deutscher Waren nach Palästina über die Ausfuhr palästinensischer Güter nach Deutschland ist wiederum angewachsen. Die Ausfuhr palästinensischer Waren nach Deutschland, die sich von 1933 (5,7 Millionen) auf 1934 (lf,9 Millionen) verdoppelt hatte, ist 1935 durch die einschneidenden Maßnahmen zur Aktivierung der deutschen Handelsbilanz aut 5,1 Millionen RM. gesunken. Dagegen hat sich der Bezug von Gütern aus Deutschland wieder erhöht. 1932 betrug die Einfuhr aus Deutschland nach Palästina 8 Millionen RM. 1933: 11,4, 1934: 16,6, 1935 war der Betrag von 21 Millionen RM. erreicht. Während also 1931 noch rund zwei Drittel soviel von Palästina nach Deutschland geliefert wurde, wie Palästina aus Deutschland bezog, war die palästinensische- Einfuhr aus Deutschland 1935 viermal höher als die Ausfuhr nach Deutschland. Der Ueherschuß der Einfuhr aus Deutschland über die Ausfuhr nach Deutschland erhöhte sich demzufolge von 4,7 Millionen RM. im Jahre 1934 auf 15,0 Millionen RM. im Jahre 1935. Ein so honcr Einfuhrüberschuß ist in den Handelsbeziehungen zwischen DeutscF'and und Palästina seit über zehn Jahren nicht mehr erzielt worden. Albert J. Phiebig vorhandenen Zertifikate macht daher vielfach außerordent- Hohes Kopfzerbrechen. Eine bestimmte Gliederung der vorhandenen Zertifikate ist bereits durch die Regierung gegeben, die nach verschiedenen Kategorien (Facharbeiter, Landarbeiter, namentlich angeforderte usw.) vorgeht. Weitere Richtlinien für die Verteilung der Einwanderung geben die Kongreßbeschlüsse. Ferner müssen die Forderungen der verschiedenen Organisationen und Wirtschaftsgruppen (von der Agudath Jisrael bis zu den Arbeitern) beachtet werden, und schließlich sind die Zertifikate auf eine lange Reihe von Ländern aufzuteiien. Zieht man zum Beispiel in Betracht, daß bei der Vergebung der letzten Quote 40 Ko auf Polen, 32 ״/׳■׳ auf Deutschland, 10 0/0 auf die orientalischen Länder (Yemcn, Persien usw.) entfielen, so ergibt sich, daß für alle anderen Länder der Erde insgesamt 18 0/0 aller Zertifikate zur Verteilung blieben, was also eine verschwindend geringe Anzahl bedeutet. Masseneiawanderung und Selektion Eine Frage, die das Einwanderungsdepartement seit Beginn der Masseneinwanderung besonders beschäftigt, ist die Auswahl der Einwanderer. Hier ist einerseits durch den verbreiterten Strom der Immigranten, andererseits durch die Flüchtlinge, die bei der Zertifikatsausgabe berücksichtigt werden müssen, eine schwierige Frage geschaffen worden, die dringend ihrer Lösung harrt. Es kommen Menschen ins Land, die nicht arbeitsfähig sind und in keinem Falle so weit arbeitsfähig gemacht werden können, daß sie den unbekannten und schweren Bedingungen des Landes stand halten. Die eine Lösung dieser Frage, die Einrichtung einer umfassenden Imrnigrantenfürsorge, wurde bereits erwähnt. Jedoch ist es nötig, so weit wie möglich überhaupt die Ein- Wanderung dauernder ״sozialer Fälle“ auszuschließen. Eine Selektion der Einwanderer, vpr allem auch vom medizinischen Standpunkt, ist dringend notwendig, da immer wieder Menschen mit hereingeschwemmt werden, für die Palästina nicht aufkommen kann und die der Fürsorge der Gemeinde, aus der sie kommen, hätten tiberlassen bleiben müssen. Die Instanzen, die sich im Lande mit soziale! Arbeit befassen, sind sich seit langem über die Dringlichkeit dieser Selektion klar, aber bisher ist es nicht gelungen, hier durchgreifende Aenderungen zu schaffen. Die lnforination der jüdischen Instanzen der Auswanderungsländer und die Schaffung entsprechender organisatorischer Sicherheiten ist von entscheidender Bedeiüung. Denn sonst könnte die ganze produktive Einwandererfürsorge, die eine Vorbedingung der W e i t e r f ii b r 11!1 g der Einwanderung ist, durch diesen Zustrom untauglicher Elemente ernsthaft in Frage gestellt werden. __ Dr. Alfred Schwarz, den Berliner Zionisten unvergeßlieb aus seiner Arbeit in der!’■ZV., als langjähriger Vorsitzender der Keren Kajemcth-Kommission für Deutschland um die zionistische Arbeit verdient und allen Angehörigen der aktiven zionistischen Kreise Deutschlands wohl bekannt und geschätzt, beging dieser Tage in Tel-Awiw, wo er jetzt als Arzt praktiziert, seinen 50. Geburtstag. Alfred Schwarz hat als Mensch und als Zionist viele Freunde, und die zionistische Oeffeiitliclikeit weiß, daß er einer der besten und zuverlässigsten Männer in der zionistischen Arbeit Deutschlands war. Zu seinen! 50. Geburtstag wenden sich ihm die Glückwünsche der Zionisten Deutschlands zu, die sich freuen, daß es ihm vergönnt ist, diesen Jubeltag am Beginn eines neuen schönen Lebensabschnittes in Ercz Isiael zu begehen. Wirtschaftsinformation über Palästina. Die Repräsentanten der Industrial and Financial Corporation of Palestine Ltd, in Holland, Hans Goslar und Dr. Franz Leder mann, die sich um die Gewinnung seriöser Bank-, Wirtschafts- und Industriekreise für langfristige Anlagen in Paläs'inawcrten bemühen, geben Berichte über die Möglichkeit von Kapitalanlagen in palästinensischen Werten heraus, die einen Ucberbüek über die Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft in der jungsteil Zeit geben, auf das Interesse holländischer Wirtschafts־ kreise am Palästinaaufbau hinweisen und sich sodann mit einer Reihe palästinensischer Aktiengesellschaften und ihrer wirtschaftlichen Situation im einzelnen beschäftigen. Die Berichte, die monatlich erscheinen, geben einen guten Uebcrblick über wichtige Bezirke der palästinensischen Wirtschaft. Der Dampfer ״Tel-Aviv“ fährt ausnahmsweise am Donnerstag, dem 23. April, von Triest ab, um rechtzeitig zur Eröffnung der Levantemesse in Palästina einzutreffen. (Schluß des Palästina-Teils)

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