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Jüdische Rundschau · 1936-03-06 · Heft 19 (6.3.1936) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 19 (6.3.1936)
Date
1936-03-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 19, 6. III. 1936 JOOfSC״* punoschau Architekt Carl Rubin, der Erbauer des Museums, der auf einem Seuhau!•inen schweren I 'nfall erlitt f'olo: Archiv Die Neueröffnung des Tel-Awiwer Museums*) Von unserem palästinensische״ Korrespondenten gl., Tel-A wiw, 25. 2. 36 tüer nHl,gl1 .Comrnissioner eröffnete (wie bereits kurz gemeldet, Red.) in diesen Tagen den Neubau des Tel-Awiwer Museums. Neben Dizengoff, dem Initiator des Museums und des Neubaus, Mitgliedern der Stadtverwaltung und Regierungsbeamten hatte sich eine große Anzahl von Künstlern und an der künstlerischen Entwicklung der Stadt interessierten Persönlichkeiten cingefunden. Die Beziehung der Oeffentiichkeit war zu dem geplanten Museum zunächst einigermaßen kühl, Gerade die kultivierten Elemente in der Stadt hielten vielfach die neue Gründung für ziemlich aussichtslos. Sie kannten die kolossalen Gebäude von London, Paris, Berlin und Italien mit ihren Sammlungen um! verbanden unwillkürlich mit dem Begriff Museum die Vor- Stellung des Louvre oder der Uffizien. Es schien fast unbescheiden, in der Kleinstadt Lei- Awiw, die ja vor vier Jahren nur einen Bruchteil der gegenwärtigen Bevölkerung be.aß, überhaupt mit der Gründung eines Museums zu beginnen. Aber weder Dizengoff, der den Anstoß z.u der Gründung gab, noch seine Mitarbei.cr ließen sich abschreekeu. Ls warden in Palästina selbst und im Auslande Kunstwerke gesammelt, ln den engen Räumen des Museums häuften sich die Bilder, Graphiken und Plastiken, und bald wurde es deutlich, daß man einen Schritt weitergehen und an einen entsprechenden Umbau des Hauses denken konnte. Dizengoff stellte dem Museum sein Haus zur Verfügung, es wurden Pläne für den Umbau gemacht und eine vollständige Aenderung und Vergrößerung vorgenommen. Der Architekt Karl Rubin, der für den Neubau verantwortlich «st, hat aus dem früheren Haus, das eine Bank und Wohn״״- gen enthielt, etwas völlig Neues zu schaffen verstanden, und die Probleme, die ein derartiger Bau stellt, gilt gelöst. Heute Stehen dem Museum neben grollen Sälen, die klär gegliedert und gut belichtet sind, kleinere Räume für Graphik,■iiisstelhm■■ gm zur Verfügung. Die Schätze, die im Laufe der letzten vier Jahre angesammelt sind, kommen schön zur Geltung. Man sieht, daß hier bereits eine beachtliche Sammlung sowohl von alten Meistern als auch von Modernen zusammengekommen ist, die noen dazu mit viel Geschmack zusammen■• gestellt und ins rechte Licht gerückt ist. Den Leitern des Museums, Kan 111 k und Schwarz, gebührt warne Anerkennung. Bei der Eröffnung wurde zugleich in einem der großen Säle eine Ausstellung palästinensischer Maler gezeigt. In Europa mit seinen grollen Museumsschätzen, wo auch in einer Mittelstadt ein städtisches Museum zu den Selbst- Verständlichkeiten gehört, wäre vielleicht der Bau eines der- Artigen Gebäudes von nicht so großer Bedeutung. In Palästura und in Tel-A wiw liegen die Dinge anders. In diesem Lande des Orients, dessen jüdischer Sektor in allen Lehensaußerungen völlig Europa zugewaiult ist, kann ein derartiges Museum, besonders wenn es, wie das genannte, mit Geschmack und Verständnis geführt wird, zu einem wichtigen Kultur- und E r z. i e h n 11 g s f a k t o r werden. Man muß bedenken, daß es in Palästina sonst keine öffentlichen Kunst- Sammlungen gibt (das Rockefeiier-Museum in Jerusalem, das jetzt eröffnet werden soll, dient archäologischen Sammlungen). Der Einwanderer, der aus Europa kommt, zehrt bei dem Aufenthalt im Lande an den dort gesammelten Eindrücken und holt auch gelegentlich einmal seine Photographiensammlungeii heraus, um seine״ Kindern ein Bild von italienischer und griechischer Kunst, von den Sammlungen der europäischen Hauptstädte zu geben. Die Generation jedoch, die hier aufwächst, hat nichts, an der sie die Ent- Wicklung der Kunst illustrieren, ihren Geschmack bilden, Anregungen für eigenes Schaffe״ finden kann. Es muß diesen Kindern überaus schwer werden, sieh überhaupt einen Begriff von dem großen Gebiet der Kunst zu bilden. Das Museum in Tcl-Awiw kann hier eine sehr fühlbare Lücke ausfüllen und zu einem bedeutenden Buchings- und Kulturfaktor werden. Selbstverständlich kann es heute nicht mehr als einen Blick in einige Kimstgebiete gestatten. Es ist zwar erstaunlich, daß cs 111 wenigen Jahren gelungen ist, eine so große Anzahl von Kunstwerken, und zwar guten Kunstwerken, zusammenzubringen. Der von der Museumsleitung herausgegebene Führer zeigt eine stattliche Liste. Aber es ist andererseits nur natürlich, daß diese Arbeit erst in den Anfängen steht und daß cs darauf ankommt, sie weiter auszubauen. Die Möglichkeiten dafür sind günstig eiiizuschätzen. Das Museum hat sich drei Hauptziele gestellt: Kunstgegeiistände zu sammeln mul dem Publikum zugänglich zu machen; ein Zentrum für die jüdischen Künstler in Palästina und im Galuth zu bilden; und schließlich Gegenstände der jüdischen Folklore zu sammeln. Diese drei Ziele durften sich sowohl für die Künstler wie für die Sammler als auch fiir das all- *) Siche auch den Bericht in Nr. 16 vom 25. Februar. gemeine Publikum attraktiv erweisen. Ls müßte möglich sein, Kunstwerke aus aller Welt für das Tel-Awiwer Museum zu bekommen, und die Bemühungen der letzten Jahre haben ja auch bereits gute Erfolge gezeitigt, in Tcl-Awiw selbst ist eine weitere Förderung des Museumsvoreins eine wichtige Aufgabe. Mit der Neucröffming des Museums, das jetzt seinen Sammlungen einen entsprechenden Rahmen gegeben hat, hat das Publikum die Möglichkeit zur Betrachtung guter Saturnlungen, der Lehrer eine Gelegenheit, seiner Klasse einen lebendigen künstlerischen Anschauungsunterricht zu geben, der malende und bildende Künstler ein Zentrum und eine gute Ausstelhmgsmöglichkcit. Schließlich befindet sich bei dem Museum auch der Beginn einer K u 11 s t b i b I i o t h e k, die genaueres Studium und Naclischlagearbeiten e.niöglicht, eine Abteilung, die ebenfalls des Aushaus bedarf. Die vielversprechenden Anfänge verdienen in jeder Beziehung die Hilfe des Publikums. _ Der Prozeß gegen die Mörder des Polizisten Rosenfeld ln Dschenin begann unter dem Vorsitz des englischcn Polizeirichters ()live Curry das poiizeigerichtliehe Verfahren gegen acht Araber auf Grund folgender Anklage: Komplott zur Ermordung von Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft in Palästina, Mord an dem Sergeanten Rosenfeld, Mord an dem englischen Polizisten Reginald Mott, Mordversuch an dem Polizisten Frank Reader. Nachdem insgesamt •15 Zeugen für die Anklage vernominell worden waren, wurden alle S arabischen A 11 g c k lagt c n d c m K r i m i n a 1 g e r i c h t zur Ab- 11 r t c i I 11 n g ü b e r g e h e 11. Zeugen für die Verteidigung waren in der Verhandlung nicht erschienen. Eine Reihe von Zeugen hatten ihre der Polizei gegenüber abgegebenen Er- Klärungen widerrufen. Gegen zwei Zeugen schwebt ein Meincidsverfahrcn. Einer der Angeklagten hat ein Geständnis abgelegt. (Palcor.) Der Boden für die Szold-Siedlung gesichert Wie uns mitgeteilt wird, ist es der Leitung des Keren Kajemeth gelungen, einen Teii des Bodens, der für die Gründung einer Siedlung auf den Namen von Henrietta Szold Benötigt wird, zu sichern, und zwar handelt es sich um eine Fläche von etwa 800 Dunam in der Nähe der alten jüdischen Siedlung Ge der ah. Hiervon wurden bereits 190 Dunam an die künftigen Siedler übergeben und von ihnen unter den Pflug genommen. Auch der Rest des Bodens soll demnächst den Siedlern übergeben werden. I)ie PhiHmizia-Clasu'erhe bei Haifa werden in den nächsten Taxen ihre Produkt Um von (.Uns für [■'eilst rscheii ei! beginnen. I nser Bild zeigt das Tabrikgehäude (Bau nach den Plänen 'und unter Leitung eon Emanuel Roer, Haifa, F öto : H0ff Seite 15 Wolkenkratzer in Jerusalem In Jerusalem werden felzt zivisehen und. dem Bezalel eine Reihe von neuen die einen neuen, in Jerusalem bisher in dieser nicht üblichen Typ der Mietskaserne d.arsiellen 1 her King (ieorgestr. Hochhäusern gebaut, tieser Art noch ,:!■:. F»d״T Hebraisierung der Neueinwanderer In der Zeitschrift ״N i w 11 a - k w u /; C.hcwer ha-kwu/nth und der Gordonia, Baraz aus Dcgania einen Leitartikel 71111 dem Organ des veröffentlicht Jose! N uns b r a 1 s 1 e r u n g u e ״Verhehlen wir für das Hebräische g Kwuzoth nicht meii hebräisch, aber das im täglichen Leben iand, aus denen die kommt, sind nicht nicht nur den 1״ lerhalii/'־, Kibbuz-Leben in Palastn c 11 c 1 n w nicht die ¬ז. I) ו 1 n; Wh esimken r bekam l higlu.'k danach 1 Kwuza-Bcwc hebrai'-'iert. omleru Das st, 1 links H'Ol'lSjsS!1 11 i. 111 . . . I )ic )blcill da f! wirc MUÜ der Heder E in um ־ ’k: ifer;cm nicht über die Frage, aber inan ל Praxis über die!,flicht, I lobrnPch den alten Kwuzoth spricht dort gibt es manche, die die durch jiddische Witze zu w hl:!/! treu hat-, muu ui man Ire ,Sch«; zeig 1 1,t; v11״ ihnen de im Ausiiwuchs bebeeinflußt r das ganze -1• tüten gar lach in der hinweg׳■, ln . Aber auch ir llebrai'Ch ganze Satze W cg zum sehr naher nulci's die 1, und sie t das I le- Henrietta Szold und die religiöse Jugendaliiah. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Unter den mannigfachen Ehrungen, die Miß Szold anläßlich ihres 75. Geburtstages erfahren hat, svmbolisierte die ihr durch das Komitee für religiöse Jugendalijah zuteil gewordene vielleicht am besten die charakteristische Synthese ihres gleicherweise national, religiös, sozial gerichtetes Lebenswerkes. Line Ab- Ordnung, der Alexander Adler, Dora E I i n e r, Prot. Adolf Fraenkel, Dr. Friedrich O I I e n d o r f, Dr. Ernst Simon, Mosche Unna (Kibbuz. Rodges) und Dr. Oskar Wolfsber g angehörten, überreichte eine hebräische Ehrenurkunde, die in Form einer Mcgillah geschrieben ist und u, a. den Beschluß enthält, dem ersten Gcmeiiischaftshaus in dem (auf KKL-Bodcn bei Kfar Chassidirn erstehenden) religiösen Jugenddorf den Namen Henriette Szold zu geben. Außerdem überreichte die Delegation verschiedene Produktionen der Komileemitgiieder, ü. a. ein Mäunerbildiiis von der Hand Hermann Strucks, und eine Reihe von Büchern. I>ie Ansprachen betonten den Dank des Komitees fiir die bisherige Arbeit Miß Szolds zugunsten der A.'ijah religiöser Kinder und Jugendlicher aus Deutschland, aber auch die tiefe Sorge, die aus dem Mißverhältnis der in Deutschland gemeldeten Zahl der Kinder und der in Palästina zur Verfügung stehenden Plätze entspringt. Miß Szold, die sehr bewegt antwortete und sofort auf die praktischen Einzelfrageii über das neu zu errichtende Jugcnddorf einging, bezeidmete es wenige läge später in einer Versammlung, die im Hause des Jerusalemer Stadtrates Chaim Salomon stattfand, als eine Schande Erez Israels, daß es bis heute gerade für die religiösen Kinder noch keine genügenden Aufnahme 111 Ögiidikeiteii geschaffen habe. Ihr Appell verfehlte seine Wirkung nicht. auf jiddisch ein, uml von eia intimen Gespräch in jiddischer Sprache - Weg. 111 den neuen Kibbuzim sind e Mädchen, die untereinander IhUImch - beeinflussen die ganze Gemeinschaft. Ma! bräisclic zur Sprache der Versammlung! 11, der Arbeitsverteihing — zur ״offiziellen" S p r a c ii e. Im Privatgespräcli, bei der Arbeit spricht man in letzter /eit viele Sprachen, nur nicht hebräisch. Das ist die bittere Wahrheit. Gott hat uns einen S(Indenbock geschickt -- die I invfaiiderer aus Deutschland. Die sind natürlich an allem schuld.^ Aber das ist nur eine Lüge, nicht sie sind die Schuldigen. Gerade sie lernen in der Vorbereitungszeit, 111 Berlin und auf dem Schiff mit ungewöhnlichem Ernst. Sie glauben eben, daß man in Palästina hebräisch können muß. Aber sie werden verdorben, sobald sie ins Land kommen. Dann überzeugen sie sich, daß die Sache nicht so schlimm ist, daß das keineswegs 111111mßänglich nötig ist. Man versteht sie und bemüht sich, mit ihnen in einer Sprache zu sprechen, die auch sie verstehen. Und das ist keineswegs allein die Schuld der Olim aus Deutschland, die polnischen, die litauischen Olim sind dafür nicht weniger verantwortlich als sie. Polnische und ]Panische Olim, die noch den Glieder und das hebräische Gymnasium besucht haben, auch sie nehmen die Pflicht, hebräisch zu sprechen, nicht ernst. Wohin wird uns die Entwicklung der Dinge führen? — Man spricht bei uns viel gibt viele Probleme und viele Diskussionen; uns das alles, wenn wir Ohne lebende Sprach. Man wird hebräisch (!nicken und lesen, man Reden halten, aber im!lause, im Garten, in Jiddisch, Polnisch und Deutsch gesprochen von Kultur, es aber wozu soll ״ Zurückbleiben? wird hebräische• der Küche, soll werden? Es ist an der Zeit, diesem 711• Ende z.u machen.“ Tagung der Nationalen Landwirte-Organisation ln Tcl-Awiw begann unter dem vitzky eine Tagung der Nationalen I In den Ansprachen und 1 )iskii.ssiou-inl die Landwirte, die diesem Verband s c b I i c ß I i c h j 11 d i s e 11 e Arb e i t sollen. Der Verband, der 700 Mitglie; Kollektiv-Vertrag mit der i I i st .־ul r u 111 vitzky kündigte an, daß die von de! gründete National Farmers Bank in die keit aufnelimen um! Anleihen auf 15 J, Im Namen der Jewish Agencv sprach und für den Keren Hajessod 1 >r. Ale 'orsitz von 7.11c ho« ambvirtc-Vereinigung. 11־ wurde betont, daß aiigehören, aus- 115 ־ e s c 11 a t t i g e n er umfaßt, hat einen r 11 ge--1. hios-WIl. ZtldlO- J1'\vi-h Agencv geer NX 15, he ihre i atighre gi'W.iliien werde. 11/ehak < 1 111 11 ־ h a!1 in ,;linier G o I d s t e i II. Unter der Firma Y .1 i r P 11 b 1 i die Herren Walter C o 11 11 und Hans in Tel-Awiw gegründet. Der Veri.u verschiedener Fachzeitschriften und Verlagsobjekt erschien der otfi/lelle Tcl-Awiw in 15 i n g C o. L t d. haben Stil e!11 einen Verlag; plant die Herausgabe Fachbücher. Als erstes Katalog des Museums Hebräisch (Schluß und Englisch, des Palästina-Teils) 50°/o Ermäßigung FRÜHJAHR IN PALÄSTINA 50°/o Ermäßigung Unter diesem Motto gewährt der Lloyd Triestino allen Reisenden, die Hin- und Rückfahrkarte lösen und in der Zeit vom 1. April bis 23. Mai 1936 die Hinfahrt von Italien und spätestens am 24. Juni 1936 die Rückreise von Palästina antreten, auf die Fahrpreise der I., II. und Touristenklasse 50 ״ Ermäßigung. — Reisende, die innerhalb der angegebenen Zeit nur Hinfahrt benutzen, erhalten 20H Fahrpreisermäßigung. — Bei Hin- und Rückfahrt 50% Fahrpreisermäßigung aul den italienischen Staatsbahnen BERLIN WH LLOYD TRIESTINO. Frankfurt a. M., Kaiserstr. 20 Hamburg 36, Jungfernstieg 17 München, Odeonsplatz 1 Stuttgart, Schillerplatz 4 s 11ter den lzinden J*a sowie alle bedeutenden Kcisebiiros 4

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