Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1936)
- Date
- 1936-03-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit• 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 19, 6.!11 1936 Um das Schacht-Verbot in Polen Warschau, 4. März. (JTA.) Die Debatte über den Schiichtverboisantrag der Abgeordneten Frau Prystor, die ursprünglich am 3. März stattfinden sollte, ist nunmehr aut den 5. M a r z festgesetzt worden. Der Vorsitzende der VcrwaltuiigskomrMission hat bckaimtgegeben, daß zuin Experten der Anhänger des Sehächtverbotes der Univcrsitäts* protessor Pater Tscsav ernannt wurde, der Verfasser einer Flugschrift, in der behauptet wird, die Schechita sei kein Rcligionsgcsctz, sondern nur ein herkömmlicher Brauch. Auf die Broschüre dieses katholischen Priesters hatte sich Frau Prystor hei der Begründung ihres Antrages gestützt. Der Vorsitzende des Jüdischen Parlamentsklubs, Abg. Dr. Emil S o 111 111 t r s t ein, hat als Mitglied der Yerwaitungskommission vergeblich gegen die Bestellung dieses Experten protestiert, Fs wird erwartet, daß Abg. Rabbiner Rubinstein, der zum Experten für den jüdischen Standpunkt bestellt wurde, zum Protest gegen diese Ernennung auf seine Expertise verzichten wird. Dem Präsidenten der polnischen Republik, Professor 1 Moscicki, den Mitgliedern des polnischen Kabinetts sowie .sämtlichen Abgeordneten und Senatoren ist eine von 12 (KM» Rabbinern Unterzeichnete Erklärung überreicht worden, in der fcstgcsiellt wird, daß die Vorschriften der Schechita in der Thora verankert und für die Juden bindend sind. Neue lokale Sehachtverbote sind inzwischen in C7.cnst och au, Starograd und (inesen erlassen worden, in C/ensfochau haben zum erstenmal auch die sozialistischeu Stadträte gemeinsam mit dm Nationaldemokraten und den Mitgliedern der Regierungspartei für das Scliächlverbot gestimmt. In K;111 o \v i t z wurde ein Schächtverbotsantrag im Stadtrat gestellt. Der Antrag wird von der Regierungspartei una von den Nationaideinokraten unterstützt. Wie die amtliehe Polnische Telegi aphen-Agenfur meldet, wurde in dem Kreis Kartuzy auf Grund des alten preußischen Verwaltungsgcsctzes ein Schächtverbot erlassen. Das Wilnaer Rabbinat hat die Einhaltung eines Fasttages am 24. März wegen des Sehechita-Verbotes angeordnet. Letzte Nachricht Warschau, 5. März. (JTA.) Die Verfassung«־ Kommission des Sejm hat sich heute f 0 r den Schächt- Verbotsantrag von Frau Prystor ausgesprochen, obwohl das Ministerium für Kultus und Unterricht feststellte, daß der Antrag die Verfassung verletzt Ausschreitungen an der Warschauer Universität An der Warschauer Universität, deren Zugänge ge• schlossen sind, wurden, nach einer Meldung des ״Berliner Tageblattes“ vom 5. 3., am Mittwoch mittag auf Anordnung des Rektors alle Vorlesungen und Uebungen bis auf Widerruf eingestellt. Die Verfügung des Rektors begründet diese Schließung der Universität mit ״unzulässigen Ausschreitungen“. Seit langer Zeit wurden durch Studenten, die der Jugendgruppe der Nationalen Partei angehören, Flugblätter verteilt, die zu Kundgebungen gegen die Höhe der Universitätsgcböh* reu aufforderten. Gleichzeitig seien durch diese Studentengruppe ״nationalistische Stoßtrupps“ in die Universität gcbracht worden, deren Mitglieder nicht zur Studentenschaft gehörten. Bei Ansammlungen sei zu Straßenkundgebungen gegen die Juden aufgefordert worden. Am Mittwoch vormittag ist es auf einer derartigen Studentenvcrsammlung zu schweren Ausschreitungen gekommen, bei denen einige Hörsäle und die Qu ästu r besenädigt wurden. Brief aus Holland ,111׳ Berichterstatter Den Haag, 3, März randiim au die Erste Kammer der holländische J11sti/!nü!is1cr iiiien ikuUchen I: I] e r e c h t 6. nicht die Regierim״' eine klare sumleni nur der Richter, dem In seinem Aiitwortmem( zum j u s 11 / u :11 uni,er! sich über die Auw emhing des Fr sagt darin, daß darüber Fnt'clieiduiij.׳' zu fallen habe, die Sache \orgelegi wird, wenn der Stamleslcamte die Voll- Ziehung der I.iu -1 häVßuiig \ mei-igert. Hir die zuständige niederländische Rchüide braikht die t 'n/üias>igkcii einer Ehesdiiiehmi;•׳ niJ.d jä-t/iistiheu, uciin kein Fbefähigkcitszeuguis ungelegt weidu! kann; diese Behörde ist zu einer selbständigen Entscheidung befugt. Der Minister wvi.-t wiederholt darauf hin, daß ein Bedurfnis für das Institut des Widerrufs von Ein bür* gerungen, um Personen, die sich der Einbürgerung für unwürdig crwii-en, die niederländische Staatsangehörigkeit entziehen zu können, bisher nicht besteht. Die Frage der;1 u s g e w i c s e ״ e n Fremden, die über einen anderen (iren/platz wieder in das Land hineinkommen, soll in die Beratungen der Kommission einbezogen werden, die zur Aufgabe hat, zu untersuchen, inwieweit in Gesetzgebung und Praxis weitere .Maßregeln mit Bezug auf die Haltung der Behörden gegenüber Fremden nötig und erwünscht seien. Bis vor kurzem konnten in Holland wohnhafte Fremde, die mit einer holländischen Frau verheiratet sind und aus dieser Ehe in Holland geborene Kinder haben, nicht ausgewiesen werden. Seit dern 1. Januar d. J. ist diese Beschränkung jedoch in Fortfall gekommen, so daß auch solche Fremde jetzt ausgewiesen werden können. Damit soll jedoch, wie von amtlicher Seite betont wird, nur die Möglichkeit geschaffen werden, notfalls im konkreten Falle unter Berücksichtigung aller Umstände die richtigen Maßnahmen zu treffen. Diese Regelung gibt die Möglichkeit, nicht nur solche Fremde auszuweisen, die der Armen fürsorge zur Last fallen, sondern auch solche, die für die öffentliche Ordnung und Sittlichkeit gefährlich erscheinen. Es wird aber ausdrücklich darauf ltiitgewiesen, |iaß von dieser erweiterten Möglichkeit nur mit Vorsicht Gebrauch gemacht werden soll. Es soll jeder Fall besonders behandelt werden und besonderen Umständen, wie langem Aufenthalt im Lande, Familienverhältnissen ttsw., Rechnung getragen werden, um offensichtliche Härten zu vermeiden. Daß sich gerade in den akademischen Berufen ein wachsender Widerstand gegen die Ausübung durch Aus- Länder geltend macht, darf bei der schlechten Lage der Akademiker, ihren ungünstigen Aussichten und dem Verhältnismäßig beschränkten Arbeitsbereich nicht verwundern. Die Ausübung des Advokatenberufs ist z. B. auch Ausländern gestattet, wenn sie die erforderlichen Examina hier abgelegt haben. Jetzt haben die Rotterdamer Advokaten eine Ent- Schließung gefaßt, wonach künftig nur noch Niederlär!״ der als Advokaten zugelassen werden sollen, da Ausländern die zur Ausübung dieses Berufes erforderlichen Voraussetzungen fehlten. R. L. Die Kritik an der ICA In einer am 1. .März abgelialtciieii Sitzung der Angl« Jewish Association gab - einer JTA.-Meldung zufolge -. der Vorsitzende, Leonard (). M o 111 e f i o r c, einen Ueberblick über die 1 age 11 er Juden in Mittel- und Osteuropa und wies auf die /ugimstzn der Juden dieser Länder unternommenen 1 11!niktioeen hin. Montr-fiore befaßte sich u a. mit der Kritik, die in letzter Zeit an der I c a wegen iln <־r;u;:.lvh!i1 heu Zuni-. Idia'fung hei diesen f'Iilfsaktionen geübt wurde, imd gab bekannt, daß von der ica bisher für Hilfe an Juden aiis I .)eutseb'and über 21)0 (KM) Pfund ausgegehei! worden -iin!. Nach den Bestimmungen, die Baron Ibrwh lur die Verwendung seiner Hinterlassen- Schaft getroffen hat. ->׳! ein gnilier Teil der der lea zur Vertu..:11111.1■ stehend. 11 Mi!;׳■] für Juden audem (iebiet des ehemaligen K 11!1 I a 11 d h-tgclegi. Die Fürsorge für diese Meii-cheii werde von den Vene altem der lca-Fo!1ds in erster Reihe im Auge behalte:!. .Mau dürfe nicht vergessen, daß, so gioll die Not de!■ Ju.l׳■!! au- Deutschland auch sei, die der Juden Polens noch viel grillier ist, Seit dem Umbruch in I )eiitsväiiand habe die Ica erhebliche ,Mittel für Ausw a ml e r 11 11 g 11 י i 1 f e zur Verdi..emg g.׳׳-teilt und bisher über 200 000 Pfund für Juden aus Izeutsdiiand ausgegeben. Durch diese Leistung aber diu I teil die übrigen Arbeiten der Ica nicht beeinträchtigt werden. Die Kidik an der Verwaltung der Ica-Gelder ist, wie erinnerlich, auch auf dem letzten De legierte 11 tag der geübt ־worden. Diese Kritik bezog sich wie in der Polemik anscheinend irrtümlich an- Z. V. f. iS. in Herl aber nicht. gegeben wird, in eir-fer Linie darauf, daß die Ica zu wenig für die Juden Deutschlands getan habe, sondern darauf, dal! die Gelder der Ica in einer Zeit so großer jüdischer Not in den Banken fcM.Iicgen, stad für S i e d I u 11 g s z w c c k e, für die sie von ihrem Stifter bestimmt waren, Verwendung zu finden. Ansiedunigskatulidaten brauchten absolut nicht nur Juden aus Deutschland zu sein, sondern auch in den ״Ländern des ehemaligen Rußland“ gäbt es wahrlich genug jüdische Not; in Palästina könnte, wenn genügend Mittel da wären, so manches große Sicdliuigsprogramm durchgeführt werden, dessen wirtschaftlicher Wert weit über den Kreis der unmittelbar an der Siedlung Beteiligten fühlbar wäre. Daß die Ica demgegenüber auch in dieser furchtbaren Zeit eine — wie es der Öffentlichkeit wenigstens scheinen muß — unverständliche Gleichgültigkeit zur Schau trägt, das ist es, was den Hauptgrund der erwähnten Kritik gebildet hat, Wahl in der Fester Gemeinde Budapest, 3־. Marz. (JTA.) Etwa 5000 Wähler haben für die Liste der Ci c m e i n d e p a r t e i, die als einzige bei der Neuwahl der Repräsentanz der Pester israelitischen Kultusgemeinde vorlag, ihre Stimme abgegeben. Die Nation a 1 p a r t e i jüdischer Ungarn hatte erfolglos versucht, eine oppositionelle Liste eitizurcichcn. IN ALLER KURZE Die Große Strafkammer Hamb urg verurteilte einen 57jährigen jüdischen Mann wegen Rassenschande zu zehn Monaten Gefängnis. Vor derselben Strafkammer hatte sich ein 41 jähriger staatenloser jüdischer Angeklagter wegeii des gleichen Deliktes zu verantworten. Die Strafe wurde in diesem Fall auf vier Monate Gefängnis festgesetzt. Die Erste Große H a 11 e s c h e Strafkammer verurteilte einen 26jährigen jüdischen Angeklagten wegen Rassenschande zu einem Jahr Gefängnis. In dem Magdeburger Prozeß wegen der Vorgänge im Warenhaus Barasch war das Verfahren gegen einen Angeklagten wegen Erkrankung einer wichtigen Zeugin abgetrennt worden. Der Angeklagte wurde nunmehr von der großen Strafkammer freigesprochen. Unter den vom Reichs- und Preußischen Minister des Innern Ausgebürgerten befinden sich nach der zu der Liste der Ausgebürgerten gegebenen Begründung zehn Personen jüdischer Abstammung, darunter Arnold Zweig. In der ״Mitteldeutschen National-Zcitung“, Halle, wird mitgcteilt, daß das Haus Spanner A.-G. einige Tage geschlossen ist, weil es wegen der Uebcrnahnie durch eine arische Firma umgearbeitet wird. — ln den ״Zittauer Nachrichten“ wird mitgcteilt, daß die Herren- und Damenbekleidungsfirma Hermann Seiler, Zittau, von Heinrich Thies erworben und als rein arisches Fachgeschäft weitergeführt wird. — In arische Hände iibcrgegangcti ist ferner die Textilfirma Frank & Rosenbacher, München. Im ״Amtlichen Gutachtenanzciger“ für Februar werden in der Rubrik ״Nicht zu empfehlende Bücher“ u. a. genannt: Arnold Berney, ״Friedrich der Große“; Lester Cohen, ״Die Pardways“; Walter Heppncr, ״Jüdische Offenherzigketten“ (Selbstverlag); Ferdinand Mainzer, ,,Der Kampf um Caesars Erbe“ (Verlag Tal, Wien). Auf Grund eines gerichtsärztlichen Gutachtens hat der Untersuchungsrichter entschieden, daß Eural Jonescu, der ein Revolverattentat auf den Bukarester Oberrabbiner und Vertreter der jüdischen Glaubensgemeinschaft im rumänischen Senat, Dr. I. Niemiro w e r, verübte, als geisteskrank und für seine Tat nicht verantwortlich anzusehen ist. Jonescu soll an eine Heilanstalt für Geisteskranke abgegeben werden. Elisabeth Bergncr ist plötzlich erkrankt und mußte operiert werden. Sic sollte in London in einem Stück von Sir James Barries ״Peter Pan“ auftreten, das die Geschichte von David und Goliath behandelt. Das Stück ist nunmehr aut unbestimmte Zeit vom Spielplan abgesetzt worden. Der verdiente Gründer der Zionistischen Vereinigung Dänemarks, Joseph Nachemsohn, ist während eines vorübergehenden Aufenthalts in Stockholm TOjährig gestorben. Um einen Bildbericht aus Tel-Awiw fm ״Völkischen Beobachter“ vom 4. Februar wird ein Inserat der Betriebsführung und Gefolgschaft der Aktien- Gesellschaft Hackerbräu, München, veröffentlicht, in dem es heißt: ״Der ,Stürmer‘ hat sieh in Nr. 9 vom Februar 1936 mit uns befaßt. Wir haben im Jahre 1931 7.um Zwecke der Exportförderung einen Prospekt herausgegeben, der Bildberichte aus verschiedenen Teilen der Welt enthielt. Die Bilder und Schriftstücke, die in dem Prospekt abgedruckt sind, sind hergestellt otter abgefaßt von selbst;indigen Unternehmern des betreffenden Landes und entsprechen daher dem Stile, dem Charakter und der Sprache desselben. Unter diesen Bildberichten befand sich ein Bericht über die Beteiligung eines Unternehmers in Tel -Awiw am dortigen Karnevalszug. Der ,Stürmer׳ hat, wohl infolge unrichtiger Informationen, diesen vor fünf Jahren herausgegebenen Prospekt als Festschrift und als aus der Gegenwart stammend bezeichnet. Er wurde anscheinend dadurch veranlaßt, uns in eine Reihe mit verjudeten Aktiengescllschaftcn zu stellen. Er wirft uns Geschmacklosigkeit vor und ist anscheinend der unrichtigen Meinung, daß das abgedruckte Flugblatt von uns verfaßt wurde, wäs nicht der Fall ist. Wir stellen hiermit fest, daß die Aktiengesellschaft Hackerbräu ein rein deutsches und arisches Unternehmen ist, daß keinerlei jüdischer Einfluß bei ihr besteht und daß weder im Aufsichtsratc noch im Vorstand, noch in der Gefolgschaft ein Jude ist. Es bestellt auch keinerlei Bindung oder Interesscngemeinschaft mit jüdisch kontrollierten Brauereien oder Bräu-Konzernen. Wir nehmen an, daß jeder anständige Volksgenösse Geschäftemachern, die mit diesem Artikel des ,Stürmer‘ hausieren gellen wollen, die gebührende Antwort erteilt." ________ Die Verhandlungen ln Syrien Aus Paris wird gemeldet: Zwischen dem Oberkommissar von Syrien, de Märtel, und einer aus allen Mitgliedern der syrischen Regierung und vier Vertretern des nationaüstisehen Blocks bestehenden Abordnung, haben den ganzen Sonntag hindurch in Damaskus Besprechungen stattgefunden. In den Abendstunden einigte man sieh über den Wortlaut einer Bekanntmachung an die syrische Bevölkerung, in der diese über die wahren Absichten Frankreichs beruhigt wird. Die Regierung hat die Entsendune ein״r Abordnung von sechs syrischen M i t g 1 i e d e ־ n nach Paris angekündigt, die über einen Vertrag mit Frankreich nach dem Vorbild des Irak und Eintritt Syriens In den Völkerbund verhandeln wird. Tausch von Vermögenswerten nach dem Ausland Die F. W. I. Gesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher Interessen in Deutschland wohnhaften oder wohnhaft gewesenen Juden in. b. H. teilt mit: Täglich gelangen an die verschiedensten jüdischen Organisationen Briefe aus allen Teilen Deutschlands, in denen Besitzer von geschäftlichen Unternehmungen _ oder Grundstücken bitten, ihnen T a us c h m ö g 1 ich k c i t e n iür ihre Vermögenswerte nach den verschiedensten Landern nachzuweisen. Auch in Zeitungsinseraten werden in ständig wachsendem Ausmaß derartige Tausehgesuche veröffentlicht• Es liegt im allgemeinen Interesse, darauf hinzuweisen, daß die Vorstellungen über Tauschmöglichkeiten von Unternchmungen oder Grundstücken nach dem Ausland i n keiner Weise der w i r k 1 i c h e n L a g e c n t s p r e c h en. Es werden verhältnismäßig wem'״ Objekte vom Ausland hier zum Tausch angeboten, und in jedem Falle muß eine sehr genaue Nachprüfung hinsichtlich des inneren Wertes und der Rentabilität erfolgen. Es sind ferner die vielfältigen Devisenvorschriften, sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern, zu beachten. Diese Erfordernisse werden vielfach von privaten Stellen, die sieh geschäftsmäßig mit solchen Transaktionen befassen, außer acht gelassen. _ Vor allem muß davor gewarnt werden, daß zahlreiche Kreise auf derartige, nur in geringem Umfange vorhandene Tauschgclegenlieiten warten und ihre geschäftlichen Disposttionen dadurch beeinflussen lassen. Es wird empfohlen, sich in allen derartigen Fällen an die F. W. I., Berlin W 15, Kurf ürstenda m in 214, zu wenden, die als gemeinnützige Steile im Aufträge der jüdische״ Organisationen zur Prüfung und Beratung, auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Tauschmöglichkeiten, zur Verfügung steht. Der Zentralrat der Juden Rumäniens hat als oberste Repräsentanz der rumänischen Judenhcit einen Appell an das rumänische Volk gerichtet, der sich gegen die antijüdische Kampagne wendet. Zum 80. Geburtstag von Jakob Loewenberg wird uns geschrieben; Jakob Loewenberg verkörperte eine der reinsten Gestalten aus dem deutsch-jüdischen Bildungsbcrcich der eben abgeschlossenen Epoche. Er war aus dem westfälischen Dorfe Niederntudorf gebürtig, und einen Hauch von ländlicher Frische, von Heidewind und Heidekraut hat er zeitlebens in die große Stätte mitgebracht, wo er lernte und lehrte. — Lange Zeit hat er in Hamburg als־ Direktor einer jüdischen Mädchenschule gewirkt; und seine zahlreichen Schülerinnen, wo man sie auch trifft, ob in Tcl-Awiw oder in Kapstadt, erinnern sich heute dankbar des gütigen Mannes, Dabei nahm er am geistigen Lehen Hamburgs in den 90er Jahren lebendigen Anteil; sowohl als schaffender 1 Tichter wie als Freund der ״jungen Garde“ von dazumal. Mit Liliencran und Gustav Falke war er in Freundschaft verbunden. In seinem Lebensbuche ״Aus zwei Quellen“ hat er den Ursprüngen seines Wesens nachzugehen gesucht: Immer ist es das Problem seiner Dichtung, deutsches Bildungserlebnis mit jüdischem Urerlebnis zu vereinen und den Judenhaß zu bekämpfen — nicht mit den Mitteln der Apologetik, sondern mit tiefstem Befremden und ehrlicher Erschütterung. ״Die schwarze Riwke“ und ״Der gelbe Fleck“ zeigen, daß diese Saite immer ln seinem Herzen tönte. Seine volkstümlichen Go dichte stehen in manchem deutschen Lesebuche. Aber der Titel seiner letzten Gedichtsammlung heißt ״Kämpfen und Bauen“ — und besser als mit dies! m biblischen Bilde von den Bauleuten Esras, die zugleich Kämpfer waren, kann man Jakob Loewenbergs Leben und Schaffen nicht umschreiben. B. B. St Ein hebräisches Liederkonzert findet in Wien am 8. März, ausgeführt von dem hebräischen Tenor J, Scgal-Rosentue h, im Konzertsaal ״Post“ statt. 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