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Jüdische Rundschau · 1936-03-06 · Heft 19 (6.3.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 19 (6.3.1936)
Date
1936-03-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 19 6.11!. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Zu Hermann Strucks 60. Geburtstag Hermann Struck feiert am 6. März seinen 60. Geburtstag. Wenn aus diesem Anlaß von sachkundiger Seite Strucks künstlerische Laufbahn und sein umfassendes Wirken ab Künstler den Lesern dargestellt wird, so ist es uns ein Bedürfnis, unsererseits dem Zionisten, dem Juden und dem Menschen Struck einige Worte aufrichtiger Verehrung und herzlicher Glückwünsche zu sagen. Dieser Mann und Maler ist in seltenem Maß eine Einheit. Er gehört nicht zu denen, die ein bestimmtes Betätigungsgebiet von sich lostrennen und ah autonome Provinz zu behandeln verstehen. Als Künstler wie als Mensch ist er immer und jederzeit Jude, und zwar aus der Tiefe eines gläubigen Herzens, das die Erhabenheil, die Schwere und die Schönheit des Judentums zutiefst erlebt hat. Seine Religiosität, die sieh in der 1reue zur Neue Radierungen Strucks Der Me sier hat uns auf unsere liille Reproduktionen von zwei seiner neuesten A beiten aus l’aliislina übersandt. Rechts: Haifa-(!arme!- Station; links: Pilger in Jerusalem Kot«,: m, l.u.nisin ׳׳.ך-5 tra>. .ioneilen Lebensform atisprä•’.!, du-chstrahlt sein ganzes HV.ven mit sonniger Heiterkeit, verbindet sich mit seinem Kü• ׳־־'erttim zu dem eigentümlich׳■•!, die Mm.s!!■>:! bezaubernden Charme seines H'rsens. Aus seinen1 Judentum ebenso wie aus seinem Künstlertum erwuchs die für sein Leben aus schlaggehende Beziehung zu Theodor llerzl, dessen Eigur sein Gefühl für Ri lerluhheii und menschlichen Adel ebenso ansprechen mußte wie sein nationales Empfinden. Struck sieht seit Jahrzehnten in der zionistischen Bewegung, in den Ileihen der gesetzestreuen Föderation Misraclii, er hat auch verschicdcne Etuthlinnen in ihr A'c t 1r!am'saiion tnv.geihl n id ist Direktor des Keren Kajemeth; obwohl er im zionistischen Eeben als ״Parteimann" seinen Platz hat, ist er doch arejesoheil und belicht bei den Zionisten aller Parteien, IFor jemals Gelegenheit hatte, mit Strack über eine palästinensische Landschaft zu blichen, auf seinem geliebten Kannel (als der noch nicht so mit Mietskasernen überladen war wie jetzt), der verstand die unendliche Liehe dieses Mannes zu dem Lande, das er, der den Zionismus immer im wörtlichen und persönlichen Sinne auf faßte, auch frühzeitig schon zu seiner Heimat erwählt hat. Wir wünschen dem Ereund und Zionisten noch viele Jahre glücklicher Verbundenheit mit Lund und Willi; möge es ihm vergönnt sein, noch viel davon im Bilde ein zu fangen, und zugleich zu sehen, wie beide, Land und 1 'olk, sich einem höheren Lehensideal annähern, ohne das auch für Struck der Zionismus sinnlos wäre. R. SF. Der Künstler Struck Von Dr. Karl Schwarz, Tel-Awiw. Hermann Struck ist heute eine der aktivsten künstlerischen Persönlichkeiten Palästinas, die eine bestimmende Rolle bei dem kulturell-künstlerischen Aufbau des Landes spielt und dessen große fach- und weltmännische Erfahrungen gerade hier in dem noch so ktmstunei fahrenen und kirnstarmen Lande von höchster Bedeutung sind. Hermann Struck ist darüber hinaus wohl einer der international bekanntesten jüdischen Kun-tler, sicherlich einer der bekanntesten Graphiker unserer Generation, der, hei , Künstlern wie Laien gleich geschätzt, sich in der Geschichte der modernen Graphik einen Namen gemacht hat. Sein Berliner Atelier war seinerzeit ein Treffpunkt aber künstlerisch interessierter Kreise: von Kollegen, die seinen Rat suchten, von Sammlern, Kunstjüugeru, Schriftstellern, Dichtern und Musikern, nicht zuletzt von den vielen zionistischen Freunden, da ja Struck nicht nur als Künstler, sondern auch als Zionist bereits in (ruhen Jahren eine Führerrolle spielte. Struck verdankt seinen künstlerischen Namen zunächst seinen meisterlichen Porträtradierungen, in den Jahren 1903 bis 1905 entstanden viele Blätter bedeutender Persönlichkeiten, von denen u. a. die Bildnisse der Professoren Steinthal, Lazarus, Berliner, Hermann Cohen, von Gerhart Hauptman n, Richard 1) e h m c 1, Ernst Haeckel und Jozef Israels genannt seien. An erster Stelle aber steht das berühmte Herz 1-Bild von 1903, in dem er die Züge des großen Mannes, des Sehers und Träumers, für alle Zeiten verewigt hat. Theodor Herzi lebt in uns nach der Wiedergabe Strucks fort. So wie er ihn gesehen und gedeutet, bleibt sein Bild dem Judentum bewahrt. Neben' diesen Köpfen, die sich durch scharfe Charakteristik, außerordentliche Lebendigkeit und überzeugende Aehnlichkeit auszeichnen, erregten die vielen Judentypen, die Struck geschaffen, allgemeines Aufsehen und lenkten eigentlich zum ersten Male das Interesse auf diese künstlerisch bis dahin wohl nur genrehaft, aber niemals psychologisch vertieft dargestellten Gestalten. Es wäre aber weit gefehlt, wollte man das Schwergewicht der Struckschen Kunst auf diese seinerzeit wohl in Iüdischen Kreisen bevorzugten jüdischen Bilder legen. Seine künstlerischen Höchstleistungen finden wir vielmehr in manehern kleinen und zarten Blättchen, in denen der Land- Für Sdiabbat 7. März 1936 Ich will von deinem Namen meinen Brüdern erzählen, inmitten der Versammlung will ich dich preisen: »Ihr SEIN Fürchtigen, preiset ihn, aller Same Jaakobs, ehret ihn, erschauert vor Ihm, aller Same Jisraels! Denn er hat nicht miftachtet, hat nicht verschmäh! die Cebeugtheii des Gebeugten, haf sein Antlitz vor ihm nicht versteckt, hört, wenn er zu ihm stöhnt." Von dir her ist mein Preisen in grober Versammlung. Meine Gelübde will ich bezahlen gegenwarts der sein Fürchtigen. Genieften sollen die sich Hinbeugenden und sie sollen ersatten, preisen sollen IHN, die nach ihm fragen] Aufleben soll euch aut ewig das Herz! — Bedenken Werdens und werden umkehren zu DIR alle Ränder der Erde. vor dir sich bücken oller Stämmewelt Sinnen. — Denn SEIN ist die Königsdtaic, er waltet der Weltstämme. Psalm :2d, 23 - 29 Aus ,,Das Buch der Preisungen" verdeutscht von Martin Bitber Palästina" und dann späte! hin diese ersten Pai.i-'.inab',aller waren in Holland, I),111v;!1;uk, Arbeiten enlslamlen. IJc-omlcrs neu Wintcrbilder au-, dein Ri aus der Schweiz, die das Verti so treflcnd wiedci gebe n. Sie; besten tcc'hin-chcn kei-timgx 11, I laiichdmme der Kaltnadeh adic des Diamanien meisierlieli zum 1910 war Struck in Venedig, zwei ja! Amerika. Heide Reisen zeitigten einen /vH' lern, die das Wesenhafte der Lagu1u׳n-tw.lt und krat/er New Yorks (■!fassen. Wahrem! destanden dann 111 Polen und 1. i t a 11 e :1 \! pltien, die in mehreren folgen in Buchte .nn ca Wenn Struck auch s ielc Litho;;!׳,׳iphu n tu! i 1 schnitte geschaffen hat, so i-t er de ich v! ■1׳ u i e r e r. L'iH als solc her wold einer eh■r m ia' nisenen Könner. Vielen der besten (üaplukcr war er Berater, viele hat er zur graphi-elic angeregt. Max Liehermann, Lovis Gonnih, Le: in d;־dt >־> ä 1 mappc sind ■•׳! ■ , 1; 111;: 1 :!, Ai• 111׳.';.-;׳ tl'UIHT 1!'1 יי' V!י!,*׳.;! H ] 1 1 :• ,.:ml viele l)D!'\ OJ /!;!!! in ״1- ״.!i die kiel- DM'! 1;' D! D; ■ 1 ■ , 1!:;׳!״ km/ und muhüd d! ,,-i ' lih!' ■:5Kilt gchwcii am!1 11 n d ״m ו.׳.!•;׳.! (i;) s I!!'ו T! d;! dm /.nie und Ilching׳.׳ u׳!V\ ׳.. Aimdruck lo rtrni. m V I :1 ho neu s I 1׳ er lii I flatilkcnentrand. )1/- ah ein Ha- '!Irtcll U:ciltserer 1 age I!ct.itigltng . r Dry und ׳htcii seinen Jakob Stein- )rbciien hemit seiner Reihe aus- Ernst Oppler -- tun nur einige zu nennen ■ su Rat. Von den jüngeren waren Joseph Biulko und hardt seine Schüler. Und noch eines früh ver st gabteil Schülers sei hier gedacht, den Struck ganzen Liebe umhegte und von dem cs eine gezeichneter Radierungen gibt, die in dem Struckschen Atelier entstanden sind: Gustav Schneider. Ueber den Kreis der 1 achkollegen hinaus aber hat Struck aut alle Sammler und Kunstfreunde durch sein 1009 erstmalig und dann in rascher folge in fünf Auflagen erschienenes Buch ״Die Kunst des Radierens‘ gewirkt. Dieses Buch eines Künstlers ist eines der populärsten Ktinsthucher geworden. Ls gibt wohl auch keine bessere Einführung in die graphischen Künste als dieses flott und geistreich geschricbene Werk, das die an sich trockene Materie einer tech-!tischen Anleitung so ohne jede Doktrin darstellt und über die einzelnen Künstle!׳ treffende Bemerkungen enthalt. Seit mehr denn zehn Jahren lebt Struck in Palästina, wo sein auf den! i lackt!׳ in 1 iaiia von Alex Bacrwald erhaiites Haus ebenso Sammelpunkt a!h׳r ehedem das Atelier in der BruckenaHm risch zu raten gilt, ist er zur Stelle. So Aufbau des Museums Tel-Awiw, de.-seu Initiator er ist, aktiven Anteil, wie ei a der neuen Bc/aleischule in Jerusalem ge! Zu seinem 6(1. Geburtstag vereinige Wünsche vieler, die für den Kun-tler 111 Struck weiteres rüstiges Wirken biin d hoffen. geworden ist wie . Wo es künstlenimmt er an dem Alilbeigairnler und ich zum Vorstand ort. 11 -ich daher die d Juden I lei mann!olle Alter er- Die polnische Schriftstellerin!Maria Roman ״Nächte und Jage" mit dem erst raturpreis ausgezeichnet wurde, tibci ׳mitte 1! des Keren 1 lajessod, Hern! L. l.dfc, cm Sc es u. a. heißt: ״Das zerstreute und -ich ,׳!In Scholle seiner Propheten sammelnde pidi-ehe Dabrowska, deren n polnischen Litedem Direktor eh! eiben, worin au.dauf der \״ik war im loto: .Sonnenfolti schattier Struck in oft unnachahmlich feelmischer Vollendiing ein Stückchen Natur wiedergibt. Struck ist viel gereist und hat viel von der Welt gcsehen. Wie es ihm in seinen Porträts gelang, den Charakter eines Menschen zu erfassen, so gibt er auch in den Landschaftsbiidern das Typische, das jedem Stückchen Erde seinen jeweiligen Ausdruck verleiht. Schott 1903 war Struck in Palästina und hat hier eine Reihe von Blättern geschaffen, die zu den besten graphischen Darstellungen des Landes gehören, in dem Buche seines Freundes und damaligen Reisegefährten Adolf Friedemann ״Rcisebildcr aus fÄüswände r u ח g s ■ b e raiung IvermbaenL^n^ej.'söswoAH״ FRANKFURT M. LlEBlGbJR SO.TE177128] Laufe der Jahrhunderte Teilnehmer, Mittäter oder Opfer der erhabensten und tragischsten Ereignisse sowie sozialer, nationaler und wirtschaftlicher Konflikte. Nur die aus diesem Schatz stammende ungeheure Lebensweisheit, die durch die eingeborenen mächtigen geistigen Fähigkeiten der Juden ver* stärkt wird, machte es ihnen möglich, sich wieder aui/ubauen, nicht nur mit einer herrlichen Fähigkeit, sondern ,stich im Geiste der schönsten Prinzipien des Zusammenlebens.‘• Vorbildliche Neuheiten zu angemessenen Preisen L»*4!..Ul.r l•«״״ *״•״d Gebltdwebe,^ f'.V-Gpünleld Str.20-22 Kur!ürrtendam׳n227 Lelp1Sgef Außerdem: 1m AimC-Uui.q..»״-' meine. Heule, leip.ige. 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