Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1936)
- Date
- 1936-03-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 18, 3. ffl. \9U «4* f־<);; י ׳SIS׳ ־ ז■ *, Pif I 5$־י |*f-V .'■f. i 1;k K ך%:.!! 4i 1U* f “ -*11 ׳f,*1 *' fe' II «״ ■fl' I? ' % 2um }flOHüt (Uz. HohUUmUch Oi&cwtUaUoH■ Die Zionistische Organisation Aufbau and Funktion EHe Zionistische Organisation ist jetzt fast 40 Jahre alt. Es ist kein Wunder, daß in einem so langen Zeitraum manche Ent- Wicklungen in ihr vor sich gegangen sind. Freilich, der organisatorische Rahmen ist in vielen Teilen bis heute erhalten geblieben. Manche Institutionen haben jedoch nach und nach andere Bedeutung und andere Aufgaben erhalten, als ihnen im Anfang zugewiesen waren. Noch immer steht das aktive Wahlrecht zur obersten Instanz der Organisation, zum Zionisten-Kongreß, jedem Juden zu, der das 18. Lebensjahr vollendet und den Schekel gezahlt hat. Dieser Zustand, daß man durch eine kleine Spende sich das Recht erkaufen kann, bei der Wahl seine Stimme abzugeben, hat zu heftigen und berechtigten Klagen Anlaß gegeben; die Versuche, eine Aenderung des Kongreßstatuts dahingehend herbeizuführen, daß das Wahlrecht zum Kongreß nur organisierten — d. h. in Landesverbänden organisierten — Zionisten zustehen solle, wurden immer wieder unternommen, haben aber nie zu irgendeinem Erfolg geführt. Selbst der Vorschlag, das Wahlrecht an den Kauf des Schekels auch im kongreßlosen Jahre zu knüpfen, ist trotz allen Befürwortungen bis heute nicht überall wirklich durchgedrangen. Fragt man sich, was denn eigentlich allen so einleuchtenden Reforntvorschlägcn grundsätzlich entgegensteht, so trifft man auf die alte, auf I ierzi und die Männer des 1. Kongresses zurück geh eyde Vorstellung, nach der der Zionismus eine Volksbewegung sein solle, die alle aufnehmen müsse, die den Grundsatz des Zionismus, das Basier Programm, anerkennen. I he-.e Auffassung von der allen Juden offenen und zugänglichen Volksbewegung fand im Schekel-Prinzip und seiner Handhabung naturgemäß angemessenen Ausdruck. Und auch heute noch ist diese Ansicht lebendig, wie stark auch im übrigen die Macht der KongrcBpnrteien von ihrem Be- Stande abhängig und zu ihrer Verteidigung stets einsatzbereit ist. Der Kongreß selber hat dementsprechend in seinem Aufbau keine wesentlichen Veränderungen erfahren. Um so deutlicher lassen sich verschiedene Abschnitte in der Oeschichte seines Inhaltes und seiner Bedeutung unterscheiden. Der 1. Kongreß 1 S97 hatte den Rang einer konstituierenden Vet Sammlung der zu eigenem Bewußtsein wieder erwachten Nation. Her/I dachte tim sich; Volkes, \on der terab Ansprüche au? eine 1 sich als die ״ I ritnine'‘ ries jüdischen co-a! Situation geschildert und dessen cntlich-rechtlich gesicherte Heimstätte *or der internationalen Oi-tfeittlichkeit augemeklet werden sollten. Dem entsprach es, wenn auf den ersten Kongressen regelmäßig Max N o r d a 11 ein großes Referat über die Lage der Juden in der Welt hielt. Solange mar! den Zionismus irrt wesentlichen nur als eine polni-che Bemühung zur Erlangung der Heimstätte ansall, dein! Durchführung naturgemäß einem kleinen Kreis zu diplomatischer Tätigkeit befähigter Mensehen Vorbehalten bleiben mufiu׳, war der Kongreß vornehmlieh das Forum, vor dem dieser Kreis, der in der Persönlichkeit Herzls seinen urnim-trittenen Führer anerkannte, Rechen- Schaft ablcgte, und das durch seine Aeußerungen '1״ der Debatte die Versuche Herzls in der bcstinöglA'nen Weise zu stützen bestrebt war. Die Kongresse diepRef! der öffentlichen Legitimation der Führung. Auch nach Herzls Tode, als langsam die Richtung der ״synthetischen“ Zionisten vordrang und die Organisation begann, selbständig in Erez Israel zu arbeiten, als die inneren, kulturellen Fragen des jüdischen Nationalismus breiteren Raum beanspruchten, blieb jene Funktion bestehen. Von Grund aus anders gestalteten sich die Kongresse erst seit der Zeit, als durch ßaifour-Deklaration und Völkerbundsmandat die politischen Voraussetzungen für eine große Palästina-Kolonisation als gegeben angesehen werden konnten und diese selber in den Mittelpunkt des Interesses trat. Der XII. Kongreß. in Karlsbad 1021 eröffnete die neue Epoche in der Geschichte dieser Körperschaft. Die Periode der Verwirklichung, in die der Zionismus eingetreten war, mußte auch auf den Kongrcssen die theoretischen Erörterungen hinter den praktischen, dem Fortgange des Palästinawerkes gewidmeten Beratungen zurücktreten lassen, je rascher dieser Fortgang vonstatten ging, je größere Bedeutung Erez Israel in der jüdischen Welt gewann, um so ״palästinensischer״ wurden die Kongresse, desto mehr erforderter! sie Kenntnis des!.,am Sprache. Zu den höchsten Rechten de ftignis zur Wahl der leiten! Lebzeiten war es selbe. zum Präsidenten der <)!•! Kreis, der ihm;111 die Engere Aktion sönlichen Freunden, in Wien hatten, Ir: diesen Männern schon ganz und rischem Gebiet. lie .>nte g Go m! t־; die gleich ־,־-! deine!:־; seiner Menschen, seiner es Kongresses zählt die Beden Organe. Zu Herzls lieh, daß Her/I regelmäßig 1 gewählt wurde. Der kleine teilt wiinli (F. A, 1111 ihr;־!! st ׳Mamiige T , das sogenannte bestand aus pernnligen Wohnsitz öigkeit ging VOtl kaum aus; weder auf politi-chcm —: das wäre ciikbar gewesen — noch auch auf organisatot ler/l hat sich mehr ab einmal in bitteren monai der Zionistischen Organisation Veranstaltungen im Reich: Hilfe durch .\11fba11 - Die Antwort des Zionismus S. Mürz 1936 Leipzig 1 I)r. David Sclilossberg-Berlin M.-Giadbach: Br. Max Niissbaum-Berlin 4. März 1936 Erfurt: Oberhäuser!: 5. März 1936 Chemnitz: Halle: Kohlen/.; I)r. David Selilossberg - Berlin Adolf l’ollak-Jerusalem Bi. Joachim Prinz-Berlin Dr. Bavid Sddossberg - Berlin Adolf I'ollak-Jerusaleni Auf der Suche nach Lebengrauin T. M&rz 1936 Stettin! Dr. Michael Traub-Berlin Nach dem Delegiertentag — Vor der Londoner Konferenz 7. März 1936 Hindenburg! Dr. Franz Meyer-Berlin 8. Mfirz 1936 Gleiwitz! Dr. Franz Meyer-Berlin Zionistische Vereinigung larDeutschiand Worten über sein ״Inactions־Comit6“ beklagt, aber es war zu seinen Lebzeiten, wo er bei allen seinen politischen Reisen auch immer propagandistisch und organisatorisch wirkte, für eine selbständige verantwortliche Tätigkeit in einem Ressort kaum Raum. Das änderte sich etwas nach Herzls Tode unter der Präsidentschaft von Wolffsohn und führte zu einem völligen Bedeutungswandel erst mit dem Siege der ״synthetisehen“ Zionisten, die 1911 ein E. A. C. wählten, das nicht mehr den persönlichen Ratgeberkreis des Führers darstellte, sondern ein oberstes Kollegium, dessen Mitglieder, alle in Berlin ansässig (Otto War bürg, Shmarjahu L e v i n, Victor Jacobsohn, Arthur Hantke und Nahuin Sokolovv), die Ressorts leiteten und die große Linie der zionistischen Bemühungen in gemeinsamer Beratung festlegten. Nach Kriegsende erhielt das E. A. C. die Bezeichnung Exekutive; sic domizilierte teils in London, teils in Jerusalem, wo sie als ״Zionistische Palästina-Exekutive“ die Jewish Agency repräsentierte und die Aufbau-Arbeit leitete. Die Entwicklung hat dahin geführt, daß London immer mehr in den Hintergrund trat, Mt1Nn111m1mm!111mm1m!m!m1m1m!M11111m1n111111111111n11111Hmmran11mmm1tm1H1nm1nnn111111m1111!1m1111111m11 Aufruf des Makkabi sam Monat der Zionistischen Organisation Der Makkabi hat mit Befriedigung den vom XXV. Dele• giertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland an die Judcnhcit Deutschlands gerichteten Appell vernommen. Der Makkabi schließt sich diesem Appell an und hofft, daß er nicht ungchört verhallen möge. Der Aufruf der Zionistischen Vereinigung für Deutschland veranlaßt uns, das auf dem Makkabi-Kongreß in Brünn abgelegte Bekenntnis zur Zionistischen Organisation zu erneuern und auch bei dieser Gelegenheit das Gefühl der Zugehörigheil des Deutschen Makkabihreises zur Zionistischen Vereinigung für Deutschland zu betonen. Seit vier Jahrzehnten sammelt der Makkabi in seinen Reihen diejenigen jüdischen Menschen, die sich zum jüdischen Volke bekennen. Seit vier Jahrzehnten betrachtet es der Makkabi als seine Aufgabe, eine physisch starke Generation zu erziehen, die die Tradition der jüdischen Geschichte fortsetzt, zionistische Entscheid dang für sich fällt und verwirklicht, zur hebräischen Sprache und zur jüdischen Lebenshaltung zurüchhehrt. Der Makkabi trifft sich mit der Zionistischen Vereinigung für Deutsch• land in dem Willen, das jüdische Schicksal zu gestalten, alle Kräfte für die nationale Erneuerung unseres Volkes zusammenzuiassen, das Aufbauwerk in Erez Israel zu fördem, den Massen der jüdischen Welt ein jüdisches National• heim in Erez Israel zu schaffen und Schritt für Schritt die Judenfrage einer Lösung entgegenzuführen. Die von Theodor Herzl geschaffene Zionistische Organi• sation, deren Teil die Zionistische Vereinigung für Deutschland darstellt, ist für uns der Zusammenschluß aller Juden, die sich zum jüdischen Volkstum bekennen. 1 Vir fordern daher alle Makkabim und Makkahiolh, die bis heute der Zionistischen Vereinigung für Deutschland noch nicht angehören, in dieser Stunde auf, ihrem Bekenntnis zum jüdi• sehen Volli, dadurch Ausdruck zu verleihen, daß sie ihren Beitritt zur Zionistischen Vereinigung für Deutschland voll• ziehen. Da■ Präsidium des Deutschen Makkabikreises e. V. Dr. Hans Friedenthal H111111111Na111111111m1m1n11111111111!11H11m1111111M1!111111111m11!mt11m1!11m11111111m1111H11111111m1n11111H1111n1!11111!1111!11!m so daß gegenwärtig, nachdem laut Beschluß des XIX. Kongresses auch das Organisations-Departement nach Jerusalem verlegt worden ist, in London nur noch derjenige Teil des politischen Departements domiziliert, dem die Verhandlungen mit dem Kolonialamt und den anderen Stellen der britischen Zentralregierung obliegen, ein Zustand, auf dessen Gefahren Adolf Böhm an dieser Stelle erst unlängst mit guten Gründen hingewiesen hat. So stark auch Erez Israel zum Zentrum des jüdisehen Lebens wird, so verfehlt wäre es, durch Schwächung der zionistischen Leitung in London in Vergessenheit geraten zu lassen, daß die Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency das Palästina-Interesse d« jüdischen Volkes in aller Welt wahrzunehmen bestellt ist. Der Kongreß setzt regelmäßig eine Körperschaft ein, die während der Zeit bis zum nächsten Kongreß durch Abhaltung mehrerer Sitzungen das Recht der Kontrolle über die Exekutive wahrnimmt, das Aktions-Co mite (A. C.). Es besteht aus ca. 50 bis 60 Personen, die von den Fraktionen bzw. Landsmannschaften des Kongresses delegiert werden, sowie aus einer kleinen, nicht feststehenden Zahl von Persönlichkeiten, die als solche, ohne Rücksicht auf Herkunft oder Partei- Zugehörigkeit, zu lebenslänglichen Mitgliedern ernannt worden sind: den sogenannten Virilisten. Solche Virilisten sind B. Professor Chajim Weizmanri (ernannt nach seinem Rücktritt von der Präsidentschaft auf dem XVII. Kongreß 1931), ferner Isaak N a i d i t s c 11, ein Führer der russischen Zionisten,, der jetzt in Paris lebt, und einige andere. Die Zionistische Organisation gliederte sich ursprünglich nur in Landesverbände. Ebenso war die Gliederung des Kongresses in Landsmannschaften anfangs selbstvcrstänalieh. Allmählich entwickelten sich aber in Kongreß und Organisation bestimmte Strömungen und Sondergruppen, die in mehreren oder allen Landsmannschaften Anhänger gewannen. Derartige Tendenzen, die aus Anlaß bestimmter aktueller Vorkommnisse im Leben des Zionismus (z. B. des Uganda-Ang©■ botes) wirksam wurden, führten wohl zur Bildung von Fr sictionen auf dem Kongreß, nicht aber zu dauernder Organ!■ sicrung der Wählerschaft. Anders war es, als religiös-gesetzes» treue und aus der Arbeiterbewegung stammende Kreise auf Grundlage der gemeinsamen Weltanschauung eine besondere Auffassung des Zionismus entwickelten. Diese Gruppierungen entstanden aus den Reihen der Schekelzahler, der Kongreß־ Wähler, und waren sehr bald fest organisiert. Sie wurden neben den Landesverbänden als sogenannte Sonderver» bände im Statut der Zionistischen Organisation anerkannt Vor dem Kriege spielten weder der Misrachi noch die Poale Zion eine erhebliche Rolle. Nach Kriegsende wurde das anders, und von Kongreß zu Kongreß erlangten die Flügelmrteien mehr Einfluß und Gewicht. Die innere Differenzierung des Jischuw in Palästina wirkte immer nachhaltiger auch aut die Zionisten in der Golah ein, und die Landesverbände, die ursprünglich alle Zionisten umfaßt hatten, verengerten sich vielfach zu Landesverbänden Allgemeiner Zionisten, d. h. urspri'mglich solcher Zionisten, die keiner Flügelpartei zun et ״ten. Auch in ihren Reihen machten sich, teils unter dem Einfluß Pa-, lästinas, teils unter dem Einfluß von Meimingsstreitigkeiten Differenzierungen geltend, so daß am Ende dieses ganzen Vor• ganges in manchen Ländern Landesverbände überhaupt nicht mehr vorhanden sind, sondern nur territoriale Zusammenfassungen von Wählern der einzelnen Kongreßfraktionen, in manchen Ländern der Landesverband aller ernsthaften zionistischen Wirkungsmöglichkeit beraubt worden ist Das Ueberhandnehmen der innerzionistischen Auseinander- Setzungen wurde endlich allgemein in seiner Schädlichkeit an• erkannt. Schon die letzte Exekutive unternahm mehrfache Bernühttngen, z. B. in Rumänien, die Einheit wicderherzustellen, und der Luzerner Kongreß war sich einig, wenigstens in der Grundtendenz, überall einheitliche Landesverbände (in der Sprache des Kongresses; ״Territorial-Verbände“) wie■ der ins Leben zu rufen. Es besteht kein Zweifel, daß der Zionismus nationale Erziehungsarbeit unter der Judenheit der Golah nur dann zu leisten, für Erez Israel auf dem Gebiete der Hachscharah und der Fonds nur dann etwas zu schaffen vermag, wenn er einheitlich auftreten kann. Die Zionisten in Deutschland sind stolz darauf, daß sie CS immer verstanden haben, die Zionistische Verein!- gung für Deutschland als einheitlichen Landesverband zu erhalten. Der Struktur und Leistung der ZVfD soll deshalb noch eine Besondere Betrachtung gewidmet werden. Dr. Walter Gros* ״Zionismus als Verantwortung* Dr. Joachim Prinz in Breslau In einer überfüllten Kundgebung eröffnete Dr. Joachim Prinz (Berlin) für die Breslauer Zionistische Vereinigung den vom XXV. Delegiertentag der ZVfD. beschlossenen Monat der Zionistischen Organisation. Nach einleitendem Hinweis auf die Bedeutung dieser Kundgebung durch den Vorsitzenden der Breslauer Zionistisehen Vereinigung, Rechtsanwalt Dr. Lux, legte Dr. Joachim Prinz in einer fast zweistündigen Rede dar, was Zionismus als Verantwortung bedeute. Er wies zunächst auf die wach-1 sende Isolierung der deutschen judenheit innerhalb der ׳ Judenheit der weif hin und wandte sich dann der Lage der Juden in der Welt zu. Sehr eindrucksvoll zeigte er an Beispielen und persönlichen Erlebnissen, in welchem Maße die Judenfrage eine Weltfrage ist, wie in allen Ländern —י Jugoslawien, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn, Polen, England und Amerika — die Lage der Juden labil ist. Den Juden, die diese Länder bewohnen, ist aber immer noch nicht bewußt geworden, daß es sich nicht nur um eine Judenfrage in ihrem eigenen Lande handele, sondern daß größere Zusammenhänge bestehen, die ihre historische Begründung haben. Dabei verwies Dr. Prinz auf den Prozeß der Emanzipation, den er als tragischen, aber historisch notwendigen Irrtum kcnnzeichncte. Er hob die bedeutsame Tatsache hervor, daß selbst die Männer der französischen Revolution vor der Judenfrage stutzig wurden. Er schilderte ihre Lösung, die in dem bekannten Satz gipfelt: ״Den Juden als Menschen alles, den Juden als Nation nichts!“ Die Erkenntnis der Judenfrage als einer Weltfrage, die Erkenntnis des Irrtums der Emanzipation müsse heute endlieh dazu führen, daß es keine ״praktischen“ Lösungen geben kann, denen nicht die Erkenntnis dieser Zusammenhänge zugrunde liegt. Zu warnen ist aber auch vor übertricbenen Hoffnungen auf Hilfe von außen. Lösungen werden nicht dadurch gebracht, daß man Durchgangsstationen schafft. ״Wir begrüßen“, rief der Redner aus, ״jeden Versuch, den Juden irgendwo freies Land zur Besiedlung zu geben. Aber wir müssen wissen, daß es morgen in jedem anderen Lande dieselbe Judenfrage gehen kann. Das Judenproblem ist keine Frage der Wanderung, sondern eine Frage der Erneueru n g, die nur in Palästina möglich ist.“ Zionismus ist Verantwortung. An dieser Verantwortung sollen alle Juden teilhaben und sic mittragen helfen. Darum schloß Dr. Prinz mit einem leidenschaftlichen Appell zum Anschluß an die Zionistische Organisation. Mit der iiatikwah wurde die Kundgebung beendet, die ein würdiger Auftakt für den ״Monat der Zionistischen Organisation“ war. Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Bingen. Am 19. Januar verunstaltete die Zionistische Ortsgruppe eine Kundgebung, bei der vor ü!>erlü]iu־tr1 Saal der Bildstreifen: ״Wir vom Hart,ad“ gezeigt wurde, und 'Or. Latiphcimer. Bad Ems, über das Thema: ״Wandlung und Heimkehr“ sprach. Pie der! Bildstreifen begleitenden hebräische« Lieder wurden von dem Chor der zionistisehen Jugendbünde unter Leitung von Is;i Bayer vorgetragen. Der kaum ein Jahr bestehende Chor entledigte sieh in künstlerischer Weise seiner Auigalxt. Bonn. Assessor Georg Guthmann, Düsseldorf, sptadi am 23. Februar über ״Zerstreuung oder Sammlung —t Rückblick und Ausblick 1036“. Duisburg. Im Rahmen des Monats der Zionistisehen Organisation sprach am 26, Feluuar A;-e;sor G u t!1 n! a n n,!)!:--chlorf, über das Thema: ,,Hille dun 11 Aiifbau — Die Antwort des Zionismus“. Düsseldorf. Am 20. Februar sprach Rechtsanwalt Kramer, Düsseidort, über den Legislative Council. Hamburg. An: 24. Februar sprach im Zionistisch-Akademischen Club Dr. Rsbinowitf, Leipzig, über 1000״ Worte jiddisch“. Frau G i n s b e ז g. Hamburg, sang mehrere jiddische Lieder. KSIn. Die Mitgliederversammlung des llilfsvireüis für jtidi-ehe Nerven- und Gemütskranke in Deutschland e. V. fand am 17. Fehruar unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Kober statt. Da der bislieijec1 ׳. Vorsitzende Dr. mcd. Joseph nach Palästina überge-icdclt ist, wurde Prof. Kisch zum I. Vorsitzenden gewählt. Unslebcn: Am 16. Februar sprach Dr. llans C a p e 11, Nürnberg, über ,,Palästina im Aufbau — Ergebnisse einer Reise“. Ankündigungen Breslau: Zion. Vereinigung. 4. März, 20.30 Uhr, Halle des Bar Koehba, Neudorfstr. 102, Veranstaltung: ״Der 25. Delegiertentag der Zumu-iUm ־!ich Vciciniguiig lür DtTiisdiland“. Referenten: Dr. Lüx, Theo Pinczower. Dr. Hans Prinz. Der Schulungsabend am 4. Mürz lallt aus. — Chemnitz 1 ״Hilfe durch Aufhau — die Antwort des Zionismus‘. Redner: Dr. Joachim Prinz, 5. März, Synagoge, Stephans• phez, — Kiel: 5. März. 20.30 Uhr, Zionistischer Abend im Sitzung*־ zimmer der Synagoge. Es sprechen: D. Buchen über den Delegierten- Dr. Max Kirsch über ״Alijah aus Deutschland ~~ Aufgaben, Probleme, Aufsichten“. Familien-Nachrichten Herr Lasar M c r k i n und F'rau Feiga, Danzig-Oliva, begehen am 8. März die goldene Hochzeit. Fiati Johanna Stern, geh. Kahn, Flieden b. Fulda, begeht am 8. März den 60. Geburtstag. m m 1■1»®"#«ף