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Jüdische Rundschau · 1936-03-03 · Heft 18 (3.3.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 18 (3.3.1936)
Date
1936-03-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 18, 3. III. 1936 |^rofessorj4naoldN©tt®rJ Paris, 1. März. (JTA.) Prof. Arnold Netter, der erst fW kurzem als Nachfolger von Prof. Sylvain Levi zum Präsidcnten der Alliance Israelite Universelle gewählt worden war, ist in Paris während eines Vortrags, den er in der Pariser Aerzte-Gescllschaft hielt, im Alter von 81 Jahren plötzlich gestorben. Prof. Netter, ein gebürtiger Straßburger, hat seit 1903 als Vizepräsident der Alliance eine führende Rolle in dieser Organisation gespielt. Als anerkannte Autorität auf dem Gebiet der Kinderkrankheiten genoß er auch in medizinischen Kreisen hohes Ansehen. Er war Professor an der Pariser Universität, seit 1893 Mitglied des üesundheitsrates Frankreichs und Großoffizier der Ehrenlegion. Die Schechita-Frage in Polen Neuer Zusammenstoß in Damaskus DNB. meldet aus Jerusalem: Nach einer Mitteilung der Behörden kam es am Freitag in Damaskus zu einem neuen schweren Zusammenstoß. Eine vom Abendgebet in der Omajaden-Mosclice heimkehrende Menschenmenge griff die Polizei mit Steinwürfen an. Um sich der Angreifer zu erwehren, gaben die Polizeibeamten scharfe Schüsse ab. Dabei wurden zwei Personen f'etötet und neun verwundet. Die Kundgeber wurden schließich in die Moschee zurückgedrängt, wo sie von der Polizei belagert werden. Am Freitag fand eine Parteiführerbesprechung beim Ministerpräsidenten statt. Einige Parteiführer beabsichtigen, zu Verhandlungen mit der französischen Regierung nach Paris zu reisen. Zum Tode von Seew Orbach Wir haben in der vorigen .X'urnmer schon kurz von dem AhJchen Orbnchs Kenntnis gesehen. Wir erhalten auf unsere Bitte aus Orhuchs l;reum!esl;reis im Hechaluz noch folgende Darstellung des l'etstnrhenen. flled.) Wiederum sicht die jüdische Jugend Deutschlands an der Bahre eines jungen Menschen, den eine tückische Krankheit dahingerafft hat. Seew Urbach, dessen Leben nur 27 Jahre gedauert, gehörte schon als Kind dem JJWB. an. Er war einer der ersten, der als Fünfzehnjähriger in einer Zeit, in der der Gedanke der Cbaluziuth noch längst nicht Gemeingut der jüdischen Jugend geworden war —• in Hameln zur Hathseharah ging. Er hat sich damals für den Beruf eines grhaier-׳ vorher eitet. Er, der spater zu einem hochewachsenen Mann wurde, war damals noch ein kleiner unge, dem Schalkhaftigkeit und eine eigentümliche Leberegen heit aus den Augen sprühte. Als er nach dreijähriger 1 laehseharah zur Zeit der Krise und Alijnhsperre im Jahre 1927 in die Stadt zurückkehrte, widmete er sieh mit voller Hingabe der zionistischen Arbeit und dem Bund, Wahrend dieser Zeit, die ganz der Arbeit des Bundes gehörte, hat er das Abitur als Externer abgelegt, trotz der Unruhe und Unrast, die schon damals die Arbeit in einem Jugendbund mit sich brachte. Innerhalb der jüdischen Jugend in Deutschland gehörte Orbach zu den wenigen, die mit vollem Ernst um den An- Schluß an die hebräische Sprache und Kultur gerungen haben. Er beherrschte Hebräisch in Wort und Schrift und bemühte sich unablässig um die Vertiefung seiner Kenntnisse in der hebräischen Literatur. Seine hebräischen Briefe zeugen von der erfolgreichen Bemühung, in der neueroberten nationalen Sprache subtile Gedanken und Empfindungen in ihren feinsten Nuancierungen aiis/udrücken. Er war jedoch sehr bescheiden in der Beurteilung seiner eigenen Fähigkeiten und überaus anspruchsvoll in dem, was er von sich verlangte. Es war ihm Ernst um die Gestaltung der neuen jüdischen Kultur, wie es ihm Ernst war um die Gestaltung des neuen jüdischen arbeitenden Menschen und der neuen Gemeinschaft jüdischer Arbeitender in Erez Israel. So sah er die Aufgäbe, die ihn! das!.eben gesetzt hatte, als er 1932 zur Alijäh ging — in den Kibbuz nach Oiwath Brenner. Er wollte bewußt in sein eigenes Arbeitslehen und in das Leben der Gemeinschaft von Giwatl! Brenner die Pulle an kulturellem Reichtum hiiieintrapeu, die die europäische Welt besitzt. Dabei war er sich aber dessen bewußt, daß die Verwertung dieser KuHur-u h!t/e 111 r das neue jüdische Leben im Land allmählich und organisch vor sich geben muß, wenn eine jüdische Kultur aus dem neuen Arlnalslebeu erwachsen soll. Er besaß die Fähigkeit, Geduld zu haben und vorerst zu schweigen und ab/uwarten. bis er 711m Sprechen in der Gemeinschaft der Arbeiter legitimiert war. Durch seine Art fühlten sich gerade junge Menschen nahe und eng mit ihm verbunden. .Menschlich, offen und zuverlässig hehieit er diese Bindung mit allen, mit denen er in Berührung kam. Er konnte gerade den Jüngeren so viel bedeuten, weil sein Lehen ohne den Bruch verlief, der sonst im I.ebui des zümistbchcn Jugemlfiihrers, wenn er die Wirklichkeit des Lehens und die ideale seiner Jugend gegemiber/u-trälcii batte, erfolgte. Die palastiiicti'äs! hen Arbeiter sind den ״Neuen‘* gegenüber mißtrauisch, und erst langsam erkennen sie sie an. Seew Orbach wußte darum, und es kostete ihm nichts, in schlichter Arbeit atis/uhai rru, ohne Anspruch aut Führung, obwohl er durch seine Aibcif in Deutschland diesen Anspruch erworben hatte. Im Kibbuz wuchs er mit den Aufgaben, die ihm allmählich übertragen wurden. Er schied ungern, wie er glaubte, nur für kurze Zelt, von Erez Israel, um als ״Schliadi“ der Bewegung nach Deutschland zu gehen. Hier erwartete ihn eine umfangreiche Tätigkeit 1m Merkas des Hechaluz und in der Bundesleitung des Habonim, der er all seine Kräfte widmete. Schon während des Zionistischen Kotigresses in .Luzern spürte Seew Orbach die Zeichen der Krankheit, die. sein Leben zerstörte, in monatelnngem Krankenlager hat er wiederum sich und sein Wesen bewährt, das ganz erfüllt von der Verwirklichung dessen war, was er als Jude und arbeitender Mensch als seine Aufgabe betrachtete. B. E. Der Reichsausschuß der Jüdischen Jugendverbände widmet Orbach folgenden Nachruf: ״Der Reichsausschuß der Jüdischen Jugendverbände beklagt mit tiefer Erschütterung den Verlust eines seiner besten Mitarbeiter. Seew Orbach, den eine schwere Krankheit in so jungen Jahren hinweggerafft hat, gehörte dem Führerrat des Reichsausschusses an. Wir haben ihn in gemeinsamer Arbeit nicht nur als eine Persönlichkeit von ungewöhnlicher Reife, von tiefster Hinabe an sein Werk und von seltener Reinheit der Gesinnung . ennengelernt, wir haben alle an ihm einen Freund gehabt. Der Rcichsausschuß erleidet einen unersetzlichen Verlust. Uns and der jüdischen Jugend wird er ein gelebtes Vorbild des jüdischen Menschen von morgen bleiben.“ Warschau, 28. Februar. (JTA.) Der Kampf um die Schechita hat im polnischen Sejm bereits begonnen. Die Verwaltungs-Kommission, der der Gesetzentwurf der Abgeordneten Frau Prystor über ein allgemeines Schachtverbot nach der ersten Lesung im Sejm-Plenum zugewiesen wurde, behandelte diesen Antrag in ihrer soeben abgehaltenen Sitzung als ersten Punkt der Tagesordnung. Eine sachliche Aussprache über den Gesetzentwurf hat bisher noch nicht stattgefunden. Es wurde bloß ein Berichterstatter für den Entwurf in der Person des Abg. Dudzscinski bestimmt. Zum Sachverständigen für den jüdischen Standpunkt wurde Abg. Rabbiner R 11 b i 11 s t e i n bestellt. Es wurde auch beschlossen, einen Sachverständigen zur Darlegung des Standpunktes der Schachtgegner zu vernehmen, doch hat man sieh über die Person dieses zweiten Sachverständigen noch nicht geeinigt. Außerdem wird zu den Beratungen der Verwaltungs- Kommission über den Sehächtverbotsantrag auch die Antragstellerin, Frau Prystor, zugezogen werden, obwohl sie der Verwaltungs-Kommission nicht angehört. Das einzige jüdische Mitglied der Verwaltungs-Kommission ist Abg. Dr. Emil Soramerstcin. Anfang der kommenden Woche wird die Verwaltungs-Kommission mit der Durchberatung des Ent- Wurfes beginnen. Eine Aussprache über das Schochita-Problem fand in einer für die Parlamentsjournalisten veranstalteten Pressekonferenz unter dem Vorsitz des Pressechefs beim Ministerratspräsidium, Hauptmann Lonczkowski, statt. Außer den Parlamentsbericnterstattern nahmen an der Konrenz der Warschauer Magistratsdirektor Pabierkiewicz, der in dem Kampf gegen die Schechita der Wortführer derjenigen ist, die aus wirtschaftlichen Motiven das Verbot fordern, der Referent der Landwirtschaftskammer, Wojtina, ein höherer Beamter des Handelsministeriums, der Direktor des Hauptverbandes der jüdischen Kauflcufe, Ing. Seidenmann, und der Leiter des wirtschaftlich-statistischen Büros bei dem Zentralverband der jüdischen Darlehenskassen, M. Bornstein, teil. Als Referenten für den Schächtvcrbotsantrag führten Pabierkiewicz und Wojtina als wirtschaftliche Argumente gegen die Schechita an, daß die Schechita eine Mono polisierung des Schlachtviehzwischenhandels durch die jiklisehen Aufkäufer bewirke und daß dieser karteliartige Zug k sammenscliluß eine Preisverteuerung herbeiführe. Die Korrcfereiiten Ing. Seidenmann und!Direktor Born stein wiesen diese Argumente als nicht stichhaltig zurück. Ein Verbot der Schechita würde im Gegenteil zu einer Preiserhöhung führen, da auf dem Fleischmarkt die Konkurrenz des Angebots der für den jüdischen Konsum unverwertbaren Teile des Schlachtviehs!verfallen würde, im Falle eines Schicht- Verbots wäre die jüdische Bevölkerung gezwungen, sich des Fleischgenusses zu enthalten. Das würde eine wesentliche Herabsetzung des allgemeinen Fleischkonsums und damit einen schweren Verlust für die Viehproduzenten bedeuten. Zu Beginn und Schluß der Konferenz legte Pressechef Lonczkowski die Art der gestellter! Probleme und die Ergebnisse der Aussprache eingehend dar, wobei er unterstrich, daß der Standpunkt der Regierung In der Sch ächtfrage keineswegs feststehe. Erst nach Prüfung des von beiden Seiten vorgelegten umfangreichen und komplizierten Materials werde eine endgültige Stellungnähme möglich sein. Der nationaldcmokratischen Fraktion im Stadtrat von Wilna ist es durch ein Ueberrumpelungsmanöver gelungen, ein lokales Sch ächtverbot durchzusetzen. Warschau, 1. März. (JTA.) Der Vorsitzende der jödischcn Gemeinde Posen, Adv. Cohn, und der Posen er Oberrabbiner Sender sprachen im Auftrag der jüdischen Gemeinde Posen beim Vize-Innenminister Kawecki vor, um gegen das von dem Posen er Stadtpräsidenten Oberst Wyneckowski erlassene Schächtvcrbot Beschwerde zu führen. Vizeminister Kawecki erklärte, diese Verordnung des Posetier Stadt- Präsidenten bilde jetzt ein ■Streitobjekt zwischen dem Innenministerium und der Posen er Wojwodschaft; das Innenministerium halte das Schächtvcrbot für ungesetzlich. Der Streit werde in den nächsten Tagen durch Staatsjuristen entschieden werden. Zur Abwehr der Bedrohung der Schechita in Polen wird eine Erklärung von 1200 Rabbinern an den Staatspräsidenten Prof. Moczicki und den Ministerpräsidenten Koszialkowski vorbereitet, die von einer Rabbiner-Abordnung überreicht werden soll, in der Erklärung wird auseinandergesetzt, daß ein Sehächtverbot im Widerspruch zu den jüdischen Religionsgesetzen und zur Verfassung stehen würde. Frankreich und Palästina Von unserem Berichterstatter. K. Paris, Ende Februar. Die Ereignisse der letzten Zeit und die Zunahme der zionistischen Aktivität in Frankreich haben dazu beigetragen, die Beziehungen zwischen Frankreich und Palästina enger zu gestalten. Als ein Symbol dieses Interesses ist die Uehernahme des Ehrenpräsidiums desComitds ״France-Palestine“ durch den Präsidenten der französischen Republik, Albert Lebrun, anzusehen, der damit dem Beispiel seines Vorgängers Doumergue gefolgt ist. Präsident Lebrun hat den Delegierten der Jewish Agency, Dr. Ooldmann, empfangen, der ihm von dem Präsidenten des französischen Palastina-Comites, Senator Godart, vorgestellt wurde. Mit dem Präsidenten Lebrun sind zahlreiche andere führende Persönlichkeiten der französisehen Politik und Literatur dem Comite beigetreten. Die Beteiligung Frankreichs an der Levantemesse in Tel-Awiw, die noch vor wenigen Wochen zweifelhaft erschien, wird sich nunmehr doch verwirklichen. Frankreich wird in Tel-Awiw auch diesmal wieder seinen eigenen Pavillon haben. Unter dem Ehrenvorsitz des Präsidenten der ״Conseillers du Commerce Exterieure“, Minister Ricard, ist in Paris ein Initiativkomitee gegründet worden, das die Durchführung der französischen Beteiligung sichern wird. Zum Generalsekretär des Komitees ist Raou! Agh ion ernannt worden, der in enger Zusammenarbeit mit dem Präsidenten der Sektion Levante- Palästina des Comites der ״Conseillers du Commerce Exterieure“ arbeiten wird. Die Plane für den französischen Pallstina-Pavillon haben bereits die definitive Zustimmung der zuständigen französischen Regierungsstellen gefunden, ln Palästina ist unter dem Vorsitz des französischen Generalkonsuls, Vicomte d’A u m a 1«, ein lokales Comite gegründet worden; das auf palästinensischer Seite für die Realisierung des Proiektes arbeiten wird. Es besteht die Alvsicht, die wirtschaftliche Propaganda Frankreichs auf der Levantemesse diesmal mit einer Ausstellung französischer Kunst zu verbinden. Die Wünsche Frankreichs hinsichtlich einer Verstärkung des französischen Einflusses an der hebräischen Universität in Jerusalem sind kürzlich in einer Ansprache, die im Rahmen des Institutes Franco-Palestinien von dem Professor Ferdinand Br u not, dem Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Paris, gehalten wurde, zum Ausdruck gekommen. Professor Brunot unterstrich die kulturelle Bedeutung der Universität Jerusalem, die für die Erneuerung der Geschichte Asiens wirkt. Bei der Verbindung der jungen hebräischen Kultur mit den anderen Kultursprachen müsse die französische Weizmann nach London abgereist Die Zusammensetzung des Council for German Jewry Jerusalem, 1. März. (JTA.) Der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaitn Weizmann, hat sich nach London begeben, um an den Besprechungen über die Organisierung des neuen großen Auswanderungshilfswerks für Juden aus Deutschland teilzunehmen. Vor seiner Abreise erklärte Dr. Weizmann, der Council for German Jewry, der als leitendes Organ für diese Aktion vorgesehen ist, werde sich voraussichtlich aus vier Zionisten und vier Nichtzionisten zusammensetzen. Es gelte als feststehend, daß dem Council Lord Bcarsted, Simon Marks, der Ehrenpräsident des Joint Distribution Committee Felix M. War bürg, Sir Osinond Elim d’Avigdor O o 1 d s m i d und Dr. Stephen W i s e angehören werden. Vorsitzender des Council werde aller Voraussicht nach Sir Herbert Samuel sein. (Unseren Informationen zufolge sollen aus England und Amerika je zwei Zionisten und zwei Nichtzionisten eintreten; in der Liste fehlen also noch drei Namen, una zwar zwei Zionisten und ein amerikanischer Nichtzionist. Von den Zionisten wird hoffentlich Dr. Weizmann seihst der eine sein, der andere Platz wird durch einen amerikanischen Zionisten — wohl Lipsky oder Rothenberg — zu besetzen sein. — A. d. Red. ״J. R.“) WER HAT DIESES LAND ERWORBEN? DEIN TÄGLICHES FÜNFPFENNIGSTÜCK Jetzt zweite Büchsen ־Leerung und Büchsen Aufstellungs - Aktion KEREN KAJEMETH LEJISRAEL I BtHtn W«, MaimkMti-aS• 10. / Po»l.«h»ok: Bwttn *82 *7 Sprache den Vorzug erhalten. Die französische Sprache Bei nicht nur die traditionelle Kultursprache des vorderen Orients, sie sei zugleich auch das Organ der Ideen, die die Schaffung der Universität Jerusalem überhaupt erst ermöglicht haben. Die engere kulturelle Verbindung zwischen Frankreich und Palästina solle ihren praktischen Ausdruck in der Schaffung eines Lehrstuhles für Französisch an der Universität Jerusalern sowie in einer Aktivierung des kulturellen Aastauschet zw»• sehen Frankreich und Palästina finden. Wahlniederlage der Cnzisten Bukarest, 24. Februar. (JTA.) Bei den Ergänzung»- wählen in dem transsylvanischen Wahlkreis Hunedoara und in dem an der" transsylvanischen Grenze gelegenen westwallachischen Wahlkreis Mehedinti haben die Cu* zisten eine Niederlage erlitten, obwohl die beiden Führer der vereinigten christlich-nationalen Partei, der frühere Innenminister Octavian G o g a und Prof. C u z a, in diesen Wahlkreisen kandidierten. Es wurden zwei Führer des demokratischen Flügels der national-zaranistischen Partei, Eh־. N. Lupu und der frühere Unterstaatssekretär Gheorghe Pop, gewählt. _ Berufstod eines jüdischen Arztes in Wien. Wie uns unser J. R.-Bcrichterstatter aus Wien schreibt, ist dort dieser Tage der Röntgcnologe Dozent Dr. Fritz Pordes an den Folgen der jahrelangen beruflichen Schädigungen durch die Röntgenstrahlen im 46. Lebensjahre gestorben. Dozent Pordes leitete das Röntgeninstitut der Wiener Kuranstalt Dianabad und war Röntgcnologe der Wiener Arbeiter-Krankenkasse. Das Spezialgebiet von Dr. Pordes, der Schüler des Wiener Röntgenologen Holzknecht war, bildete die Beschäftigung mit der Röntgenologie des Kiefers und der Zähne. Seine zahlreichen Publikationen über dieses Gebiet, sowie seine Arbeiten über Röntgenbehandlung von Entzündungen, Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere von Basedow, haben in der medizinischen Welt allgemeine Anerkennung gefunden. Dozent Pordes, der Jude und Zionist war, ist ein Opfer seines Berufes geworden, gleich dem in Palästina verstorbenen Wiener Röntgenologen Dr. Freud. Sommernachtstraum-Film ln Rom. Unser römischer Kr.- Berichterstatter schreibt uns: Reinhardts Verfilmung _ des ״Sommemachtstraum“ erlebte dieser Tage ihre italienische Uraufführung. Die Aufnahme durch Presse und Publikum war geradezu enthusiastisch. Der Filmkritiker des ״Osservatore Romano“ schreibt, es sei einer ״von den ganz sclteneu Fällen, in denen die Verfilmung eines Theaterstücks, die grundsätzlich abzulehnen sei, ein wirklich filmisches und künstlerisches Resultat erzielte. Ja, ln diesem besonderen Fall und dank der außerordentlichen Fähigkeiten des berühmten Regisseurs könne man sagen, daß die Kinematographie einen Moment ausgesprochen künstlerischer Niveau- Hebung erfahren habe.“ Zum Tage von Tel Chaj hat der Keren Kajemcth ein Zirkular herausgegeben: ״Jom Tel Chaj“, hektographlertes Musik- und Sprechchormaterial zu einer Gedenkfeier, Inhalt: I. Tel Chaj, musikalische Szene von D. Schimunowitz, Musik von Jehuda Schertok; Haja Chawer, Sprechchor von Hillel ben Josef; Ejch naflu Giborlm, vierstimmiger Chor von Schertok, Schmuel II, 1; Jiskor, Martin Buber; Jiskor, B. Kaznelson, Musik von Händel aus dem Oratorium ״Saul , II. Das große Lied, ein Oratorium von M. Y. Ben Gawriel. —■ Zu beziehen gegen Erstattung der Unkosten von 0,50 M, und 0,10 M. für Porto durch den KKL, Berlin W 15. AUSLANDSAMMELVERKEHRE Lifts, MSbattranaport, Lag•- rung, Spedition, UmzUg• BISMARCK BARBAROSSA BTEIRRLATZ Berlin W 15, Kurftiratendamm 211 ooerbaum GEPÄCKFAHRT 8888

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