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Jüdische Rundschau · 1936-02-28 · Heft 17 (28.2.1936) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 17 (28.2.1936)
Date
1936-02-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seif* 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17 28. II. 1936 Wauchopc fährt nicht nach London Erklärung Thomas’ im Unterhaus — Verschiedene Anfragen Sorgen um den Tiherias-See Im Unterhaus fragte am 26. Februar der Abgeordnete Wedg'.vood, wann der High Commissioner für Palästina nach England komme und weiches die Gründe seines Kommens Seien. Minister Thomas antwortete, er habe keinen Grund für die Annahme, daß der High Commissioner für Palästina in nächster Zeit nach England zu kommen beabsichtige. (Das Gerücht, Wauchopc beabsichtige nacli London zu reisen, haben wir in Nr. 15 mit Skepsis verzeichnet. -- Red. ״J. K.“) * Der Abgeordnete Oall.ichger wies darauf hin, daß nach dem Hungerstreik, der im letzten Jahr im Gefängnis von Jerusalem durchgefühlt wurde, eine besondere Behänd- I u n g politischer Gefangener versprochen worden war, und fragte den Kolonieuministcr, ob er im Hinblick darauf, daß die Behandlung der politischen Gefangenen sich nicht geändert habe, Erkundigungen über den Entwurf entsprechender Bestimmungen einzichen wolle. In einer schriftliehen Beantwortung erklärte Minister Thomas, daß das palästinensische Recht ebenso wie das englische einen Unterschied zwischen sogenannten politischen und anderen Getangenen nicht kenne. Der leitende Gefängnisbeamte sei ermächtigt, jedem Gefangenen vor seinem Erscheinen vor Gerieht eine bevorzugte Behandlung zu gewähren. Was verurteilte Gefangene betrifft, so sei die Angelegenheit dem Ermessen der Gerichte überlassen. Der Abgeordnete Gallachger fragte ferner den Minister, ob im Hinblick auf die Rückwirkung der Ereignisse in Syrien auf die Bevölkerung Palästinas und Transjordaniens Truppen an die Grenzen' Palästinas gebracht worden seien, und ob die Verwaltung Palästinas und Transjordaniens das Asylrecht für politische Flüchtlinge streng wahren werde. Minister Thomas antwortete, die normalen Verhältnisse in Palästina und Transjordanien seien bisher nur wenig beeinträchtigt worden, und soviel ihm bekannt sei, hätten Im Zusammenhang mit der Lage in Syrien keinerlei Truppen- Verschiebungen in Palästina oder Transjordanien stattgefunden. Auf Grund der bestehenden Verträge werde keine Ausliefenmg wegen eines politischen Vergehens erfolgen. Sir Percv Harris lenkte die Aufmerksamkeit des Ministers für die Kolonien auf die Ueber'astung des Telehondienstes in Palästina und die dadurch bedingte Chwierigkcit, eine telephonische Verbindung zwischen Jeru- Salem, Tcl-Awiw und Haifa zu bekommen. Er fragte, ob Maßnahmen geplant seien, um diesem Zustand baldigst abzuhelfen und vor allem moderne Apparaturen einzuführen. Minister Thomas sagte, es würden von der Palästina-Regierung alle Anstrengungen gemacht, um Verzögerungen und Uebcrlastungen abzuschaffen und die modernster{ Einrichtungen einzuführen, Bodenfrage, Elektrizität, Haien London, 25. I ebrtiar. (JTA.) Auf eine Anfrage des Abg. Captain (lazale! gab der Minister für die Kolonien, J. ff. Thomas, im Unterhaus bekannt, daß die geplante Einschränkung des B o d e 11 v e r k a 11 f s in Palästina sich auf alle Ländereien außerhalb des von der Verordnung ausgenommenen Gebiets von Beer Schcwa beziehe, gleichgültig, ob sie 1m Besitz von Arabern oder Juden, von Großgrundbesitzern oder siedelnden Eigentümern stehen. Der Abgeordnete Wedgwood verlangte hierzu die Zusicherung, daß das Haus vor der Einführung der Verordnung befragt werde, erhielt jedoch keine Antwort. Captain Ca za I et fragte den Kolonienminister weiter, ob er mittcilcn könne, wieviel Boden in Palästina noch in arabischem Eigentum sei und in welcher Weise sich dieser Besitz auf siedelnde Eigentümer, Grundbesitzer und Gemeinschaftseigentum verteile. Minister Thomas antwortete, er werde entsprechende Informationen vom High Commissioner einzieben und sie in angemessener Frist dem Anfrager bekanntgeben. Der Abgeordnete Leckie hatte an den Minister für die Kolonien die Frage gerichtet, ob er die Behauptung nachprüfen wolle, daß die Menge der aus den Wasserkräften des Tiberias-Sces gewonnenen E1 e k t r i z i t ä t der Erwartung der Palestine Electric Corporation nicht entsprochen habe, und ob er untersuchen wolle, ob nicht die gleiche Energiemenge mit geringeren Kosten ohne Benutzung des Wassers des Tiberias-Sces hätte gewonnen werden können. In einer schriftliehen Beantwortung erklärte Minister Thomas, er werde entsprechende Erkundigungen beim High Commissioner für Palästina einzichen. Eine zweite Anfrage des Abgeordneten Leckie bezog sieh darauf, ob trotz wiederholter Proteste die Entweihung des Tiberias-Sces durch Arbeiten der Palestine Eleetric Corporation fortgesetzt werde, ob jetzt am Ufer Dämme errichtet würden, die den Zugang zu einem Teil des Sees verhindern, ob durch die Hebung des Spiegels bis zu einem Meter über den Normalstand weite Gebiete ln der Umgebung des Strandes, darunter der Christenheit heilige Stätten, überschwemmt werden würden und ob der Minister mit Rücksicht auf die bestehende Unzufriedenheit einen unvoreingenommenen englischen Elektroingenieur beauftragen wolle, die gesamte Lage zu untersuchen und über sie zu berichten, während in der Zwischenzeit weitere Veränderungen unterlassen werden sollen. In seiner schriftlichen Antwort erklärte Minister Thomas, es sei ihm bekannt, daß an den Ufern des Tiberias-Sees Arbeiten zur Verhinderung der Wiederholung von Ueberschw׳emmungen durchgeführt werden. Er erwarte gegenwärtig Bemerkungen des High Commissioner zu dem Vorschlag, einen unabhängigen Ingenieur zwecks Erstattung eines Berichts über die Lage zu bestellen. Der Abgeordnete Cantain Strickland fragte den Minister für die Kolonien, ob im Hinblick auf die Üeberlastung des Hafens von Haifa, die teilweise auf die Anwesenheit von Kriegsschiffen, teilweise auf die dauernde Atisdehnun״ tles Handels in Palästina zuriiekzuführen sei, die Möglichkcit des Ausbaues des Jaffaer Hafens binnen kurzem geprüft werden würde. In einer schriftlichen Antwort erklärte Kolonienminister J. H. Thomas, die gesamte Frage der Häfen Palästinas werde zur Zeit vom High Commissioner in Beratung mit dem Kolonienminister untersucht. Seew Orbach Unmittelbar vor Schluß des Blattes erreicht uns die erschütternde Trauerkunde, daß Seew Orbach, einer der Führer der zionistischen Jugendbewegung i!1 Deutschland und der Chaluzbewegung, in Lausanne am Donnerstag, 2 Uhr nachmittags, g e s t o r b e!1 ist. Orbach, der dem Kibbuz me’tichad in Palästina nngehorte, war w ährend seiner Tätigkeit in Europa erkrankt, nachdem er noch an dem Luzerner Zionistciikoiigrcß als einer der in Deutschland gewählten Delegierten n׳ilgen״m!11en halte. Er wurde vor etwa 3 Wochen von Leysin in der Schwei/ zwecks t )peratiun nach Lausanne ebracht; die Operation schien zunächst gelungen. Neben er Frau und dem Kind di :י im jugendlichen Alter von 29 Jahren I >nhin:״1־;vhh׳d< neu trauen! seine Freunde vorn Hechaluz und viele Zioniücii!11 Deutschland und Palästina an seiner Bahre. Eröffnung des Joint-Drive New York, 21. 1 ebrurir. (Jt'A.) In C.ncmnati wurde die Konferenz des Joint Distribution C u tu m i 11 e e eröffnet, auf der die Kampagne zur Aufbringung von 30 Milhonen Dollar im Jahre DSO proklanneit wurde. Auf der Konferenz wurde eine Erklärung über die Stcllungnahmo des Jottn zu den Vorschlägen der Samuel- Delegation ahgepelum. In dieser Lrklurung wird betont, daß die in dun Projekt vorgcselu ne Aufbringung von 10 Millionen Dollar im Laufe von vier Jahren einen Bestandteil des P r o g r a m וזז s d er bereit 5 v o r 11 a!1 d e n e n O r g a n i - tat Ionen bilde. Es werde daher nicht notwendig sein, einen besonderen Drive zur Verwirklichung dieses gemeinsam mit dem englischen Judentum durchzuführenden Projekts zu veranstalten. Brief aus Jugoslawien Von unserem Berichterstatter. J. H. Beograd, 22. Februar Nachdem der Palästinafilm ״Das Land der Verheißung“ in verschiedenen^ Ländern aufgeführt wurde, gelangte er nun auch in den Städten Jugoslawiens zur Aufführung und wurde vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen. Das nichtuidjsche Publikum in Jugoslawien hat nur selten Gelegenheit, jüdische Lieder zu hören. Der Beograder Oberkantor Arnold Gruümann trägt am 29. Februar im Beograder Radio palästinensische und jüdische Lieder vor. Außerdem wird er einige liturgische Lieder zuin Vortrag bringen. Hundert Jahre ״Hugenotten•‘. Am 29. Februar sind hundert Jahre seit der ersten Aufführung von Meycrbecrs Oper ״Die Hugenotten“ in Paris vergangen. Man kann sich heute kaum mehr verstellen, welch ein aufsehenerregendes, künstlerisches Ereignis die Aufführung des hedeutendsten Werkes des zu seiner Zeit so überaus gefeierten jüdischen Komponisten war. Wir finden darüber interessante nähere Angaben in der ausgezeichneten Me verheer-Biographie von Julius Kapp (Max Hesses Verlag, 1932), einem Buche, in dem auch versucht wird, in objektiver Weise und ohne Vertuschung der Probleme das Jüdische in Meycrbecrs Wesen und Schaffen herauszufinden und damit einen Beitrag ־zu der seit Richard Wagner so überaus populär gewordenen Kontroversc über den ״Fall Meyerbeer‘‘ zu liefern. Die Gegnerschaft, die auch nach der Aufführung der ״Hugenotten“ sich mächtig meldete, war jedoch, wie Kapp zeigt, weniger gegen den Komponisten als gegen den Textdichter gerichtet, dem man die Verwendung religiöser Motive der Giaubenskämpfc 7um Vorwurf machte. Kapp zitiert einen Brief Meyerbccrs vom 20. Oktober 1837 a»n seinen Freund Gottfried Weber, worin er sielt gegen diese Angriffe verteidigt, wie uns scheint, mit durchschlagenden Argumenten. Interessant ist aus diesem Brief der folgende Satz: ״Ich habe es mir seit Jahren zum unverbrüchlichen Gesetz gemacht, nie persönlieh auf Angriffe gegen meine Arbeiten zu antworten und persönliche Polemik unter keiner Bedingung weder zu voranlassen noch zu erwidern,“ fn der Tat muß matt sagen, daß Meverheer als Charakter und als gütiger, großzügiger, von jeder Mißgunst freier Mensel! in Kapps Darstellung recht gut abschneidet. Mit der Aufführung der ״Hugenotten" am 29. Februar 1836 war Meyerheers Ruhm endgültig begründet. Er wurde der ״unbeschränkte Herrscher im Reiche der Musik“. 1812 wurde er dann als Generalmusikdirektor nach Berlin berufen, wo eine Glanzzeit der Berliner Opernbühne mit seinem Namen verknüpft ist. Was die ״Hugenotten“ betrifft, so wurde auch in der scharfen späteren Kontroverse um Meyerbeer der musikalische Wert gewisser Teile des Werkes, wie des unvergänglichen vierten Aktes, niemals bestritten. Das Werk war jahrzehntelang ein Rcpertoirstück der bedeutendsten Opernbühnen und bot Glanzpartien für die berühmtesten Sänger. Eine moderne Umarbeitung wurde erst 1932 in Berlin von Julius Kapp versucht und bewies, daß der Mclodienrcichtum und die musikalische Dramatik der ״Hugenotten“ auch heute noch ihre Wirkung tut. Fahrpreisermäßigung für Palästinareisende. Man schreibt uns: Der Lloyd Tricstino, welcher seit über einem Jahrzehnt zahlreiche Passagier- und Frachtverbindungen nach Palästina unterhält, hat soeben eine Maßnahme ergriffen, welche in besonderer Weise dazu angetan ist, den Verkehr nach dorthin außerordentlich zu fördern, und zwar durch Qewährung einer 50 ״Adgen Fahrpreisermäßigung auf alle Hin- und Rückfahrten nach Palästina, die in der Zeit vom 1. April bis 23. Mai 1936 für die Hinreise und bis 24. Juni 1936 für die Rückreise benutzt werden. Auch die italienischen Staatsbahnen haben sich diesem Prinzip angeschlossen und gewähren ebenfalls 50 »/ס Fahrpreisermäßigung im Zusammenhang mit obigen Schiffskarten. Es handelt sich um einen Versuch, die Touristenreisen nach Palästina in der günstigsten Jahreszeit zu popularisieren, und zwar am Anfang des Frühjahrs, bevor der jährliche Zustrom der dort Ansässigen nach Europa einsetzt. Zu den großen Sondervergünstigungen, welche der Lloyd Triestino letzten Jahres — sei es anläßlich des lOjährigen Bestehens seiner direkten Eildienste nach Palästina, sei es im Zusammenhang mit den großen Makkabiaden, welche in Tei-Awiw stattgefunden haben — eingeräumt hat, kommt dieses Jahr also diese neue Maßnahme, welche mit den Pessach-Feiern zusammenfällt und weitesten Kreisen die Mögliehkeit bietet, das Heilige Land anfangs des ״Palästinen• sischcn Frühlings“ zu besuchen. LEIPZIRER NIESSE-VERANSTALTUNB Dienstag, den 3. März, 20.30 Uhr, Battenberg •Theater, Varietäsaal, Tauchaer Str. 32-34 (3 Min.v. Hbf.) Dr. David SchloBuerg - Berlin HILFE durch AUFBAU d•• Zionismus Dis auswärtigen Msssebssuohsr sind zu dlsssr Veranstaltung frsundl. oingsladen. Rechtzeitige Kartenbestellung Im Büro der ZVL, Keilstraße 4 (Ruf 10211) erbeten. IN ALLER KURZE Bei der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft wird von den Bewerbern eine Erklärung über die Abstammung verlangt. Die Erklärung erstreckt sich nach dem Formular auch darauf, daß keiner der Vorfahren des Bewerbers oder seiner Ehefrau bis zurück zum 1. Januar 1800 jüdischen oder farbigen Blutes war oder zu irgendeiner Zeit der jüdischen Religion angchört hat. Wie die ״K o 1 b e r g c r Zeitung“ berichtet, sprach der Rcichstagsabgeordnetc Kreisleitcr Poxleitncr aus Stolp in seiner Eigenschaft als Bezirksohmann der Nationalsozialist!־ sehen Kriegsopferversorgung auf einer Monatsversamnilung der Ortsgruppe Kolberg der NSKüV. auch zur Judenfrage, wobei er sagte, wer beim Juden kaufe und damit das Judentum stärke, werde in den Reihen der NSKOV. nicht geduldet. Das Amt gericht Stadtoldendorf verhandelte gegen einen nichtarischen Angeklagten, der beschuldigt wurde, sich der öffentlichen verleumderischen Beleidigung schuldig gemacht zu haben. Der Angeklagte hatte einer Gastwirtsfrau, die ihn auf ihr Schild ״Juden sind hier nicht erwünscht“ hinewiesen hatte, erklärt, solche Schilder seien ihm sonst nicht ekannt und er sei erst kürzlich in einer anderen Gastwirtschaft aufgenommen worden. In diesem Zusammenhang hatte der Angeklagte auch den Namen des Ortsgruppenleiters der NSDAP, genannt. Der Staatsanwalt sah hierin den Versuch, die Autorität eines Amtsträgers der Partei zu untergraben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis. Die Frankfurter Müh len werke in Frankfurt am Main, die bisher in nichtarischein Besitz waren, sind von der Deutschen Zentralgenossenschaftskasse und der Deutsehen Rentenbank Kreditanstalt über die diesen beiden öffentlich-rcchtlichcn Kreditinstituten gemeinschaftlich gehörende Deutsche Mühlenvereinigung A.-ü. in Berlin erworben worden. Die Firma Gehr. Alsberg, Inhaber Paul, Eugen und Regina Schönenberg in Hildesheim, ist in arischen Besitz übergegangen. — Das Möbelhaus L. Worts mann & Co. in München ging in arischen Besitz über. Prof. Eugen Mittwoch, der bekannte Berliner Orlentalist, ist zum Mitglied der Academie Internationale d’Histoire des Sciences in Paris ernannt worden. Auf einem internationaien Orientalisten-Kongreß, der in Oxford abgehalten wurde, regte seinerzeit Prof. Mittwoch den Plan zur Schaffung eines Corpus Scriptorum Arabieonun de Medicina et Seientis zum Studium für die Geschichte der von Arabern im Mittelalter geschriebenen medizinischen und wissenschaftlichen Werke an. Der Plan wird nur! von der Akademie in Paris verwirklicht werden. in den letzten Tagen wurden in mehreren Wiener Bezirken auf den Straßen weiße Zettel verstreut, auf welchen mit blauem Aufdruck ein Davidstcrii und die Aufforderung ״Juden kauft mir bei Glaubensgenossen“ an gebracht waren. Das Präsidium der Kultusgemeinde stellt in einer durch die Tagcspresse veröffentlichten Erklärung fest, da'< die Verbreitung dieser Zettel nicht von jüdischer Seite aus geht. Es wird vielmehr vermutet, daß es steh um eine Provokation von antisemitischer Seite handelt, wes■; halb die Kultusgcmeinde die Anzeige bei der Staatspolizei erstattet hat. Fter von der Union rumänischer Juden und der Jüdischen Partei gebildete Zentralrat der Juden Rumäniens hat an den Ministerpräsidenten, den Unterrichtsminister und den Dekan der medizinischen Fakultät an der Bukarester Universität ein Telegramm gerichtet, in dem dagegen protestiert wird, daß die jüdischen Mediziner gewaltsam verhindert werden, die Vorlesungen zu besuchen. Das Kreisgericht von R a d o in hat den Vorsitzenden der nationaldemokratischen Partei im Distrikt Przytyk, wo es in der letzten Zeit wiederholt zu schweren judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen ist, Vinzenz Korczak, zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, weil er terroristische Ucbcrfällc auf Bauern organisiert hatte, die sich geweigert hatten, den von den Nationaldemokraten geforderten Boykott der Juden mit/umachen. Zwei andere nationaldemokratische Rädelsführer wurden zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. ln der Londoner Royal Society fand unter dem Vorsitz Von Lord Rutherford eine Versammlung des akademischen Hilfsrates statt, bei der über die Entlassung jüdischer Gelehrter in Deutschland wegen ihrer Rassen- Zugehörigkeit berichtet wurde. Es wurde beschlossen, eine Gesellschaft für den Schutz der Wissenschaft und des Studiums zu schaffen, die auf breiterer Basis die weiterhin notwendige Arbeit des akademischen Hilfsrates fortführen soll. Es wurde mitgeteilt, daß die Familie Sacher-Sieff-Marks zwei fünfjährige Forschungsstipendien von je £ 450 jährlich gestiftet hat. Präsident Lebrun hat den Vorsitzenden des Cotnitd France-Palestine, Senator Justin Godard, und Dr. Goldmann in längerer Audienz empfangen. Präsident Lebrun erklärte sich bereit, das Protektorat über das Comitc France-Palestine zu übernehmen. In einem Communique des Londoner Büros des Ober- Kommissariats für Auswandererfiirsorge wird mitgeteilt, daß das norwegische Parlament dem Oberkommissariat einen Beitrag von 5000 norwegischen Kronen (250 Pfund) bewilligt und den Wunsch geäußert hat, daß das Geld vorzugsweise zugunsten nichtjüdischer Auswanderer verwendet Werde. Entsprechend einem von der Luzerner Tagung des Couneil der Jewish Agency gefaßten Beschluß, wurde bei der Exekutive der Jewish Agency ein unter der Leitung von Eh־. Werner Senator stehendes Büro zur Organisierung der Nichtzionisten innerhalb der Agency geschaffen. Das Büro hat seine Arbeiten bereits aufgenommen. KAU FHAUS AM S AVI GN VPLATZ Der Deste Einkauf

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