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Jüdische Rundschau · 1936-02-28 · Heft 17 (28.2.1936) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 17 (28.2.1936)
Date
1936-02-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17, 28. II. 1936 JODlSCHE RUNDSCHAU Seife 5 Ern Pressejubiläum 50 Jahre hebräische Tageszeitung Am_l. März 1936 (7. Adar) feiert die hebräische Tagespresse einen dciikwürdigen Tag: vor genau 50 Jahren erschien die erste minimer der von dem hebräischen Schriftsteller 111 u, H.,'''1. en Jchuda l.öb Kantor (geh. 1819 in Wilna, gest. 1915 in Riga) in Petersburg hcrausg -gebenen ersten hebräischen Tagcs/eitung ״Hajo m“ (״Der Tag“). Einen ebenso ruhmvollen wie dornenreichen Weg hat die dem Tage Und seinen Erfordernissen dienende hebräische Presse in Ost- Amerika mul vor allem in Palästina in diesem verhaltnismaHig kiiivcn Zeitabschnitt ziirückgclegt. 111 den La״- 1u RiuBcn jüdischen Zentren (Rußland, Polen, Litauen, Nordamerika) gab es zwar von jeher ansehnliche jüdische Kreise, die des. Hebräischen in Schrift, und seit einigen Generationell auen in Wort mächtig waren, aber die Herausgabe einer hebräischen Tageszeitung war auch dort weniger eine lebensnotwendige Selbstverständlichkeit als vielmehr ein hewuBter Willensakt zur Erfüllung einer idealen nationalen roraerung: die Sprache der Seele des Volkes sollte auch zur spräche des öffentlichen Lebens und seiner alltäglichen Aeußerungen werden. Rein quantitativ und besonders vom Standpunkt ihrer Verbreitung unter den Volksmassen aus gesehen hat die fast zu gleicher Zeit sich entwickelnde ] t d d 1 s c h c ך agespresse einen größeren äußeren E folg aufzuweiseu. Als nationaler, gesellschaftlicher, snrachücher und kultureller Erzichungsfaktor hat aber die hebräische Tagespresse sich unstreitige Verdienste erworben. Sie hat die zionistische Führerschaft des Ostjudentums seit Beginn der Bewegung um sich geschart und bei der theoretischen und praktischen Entwicklung der nationaljiidischcn Idee — im Zusammenwirken mit hebräischen Kultur/citschriften — die führende Rolle gespielt. Nicht geringer ist ihre Bedeutung für die Entwicklung der modernen hebräischen Sprache, besonders auch der Umgangssprache, die hier ganz neue, ihr bisher ungewohnte Lebensbezirke erobern mußte, ln P a I ä - s.tina hat die hebräische Tagespresse seit ihren Anfängen einem sehr konkreten Zweck gedient: Her Informierung des nurhebräischen Juden über die Geschehnisse der Welt, sowohl der jüdischen wie der nichtjüdischen und der Bildung einer öffentlichen Meinung innerhalb der Judcuheit Palästinas. Es besteht kein Zweifel, daß gerade die hebräische Tagespresse Palästinas, ein hervorragendes allgemeines Bildungsmittcl seiner palästinensischen Leser, in den letzten Jahrzehnten eine weit über die Grenzen des Landes hinausgehende Wirkung hatte. Die technische und inhaltliche VervollkomnimiMg macht immer größere Fortschritte, die Zahl der ausgezeichnet ausgestalteten und gut illustrierten literarischen, wirtschaftlichen und anderer Beilagen (Kinder-, Frauenbeilagen usw.) nimmt von Jahr zu Jahr zu (vergleiche unseren Bericht, Palästina-Blatt in Nr. 7 vom 24. Jan. d. ).). Um unseren Lesern ein kurzes Bild von der Entwicklung der hebräischen Tagespresse• in der Diaspora und in Palästina zu geben, bringen wir im folgenden eine ungemein lehrreiche Liste der in den letzten fünfzig Jahren erschienenen hebräischen Tageszeitungen (nicht etwa der seit viel!;ingerer Zeit erscheinenden Wochen- und Monatsschriften, deren Zahl ein Vielfaches beträgt). Diese sich auf rein tatsäcliliehe Mitteilungen beschränkende Liste, die uns von dem um die wissenschaftliche Sammlung und Forschung hebräischer Zeitungen und Zeitschriften außerordentlich verdienstvollen Bibliographen M. Probst liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt wurde, gibt die Entwicklung bis auf den heutigen Tag. Auch Zeitungen haben ihre Schicksale, und manchmal noch bewegtere als Bücher. Man überfliege mir die Daten aus den Jahren des Weltkriegs oder aus dem Jahre 1929 (Augustunruhen in Palästina). Welch treuen Spiegel der politischen Ereignisse stellt auch die hebräische Presse dar! Unter den Redakteuren der hebräischen Tagespresse befindet sich keine geringe Zahl auch sonst in der jiidisehen und zionistischen Bewegung hervorragender Miinner (Elieser Ben-Jehuda, Nahutn Sokolow, Dawid Frischmann, Dr. M. Glücksohn, S. Jabotinsky, Berl Kazcnelson u. v. a.). Unser Bild, eine reichhaltige Zusammenstellung hebräischer Zeitungsköpfe aus den letzten 50 Jahren, ist uns ebenfalls von M. Probst zur Verfügung gestellt, der bekanntlich vor einigen Jahren in Tcl-Awiw eine’Sonderausstellung der jüdisehen Presse aller Zeiten und Länder veranstaltet hat, die, von Bialik eröffnet, großes Aufsehen erregt hat. Hebräische Tageszeitungen 1886/87: ״Hajo m" (״Der Tag"). Red.: J. L. Kantor. Petersbürg. National. Publ.-lit.-wissensch. Erste Nummer erschien am 7. Adar 56-16 (31. Januar 1886 nach gregorianischein Kalender). 1886 1994: ״Hameiiz“ (״Der Mittler“). Red.: A. Zederbaum (Pseudonym: Eres). Petersburg. National-zion. Die ersten 51 Nummern erschienen wöchentlich, dann täglich. Später erschien die Zeitung zweimal wöchentlich. 1886/1931: ״Hazefira“ (״Die Morgenröte“). Red.: Ch. S. Slonimsky; Nahutn Sokolow; J. Heftmann. Warschau. Zionistisch. Mit längeren Unterbrechungen erschienen. Bestand als Wochenschrift seit 1862. 1903/04: ״H a 7. 0 f c“ (״Der Späher“). Red,: A. A. Fridmann u. A. Ljudwipol. Warschau. Zionistisch. Pubtiz.-iitcr. 1903/15: ״Hase man“ — ״Hed Haseman“ (״Die Zeit“ — ״Echo der Zeit“). Red.: Benzion Katz. Petersburg, Wilna. National. Publiz.-liter. Wechselte aus Zensurgrün־ der! ihren Namen. Stellte einige Male wegen Zensurverbot ihr Erscheinen ein. Seit 1905 in Wilna. 1904: ״Hajo m“ (״Der Tag“). Red.: G. Bader. Lemberg. Publiz.-liter. Erschien nur kurze Zeit. 1906/07: ״Hajoni“ (״Der Tag“). Red.: Zwi Prilucky. Warschau. Zionistisch. 1908: ״Hechawer“ (״Der Kamerad“). Red,: J. Ch. Tawiow. Wilna. Publiz.-liter. Vokalisiert. Für die Jugend. Erschien ein Vierteljahr lang. 1908/12: ״Hazewi“ (״Die Pracht“). Red.: Elieser Ben- Jehuda. Jerusalem. National-zionistisch. 1908/16: ״Hacheruth“ (״Die Freiheit“). Red.: Ch. Ben- Atar u. A. Elmaliach. Jerusalem. National. Im Weltkrieg eingegangen. jcllin. Jerusalem. Orthodox. Red.: Elieser Ben-Jehuda. 1909: ״Haboker“ (״Der Morgen“). Red.: Dawid Frischmann. Warschau. National. Publiz.-liter. 1909 14: ״H a i o 111“ (״Der Tag“). Red.: M. Goldmann. New York. National. Mit einer längeren Unterbrechung. 1909 15: ״Mori ja“. Red.: J. J Im Weltkrieg eingegangeii. 1910: ״Haor“ (״Das Licht“), Jerusalem. Zionistisch. 1911: ״Bat-Kol“ (״Himmlische Stimme“). Seliger. Lemberg. Misrachistisch. Mit Unterbrechung. :״ -15<׳T a m z i t h a c h a d a s c h o 111“ (..Quintessenz der Neuigkeiten“). Jaffa. Hektographisch. Erschien an Stelle einer Zeitung und enthielt Telegramme com Kriegsschauplatz, 1917 18: ״Haam“ (״Das Volk“). Red.: Dr. Benzion Katz, Mosche Kleinmann u. a mstisch. Red,: einer Dr. Josef längeren M. Glücksohn, Moskau. Zio- 1921/22: ״Hadoar“ (״Die Post“). Red.: M. Lipson. New York. Zionistisch. Insgesamt 202 Nummern erschienen. 1923: ״Erez Jisrael“. Red.: S. Schwarz. Jerusalem. Zionistisch. Insgesamt 29 Nummern erschienen. 1924: ״Haseman“ (״Die Zeit“). Red.: J, Ch. Kaste!. Jafffa. Handclsblatt. 23 Nummern erschienen. 1925: ״Hajom“ (״Der Tag“). Red.: J. Heftmann. Warschau. Zionistisch. 1925 bis heute: ״Da war“ (״Wort“). Red: Berl Kazcnelson. Tcl-Awiw. Zionist. Arbeiterorgan. Erschien während der Augustunruhen 1929 wegen Beschlagnahme unter verscluedcnen anderen Namen. Mit literarischen und wirtschaftlicheii Beilagen. Illustrierte Kinderbeilage. Abendblatt und Arbeiterinnenbeilage. 1729: ״Erez. Jisrael“. Offizielles Bulletin. Jerusalem. 6 Nummern. Organ der Palästina-Regierung während der Augustunruhen 1929. Auch englisch und arabisch erschienen. In29: ״Hodcoth iriat Tcl-Awiw“ (״Nachrichten der Tel-Awiwer Stadtverwaltung“. Erschien während der Augustunruhen. 1930: ״Haseman“ (״Die Zeit“). Red.: P. Gin/bnrg. Tel- Awiw. Politisch-informativ. Erschien von 1 ewet bis Adar. הבהר Htה 1־ יאמר יוםני1 ״ »*'*»•!«מ־* “סוריה r קונסרם 1 החדרה הרשיה יייו m *י y't: יצבי דיר כ®'! ישי:'A ׳ לןי»ו& פירה *יי־ ,Haare 7.“ (״Das Land“). Frühere Red.: jabotinsky, S. Perlmann, L. Jaffe; jetzt Dr. Jerusaieru-Tei-Awiw. Allgemein-zionistisch. Kislew 5680 (1920) unter dem Namen: Mit ver- 1919 bis heute: N. Turow, S M. Glücksohn. Erschien bi? ״Chadeschot-Haarez.“ (״Neuigkeiten des Landes“) schiedenen Beilagen und Abendausgaben. 1919 bis heute: ״Doar Hajom“ (״Tagespost“)). Red.: Elieser Ben-Jehuda, ltamar Ben-Awi, Dagan, A. Elmaliach, S. Jabotinsky, Ben-Baruch, M. Rubinsohn usw. Jerusalem. Zionistisch-konservativ. Erschien 1930 einige Maie unter dem Namen: ״Hajischuw“ und ״Haschalom“. 1920: ״Haschachar“; ״S o 11 a r - H a z e f i r a“; ״Hodff a z e f i r a“; ,,Karne-Hazefira“; ״N o g a 11 - H a - zefira“; ״S i w - H a z e f i r a“ (״Morgenröte“; ״Glanz der Morgenröte“; ״Hoheit der M.״;״Strahlen der M."; ״Schein der M.“; ״Glanz der M.“>. Warschau. Zionistisch. Infolge jedesmaliger Beschlagnahme erschien di« Zeitung vom 8. bis 14. Aw 5680 (1920) an jedem Tag unter einem anderen Namen. J. H. Jcwin und KM) Nummern er- Freiheit"). Red,: A. politisch-liter.-u irisch Elmaliach. . Erschien 1931: ״Ha am“ (״Das Volk“). Red.: Dr Dr. Weisl. Jerusalem. Re > isümistiscli. schienen. 1932: ״Hacheruth“ (״Die Jerusalem. Unparteiisch, nur einige Wochen. 1934: ״Chadeschoth hajom“ (״Tagesneuigkeiten“). Red.: S. Schwarz. Jerusalem. National. Letzte Nr. 20. 7. 1934 35: ״Hajarden“ (״Der Jordan“). Red.: B. Netanjahu, I. H. Jewin, A. Abrahams 11. A. Ben-Chorin. Jerusalem, Tel-Awiw. Revisionistisch. Nach zweimaliger Einstellung durch die Regierung von Jerusalem nach Tel-Awiw überführt. Letzte Nummer vom 15. Dezember 1935. 1934: ״Itton mejuchad“ (״Extrablatt“). Red.: M, Großmann, M. Himmelfarb, B. Weinstein. Informatorisch-staatszionistisch. Letzte Nr. 29. 12. 1934. 1935 bis heute: ״Haboker“ (״Der Morgen“). Red.: S. Perlmann. Tel-Awiw. Zionistisch-bürgerlich. Pariser Brief Von unserem Berichterstatter läge befinden. Der Mangel einer geistigen Führung zösischen Judentum erschwert es, eine einheitliche der französischen Juden herbeizuführen. im fran- Stellung Neuer ״Drive“ in Frankreich Obwohl ein großer Teil der jüdischen Emigranten aus Deutsch- Land Frankreich wieder verlassen hat, weil es ihnen nicht möglich war, sich dort eine neue Existenz aufzuhauen, befindet sieh eine Zahl von 6—8000 noch im Lande. Ihre administrative und wirtschaftliche Lage ist in der Mehrzahl sehr ungünstig, nur wenigen ist es gelungen, in Frankreich festen Boden zu fassen. Ein neuer Zustrom aus Deutschland wird durch die Visenbeschränkungen und durch die französische Fremdengesetzgebung unmöglich gemacht. Die französische Judcnhcit, die zu Beginn der Emigration größere Summen (ca. 12 bis 14 Millionen Frcs.) für die Hilfstätigkeit für Juden aus Deutschland sammelte, hat sich in den letzten Monaten mehr und mehr an dieser Arbeit desinteressiert. Das ״Comite National“, das französische Fliichtlingskomifce, hatte seine Unterstützungstätigkeit bereits zu Beginn des Jahres 1935 eingestellt. Im Zusammenhang mit der Samuel-Delegation und ihren Plänen sind jetzt wieder Bestrebungen im Gange, auch das französische Judentum zur Durchführung eines ״Drives“ für die Juden aus Deutschland zu veranlassen. Zu gleicher Zeit wird auch eine Reorganisation der Flüchtlingsarbeit in Frankreich gefordert, die mehr und mehr einzelnen Komitees, die ohne oder nur mit geringem Zusammenhang untereinander arbeiten, zugefallen war. Ein erweitertes französisch cs Hilfskomitee soll als Zentralstelle für die Hilfsarbeif im engen Zusammenhang mit den großen jüdischen Organisationen wirken. Allerdings sind bereits jetzt Qegenströmungen gegen den neuen Drive wirksam geworden. Diese gehen vor allem von den französisch-jüdischen Institutionen aus, die sich selbst in einer außerordentlich schwierigen Finanz- K. Paris, 23. Februar Zionistische Aktivität Wenn der französische Zionismus bisher den Weg zu einer Zusammenarbeit aller positiven Kräfte noch nicht gefunden hat, so nimmt dennoch, das zionistische Leben in f'rankreich an Ausdehnung zu. Als ein wichtiger Schritt zur Aktivierung und Stabilisierung der Arbeit ist die kürzlich erfolgte Erweiterung des unter dem Vorsitz des Senators Justin Godart stellenden Komitees 1״' r a n r c - P a k* s t i n c“ zu erwähnen. Eine große Anzahl von französischen Politikern ist dem Komitee neu beigetreten, u. a. Außenminister Elandin, Unterrichtsminister Gucrnut, Luftniimster D/at, der bekannte Dichter (icorges Duhamel, Andre Matirois, der Komponist Darius Milhaud u. a. m. Das Komitee wird folgende Aufgaben in Angriff nehmen: Vorbereitung der Beteiligung Frankreichs an der Levantemesse, die auch eine Ausstellung französischer Malerei enthalten soll; Veröffentlichung einer Anthologie französischer Schriftsteller in hebräischer Sprache, Schaffung eines Lehrstuhles für Französisch an der Universität Jerusalem und schließlich eine Reihe von Vorträgen über Palästina in Frankreich. Diese Vortragsreihe soll mit einem Vortrag von Georges Duhamel (neues Mitglied der Academie Franfaise) eröffnet werden. Die Anwesenheit von Mrs. Sieff, sowie von Romana Goodman, Cciina Sokolow und der Wizo-Sckrctärin Frau Grubwieser in Paris hat zu verschiedenen Veranstaltungen der französischen Wizo Anlaß gegeben. Gleich* zeitig ist aut Anregung von Mrs. Sieff ein Komitee aller französischen Wizogriippcn geschaffen worden. Die zionistisehen Frauen haben damit das erste Beispiel für eine Zusammentassung der Kräfte im französischen Zionismus gegeben. Sonderfahrten der ״KARLJICA MARIJA“ (17 500 To.־Luxusdampfer) IN DEN FRÜHLING NACH PALÄSTINA Sorglos und bequem mit den Dampfern des Jugoslavenski Lloyd Erstklassige Kabinen, hervorragende Verpflegung, sorgfältigste Bedienung Hanseatisches Reisebu eau Heinrich Sehlie, Berlin W 30, Eisenacher Straße 113, Ecke Motzstr., Ruf: B 7 (Pallas) 2778 i

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