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Jüdische Rundschau · 1936-02-28 · Heft 17 (28.2.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 17 (28.2.1936)
Date
1936-02-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 17 28. II. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Syrien in den Völkerbund? Verhandlungen Frankreichs mit den Rebellen DNB meldet am 24. Februar aus Jerusalem: Die Regierungdes syrischen Mandatsgebietes hat dem französischen Oberkommissar de Marte! am Sonntag ihre Rücktrittserklärung überreicht. Der Oberkommissar beauftragte den bisherigen Justizminister El-Ayoubi mit der Neubildung des Kabinetts. Dieser nahm den Antrag unter der Bedingung an, daß alle wegen der jüngsten Streikunruhen verhafteten Personen bcgnadigt werden. Beim Beginn der sechsten Woche des O e!1 e r a 1 - Streiks in Syrien ist die Lage durch größere Verhandlungsbereitschaft der Franzosen gekennzeichnet. Dies ist offenbar ein Erfolg der unerwarteten Beharrlichkeit der Araber, die mit größter nationaler Disziplin und Einigkeit ihr Ziel verfolgen, wobei sie von den arabischen Nachbarländern, besonders dem Irak, ermutigt werden. Die Verhandlungen de Marteis mit einer Bürgerabordnung von Damaskus, die schon dreimal empfangen wurde, dauern an. Die Abordnung hat die Forderung des Oberkommissars, daß vor weiteren Verhandlungen der Generalstreik beendet werde, abgelehnt und ihrerseits folgende vier Forderungen gestellt: 1. Wiederherstellung der Verfassung. 2. Abschluß eines Bündnisses zwischen Syrien und Frankreich nach dem Muster des Bündnisses zwischen dem Irak und Großbritannien. 3. Keine Aufteilung, sondern Einigung Syriens. 4. Amnestie. De Märtel erklärte ausländischen Pressevertretern, er werde einige politisierende Beamte entlassen müssen. Dagegen Der Verzweiflungskampf der polnischen Juden Von unserem Berichterstatter s. Warschau, 24. Februar Die polnische Judcnheit steht in dem Zeichen des Kampfes gegen die Geset/esvoriage über das Sch ächtverbot. Die erste Lesung im Sejm hat bereits stattgefunden; die Vorlage wurde an die Administrationskommission weitergeleitet. Die Protestaktion wird einheitlich von sämtlichen Parteien und Gruppen im Judentum geführt. Auch jüdische n i c h t r e 1 i g i ö s e Kreise schließen sich dieser Aktion an. Es mutet eigenartig an, wenn man polnischerseits das Schächtverbot mit humanitären Gründen zu motivieren sucht, während man keinen Mut aufbringt, Mißhandlungen von Juden zu verurteilen und mit Erfolg zu unterdrücken. In Wirklichkeit werden ganz andere Zwecke verfolgt, als Tierschütz und dgl. Das Schächtverbot soll in erster Linie tausende jüdische Existenzen ökonomisch vernichten. Ferner geht es den Antragstellern darum, den oppositionellen Nationaldemokraten ihr Monopol auf Judenhetzen zu entreißen und den polnischen Massen zu zeigen, daß auch regierungstreue Gruppen es wagen, gegen die Juden aufzutreten. Im Augenblick ist es noch unklar, wie die Regierung zum Projekt des Schächtverbots steht. Der Druck der gesamten polnischen öffentlichen Meinung, wie er in den polnischen Presseorganen sämtlicher Schattierungen (mit Ausnahme der sozialistischen) sich kundgibt, ist selir stark. Im polnischen Radio wird offen für das Schächtverbot plädiert. L)er Vorschlag von Prof. S c h o r r, ihm die Möglichkeit zu geben, den Radiohörern den jüdischen Standpunkt klarailegcn, wurde abgewiesen. Alle Bemühungen jüdischer Rabbiner, beim Premierminister in dieser Frage vorzusprechen, waren bisher vergeblich. Es wäre aber verfehlt, wollte man dieser, wenn auch sehr akuten Gefahr die Hauptaufmerksamkeit zuwenden. Das geplante Schächtverbot ist nur ein Ring in der seit Monaten sich immer enger um den j ii - dischen Volksorganismus in Polen windenden Kette. Die antisemitische Welle hat in Polen auch solche Kreise erfaßt, die früher als jiidenfreundlich oder zumindest als objektiv galten. Es gibt Städtchen in Polen, welche formell blockiert werden von Agitatoren, die jeden Handel und Verkehr mit Juden unterbinden. Blutige Ucberfälle auf jüdische Gemeinden und Einzelpersonen sind an der Tagesordnung. Judenpogrome werden auf raffinierteste Weise provoziert, so z. B,, indem Kirchenhciligtürncr profaniert und absichtlich Juden deswegen beschuldigt werden. Die Regierung hat lange Zeit dazu geschwiegen, dann begann sie, aber mit verhältnismäßig schwachen Mitteln, gegen die Hetzer aufzutreten. Nachdem mit den Ukrainern seit den letzten Sejmwahlen ein Waffenstillstand geschlossen worden ist und die bis dahin in Polen schärfste Minoritätenfrage infolge des Stimmungsumschwunges und einer politischen Kursänderung innerhalb des ukrainischen Volkes einer friedlichen Lösung zugeführt worden ist, hat man in polniseben Regierungskreisen die letzten Rücksichten auf die Minoritätenforderungen aufgegehen, und dies blieb nicht ohne Einfluß auf die Lage der polnischen Juden. Von einem Kampfe um Minderheitsrechte jüdischerseits ist längst keine Rede mehr. Der Kampf um bürgerliche und wirtschaftliche Gleichberechtigung verwandelt sich jetzt in eine verzweifelte Aktion um Schutz für die nackte Existenz.. Die Regierung ging endlich, als sie sah, daß der Kampf gegen die Juden rohe Formen annimmt und daß die Angriffe gegen die Juden die öffentliche Ruhe und Sicherheit auch der nichtjüdischen Bevölkerung gefährden, energischer vor und griff zu scharfen Maßnahmen gegen die Anstifter. Die Regierungserklärungen im Sejm wurden immer entschiedener, und heute hat der Innenminister Raczkiewicz endlich klar und deutlich die wüste Judenhetze gebrandmarkt und die Politik der Nationaldemokraten bloßgestellt und ihnen schärfsten Kampf angesagt. Leider können solche Acußerungen, auch wenn ihnen diesmal Taten folgen sollten, die Lage der Juden nicht bessern und unsere schweren Sorgen um die Zukunft verscheuchen. Der antisemitische Geist hat einen Großteil des polnischen Volkes erfaßt und die Regierung ist nicht gewillt, den Juden faktische Gleichberechtigung zu sichern. Noch mehr: es entsteht hier die Meinung, daß der polnische Staat unbedingt einen ansehnlichen Teil seiner Juden loswerden muß. Die besonnenen polnischen Elemente habe er die Polizei angewiesen, keinen Druck mehr auf die Geschäftsleute in der Richtung auszuüben, daß sie ihre Läden wieder öffnen sollten. ln Damaskus kam es erneut zu Unruhen und Zusammen- Stößen zwischen Demonstranten und Militär. Ls gab zwei Verwundete. Mehrere Personen wurden verhaftet. Der Genera!- streik geht Weiter. Am Dienstag wurden 30 Verhaftete entlassen. Weitere Entlassungen werden erwartet. Der Rektor der syrischen Universität in Damaskus hat seinen Rücktritt erklärt. Aus Beirut wird gemeldet, daß sich die Lage plötzlich wieder verschlimmert habe. Eine Reihe von Kaufleuten habe ihre Läden geschlossen, während die großen Warenhäuser bisher noch geöffnet seien. Zu Unruhe י isi es nach den bisher vorliegenden Meldungen nicht gekommen. Emir Mustafa Shihabi wurde zum Unterrichtsminister, Fdmond Humzi zum Finanzminister und Mustafa Aga Kusain zum Wirtschaftsminister ernannt. Die Strafverfahren und Verhaftungen wegen Beteiligung am Generalstreik wurden unterbrochen. Man glaubt, daß die neu gebildete Regierung nur ein Uebergangskabinctt darstellt. Der französische Oberkommissar de Martei hat an die neue syrische Regierung ein Schreiben gerichtet, in dem er der Regierung einen Staatsvertrag nach dem Vorbilde des englisch-irakischen versprach. Weiter teilte er mit, daß er sich für die Aufnahme Syriens in den Völkerbund einsetzen würde. Die noch nicht abgeurteilten Gefangenen sollten sofort amnestiert und die bereits ergangenen Urteile einer weitherzigen Prüfung unterzogen werden. verurteilen zwar den brutalen Antisemitismus, aber sprechen sich dafür aus — wie letztens im polnischen Senat prominente Führer der Konservativen —, daß eine großzügige Emigration der Juden aus Polen seitens des Staates in die Wege geleitet werde. Diese Kreise meinen hierbei mit dem Zionismus im Einklang zu sein, und wundern sich, daß zionistischerseits ihre Stellungnahme verurteilt wird. Es gilt daher für die Juden Polens, im Kampfe mit den Ausrottungstendenzen und Verfolgungen geeint aufzutreten und die Lebensrechte der polnischen Juden als autocht hon er, seit Jahrhunderten in Polen seßhafter Bevölkcrung, zu verteidigen. Die Erklärung des Innenministers Warschau, 25. Februar. (JTA.) Im Laufe der Etat- Beratung im polnischen Sejm hielt liisemni dster R a c zkiewich eine scharfe Abrechnung mit den Nationaldeinokraten. Fr erklärte u. a., daß die Nationaldemokraten keinerlei positive Arbeit leisten, weder für den Staat noch für das Volk. Die nationaldemokratische Arbeit besteht b'oli darin, Unruhen hervorzurufen. Die Schlägereien und Unruhen nehmen von Tag zu Tag zu und fordern immer mehr Opfer. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland übermittelt uns eine Darstellung, der wir folgendes entnehmen: Die wanderungspolitische Lage stellt zur Zeit im Zeichen mehrfacher Gegensätze, ln wirtschaftlicher Hinsicht besteht vor allem der große Kontrast zwischen der fortschreitenden Erholung der wichtigsten überseiischen Einwanderungsländer, wie Südafrika, Brasilien, aber auch Argentinien, Australien, Kanada und nicht zuletzt den Vereinigten Staaten, und der fast unverändert schweren Wirtschaftskrise in vielen europäischen Ländern, die noch 1933 das Ziel Tausender von Juden aus Deutschland waren, lnsbesondere sind es die Länder des ״Goldblocks“, also vor allem Frankreich, Holland, die Schweiz und Belgien (trotz, der Ab- Wertung in diesem Lande), die noch immer auf das schwerste unter der Krise leiden und schon deshalb für eine jüdische Zuwanderung nicht in Frage kommen, zumal die Wirtsehaftskrise liier wie fast überall die Gesetzgebung und Verwaltung im fremdcnfcindlichen Sinne beeinflußt hat. Das Höchstmaß an Hoffnungen, uas man bezüglich dieser Länder hegen darf, wird dahin gehen, daß sich die Lage der dort schon ansässigen jüdischen Emigranten nicht weiter verschlechtert; eine weitere jüdische Zuwanderung kann höchstens in den seltensten Ausiiahmcfälien verantwortet werden. Außerordcnt- SIR NEILL MALCOLM!131111111118 der neue Vßlkerbiindskommissar für Auswandererhilfe, hat sein Amt anheiraten. Das bisherige Londoner Büro des Kommissars James Macdonald wurde geschlossen. Foto: BlUott & Frey, London ALTAR UND TISCH Es steht geschrieben: ״Ein Altar von Holz / drei Ellen hoch, seine Länge zwei Ellen / er hat seine Eckstücke / sein Sockel und seine Wände sind von Holz! Und er redete zu mir: Dies der Tisch, der vor IHM ist" (Jecheskel 41,22): Er beginnt vom Altar und schliefet mit dem Tisch? Rabbi Jochanan und Rcsdi Lakisdt sagten beide: In der Zeit, da das Heiligtum bestand, war es der Altar, der die Sühne für den Menschen bewirkte; jetzt aber ist es der (gastfreie) Tisch des Menschen, der tür ihn Sühne bewirkt. b. Chagiga 27a (Uebers. v. N. M Glatter) Die Nationaldemokraten machen das Leben anarchistisch, mdem sie die polnische Bevölkerung gegen die nationalen Minderheiten und insbesondere gegen die jüdische Minderheit aufhetzen. Es mehren sich die rä.le von uz :amsierter (iewalttat, begangen von Mitgliedern der nationaldemokratisehen Partei. Bis vor kurzem glaubte man, den Ursprung aller dieser Exzesse bei der als illegal erklärten ״Nara“-Organisation suchen zu müssen, jetzt aber liegen Beweise vor, daß die g e s a r» t e national d c ni o k r a t i s c 11 e Partei solche l aten anstiftet; da mt hat sie den Unterschied zwischen sich und dem illegalen radikalen Lager (Nara) verwischt. Der Minister wies sodann darauf hin, daß das Vorgehen und die Haltung der Nationaldemokraten im Widerspruch stehe zu der von ihnen seinerzeit erhobenen 1 ordertuig, daß jeder Bürger Polens ohne Unterschied des Bekenntnisses die gleichen Rechte wie die Polen selbst Italien solle, und betonte, daß die Nationaldemokraten sogar vor Verungliuiplung der Person des Staatspräsidenten nicht zuiu k-chrecken. Die Regierung, schloß Minister Ra׳vkieu׳icz, werde .sieh m i t größter L n t s c h 1 o s s c 11 heit d er ri a t i <> 11 aide m o - k r a t i s c 11 c n A k t i o 11 e 11 t g e g e;! s teil e 11. Lin gesutider Nationalismus, aufgebaut auf stolzem Volksbewußtsein und ehrlicher Gemeinschaftsarbeit, sei ein schöpferischer Duell. Der Nationalismus der Nationaldemokraten .sei aber ein krankhafter. Die Nationaldemokraten mögen t 0.1•- י gesagt sein lassen; Wer da glaube, im Namen angeblicher Volk.sinteressen den Staat schädigen zu können, der werde auf den energischen Widerstand des Gesetzes und der Staatsmacht stoßen. Audi der Abgeordnete Walewski betonte, daß durch Gewalttaten Minderheitenfragen nicht gelöst werden können. Die Anwendung physischen Zwanges stehe im Widerspruch zu dem ritterlichen Geist und den I raditiouou Polens. Der Vorsitzende des Jüdischen 1 *ariameiitsklubs, Abg. Dr. Lniil S o in 111 1 r s f c i 11, entwaif ein er-cinit.e udes Bild der Leiden, die die jüdische Be\ölkertmg Polens in der letzten Zeit info'ge der ungchcmm'cii nationaldemokratisclieii Propaganäa zu erdulden hat. Er richtete an die Regierung den Appell, der jüdischen Bevö.kcrinig die Arbeitsmög ichkeit zu geben, die jedem Bürger durch die Verfassung gewährleistet sei. Die jüdische Bevölkerung fordere von der Regierung, daß sie die Atmosphäre von tiewalt und Terror beseitige. Man werfe den Juden mitunter vor, daß sie zu wenig Takt bewiesen. Es sei aber schwer, taktvoll zu bleiben, wenn man geschlagen wird. lieh schwer lastet die Wirtschaftskrise zur Zeit auch noch auf der Tschechoslowakei, in der vor zwei Jahren noch tausende Juden aus Deutschland zunächst eine gastliche Aufnähme fanden. Verbietet in diesen Ländern schon die wirtschaftliche Lage jede neue Einwanderung, so haben die glücklicheren europäischen Länder, wie insbesondere England und die dem Pfund block angesehlossenen Staaten (vor allem Schweden) durch scharfe gesetzliche Maßnahmen dafür gesorgt, daß trotz ihrer schnell fortschreitenden wirtschaftlichen Erholung eine Zuwanderung von Ausländern in irgendeinem nennenswerten Umfang nicht erfolgen kann. No stehen wir insgesamt vor der Tatsache, daß die europäischen Länder für d i e E i!1 w a n d c rung v o 11 J u d e 11 aus D e 111 s c 11 1 a n d überhaupt kaum noch in Frage kommen. Die einzige wesentliche Ausnahme bildet zur Zeit Italien, für das seit einiger Zeit besondere Möglichkeiten des Kapitaltransfers bestehen, die auch in nicht, unerheblichem Ausmaße das Interesse jüdischer Kreise finden, zumal seitens der italienischen Regierung der Niederla-ssnig jüdischer Kaufleute und Industrieller 1111 allgemeinen keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Im Gegensatz zu den Wirtschaftsnöten und geringen!:inwamlerungsnioglichkeilen fast aller europäischen Länder bieten w i c h t i g e ü b e r s e e i s e 11 e S t a a t e ti das Bild schneller Erholung, ja teilweise völliger Ueberwiiuiuug der Wirtschaftskrise. Vor allem steht Südafrika augenblicklieh in einer Periode der I loehkonjiuiktur, wie sie das Land kaum jemals erlebt hat. Diese Tatsache hängt mit der Aufgäbe des Goldstandards durch den Pfundblock zusammen, wodurch die südafrikanische Goidprcxhiklion (infolge des gestiegeiien Goldpreises) zu außerordentlicher Aktivität angestachelt wurde. Insbesondere der Baumarkt ist zur Zeit ungemein lebhaft, so daß gelernte Handwerker in diesen Branchen leicht und zu verhältnismäßig hohen Löhnen Arbeit finden; alier auch in der übrigen Industrie wirkt sich der Aufschwung des Landes stark aus. Diese Tatsache ist für die jüdische F.itnvantlerung aus Deutschland von um so größerer Bedeutune, als ja Südafrika für die in den Grenzen des heutigen Reiches geborenen Juden verhältnismäßig!eicht zugänglich ist, 11. h. es wird im allgemeinen nur ein Vor/.eigegeld von mmcesteiis 100 Pfund bei der Landung verlangt. Talsächlich ist auch in den letzten Monaten die Einwanderung nach Südafrika (die schon bis Ende 1035 mindestens 2000 deutsche Juden ins Land gebracht hatte), sehr stark gewesen; doch bietet die Immigration der letzten Zeit sehr große Schwierigkeiten der Unterbringung, weil trotz allen Warnungen eine große Anzahl von Kauflcuten, für die im Lande Betätigungsmöglichkeiten kaum vorhanden sind, neu eingewandert ist. Infolgedessen sind die Löhne für kaufmännische Angestellte stark gefallen, und die Aussichten, hakt Arbeit zu finden, sind schlecht. Dagegen ist für Handwerker, qualifizierte Arbeiter und Ingenieure Südafrika nach wie vor ein ungemein aussiditsreicbes Gebiet. In den großen Staaten Südamerikas, besonders in Brasilien und Chile, bestellt zur Zeit ein starker Kontrast zwischen dem schnellen WirDchaftsau selnvting a 1 f der einen Seite lind den noch fast unverändert fo׳ thestvliond -11 rigorosen Einwandertingsbescliränkingen auf der anderen. Fast alle südamerikanischen Länder sind zur Zeit vom Tiefpunkt der Krise schon weit entfernt; von Brasilien - dem aus natürlichen Gründen weitaus zukunftsreichsten Lande des süd- Die Auswanderungs-Möglichkeiten

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