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Jüdische Rundschau · 1936-02-25 · Heft 16 (25.2.1936) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 16 (25.2.1936)
Date
1936-02-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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5e1te 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 16, 25. B. 1936 Das Kanalprojekt nach Akaba Das ״Berliner Tageblatt“ vom 22. 2. beschiftlgt •Ich in seiner Handels-Zeitung mit den Plänen eines Kanalbaues von Gaza nach Akaba. Wie es mitteilt, solle der Kanal etwa 200 km östlich vom Suez-Kanal liegen. Der Anlaß zu diesem gewaltigen Projekt werde in dem englischen Interesse gesucht, den Seeweg nach Indien mehr als bisher durch briti- •ches Mandatsgebiet laufen zu sehen und damit ״das Monopol des Suez-Kanals zu brechen“. Das Blatt nimmt zu diesem Projekt wie folgt Stellung: ״Wo immer man auch anfängt sich mit diesem Projekt zu beschäftigen, stößt man auf Punkte, die seine Verwirk- 1 i c h u n g höchst unwahrscheinlich machen sollten. Was würde machtpolitisch für England gewonnen werden? Die heutige Verbindung über den Suez-Kanal hat für die Engländer zwei Nachteile: Die Besitzerin des Kanals, die Compagnie Universeile du Canal Maritime de Suez, ist nicht völlig in englischen Händen, sondern die Franzosen sind maßgeblich an der Suez-Kanal-Gesellschaft beteiligt. Außerdem ist das anliegende Land am Suez-Kanal kein britisches Mandatsgebiet, sondern das etwas selbständigere Aegypten. Dieses Land hat vertraglich den Anspruch darauf, daß ihm im Jahre 1968 der Kanal mit seinen Einrichtungen übereignet werde. Daraus erklären sich auch die in den letzten Jahren immer wiederholten ägyptischen Bemühungen, einen Direktor in den Vorstand der Kanalgeseilschaft zu entsenden und auch sonst eine stärkere Berücksichtigung ägyptischer Interessen durchzuse+zen. Die Erfolge waren bisher"allerdings gleich null. Es muß als zweifei• hart gelten, ob die englische Regierung wirklich das Unabhängigkeitsstreben in Aegypten so hoch bewertet, daß die Besitzveränderung am Suez-Kanal im Jahre 1968 nicht nur tatsächlich und unbeschränkt durchgeführt werden muß. sondern daß dies auch eine wesentliche Beeinträchtigung der britischen Sicherung des Seeweges nach Indien bedeuten würde. Sollte Aegvpten zu einem gewichtigen antibritischen Faktor in der Weltpolitik werden, dann würde übrigens auch der geplante Kanal in seiner Mündung bei Akaba, das nur wenige Kilometer diesseits der (ireri/e des transjordanischen Mandatsgebietes liegt, nicht ganz ungefährdet sein. Eine andere wirtschaftliche Bedeutung des geplanten Kanals könnte sich vielleicht aus der sehr schnell voransdueitenden Erschließung Palästinas ergeben, die dieses Land möglicherweise zu einer ruhigeren und leichter zu berechnenden Kolonie Großbritanniens machen könnte. Auch angebliche Ölvorkommen im zu erschließenden Gelände sollen mitsprechen. Englische Absichten, den Hafen von Haifa (wo übrigens die Irak Pipe Line endet) zum Kriegshaien auszubauen und Jaffa für die Handels- Schiffahrt zu reservieren, liegen durchaus in der Linie, die Bedeutung Palästinas als britischen Stützpunkt in Asien zu erweitern. (Diese Nachricht wurde inzwischen bereits aus palästinensischen Regierungskreisen dementiert. Red. der. ״Jüd. Rundschau.) Welche Kosten würden dieser problematischen Bedeutung des projektierten Kanals gegenüberstehen? Der Suez- Kanal hat 19 Miß. Goldpfund (380 Miil. RM.) gekostet. Aber der Landdurdistieh von Port Said nach Suez war äußerst naturbegünstigt. Es galt nur den Kanalbau in einer natürliehen Landsenke, noch begünstigt durch die Benutzung der Bittcrsecn. Demgegenüber müßte der Konkurrenz-Kanal ein Hochland durchschneidcn, und zwar teilweise in einer Höhe von dicht an 300 m. Man weiß vom Bau des Panama-Kanals her, welche Schwierigkeiten das bedeutet. Will man einen schleusen lasen Kanal, muß man an den höchsten Stellen den Durchstich in einer Breite von teilweise 100 m vornehmen;. Begnügt man sich mit einem Stufenkanal, so verteuert der" Bau der Schleusenkammern das Projekt beträchtlich. Ferner würde die Durchfahrzeit durch den Kanal erheblich verlängert werden, was die Konkurrenzfähigkeit zum Suez-Kanal weiter beeinträchtigen müßte. Die geologische Struktur des westjordanischen Hochlandes — Kreidekalk und nubischer Sandstein — läßt allerdings nicht die gleichen Erschwerungen wie beim Bau des Panama-Kanals befürchten, der durch immer neue unvorhergesehene Abstürze des sehr «׳eichen Gesteins verzögert und verteuert wurde. Aber auch beim Panama-Kanal konnte man andererseits Binnenseen benutzen, während das Palästina-Projekt allenfalls dadurch eine kleine Erleichterung erfährt, daß man teilweise das Wadi-Gasa-Flußbett benutzen könnte. Der Panama-Kanal kostete bei einer Länge von 78 km rund 5/נ Milliarde GoldJoIlars (2,1 Milliarden RM.), ohne Berücksichtigung der Arbeiten der ersten französischen Bau- Gesellschaft, die etwa 1,1 Milliarden RM. verschlangen; die Konkurrenz zum Suez-Kanal, für die die Luftlinie bereits 175 km beträgt, deren effektive Gesamtlänge jedoch nicht viel unter 250 km liegen dürfte, wird kaum mit geringeren Aufwendungen pro Baukilomder zu rechnen haben wie der Panama-Kanal. Eine Schätzung der Baukosten aut 6 Milliarden R M. oder nach dem heutigen Kurs 500 Milk Hund dürfte daher keineswegs zu hoch gegriffen sein. Die Erträge des Suez-Kanals aus den bekanntlich sehr hohen Gebühren sind beträchtlich und erlauben neben der Verzinsung der Baukosten sehr nette Dividenden aut das Kapital der Kanalgeselkchaft. Ein Konkurrenz-Kanal müßte nicht nur die Rentabilität des Suez-Kanals gefährden, sondern von Anfang an als unrentabel gelten. Denn man kann sich nicht vorstelicn, daß in Friedens/eitcn der Seeverkehr zwischen Europa und dem Osten derart wachsen wird, daß man die beiden Kanäle 711 F.inbahnwasserstraßen erklären müßte, um einem reibungslosen Verkehr zu dienen. England ist zwar ein reiches Land. Ob es aber 6 Milliarden RM. — etwa den gleichen Betrag, mit dem wir in Deutschland ein Netz von Reichsautobahnen bauen und dadurch die stärkste Modernisierung des Autoverkehrs von allen Ländern Europas erreichen werden — für einen Kanal ausgeben wird, für den keinerlei Rentabilitätshoffnungen bestehen, rnuö doch stark bezw’eifclt werden. Viel eher wäre cs vorstellbar, daß die praktischen Engländer zu einer befriedigenden Lösung mit Aegypten, dem künftigen Besitzer des Suez-Kanals, kommen werden. Das wäre zum mindesten bestimmt billiger.“ Das Budget der Stadtverwaltung Tel -Awlw Tei-Awiw, 20, Februar. (JA.) In einer Beratung des Tel-Awiw׳er Stadtrats über das Budget des nächsten Finanz- Jahres erklärte Bürgermeister Meir Dizengoff u. a,: Wir haben ein Budget von 550000 Pfund erreicht. In den letzten Monaten sind die Einnahmai der Stadtverwaltung gefallen. Das diesjährige Budget fst um 100000 Pfund hoher als das vorjährige. Die Regierung verlangt, daß wir die zu erwartende Regierungsbeihilfe nicht in die Einnahmesette des Bud* fets einstellen, sondern das Budget ohne Berücksich» igung eines R egi e r u n gs zu sch usses ausbaianzieren. Das bedeutet nicht, daß die Regierung et ablehnt, sich weiterhin an den laufenden Ausgaben zu beteiligen, sie wüniebt aber, daß ihr Anteil nicht in das Aufbauprogramm eingestellt werde. Wir stehen vor der Frage von Kürzungen. Sollten wir zu einem solchen Beschluß kommen, dann fragt es sich, welche Positionen von der Kürzung betroffen werden sollen. In der Aussprache wurde von sämtlichen Rednern betont, daß es keinerlei Möglichkeit einer Senkung der Ausgaben gebe, wenn man nicht wolle, daß eine Reihe wichtiger und dringender städtischer Arbeiten schwer beeinträchtigt werden. Jüdische Bevölkerung: 375000 Seelen Jerusalem (Paicor). Die Statistische Abteilung der Jevvish Agency in Jerusalem berechnet, wie bereits kurz gemeldet, die Zahl der Juden Palästinas am 1. 1. 1936 aut 375 000 Seelen, die 29,8 0/0 der gesamten ansässigen Bevölkerung Palästinas bilden. Nach den Berechnungöl betrug die jüdische Bevölkerung Anfang 1936: in Tel-Awiw und Umgegend 135000 Seelen (im November 1931, bei der allgemeinen Volkszählung, betrug sie 46300); in Haifa und Umgegend 50000 Seelen (im November 1931: 16 000); in Jerusalem und Umgegend 71000 Seelen (November 1931: 53800); in Tibertas 7000 Seelen (November 1931: 5 400); in Safed 2000 (November 1931: 2500); in den übrigen Städten 1000 Seelen (November 1931: 700). Die Zahl der jüdischen Bevölkerung in den Städten Palä* stinas betrug 284 000 oder 75,6 0/0 der gesamten jüdischen Bevölkerung. Die Zahl der auf dem Lande wohnenden Juden wird auf 91 000 geschätzt oder 24,4 ׳/״> der gesamten jüdisehen Bevölkerung des Landes. Die ländliche jüdische Bevöikcrung verteilt sich ln folgender Weise: Pctach-Tikwah und Umgegend 18 300 Seelen (im November 1931: 8000); Rechobot 8400 (November 1931: 3150); Chedera 6000 (Novctn* her 1931: 2480); Rischon-Lczion 5000 (November 1931: 2130); Herzlia 4000 (November 1931: 1220); Ramat-Gan 3000 (November 1931: 1000); Kfar Saba 3000 (November 1931: 1400); Emek Chefer 2000 (November 1931: 30); in den übrigen landwirtschaftlichen Siedlungspuiikten, darunter Kwuzot und Moschwe-Owdim, 41 500 (November 1931: 22 790). ln den vier Jahren seit der letzten allgemeinen Volks- Zahlung, die von der Palästina-Regierung im November 1931 veranstaltet wurde und eine jüdische Volksziffer Palästinas von 174 600 ergab, ist die jüdische Bevölkerung also uni 200 000 Seelen gestiegen. Nach den Berechnungen der Statistischen Abteilung der Jewish Agency verteilt sich die jüdische Bevölkerung nach ihrer Wirtschafts-Struktur in folgender Weise: Von der Landwirtschaft leben 16000 Seelen oder 14 0/0 der . Schaft lebten, 27 010 oder 18 0/0 der jüdischen Bevölkerung); von der Industrie und vom Handwerk leben 77000 Juden, d. h. 23,4 der gesamten jüdischen Bevölkerung (im Jahre 1931 waren es 37 190 oder 24,7 ס/יי); vom Trans» port- und Verkehrswesen leben 20 000 Juden, d. h. 6.1 0/0 der jüdischen Bevölkerung (1931 waren es 9630 oder 6.4 0/0); vom Bauwesen leben 42000 Juden oder 12,7 der jüdischen Bevölkerung (1931: 13250 oder 8,8 ס/יי); vom Handel leben 66OCX) Juden, d, h. 20 0/0 der jüdischen Bevölkerung (1931: 28 660 oder 19,1 0/0); Angestellte und Beamte (einschließlich ihrer Familien) sind 8000 Juden, d. h. 2,4<0/י der jüdischen Bevölkerung (1931: 3410 oder 2.2 0/0); freien Berufen gehören an 41000 Juden oder 12.4 */490 17 :1931) ס oder 11,6 <y<>); Personen mit gesichertet« Einkommen gibt es 2000 oder 6°/0 de׳ jüdischen Bevölkerung (1931: 8550 oder 5,7 0/0), Das Neueste in Kürze In den letzten zwei Wochen ist eine leichte Besserung der Lage auf dem Arbcifsmarkj zu verzeichnen. Die Werbungen der Arbeiterorganisationen für den Fonds zum Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit haben einen guten Anfang genommen. Es besteht die Hoffnung, daß "große Projekte, die neue Arbeiten schaffen, i!1 nächster Zeit gestartet werden. (Paicor.) Bis zur zweiten Februarwoche wurden aus Palästina In dieser Saison 3 962 456 Kisten Zitrusfrüchte exportiert. Die entsprechende Zahl betrug im Vorjahre 3 748 689 Kisten. Bei Ahtlith wurde bei einer Bohrung durch die Pica in einer Tiefe von ca. 40 m 50 cbm Wasser pro Stunde gefunden. Die Siedlung litt seit jeher an Wassermangel. Das vorhandene Wasser hatte hohen Salzgehalt. Es besteht der Pian einer weiteren Bohrung. In der Nähe von Her zl iah wurde ein neuer Moschaw gegründet. Die Siedlung umfaßt 100 Seelen, die sich auf 30 Wirtschaftseinheiten mit je!2’ Dunam Boden aufteilen. Die Siedler sind zum überwiegenden Teil lange im Lande ansässige Arbeiter, Berichte, wonach der Haifaer Hafen für militärische Zwecke umgebaut und in A k k o ein Handelshafen errichtet werden soll, werden in Regierungskreisen dementiert. Der Haifaer Hafen soll für den wachsenden Verkehr erweitert werden. In Safed sind wegen der geringen Regenfälle des diesjährigen Winters die Zisternen nicht gefüllt, und es besteht aie Gefahr des Wassermangels im kommenden Sommer. ln der letzten Sitzung der Stadtverwaltung von Tel-Awiw verlangte der Vertreter der Grundbesitzer die Abschaffung der Mietseinschränkungen, da die Bautätigk e i t sehr stark nachgelassen habe. Der Vorsitzende des technischen Komitees der Stadtverwaltung betonte demgegenüber, daß die Tätigkeit im Bauwesen unverändert rege sei. Es lagen Gesuche für 56 000 qm Baugenehmigungen vor, während die Fläche im Vorjahre nur 47 000 qm im Monatsdurchschnitt betragen hat. Die Behörden in Jaffa haben 670 Tonnen Italien!• scher Waren beschlagnahmt. Die Waren werden versteigert und der Ertrag der Regierungskasse zugeführt. Palästinafragen Im Unterhaus London, 19. Februar. fJTA.) Auf eine ,Anfrage des Abgeordneten Capfaln Strickl arid erklärte der Minister für die Kolonien J. H, Thomas ■in der Sitzung des Unterhauses vom 19. Februar, der Verwaltuttgsftberschuß der Palästina-Regierung habe am 31. Januar 6 340 000 Pfund betragen. Ein großer Teil dieses Ueberschusses sei gegenwärtig für verschiedene Zwecke festgelegt worden. Beziigiieh der Frage des Abgeordneten nach den für den Bau der Straße Jaffa—Haifa veranschlagten Kosten itn Verhältnis zu dem Verwaltungsüberscluiß verwies der Minister auf seine Antwort vom 11. Dezember 1935 (die Kosten des Straßenbaus wurden damals mit 250 000 Pfund angegeben). Eine Zwischenfrage des Abgeordneten Tom Wilüams, ob die Straße gegenwärtig im Bau sei, wurde von Minister Thomas bejaht. Der Abgeordnete Lyons fragte den Kolonienminister, welche Fortschritte bei dem Bau von Flughäfen für den zivilen Luftverkehr in Palästina gemacht wurden und ob man beabsichtige, den Bau des Flughafens in Gaza fortzusetzen. In einer schriftlichen Beantwortung dieser Anfrage erklärte Minister Thomas, man hoffe, daß vor dem nächsten Winter feste Laufbahnen für jede Witterung auf den Flugplatzen von Haifa und Lydia fertiggestellt sein^ würden. Soviel ihm bekannt sei, bestehe nicht die Absicht, den Flughafen von Gaza autzulasseu. Das Kreditsystem Palästinas Die ״Frankfurter Zeitung“ vom 24. Februar beschäftigt sich in ihrem Hamieisteil mit den Fragen des palästinensischen Kreditwesens. Sie weist auf die im Gange befindliehe Reform des Bankwesens hin und beschäftigt sich anschließend mit dem Fehlen einer Zentral- und Notenbank sowie dem Mangel an einer Zentralstelle für die Regulierung des Geldmarktes und einer Clearingsteile für den bargeldlosen Verkehr. Im Anschluß hieran wird eine Meldung des ״Eildienstes“ iiber die Tätigkeit des Banksachverständigen Horwil wiedergegeben, in der es heißt: ״Der Banksachverständige Horwil, von der Westniinster Bank in London, hat sich als erstes mit den Problemen des palästinensischen We.hselwescns beschäftigt, das {:!folge zahlreicher Auswüchse einer durchgreifenden Reformierung bedarf. Angesichts des in fast allen Wirtschaftszweigen Palästinas zu beobachtenden Mangels an Kreditunterlagen ist der Wechsei das wichtigste Finanzinstrument geworden, nachdem durch die beschleunigte Einwanderung eine solche Warennachfrage entstanden ist, daß das Kapital des durchschnittlichen Handlers für den Umsatz, nicht ausreiclit und auch nicht in gleichem Umfang und mit gleicher Beschleunigung vermehrt werden kann. Die Inanspruchnahme eines Wechselkredits kann, solange Sie sich in Grenzen hält, nicht als ungesund angesprochen werden. Anders liegt es bei der Geldbeschaffung, die mittels reiner Gefälligkeitswechsel geschieht, eines in Palästina durchaus nicht seltenen Finanzierungsmittels, das durch mangelnde Kontrolle in der Diskontpolitik der mittleren und kleineren Banken bis vor kurzem begünstigt wurde. Weitere Auswüchse sind die Wechselhingabe auch bei kleinstem Konsumkredit, die bisweilen selbst bei Lebensmittetkäufen im Einzelhandel erfolgt, die Praxis der Wechselgewährung für Versicherungsprämien, die Annahme von Steuerwechseln, der Autokauf mit Wechseln von längerer Laufzeit als der normalen Lebensdauer des Wagens. He Vereinheitlichung und Einschränkung der Diskontpolitik der Banken könnte auf diesem Gebiet viel Nutzen stiften.“ Der Distrikts-Kommissar von Haifa hat das Tragen von Dolchen und Messern im ganzem Distrikt verboten. Um die Lehrergehälter Vor einigen Jahren war eine der bedrohlichsten Ersehe!• nungen im palästinensischen Leben der chronische Konflikt, der aus der Nichtbezahlung der Lehrergehälter sich ergab. Wegen der ständigen Finanznot der Jewish Agency und der zu geringen Eingänge des Keren Hajessod blieben die Beamten- und Lehrergehältcr oft monatelang rückständig, und die Diskussionen um Schulfragen drehten sich statt tun die pädagogischen und geistigen Fragen immer um die eine Frage, wie man als Lehrer seine schwere Arbeit erfüllen könne, wenn man die Ausgaben seines Haushaltes nicht bezahlen kann. Dieser Zustand wurde in den Jahren der Prosperity glücklicherweise beseitigt. Durch die Schulgelder, durch die Beiträge der Regierung und der Munizipalitäten und schließlich die, wenn auch sehr herabgesetzte, Subvention der Jewish Agency war es möglich, eine Ordnung herbeizuführen. Die administrative Verwaltung des öffentlichen Schulwerkes übernahm der Waad Lciimi. In der letzten Nummer der Lehrer-Zeitschrift ״Hcd Hachinuch“ findet sich nun eit! Alarmruf in der Frage, ob die alten Zeiten der Nichtbezahlung der Gehälter, aTs das Schulwerk unter direkter Verwaltung der Jewish Agency stand, wiederkehren werden. Mit Grauen nur denken die Lehrer, so heißt es in dem Artikel, an jene Zeiten, wo man sich mit Wechseln, mit ״Masehbir״- Zetteln und Krediten aller Art behelfen mußte und nie wußte, wann endlich wieder eine Zahlung erfolgen wird, ln den letzten Tagen seien, so heißt es in dem Artikel, wieder zahlreiche Meldungen von allen möglichen Punkten des Landes einetroffen, wonach die Gehälter im Rückstand sind, seien es oder zwei Wochen oder 1 oder 2 Monate, Die Lehrer, so heißt es weiter, werden sich das diesmal absolut nicht e f a 11 e n lassen. Da die Drohungen der Lehrer vom Waad eurni scharf zurück gewiesen werden, scheint ein neuer Konflikt zu drohen, was vom allgemeinen Standpunkt um so bedauerlicher wäre, als dadurch wiederum administrative Fragen statt der noch lange nicht genügend geklärten pädagogischen das Feld beherrschen würden. Schul- und Gesundheitswesen braucht Regierungshilfe Jerusalem, 19. Februar. (JTA.) High Commission«» Sir Arthur Wauchope empfing in Anwesenheit des Chef- Sekretärs der Palästina-Regierung, John Hathorn Hall, de« Schatzmeisters William J. Johnson und einer Reihe von Departmcntsleitcrn eine Abordnung des Waad Leumi, die nachdrücklich die Notwendigkeit betonte, daß die Regierung angemessene Subventionen für das jüdische Erziehungs- und Gesundheitswesen bewillige. Insbesondere seien Beihilfen der Regierung für die nunmehr in die Verwaltung des Waad Leumi übergegangenen Krankenhäuser erforderlich. High Cornmissioner Wauchope versprach eine baldige Entscheidung. Die Fritz Haber-Bibliothek in Rechowoth, über deren Einweihung wir berichteten, ist, wie uns noch mitgeteilt wird, von den drei Kindern des Verstorbenen gestiftet worden, was auch Dr. Weizmann in seiner Rede erwähnt hat. Weltkongreß jüdischer Aerzte in Tel-Awiw. Die Veranstalter haben beschlossen, den Kongreß um einen Tag zu verlegen, um auf diese Weise den Teilnehmern aus Europa Gelegenheit zu geben, nach Peßach abzureisen. Der Kongreß beginnt daher erst am 22. April. Aerzte haben die Mög* lichkeit, als Teilnehmer des Kongresses außer den Dampfer ״Qerusalcmme", 15. 4. ab Triest, auch den Dampfer ״Kosciusko", 16. 4. ab Konstanza, und die ״Palestlna“ 17. 4. ab Triest, zu benutzen. Wegen Teilnehmerkarten und ermäßigten Schiffskarten erteilt die Vertretung der Palestine Expreß Co., Berlin NW 7, Fricdrichstr, 100, Auskunft.

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