Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 15 (21.2.1936)
- Date
- 1936-02-21
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seit. ז JÜDISCHE RUMDSCHAU Nr. 15, 7\. IL1936 war hier als Erster eingesetzt worden, doch hatte er sehr Viel an Boden verloren. Bloch hatte damit gerechnet, daß er bei der Abfahrt, bei der seine Stärke lag, am leichtesten Vorsprung herausholen könnte, und hatte entsprechend gewachst. Er verlor jedoch mit den 90 gewachsten Brettern und ein paar steilen Abfahrten sehr viel Zeit und auch der zweite Mann, Ottensosser, vermochte nicht aufzuholen. Nur die polnischen Makkabim hatten sich mehr an die Spitze geschoben. Auf der dritten Teilstrecke änderte sich nichts an der Reihenfolge, jedoch rückte Makkabi Polen immer mehr auf. Man hatte das Gefühl, als jagten sie ihre Gegner, und dieses Gefühl wurde in der Schlußstrecke zu einem deutliehen Bild. Die 2. Mannschaft des Makkabi CSR. kam nach G.-32.-55 Std. durch das Ziel, nur noch eine halbe Minute vor den jugoslawischen Makkabim. Kaum waren diese durchs Ziel, kam schon der Schlußläufer des Makkabi CSR., und nur wenige Meter hinter ihm kam der Schlußläufer des Makkabi Polen, Werelhault. Es gab zum Schluß eine er• bitterfe Jagd. Marburg (Makkabi CSR.) lief vornübergebeugt, von den Zurufen der Zuschauer angefeuert, vor den polnischen Makkabim her und sicherte sich einen großen Vor- Sprung bis zum Ziel. Dann brach er zusammen. Aber bald zeigte es sich, daß alles umsonst gewesen war. Die übrigen Staffeln blieben merkwürdig lange aus. Schließlich erschien als Fünfter Makkabi Oesterreich vor der Mannschaft aus Deutschland. Es mag sein, daß die Schlußläufer der ersten Staffel im erbitterten Kampf überlegener gelaufen waren, aber mehr als 15 Minuten Vor- Sprung auf 10 km konnte nicht herauszuholen sein, und die Zeit von Werelhault, der für 10 km 21:17 Min. brauchte, war zu gut, um wahr zu sein. Als die Kontrollposten ihre Protokolle einreichten, zeigte sich dann, daß die ersten vier Mannschaften einen Kontrollposten ausgelassen hatten. In der Hitze des Gefechts waren sic in einen Nebenweg gcfahren, der ein Stuck der Stiecke absclinitt. So wurde die österreichische M a k k a b i - M a 11 n s c 11 a f t Spira, Löwy, Neuwe und Meder Sieger vor der Mannschaft des deutschen Kreises mit Bloch und Ottensosser. Die besten Zeiten für die beulen Strecken der Staffeln erzielte für die unteren Strecken Knerty (Makkabi CSR.) mit 48 Min. und für die oberen Strecken Schwarzbarth (Makkabi Polen) mit 30:10 Min. Das erste Elshockey-Spie. Am Abend fand dann die erste Begegnung zwischen der tschechoslowakischen und der deutschen Makkabi-Mannschaft statt. Es endete '2 10 (1 :0, 0:0, 1 :0) für den tschechi• sehen Kreis. Bei der Mannschaft aus Deutschland glänzte Brück, der frühere österreichische Internationale, der kaum etwas von seiner Spielstarke verloren hat. Immer wieder zerstörte er als Verteidiger gefährliche Angriffe und schuf, allein durchgehend, bedrohliche Situationen vor dem geg• nerisdien Tor. Auch Samuel (Berlin), 1 lirschbergcr (Dresden) und Bloch (Frankfurt) zeigten ein ansprechendes Spiel, wie auch Ko'nor, der Handball-Torwart des Berliner Bar Kochba, der noch nie an einem Eishockey-Wettkampf icilgenommen hatte. Favorit für das Eishockey-Spiel bleibt nach wie vor Oesterreich, das hi-her noch nicht in die Kämpfe eingegriffen hat. Am Abend des ersten Tages hitieu die Veranstalter eine ausgezeichnete ״Akademie ׳ aufgezogen. Vorführungen, die der Makkabi Banska Bystrica einstudiert hatte, ein reizender Lichtertanz der Kinder, tan/erische Gymnastik und vieles andere mehr wechselten mit Vorführungen einer Turnriege, die sich mit jeder Riege der Welt messen konnte. Die besten jüdischen Turner aus Ungarn, Oesterreich und der Tschecho- Slowakei bildeten eine Riege, die am Barren, Pferd und Reck Vorführungen zeigten. Die Kämpfe am Mittwoch t. n. Banska Bystrica, 20. Februar (telephonisch) Abfall rtslauf Am Mittwoch ging es schon in aller Frühe wieder in die Berge. In großen Autobussen, die die staatlichen Eisenbahnen zur Verfügung gestellt hatten, wurden Weltkämofer, Funktionäre und Schlachtenbummler an die Kric'a herangefahren. Die Strecke führte in überaus steiler Abfahrt über etwa 5 Kilometer von 1500 auf SOI) Meter herunter. Während der Läufe hatte ein heftiges Schneetreiben eingesetzt, nur wenige Fahrer überstamkn sturzfrei die Fahrt. Als Erster startete einer der Favoriten, S c h a p i r o, der den letzten Steilhang mit überraschender Sicherheit durchstand. Um den Kauf bei «luden Die ״Frankfurter Zeitung“ beneidet von einer Ver- Handlung vor der Großen Strafkammer in Limburg gegen einen Einwohner aus Wetdar wegen öffentlicher Be- 1 c i d i g u n g der SA. Der Angeklagte soll im Juli 1035־ in einer Wirtschaft in Wet/l.ir, in der im hrere Gaste anwesend waren, geäußert haben, er wisse SA-Manner, die bei einem gev. i-sen luden kauften, km anwesender SA-Eülirer fordert den Mann auf, dm Namen dm,er SA •Männer ZU nennen. Diorr Aufforderung konnte der Angeklagte nicht nachkommen. Das Sdndtengerieht in Wetzlar hatte den Angeklagten wegen Beleidigung zu einer üeUl-trafe von 10 RM. verurteilt: außerdem erteilte es die Befugnis zur Veröffcntlichung des Urteils. Die nunmehr vor der Großen Strafkammer verhandelte Berufung der Staatsanwaltschaft änderte das angefochtene Urteil im Strafmaß dahin ab, daß der Angeklagte zu zwei Wochen Gefängnis und zur Tragung der Kosten verurteilt wurde. Ausweispapiere für Ausgewanderte in England. Auf eine Im Unterhaus eingebrachte Anfrage betreffend die E r m ö g 11־ chung von Auslandsreisen für auf englischem Boden sich aufhaltende Ausgewanderte aus Deutschland, deren Pässe die Gültigkeit verloren haben, bis zur Regelung der Paßfrage für Staatenlose durch den Völkerbund, erklärte namens des Innenministeriums Geoffrey Lloyd in einer schriftlichen Antwort, daß bereits für die” Ausgabe von Reisedökumenten für jeden Ausländer Vo surge getroffen worden sei, der eine Auslandsreise unternehmen Wolle und die Ausstellung oder Erneuerung eines Passes nicht erlangen könne. Bezlrksrabbinat ln Bochum. Nach der vor einiger Zeit erfolgten Pensionierung des Rabbiners Dr. David in Bochum ist das dortige Rabbinat unter Mitwirkung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden neu besetzt und zum Bezirksrabbinat für die umliegenden Gcmeinden des Industriegebiets ausgestaltet worden. Zum Rabbiner wurde Dr. Josef Kliersteld gewählt. Die Einführungsfeier fand am 2. Februar statt. Der Vorsitzende der Gemeinde Bochum, Rechtsanwalt Schönewald, und als Vertreter des Landesverbandes der Amtsvorgänger, Dr. Dav i d, begrüßten den neuen Rabbiner und führten ihn in sein Amt ein. Dr. K 1 i c r s f c 1 d sprach über die Aufgaben des Rabbiners in der Gegenwart. Die Grüße des rheinisch-westfälischen Rabbinerverbandes überbrachte Dr. Appel, Dortmund. Die Zeit des österreichischen Makkabi von 4:06 Min. wurde dann auch nicht unterboten. Die tschechischen Makkabim Kraus and Pene belegten in 4 Min. 10,2 Sekunden, Makkabi Jugoslawien in 4 Min. 35 Sek. die nächsten Plätze. Dann kam wieder ein österreichischer Makkabi vor zwei weiteren tsche• chischen Makkabi. Der Zeitunterschied zwischen dem 1. und 10. betrug noch nicht eine Minute. Von den deutschen Makkabim fuhr Bloch, der als Erster durch das Ziel kam, am besten. Er hatte insofern Unglück, als bei seinem Sturz seine Bindung versagte und er von nun an den Ski mehrmals verlor, wodurch er viel kostbare Zeit einbüßte. Die übrigen Teilnehmer aus Deutschland versagten. Loeb und Ottensosser wagten kühne Schußfahrten. Loeb stürzte dabei so schwer, daß er aufgeben mußte, und Ottensosser brachte die Zeit, die die Stürze ver• ursachten, nicht wieder ein. Ueberraschend gut hielt sich der Eishockey-Spieler Bloch, der als 21. durchs Ziel kam und damit hinter dem österreichischen Makkabi Raubitschek in der Sonderklasse für Alte Herren den 2. Platz belegte. Während bei den Herren der Favorit gesiegt hatte, wurden bei den Damen die beiden Favoritinnen Abeies (Makkabi CSR.) und Beck (Makkabi Oesterreich) geschlagen. Raubitschek (Makkabi Oesterreich) siegte mit 9 Sek. Vor- Sprung vor Abeies, der weitere 5 Sek. zurück Beck folgte, ueberraschend plazierte sich hier Loni Gutmann, München, an vierter Stelle, während Lotte Einhorn nur Elfte werden konnte. Rodelwettbewerbe Zu gleicher Zeit wurden unterhalb der Makkabihütte die Rodelwettkämpfe abgewickelt. Sie endeten insofern mit einer großen Uebcrraschung, als die ersten Teilnehmer aus Deutschland hier soviel Punkte herausholen konnten, daß der Deutsche Makkabikrcis in der inoffiziellen Länderwertung sämtlicher Wettbewerbe zur Zeit ausgezeichnet liegt. Auffallend ist, daß zum Rodeln keine speziellen Sportler gemeldet hatten, vielmehr starteten hier die, die sich in anderen Sportarten einen guten Namen gemacht haben. So siegte der 400-Meler-Lüufer Blum, Frankfurt, in 4:15 Min. für die 3-Kilometer-Strecke vor dem Schweizer Makkabi Weiler und Meyer (Makkabi Deutschland). Blum gewann auch das Doppelsitzer-Rodeln mit Meyer als Partner, freilich in totem Rennen, vor Schoetz-Fischcr (Makkabi CSR.). Im Damen-Doppel siegte die Makkabiah-Siegcrin irn Fechten, Lisi Falk, mit Fee Läufer als Partnerin für den Deutschen Makkabikrcis und im gemischten Doppel-Sitzer- Rodeln belegten hinter den tschechischen Makkabim Schlesingcr-Schoctz wiederum Falk den 2. und Meyer mit der deutsehen Makkabischwimmcrin Weißgras' als Partnerin die Plätze. Stand der Kämpfe am Donnerstag t. n. Banska Bystrica, 20. Februar nachmittags (teleph.) Heute vormittag wurde am Steilhang der Kricla der 8 I a 1 o m I a u f ausgetragen. Bei herrlichem Wetter stellten sich 4-1 Herren und die gemeldeten Damen dem Start. Die Strecke stellte hohe Ansprüche, da der Schnee naß war und die vertikale Kurve nur mit Quersprüngen genommen werden konnte. Die Strecke von 6(K) m wies 185 m Gefälle auf. Die Ergebnisse sind noch nicht bekanntgegeben, da wegen der großen Anzahl der Teilnehmer die Berechnung der Strafpunkte bis in die Nacht hinein dauern wird. Sicher ist nur, daß der Abfahrtssieger Schapiro auch den Slalom gewonnen hat. Er hatte in den beiden Läufen die besten Zeiten und ist ohne Strafpunkte über die Strecke gekommen. Bei den Damen scheint Raubitschek (Makkabi Oesterreich) ihren gestrigen Erfolg im Abfahrtslauf wiederholt zu haben. Bei den Damen kam Lony Guttmann in den Entschcidimgslauf, dürfte aber dort nicht so gut liegen wie im gestrigen Abfahrtsrennen. Die Eiskonkurrenz mußte für heute abgesagt werden, da Tauwetter eingetreten ist. Dagegen ist der Schnee an der Makkabi-lliitte, um die herum tschechisches Militär gerade jetzt die Langlaufstrecke festlegt, vorzüglich. Während es im Tai regnet, ist in den Bergen wieder Neuschnee gefallen. Heute nachmittag beginnt die Sitzung der ״Hato“ unter dem Vorsitz, von Beinhacker (Prag). Es wird das sportliche Aktions-Programm für 1930 festgelegt, und viele schwebende Fragen werden endgültig geregelt werden. Wegen des umfangreichen Programms ist der morgige Tag gleichfalls als Sitzungstag angesetzt. Es sind gegen 1500 auswärtige Gäste bei den Winterspielen anwesend. Rumäniens Ministerpräsident gegen Rassenhaß Bukarest, 17. Februar. (JTA.) fn einer Sitzung der Regierungspartei machte Ministerpräsident Tatarescu Ausführungen über die Reise des rumänischen Königs nach Paris und London. Im Anschluß hieran erklärte er, die Regierung setze den wirtschaftlichen Wiederaufbau fort und wellte in Ruhe ihre Arbeiten weiterführen, ohne sich von der Agitation der äußersten Rechten oder der Linken beejnfl rissen zu lassen. Wir glauben weder an den christlioh-nationalen, noch an den Bauernstaat, sagte der Ministcrnräsidcnt. Die Programme der Parteien, die sich für diese Ziele einsetzen, bestehen nur aus Schlagwortcn. Wir schließen uns weder dem Rassen - noch dem Klassenhaß an. Der Leidensweg eines Auswanderungsbedürftigen. Ein Leser unseres Blattes übersendet uns aus Italien vcrschicdene Korrespondenzen, aus denen hervorgeht, wie schwierig es oft für einen auf Auswanderung Angewiesenen ist, die nötigen Informationen zu beschaffen oder auch nur die richtige beratende Stelle ausfindig zu machen. Die jüdische Auswanderungshilfe liegt in der Tat sehr im argen. Es bestehen zwar in Deutschland und in anderen Ländern eine ganze Reihe von Vereinen und Büros. Aber selten gelingt es, mehr als ganz allgemein gehaltene Auskünfte zu erhalten, und noch schlimmer ist der fast komisch anmutende Kompetenzstreit, der sich da manchmal erhebt. Unser Brief- Schreiber, ein aus Deutschland ausgewanderter Jude, wandte sich mit der Bitte um Information über Brasilien an den ״Hilfsvercin“ in Berlin und erhielt von diesem die lakonische Antwort, daß er nur für ״in Deutschland ansässige Personen“ zuständig sei. Darauf wandte er sich an ein Hilfskomitee in Italien, Dieses verwies ihn an Hicem in Paris. Von dort wird ihm geantwortet, daß seine Anfrage ״nicht in den Bereich des Hicem“ falle. Darauf wandte sich der Mann an die Ica. Die Ica antwortete: sie gebe an deutsche Juden prinzipiell keine Auskunft, er möge sich an den Hilfsverein in Berlin wenden. Hierauf hat er nochmals vergeblich an diesen geschrieben, und wer weiß was der arme Mann noch wird unternehmen müssen. -- Gewiß läßt sich den einzelnen Organisationen und Büros kein Vorwurf machen, aber andererseits ist die Aufgabe von Hilfsvereinen und Hilfskomitees, wie schon ihr Name besagt, den Menschen zu ״helfen“. Und obwohl dies in der Sache oft schwierig sein mag, müßte doch zumindest das Information« wesen unseres Erachtens besser organisiert sein als es sich zumindest in diesem Falle erwiesen hat. Aus der hebräiscl&eti Arbeit mf’me] Tafbuth“ in Köln. Aus Köln wird uns berichtet: Die von der Kölner Zionistischen Vereinigung veranstalteten ״J’mei tarbuth“ unter Leitung von Dr. Kaliko sind vorüber. Sie begannen Freitag, den 14. Februar, mit einem Oneg Schabbat anläßlich des 60. Geburtstags von Tscher* nichowski, brachten Sonnabend nachmittag eine Arbeit»- gemeinschaft für hebräisch Sprechende über neuhebräiscile Literatur und klangen aus in einer großen Kundgebung ״Hebräisches Leben in unserer Zeit“, die Sonnabend abend im großen Saal des Gemeindehauses stattfand. Die Verbundenheit weitester Kreise der Kölner Judenheit mit hebräischcr Sprache und Kultur kam in einem überaus starken Besuch sämtlicher Veranstaltungen zum Ausdruck. Besonders erfreulich war festzustellen, eine wie große Zahl der Teilnehmet, insbesondere unserer Jugend, den Ausführungen Dr. Kalikos zu folgen vermochte. Dies zeigte sich schon deutlich anläßlich des Öneg Schabbat und trat besonders bei der von ca. 100 Menschen besuchten Arbeitsgemeinschaft in Erscheinung, in deren Rahmen nach dem Referat Dr. Kalikos eine rege Diskussion ausschließlich in hebräischer Sprache geführt wurde. — Die öffentliche Kundgebung war für alle, die daran teilgenommen haben, ein großes Erlebnis. Aus nah und fern waren die Besucher gekommen. Der große Saai des Gemeindehauses war dem Andrang kaum gewachsen. Unter den Gästen sah man neben dem Gcincindcvorsitzcndcn Herrn Konsul Bendix sowie weiteren Vorstandsmitgliedern der Gemeinde eine Reihe von Kölner Rabbinern sowie zahlreiche Lehrer aus Köln und anderen Orten. Die Veranstaltung wurde durch Amtsgerichtsrat i. R. May auf deutsch und Hermann Faßberg, dem verdienstvollen Vorkämpfer für die Erlernung der hebräischen Sprache, in Iwrith eröffnet. Einleitend sangen 40 Chawerim und Cliawcroth unter Leitung von Julius Goldberg das Lied ״hoj ad matai". Dann sprach Dr. Kaliko. Die temperamentvolle Rede, in einem klaren und leicht faßlichen Hebräisch vorgetragen, fand bei den Zuhörern von Anfang bis Ende angespannteste Aufmerksamkeit und wiederholte Zustimmung. In der kurzen ihm zur Verfügung stehenden Zeit befaßte sich Kaliko in grundsätzliehen Ausführungen mit der Bedeutung der hebräischen Sprache für eine echt jüdische Voikskulfur. Anschließend sang der Chor die beiden hebräischen Lieder ״Wijehuda lcolam" und ״Al ssefot, al bechot“ mit einer Klangreinheit und Sauberkeit des Einsatzes, die die Zuhörer begeisterte. Es ist eine bewunderungswürdige Leistung von Julius Goldberg, wie er es verstanden hat, in kurzer Zeit diesen Chor aus dem Nichts zu schaffen. Zum Schluß sprach Rabb. Dr. Philipp (Wuppertal-Elberfeld) in deutscher Sprache. Im ersten Teil seiner Rede faßte er in knappen Formulierungen zusammen, was Kafeko zuvor ausgeführt hatte. Sodann ocfaßte er sich in wirkungsvoller Weise mit dem Wiederaufleben der hebräischen Sprache in Erez Israel. Mit dem gemeinsamen Gesang von Hatikwah und Techesaknah fand die Kundgebung ihren Abschluß. — Es ist zu hoffen, daß die ״J'mej tarbuth“ einen starken Impuls für all die vielen• bedeuten, die sich um die Erlernung der hebräischen Sprache bemühen und daß sie darüber hinaus die Wirkung haben, daß der Kreis der Lernenden sich mehr und mehr vergrößert. Job. Lehrer-Konferenz in Düsseldorf. Am 16. Februar fand In Düsseldorf eine Konferenz, der hebräischen Lehrer des Bezirkes Rheinland-Westfalen unter Vorsitz, von Rabbiner Dr. Philipp (Elberfeld )statt. A11 der Konferenz nahmen etwa 60 Lehrer und Rabbiner aus den verschiedenen Städten teil. Dem Vortrag von Dr. Kaliko über ״Fragen«des hebräischen Unterrichts und der hebräischen Arbeit“ schloß sich eine־ lebhafte Diskussion an, in der verschiedene Fragen bezüglich Gestaltung und Ausbau des hebräischen Unterrichts besprochen wurden. Die Konferenz, die ausschließlich in Hebräisch geführt wurde, befaßte sich auch mit einer Reihe organisatorischer Fragen. Zum Schluß wurden Resolutionen gefaßt über: Organisierung von Wochenendkursen für hebräische Lehrer ein- bis zweimal im Monat, Organisierung und Ausbau von ״Chugim iwriim“, Durchführung von ״J'mej Tarbuth“ usw. Die Konferenz wählte zum Schluß eine ständige Tarbuth- Kommission beim üruppenverband Rheinland-Westfalen, die aus die Herren Rabb. Dr. Philipp (Elberfeld), Jizchak Schkcdi (Köln), Faßberg (Köln), Eichelberg (Düsseldorf) und Brecher (Essen) besteht, und der die gesamte Sorge für die hebräische Arbeit im Bezirk obliegen soll. Der hebräische Unterricht für Erwachsene. Auf Grund einer statistischen Erhebung, die das Tarbuth-Dezernat in Deutschland bei den verschiedenen zionistischen Ortsgruppen durchgeführt hat, ergibt sich, daß im laufenden Winter- Semester die Zahl der Erwachsene n, die jetzt hebräisch lernen, 11 402 ausmacht, und zwar in 642 Kursen, davon sind: 5007 Anfänger in 326 Kursen und 2339 Fortgeschrittene in 197 Kursen. Die Zahl der Lehrer, die in diesen Kursen unterrichten, beträgt 251. Diese Zahlen sind bei weitem nicht erschöpfend, da eine Reihe kleinerer Städte noch keine genauen Angaben gemacht haben, außerdem konnte in vielen Orten, in denen Menschen an keinem hebräischen Kursus teilnehmen, sondern ihren Unterricht auf private Weise haben, die Zahl der Lernenden nicht genau angegeben werden. Hebräisches Minimal-Programm. Wie bereits bekannt, hat das Palästina-Amt zusammen mit dem Tarbuth-Dezernat der ZVfD. ein Minimal-Programm für den hebräischen Unterrieht während der ersten sechs Monate herausgebracht. Dieses Programm, das lediglich als Grundlage zur Vereinheitlichung des hebräischen Unterrichts dienen soll, ist bereits an alle Lehrer verschickt worden. Wir bitten diejenigen Lehrer, die bis jetzt dieses Programm noch nicht erhalten haben, sich diesbezüglich an das Tarbuth-Dezernat der ZVfD. zu wenden. ״L’jom Tel-Chaj ul ’Purim.“ Das Tarbuth-Dezernat der ZVfD. hat zur Veranstaltung von Tel-Chaj- und Purim- Feiern eine Sammlung von Rezitationen, Sprechchor, Gesang sowie eine Theater-Aufführung (für Kinder) in hebräischer Sprache herausgegeben. Die Sammlung ist hektographiert, vollpunktiert und mit deutschen Anweisungen versehen. Das Heft kostet 50 Pf. (bei Abnahme von mindestens 10 Stück 30 PL) und ist vom Tarbuth-Dezernat zu beziehen. KALENDARIUM Februar 1936 — 9. Woche Adar 5696 — 21. Woche Freilag . . .1ג ... . 28. Samstag . . . 22. משפטים(פרשת שקלים) .29 Sonntag . . 5ג . . . . א׳ דדאש חדש .30 Hontag . , .4ג ... . ב׳ " ׳ .1 Dienstag . .5ב ... . X Mittwoch. . .»ג ... . 3. Donnerstag . ... 27. 4. Schabbal-Auigang ßerlin 6'«, breiiau ß05. Ftankfuri 0. M ß*\ Möndieuß3׳■ 11. t. 167 Z: 27. 2. 1919: ßaruch "plnoia Redorben!:mpfons der «Ion. Delegierten tot der Prtedenskonferen«