Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 15 (21.2.1936)
- Date
- 1936-02-21
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 15, 21. FEBRUAR 1936 'WM. Die Emanzipation in Ihren Grundlagen Dr. Joachim Prinz, der in der Lehrstätte Bialik am letzten Montag den letzten Teil seines Kurses vor einer großen Zuhörerschaft begann, legte in einem umfassenden Referat die Grundlinien dar, die die politische Entwicklung des 10. Jahrhunderts und damit auch der Emanzipation bestimmten. Die Emanzipation stellt sich ihm dar als ein legislativer Versuch, eine Gruppe von Menschen, die das Volk als ״outcasts“ empfand, in die Gesellschaft einzugliedern. Es war ein Rechtsakt, der aus bestimmten geistesgeschichtlichen Voraussetzungen vollzogen wurde — der aber mit der Wirklichkeit, mit dem Volksbewußtsein nicht voll iibercinstimmte. Die Judenemanzipation ist nach damaligem Empfinden kein Sonderfall, sondern seit der französischen Revolution stehen die Fragen der Eingliederung noch außenstehender Schichten (z. B, der Bauern) im Vordergrund des Geschehens. So ist die Emanzipation der Juden ein Gesetzesakt neben anderen. Ein Sonderfall ist sie nur dadurch, daß eine Diskrepanz zwischen Gesetz, und öffentlieber Meinung bestand, die für die Juden verhängnisvoll wurde, weil sie sieh im rechtlichen Status sicher genug verankert glaubten und daher die Volksstimmung als unwesentlich abtun zu können meinten. Ausführlich schilderte Dr. Prinz die Verhandlungen der französischen Nationalversammlung, die Diskussionen zwischen Liberalen und Klerikalen über diese Frage; er zitierte den berühmten Satz: ״Den luden als Nation nichts — den Juden als Menschen alles“, der die ganze Tragödie der letzten fünf oder sechs Generationen in sich enthält: den großen Hntjudungsprozeß, der die Grundlage für eine neue Lebensform bilden sollte. Treffend charakterisierte Dr. Prinz die Gefühle der französischen Judenhcit, wenn er von ihr sagte, daß sie ihr erstes Peßach nach der Emanzipation, im Jahre 1792, nicht als “S’man cherutenu“, sondern als ,.S’man de la libertß“ beging. Sie waren gleichberechtigte Bürger geworden. In Preußen gab es zwar bereits um die Jahrhundertwende eine dünne emanzipierte Schicht, und eine Reihe bedeutender Menschen, u. a. Humboldt, beschäftigten sich mit den Problemen der Emanzipation. Erst 1812 aber wird der erste Schritt getan mit der Aufhebung der Schutzjudenschaft; aber nocli 1815 müssen die Juden Frankfurts ihren bekannten Kampf mit Metternich um ihre bürgerliche Gleichstellung ausfechten. Immer wieder tauchen trotz aller wohlmeinenden Gesetze die Judenfragen, auf, so daß wir heute, nach Ab- Schluß dieser Epoche, sagen können, daß die Juderifrage auch im Zeitalter der Emanzipation akut geblieben ist. N. Das Wanderungsproblem. In einer Veranstaltung der Ortsgruppe Saviguvplatz der BZV. sprach am 19. Februar Dr. Paul Eppstein über ״Zionismus und Auswanderung“. Nach einer prägnanten Darstellung der jüdischen Wanderung^- gerehichte besprach Dr. Eppstein die gegenwärtigen Auswandcr1m״sprooleme. Er zeigte zunächst die Ursachen der heutigen Wanderungsschwierigkeiten und schilderte dann ausfitlirlicl: die Frage der Wanderungsplanung, die unumgängheb nötig ist, weil die regellose Auswanderung Einzelner für sie selbst wie für die Nachfolgenden nur Schwierigkeiten und Stockungen hervorruft. Eingehend schilderte der Redner, welche Möglichkeiten außer Palästina noch in der Weit vorhanden sind, nämlich nnr drei: Nordamerika, Südamerika und Südafrika. Im Zusammenhang mit der Arbeit der ica ist zu hoffen, daß in Argentinien und Brasilien eine größere Zahl jüdischer Familien wir׳! angesied.lt werden können. Bei Palästina liegen die Dinge insofern anders, als dort ein unlöslicher Zusammenhang zwischen dem hereinsitömenden Kapital und der Arbeit besteht: das Kapital schafft im Wahrsten Sinn des Wortes Arbeit. Aber unabhängig von allen wirtschaftlichen Erwägungen und von dem Ziel der jeweiligen Wanderung muß doch Palästina stets den Orlentierungsnunkt bilden, der dem Blickfeld jeder jüdischen Gruppe, gleichgültig, wo sie sich niederläßt, nie entschwindet. —nn. Ein Oneg Schabbat im neuen Heim der Gruppe Hermannplatz der BZV. wurde durch einen Vortrag über ״Mose als Prophet“ durch den Tarbut-Leitcr, Meir Schächter, eingeleitet, nachdem Oberkantor J. Schreiber die liawdalah und Hamawdi! gesungen hatte, der im Verlauf des Abends noch mehrere nehräisclic Lieder zu Gehör brachte, Herr Jordan sprach über Franz Rosenzweig. Grete Katz trug pddische Lieder und Erzählungen aus ,,Rejte Pomeranzen“ vor. _ Familien ־ Nachrichten Herr Davit Frisch m .1 n n, Pankow, Berliner Str. 89, leierte am 15. Februar den 75. C.cburtsta״. Herr Adolf Jacks und Fra« Fanny, geh. Paczmski, NO 55, I.angeniarcksfraßc 5, begehen am 5. März den 40. Hochzeitstag. Ankündigungen Zionistische Veranstaltungen Am 24. Februar, um II Uhr vormittags, veranstaltet die Kultur• Abteilung der BZV. in den Concordla-Llchfsplelen, Andreasstr. 64, eine Sondervorführung de* Palästina-Tonfilms ״Land der Verheißung" für die jüdischen Privatschulen Berlins. Eine SondervorfÜhrung für die Gemeindeschulen folgt. Frauen-Arbeffsgemefnschaft für Palästina, Gruppe1 Tcmpcüiof: Am 22. Februar, 18.15 Uhr, bei Ftnu Cohn. Uohcnzollcrnkorsu 2: Bibel- Vorlesung (Leitung: Dr. Eva Lübeck). — Abrn<!grupj>e (0ןקוח>€ der Brrufsfiiii^en): Am 24. Februar. 20.30 Uhr. 1!t im, WittenhcrKplafi 3a: Füi Abrahamsohn: .,JihlKrbe Men-cheu Ix i Arslmr Schnitzler“. ־־— Gruppe Kord und Om: Am 24. Februar, 20.30 T'hr, Heim, Rosenthnler Str. 44, Bihelvotlesung (Rabh. Nobel). — Westliche Gruppen: Am 24. Februar, 16 Uhr, Heim, WinenbcrgpbtU 3a: Bibclvorlesung (Rabb, I)r. Karlincr). — Gruppe Neukölln: Am 27. Februar, 20.30 Uhr, Heim. Neukölln, Tagerstr. 6: Arbeitsgemeinschaft, Geschichte der Juden in Dcutscbhmd (LciMm״: Dr. Rom Holde). Das Büro ist Montag Dis Freita״; von 9 -3 Uhr gricm Besuche und Telcphonanrufe zwecklos Hebräische Kurse der BZV. An! 24. iVbn Heim. Kantstraße 54. ein neuer An!'i!u4r!k Dr. Knicko. Am ״!rieben Tam\ 20 Uhr. 1: Flensburger Str. 19. J.ei'er : Otto Felirnjnr Straße 44 beginnt am 1. März, 11.30 Uh׳ fortgrsch! itiene umer Lei :an״ von Denn I>! 20. 30 Uhr, ein Anf.in״e1ku!Mjs umer l.ri'׳! Auskunft: K!1k mabfci'iing■ der BZV., M־‘im Jüdische Gesch!׳ hte in hebräischer Sprache. im Heim ] ati-Dber־)״! Str. B׳T: l.ci’ci: SclmdCn. :0.45 l Außerhalb dieser Zeit 1. 20 Uhr, beginnt im uir; unter Leitung von der Konditorei Hansa, Im llmm Rosenthaler du Kuisus für Weitnml h und am 2. M.irr, <4 von Heim Guidherg.;ecr. 10. 33. Februar, 17.30 Uhr, 1! Rosen- Chuj* Iwrl, Zentrum. Am 22. Februar, thalrr Sfr. 44. Chug hvr», Hansa. Am 22. Februar, 20.30 Uhr, Konditorei Hansa, Flcnd-iuim-i• St r. 10. Der Oneß Schahhat der Gruppe Barharossanbtz, smu finden und vu-<־h(־Jbrn und Jin ir! a 20.30 Uhr, im Cab Wit!eldiacli. R.vc der am 22. Februar n 29. F. brunr, um ]*Kitz 2. statt. .־nd ,1111 25. Februar, 1:11: .,Die Feststellung Zionistische Fotogrunpe T’munah. Gmp[MU1;!b 20.30 Uhr. Heiiii, Kant.str. 54. Fiitz Kornbh der richiiimn Belichtungszeifen“. Brith Chalurim Datiim. Am 21. Februar, 15.30 Uhr, und am 22. Februar, 8.30 Uhr, Ju״end-Minjan des Buudes in der Wochentags-Synagoge der Alien Synagoge, Veranstaltungen der Bezirke und. Gruppen der BZV. Sonnabend, <fpn22.Febr. 20.30 Uhr Jüdischer Club Joachümathafer Str. J 3 One* Schabbat. (Nath «.tilg« Karten >n Ser Absndkn.c) Stndtpark Sonnabend, den 22. Ffbr. 20.30 Uhr BZV-Heim OranienstreBe 170 Geaprochene Onef Sdhabbat - Zeitung unter Mitwirkung von Oberkantor Hartenberg Sudost ,Sonnabend, den 22. Febr. 20.30 Uhr BZV-Heim Roaeothsler Stoa 44 On•• Sehsbbat. Haftbar -Studio 1 ״Mir fohrn kan Erez JiaroeJ“', Für Sonnabend, den 15. Februar, geloste Karten behalten Gültigkeit. Karten xu 510 Pfg׳. im Vorverkauf hei Salle», Grenadieratr. 30, Restaurant Kimmelfeld, Rosonihaler Straße 32, Adlerstein, Alte Schönhauser Straße 3. Zentrum Sonnabend, den 22.Febr. 20.30 Uhr Paokov Muhlenstr. 77 P&ISstins im Bild» 1. Palüalina-Monatsschau, 2. Hule-Bildstreifen. Beffleitvortray: Dr. H. Swarsensky. Pankow Dicnsinjf. den 25. Fcbr. 20.30 Uhr BZV-Heim Neuköllnt jn^erstr.6 Dr. Ed^sf Rosen! Palästina im politische» Krnftespiel des vorderen Orients. Hermannplats Sauf* Mordechai Roth sinsrt auf Platt« 1136 ,,Ein palästinensisches Volkslieder-Potpourri*• mit Orchesterbegleitunfc Leitung: S, Petruacbka r oppelaeHlge Asaf nähme RM2,50 Verlangen Sie Liste der Neu-F.rschemg, PalSatinenaisch®, ftddisdie and kantorale Aufnahmen Vertrieb: ״Lukra“, Berlin SWB8 Frledrlchstr. 208, A2 Flora 4932 Schnllplatten aller *Fabrikate Wohltätigkeits - Verein ״Ausseh Tauwaus‘* e.V. Sonntag, d«Q 23. Februar 1936, Beginn 6 Uhr Logeahaus, K 1 ו i ג t 11 r 1 ß 1 10 Chnmischah - Assar-B'schwat Gesellsehaftsabend Festansprache: Herr Kabb. Dr. ▼an dar Zyl Es spielt: Alfred Pelz mit groß Orchester Einlagen — Tombola Karten im Vorverkauf RM 1,25, Abendkasse RM 1,50. Logeobaui KUiststrali«, B 5 (Barbarossa! 8651 (Nur Mit(*!, d. |öd, Geraeinscb.). Gtscblflsstsüe; D 2 (Vi'eidend.) 7779 Damen- Mäntel Maßanf., neue Modelle, Umarb., bill.Stoffann. Alte SchOtzenstr. 1011 Aiexanderpiatz ALHAMBRA Uldhtsplolo, Koppenstr. Beginn 5, 7, 9 Uhr Sonntags ab 3 Uhr 29 Der Ammenkontg Kita Qold,Richard Rora.now.ky, Thea Ungen muCHEHBRunnEn• Lichtspiele Am Friedrichshain 29 Beginn 5. 7, 9.10 Uhr Sonntag! ab 3 Uhr Du Kannst nicht treu sein Lucie Englisch Hermann Speelmanns.Jugendfr. AusHunltei nremi Auskünfte au! alle Plätze d. Welt Einzel-Auskllnfta Auskunftsabonnements ebne Votausbezahlung BERLIN W 57, Potadamer Mr.83a Sammel-Nr. .׳ Ö 7 1211 4 Gc^r.!907 ZUM RÄUCHERFISCH $ Inhaber: ERNST N £ I M A N N 0 Salate . Fisch - Kensarvan Wllmer.dorferStr.t28 . Kolonnenstr. 61 * 01. Frankfurter Str. 146 Zu Peßach liefert ן Kaffe• l Coffainfrei (Tee CftmtyO - Haiiee-QroBrüsterei Carl Max Josephs Bremen Dia Herstellung erfolgt unter Aufsicht des Bremer Rabbinets HAB0NIM Gdud Brenner Abend für Eltern und Frennde Donnerst•;, 27. Februar, 20 Uhr BrSdervereinshaue, Kurfürstenstr. 115/116 ChSrea.Theaterstücke / Bauemknntaie Karten *u RM 1.— und 50 Rpf., Jugendliche 30 Rpf. im Vor• verkauf in der Aneeigen-Annahm« der ״ Jüdischen Rundschau" und an der Abendkasse. Vecetar. mmagstisch a. LehrkOdte / Ptaliburgaf It*59 •־ am Hohenzollemdamm H6 3392 Familien Anzeigen teneran in die ״jueiscne eenetehav‘‘ KönigatraBe >4 obere Riume D0BRIN Kapelle FfÜZ Lach« spielt Sonnabend Sonntag ahends 8 Uhr tunhm. 4u.abds.8Uhr Nur för Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft haH!» 0*rf jchln kt י*1יי3 Charly erwartet sie! Inh. Alfrtd Schirlinski Motxstr. 34 B 5 145/ 1 Min. von der Skala Das klalna original!• Lokal wanne and kalte Küche Eratki Kaffee a Gebiet! RBrNrst8ndamm 81 e<h, schmt«rM> ג ן onג248 •״ (Ün&ßacfi KurfUrtlendamm ~Ü, Ecke Wnlizsir. J ö Blelblreu 3473 MH 1ngen«hme Aufenthilt ■w *z MWM-Wj gepflegt• Küche 1>AS reichhiltig* kalt• BBfftt ... 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I, — , 1,50 und 2,— im Vorverkauf in der Buchhandlung Gonier, Oranienburq»r StraOe 26! Buchhandlung Salle», Grenadier. «Iraße 30! Allantic-Expre«, Friedrichitr. 100; Laa?n der Jüdischen Rundschau, Meinekestraße 10; Zigarrenhaus Fpslein, Jsrusalemer Straße 9; BZV-Heim, Kantslr. 54; Papierhandlung Lippmann, Trau• lenaustraßelö; Restaurant Kimmelfeid, Rosenthalar Straße 3Z; Finder, Alte Schönhauser Straße 54. und an der Kasse Berliner Zionistische Vereinigung PALÄSTINA'FILMSTELLE der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Anzeisen-Preisliste Nr. 4 auf Anfordern Klavierstimmer Pore* 62 Steg). 1920 DIPPE, Conditorel u. Cafi Charlbg., MommsMib.St, J8 Bloibtrau 0738 Angenehmer Aufenthalt, raickh. Zaitungen Spczlalitit: Patft foura-Sch&aa«la.E>8bo1nb«n Frai Hans sack aUta Stadttaüaa. MAX RIEGEL i0rm Pari.erStr.38/RS!giO^ J 1 Oliv» 5541 * M. d. H.ndur.-V Uai. 4 Kraakaak. 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