Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 15 (21.2.1936)
- Date
- 1936-02-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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<-'!♦» u JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 15, 21. II. 1936 Das Neueste in Kürze individualistischen und der ko! cktivistischen Ansiedlungsform hat seinerzeit das gesamte Arbeiterlager (ungeachtet der Parteien) in zwei Teile geteilt, und er ist praktisch nie entschieden worden. Denn b e i d e Formen entwickelten sich weiter, keine konnte der anderen ihre Inferiorität beweisen, beide erhielten neue ökonomische Stützpunkte und neue Adeptcn. Aber die Kontroverse zwischen den Anhängern des Moschaw und der Kwuzah ging im stillen weiter, und sie flackerte plötzlich mit größter Heftigkeit auf dieser ״Moazah“ auf, wo es sich um einen Vorrang ui der Ansiedlung handelte und die Moschawim sich über Benachteiligung beklagten. Die Beschlüsse der ״MoazafT• über die Arbeitslage und die Aktion zur Mittelbeschaffung haben einen Teil des Jisclitiw zu aktiver Arbeit zur Behebung der Arbeitslosigkeit verpflichtet. Cs wird jetzt darauf ankomtnen, da() alle anderen Instanzen diesem Beispiel folgen und sich zu einer konzentrierten Anstrengung zur Ankurbelung der Wirtschaft zusammenschlidleti. Geschieht das — und die Perspektiven sind zur Zeit nicht ungünstig — so darf man in kurzer Zeit auf eine Erleichterung der Lage hoffen. Die Palästina -Touristik Maßnahmen zur Förderung geplant Jerusalem, 18. Februar. (JTA.) In einer gemeinsamen Sitzung der Abteilung für Touristik bei der Exekutive der Jewish Agency mit Vertretern der Touristen- und Schiffsgesellschaften legte l)r. Werner Senator einen Plan zur Belebung der P a I ä s t i n a - T o 11 r i s 11 k vor. Er wies darauf hin, daß es Jahre gab, in denen rund eine halbe Million Touristen nach Palästina kam; bedenkt man, daß jeder Tourist im Mindestdurebschnitt zehn Pfund im Lande ausgibt, so ermißt man die Tragweite dieses Zweiges der Wirtschaft für die (lesamtwirt schaft des Landes. Im letzten Jahre ist die Touristenhewegiing irr Palästina sehr zurückgegangen, teils infolue des italicni'-.'h-ahessinischen Krieges, teils infolge der namentlich den jüdischen Touristen seitens der Regicrum1״ ־vm.1׳׳l1f<1»׳ Schwierigkeiten. Dr. Senator schlug vor, die Tonristeiisaison in zwei Saisons zu teilen: eine im Frühling und «׳im• im Herbst. Da im 1׳; uhjahr die Levante» Messe einen Anziehungspunkt für Touristen bi Ul et, müßte die Makkahiah. die einen /weiten Anziehungspunkt bildet, auf den Herbst verlegt werden, so daß jede Tonristensaison ihre Attraktion hat. Hi!• Stadtverwaltung von Tel-Awiw, sagte Dr. Senator, hat bereits dieser Zweiteilung prinzipiell ziigesfitntrd. Dr. Senator und die anderen .Sitzungsteilnehmer machten Vorschläge zur Behebung der Schwierigkeiten, die den Palästina-d mirelni heute noch im Wege stellen. Man werde bei der Regierung vorstellig werden, damit sie Er- I e i c h t e r u 11 g <> 11 b ei der Erteilung von Visen gewährt. Die Scliiffsgeseüscliaften werden ersucht werden, die Fahrpreise zu ermäßigen. Aus dem statistischen Bericht der Pa- I ä s < i n a - R e g i c r u n g ii her Ein- und Auswan• derung im Jahre BHä geht hervor, daß 117 228 Personen im letzten Jahre als Tourist«'!! oder Einwanderer legal nach Palästina gekommen sind. Davon waren SS 281 jüdische Ein- Wanderer, 20 2ö<) aus dem Ausland zurückkehrende palästincnsisclic Einwohner und •12 570 Touristen. Unter den jüdisehen Einwanderern gab es 6100 Angehörige der Kapitalistenkategoric und 2311 Touristen, die die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung erhielten. Die Zahl der eingereisten Juden überstieg die der ausgereisten um 65 063, während die Zahl der ausgereisten Araber um 3200 größer war als die der eingcreislcn.!das der Touristik gewidmete Kapitel des Regierungsberiehtes stellt eine Abschwächung der Touristcnbewegurig vom September 1935 an fest. Im September kamen 8805 Touristen ins Land, im Oktober war die Touristenzahl aut ein Viertel davon, nämlich auf 2151 Personen, gefallen. Im November gab es bloß 11!9 und im Dezember 1250 Palästina-Touristen. fr Erweiterung des Zionistischen Informationsbüros. Man schreibt uns ans Palästina: Das von Jewish Agency, Keren Hajessod, Keren Kajemcth Leiisrael begründete Zionistische Informationsbüro für Touristik hatte viele Jahre hindurch nur ein Büro in Jerusalem. Das Informationsbüro ist eine gemeinnützige Institution, die die Touristik nach Palästina zu fördern bemüht ist und zugleich den Touristen in Palästina unentgeltlich mit Rat und Tat bei der Besichtigung von 1-rez Israel zur Verfügung stellt Um den Dienst für die Touristik zu erweitern, ist im Februar ein neues Büro in Tel-Awiw eröffnet worden und in Kürze wird eine Zweigstelle in Haifa gegründet werden. Durch diese Er- Weiterung des Dienstes in allen drei Hauptstädten Palästinas haben nunmehr die TouriMrn wirklich die volle Möglichkeit, bei Inan-pniHuiahme des /innMKelien Informationsbüros ihre Reiseroute durch Palästina ihren individuellen Reisewünschen entsprechend genau ausarbeiten zu lassen. Adressen de« Zionistischen Informationsbüros in Palästina: Jerusalem: Julians W'ay, gegenüber der Anglo-Palestine Bank; Tel- Awiw: Herzlstr. 10. Zimmer Nr, 3, P. O. R. 1559: Haifa; Kings wav. Dieses Jahr kein Purim-Festzug Die Tel-Awiwer Stadtverwaltung hat beschlossen, die Purim-Festlichkeiten Im Hinblick auf die Lage der Juden in der Diaspora abzusagen. Nur die Kinder-Festllchkeiten werden abgehalten werden. ״Zionistisch-Akademische Gesellschaft“. Wie uns berichtet wird, fand am 31. Januar und 1. Februar in Tel- Awiw die dritte ordentliche Generalversammlung dieser Ge- Seilschaft statt. Die Gesellschaft bezeichnet sich als eine ״überparteiliche, den Mitgliedern aller zionistischen Richtungen offen steh ende Organisation“ (offenbar im Gegensatz zum Kartell Jüdischer Verbindungen, das bekanntlich die Revisionisten ausgeschlossen hat). Bei der Generalversammlung wurde, wie wir dem Bericht entnehmen, eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, wie Förderung des Tozeret Haarez-Gedanken«, allmähliche Hebraisierung, Förderung des von Dr. Walter Steinitz angeregten Schau-Aquariums und der dazu gehörigen biologischen Meeresstation, ferner ein Beschluß, der gegen die neue Gesamtleitung der Hitachduth Olej Germania protestiert. Der neue Vorstand der Z. A. G. setzt sich aus den Herren Dr. Felix Danziger, Richard Lichtheim, Dr. Georg Loewcnberg, Dr. Ernst Kalmus, Dr. Otto Aronade, Dr. Wolf Schoen und Leopold Landau zusammen. — Vom Standpunkt der Zionisten Deutschlands kann hierzu nur gesagt werden, daß jede produktive Aufbauarbeit, so z. B. der Aufbau der biologischen Meeresstation, gewiß begrüßt werden kann, daß cs uns aber verfehlt erscheint, alte, z. T. persönlich gefärbte Gegensätze aus dem Zionismus Deutschlands auf den palästinensischen Boden zu verpflanzen. Politik Die arabische Presse äußert sich unbefriedigt über die Antwort des Kolonialamts auf die Forderungen der Araher und bezeichnet den Vorschlag des neuen Bodengesetzes, der die Bodenübcrtragung weiter beschränkt, als ungenügend gegenüber den Forderungen auf Sperrung der Einwanderung. Die Tatsache, daß der Südbezirk und die Orangengegenden aus dem Bodengesetz ausgeschlossen sind, gibt weiteren Anlaß für Beschwerden. Wie die arabische Presse schreibt, wurde auc׳I1 in einer Ver- Sammlung der arabischen Führer zum Ausdruck gebracht, daß die Antwort der Regierung auf die Forderungen der Araber sie nicht befriedige. Ein neues arabisches Memorandum soll daher verfaßt werden. Die arabische Tageszeitung ״Adifaa“ meldet, die Palästina-Regicrung führe jetzt durch Vermittlung des Gesundheitsamtes eine Volkszählung durch. Die Zahl der Einwohner von Tel-Awiw sei mit 130 000, die Einwohnerzahl von Jaffa mit 68 000 festgestellt worden. Diese Zählung werde auf Wunsch des High Commissioner im Zusammenhang mt dem Gesetzcsvorsehiag über die Einschränkung des Bodenkaufs vorgciiommen. Bei T u 1 K e r e in wird von der Palästina-Regierung ein neuer Flugplatz vorbereitet. Die Winter-Manöver der in Haifa liegenden britischen Flotte und Luftmacht fanden vom 18. bis 20. Februar statt. Zwei Juden, die in der Dunkelheit in der Altstadt von Jerusalem spazieren gingen, betraten aus Versehen das Areal des Harem Es Scherif und wurden deshalb verhaftet. Die Verhandlung bewies, daß die Uebertretung der Vorschrift gegen das Betreten des Tempelplatzes durch einen Irrtum verursacht war und das Gericht entließ die Angeklagten mit einer kleinen Geldstrafe. Die arabische Presse hat diesen Vorfall zu einem neuen scharfen Angriff gegen die Juden benutzt. Fünf jüdische Jugendliche standen wegen Friedenss t ö r u n g in der Geburtskirche zu Bethlehem vor Gerieht; vier wurden freigesprochen, der fünfte erhielt eine kleine Geldstrafe. Der Richter hob hervor, daß das Benehmen des Kirchendieners provokatorisch gewesen sei. Er habe die Besucher in ungerechtfertigter Weise angegriffen. Eine Massendeputation von 300 illegalen jüdischen Einwanderern erschien bei der letzten Sitzung des Waad Leumi und verlangte, daß man Schritte unternehme, um ihren Status in Palästina m legalisieren. I>ie Sprecher der Deputation wiesen darauf hin, daß es den ״Illegalen“ unmöglich sei, ihr Leben in der bisherigen Art fortzuführen. Viele von ihnen seien seit Jahren von ihren Angehörigen getrennt, obwohl sie eine wirtschaftlich gesicherte Stellung in Palästina haben und zum Teil Arbeiter in großer Zahl beschäftigen. Die hebräische Presse veröffentlicht einen Appell zur Unterstützung der hungerleidenden Juden in Dam a s k u s, die von dem syrischen Handelsstreik schwer hetroffen sind. Die ersten Spenden wurden von Juden, die früher in Damaskus lebten und jetzt in Palästina wohnen, gegeben. Ein Teil der arabischen Presse wendet sich gegen die neuen Zollbestimmungen der Palästina-Regierung, die einen minimalen Schutz für die einheimische Industrie schäften, mit der Begründung, daß die Araber an einem billigen Lebensstandard und nicht an der Stützung der jüdisehen Industrie interessiert seien. (Wie bekannt, hat die beratende Kommission, an der auch die Araber vertreten waren, sich einstimmig für die neuen Zollbestimmungen ausgesprochen.) Die arabische Presse verbreitet ein Gerücht, daß die Behörden auch den mit Waffenscheinen ausgestatteten Personen ihre Waffen entziehen werden. Die Hafenbehörde von Haifa wird von jetzt an den Haifaer Hafen von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens geschlossen halten. Bisher war das Ein- und Auslaufen von Schiffen bis 8 Uhr abends und gelegentlich auch nachts möglich. Kultur und Gesellschaft Die Hebräische Universität wird in den Semesterferien durch eine Anzahl von Professoren Vorlesungen in den landwirtschaftlichen Siedlungen hallen lassen. Eine Reihe von Professoren haben sich bereits dieser Arbeit, die eine neue Verbindung der Universität mit der Bevölkerung schafft, zur Verfügung gestellt. Ein wertvoller Teil der Bibliothek der verstorbenen Bakteriologin und Forscherin Professor Dr. Lydia Ra binawitsch-Kempner, vor allem Werke über Epidcmien und Infektionskrankheiten ist der Universität Jerusalem geschenkt worden. Der Waad Leumi beschloß, eine Kultur-Abteilung zur Erteilung von hebräischem Unterricht und zur Pflege der Kultur unter den Neueinwanderern zu schaffen, um ihren Einordnungsprozeß zu erleichtern. Vorträge, Theater- und Radio- Veranstaltungen werden diesem Zweck nutzbar gemacht werden. Nach Ben Schemen kam in diesen Tagen die erste Gruppe der Jugendaüjah aus Polen. Raubmord bei Haifa Eine aus Deutschland eingewanderte jüdische Frau wurde während eines Spazierganges, den sie in Begleitung ihres 13iährigen Sohnes von Haifa aus in der Richtung nach Atlit unternahm, in der Nähe von Bat Galim von Arabern überfallen, die sie niederschlugen und sie ihrer Habe beraubten. Die Ueberfallene ist ihren Verletzungen erlegen. Der 13jährige Knabe ist schwer verletzt, sein Zustand ist ernst. Die Polizei verhaftete einen der Mörder, Mahmud Abbadije, während der zweite entkommen ist. Dm Einwandererhelm der Bne Brlth In Jerusalem. Uns wira geschrieben; Als im Sommer 1933 sich über Erez Israel der erste Strom von Einwanderern aus Deutschland ergoß, befanden sich viele in bedrängter Lage. Den meisten fehlten in der ersten Zeit die zum Lebensunterhalt erforderliehen Mittel, und andere brachten zwar beschränkte Mittel mH, mußten aber sehr rechnen, bis sic sich in die Wirtschaft des Landes einordneten. Angesichts dieses Notstandes gründeten die Bne Brith-Logen in Jerusalem — unterstützt von der durch Miß Henrietta Szold geleiteten Zentralhilfsorganisation — ein Heim für diese Auswanderer in einem dazu emieteten Hause, das Raum für 20 Olim bot. Doch sehr ald stellte die Leitung des Heims fest, daß dies eine Haus dem Bedürfnis nicht genügte. Man mietete deshalb ein zweites Haus neben dem ersten, so daß von Mitte September ab das Heim 50—60 Gäste aufnehmen konnte. Im Laufe der Am vergangenen Sonntag fand ein Empfang zu Ehren von Henrietta Szold durch die Jewish Agency und den Waad Leumi statt. Bei dieser Gelegenheit wurde der in Palästina gesammelte Fonds für ein Wohlfahrtsinstitut an Henrietta Szold überreicht und ihr die Urkunde als erste Ehrenbürgern! von Tel-Awiw übergehen. Am Mittwoch fand eine Vorstellung der Habitnah zu Ehren Miß Szolds statt, deren Ertrag für diesen Fonds bestimmt ist. Zum erstenmal seit neun Jahren hat das Haifaer Bezirksgericht wieder einen jüdischen Richter. Dr. Aaron Shems, der bisher Stadtrichter in Jerusalem, früher in Tel- Awiw war, trat sein neues Amt als Richter am Haifaer Bezirksgericht als Nachfolger des arabischen Richters Shafik Dajany, der kürzlich starb, an. Bisher gab es in Haifa zwei arabische und einen englischen Richter; das Gericht wird nunmehr aus je einem Engländer, Juden und Araber bestehen. Im Zcntralkrankcnhaus der Arbeiterkrankenkasse In Afnle wurde eine Schule für Krankenschwestern er» öffnet. Es lernen dort zur Zeit 24 Mädchen. Einer der Anwälte, die das Examen im letzten Jahre in Jerusalem nicht bestanden haben, hat gegen die Prüfungskommission vor dem obersten Gericht einen Prozeß angestrengt, in dem er beweisen will, daß die Kommission nicht berechtigt war, ihre Anforderungen an die Prüflinge heraufzusetzen, und daß sie von der Absicht geleitet wurde, die Zahl der Anwälte im Lande zu beschränken. Afrikanische, palästinensische, amerikanische und englische Juden haben eine Gesellschaft gegründet, die ein neues Wochenblatt unter dem Namen ״Pa lest ine“ in englischer Sprache herausgeben will. Die Zeitung soll in erster Reihe für Leser im Ausland bestimmt sein. Wirtschaft Im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Sanktlonen gegen Italien hat die Leitung des Jaffaer Hafens von der Regierung die Aufforderung erhalten, Waren, die mit italienischen Schiffen oder mit anderen Schiffen aus italienischen Häfen ankommen, nicht auszuliefern, solange die Empfänger der Waren nicht den Nachweis führen, daß diese nicht aus Italien stammen. Infolge dieser Verordnung ist im Jaffaer Hafen bereits eine große Menge von Waren zurückbehalten worden. (Palcor.) Ein Plan für den Bau von 2000 neuen Häusern In Kirjath Chajim (Haifa Bay) ist in Bearbeitung. In den nächsten Tagen beginnen Planierungs- und Straßenbauarbeiten zur Vorbereitung der Neubauten. Die türkische Regierung hat der Messe leitung In Tel-Awiw ihre Absicht mitgeteilt, sich an der Levante-Messe 1936 zu beteiligen und einen besonderen türkischen Pavillon zu errichten. Auch Oesterreich, Finnland und Norwegen haben zum ersten Male ihre Beteiligung zugesagt. Der drohende Streik der Ladenbesitzer in Jcrusalern wurde durch den Beschluß der Munizipalität, in bestimmten Bezirken der .Stadt das Mieterschutzgesetz einznführen, abgewendet. Die Dürre dieses Winters erweckt unter den Fellachen in Palästina große Sorgen. An manchen Stellen mußte die vertrocknete Saat zum zweiten Male gesät werden. Insbesondere ist die Not im Süden unter den Fellachen und Beduinen groß. Nachrichten über große wirtschaftliche Schwferigkeiten, die durch die Dürre verursacht sind, kommen auch aus Transjordanien, wo sich die Regierung zur Vorbereitung von Hilfsmaßnahmen gezwungen sieht. Nach einer Mitteilung der ״Palestine Post“ hat die Reicrung £ 15 000 für die Ausmessung der Küste von Jaffa ewilligt. Ingenieure haben bereits mit der Ausarbeitung von Plänen für den Bau eines neuen Hafens in Jaffa begönnen. Der Waad von Hadar-Hakarmel hat mit dem Bau neuer Straßen auf dem Karmel begonnen. Die Arbeiten werden durch den ״Missrad Kahlani“ (Unternehmer- Büro) der Histadruth durchgefiihrt und werden 170 jüdische Arbeiter beschäftigen. (Palcor.) ln einer soeben veröffentlichten Statistik wird die Schuhroduktion Palästinas im Jahre 1935 mit 750 000 aar angegeben. 350 (MX) Paar Schuhe wurden in palästinensischen Schuhfabriken, rund 400 (XX) Paar in Schuhmacher- Werkstätten hergestellt. Aus dem Ausland wurden im Laufe des Jahres 770 000 Paar Schuhe eingeführt. Der Wert der palästinensischen Schuhproduktion wird auf 415 000 Pfund geschätzt. Von diesem Industriezweig leben in Palästina 4000 Menschen, die Hälfte davon Juden. Die große Strumpffabrik ״Oerew“ in Ramaf-Oan, die vor einigen Monaten infolge finanzieller Schwierigkeiten ihrer Besitzer geschlossen wurde, wurde jetzt wieder in Betrieb gesetzt. Vorläufig wurde eine Abteilung eröffnet, man glaubt jedoch, daß in Kürze auch die übrigen Abteilungen zu arbeiten beginnen werden. (Palcor.) Bei den P)1önicia-G!as werke 11 in der Haifa-Bay sind die Vorbereitungen zur Aufnahme der Produktion in vollem Gange. Der Schmelzofen wird in wenigen Tagen 1400 Grad erreichen, so daß Ende Februar das erste Glas produziert werden kann. Es werden 70 Arbeiter beschäftigt. Das Kapital der Gesellschaft ist auf 49000 Pfund erhöht worden. zwei Jahre wurden 3411 Personen aufgenommen, davon 2613 Männer und 79S Frauen. Von den Männern waren 624 Akademiker (115 Aerzle, 75 Rechtsanwälte, 19 Rabbiner, 79 Lehrer, 112 Ingenieure, 17 Architekten, 14 Anotheker, 163 Studenten usw.), 26 Angehörige freier Berufe, 30 Kunstler, 401 Kanfleute, 336 Landwirte und landwirtschaftliche Arbeiter, J32 Arbeiter, 20 Beamte, 68 Schüler usw. Von den Frauen waren 101 akademisch gebildet, 48 Angehörige freier Berufe, 55 in kaufmännischen Berufen, 76 landwirtschaftlich tätig, 88 Arbeiterinnen, 158 verheiratet, 50 Schülerinnen usw. — ln diesen Tagen übersiedelt das Heim in sein eigenes neues Gebäude, das sich neben dem Logenhaus befindet. Dieser Bau, der von den Bne Rrith vor einer Reihe von Jahren aus den Mitteln eines Nachlasses erworben wurde, wurde umgebaut und renoviert. Er enthält große Säle, 22 Zimmer und vorzügliche sanitäre Vorrichtungen. Das Land der Verheißung wird zum Land der Erfüllung | durch den KEREN HAJESSOD | Zentrale fflr Deutschland: Berlin W15, | Msinskssir, 10. Fo«t»ek«ck*Konto: Berlin 104 081