Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1936)
- Date
- 1936-02-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seffe TO JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17, 11. «. 1936 Mordechai Ben Hillel Hakohen Zu seinem achtzigsten Geburtstag Vor zwölf Jahren feierte man in Palästina das goldene Schriftstcllerjuhiläum von .Mordechai ben Hillel Hakohen. Eine Festschrift mit seinem Hilde, den Bildern seiner Familie und seiner Freunde — Achad Maam, Diibnow, liialik, Klausner und vieler anderer _ legte damals Zeugnis ab von dem Leben und Wirken dieses" Mannes in seinem Heimatlaude Rußland und seit 5667 in Erez Israel. Die unendliche Fülle der Arbeit, die dieser Mann als Kaufmann, als Schriftsteller, als eifrig tatiges Mitglied der jüdischen Gemeinschaft, insbesondere als Vorkämpfer der Chowewe Zion geleistet hat, trat in/wischen deutlich zutage, nachdem er seine Erinnerungen („Oiami") und sein Tagebuch des Weltkrieges veröffentlicht hat („Joman Milchemet" haamim")- In dem fünfbändigcii „Oiami" (meine Welt) erzählt er seinen Werdegang, eine treffliche Ergänzung zu „K'war", das mehr die äußeren Lebensverhältnisse schilderte und Familiengeschichte brachte, seine Beziehungen zu seinen Berufsgenossen, den Schriftstellern, und zu ihrer Arbeit, zu den Problemen seiner Umwelt und denen seiner besonderen Welt, der jüdischen Welt — Flaskala, Chassidismus und Zionismus.!n dem gleichfalls fünf bändigen Ronnn des Weltkrieges finden wir die tagtäglich gemachten Aufzeichnungen von dem in Palästina erlebten Weltkriege, eine fesselnde Lektüre, die nicht nur die Tatsachen aufzeigt, sondern uns gleichzeitig auch ein Bild gibt von der vielseitigen aufopferungsvollen Tätigkeit des Verfassers in jener schweren Zeit der Not, da er liberali am Platze war, wo es galt zu helfen und zu stützen, zu raten und zu organisieren. Wie er früher in Mohilew, in Petersburg, in Home! seine Kräfte dem Ocmeinwohle widmete, so auch in Palästina. Wie dort Eronagierte er auch hier die Gründung einer Spar- und eihkasse. Wie dort war er schriftstellerisch tätig. Er gehörte zu den Gründern von Tel-Awiw und verfaßte die ersten Statuten der Siedlung. Er leitete mit Umsicht und Klugheit die Umsiedlung der Bewohner von Jaffa und Tel- Awiw während des Krieges, und nach dem Kriege zeigte sich sein org.ini-atoi i-:. lies. Talent von neuem bei der Rückkehr in diese Ortschaften. Er errichtete ein „Mischpat haschalom h.iiwn" und wurde der Leiter. Für das Schulwesen war er dauernd interessiert. I f. a. gründete er die jeschiwat hamischtalmim, die Vorläuferin des' Misrachi-Lehrerseininars. In seinen hebräischen Schriften dokumentiert sich seine unendliche Liebe zum hebr.i^chnt Schrifttum und zur praktischen Arbeit an dein Aui bau von V.M. Israel, glühende Begeisterung für alles Wirken in der jüdischen Gemeinschaft in vorm luuster Art, ciiuSH von Optimismus und religiöser Lebensfreude. Er schreibt einen leichten hebräischen Stil, und wer ihn liest, lernt nicht nur ein gut Teil Zeitgeschichte, er lernt auch viel Hebräisch dabei. (In der ,,Jüd. Rundschau'1 sind die Lebcuserinncrungcn Mordechai ben Hilleis seinerzeit ausführlich gewürdigt worden. — Anni. d. Red.) Vielleicht wird der achtzigste Geburtstag ein Anlaß, seine Bücher besser zugänglich zu machen. Linen Glückwunsch dem „Isen g'wurot",° aut daß seine Hand noch lange star kblcibe! Prof, J. Eric d laender, Berlin Das Neueste in Kürze Das Problem von Aqaba Die nachstehende interessante Reminiszenz Reht uns von einem Manne zu, der ah deutscher Eisenbahn-Ingenieur selbst an dem Bau der Hedschasbahn im Jahre 1905 beteiligt war. (Red.) Zu dem in Nr. Q Ihrer Zeitung unter dieser Ueherschrift erschienenen Artikel dürfte von Interesse sein, daß dieses Problem heute nicht zum erstenmal in der Weltpoiitjk auftaucht, sondern schon vor über 30 Jahren fast zu einem ernsten Streit zwischen der damaligen Türkei und dem englischen Weltreich Anlaß gegeben hatte. Es war das Ende des Jahres l'Hö. Die Hedschasbahn war damals auf ihrer Hauptstrecke von Damaskus über Deraa nach Maan bereits in vollem Betrieb, jenseits Maan waren etwa 100 weitere Kilometer verlegt. Die Seitenlinie Deraa— Haifa war im September 19tt5 feierlieh eingeweiht worden. Nach dem Willen der Zentralleiftmg in Konstantinopel sollte nunmehr der Weherbau nach Süden mit aller Energie gefördert werden. Da traf eines Tages bei der noch in Deraa befindlichen Bauleitung aus; Kousiantinopel der Befehl ein, daß sofort die Vorarbeiten für eine Zweigbahn von Maan nach Aqaba ©der von einem anderen geeigneten IHinkt der Hauptstrecke aus in Angriif zu nehmen und mit groliter Beschleunigung durchzuführen .seien. Der Grund für diese unerwartete Anordnung war hauptsächlich in finanziellen Schwierig!.eiten zu „tu heu. Die Spenden der frommen .Moslem für den Bau der heiligen Balm, die einen erheblichen Teil des Baitkapifals ausmachten, begannen damals langsamer zu flieli-:i, und es war nicht sich'T, dal! die erheblichen Mittel aufgebracht Werden konnten, die für die Fertigstellung der immer noch SUl km langen 'Reststrecke, nur bis Mcdtna, mit ihren zahlreichen Kun-tbauten erforderlich waren. Daher wäre die Abkürzung der Ii,dm mit Aqaba als vorläufigem Endpunkt und mit anschließender Seefahrt nach dem arabischen Hafen Dj-,lda der ZeiuiatMiunsf im Augenblick sehr willkommen gewesen, Sic hatte sich dann rühmen können, ihr Ver-prcciicn, den Mekkapilgern die beschwerliche WüstenwarKlcrnng zu ersparen, < ingeliaiteii zu haben. Daneben fürchtete man auch den Widerstand der Araber gegen den Weiterbati »ler Bahn, die den ttiiM-ohen Einfluß in diesen von der damaligen I fauputadt weit entfernt gelegeneu und bis dahin nur unter greiiiett Mulis.deis zu erreichenden Provinzen zu starken versprai It. Die Vorarbeiten tur die neue Bahnlinie wurden sofort in Angriff genommen. Es würden aber bald Gerüchte laut, daß gegen den beabsichtigten Bahtibati Einspruch erheben worden sei, und zwar von ägyptischer Seite aus, mit der Behauptung, daß die ganze Sinai-Halbinsel seit jeher politisch zu Aegypten gebort habe, und daB Aqaba daher als ägyptischer Hafen anzusehen sei. Daß hinter diesen ägyptischen Ansprüchen kein anderer als England zu suchen war, war ohne weiter« einleuchtend, denn mit der Einbeziehung Aqabas in das dort unten entstehende Bahmietz wäre eine von den Türken kontrollierte, den Suezkanal umgehcrlde Bahnstrecke Haifa—Deraa—Maan—Aqaba entstanden, die den Engländern damals alles weniger als angenehm gewesen wäre. Die Türkei setzte sich mit der bei ihr gewohnten Anfangsenergie gegen die Widerstände, die sieh ihren Bahnbauplänen entgegenstellten, zur Wehr, um — wie damals üblich — nach kurzer Zeit in allen Punkten nachzugeben. Die Bauleitung erhielt den Auftrag, die Vorarbeiten einzustellen, und das „Problem von Aqaba" war damit bis auf weiteres gelöst, um jetzt — allerdings in wesentlich anderer Form — wieder aus der Versenkung aufzutauchen. P. Levy Salo B. Lcwcrtoff, bis 1933 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Neue Musik, Köln, und später in gleicher Eigenschaft beim Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr tätig, wurde von Professor Bronislaw Huberman zum Organisations-Dircktor der neu gegründeten Palcstine ürchestra Association ernannt. Durch eine Verordnung (Banking Ordinance) hat der High Commissioner die Ermächtigung erhalten, einen Kontrolleur zur Beaufsichtigung des palästinensischen Bankwesens einzusetzen. Das Colonial Office hat bereits F. G. Hör will von der Wcstminster Bank vorläufig mit den Funktionen des Aufsiclitskornmissars betraut. Horwiil ist schon in Palästina angekommen. Eine Regierungsverordnung hat die Schwerarbeit für Frauen und Kinder unter 16 Jahren verboten. Die palästinensische Regierung ist jetzt an den Bau einer neuen modernen Jordan-Brücke an der Stelle, an der sich bisher die hölzerne AIlcnby-Brücke befand, herangetreten, die Palästina mit Transjordanien verbindet. Die neue Brücke wird aus Beton gebaut werden und doppelt so breit sein, wie die bisherige. Die Arbeiten werden anderthalb Jahre dauern. (Palcor.) Wie die arabische Presse meldet, beabsichtigt die Regierung, die Beamten Hall, johnson, Trusted und Dawe zu Mitgliedern des Legislative Council zu ernennen. Die Agudath Israel erklärte in einem Manifest ihre volle Uebercinsthnmung mit der Jewish Ageucy in der Frage der Bodenverkaufs- und Einwanderungsbcschränkungen. Im Hinblick auf die geplante gesetzliche Einschränkung des freien Boden Verkaufs hat die Palästina- Regierung begonnen, genaue Erhebungen über den in arabischen und jüdischen Händen befindlichen Bodenbesitz durchzuführen. Die englische Regierung hat der transjordanischen Regierung einen Betrag von 5000 Pfund als Beihilfe für die Durchführung einer Reihe von Arbeiten zur Hebung der Landwirtschaft nach dem Plane, der vom Landwirtschafts-Departement der transjordanischen Regierung aufgestellt wurde, geschenkt. (Palcor.) Einen Anhaltspunkt für eine Schätzung des nach Palästina im Jahre 1035 eingeströmten Kapitals gibt der Jahresbericht des American Economic Cominittee. Danach haben im Laufe des vergangenen Jahres 2355 Kapitalisten das Informationsbüro des Komitees in Anspruch genommen. Die Mehrzahl der Interessenten stammt aus Deutsch- 1 a n d, die übrigen aus Polen, Oesterreich und den Vereinigten Staaten. Das Kapital, das die betreffenden Interessenten zur Verfügung hatten, betrug 4 343 310 Pfund. Beim Waad Leumi ist dieser Tage ein Zentralbüro für die Förderung des Absatzes einheimischer Produkte (Tozeret Haarcz) geschaffen worden. Dem Büro gehören an: Das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Dr. Fischel Rotteustreich, Elijahu Berligne vom Waad Leumi, David Remez von der Histadruth Haovvdim und M. Achtmann vom Industriellcnvcrband. Das Hauptbüro wurd seinen Sitz in Tel-Awiw haben, während in Jerusalem eine Zweigstelle errichtet wird. Wie die Indtistrial Financial Corporation (Leiter Emanuel Neuman) mitteilt, hat eine industrielle Gruppe in Aegypten Schuldscheine deröeneral Mortgage Bank ot Palest ine in Höhe von 50 000 Pfund angekauft. In Aegypten besteht lebhaftes Interesse für palästinensische Wertpapiere. Südlich von Tel-Awiw wird eine neue Arbeitervorstadt gebaut. 200 Häuser sind bereits in Angrift genommen. In Haifa wurde die Palcstine Plate Glass and Paint Works (Shepherd Tobias & C.) Ltd. gegründet. Das Programm der Gesellschaft sieht vor: Veredelung, Verarbeitung und Vertrieb von Flachglas aller Art. Als Spezialität Kristallspiegelglas, Farbgläser (Opalglas) usw. In einer besonderen Abteilung wird sich die Gesellschaft auch mit der Fabrikation bestimmter Farben beschäftigen. In der „Palcstine Gazette" wird mitgeteilt, daß im Verlaute des Monats Dezember 1935 205 Lizenzen an jüdische Aerzte erteilt worden sind. Rabbi Mcir Berlin, einer der Führer des Weltmisrachl, ist nach Amerika abgereist, um an einer Misrachi-Konferenz teilzunehmen. Henrietta Szold wurde bei ihrer Rückkehr aus Amerika in Haifa mit großen Ovationen empfangen. In ihrer Begleitung befanden sich vier zehnjährige Kinder aus Ben Schemen als Repräsentanten der palästinensischen Jugend. Es wird mitgeteilt, daß demnächst das H er zl- Archiv aus Wien nach Jerusalem überführt werden wird. Das Archiv wird in das Zenti alarchiv der Zionistischen Organisation in Jerusalem eingereiht werden. Wie uns mitgeteilt wird, ist ein in Palästina hergestellter F i 1 m „H ebräische Melodie" (nach einer Musik von Achron), dessen Bildaufnahme von Lcrski und dessen Vertonung von Petruschka stammt, soeben fertiggestellt worden. Der Film wurde in Jerusalem gedreht. Hauptdarsteller ist der Geiger Andreas Weiügerber. Landestagung des KKL Die Landestagung des KKL in Palästina fand am 24. und 25. Dezember in Tel-Awiw statt. Etwa 50 Delegierte aus allen Teilen des Landes waren vertreten und konnten den Dank der Vertreter des Hauptbüros für die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres entgegennehmen. Mit £P 34 000 Jahrcseinnahme 1034/35 ist der KKL Palästinas an die vierte Stelle der beitragenden Länder getreten. Unter den Delegierten waren leider nur drei frühere Mitarbeiter des KKL in Deutschland, was beweist, daß die Alijah aus Deutschland noch längst nicht in zureichendem Maße sich an der Arbeit beteiligt. Die erörterten Fragen scheinen die ewigen unlösbaren Fragen unseres Fonds zu sein, die wir auch in Deutschland so oft debattiert haben, ohne daß eine endgültige Lösung gefunden wird. Die Teilnahmslosigkeit führender Kreise fällt auf: bezahlte oder nichtbezahlte Arbeit war ebenfalls ein Gegenstand der Debatte. Man versuchte mit einer prinzipiellen Begründung dieser Frage beizukommen, die doch im Grunde eine rein praktische ist. Eine große Rolle spielte auch die in Palästina umstrittene Frage der Büchsenarbeit, insbesondere ob man sie zugunsten der Selbstbesteuerung zurückstellen soll. Jedenfalls fehlte es bisher fast gänzlich an einer Büchsenpflcge, besonders in den Kreisen der Olim aus Deutschland, für die gerade die blaue Büchse das Symbol des KKL ist. Die Tagung beschloß, mit einer Büchsenarbeit im großen Maßstabe zu beginnen und im Monat Nissan eine Büchsenaufstcllungsaktion durchzuführen. Dies wird insbesondere auch von Wichtigkeit für neuentstandene Siedlungsorte sein, die dadurch zum erstenmal erfaßt werden. In der für dieses Jahr aufgestellten 190 jüdische Siedlungspunkte umfassenden Kontingentsliste fehlt z. B. die Mittclstandssicdluüg Nahariah, was allerdings nicht erstaunlich ist, wenn man bedenkt, daß die Nachbarorte von Haifa nicht etwa von Haifa aus, sondern von Tel-Awiw aus bearbeitet werden. (Orte wie Nesher, Jagur, Kfar Ata in nächster Nähe von finita usw. gehören noch heute zur Zuständigkeit von Tel-Awiw!) Auf drr Sitzung wurde erwähnt, daß neue Olim sich häufig beim Hauptbüro darüber beschweren, daß sie nicht zur Arbeit herangezogen werden. Das Hauptbüro schlug der Sitzung vor, wo es erforderlich ist, landsmannschaftliche Kreise zu bilden und in diesen die alten Mitarbeiter des KKL tätig werden zu lassen. Leider ist es mit diesem Rat allein nicht getan, denn eine solche Arbeit muß vorn Hauptbüro oder von der Landessammelstelle organisiert werden, Dr. Albert B a e r, Haifa Sterbcfall. In Tel-Awiw starb Pitichas Feiner, ehemaliger Vorsitzender der Talmud Thora „Ez Chaim" in Berlin. Am Begräbnis nahmen neben Rabbi Amicl zahlreiche Bekannte des Verstorbenen aus Berlin teil. Bar Mizwah-Termine Am 8. Februar (15. Schwat): Gunter J o 11 e s, Sohn Ton Max Jol'.ra, Haifa. — Am 22. Februar (29. Schwat): EH Heer minn, Sohn von Arthur Ik ermann, Tel-Awiw, Ealfourstr. 29. Neue, Bücher KEREN KAJEMETH LEJ1SRAEL BERLIN WI5. POSTSCHECK BERLIN 28247 Wenn Ihr ins Land kommt.......60 Rpf. Da^aniah.................95 .. Die Bilu au/ dem Wege.........95 „ Die Bilu am Ziel............95 „ Dt« Sag« von Däb............30 . Hundert Bäume..........(..30 «. Kellt und Schwert............30 „ 7.u htnirhrn durch allt jüttiuhtn B»ir>iltanrfltmjrn otitr vom HECHALUZVERLAG. BERLIN W15 Aerztliche Lizenzen Die Hitachduth Olei Germania teilt mit: „Aus Aerzfekreisen ist bei uns angefragt worden, wie es sich mit der Aushändigung ärztlicher Lizenzen verhalte, wenn der Empfänger nach Beantragung der Lizenz Palästina auf längere Zeit verlassen hat. Wir machen die Interessenten aut folgende Regelung aufmerksam: Nach Bewilligung der Lizenz läßt das zuständige Department der Palästina-Regierung dem Antragsteller eine Aufforderung zukommen, die Lizenz binnen 60 Tagen abzuholen. Erfolgt die Abholung nicht durch den Antragsteller persönlich innerhalb der angegebenen Frist, so wird die Lizenz annulliert. Falls der Antragsteller nicht innerhalb dieser Frist wieder nach Palästina einreist, so ist ihm zu raten, sich schriftlich vom Auslände aus an das zuständige Department ot Health zu wenden. In diesem Schreiben, das in einer der Landessprachen abgefaßt sein muß, ist anzugeben, daß der Betreffende sich zur Zeit im Auslande befindet und in einem späteren, möglichst genau zu bezeichnenden Zeitpunkt nach Palästina zurückkehren werde. Sodann soll in dem Schreiben die Bitte ausgesprochen werden, daß die Lizenz nicht annulliert, sondern bis zu dem bezeichneten Zeitpunkt für ihn aufbewahrt werde. Dieser Bitte wird im allgemeinen entsprochen werden. Sollte der Antrag abgelehnt werden, so müsse nach erfolgter Wiedereinreise nach Palästina die Lizenz erneut beantragt werden. Die Erteilung der Lizenz wird erfolgen, wenn der Antragsteller erstmalig vor dem 1. Dezember 1935 nach Palästina eingewandert ist." Ein jüdisch - arabischer Friedensschluß Jerusalem. (Palcor.) Ende April 1035 überfielen arabische Hirten aus einem Dorfe in der Nähe von Tul-Karem einige Mitglieder der Arbeitersiedlungen in „E n W a r d" und „Kfar H e ß" im Scharon. Einer der Überfallenen Juden wurde dabei ernstlich verletzt. Die arabischen Täter wurden verhaftet, und vor einigen Tagen fand der Prozeß gegen sie vor dem britischen Richter in Sichern statt. Eine Woche vor dem Prozeß wandten sich die Scheichs des arabischen Dorfes, aus dem die Täter stammen, an die Vertreter der Arbeitersiedlungen und machten den Vorschlag, zwischen dem arabischen Dorfe und den jüdischen Siedlungen Frieden zu schließen. Als Ergebnis der Verhandlungen zahlte das arabische Dort an die Geschädigten eine Gcldcntschädi- Rung, und die Scheichs unterzeichneten eine Verpflichtung, fortan in Frieden mit ihren jüdischen Nachbarn zu leben. Nach diesem Friedensschluß wurden die Mitglieder der jüdischen Siedlungen in das arabische Dorf zur Feier des Friedensschlusses geladen. Vor Beginn des Prozesses erschienen die Vertreter des arabischen Dorfes sowie der geschädigte Jude vor Gericht und machten von dem zwischen ihnen geschlossenen Frieden Mitteilung. Bei der Fällung des Urteils erklärte der Richter, daß er eigentlich die Angeklagten hätte streng bestrafen und zu einigen Jahren Gefängnis verurteilen müssen. Da er jedoch den geschlossenen Frieden berücksichtige, ermäßige er die Strafe und verurteile einen der Angeklagten statt zu drei Jahren Gefängnis nur zu einem Jahr, den zweiten Angeklagten zu drei Monaten. Die Araber der Umgegend, die im Gericht anwesend waren, drückten ihre tiefe Zufriedenheit mit dem Urteil und dem Friedensschluß aus. Musik In Haifa. Die „Haifa O r c h e s t r a Society" gab unter ihrem Leiter und Dirigenten Edgar Behrendt am 25. Januar ihr erstes Konzert vor einer breiteren Oeffcntlichkcit. Es war ein voller Erfolg, besonders im Hinblick darauf, daß alle 42 Mitwirkenden Dilettanten sind. In mehr als U/ijähriger, mühevoller Arbeit, bei Mangel an Instrumenten und Uebungsräumen, hat Behrendt, unterstützt von einer kleinen Gruppe spielender Mitglieder, es fertig gebracht, einen Klangkörper aufzubauen, der schon heute auch kritische Hörer befriedigen kann. Dr. W. Krämer, Haifa (Schluß des Palästina-Teils) i^MB^,»JS^J^vt^f- ■