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Jüdische Rundschau · 1936-02-11 · Heft 12 (11.2.1936) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 12 (11.2.1936)
Date
1936-02-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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- «—*w— W«.----fcrtfcl Nr. 12, 11.11.1936 n Judenreferat in der „Historischen Zeitschrift" . In..d" "™esfCT Nummer der „Historischen Zeit- 153> Hcft 2> »st zum ersten Mal das von Dr. Wilhelm Grau geleitete „Referat zur Geschichte der Judenfrage" erschienen, in dem fortlaufend über wissenschaftliche Erscheinungen berichtet werden soli. In seiner Einleitung kennzeichnet Grau den Zweck des Referats mit den Worten: ..... erkennend die Wahrheit erkämpfen JODISCHE RUNDSCHAU Seite 5 3 . . - - v.»vii..uiu vtiv v* tun muh ni\aiii am FlT!lK<i' .und seelische Kräfte entbinden, die der Wahrheit Folge leisten." Grau betrachtet dieses erste Mal einige Erscheinungen m der jüdischen Literatur; wir geben aus seiner Darstellung einige Auszüge wieder, weil die Betrachtungsweise, gegen die wir vom jüdischen Standpunkt so manches einzuwenden hätten, auch für uns von Interesse ist. Um den jüdischen Anteil am Bolschewismus Grau bespricht zunächst das (auch in der „J. R." kürzlich angezeigte) Buch von Abraham Heiler „Die Lage der Juden in Rußland" und meint, „es gelingt dem Verfasser nicht, eine spezifisch antibolschewistische Position der jüdischen Bevölkerung aufzuzeigen. . . Ebensowenig kann man von einer spezifisch antiiudischen Haltung des Bolschewismus sprechen. Die Juden haben in Rußland das Recht auf eigene Schulen, Räte, Gerichte und administrative Autonomie in den Gebieten, in denen sie die Mehrheit bilden. Sie haben die Umgangssprache der Mehrheit der jüdischen Bevölkerung, das „Jiddisch", staatlich anerkannt erhalten. Das Judentum ist nicht nur durch einzelne, sehr bedeutsame Führer mit der bolschewistischen Revolution und dem bestehenden Sowjet- Staat verbunden, sondern ist auch soziologisch an der kommunistischen Herrschaft in außerordentlicher Weise beteiligt... Gewiß. Bolschewismus ist nicht gleichbedeutend mit Judentum und Judentum ist nicht gleichbedeutend mit Bolschewismus. Nicht jeder Bolschewist ist ein Jude und nicht jeder Jude ist ein Bolschewist. Die geistige Verwandtschaft zwischen den beiden Mächten aber ist offenkundig, die moralische, politische und soziologische Beteiligung; der Juden am Bolschewismus ist unbestreitbar, und sie ist nur der offene Ausdruck jener geistigen und seelischen Gemeinsamkeit. . . Ein Historiker, der es mit der Wahrheit halten will, kann nicht einseitig das jüdische Leid schildern. Ein viel gewaltigerer und tieferer Strom von Blut, als alle Juden, die Heller sorgsam errechnet, vergossen haben. . . hat seinen Quellspning im tierhaften Mordbefeh! auch bolschewistischer Juden." Zur jüdischen Geschichte in Deutschland Grau wendet sich dann einer Besprechimg von Ismar E I b o - gens „Geschichte der Juden in Deutschland" zu und schreibt u, a.: „Elbogens Darstellung läuft wie ein trübes Gerinnsel in weitem Bogen um jedes wirklich große Problem, das in seinem geschichtlichen Stoff sich findet. Ihm fehlt in erschreckendem Maße auch „die LJbiquität des Blickes", und so sinkt sein jüdischer Standpunkt in die Niederungen nackter Tendenz: Wer dem Juden was Gutes getan, wird gelobt, wer sich gegen den Juden gestellt hat, wird je nach dem Grad der Judengegnerschaft geschmäht. Die Motive dieser Gegnerschaft bleiben unbeachtet oder werden grob verzerrt. Die Juden sind reine Unschuldslämmer, Helden und Märtyrer, die Antisemiten überall die Schuldigen, die Verbrecher, die Rachsüchtigen, die Neider, die Reaktionäre und die Idioten. Bei solch übler Schwarzweißmalerei erübrigt sich wirklich ein Eingehen auf Einzelheiten. . . Wenn schon Elbogen während seiner jahrzehntelangen Beschäftigungen mit jüdischer Geschichte nie auf den Gedanken gekommen ist, daß in dem Zusammenleben des Juden mit den abendländischen Völkern tatsächlich etwas Fragwürdiges liegt, so möchten wir doch meinen, sollte ihn als Jude die große Konzqrtion Theodor Herzls und die zionistische Bewegung wenigstens dahingehend angesprochen haben, daß auch jüdischerseits das Leben des Juden unter fremden Völkern als etwas Unbefriedigendes und im letzten Unmögliches empfunden worden ist." Die Objektivität judischer Wissenschaft Die Besprechung des Aufsatzes von Siegfried U c k o „Geisteswissenschaftliche Grundlagen der Wissenschaft des Judentums" (Ztschr. f. Gesch. d. Juden in Deutsch!.; V, 1) und des Aufsatzes von Luitpold Wallach „Leopold Zunz als Historiker" (im gleichen Jahrgang der gleichen Zeitschrift) veranlaßt Grau zu einer Darlegung seines Standpunktes über den Wert jüdischer Wissenschaft. Er meint, aus beiden Aufsätzen gehe die „weltanschauliche Bedingtheit der jüdischen Wissenschaft" hervor. „Zwei große Voraussetzungen' bestimmen also die jüdische Wissenschaft a priori: die eine ist das Jude-Sein, die jüdische Suhstan« zialität des wissenschaftlich tätigen Menschen, die andere ist die bewußte Ausrichtung a u t jüdische Zwecke, seien dies pädagogische, für die jüdische Gemeinde oder politische in engerem und weitcrem Sinne. Jeder historischen Darstellung eines Juden kann man die Judäozentrische' Blickrichtung des Verfassers nachweisen. . . Da man sich in jüdischen Kreisen der weltanschaulichen Bedingtheit jüdischer Wissenschaft wohl bewußt ist . . . so bekommt die jüdische Appellation an den schwebenden Geist der ,Objekhvität' angesichts deutscher Werke einen rein politischen Charakter. Um die eigene judäozentrische Haltung zu verschleiern und zu verbergen, redet man so, als ob die jüdische Wissenschaft ,ohjekti-c% .voraussetzungslose' Wissenschaftsp*Iegc treiben würde, die deutsche Geschichtsschreibung aber .subjektive' und .voraussetzungsvolle'." _ „ReichsausschuO zum Schutze des deutschen Blutes" Das Reichsministcrialblatt für die Innere Verwaltung veröffentlicht eine Verordnungdes Reichs - und preußischen Ministers des Innern, derzufolge der Reichsausschuß für Ehegenehmigungen beim Reichsministerium des Innern gebildet worden ist. Er hat den Namen Reichsausschuß zum Schutze des deutschen Blutes erhalten. Diesem Reichsausschuß sind alle Antrüge von Staatsangehörigen jüdischen Mischlingen mit zwei voll jüdischen Großeltern auf Genehmigung der Eheschließung mit Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes oder mit Staatsangehörigen judischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen üroßeltcmteil haben, vorzulegen. Die Anträge sind schriftlich bei der für den Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt des Antragstellers zuständigen höheren Verwaltungsbehörde zu stellen. Februar: Zweite Büchsenleerung und Büchsen - Auf stellungs-Aktion KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin W15, Melnekestraße 10. Postscheck: Berlin 28247 Der Golem-Film in Frankreich Von unserem Berichterstatter Paris, 7. Februar Die französische Version des G o 1 e m - F i 1 m s, der von dem Regisseur D u v i v i e r in Prag gedreht worden ist (siehe unseren Bericht hierüber in Nr. 9t des Jahrgangs 1935, Red.), ist jetzt in einem der neuesten und schönsten Pariser Theater der Champs Elysees zur Uraufführung gekommen. An der Volkslcgende des Prager Ghettos hat Duvivier nicht das mystische Problem der Schaffung des Homunculus angezogen; er hat nicht — wie andere Künstler, die vor ihm die Gestalt des Golem gereizt hat — das Problem des „Automaten", der ein fühlender Mensch werden möchte und daran zerbricht, darstellen wollen. Für Duvivier ist der Golem die mystische Verkörperung des Freiheits willens eines bedrückten Volkes. Der Golem ist von seinem Schöpfer Rabbi Loew begraben worden, um als Schützer seines Volkes in der Stunde der tiefsten Not aufzuerstehen. Im Dachgeschoß der Altneusynagoge in Prag harrt der Golem der Stunde seiner Erweckimg durch Rabbi Jacob, dem sein Lehrer Rabbi Loew das heilige Vermächtnis übertragen hat. Wieder ist eine Zeit tiefer jüdischer Not. Die Pest herrscht in Prag und der Kaiser Rudolf, der von seinen Alchimisten, seinen Narren und seinen Löwen umgeben in der kaiserlichen Burg lebt, wird von seinem Kanzler, dem jüdischen Renegaten Lang, gegen die Juden gelenkt. Von Todesahnungen und unheilvollen Prophezeiungen gepeinigt, will der Kaiser den Golem zerstören und versucht, von Rabbi Jacob durch Folterung das geheimnisvolle Zauberwort zu erpressen. Der von der Geliebten des Kaisers, der Gräfin Strada, geraubte Golem wird von der Polizei des Kanzlers Lang gefunden und soll vernichtet werden. Die Judenverfolgungen nehmen weiter zu. Ein großes Autodafe der Häupter der jüdischen Gemeinde soll die Vernichtung des Golem begleiten. Da, in der Stunde der höchsten Not, schreibt Rachel, das Weib Rabbi lacobs, die nach einem Attentat auf den Kanzler Lang eingekerkert worden ist, auf die Stirn des Golem die geheimnisvollen Zeichen. Der Golem erhebt sich, er zerbricht die Mauern der Kerker, vertreibt die Schergen, die die Juden zum Richtplatz führen, er dringt in das kaiserliche Schloß ein und straft den Verräter Lang. Mit ihm erhebt sich das von den Herren gepeinigte Volk. Aber das Wüten des Golem kennt keine Schranken mehr. Seine grenzenlose Kraft bedroht schließlich selbst die Unterdrückten, denen zu helfen er ans seinem Grabe erstiegen ist. Da gebietet Rabbi Jacob Einhalt, und mit einer Handbewegung verwandelt er das Wort des Lebens in das Wort des Todes. Der Golem, aus Staub geformt, zerfällt in Staub. Duvivier hat sicherlich einen guten historischen Film geschaffen. Mit einem großen Aufwand an Menschen und Material läßt er das Bild des mittelalterlichen Prag erstehen. Die Massen werden von der Hand eines geschickten Regisseurs gelenkt. Die Darstellung der Leiden der Pest, der Verfolgungen, die grausamen Folterungen greifen an die Nerven des Zuschauers. Der Gegensatz zwischen der brutalen Pracht des Kaiserlichen Hofes und dem Elend der verachteten luden, die trotzdem, tief im Geiste ihres mcssianischen Glaubens lebend, ihren Verfolgern stand halten, ist gut herausgearbeitet. Die Darstellung wird überschattet von der großen Leistung des jüdisch-französischen Schauspielers Harry Baur als halbwahnsinniger Kaiser Rudolf. Die Neigung zur Exzenfrik, die oft die schauspielerischen Leistungen dieses großen Künstlers trübt, ist hier durch den Regisseur bis auf wenige Momente eingedämmt worden. Das Zwiegespräch des Kaisers mit dem stummen Golem, seine Beschwörung des gefolterten Rabbi Jacob haben eine mitreißende Gewalt. Alle anderen Darsteller treten weit hinter Harry Baur zurück. Vor allem ist es seinem Gegenspieler, dem Rabbi Jacob von Charles Dorat nicht gelungen, die innere Flamme des gottbegeisterten Rabbi glaubhaft zu machen. Dagegen hat das stumme Spiel Ferdinand Harts als Golem eine übermenschliche Wucht. Die Darstellung des Kanzlers Lang durch Roger Karl geht an der inneren Tragik der Gestalt des jüdischen Renegaten vorüber. Von den Frauen ragt die Darstellerin der Rachel hervor. Trotz der Vorzüge des Duvivierschen Golem-Films, die ihn sicherlich zu einem Pubüktnmerfolg mrt-hen werden, kann er aber sowohl vom künstlerischen wie vom jüdischen Standpunkt nicht voll befriedigen. Trotz al'er historischen Anpassung, trotz allen Aufwandes an Miltein, trotz eines bedeutenden Darstellers in der Hauptrolle ist es Duvivier nicht gelungen, dem geistigen Gehalt der wundervollen Golem Legende eine gleichwertige bddhaffe Prägung zu geben. An Stelle des klaren Aufbaus der legende zeigt <h?r Film ein Nebeneinander von sich kreuzenden Motiven; der in der Golem-Sage hinreißende Rhythmus der Handlung wird oft durch Bilder unterbrochen, die nur die Freude des Regisseurs am Spiel der Massen zeigen. Die religiöse Inbrunst der Prager Juden, die Innigkeit ihres Ootte< lienstes gleitet im I hivivicrsehen Film oft ins Opernhafte ab. Duvivier hat es nicht verstanden, jene Atmosphäre zu scha'fcn. aus der a'Iein die Gestalt des Golem geboren werden konnte. Seine Gestalton bleiben zu realistisch, seine Massenszenen zu sehr Schauspiel. In der französischen Fassung ist außerdem die nationale französische Sprache dem Entstehen der Atmosphäre der Golem-Legende hinderlich. Prozeß gegen Palästinaeinwanderer-Schmuggler Abraham Sfavsky nnter den Angeklagten Warschau, 7. Februar. (JTA.) In Lodz wurde ein Prozeß gegen eine Reihe von Personen eröffnet, die beschuldigt sind einen systematischen Schmuggel illegaler Einwanderer nach Palästina organisiert und daraus auf unredliche Weise Nutzen gezogen m haben. Die Angeklagten sind zum größten Teil Revisionisten, unter ihnen befindet sich auch der aus dem Arlosoroff-Prozeß bekannte Abraham S t a v s k y. In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, sie hätten von über 40 Juden größere Geldsummen unter dem Versprechen entgegengenommen, die Betreffenden nach Palästina zu bringen. Die Auswanderer wurden zunächst nach dem polnischen Hafen Gdingen und dann auf das kleine Motorschiff „Wanda" gebracht. Nach dreitägigem Manövrieren in den Küsiengewässeru kehrte das für eine längere Seereise ungeeignete Schiff jedoch nach Gdingen zurück. Das jüdische Werkdorf im Wiering-ermeer (Von unserem Berichterstatter) Den Haag, im Januar 1936 Als das Jüdische Werkdorf im Oktober 1031 eingeweiht wurde, standen dort vier oder fünf Baracken. Jetzt stehen dort 16, und es wird eifrig an einem Gemeinschaftshaus aus Stein gebaut, das einen Ellsaal, einen Erholungsraum, Kursusräume und Vorratsräume enthalten soll. In der Kolonie arbeiten jetzt etwa 150 junge Leute, darunter 30 Mädchen. Diese Zahl hat sich sowohl unter dem Gesichtspunkt der rentablen Wirtschaft als auch dem der besten pädagogischen Wirkung als günstig erwiesen. 70 ha Land werden für den Ackerbau, 50 ha als Weideland, 4 ha für Gartenbau benutzt. Man hat dort 26 Melkkühe, 8 Pferde und 60 Schafe. Die Erzeugnisse reichen zur Ernährung der Kolonie aus. Auf den Markt wird mit Rücksicht auf die Vereinbarungen mit der Regierung nichts gebracht. Die Resultate der Hühnerzucht und der Bienenzucht, die dort zuerst im Wieringc-rmeerpolder betrieben wurden, sind befriedigend. Auch Versuche mit Tulpenbau werden unternommen. In der Kolonie wird 50 Menschen Gelegenheit zur praktischen und theoretischen Erlernung von Landbau und Viehzucht unter Leitung eines früheren Lehrers einer der Reichsgartenbauschulen .gegeben. 20 andere werden besonders für Gartenbau, Hühner- und Bienenzucht ausgebildet. Die Mädchen erlernen alles, was für Haus-, Garten- und Milchwirtschaft notwendig ist. Eine maschinelle Möbeltischlerei und eine Schmiede dictum der Ausbildung von je 15 Lehrlingen. Der Bau des Gemcinschaftshauses gibt Gelegenheit zur Ausv bildung von je 15 Lehrlingen und zur Ausbildung im Baufach. Von den in der Kolonie ausgebildeten sind Ende 1935 41 junge Menschen ausgewandert, davon 30 nach Palästina, 7 nach Argentinien und 4 nach Südafrika und in andere Länder. Demnächst werden weitere 11 nach Palästina und 13 nach Südamerika und in andere Länder gehen. Die Zahl der Anfragen übersteigt bei weitem die Zahl der frei gewordenen Plätze. Der geistige Umsch alt ungsprozeß ist manchen der Schüler, die Akademiker waren, im Beginn sehr schwer gefallen. Doch waren die Schwierigkeiten weniger groß, als man erwartet hatte. Vor alleim diejenigen, die noch nicht 25 Jahre alt waren, konnten sich gut anpassen. Leichter wird der geistige Umsteihmgsprozeß naturgemäß bei den Chaluzim, die sich für Palästina vorbereiten, denn sie haben ja das Gefühl, am Aufbau einer neuen Gemeinschaft mitzuarbeiten und finden damit leichter die Svnthese zwischen der körperlichen Arbeit und ihren geistigen Bedürfnissen. So finden denn nach Ende des Arbeitstages Kurse in Hebräisch und Englisch, in jüdischer Geschichte, Literatur und Psychologie statt. Schwieriger ist es schon für diejenigen, die in andere Länder gehen. Sie wissen sich abgeschnitten vom deutschen Kulturleben, ohne daß sie ein gleichwertiges geistiges Leben im neuen Land erwarten können. R. L. Die neue „AttiaU* ist tAuUwnml Bestes Informationsblatt über Palästina und praktischer Ratgeber iür Einwanderer Preis RM 1.35 IN ALLER KÜRZE Louis I ipsky reist am 14. 2. von Amerika nach Europa ab. Er wird in London mit Dr. Weizmann zusammentreffen, um die Fragen, die durch die Samuel-Delegation entstanden sind, zu erörtern. Sir Herbert Samuel sprach in New York vor den Freimden der Hebräischen Universität und forderte die amerikanischen Juden auf, die Universität zu unterstützen. Wie die „Rheinische Landeszeitung" meldet, sind dieser Tage in den städtischen Schwimm - und Badeanstalten Düsseldorfs folgende Schilder zum Aushang gekommen: „Um Schwierigkeiten vorzubeugen, wird den Juden der Zutritt zu den städtischen Sehwimm- und Badeanstalten mit sofortiger Wirkung verboten. Der Oberbürgermeister." Die Zigarren- und Stumpenfabrik G ü n t. b arger u. Co. in Em in e n d i n g e n ging durch Verkauf an die Stumpenfabrik Burger u. Sohn in Snaichingen über. Das Antiquariat Jacques Rosenthal in München ist in arische Hände übergegangen. Der Kunstsalon J. Littauer am Odeonsplatz in München ist in arische Hände übergegangen. Wie die „National-Zeitung" in Essen meldet, haben die Bremer Zigarrenfabriken vorm. Bierman.i pt Schörling-Premen die jüdische Zigarrenfabrik Kahn tv Eschellmann in Mannheim erworben. In den „Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft Wie n" (Bd. 65, 1 feit 5/ö) findet sich eine anthropologische Idntersuehung von Rosa Koller: „Ein Beitrag zur Schädelkundc der Juden" auf Grund von 18 Schädeln im Wietier Naturhistorischen Museum. Die 12. Große Strafkammer des Berliner Landgericht! verurteilte einen 27jährigen Juden aus Spandau wegen Vergehens gegen das Nürnberger Rasseschutzgcsetz zu einem Jahr Gefängnis. Der Angeklagte hat noch nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes rasseschänderischc Beziehungen zu einem arischen Mädchen unterhalten. Die beiden repräsentativen Organisationen der rumänischen Judenheit, Union rumänischer Juden (UER) und Jüdische leichspartei haben einen Zentralrat der Juden geschaffen. Die Leitung des Rates wird einem Präsidialkomitee übergeben, das sich aus Dr. Theodor Fischer und Dr. W. F i I d e r in a n als den Präsidenten der beiden Organisationen und dem Vertreter des mosaischen Kultus im Senat, Dr. I. Niemiro wer, als Berater in religiösen Fragen zusammensetzt. Dieses Komitee hat Dr. Filderman zum Geschäftsführenden Präsidenten bestellt. Einweisung in judische Privatkliniken. In der letzten Nummer des „Aerzteblatts für Berlin" findet sich tolgende Mitteilung des Bundes Deutscher Acrzte Berlins: „Nach der Anordnung des Amtsleiters vom 14. Dezember 1935 in Heft Nr. 50 des „Aerzteblatts für Berlin" ist es natürlich undenkbar, daß deutsche Aerzte ihre Patienten in jüdische Privatkliniken einweisen. Ich bitte dringend, dies zu beachten und bin der Ueberzeugung, daß dieser Hinweis genügen wird, um unangenehme Folgerungen zu vermeiden." Alexander Klpnl» gibt In Brünn am 19. Februar, 20 Uhr, im Stadionsaal einen Lieder- und Arienabend. Palästina-Reise des K. J. V. Das K. J.V. veranstaltet eine Palästina-Informationsreise. Nähere Auskünfte erteilt das K.J, V„ Berlin, Bleibtreustr. 50, C 1, 4736. m

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