Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 11 (7.2.1936)
- Date
- 1936-02-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- -.I-r'-S.-ew JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. H, 7. FEBRUAR 1736 B E RLINER RU NDSCH AU i Jüdische Jugendbühne Ein verheißungsvoller Anfang „Mit Unterstützung des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde und der Schulverwaltitng der Jüdischen Gemeinde ist eine Jüdische Jugeridbühne gegründet worden, die für die jüdische Jugend wertvolle Werke der Weltliteratur, insbesondere der jüdischen Literatur, zur Aufführung bringen soll. Zugleich soll für eine Reihe jüdischer Darsteller ein neues Arbeitsfeld geschaffen werden." So lautete die Einladung der Jugendbühne zur Generalprobe ihres ersten Stückes „Der eingebildete Kranke" von Moliere. Man durfte mit Recht skeptisch sein. Im Laufe der letzten Jahre haben wir viele Schauspielerensembles sich zusammentun sehen, deren Aufführungen dann mehr als dilettantisch waren. Es gab keinen unter den Zuschauern bei dieser Generalprobe, der nicht ehrlich bekennen mußte, angenehm überrascht worden zu sein. Was wir zu sehen bekamen, war wirklich anständiges, handfestes Theater. Primitivste Mittel, eine Bühne (in der Aula der Schule Gr. Hamburger Straße), auf der sicli die Schauspieler kaum bewegen können, sparsamste Dekoration: kurz ein Theater mit allen Attributen unserer Armut. Aber siegreich triumphierte über diese äußere Dürftigkeit die S p i e 1 f r e u d e und der Wagemut durchweg guter Schauspieler, die sich mit wahrer Leidenschaft in ihre Aufgabe stürzten und — das bewies ihnen der herzliche Beifall — sie zu allgemeiner Zufriedenheit lösten. Der eingebildete Kranke Argan fand in Fritz Ritter eine so ausgezeichnete Personifizierung, daß man wünschte, ihn öfter und in größeren Rollen zu sehen. Aus dem Ensemble hob sich vor allem die kecke Toinette in der Darstellung von Erna Cohn heraus, die zu dem glücklichen Ausgang des Stückes ja Entscheidendes mit beiträgt. Zu nennen ist ferner die diabolisch-zärtliche Ehefrau Rose Liechtensteins sowie die anmutige Franziska Okmiansky, die die Tochter Angelique reizend verkörperte. Die übrigen Darsteller, die nicht minder zum Gelingen des Ganzen beitrugen, mögen sich mit einem Gesamtlob begnügen: Ellen Potoiowskv, Simon Sainski. Klaus Brill, Georg Jacobsohn, Werner IT inzclmann, Herbert Mcverowitz, Herbert H a s k e I, Heinz Kahnemann. Ernst Rosen bäum hatte tüchtige Regiearbeit geleistet und dafür gesorgt, daß die Stimmung während des ganzen Abends nicht von der Bühne wich. Und nun das Wesentliche: Das Publikum, Arbeit galt, war in der Generalprobe jeder fühlte, daß diese Darstellung auf die Jugend machen wird, die nicht aus dem Lachen herauskommen . __ _____...... Vf<M ohne Einschränkung sagen, daß diese Jugendbühne gefördert zu werden verdient, weil sie zweifellos einem bestehenden Bedürfnis entspricht, dem der Kulturbund von sich aus nicht abhelfen kann. Offen freilich bleibt die schwierigste Frage: wie steht es mit dem jüdischen Gehalt dieser Bühne? Hier tauchen die Fragen des Kulturbundes in potenzierter Form aut. Hier werden noch ernsthafte Ueberlegungen angestellt werden müssen, um diesem Problem gerecht zu werden. _ Dr. N. Mit dem Wesen jüdischer Musik setzte sich Arno Nadel in einem Vortrage in der Lehrstätte Bialik der Berliner Zionistischen Vereinigung im BZV.-Heim, Kantstr. 54, auseinander. Seine Feststellungen ergaben, daß als jüdische Musik nur die kultische anzusehen sei, allerdings nicht oder nur zum geringsten Teil die in der heutigen Liturgie verwandte, sondern die seit Jahrhunderten überlieferte, deren wesensbestimmende Merkmale er sorgfältig differenzierte, und daß ferner die ersten Anfänge der individualistisch betonten jüdischen Musik in der Neuzeit sich vor allem an die Namen Engel, Krein und Bloch knüpfen lassen. Fesselnd war die Wiedergabe einiger überlieferter Melodien. Die Zuhörer standen unter dem Eindruck seiner Persönlichkeit. Ba. Kunstausstellung dem diese nicht vertreten. Aber ungeheuren Eindruck die ganze Zeit über wird. Man kann also Die zweite Ausstellung des Sekretariats für bildende Kunst im Klubheim Marburger Straße 5 zeigt diesmal drei Kollektivausstellungen. Zwei junge Künstler: den Maler Ludwig Schwerin mit Gemälden, Graphik und Zeichnungen, die junge Bildhauerin Viola Böhm mit einer Anzahl neuer Porträtköpfc und Plastiken, und Gemälde und Zeichnungen von Adele Reiffenberg-Rosenbaurn. Frau Reiffenberg-Rosenbaurn gibt in der Auswahl ihrer Gemälde, Pastelle und Zeichnungen eine Art Ueb erschau über ihr bisheriges Schaffen. Ein Gemälde in größerem Format, ein Mädchenporträt aus dem Rhonetal, hat sie noch als Corinthschülcrin gemalt, aber gar nicht in der Art von Corinth, sondern eher an Münchs Art erinnernd, sowohl in der kühlen hellen Farbe wie in der klaren Anlage. Ein anderes Gemälde, eine Gärtnerei, ist ebenfalls sehr aufschlußreich durch die Harmonie seiner Farben. Im Hintergrund das hellrote Dach des Hauses, davor in parallelen Reihen die Pflanzungen, das Ganze von dichtem Laub der Bäume überdacht rnii Intensität der ürünfarben und b'augrünen Farben und durch den Scharten der Bäume überhaupt in gedämpter Farbigkeit. Von hier führt der Weg zu der schönen kultivierten Parklandschaft aus Florenz und der meisterhaften Landschaft aus Chiusa, eine Reihe farbiger Häuser, rosa, hellblau, bräunlich und weiß, durch eine Mauer getrennt vom grünweißen Glttschcrfluß. Einige andere Pastelle von der böhmischbayerischen Grenze sind gleichfalls erwähnenswert: die trübe einem Waldtal und eine der ostjüdischen Städtl- Cohn möge noch genannt mit „Maiglöckchen" und eins mit Aepfeln zeitgenössischer Malerei. Stadtbilder aus Westen verdienen ebenfalls erwähnt zu A'i In 1.1. ,1 Schwerin und Li: knienden Mädeher torso, sh: /in" vmi Ludwig /uto*: Abraham mit dessen ."sl die Auf- Mädchenbildnis von Adele Reifferl berg-Rosenbaum Stimmung eines Wintertags in Dorfstraße ganz in der Art bilder. Das Pastell von Emil B. sein. Auch Stilleben sind Stücke guter dem alten Berliner werden. Ludwig Schwerin, weiten Kreisen nur als Zeichner bekannt, ist auch als Maler beachtenswert. Die Ausstellung im Klubheim zeigt ihn als Landschafter von beinah besinnlicher Art. Seine Aquarelle und Federzeichnungen aus Bornh o I m zeigen ihn als heimlichen Dichter. Die Brücke mit dem blauen Geländerschatten, die Felder am Meer, das Meer selbst schwer und dunkelblau, die rosa Stoppeln auf dem Feld, das weiße Licht auf den Getreidehaufen, und ebenso ein Pastell: „Weg in den Abendhimmel", der hineingeht in braungoldnen Abend — all das zeigt, daß die Ursache zum Malen, das Malerische hier in einem dichterisch beschwingten Gefühl zu suchen ist. Das Wesentliche der Kunst von Ludwig Schwerin scheint durch sein Temperament bestimmt, er ist ein Illustrator von dichterischer Beschwingtheit. Eine Radierung von lQ'2b zeigt Absalom auf durchgehendem Pferd vom Baume festgehalten. Ein Holzschnitt im mittelgroßen Format aus der Reihe: „Die Propheten Israels" zeigt den Propheten Jecheskiel, umgeben von klagenden Frauen und Männern, die — mit ihren Aposfelköpfen — nicht gerade originell sind. Sehr gut ist eine Szene aus der Habimah in einem Holzschnitt festgehalten: der zornige Amnion und die kniende Tamar. Die schönen Holzschnitte zum Buch Ruth, in idvlli-______. scher Manier, aber UKKKKBKSBBHF ^KttLk. schön in der Bewe- ■^-»^-^■»»•SSSSm»- 3^^^mm~°i gung der ährenlesendeti Ruth, sind ebenfalls ausgestellt, und diesmal auch die besten Szenen aus den Federzeichnungen zum Buche Jon a: die genialen Fischergesichter der Besatzung des Schiffes und das Geheul der dürstenden und fastenden "1 iere, überaus grrtesk, .ibei humorvoll und muhelos hinfabuliert! i i. :e gehören überhaupt zu seinen Liebhng.^cM.;]- ten. Die junge begabte Bildhauerin V nla Luit m fiel gleichfalls zuerst in der Kulturbundausstelhing auf. Wieder sieht man den schönen schönen Linien und reiner I-'ormsicherheit merksamkeit auf ihre Arbeiten lenkte. In vier gi">i-,!w,i!tic;ui Ausstellung zeigt sie außerordentlich gute l'orträtköpfe. Das Porträt eines jungen Mannes trägt die Be/e.chnuiig „C h a - w e r" — kein typischer Kopf, aber ein frischer junger Mensch mit geradem Blick und einem eneri;iM'hcn Zug um den Mund. Nicht ganz ähnlich, aber doch erkennbar ist das Portrat von Dr. Traub; sehr gut im Aiiso'uick der Portratkopf des Maiers A v r a c h, ein hoher breiter Kopi, die austli eck -,ä 'i;.,en (ieskhts- ...------ zuLje bchuUam nach- . - gctaltet. Ausgezeichnet gelungen ist der P o r t r;'i t k o p t der begabten jungen Puppenkünstlerin Edith Samuel mit den Haarschnecken und der langen Nase, dem etwas hängenden Kopf, immer auf der Suche____ Sehr gut ist eine neue Plastik, eine „Frau aus Ci i a r r e" genannt. Diese Frau mit einem langen Tuch ist so edel und stolz in ihrer Haltung, daß man sie zuerst „Beduinenfrau" nennen will. Das Material der Plastik ist Stucco und kupferfarben getönt, sie soll aber in Holz ausgeführt werden. Die Ausstellung ist, wie man sieht, arPc:< rdentlich reichhaltig. Ruth Marold Frauenkopf von Viola Böhm Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Sonnabend, den 8. Febr. 2030 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 20.30 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 20.30 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 20.30 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 2030 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 2030 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 2030 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 2030 Uhr Sonnabend, den 8. Febr. 2030 Uhr MouUjr, den 10. Februar 2030 Uhr Dienstag, d. 11. Februar 2030 Uhr Mittwoch, d. 12. Februar 2030 Uhr Losfenhaus, Kleiststr. 10 BZV-Heim Rosenthaler Str. 44 BZV-Heim Jsgerstr. 6 BZV-Heim, Brückenstr, 9 BZV-Heim Rosenthaler Str. 44 Konditoret Hansa Flensburg Str. 19 BZV-Heim Kantstrfiße 54 loiichimsthaler Str. 13 (Jüdischer Club) BZV-Heim Kantstraiie 54 Cafe Willellbach Bayerischer Platz 2 BZV-Heim Neukölln, Jägerstr. 6 BZV-Heim Landsberger Str. 87 Oneg Schabbat — Auwerkauft! Stadtpurk Chami«chah Avcar b'Schwat-Ab«nd. „Mir fohm Wan Erez Jtsropl". Karten zu 50 Pfg-, im Vorverkauf bei Salles, Grenadiersir, 30, Restaurant Kimmelfeid, Rosenthaler Str. 32, Adlerstein, Alte Schönhauser Str. 3, Zentrum Chamlschah Assar b'Schwat - Abend. Hermannplatz Cliaml'chah Assar b'Schwat - Abemd. 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Breier s Dr. Ch, Borodianild / Kordechaj Roth Palüstins'Bililer 'Montlischau BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Kuhurabieilunß Icht versessen — oft vegetarisch und Fische essen Vegetarischen und Fisch-Reatauranl am Zoo Einging KantatraBa, Ecke Joachlmatheler Straße, hoehptr. OnMZ O KurlUialendiarnin 72, Ecke Walizair. J 6 Bleibtreu JaVesKiK anf «nehme Aufenthalt DIE! gepflagto KOcl» J^A-IH rttehfctKh]i kattt Büfett W-rit:»];* f miH*P ■ **•«"»•»»•» UM 1.—, MenC 1.40 u. 1.15 1 | abend.: Souper 1.S0. - Tollergerichte i.- Versand meiner 1) e s t j{ e p f l. Biere frei Haus KINO-SPIELPLAN v VON fUt ITA % * IS: H ÖNTAG ALHAMBRA Lichtspiele, Koppcnitr. Beginn 5, h * Uhr Sonntag« ab 3 Uhr Scum Rosen mit LI II ais Harvey Willy Fritech ITIARCHESIBRUiinEn- Licht»pi*le Am Friedricbshftiii 29 Beginn 5.?, 9.10 Uhr Sonntagtab 3 Uhr ..Der Dschungel ruft" IMPERIAL Ro-entha.er Str. 40 41 am HackescriMar'»tt HenKer. 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