Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 11 (7.2.1936)
- Date
- 1936-02-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Softe u JODfSTHP RUNDSCHAU Nr 11, 7. II. 1936 Der Effektenmarkt Elektrische Lampen (betrifft vor allem die neue Fabrik von Goldschmidt und Schwabe, die bereits einen großen Teil des Innenmarktes versorgt). Möbel (einige große Fabriken und eine Anzahl kleinerer Werkstätten, die in letzter Zeit gegen ein beträchtliche* österreichisches und rumänisches Dumping zu kämpfen hatten). Nägel (betrifft die Fabrik Barselit in Ramat Oan, die sich mit Erweiterungsplänen ihrer Produktion trägt). Parfümeriewaren (eine Fabrik in Ramat Oan und andere). Gußeisenröhren (die große Gießerei von Kremener in der Haifa-Bay). Primuskocher (die Fabrik Tubal in Akko). Seide (die Fabrik von Sachs in Ramat Oan, wieder eröffnet, und andere). Schließlich ist noch ein gewisser (ungenügender) Schutz für fertige Wäsche und Kleider zu nennen und einige andere Produkte (Drahtnetze usw.). Es muß in diesem Zusammenhang noch betont werden, daß die Neuordnung des Zolltarifs nicht nur dem jüdischen Wirtschaftssektor zugute kommt, sondern dem ganzen Land. Die wenigen Industrien, die in arabischen Händen liegen (die Weberei in Medjdel, die Metallbearbeitungswerkstätten), werden ebenfalls den neuen Schutz genießen, ebenso wie die in deutschen Münden befindliche Fabrik von Wagner in Jaffa, die hauptsächlich Araber beschäftigt. So wurden auch alle Punkte in dem Industriekomitee der Regierung gemeinsam beschlossen und die neue Maßnahme der Regierung wurde von allen Gruppen des Landes durchgesetzt und begrüßt. Zur Frage des Legislative Council In der Londoner .,T i m e s" vorn 5. Februar äußert sich der Führer der liberalen Fraktion im englischen Unterhaus, Archibald Sinclair, zur Frage der Zusammensetzung des Gesetzgebenden Rate« für Palastina. Die Vorschläge der Regierun!: seien von den Arabern ohne Begeisterung und von den Juden mit Ablehnung und Entrüstung aufgenommen worden. Der Stimmung von britischem Standpunkt aus hätten in der „Times" die Veröffentlichungen von Co!. Wedgwood und Mr. Am er» Ausdruck gegeben, auf deren Kritik nichts entgegnet worden sei. Diejenigen, die in der Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern die Zukunft des Land« sähen, zweifelten, ob die Vorschläge der Regierung geeignet seien, zur Entwicklung des Landes beizutragen. Ohne die Zusammenarbeit von Juden und Arabern könne solch ein Experiment nicht gelingen. Bei der Annahme des Mandats habe England die Verantwortung zur Errichtung des Jüdischen Nationalheims sowohl wie die Pflicht zum Schutze der bürgerlichen und religiösen Rechte aller Einwohner Palästinas übernommen. Ein Legislative Council, dessen verfassungsmäßige Mehrheit alles tun wurde, die Regierung in der Errichtung des Jüdischen Nationalhcims zu hindern, würde den Gegensatz der Gruppen vertiefen und die Erfüllung des primären Mandatszwecks gefährden oder wenigstens verzogern. Orient und Okzident Im Bustenai betrachtet M. S m i 1 a n s k i das jüdische Werk in Palästina unter dem Gesichtspunkt des Gegensatzes zwischen Orient und Okzident. Die Tragödie der Beziehungen Ansehen Ost und West besteht darin, daß der Westen dem Osten nicht seine wahre geistige Kultur brachte, sondern Technik, vor allem die Technik der Zerstörung. Aber das jüdische Volk kam aus dem Westen nach dem Osten nicht um zu erobern, sondern als Bote der europäischen Kultur. Niemals noch kam ein westliches Volk so nach dem Osten wie wiT gekommen sind. Wir kehren in unser Land zurück als ein altes orientalisches Volk, das die Schule des Westens durchgemacht hat, und alle Schätze, die wir dem Westen verdanken, bringen wir dein Osten zurück, bereit, diese Schätze reinen Herzens mit unsern Nachbarn zu teilen. Wir kommen nicht als Missionare des Westens nach dem Osten und nicht als Wegbereiter des Imperialismus. Noch nie hat eine Kolonisation westlicher Menschen den orientalischen so viel Nutzen gebracht. Jeder Fußbreit Bodens, den wir betreten haben, wird zum Segen für uns und unsere Nachbarn, und darauf sind wir stolz. Aber unser l'nplfick hat es gewollt, daß diese reine Linie unseres Werks nicht immer eingehalten worden ist, daß irgendwo ein fataler Irrtum geschah, ein falscher Ton angeschlagen wurde, der dem Zionismuseinem W\-en nach fremd ist: der Ton des Chauvinismus. End iet/t haben wir diese falsche Melodie mit nach Palästina gebracht, als wäre sie ein Teil unserer wahren Ideologie. End so kam e-, daß nach SOjähriger Arbeit enies g-r. eilten Kohmisation-werkes wir dem Osten fremd g.-gcmdn Milien, daß wir nicht imstande sind, Verbindungen zu stiften /wischen unsenri Werk und den orientalischen Völkern und den Bewohnern des Landes. Wir wollten und sollten die Brücke /wischen Osten und Westen sein, und jetzt stehen wir durch einen verhängnisvollen Fehler, der sich in unser Werk eingeschlichen hat, außerhalb der orientalischen Welt gerade in einer schicksalsvollen Stunde. Arabisches Dorf und jüdische Kolonie Jerusalem. (Paleor.) Das Organ des Mufti „Al- Liwaa" veröffentlicht in der letzten Nummer einen Aufsatz, in dem ein Vergleich zwischen dem arabischen Dorfe und der jüdischen Kolonie angestellt wird. In jeder jüdischen Kolonie, so schreibt das arabische Blatt gibt es ein Haus, wo sich die Bewohner der Kolonie versammeln, Referate hören, ein soziales und kulturelles Leben führen. Im arabischen Dorfe besteht nur die Moschee, die ausschließlich religiösen Bedürfnissen dient. Die Schulen in den jüdischen Kolonien sind musterhaft, im arabischen Dorfe dagegen sorgt keine arabische Instanz für die Schule, wenn es überhaupt eine gibt. Die Schulen in den arabischen Dörfern sind vernachlässigt, die Lehrer arbeiten ohne jede Tatkraft. In den arabischen Dörfern hören die Schlägereic i überhaupt nicht auf; jeden Tag bringt die arabische Presse Nachrichten über Schlägereien und Mordfälle in den verschiedenen Dörfern des Landes. Anders sieht es in indischen Kolonien aus, wo unter der Bevölkerung Einigkeit herrscht. In den jüdischen Kolonien ist es sauber, in den arabischen Dörfern schmutzig. An all dem ist nach der Meinung des Blattes die Regierung schuld, die nicht für die arabischen Dörfer sorgt, aber auch die arabischen nationalen Instanzen, Im Januar sind rund 2100 Juden nach Palästina eingewandert. Die Zahl der jüdischen Einwanderer im Januar 1935 betrug 4336. Hfl* klein« Broschüre unter dem Namen „Palästina- Wirtschaft 1935" wurde in deutscher Sprache von Ellern's Bank Ltd. (Tel-Awiw und Haifa) herausgegeben. Wir entnehmen dieser Publikation, die eine Uebcrsicht über die Entwicklungen und Ziffern auf den verschiedenen Gebieten der Wirtschaft gibt und in ihren Schlußfolgerungen die Hoffnung auf eine Gesundung der Wirtschaft durch die gegenwärtige Stockung ausspricht, nachstehende interessante Informationen über die Art und Weise, wie sich seit dem Banken-Run vom September 1935 der Effektenhandel in Palästina gestaltet hat. „Es kann gesagt werden, daß der Effektenmarkt durchaus gut funktionierte, und daß jeden Tag jedes Angebot auch Käufer fand. In diesen Tagen ist ganz intuitiv, ohne Vorbereitung und ganz formlos, eine Einrichtung entstanden, die eventuell für die spätere Entwicklung des Kapitalmarktes von sehr erheblicher Bedeutung werden kann. Seit Ende September treffen sich die hiesigen Banken und Effektenhändler täglich zu einer Besprechung, um Angebot und Nachfrage in palästinensischen Effekten auszugleichen. Die Transaktionen wickeln sich nach bestimmten Usancen ab, und es ist wahrscheinlich, daß sich diese zwanglosen Zusammenkünfte im Laufe der Zeit zu einer vollgültigen Börse ausbauen werden. Es ist fraglos, daß diese täglichen Zusammenkünfte erneutes Vertrauen zu dem palästinensischen Anlagematerial geschaffen haben. Folgende Papiere werden zur Zeit bei den Bankzusammenkünften umgesetzt, die am 31. Dezember 1935 zu den beigesetzten Kursen gehandelt wurden: General Mortgage Bank of Palestine Ltd. Nachfrage Anftbot 5% Pfandbriefe 1935/55 96 97 6X do. 1933/38 1934 39 100% 101% 6H do. 1934/54 100»/. 101*. 6% cum. red. part. pref. (Inhaber-) Shares 103'/. 104% Neue Stamm- (Inhaber-) Aktien 105«. 107 Palestine Land Development Company Ltd. Stamm- (Inhaber-) Aktien 105»/. 107 6% cum. pref. (Inhaber-1 Shares 100 101 Paleatlne Cold Storage £ Supply Co. Namensaktien 123 125 Keren Kajemeth Lejisrael 2H% Obligationen 69% 70". NIR 4% Obligationen 73 5% Pref. Shares 73 Kursmäßig hat das Jahr keine bedeutenden Schwankungen gebracht. Die Preise der Wertpapiere sind, wie oben bereits erwähnt, naturgemäß während der Septemberereignisse ebenfalls zurückgegangen, jedoch haben die Kursschwankungen nie das Ausmaß der Weltbörsen erreicht. Im Berichtsjahr wurden neben den Papieren der General Mortgage Bank noch folgende größere Emissionen im Lande untergebracht: Kartelltag des KJV. Au« Tel-Awiw wird uns geschrieben: Vorige Woche fand in Tel-Awiw der Kartelltag des KJV. statt. Das KJV., das jetzt aus ca. 700 Menschen im Lande besteht, hat hier noch keine bestimmte Aufgabe und damit noch kein bestimmtes Gesicht bekommen. Die Menschen sind erst im Lauf der letzten drei Jahre ins Land gekommen, so daß zu den bereits wirtschaftlich Eingeordneten und in gewissem Grade auch schon Hebräisierten immer wieder Menschen stoßen, die noch zu viel mit sich selbst zu tun haben, um sich den öffentlichen Angelegenheiten widmen und die Sprache schon beherrschen zu können, Voraussetzung jeder Wirksamkeit ist aber eine bestimmte Anzahl von Menschen, die wirtschaftlich und geistig bereits wirklich Fuß gefaßt haben. Hinzu kommt eine Trennung im sozialen Standard, wie sie in Deutschland unbekannt war. Zwischen dem kleinen Anwalt z. B. und dem noch so großen war nicht entfernt der Unterschied, wie hier zwischen dem städtischen Akademiker und dem ländlichen Kibbuzmitglied. So befindet sich die ganze Organisation noch in einer Uebergangszeit. die es nicht gestattet, mit aller Bestimmtheit Aussagen über ihre künftige Existenz zu machen. Zur Zeit gibt es ein großes Positivuni: nämlich ein starkes Zusammenhangsgefühl, wie es sich nicht nur durch den Besuch am Vorabend des Kartelltages in Tel-Awiw kundgetan hat (der Saal war überfüllt), sondern auch auf dem Kartelltag selbst, dessen Debatten von morgens bis zum späten Abend etwa 400 Menschen dauernd gespannt folgten. Es ist nicht nur der Zusammenhang, der aus der gemeinsamen Vergangenheit kommt, sondern auch das Gefühl, daß Menschen dieser zionistischen Schulung auch künftig berufen sein könnten, im Lande eine nützliche Rolle zu spielen. Man stellt sich vor, daß das KJV. — wie es in Deutschland die Kemtruppe der ZVfD. abgegeben hat — hier zunächst einmal auch eine solche Kerntruppe für die HOG. (mit ihrem jetzt bedeutend erweiterten Aufgabenkreis) zu bilden hat —- und in gewissem Grade auch jetzt schon bildet. Indem die HOG. über ihren landsmannschaftlichen Charakter hinaus direkt in das Leben des lischuw eingreift, wie z. B. bei den Stadtratswahlen in Tel-Awiw, wird auch das KJV sein Wirkungsfeld erweitern. Man ist sich bewußt, daß dazu in erster Linie eine möglichst weitgehende Hebräisierung des Kartells gehört und hat deshalb auch diesem Thema einen sehr breiten Raum in den Debatten eingeräumt. Bezeichnend für den Fortschritt in dieser Richtung ist es, daß man nicht nur über dies Ziel und die Wege zu ihm theoretisch debattiert hat, sondern daß auf diesem KT. schon — im Gegensatz zu dem vor einem Jahr, wo noch alles deutsch vor sich ging — sämtliche Referate hebräisch gehalten wurden und daß auch schon ein großer Teil der Generaldebatte sich hebräisch voltzog, einer Generaldebatte, die sich um diese Hebräisierung und um die Probleme der Existenz im Lande drehte. Man ging in dem Gefühl auseinander, daß die Skepsis, die manche m bezug auf die Existenzberechtigung des KJV. im Lande hegten, unberechtigt ist, daß der Bund in eine neue Wirklichkeit immer mehr hineinwächst und in ihr durch den persönlichen Zusammenhang seiner Mitglieder untereinander und durch die bestimmte Form seines geschulten Zionismus von Nutzen und Bedeutung für das Land werden kann. Das Präsidium, das bis zum KT. in den Händen von Dr. Krojanker lag und infolgedessen nach Jerusalem verlegt worden war, wurde wieder nach Tel-Awiw verlegt. An der Spitze steht Dr. Paul Hirsch. £P 150.000.— 6 o/o Vorzugsaktien der Palestine Land Development Co. Ltd. £P 75.000.— Stammaktien derselben Gesellschaft £P 7.500.— Stammaktien der Sninney's Ltd. £P 15.000.— 6 o/o cum. red. Preference Shares der Spinney's Ltd. £P 100.000.- von insgesamt £P 350.000.— 5«, % Preference Shares der Palestine Potash Ltd. Der palästinensische Teil der Potash Emission ist im Lande recht gut untergebracht worden, jedoch wurde der in London aufgelegte Teil schlecht placiert, was einen Kursrückgang dieses Papieres zur Folge hatte. Nach allen vor* liegenden Mitteilungen soll dieser Kursrückgang lediglich auf die schlechte Unterbringung in London zurückzuführen sein und nicht auf die inneren Verhältnisse der Gesellschaft. Die Entwicklung des Unternehmens ist vielmehr programmentsprechend tortgeschritten. Ein besonderer Erfolg war die Ausgabe der £ 600.000.— 4i/a "Jo red. cum. pref. Shares der Palestine Electric Corp. Ltd. sowie der £ 600.000.— Stammaktien dieser Gesellschaft. Die Einführung dieser Papiere in London hat einen froßen Käuferkreis angezogen, was bei der obenerwähnten ntwicklung der Gesellschaft und den vorhandenen Chancen durchaus verständlich ist. Die Aktien haben nun einen Kursstand von über 250 0/0 und sind für den hiesigen Kapitalisten, der in der Regel auf höhere Verzinsung angewiesen ist, uninteressant geworden. Im Zusammenhang mit den in London aufgelegten Papieren englisch-palästinensischer Unternehmungen sind auch die £ 250.000.— 41/» 0/0 Pref. Shares der Anglo-Palestine Bank Ltd. zu erwähnen, die zu günstigen Bedingungen am Londoner Markt Käufer fanden. In Palästina wurde ferner ein Betrag von £P 35.000.— neuer Stammaktien der Palestine Cold Storage & Supply Co. Ltd. emittiert, der von den alten Aktionären willig aufgenommen wurde." Die Frage der Verkäuflichkeit bzw. Lombardierung palästinensischer Wertpapiere, die nach den geltenden Bestimmungen z. B. auch bei der Durchführung des Transfers eine große Rolle spielt, beschäftigt dauernd die interessierten Kreise in Palästina. Es handelt sich insbesondere um Schuldverschreibungen des Jüdischen Nationaltonds (Keren Kajemeth), der Siedlungsgesellschaften Nir und Rassko und der Arbeiterbank. Die Erwerber solcher Wertpapiere wünschen häufig, in Palastina eigene Unternehmungen in Landwirtschaft und Industrie zu begründen, Boden zu kaufen, Häuser zu bauen usw., und daher ist für sie eine evtl. Realisierung dieser Papiere sehr wichtig. Wie in der Jerusalemer „Palestine Post" mitgeteilt wird, wurden in Tel-Awiw Ende Januar die Obligationen mit etwa 75 o/0j die Obligationen des Keren Kajemeth Ltd. mit etwa 70 0/» notiert. Der Kaufpreis der KKL-Obligationen beträgt 84 Wo. Zur Erweiterung der erwähnten Verwertungsmöglichkeiten wird ferner angeregt, daß ein spezielles Institut für Lombardierung solcher Papiere eingerichtet wird. Die Frage ist für Einwanderer der Kapitalistenklasse von großer praktischer Bedeutung. Von der Woche Wie Paleor erfährt, fahrt Dr. Weizmann demnächst nach London, um dort mit der Samuel-Delegation nach ihrer Rückkehr aus Amerika zusammenzutreffen. Die arabische Presse meldet, daß der GeneraRnspektor für die Polizei und die Gefängnisse Palästinas, Roy G. B. Spicer, sich demnächst nach Tel-Awiw begeben wird, im die endgültige Liquidierung der Autonomie der Tel-Awiw e r Polizei vorzubereiten. Die Zeitungen erklären, diese Autonomie werde im April 1936 vollständig beseitigt sein. Die Jerusalemer Stadtverwaltung wird in Zukunft jüdische Arbeiter in jüdischen und arabische Arbeiter in arabischen Stadtvierteln beschäftigen. Diese Vereinbarung erfolgte zwischen den jüdischen Stadträten und dem Bürgermeister Khaldi. Durch einen neuen Vertrag zwischen England und Transjordanien wird Transjordanien zur Ernennung von Konsuln in arabischen Gebieten ermächtigt und erhält Vollmacht zur Regelung von Zollangelegenheiten. InRechowoth wurde die dem Daniel-Sieff-Forschungsinstitut für Agrikultur-Chemie angeschlossene chemische Bibliothek, die in der Hauptsache aus der Bibliothek des verstorbenen Geheimrat Fritz Haber besteht, feierlich eröffnet. An der Feier, bei der Dr. Chaim Weizmann eine Ansprache hielt, nahmen der Sohn Fritz Habers, Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency und viele Persönlichkeiten aus wissenschaftlichen und politischen Kreisen teil. Durch Ausgrabungen südlich von Beer Scheba in Auja Alhafir wurde der Nachweis einer byzantinischen Bevölkerung Palästinas im 6. Jahrhundert erbracht. Die Expedition des Amerikaners Colt fand dort vollständige Papyrusrollen. Es wird erwartet, daß die Ausgrabungen noch weitere bedeutende Resultate haben werden. Mit dem Dampfer „Tel-Aviv" ist am 31. Januar Miss Henrietta S z o 1 d von Triest nach Palästina gereist. Am 28. Februar wird Schalom Asch mit diesem Dampfer die Reise nach Haifa antreten. „Granhemden" in Palästina Jerusalem, 3. Februar. (JTA.) In Haifa fand am 3. Februar eine Versammlung der vor kurzem geschaffenen „Grünhemden"- Verbände statt. Die Organisation wurde von der palästinensisch-arabischen Partei, deren Präsident Dschemalcl Husseini und deren eigentlicher Führer der Mufti von Jerusalem ist, nach dem Muster der Wafdisten in Aegypten ins Leben gerufen. An der Versammlung nahmen Vertreter einer Reihe von Ortsgruppen in Palästina und Führer der Bewegung aus dem ganzen Lande teil. Es wurde ein Arbeitsprogramm des Verbandes aufgestellt. Zum Weltkongreß jüdischer Aerzte. Zu unserer Notiz fn Nr. 10 erfahren wir, daß der Kongreß vorverlegt wurde. Er beginnt schon am 21. April in Jerusalem und wird vom 22. bis zum 24. April in Tel-Awiw fortgesetzt. Auskünfte über besondere Preisermäßigungen seitens verschiedener Schiffahrtsgesellschaften erteilt die Palestine Express Co., Berlin NW 7, die als offizielles Reisebüro des Aerztekongresse« fungiert. (SchluB des Palästina-Teils) Berlin CC, Spandauer StraBe M an dar KSnigttraBa ..... TEPPICHHAUS ZENTRUH