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Jüdische Rundschau · 1936-02-07 · Heft 11 (7.2.1936) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 11 (7.2.1936)
Date
1936-02-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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S*V* A jnrmrHu puwrurnAti Nr. 11 7. H. 1936 wurde unter fuhrung von Miss Szold durch eine Kooperation von Institutionen und Si^dluage tt ermöglicht, die sich unterschiedslos den Jugendlichen geöffnet haben. ferner ist der Versuch einer planmäßig«« Kapital 1 e i t u n g nach Palastina mit Hilfe des TftMtfferwcchanismus bedeutsam. Auf diesem Wege ist viel für die Entwicklung der Landwirtschaft und Industrie geschehen. Dr. Landuuer etelite in di«£cm Zusammenhange die Frage, was die anderen großen jüdischen Institutionen für die Lösung des Judenproblems in Deutschland getan Ii «tun iasitesonde/e die ICA. Die Vertreter der Juden Deutschlands in der K'A-Leitung mußten dahin instruiert werden, daß sie die (CA zu einem produktiven Einsatz ihrer grafte« Mittel vcranUiscn, die bisher unausgenutzt geblieben si/u), — Wen« heute m der Welt boituleßde MjIU'J gesammelt werden, so müssen wir darauf bedacht sein, dafi diese wirklich für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina verwandt werden. Ursprünglich wunderten in der Hauptsache jüngere Menschen aus Deutschland »ach Palästina ein. Jet/.i macht sieb ifdofh bereits der Abbau des Judentums in Deutschland bemerkbar, und es beginnt schon die Einwanderung älterer Verwandter, Wen» das Judentum der Welt uns nicht im Stkh läßt, können wir dies« Arbeit fortsetzen, und wir könnten die Zahl der Einwanderer vergrößern, venu die großen Institutionen uns zur Seite stehen. Die Kapazität des Landes wird durch die Verfeinerung der Jfok/imationsmethoden vergrößert. Wir stehen noch davor, neue Bezirke unserer Arbeit zu erschließen. Was die wirtschaftliche Lage «tiMangt, so besteht Mine Krise der palästinensischen Wirt» »ehalt, sondern nur eine solche des Sektors der Immigration, z. B. der Maubewegung. Ein« solche Ersehet- BUf)g in diesem Sektor haben wir schon mehrfach gehabt; es sind die Höchst' utjd Jiehtpunkte der <iaiuhVniwickhing, die sich hierin rejgcn. In diesem Moment muß dis öffentliche, ideaiislit>elie Kapital eingreifen. Aber auch das PrtfÄtkapitgl m uli planmäßig nach Palästina geleitet werden, da wir die Arbeitgeber brauchen, wenn wir die Arbeitnehmer aufnehmen Sollen, Die Basis unserer politischen Situation im Lande ist nicht am wenigsten unsere wirtschaftliche Stabilität. Nur eiji gesundet jw Im« kann im-, sichern, und dazu sollen die Juden aus Deutschiami beitragen. Das Referat wurde mit starkem Beifa)! aufgenommen. Nach einigen Mitt-dunge«, die der Vorsitzende machte, erhielt Dr. Michael Trau ii da*. Wort zu einem Referat über: ,,P p § I f j o n u n d H e d e u! :i v. _> des national e rj Kapitals für d e |i P aIä slin ä - A u f b a u", Referat Traub Dr. Trau!) betonte einleitend, daß es keinen Gegensatz /wischen pmatem und nationalem Kapital gibt, dal! nationales Kapital die I ntwicklung privaten Kapitals erst ermdgllcht und ihm die Erfüllung schier Aufgaben erleichtert. Will ijiart die Bedeutung nationalen Kapitals im Leben fjrez Israels erme^en, so muH man sich tlie Leistungen vergegenwärtigen, die das nationale Karnta! für den Palästina- Aufbau vollbrachte. Ohne nationales Kapital wären das indische Dort, der selbst: rbeitende jüdische Landwirt, der landwirtschaftliche jüdNchc Arbeiter nicht entbanden. Ohne nationales Kapital wäre die (ieulath Ijaarez unmöglich g«W<«e<i, Vor allem aber ist es nationalem Kapital zu verdanken, wenn grolle k o ctj p a k t e und arrondierte Fliehen, wie der Ii in e k und Wadi Chawarith in jüdischen Besitz übergegangen sjud, wenn die Konzession von Hule erworben wurde. £ 0211 iTO.') hat der K H. seit seinem Bestehen für öffentliche Arbeiten, Arbeit e r f ii r s o r g e und für Industrie aufgewendet. Nicht nur das Ruthenberg-Kraftwerk und das Kali-Werk am Toten Meer verdanken jhra Entstehung dem KH„ vielmehr hat der KM. durch I n d u s t r 1 e k r e d Ft e, durch Arbeits' anlernung und durch Arbeiterfürsorge die Entstehung einer Reihe weiterer Industrien ermöglicht und der privaten Initiative den Weg geebnet. Die Entwicklung der Jet/Jen jähre hat uns aber auch die Möglichkeit gegeben, die Bedeutung nationalen Kapitals an (Jed Schäden zu trinisiben, die sein Rückgang wahrend der letzten Jahre verursachte. Von Anfang WM bis Lude WH hat, trotz wirt-i hatliicher Prosperität, der indische Bodenbesitz in Palästina sich nur um 7!)0üi) |)un«m vergrößert, Pia jüdische Bevölkerung hat sich aber während dieser zwei Jahre von ca. 'JDDKi'id auf ca. iOUOült Seelen vermehrt. Wahrend soimi die jthb»ebe Bevölkerung Palästinas eine Steigerung von 'M >•.. erfahren hat, vermehrte sich der jüdisch« Boucnbesjtz nur um b Die Tatsache, da!» ca. 2W0 Familien seit Jahren auf eleu? l ande, im l-mck <.licfer, in Jmläa, im Scharon, sitzen Und seit |alir und T ay auf den versproi henei! Kredit des Kireii Hassend warte«, hiü ihre landwirtschaftlichen Siedlungen a:t*/u|iatifit, ist eine schwere Schuld unserer Bewegung, t ä'ÄJMit) »iin.1 aber notwendig, uin diese Aufgabe m erfüllen. Wir empören uik uher cjie l.audllucht und denken nicht daran. daß trotz aller Pru»purity '2> 1 •■„ der landwirtschaftlichen Arbeiter |» e t a c h Tikwahb weniger als K 5, 75 *'e weniger als C 7 litonailit Ii verdienen, dali tlie indischen Arbeiter in Wadi (.hawarith infolge der niedrigen Löhne nicht i|| dar Lage waren, eine einene Wirtschaft au« 711 hauen. Wethe f ii iiLtniiK n werden in Zukunft dein nationalen Kapital in Palästina zufallen? Seine Aufgabengebiete werden in erster Reihe von dir Höhe der Mittel abhängen, die |htn zufließen werden, nicht zumindest werden sie aber durch die (i e s a m t e n t w i c k I u n g Palästinas diktiert werden. Efs|e und vornehmste Aufgabe des nationalen Kapitals bleibt die Lr Weiterung unseres | and wirf» schaft liehen Sektors. Bei einer Einwanderung von 50 00() bis, 60D0-» Seelen müssen mindestens 1?M0 bis 15 000 Menschen der Landwirtschaft zugeführt werden. Ihre Ansiedlung erfordert selbst dann, wenn 3000 big 4000 Seelen §i(b ganz oder teilweise mit eigenen Mitteln ansiedeln wertjprf, einen Betrag von ca. »/« Millionen Pfund, während das Budget des KjL für landwirtschaftliche Zwecke unter HinznrefbiiHpg sfinitlicher hierauf bezüglicher Petitionen etwas Uber £ 100 000 ausmacht. Betont muH hierbei werden, daß die jüdische Einwanderung ihren landwirtschaftlichen Bedarf in sich! r 3 g t, daß nach einer Berechnung von Runpin für die Versorgung yqp 5() liöO iücfischerj Einwanderern landwirtschaftliche Produkte erforderlich sind, deren Erzeugung 5000 bjs |p 000 Menschen in der Landwirtschaft ernähren konnte- Zweite Aufgabe ist eine rationelle Boden' po 1 i 11 k und die Schaffung einer genügend großen Bqdenrpsgfve, die einerseits den Bodenmarkt weitgehend beeinflussen und beherrschen, andererseits abar auch die Grund- }»ge für weitere Ansiedhmg schaffen würde. Vor allem muß in diesem Zusammenhange an die Erschließung neuer Kolonisationsgebiete gedacht worden, Wsjture wichtig» Aufgaben entsteht« in difiem Zus»mmenhang« und müssen in nächster Zelt geiöit wt&m- Wir dwkert m die Aniiediung der lind« arbeite r, an den Bau von Häusern, an die Gründung von Hilfswirtschaften, an die planmäßige Eingliederung der einwandernden Jugend, an die Schaffung von Kreditinstituten, die dem Kleinbauern und Kkin-Indtutricllen die Beschaffung; entsprechender Trcdlte ermöglichen. Nicht zuletzt «ei aber hier auch an die Gründung jener Kolonisationsgcsellschaft erinnert, die vom letzten Kongreß beschlossen wurde und deren Verwirklichung vom Umfange des nationalen Kapitals abhängen wird, das uns zur Verfügung stehen wird. Spricht man vom nationalen Kapital t«)30 im Zeichen der krisenhaften Erscheinungen, dann muli auch die Funktion erwähnt werden, die nationalem Kapital gerade im Zeichen beginnender Stagnation notwendigerweise zukommt, Denken wir daran, daß dem nationalen Kapital In den nächsten Monaten die Aufgabe zufallen wird, neue Arbeitsstätten für jüdische Einwanderer zu schaffen, Notstandsarbelten durchzuführen, vor allem aber den landwirtschaftlichen Sektor zu erweitern, ist doch gerade der Absatz der landwirtschaftlichen Produkte gesichert und liegt doch die Krisenfestigkeit nicht in der Stadt, sondern auf dem Lande. Eine infolge ihrer aktuellen Bedeutung lebenswichtige Funktion bekommt das nationale Kapital im Hinblick auf die Loge der Juden in Deutschland- In viel stärkerem Maße, als es der Judenhelt anderer Länder gegenüber der Fall ist, ist Palästina in der Lage, das jüdisch« Auswanderungsproblem Deutschlands zu lösen. In Würdigung unserer besonderen Situation hat die Jewish Agency uns Im Laufe dieser Jahre 'äi o/o sämtlicher ihr zur Verfügung 11 e h e n d « n Zertifikate gegeben, und als die Zahl dieser Zertifikate beim letzten Schetlule bedeutend geringer wurde, gewährte man uns 32 «o der allgemeinen Z«rtifikatszah|, Zwei Forderungen ergeben sich aus dieser Situation: In viel stärkerem Maße, als es bisher der Fall war, wird der KU. in der kommenden Arbcitsneriude P a 1 ä - stina ein Wanderern und P a I ä s t i n a i n t c r e s s e n - ten gegenüber seine Rechte geltend machen müssen. Palästina öffnet seine Tore Zlonisten wie Nichtzionisten- Sic und ihre Kinder werden Nutznießer unseres Aufbauwerkes. Fragen wir auch niemanden nach seinem Bekenntnis, so verlangen wir aher, daß Juden, denen Palästina während dieser Jahre Ausweg und Rettungsanker geworden ist, i h r e Pflicht dem Lande gegenüber erfüllen. Dieser Pflicht an Palästina interessierter Juden, sich ani KH. und KKL zu beteiligen, wird in vielen Fällen eine entsprechende obligatorische Form gegeben werden müssen. Denjenigen, die an unserer Arbeit teilnehmen, \ylrd unter allen Umständen der Vorrang vor denen eingeräumt werden müssen, die ihre aktive Teilnahme am Aufbauwerke verweigern. Eine der grundlegenden Bestimmungen des letzten Zionistenkongresses in bezug auf die Schaffung nationalen Kapitals lautet; „Der Kongreß erneuert und bekräftigt den Beschluß, daß jetler Zionist verpflichtet ist, seine KH.-Steuer zu entrichten und daß jeder Verstoß gegen die Arbeit zugunsten des KFI. als Bruch zionistischer Disziplin betrachtet werden muß." Diesem Beschluß kommt innerhalb unserer Arbeit in Deutschland doppelte Bedeutung zu. Es wurde nunmehr in die Diskussion der beiden Referate eingetreten. Dr. Alfred Klee wandte sich gegen die Bemerkungen Dr. Landauers über die ICA. Man könne nicht sagen, die ICA sei nicht intensiv am Palästina-Aufbau interessiert. Die Zusammensetzung des Conseils der Ica sei so, daß die Palästina-Interessen voll gesichert seien. Ihm entgegnete Dr. Landauer, der forderte, daß die Zionisten in der ICA-Leitung die Palästina-Interessen wirklich wahrnehmen, Die ICA habe bisher keinerlei Verpflichtung zur Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina Auswanderer! Wie transferieren Sie irip vermögen? 1) laratung ßbar 4fa (inw«<|dari>fK)Mt<ia««p ow» Mgsnar Landeikanntnl« (Suropa u. Obers««) 2) Bestmögficher und schneller Vermögenstransfer 3) Immobil en-Tausch mit dem Ausland Dr. für. G. E. Rosendahl Devisenberater In Auswanderungs-Angelegenheiten Franlrflirfn M Sprechstunde und telefonische Anmeldung' rranKTUIT q.m> U.bkitraß* 30, f ernspr««ti»r. 77128 übernommen und habe auch somt nur Minitnules für die Juden aus Deutschland geleistet. Dr. Alfred Klee versicherte, daß die Leitung der Ich auch ihre Pflicht für Palästina tun werde, und wies auf gewisse Projekte in diesem Zusammenhange hin. Der Vorsitzende, Dr. S'cgfried Motes, unterstrich Dr, Landauers Kritik an der bisherigen Arbeit der Ica, deren Leistungen für die Juden Deutschlands im Verhältnis zu ihren Fähigkeiten minimal seien. Die Vertreter der Juden Deutsch. Innds in der ICA müssen wissen, daf? es eine Stelle gibt, die von Ihnen Rechenschaft über das fordert, w»s an produktiver Leistung geschieht. Auch Kurt Blumenfeld betonte, die Juden DeutschUndi müßten ihre Stimme erheben und fordern, daß das Testament des Baron Hirsch vollstreckt wird. Heinz Oochshelmer, Altkarbe, bebandelte die Fragen der Cbaluzbewegttng und forderte eine Erziehung unterer Mensehen aus ihrem jüdischen Fundus heraus. Dr. L. Lehrfreund, Leipzig, bemängelte, daß die grundlegenden Fragen der Arbeit in der Diskussion nicht genügend zum Ausdruck gekommen seien. Er wandt« sich gegen das Ueberwiegen der reinen Zweckmäßigkeitsbestrebungen bei unt. Unsere Arbeit diene dazu, einen Wendepunkt in der jüdischen Geschichte herbeizuführen, und wir müssen stets die Größe dieser Idee sehen. Adolf Politik, Jerusalem, vom Hauptbüro des Keren Ka- Jemvth, ergänzte das Referat von I>. Traub und wies auf die Bedeutung der Bodenfrage hin. Er schilderte die zukünftigen Aspekte unserer Bodenpolitik. Dr. Hans Friedenthal, Berlin, beschäftigte sich mit Fragen der ■Mittelstandskolonisation und sprach Bedenken über die Lage der lOOÜ-Pfund-Kapitalisten aus. Die Hachscharah müsse den Uebergang zu einer wirklichen Berufsuntichichtung finden, Dr. Woskin-NahartabI, Leipzig, bemängelte Methoden der handwerklichen Ausbildung und beschäftigte sich mit den Fragen des Hebräischen und der Lehrerausbildung, die noch sehr ergänzungsbedürftig sei. Dr. Hans Klee, Berlin, wandte sich gegen eine Bagatellisierung der Auswanderung nach Ländern außerhalb Palästinas, deren Wichtigkeit nicht unterschätzt werden dürfe. Er polemisierte gegen die in der Debatte zum Ausdruck gekommene Kritik an der Haltung der Ica, Dr, Franz Meyer, Berlin, als letzter Redner, behandelte die in den Referaten angeschnittenen Fragen vom Standpunkt des Palästina.Amtes aus. Er wies auf die neuen Arbeitsgebiete hin, die in den letzten Iahten erschlossen worden sind, und betonte, daß die oft kritisierte strenge Auswahl der Menschen nicht nur im Interesse des Landes, sondern auch in ihrem eigenen Interesse liege. Er unterstützte die von Dr. Landauer zum Ausdruck gebrachten Ansichten, besonders In der Frage der Ica, auch vom Standpunkt derer aus, die hier in der Arbeit stehen. Nach einigen Mitteilungen des Vorsitzenden wurde die Sitzung sodann auf den Abend vertagt. Der Nachmittag diente dem Abschluß der Beratungen der verschiedenen Kommissionen. Die Schlußsitzung Der Beginn der Schluß-Sitzung des Dclegiertentagcs am Dienstag Abend verzögerte sich bis 10 Uhr, da die Kommissio. neu ihre umfassenden Arbeiten erst zum Abschluß bringen mußten. Die Sitzung wurde von Dr. Egon Rosenberg mit einem Cledenken an die Toten der abgelaufenen Arbeitsperiode eröffnet. Er würdigte zunächst mit ergreifenden Worten Shniarya L e v i n, Viktor Jacobson, Biallk, Arlosoroff, M o t z k I n und Davis T riet seh und schloß hieran das Gedenken an die seit dem letzten Delegiertentag verstorbenen Mitglieder der ZVfD., wobei er bei vielen der Verstorbenen kurze, treffende Charakterisierungen gab. Die Versammlung ehrte das Andenken der Toten, indem sie die Rede stehend anhörte. Die Beschlüsse Hierauf referierte Amtsgerichtsrat a. D. Dr. T u c h I e r über die Tätigkeit des Permanenz-Ausschusses- Er berichtete über die umfangreiche Arbeit des Ausschusses in sachlicher und personeller Beziehung. Der Ausschuß schlug dem Delegiertentag vor, die programmatische ErklärungderZVfD, vom 10. Januarzu billigen, Der Delegjertcnfag sprach diese Billigung einstimmig «us. Hierauf brachte Dr. Tuchler die weiteren Anträge des Permanenz-Ausschusses zur Verlesung, die gleichfalls einstimmig angenommen wurden. Er berichtete sodann über den Entwurf einer neuen Satzung der ZVfD,, die insbesondere den Oeschäftsführenden Ausschuß zu einem selbständigen Organ neben dem Landesvorstand macht, die Funktion des Landebvorstandes erweitert und den Gemein deausichuß mit 25 Mitgliedern als neues Organ einsetzt. Die Abstimmung über die Satnmg wurde auf einen späteren Zeitpunkt der Sitzung vertagt. E» wurden hierauf die Beschlüsse der Oemeindekom» m \ s s i o n von Dr. Tuchler bekanntgegeben, die als Orundlag* der zukünftigen Gemeindearbeit dienen sollen, Nach einigen kurzen Bemerkungen wurden die Beschlüsse der Gemeindekommission angenommen, wobei sich ein Teil der mlsrachistlsehen Delegierten der Stimm« enthielt. Auch die personellen Vorschlag« für die Besetzung des Gemeindeausscliusses wurden angenommen, Ei folgten hierauf die Berichte ober die Arbeit der übrigen Kommissionen und die Abstimmung über ihre Vorsehläge. Für die I'alästlnaamts-Kotnmisiion berichtete I.andgerictitsrat a. D. Rau, für die Hachscharah-Kommlsslon Dr. Oeorg Josephsthal, für den Finanzausschuß Landgerichtsr«t t, D, Rau, für die Keren Hajessod.Kommission Dr. Traub, für die Kominission für zionistische Arbeit Or, Waise rm a n n, für die KKL.-Kommisslon Dr. Weiß, für die Kultur-Kommission Dr. Kaliko, für die Schul-Kommlssion Harn Gärtner. In den Resolutionen über das Palästina-Amt wird zum Ausdruck gebracht, daß dem Palästina-Amt neben der Verwaltung auch die Planung und Gestaltung der Auswanderungsarbeit obliegt. Die Vertretung nach außen gegenüber deutschen, palästinensischen und jüdischen Stellen i*t ausschließlich dem Leiter des Palästina-Amtes vorbehalten. Die Befugnisse der Großen Palästina-Amts-Kornmisskm werden Hinrissen und Maßnahmen zur Förderung der MittelstancJs-Alijah, Einführung einer Kapltallsten-Hachscharah und Schritte zur Verwirklichung mittelstämlischer Gruppensiedlung gefordert, — Die Hacbscharaji-Resolutioncn bestimmen u. a., daß bei Ausdehnung der Hachscharah auf drei Jahre dafür gesorgt werden soll, daß jeweils nur so viele Menschen in Hachscharah stehen, daß jährlich ein Drittel der auf Hachscharah befindlichen Gesamtheit abgewickelt werden kann. Die Wahrung der Scliabhatnihe in den blachscharah-Zentren wurde eis eine Sache nationaler Solidarität festgelegt. Durch einen besonderen Gesundbejtsfonds des Palästina-Amtes sollen Erholungsmöglichkeiten fürChalu/jm geschaffen werden, Der deutsche Landesverband des Hechaluz und der Brit Cbaliizim Datüm werden als die zentralen Träger der Hachscharah anerkannt — Auf Grund der Vorschläge der Finanzkominisnion wurden der Ausbau der Ztonistensteuer und die Schaffung eines zionistischen Zentralverlags beschlossen. —- Die Verpflichtungen der Zionisten zur Entrichtung des Maasser für den Keren Hajessod werden In den Resolutionen feierlieh bekräftigt. — Die Beschlüsse auf dem Gebiete der zionistischen Arbeit sehen u. a. die Einführung eines „Monats der Zionistischen Organisation" vor. Auf Grund der Anträge der KKL-Kommlsilon wird die ständige Landeskommission des KKL neu konstituiert, — Auf dem Gebiete der jüdischen Schulpolitik wurden eine Reihe grundsätzlicher Forderungen gebilligt. Die Vorschlage sämtlicher Kommissionen wurden mm Beschluß erhoben, mit Ausnahme der Vorschlägt? der Kultur-Kommission, die dem Oeschäftsführenden Ausschuß all Material überwiesen wurden. Wie Dr. Kalöko berlchUt», hatten die Verhandlungen dieser Kommission in hebräischer Sprache stattgefunden, Auch die Vorschläge der Kommission für Jugeud-Alijah, die von Frl. Ev« Stern vorgetragen wurden, fanden Annahme, In ihnen Wird u. a, der Pank des D«- Icgicrtcntagcs an Miss Szold für ihre Arbeit im Interesse der jüdischen Jugend Deutschlands ausgesprochen, Bei dieser Gelegenheit wies der Vorsitzende, Rabb. Dr, Hoff mann, Frankfurt a. M., auf die Leistung von Frau Recha Freier

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