Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 10 (4.2.1936)
- Date
- 1936-02-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 4. II. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU 2. Die Bemühungen der zionistischen Weltorganisation um eine Zertifikatszuteilung, die den elementaren Bedürfnissen des jüdischen Volkes und zugleich den Notwendigkeiten des PalSstina-Aufbaus entspricht, müssen von den Juden Deutschlands aus in jeder Weise unterstützt werden. Zugleich muß in engster Zusammenarbeit mit der zionistischen Exekutive in Jerusalem und nfit der Hitachduth Olcj Germania, der Organisation der aus Deutschland gekommenen in Palästina lebenden Juden, die Ansicdlung und Seßhaftmachung jüdischer Auswanderer aus Deutschland in Palästina gefördert werden. 3. Die brüderliche Hilfe der großen jüdischen Institutionen des Auslandes ist gerade in der letzten Zeit schon mehr und mehr in das Zeichen der Auswanderung gestellt worden. Wir grüßen die Delegation hervorragender englischer Juden, die unter diesem Zeichen gegenwärtig in Amerika weilt, und horten auf eine wirksame Unterstützung unserer Auswanderungsbestrebungen durch die hier eingeleitete Aktion. Das Ziel der Aaslandsaktion Es ist hier nicht der Ort, darüber zu berichten, wie die mannigfachen Verhandlungen gegenwärtig stehen, die im Interesse einer erleichterten Auswanderung geführt werden müssen. In bezug auf das Ziel dieser Verhandlungen ist insofern ein aufklärendes Wort angebracht, als die jüdische Oeffcntlichkcit wissen muß, was von solchen Bestrebungen vielleicht erhofft und erwartet werden darf, und was andererseits nicht erwartet werden darf. Es kann nicht Gegenstand und Ziel gesamtjüdischer Bemühungen sein, Wege zu finden und unter Einsetzung unserer Institutionen zu beschreiten, um für einzelne aus Deutschland auswandernde Juden größere Kapitalien zu transferieren. Sondern die Bemühungen der jüdischen Instanzen gehen in zwei Richtungen: es soll einmal eine erhebliche Auswanderung junger Menschen nach Palästina und — wenn angängig — nach anderen Ländern ermöglicht, und es soll fernerhin — ebenso wie das bisher durch uns für die Auswanderung nach Palästina geschehen ist — durch Transfermaßnahmen und sonstige Auswanderungserleichterungcn auch nach anderen Ländern eine Mittelstandsauswanderung eingeleitet werden. Von der im Ausland aufgenommenen Hilfsaktion ist naturgemäß in erster Reihe eine Förderung der Auswanderung unbemittelter junger Menschen zu erhoffen, wobei wir freilich eine weitere Hoffnung haben: die Hoffnung, daß im Zusammenhang mit den zugunsten der jüdischen Jugend geplanten konstruktiven Maßnahmen eine Institution geschaffen werden kann, die die Mittelstandsauswanderung durch Gewährung von Vorschüssen auf das Vermögen der Auswanderer erleichtert. Organisatorisch haben wir Grund, von dieser Auslandsaktion zu erwarten, daß die Juden Deutschlands bei allen Entscheidungen, insbesondere auch bei der Entscheidung über die Verwendung der Mittel, gleichberechtigt mitwirken werden. Ferner, daß die Beteiligten sich über die unbedingte Vorrangstellung Palästinas einig sind sowie über dtfe Notwendigkeit, die Interessen des zionistischen Palästina-Aufbaus voll einzuschalten. Auch sonst müssen alle Mattnahmen, um die wir uns bemühen, zunächst vor allem die für den Palästina-Transfer geschaffene Organisation, die alles unter den gegebenen Umständen Mögliche leistet, erhalten und fördern. Palästina-Transfer und P a 1 ä s t i n a - A u s w a n d e r u n g bleiben Grundlage und Rückgrat aller jüdischen Wanderungsbestrebungen. Zionistische Ideologie Das Gebiet der Auswanderung nach Palästina hat!n diesen Jahren — insbesondere für den fernerstehenden Betrachter — unserer Arbeit so stark das Gepräge gegeben, daß es im ersten Augenblick vielleicht scheinen könnte, als ob der durch diese Betätigung gekennzeichnete Zeitabschnitt mit der vorangegangenen Zeit kaum vergleichbar sei; als ob insbesondere die ideologische Arbeit, die früher in der ganzen Welt als das besondere Betätigungsfeld der in Deutschland lebenden Zionisten angesehen wurde, vollständig zurückgetreten sei. Dieser Eindruck wäre falsch. Wenn Betrachtung, Forderung und Aktion die drei Elemente unserer Arbeit sind, so mag sich vielleicht das Mischungsverhältnis geändert haben, in dem diese Elemente unsere Arbeit bestimmen. Die analysierende Betrachtung hat aber auch in den letzten Jahren ihren anfemessenen Raum in unserer Arbeit gehabt und die ihr zuommende Funktion erfüllt: die zionistische Forderung zu fundieren. Die Themen der gedanklichen Arbeit brauchten wir großenteils nicht erst zu wechsein. Die zionistische Ideologie hat gerade auch die Themen, die seit 1933 zur höchsten Aktualität gelangt sind, schon von jeher behandelt. Wir denken hierbei im besonderen an das Problem einer kulturellen Abgrenzung gegenüber dem deutschen Volke, ein Problem, dessen Inhalt und Tragweite von zionistischen Denkern schon seit vielen Jahren erfaßt und erörtert worden war. Wir müssen uns heute den Vorwurf machen, daß wir aus den zionistischen Sorgen und Gedanken, die auf diesem Gebiet ausgesprochen worden sind, und aus den Erkenntnissen, zu denen wir in mancher theoretischen Diskussion gelangt sind, nicht in hinreichendem Maße die Konsequenzen gezogen haben. Allein dieser Selbstvorwurf gilt mehr für die negativen, weniger für die positiven Schlußfolgerungen aus den Erkenntnissen der zionistischen Ideologie. Kurt Blumenf eld, dessen Führerschaft im Zionismus Deutschlands von jeher mit auf der Meisterschaft in der Analyse beruhte, hat diese Fragen oft und eingehend erörtert. Und in dem großen Referat über ,,Die zionistische Aufgabe im heutigen Deutschland", das er auf dem Frankfurter Dclegicrtentag am 11. September 1932 gehalten hat, ist Blumenfeld auch im Negativen, vor allem aber im Positiven zu Ueberlegungen und Feststellungen gelangt, die auch unter den veränderten Verhältnissen seit 1933 ihre richtunggebende Bedeutung behalten haben. Es heißt da: „Wir fühlten, daß gerade die Grenzübersehreitung auf kulturellem Gebiet die schärfste Gegenwirkung zur Folge haben mißt»." „Will man für die Zukunft die bei uns so wie bei unseren nichtjüdischen Mitbürgern gleich unwillkommene Grenzüberschreitung auf kulturellem Gebiete vermeiden, so maß man uns die Möglichkeit für eine Entwicklung unseres geht igen Lebens geben. Wir haben deshalb die jüdische Schule immer als unser wichtigstes Postulat betrachtet. Wir wollen unsere Kinder zu Juden erziehen und ihnen so die Möglichkeit zur eigenen Gestaltung ihres Lebens geben." „Die Zeit ist reif dafür, die Juden zu einer neuen Einsicht zu fuhren .... Die jüdische Wendung muß vollzogen werden . . . Die Zeit verlangt, daß die Juden sich der Führung der jüdischnationalen Idee anvertrauen." Das waren Worte, die gewiß so nur in einem Zeitpunkt gesprochen werden konnten, den Blumenfeld als Vorabend Rückblick und Aussen Kurt Blumenfeld auf einer Kundgebung de BZV. CS Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltet anläßlich der Eröffnung des XXV. Delegieitentages der ZVfD. im Bach-Saal eine Kundgebung. Der mit den jüdische; Farben und Enblemen reich geschmückte Saal war lange vor Beginn überfüllt. Man bemerkte unter den Anwesenden einen großen Teil der Delegierten, die aus allen Teilen Deutschlands zum Delegiertentag gekommen waren. Nachdem der Opernchor des Kulturbundes unter Leitung von Berthold Sander eine Reihe hebräischer Lieder ebenso diszipliniert wie tonschön zum Vortrag gebracht hatte, eröffnete im Namen der BZV. S. Tschertok die Kundgebung und begrüßte neben den Delegierten besonders Kurt Blumenf e 1 d und Dr. Georg Landauer, die als Gäste aus Palästina zu den Beratungen erscheinen waren. Hierauf hielt Kart Blumenfeld dem bei seinem Erscheinen eine stürmische Akklamation vom Publikum bereitet wurde, seinen Vortrag, in dem er einen Rückblick auf den W'eg des Zionismus in Deutschland seit den Tagen des Beginns der zionistischen Arbeit gab und damit zugleich den Anteil aufzeigte, den der Zionismus in Deutschland an der Gestaltung der zionistischen Idee und Praxis hatte. Der Vortrag war jedoch mehr als eine historische Reminiszenz; er zeigte mit höchster Eindringlichkeit, welche Bedeutung die Probleme der früheren zionistischen Generationen auch für die haben, die heute Träger der zio- Während Blumenfelds Referat nistischen Arbeit sind, und bewies insbesondere, daß auch heute noch wesentliche Fragen im Judentum Deutschlands der Erörterung bedürfen, die auch in der Vergangenheit im Mittelpunkt der Diskussion standen. Die historische Darstellung gab so zugleich wertvolle Hinweise für die Arbeit der ZVfD. in der kommenden Periode und bildete damit bereits den geistigen Auftakt für die Arbeit des Delegiertentages. Blumenfeld begann mit einem Hinweis auf die innerjüdische Situation in Deutschland zur Zeit der Entstehung der zionistischen Bewegung, als die Mehrheit der Juden versuchte, sich in der Umwelt einzurichten und es so schien, als ob das Schicksal des Judentums im Westen seine väüige Auflösung sein werde. Die stärkste Gegenkraft, die sich dem widersetzte, war der politische Zionismus, dessen Ruf allerdings in jener ersten Periode nur von ganz wenigen gehört wurde. In diesem Zusammenhange schilderte Blumenfeld die scharfe Abwehr der offiziellen Repräsentanten des Judentums in Deutschland gegen den Zionismus. Aber auch dieser selbst hatte seine Aufgabe nur unvollkommen erkannt und war in Deutschland im wesentlichen eine Aktion zugunsten anderer Juden, nämlich der russischen, hatte also seine theoretisch abgelehnte Verbindung mit der Philanthropie faktisch noch nicht gelöst. Zu den kleinen Gruppen der Zionisten im Judentum Deutschlands kamen damals eine Reihe russischer Zionisten, die in Deutschland lebten, wie Weizmann, Shmarya Levin, Motzkin u. a. Nirgendwo aber war in jener Anfangszeit die Durchsetzung des Zionismus so schwer wie gerade in Deutschland. Man kann etwa den Tod Theodor Herzls als den Abschluß dieser ersten Zeit betrachten. Damals war die äußere Lage so, daß man an der Realisierimg des Zionismus im Grunde verzweifeln mußte. Zur Führcrlosigkeit kam die Spaltung durch den Auszug der Territorialisten. Und gerade damals begann im Zionismus in Deutschland die bedeutendste Periode der inneren Entwicklung. Eine Reihe von Zionisten erkannte, daß sie Zionisten aus innerer Notwendigkeit seien, da der Jude nur in der Form des Zionismus zum Judentum zurückkehren könne. In dieser Zeit baute sich der Zionismus seine innere Existenz auf, wobei Achad Haam trotz der vielfachen Ablehnung, die er erfuhr, ein wichtiger geistiger Helfer war. Gerade diejenigen, die mit den Werten der deutschen Kultur besonders tief verbunden waren, empfanden die Notwendigkeit, sich von ihr zu distanzieren, so schmerzvoll auch dieser Prozeß sein mochte. So entstand im Zionismus der Wille, wir selbst zu sein. Man erfuhr den Unterschied zwischen dem, was ein Meusch gelernt hat und den gestaltenden Kräften, die das Gelernte verarbeiten. Nun erkannte man das, was man spater che „subjektive Judenfrage" nannte. Die Frage der Judenkhulschaft und des äußeren Ergehens des Einzelnen spielte gc aae bei diesen Zionisten nur eine untergeordnete rtolie. Dabei darf man aber nicht verkennen, daß der Kreis der so um den Zionismus Ringenden von der Mehrheit der Zionisten last stets abgelehnt wurde, die im jüdischen Leben eine Stellung erringen wollten und zwischen Protest gegen und Kompromiß mit der jüdischen Umwelt hin- und herschwanken. Damals trat auch die Frage auf, wie weit der jüdische Nationalismus in Deutschland betont werden dürfe. Mehrere Delegiertentage der Vorkriegszeit beschäftigten sich mit diesem Problem, bis schließlich die sogenannte national-radikale Richtung siegte. Der Gedanke des „postassiiniiatorisclien Zionismus" wurde formuliert, dessen Bedeutung für die Zukunft der gesamten Bewegung immer größer wurde. Der Krieg unterbrach diese Entwicklung nicht. Er vertierte sie vielmehr und führte zur Forderung einer substantielleren Anreicherung des Zionismus; die Erkenntnis von der Bedeutung der hebräischen Sprache setzte sich in weiteren zionistischen Kreisen durch. Balfour-Deklaration und Kriegsende erschütterten das Judentum Deutschlands nur für kurze Zeit. Die Mehrzahl der nichtzionistischen Juden änderte nicht ihre Gesinnung. Nun wurde mit aller Deutlichkeit klar, daß im Judentum die Tendenzen der Auflösung und der Verdichtung miteinander ringen. Der Zionismus in Deutschland wandte sich gegen jedes Kompromiß mit den nichtzionistischen Kreisen, aber er war für ein Bündnis mit allen, die ehrlich am Aufbauwerk Palästinas mitarbeiten wollten. Zugleich zeigte er das Bestehen einer objektiven Judenfrage, die unabhängig vom Denken des einzelnen Juden besteht. Aber auch diese Darstellung konnte die Juden Deutschlands in ihrer Mehrheit nicht erschüttern, da sie auf die vom Zionismus ausgehenden Erkenntnisse nicht hören wollten. Die Bündnispolitik erhielt ihre Verwirklichung in der Arbeit des Keren Hajessod. Gleichzeitig rückte Palästina näher. Es entstand die Frage, wie das Volk aussehen sollte, das das Land aufbaut. Der Einfluß A. D. Gordons und seiner Lehre vom „Am Adam" machte sich in einem führenden Kreis von Zionisten in Deutschland bemerkbar. Man erkannte, daß das Volk sich auf Grund eines neuen Berufsideals wandeln müsse, wenn der Aufbau durch jüdische Arbeit erfolgen solle. Die Tat um des Volkes willen wurde postuliert una der Pionier sollte in der gesellschaftlichen Rangordnung den obersten Platz einnehmen. Zugleich erkannte man, daß es auf die Judenfrage unabhängig von der äußeren Konstellation nur die zionistische Antwort geben könne, und daß in der Frage Gallith und Palästina der Rangordnung nach Palästina den zentralen Ort einnimmt. Die letzte Periode der zionistischen Entwicklung brachte die große Einwanderung ins Land. Man warb vielfach für den Zionismus mit dem Argument des Erfolges und der Prosperity. Trotzdem hat der Kampf für die zionistische Idee nicht aufgehört, da die antizionistischen Kreise sieh nicht wandelten. Sie warten auf den Augenblick, wo es Palästina schlechter geht, und verkennen, daß Zionismus nicht identisch mit Aufstieg ist. Gerade jetzt gilt es zu erkennen, daß das Heil des jüdischen Volkes darin liegt, daß es in seinem Laude zu neuem Leben und neuer Kraft kommt. Die Massen des Volkes werden nur dann ins Land kommen, wenn zu allen Zeiten eine Bewegung da ist, die das Volk formen kann. Auch heute kann die wahre Befriedigung eines Zionisten nur darin liegen, daß er weiß, was er an sich selbst tut. Nur so kann auch jetzt wieder eine Generation geschaffen werden, die unmittelbar durch ihr Leben und ihre Haltung als Zionisten wiiki. Es gibt keinen Gegensatz, wie manchmal behauptet wird, zwischen Zionismus und Judentum; der Zionismus schafft vielmehr heute dem jüdischen Volke die Voraussetzungen für sein Lehen, er läßt sich dabei von den Kräften überraschen, die im Volke leben und die man nicht vorausberechnen kann. In Palästina beginnt der Prozeß der Verknüpfung der heute Lebenden mit den Werfen der Vergangenheit und die Erkenntnis bricht durch, daß wir eine tiefe Verwurzelung in unserem eigenen Wesen brauchen. Der Zionismus muß Menschen erziehen, die vor dem Genius ihrer Nation Respekt haben. Blumenfeld beendete sein mit stürmischem Beifah aufgenommenes Referat mit dem Wunsche, daß die ZVfD. die Kraft haben möge, der heutigen Generation die zionistischen Werte neu zu vermitteln und sie zu einer ihr Leben gestaltenden Kraft zu machen. Nach hebräischen Liedvorträgen des Kulturbundchores schloß die Kundgebung mit dem Gesang der Hatikwah. Fotei Herbert Sonnfl&fold einer Zeit empfand, wie sie dann 1933 angebrochen ist; Worte aber zugleich, denen damals noch die große Mehrheit der in Deutschland lebenden Juden entrüstet widersprochen hätte, wenn sie ihr Ohr überhaupt erreicht hätten. So war die Aufgabe, die der zionistischen Ideologie in den letzten Jahren gestellt war, klar gezeichnet. Es galt Erkenntnisse, die theoretisch bereits gewonnen waren, umzumünzen in ein konstruktives ideologisches Programm; in ein System von Gedankengängen und Anschauungen, die die Grundlage für neuartige wichtigste Arbeiten liefern konnten — vor allem auf kulturellem Gebiet. Knitarelle Forderungen Es entstand auf der überkommenen zionistischen Theorie ein Gedankengebäude, das kein Luftschloß bleiben sollte und mußte. Sondern Stück für Stück war die Verwirklichung der kulturellen Forderungen, die sich aus dem gedanklichen System des Zionismus ergaben, anzubahnen. Die Forderung der jüdischen Schule — bis 1933 eine auf den engen Kreis der Zionisten beschränkte Forderung — wurde Gemeingut der großen Mehrheit der in Deutschland lebenden Juden, und die Gemeinden, die sich ihr früher energisch widersetzt hatten, mußten sich zu ihrer Verwirklichung bereit finden. In den Lehrplänen der jüdischen Schulen erhielt die hebräische Sprache den Platz, den die Zionisten seit Jahren für sie gefordert hatten; ihr wandten sich zugleich die Vielen zu, denen sie einen Schlüssel zum Einwandcrungsland Palästina bedeutet, und die nicht wenigen, die jetzt, neu orientiert und neu erwacht, einen Zugang zur hebräischen Kultur suchen. Die Vertiefung in diese jüdische Kultur wurde als Programmpunkt weithin anerkannt; im Kulturprogramm der Institutionen, denen heute die Befriedigung der kulturellen Bedürfnisse obliegt, muß sie freilich als entscheidende Komponente noch durchgesetzt werden. Die Zionistische Organisation in Deutschland hat mit immer wachsender Intensität den alten und den neuen Anhängern des Zionismus die Möglichkeit nahe gebricht, jüdi-- - Kultur in sich aufzunehmen; sie hat sich bemüht, dar»" hinaus durch eine Fülle von belehrenden und künstlerische« Veranstaltungen den in Deutschland lebenden Juden die! -ilnahme an diesen Bestrebungen zu eröffnen. Ihre besondere Aufgabe sah und sieht sie in der geistigen Verknüpfung mit Palästina. Und wenn eine kurze Zeit hindurch die Verbindung mit der Gedankenwelt des Welt-