Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1936)
- Date
- 1936-01-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9, 31. L 1936 JODISCHPRUNDSCHAU Seite 7 i 7 Moses Calvary zum 60. Geburtstag Moses Calvarv, der in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag feiert, kann mit Fug und Recht als einer der maßgebenden Erzieher einer ganzen Generation führender deutscher 1 j belrac,'let "'erden. Selbst noch mit den Gefühlswerten der jüdischen Tradition verbunden, geschult an einem echten Humanismus, der die Grandlage der europäischen Kultur bildet, mit vollem Bewußtsein und mit geistiger Leidenschaft in die Bildungswelt Europas eindringend, hat er frühzeitig schon das wahre Problem des modernen postassimilatorischen Jaden erkannt: aus der Fülle des universalen Wissens, auf Grund der Erkenntnis jüdischen Wesens und jüdischer Situation, eine Synthese von Judentum und Europa zu schafjen, die dem neuen jüdischen Nationalbewußtsein in Westeuropa seine produktive Eigenart gehen mußte. Viele Jahre vor dem Weltkrieg hat die stallte Persönlichkeit Calvarys ein Zentrum für einen Kreis von etwa um zehn Jahre jüngere jüdische Menschen gebildet, die, aus assimilierten Häusern kommend, ans innerer not den Weg tum Judentum suchten, ohne zu den alten, ihnen entfremdeten lärmen zurückkehren zu können. Calvarv war ihr Lehrer und noch mehr ihr Freund. Nach dem Kriege hat Moses Calvary den Weg nach Erez Israel gefunden, und er, der stets erfüllt von neuen Ideen, niemals auf Eigennutz bedacht, getrieben von der eigentlichen Leidenschaft seines Wesens, der pädagogischen Liebe, fand hier das persönliche Problem seiner Einordnung in die Volksarbeit vor sich. Er lebt und wirkt heute in unermüdlicher, bescheidener Arbeit abseits von der großen Oefjenllichkcit. Es würde diesem Mann widerstreben, aus einem privaten Anlaß zum Gegenstand vieler Ehrungen gemacht zu werden. Während ihm eine Flut von persönlichen Glückwünschen zuströmt, veröffentlichen wir hier drei ihm gewidmete Arbeiten aus dem Kreise einer jüngeren Generalion, die beweisen, daß Calvary auch an diese den Anschluß gefunden hat und unbemerkt in vielfacher Weise auf Mensehen wirkt, die da oder dort in der praktischen Arbeit stehen. Möge er, der immer noch Junge und daher den Jungen Zugesellte, noch lange in der Vollkraft seines Denkens und Arbeitens in dieser Weise seine Gaben ausstreuen. (Red.) '"^^^h'^'I^^W^I i Foto: Mf ndftliohn Erzieher in Erez Israel Von Siegfried Ucko Mosche Calvary in Verehrung Aus der Erkenntnis, daß das, was sichtbar wird, was auf das Tun hin „erfolgt", noch nicht das Wirkliche ist, nimmt der Erzieher seine Gelassenheit, die ihn mit der Alltagsarbeit verbindet und zugleich über deren Angriffe und Aergernisse hinweghebt. Es lebt mit einem wichtigen Wort verbunden: „vielleicht". Für den Frommen sagt dieses Wort, das Abraham im Kampf um die wenigen Oerechten sechsmal hintereinander gebraucht, daß die Welt möglicher Wirkung viel weiter und tiefer ist, als der sichtbare Erfolg es bekundet. Ein ganzes Leben hat der Erzieher eingesetzt und wird es bis zum Ende einsetzen — wie oft vielleicht, ohne daß er und jener es ahnte, hat er einen Menschen erst zum Menschen gemacht. M.t dieser Haltung steht der Erzieher im Lande des Autbaus. Er steht mitten drinnen und sieht zugleich, daß mit wirklicher Notwendigkeit dieses Land an den Erfolg mehr als jedes andere Land denken muß und diesen Erfolg rational errechnen muß. Jeder Bodenkauf mit all seinen Seh; inen wird Oeulat haarez und dieses geiüblsschwere Wort damit zuglck . rationalistisch; jedes neue Industrieunternehmen in der Haifa-Bay ist „Erlösung" unserer Arbeit. Die Berechnung von Dunaniflächcn und die erfolgreiche Arbeit des Mähdreschers sind vordringliche Inhalte des Empfindens. Nur wer dieses Denken mitversteht in diesem Lande, gehört ihm zu. Das Leben ist ganz auf die Zukunft projiziert. „An Stelle des Gestern haben wir das Morgen" singt die Jugend des Landes, wie auch das Land der Bauplätze und Anfänge nur schön ist, vvenp man es von der Zukunft hef betrachtet, von einer durch den Erfolg gemeisterten Zukunft. In dieseauf die Ferne hineilenden Existenz findet die Jr~::..! ihren Weg durch inbrünstige Hingabe an die Arbeit und an die Gestaltung der Gemeinschaft. Dies zu lenken ist erste Abgabe des Erziehers. Darüber hinaus steht er aber auch da als Sachwalter des stets Gegenwärtigen, all der Fragen, die Fragen des Menschen bleiben in jeglicher Gestaltung der Arbeit und der Arbeiter. Er zeigt diese Fragen, reißt sie in ihrer ganzen Tiefe auf und kann sich bei aller Aktivität nie ganz dem Geltenden verschreiben. Er muß auch dort Fragen steilen, wo sie den einfachen Ablauf und die Bindungen anscheinend nur erschweren. So greift er auch ehrfürchtig zu der Form des Gesetzes, ZU der Form, die stets gegenwärtig d c n Geist realisiert, der die eigentliche Gesellschaft des Volkes darstellt. In ihnen sprich. Wirklichkeit Israels. Und wenn die Stimme nur selten gehört wird so bewahrt er ihr dennoch die I reue. V ielleicht, wen:, das Bauen weiter gefördert, die Gemeinschaft sich zu bilden beginnt, hört man die Sprache der Treuen mit ihrem Symbol, das von unserem Eigensten spricht. Denn alles Glauben braucht auch diese Sprache. Freiheit und Bindung als Erziehungsproblem Von Heinz. M. Graupe, Haifa Wenn die neuere Pädagogik das eigent iche Problem aller Erziehung in dem Zusammenwirken zweier Tendenzen sieht, in der Tendenz der Freiheit, der Entwicklung der werdenden Persönlichkeit im Kinde, und der Tendenz der Bindung dieser Persönlichkeit an überinuividtielle Werte und Mächte, so muß die Situation der Erziehung in Erez jisraci zu großen Sorgen Anlaß geben. Betrachten wir die Produkte der palästinensischen Erziehung vom Kindergarten bis zur höchsten Gymnasialklasse, so ist zunächst jeder, der neu ins Land kommt, immer wieder betroffen über das Maß von selbstsüchtigem Ligenwillen, von Ehrfurchtslosigkeit, das er bald als typisch für den palästinensischen Jugendlicher' anzusehen sich gewöhnt. Wir finden hi.r eine Freiheit im Ucbcrmaß, und es scheint manchmal, als ob es nichts gebe, was diese Jugend binden, ja einfach bändigen könnte. Au» diese unerfreulichen Erscheinungen ist öfters der Finger gelegt worden, in Erez Jisrael wie im Auslande. Man glaubt, und gewiß mit Recht, einen großen Teil der Schuld den Elternhäusern zuschreiben zu sollen. Mau beklagte die übergroße Nachgiebigkeit jüdischer Eltern gegenüber ihren Kindern. Aber vergessen wir nicht, daß den größten Teil des Tages über die Eltern beschäftigt sind und daß sie ihre Kinder' dem Kindergarten und namentlich der Schule anvertrauen. Warum versagte auch sie? Die Schule in Erez Jisrael ist vorwiegend Lernschule ohne große erzieherische Aspirationen. Nun ist sich aber auf der anderen Seite die Schule in Erez Jisrael ihrer nationalen Aufgabe stark bewußt, und dies schützt sie von vornherein davor, zu einer bloßen levantinischen Bildimgsvermittiungsanstalt zu werden. Volkstum und hebräische Sprache waren ja die grollen Entdeckungen, die die heutige palästinensische Lehrerschaft in ihrer Jugend machte. Die hebräische Sprache aber muß die Schule in sehr vielen Fallen, heute wohl in der Mehrzahl, ihren Schülern überhaupt erst vermitteln. Uehcrmittlung einer Sprache bedeutet aber für eine Schule auch Ucbernuttlung der Dokumente dieser Sprache. In diesen und vornehmlich in der Bibel, die ja im Lchrplan eine beherrschende Stelle einnimmt, besitzt, sollte man meinen, die hebräische Schule den überindividuellen Wert, mit dem sie bindend vor ihre Sch..'?r treten könnte. In der Tat beobachten wir in der Jugend Erez Jisraels ein starkes, oft überstarkes Nationalbewußtsein. Die Schuljugend ist der treueste Helfer der nationalen Instanzen bei allen ihren Aktionen im Lande, seien es Sammlungen, sei es die Durchführung allgemeiner nationaler Parolen im Ganzen des Jischuw. Liier, wo es sich um ganz konkrete Aufgaben zum Aufbau ihrer Heimat handelt, kennt unsere Jugend eine Bereitschaft des Einsatzes und eine l>is/iplin, die man irr sonst kaum zugetraut hätte. Ist diese Aufgabe aber beendet, so treten auch wieder jene negativen Seiten ans Licht und belehren uns, daß nationale Impulse allein nicht die Icbensgestaltende, weiterwirkende Kraft haben, die man vielleicht von ihnen erwartete. Warum dieses Versagen? Sein Grund ist in der für die meisten Lehrer charakteristischen Beziehung z u m jüdischen Kulturg u t zu suchen. Der Lehrer betrachtet das Erbe der Vergangenheit im wesentlichen historisch, als eben das Vergangene. Er vermag es nur noch als nationalen Wert zu erleben und auf seine nationale Brauchbarkeit hin im Unterricht auszuwerten. Für den Schüler bleibt ein gewisser Stolz auf das historische Faktum, eine eigene Stellungnahme erspart er sich aber. Dazu liegt das betreffende Ereignis ihm doch zu fern, um ihn in einer Lebensauffassung' merklich zu beeinflussen. Er kommt so fast nie dazu, in seinem Leben überhaupt einmal ernstlich Stellung nehmen zu müssen, und nur das Handgreiflichste des heutigen Lebens, Technik, Politik, zieht ihn noch an. Die Bibel ist für ihn ein nationales Prunkstück, ein historischer Bildungswerl, etwas, was man lernen muß, weil einem gesagt wird, es sei das Größte, was das jüdische Volk einmal geschaffen habe. Deshalb entbehrt die rein nationale und historische Auswertung der Vergangenheit der wirklich bindenden Kraft. Hier zeigen sich die Grenzen der säkularisierenden Betrachtungsweise, deren Träger die Mehrzahl der palästinensischen Lehrer ist. Welche andere Beziehung zum Erbe der jüdischen Vergangenheit aber könnte an Stelle der historischen treten, welche Haltung könnte diesem Gute eine neue zentrale und! bir.dende Funktion in der palästinensischen Pädagogik und darüber hinaus in der werdenden jungen Generation Erez Jisraels geben? Wir werden sie in einer neuen konkreten Haltung diesem Oute gegenüber finden können. Die Thon« (im weitesten Sinne des Wortes) hat seit drei Jahrtausenden unserem Volke seinen Stempel auigedruckt. Sie steht jeder Zeit gegenüber nicht als historisches, vergangenes, sondern als religiöses 1.) o k u m e n t. 1 )as Faktum der Vergangenheit erhalt seine Legitimation; aus der Sphäre des nationalen, vernfliehttingslosen Stolzes tritt es heraus und will als Wirk e n d es Schöpfers des Volkes erkannt werden. Und auch die Probleme der < iegenwart, die vordenvon dem Schulwissen so isoliert schienen, finden jetzt ihr Richtmaß, werden hineinbezogen in die Gesamtheit dieses Wirkens. Der Lehrer kann wieder eine unmittelbare Beziehung' zu dem nicht historischen, sondern ewigen Gut in seinen Schinern erwecken. Diese neue „pos t - s ä k u 1 a r i s i e i t e", religiöse Beziehung erfordert einen a n d e r e n I. e h r e r t v p. I >cn Lehrer, der che säkularisierende Auflösung, die I lisiorisierung, des heiligen Gutes durchgemacht und hinter sich hat. Es kann nicht der alte Mclamed sein, der vor diesem Prozeß steht. Deshalb wird er im wesentlichen aus anderen Kreisen kommen mausen als der heutige palästinensische Lehrer, Diese Lehrer eines neuen Typs sind heule noch nicht zahlreich im Lr/iehimgsw esen Erez Jisraels. M o s e s Calvary ist für diesen I ehrertyp ein Vorbild. Möge er nach langer Isolierung nun, ge-lu./i \on jungen glvK hgi simiten Kräften, noch an eine reiche Auswirkung und I rnte pädagogischen Schaffens gehen können. Die Zukunft unserer jungen Generation hängt davon ab, ob neben die Freiheit wieder die Bindung trete. Sdi. J. Agnon und Gottfried Keller Ein Geburtstagsbrief an MosesCalvary Von Ernst Simon, Jerusalem Lieber Calvary/ Du wirst mir erlauben müssen, Dir Deinen letzten Brief öffentlich zu beantworten, und zwar aus einem zeitlichen und einem inhaltlichen Grunde. Der zeitliche: diese Antwort fällt in die Wochen, in denen sich Deine Freunde und Verehrer auf Deinen 60. Geburtstag vorbereiten; der inhaltliche: Du rührst eine Frage an, die nicht nur uns beide betrifft. Das Persönliche werden wir, um Deinen Wünschen in dieser Beziehung entgegenzukommen, recht schnell miteinander abmachen. Du kennst unsere Liebe, Verehrung und Dankbarkeit. L'nsere Wünsche für Dich aber darf ich mit den Worten eines I\>iner Meister, Pestalozzis, aussprechen, dessen gesegneten I ebensertrag zu ermessen die bürgerliche Elle des „Erfolges" allzu kurz war; es steht in „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt" und heißt: „Man hat mir in meinen Knabensehuhen schon gepredigt, es sei eine heilige Sache um das von Unten-auf-diencn. Aber ich habe jetzt erfahren, um Wunder zu leisten, muß man mit grauen Haaren von unten auf dienen." So schrieb Pestalozzi, von Burgdorf aus, um die Mitte des sechsten Lebensjahrzehnts. Fr hat dann noch über zwanzig lahre hindurch „Wunder geleistet", wie Du weißt. und nun zur Sache! 1. ,Ks wäre der Mühe wert, wieder einmal zu untersuchen, worin die Neuheit in der Poesie begehe; wahr-e'neinlieli käme dalici heran-, daß es überhaupt nichts .\cac> i»i!>t unter der Sonne. Seit man chinc-a-che I.ici!crcho;i kennt, welche eine mclanrholUrhe Landschaft^timneiny, ausdrücken, genau wie etwa l'.enatis Schi!Nieder, kann man nicht mehr hoffen, mit etwa* mensehlich Neuem aufzuziehen, wenn man nicht die cihnogra|>bi«-|,on und dergleichen I)ine,e für das poetUeh Neue hallen will." (Gottfried Keller in dorn Aufsatz „Tier!\fvihenslriu") Du teilst mir mit, ein jüdisch-russischer Mensch, dem Du Kellers „Sieben Legenden" zu lesen gabst, habe nach der Lektüre ausgerufen: „Das ist Agnon!", und Du fragst nach meiner Ansicht über diesen Vergleich. Deine Frage, wohl in somatischer Absicht gestellt, brachte mich auf die folgenden Ueberlegitngen: Die Generationen unserer — Deiner wie meiner — Eltern und jüdischen Lehrer hätten vielleicht in ihrer Art das Problem der Beziehung zwischen Keller und dem Judentum gleichfalls aufgeworfen, aber in einer ganz anderen iiiehtung: sie hätten sich an der Freundschaft und dem Briefwechsel zwischen Keller und seinem „Entdecker" Berthold Auerbach erbaut, des Halbjuden Paul Ilcyse schöne Verse über den „Shakespeare der Novelle" zitiert! mit berechtigtem Stolz vermerkt, daß der Jude Julius Rodenberg, der Herausgeber der „Deutschen Rundschau", C. F. Meyer, Keller und Storni in seiner Monatsschrift vereinigt und dadurch den literarischen Brief- und Lebensbund zwischen den beiden Letztgenannten gestiftet hat. Weiter hätten sie sich über die entschiedene Stellungnahme des Herrn Ersten Staatsschreibers zugunsten der Züricher Judenemanzipation nachträglich gefreut und sich kaum daran gestoßen, dali die Argumentation seines — nicht genehmigten und posthum gedruckten — „Bettagsmandats" noch im Jahre 1862 die assimilationsfreimdliche der Clcrmont de la Tonnire, Hardenberg usw. war: „Was der verjährten Verfolgung und Verachtung nicht gelang, wird der Liebe gelingen; die Starrheit dieses Volkes m Sitten und Anschauungen wird sich lösen . . .". Andere Aeußerungen aber hätten unseren Vätern und Lehrern unbehaglicher geklungen, so jene Frymanns im „Fähnlein der sieben Aufrechten", der, beinahe wie Thucydidea zu Beginn des peloponnesischen Krieges, das Recht und den Segen der Sterblichkeit, des irdischen Endes für das eigene Volk ausdrücklich in Anspruch nimmt, um aber dann fortzufahren: „Oder wollt ihr einst ein Dasein dahinschleppen wie der ewige Jude, der nicht sterben kann, dienstbar allen neu aufgeschossenen Völkern, er, der die Aegvpter, die Griechen und Römer begraben hat?" Keineswegs aber hätte diese Generation bei sich seiher irgend welche Spuren jener „Krankheit, sein zu wollen, was man nicht ist", entdeckt, die in den „Züricher Novellen" so nachdrücklich gegeißelt wird. Die neue Frage „Keller und Agnon" hat ein ganz anderes Gesicht: sie geht nicht auf Kellers unmittelbare Beziehungen zu Juden und jüdischen Dingen, sondern sie vergleicht, von einem wiedergewonnenen jüdischen Selbstbewußtsein her, zwei schöpferische Geister innerhalb zweier unabhängiger kultureller Gan/hcitcn. nicht auf ihre „Beziehungen", sondern gleichsam auf ihren „Stellenwert" hin. Daß detitsche Juden heute diese neue Fragestellung aufzunehmen vermögen, bedeutet eine tiefe Wandlung gegenüber der Emanzipationszeit. Dies alles lehrt uns schon die Frage selbst. Aber svie ist sie zu beantworten? I II'' un< (.he.'lec /lllie!,,-, 11. louiie i.-t Keller in K-giViun;:) •r An". Heu j',Miiaijdat. dei A g n o n s dichterische Gestalt hat sich uns erst jungst neu vergegenwärtigt: in dem Roman U11P3 UDO (..Line einfache Geschichte") und der Sammlung aggadischcr I r/.iiihmgen nrul (etwa: „In Muße und Ruhe", vgl. Jes. :)(), n). So umfaßt die Gesamtausgabe des Schockern erläge* statt bisher vier nun gleich sechs Bande, denn Agnon wollte, wie er einmal gestand, keine funfbändige Ausgabe veranstalten - fünf Hände hat allein das Cbumaseh, die Thora. (Leber die neuen Werke Agnons wurde in der „Jüd. Rundschau" Nr. t> und 7, ausführlich von Dr. Max Mayer referiert; darum mußten wir zwar hier einen Teil von Simons Ausführungen streichen, glauben jedoch, daß eine so bedeutsame Erscheinung der hebräischen Literatur auch mehrfach beleuchtet werden darf. — A. d. R.) Beide Werke hab n einen leisen Marcheuton, nur ist er in dem Roman so traurig wie das wirkliche Leben des Gallith, in den aggadischen Erzählungen so heiter wie der Soeben erschienem CHAIM ARLOSOROFF LEBEN UND WERK Ausgewählte Aufsatze, Reden, Tagebücher und Briefe. Mit einer Einführung von Georg Landauer ,.Ein Standardwerk zionistischer Anschauung und Veru/irJtltchung" 288 S»«ea. Kirtor.ii.rt RM «,79, in Gimltl<i»i HM %7B HECHALUZ-VERLAG Zu He;rieh#n durch i*d« jüct. Buchhandlung oder direki vom H**l»*Iw*- Verlag, Bertin W IS, MelnefeestreA* 10» g'Ren VW innen dun« (zu2ü|d. Porto) aui Po«f»checkkonto Hechalur, Deuiiu-her Landesverband, V*rlegftabtell«*g, Berlin 177ftS, "der Regen Nachnahme. ÜÜI Mi mm ■MtSttwtf-"r