Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 8 (28.1.1936)
- Date
- 1936-01-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU _Nr. 8, 28.1. 1936 „In seiner Eigenart geachtet" Seite 2 ferer Beobachtung befähigt, die Lage der Juden in ihrer soziologischen Oesetzmäßigkeit zu sehen und dadurch das wahre Wesen der Judenfrage zu erkennen vermochten, haben seit vielen Jahren versucht, die Judenfrage und ihre Lösung auf die Tagesordnung der zivilisierten Welt zu stellen. Oevviß hat ein einflußreicher Teil der Juden, der glaubte, sein eigener befriedigender Zustand sei unabänderlich und jede Erörterung daher unerwünscht, die Situation erschwert, aber auch unter den Nichtjuden gab es mit wenigen Ausnahmen fast niemanden, der die Dringlichkeit und Unausweichbarkeit der Sache begriff. Die Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Europa nach dem Kriege und die Sperre der Einwanderung nach Amerika, die 40 Jahre laug ein Ventil gebildet hatte, haben das Problem noch vielfach verschärft. Es ist heute so klar wie noch nie, dal! nur durch Wanderung und Siedlung eine 1 ösimg gefunden werden kann. Dies ist aber eine so enorme und die Lage i:- mehreren Ländern berührende Transaktion, daß sie ohne internationale Regelung nicht durchgeführt werden kann. Es hat sich gegenüber einer unmittelbar vorausgehenden Epoche heute schon etwas Wesentliches geändert: in der J ud e n h e i t selbst ist das Verständnis für die Notwendigkeit einer echten Lösung wesentlich gewachsen. Noch haben die Juden selbst lange nicht alle ihre Kräfte eingesetzt, noch gibt es viele Kurzsichtige, die sich von einer momentanen individuellengünstigen Situation täuschen lassen, aber wesentliche Oemeinschaftskräfte des jüdischen Volkes sind zu einer konstruktiven Lösung bereit. Der Völkerbundsrat hat beschlossen, sich nur um rlic Auswanderer zu kümmern, die schon notleidend in fremden I ändern herumsitzen. Es wäre aber ein Irrtum, zu meinen, daß damit etwas in der Juden frage geschehen ist. Die Judenfrage umfalit nicht nur Juden, die in I ander verschlagen wurden, in denen sie nicht geboren sind, sondern auch in ihren (iebnrtsländern und an den Stätten, wo ihre Vorfahren begraben sind, leben tausende Juden in einer Situation, die in wichtigen Punkten der der ausgewanderten nicht unähnlich ist. Darum muß mau in die Zukunft sehen. Wenn man schon der Meinung ist, daß die Ehre und die seelischen Konflikte der Juden kein allgemeines Problem darstellen, sondern Sache der Juden selbst sind, so bleibt immer noch das Problem der wirtschaftlichen und politischen Einordnung, das dort, wo es unlösbar geworden ist, ein d a u e r n d e r A n t r i e b zur W a n d er u n g sein muß, und diese Wanderung fällt nicht unter das Kapitel „Flüchtlingswesen", vielmehr entsteht die Frage, ob eine chaotische Wanderung, selbst wenn sie technisch möglich wäre, erwünscht ist, oder ob man nicht Ordnung und Planmäßigkeit hineinbringen muß. Vielleicht wollte der Rat die grundsätzliche Behandlung der Sache der Vollversammlung vorbehalten. Es ist zugestandenermaßen ein überaus schwieriges Problem. Es wäre aber ein großer Irrtum, zu meinen, daß es durch Ignorieren aus der Welt geschafft wird. An den Juden liegt es, aus eigenen Kräften eine konstruktive I ösutig anzubahnen. Zu einer Zeit, wo die akute Zuspitzung der Lage noch nicht vorausgesehen werden konnte, wurde die Balfour-Deklaration gegeben, und schon zur Zeit der Mandatsbestätigung (1022) war der Ansturm auf die Tore Palästinas von elementarer Gewalt. Inzwischen haben wir viel zugelernt und wissen, daß noch andere Voraussetzungen als guter Wille und Opferbereitschaft dazu gehören, um ein Oetneinwescn aufzubauen, das immer neue Zuwanderer aufnehmen soll. Aber es i-4 noch lange nicht alles geschehen. Von Beschlüssen internationaler Körperschaften haben wir praktisch nur sehr wenig zu erwarten. Die Initiative muß von uns Juden selbst ausgehen. Mit um so größeren Erwartungen sehen wir dem Ergebnis der Beratungen der unter Herbert Samuels Führung stehenden Delegation in Amerika entgegen, in der amerikanischen Presse waren phantastische und zum Teil sensationelle Nachrichten über angebliche Plane dieser Delegation veröffentlicht. In Wahrheit wird sie sich in bescheideneren < iren/en halten, aber sie wird einen realen Plan über die Ziele der jüdischen Wanderung, über die Berufsvorbereitung und vor allem über die großen Siedlungsprojekte in Palästina vorbereiten müssen. Gestützt auf diese aus eigenen Kräften unternommene Anstrengung, wird das jüdische Volk den Anspruch haben, nochmals an die Instanzen der Völker heranzutreten und zu fordern, daß man dem Problem so ins Auge sieht, wie es wirklich ist und sich nicht ausweichend auf Teilgebiete beschränkt. Der Thronwechsel in England London, 26. Januar. (JTA.) Anläßlich des Thronwechsels in England fand am Sonntag, dem 26. Januar, in London eine außerordentliche Sitzung des Board of Dcputics of British Jeus, der offiziellen Repräsentanz der englischen Judcnheif, statt. Es wurde einstimmig beschlossen, eine B e i I v i d s a d r e s s e zu (Km Tode König Georgs V. vorzulegen und König Eduard VIII. eine Begrüßung und B e g I ü c k w ü n s c h u n g aus7tisprechen. Hie Resolution des Board of Deputtes sieht ferner die lieber" ' : einer Beileidsadresse an Königin-Witwe Mary vor. Den Beschlüssen gemäß wird die Anglo Jcwish Association eingeladen werden, bei der Ausführung der Resolution mitzuwirken. Der Chief Rabbi des britischen Reiches, I>r. J. H. Hertz, hat angeordnet, daß am 2S. Januar, dem Tage der Beisetzung König Georgs V., in allen Synagogen Englands um 6 l'hr nachmittag:, ein Trauergottcsdienst . \ n werde, bei dem «in vom Chief Rabbi verfaßtes besonderes Trauergebet gesprochen werden wird. Wandlung: des Begriffes des Staatsangehörigen Die Zeitschrift „Deutsches Recht" vom 15. Januar 1936 veröffentlicht eine Abhandlung „Staatsangehöriger und Reichshurger" von Prof. Reinhard Höhn, Berlin. Das neue Reichsbürgergesetz lehnt, wie Prof. Höhn ausführt, den bisherigen Staatshegrift ab, der den Staat als eigenes Wesen betrachtete um! zwischen ihm und der Linzelperson ein Rechtsverhältnis konstruierte; Recht und Pflicht werden nicht mehr nach individualistischer Auffa:. ng auf ein Rechtsverhältnis gestützt, sondern erwachsen beim Kcichsbürgerrecht aus der Eingliederung des einzelnen in die Gemeinschaft. Damit sei aber auch der bisherige Hegriff des Staatsangehörigen überwunden. Die Ansicht des Kommentars von Lösener-Knost, daß das Wesen der Staatsangehörigkeit durch die neue Regelung nicht berührt werde, sei abzulehnen, da das neue Gesetz einheitlich sowohl bezuglich der Reichsbiu^crschaft als auch bezüglich der Staatsangehörigkeit nicht mehr von den Auffassungen des 10. Jahrhunderts, sondern von der neuen Rechtsauffassung, dem Volk als Volksgemeinschaft, ausgehe. Die Abhandlung erwähnt bei der Erörterung des neuen Begriffs des Staatsangehörigen die einzelnen Arten der Staatsangehörigen: Reichsbürger, die deutschblütigen Anwärter auf Rcichsbürgerschaft, ferner diejenigen, die das Reichsbürgerrecht nicht erhalten oder wieder verlieren, usw. Antisemitismus in U. A. S. New York, Januar. (JTA.) Auf der im Hotel Astor in New York abgehaltenen 29. Jahresversammlung des American Jewish Committee nahmen 200 Delegierte als Vertreter von 50 Komitees in den Vereinigten Staaten teil. Der Vorsitzende der Exekutive, Sol M. Stroock, erklärte in seinem Bericht, daß die antisemitische Bewegung in den Vereinigten Staaten dank den für innere Verständigung arbeitenden Kräften, zu denen vor allem die christlichen Kirchen gehören, im Laufe des Jahres 1935 zurückgegangen sei. Dennoch sei es im Hinblick auf die in manchen Teilen des Landes aus wirtschaftlichen und politischen Gründen entstandenen Spannungen, die bevorstehende Wahlkampagne und eine fortdauernde judenfeindliche Propaganda erforderlich, auf der Hut zu sein. Die jadenfeindlichen Exzesse in Rumänien New York, '21. Januar. (JTA.) Der Verband der rumänischen Juden Amerikas hat an den rumänischen Gesandten in Washington ein Memorandum über die judenfeindlichen Exzesse in Rumänien gesandt. Die Veranlassung hierzu war folgendes Telegramm, das von dem Gesandten an den Präsidenten des Verbandes der rumänischen Juden, Leo Wolfson, gerichtet worden war: „Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß ich von dem rumänischen Ministerpräsidenten ermächtigt wurde zu erklären, daß die Nachrichten über eine antisemitische Propaganda in Rumänien absolut grundlos und nichts als Erzeugnis der Phantasie sind. Vollkommene Ordnung herrscht im Lande. Die Demonstrationen der Studenten sind ohne Bedeutung und es werden Maßnahmen zu ihrer Verhinderung in der Zukunft getroffen." In ihrer Antwort auf dieses Telegramm nimmt der Verband der rumänischen Juden auf die jüngsten Unruhen anläßlich der Wahl zur Bukarester A d v o k a t e n k a m - m e r sowie auf die Arbeitsgesetzgebung Bezug, die weitgehend in einer die Juden diskriminierenden Weise gehandhabt wird. Her Verband der rumänischen Juden betont weiter, daß trotz strenger Zensur von der rumänischen Regierung nichts unternommen wird, um die judenfeindliche Propaganda in der antisemitischen Presse zu unterbinden. Der jüdische Nationalrat in Polen Warschau, 21. Januar. (JTA.) In den Räumen des Zionistischen Zentralkomitees für Polen fand eine Beratung der ehemaligen jüdischen Abgeordneten und Senatoren statt, die von dem Zionistischen Zentralkomitee zu dem Zweck einberufen worden war, mit Rücksicht auf die bedrohte Lage der jüdischen Bevölkerung Polens eine O c s a m t - r e p r ä s e n t a n z des polnischen J u d e n t u ms zu schaffen. An der Beratung beteiligten sich persönlich oder durch Uehersemlung ausführlicher Meinungsäußerungen folgende ehemalige jüdische Parlamentarier: Dr. A. Insel-Lemberg, Dr. M. Braiidc-Lodz, Adv. A. M. Hartglafi-Warscbau, Dr. J. Wyj.;r>d/ki-Wihia, Dr. S. Weinzieher-Bendin, A. Truskicr-Warschau, Dr, Osias Thon-Krakau, Dir. A. I.cwinsohn- Warschau, Adv. J. M. Stuczvnski-Wilna, lng. E. M. Körner- Warschau, Dr. A. Rosenblatt-Lodz, Dr. W. Rothfeld-Warschau, Dr. J. Schipper und Dr. Koppel Schwarz-Lemberg. Als Ergebnis der Beratung wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, den seinerzeitigen zeitweiligen jüdischen Nationalrat zu reaktivieren. In einer demnächst s!a"Ii"denden Sitzung soll die Erweiterung des Nationalrats durch Einladung von Vertretern jüdisch-politischer Organisationen, die auf nationalem Boden stehen, erörtert werden. Es wurde ein provisorisches Präsidium eingesetzt, dem folgende Persönlichkeiten angehören: Adv. A. H. Hartglaß-Warschau, Dr. J. Wygodzki-Wilna, lng. M. Körner-Warschau und Dr. A. Rosenblatt-Lodz. Zum Ehrenvorsitzenden wurde der frühere Präsident des Jüdischen Parlamentsklubs, Oberrabbincr Dr. Osias T h o n - Krakau, gewählt. Verurteilt wegen Sachbeschädigung Die „Main-Fränkische Zeitung" in Würzburg meldet aus K i t z i n g c n: ,,!)'(- JutlrtiiMgc ist Brillit Ii geregelt. Der Führer hat den klaren Hefeh! gegeben, dtift Kinzelaktionen gegen Juden m unterbleiben haben. Trotzfirm gbuben manche immer norh. nuf eigene Faust los/ieben ztt dürfen. So f.ißtrn drei Kur=ehen in Wit-c uhronn ftrn Knts.Muß. in ihrem ] Mrf et\v;i-, m unternehmt n. Knie* N";irhts klapperten die K.-lti-ilien '1er SU najm^c und fl'ujeii Ix-i vielen Juden <iie Frn-trr ein. i >te (bei luttrn >i< h i!isvit^ 'ü vor dem Amt sjeriebt Kit?in£cn wc^en teils ^ruieinst bitdlteher. teils eintaelk'r Sarbh e s e h » d i g ti n g rn verantworten. Teder der drei Burschen wurde zu einer <!eld strafe von 50 Mark, für den Fall der Nicht riitl*itn«;li> l.keir zu einer <'.efSngnb träfe von 20 Tagen verurteilt. TVr Staatsanwalt hatte ilie Frriheits-trsicn be.intrajt. Nur dem t"m«.iml. da Ii die Tat der tunken Bursrhen ab ein unubei legt er, in »einer Tragweite nicht erkannter und im l." ebernfer begangen« Streich iu bewerten war, hatten sie es zu verdanken, daß *i« mit. einer, wenn auch empfindlichen Geldstrafe, davonkamen." Bezüglich derjenigen Kategorie der Staatsangehörigen, zu der die Juden gehören, bemerkt Prof. Höhn u. a.: „Ganz ander., ist die Sachlage hei dem Staatsangehörigen nichtdeutschen uder nieht-artverwandten Blutes. Kr kann ü lierhaupt nicht Reichsbürger werden, er steht von vornherein nicht in einer Hernem. schaff mit dem deutschen Volke. Daß er nicht Reichsbürger werden kann, bedeutet für ihn keine Ehrenminderung und keine Aechtung. Geachtet kann man nur durch Ausschluß aus einer Gemeinschaft werden, der man zugehört. Der Staat sänge hörige nicht-dout-chen o ler nicht-artverwandten Blutes gehurt ja einem anderen Volkstum an, das ab solches vorn deutschen Volk m seiner Eigenart geachtet wird. Die Anerkennung des art. Irennlen Wesens schließt die Aufnahme in dem-che Blutsgemeinschaft aus. Der Staatsangehörige nirht-deuchen oder nicht-artverwandten Mutes ist Glied seines eigenen Volkstums, Dies gilt bc-onriers vom Juden. Kr erhält seinen Schutz vom deutschen Volk und übernimmt demgegenüber Flüchten gegenüber dem Volk, das ihm Schutz gow .ihr!." Die Auffassung, daß die Rassen-Unterscheidung der neuen Gesetzgebung kein Werturteil bedeute, wird auch von Reichsminister F r i c k im neuesten Heft der „Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" stark unterstrichen. Wir Juden haben auf diese Versicherung unsere Hoffnung auf konstruktive Lösung der Frage jener Juden, die weiter in Deutschland wohnen, gegründet, insbesondere was die nach Ausschaltung aus dem deutschen Volksleben vier unentbehrlichen Postulate — Wahrung unserer Ehre, wirtschaftliehe Existenzmöglichkeit, kulturelles Eigenleben, geregelte Auswanderung — betrifft. Zum Vorsitzenden des American JevLdi Committee wurde Dr. Cyrtis Adler wiedergewählt. Ehrenvizepräsident ist Abram I. Elkus, zu Vizepräsidenten wurden Richter Lehman und Louis E. Kirstein, zum Schatzmeister Samuel D. Leidendorf, zum Vorsitzenden der Exekutive Sol M. Stroock gewählt. * New York, 24. Januar. (JTA.) Der Senator William K. King aus Utah befaßte sich im amerikanischen Senat mit der Lage der Juden in Deutschland und forderte, man solle diesem „Volke des Geistes" nicht den Rücken kehren, sondern A u s w a n d e r e r n aus Deutschland in den Vereinigten Staaten eine Zuflucht gewähren. Senator King trat für eine entsprechende Abänderung der amerikanischen Eiuwanderungsbestimmungen ein. Budapester Briet Von unserem Berichterstatter Budapest, 24. Januar Wir teilten seinerzeit mit, daß sich zwecks Hebung des gegenseitigen Geschäftsverkehrs eine Ung.-Palästina- Handelskammer gebildet hat, in deren Leitung Vertreter der Rank- und Finanzwelt sitzen. Wie nun „Zsidö Szemle" meldet, sollen sich die daran geknüpften Hoffnungen überhaupt nicht erfüllt haben. Die Kammer, die es für überflüssig gehalten hatte, die zionistischen Kreise heranzuziehen, steht vor der Auflösung. Dagegen scheint die Wirtschaftskommission der Zionistischen Organisation unter Leitung Ignatz K 1 e i n s im engen Rahmen ihres Wirkungskreises namhaftere Erfolge aufzuweisen. Wie ihre Zeitschrift, die „Palästinensische wirtschaftsschau" mitteilt, hat die ungarische Regierung zum ersten Male die Erlaubnis zur Einfuhr der Jaffa-Orange erteilt, und zwar für sechs Monate je 25 Waggons. Zur Tel-Awiwer Messe, an der ungarische Aussteller 1935 zum ersten Male teilnahmen, haben sich bisher schon zirka 60 Firmen gemeldet. Linter dem Titel: „Jüdische Vermögen" faßt „Zsid6 Szemle" drei lehrreiche Kurznotizen zusammen: Die Aktien des einstmals größten Konzerns Großungarns, Haas und Deutsch, wurden pro Stück für einen Heller verkauft. Der frühere jüdische Baron Anton von Uilmann hinterließ sein Vermögen, ''t Million Pengö, der Christinenstädter Pfarre von Budapest. Aus den beträchtlichen Zinsen der jüdischen Baumgarten-Stiftung für bedürftige Schriftsteller wurde dieses Jahr kein Jude bedacht. Dr. A. F. Zionistische Arbeit in Norwegen (Von unserem Berichterstatter) Oslo, den 24. Januar Das Zentralbüro des Zionistischen Verbandes für Skandinavien betreibt zur Zeit eine sehr energische und erfolgreiche Keren- Hajes sodkampagne in den skandinavischen Ländern. In Norwegen ist sie bereits abgeschlossen. Die Aktion wurde in Oslo und Trondheim durch Rabbiner Dr. Melchior, Kopenhagen (früher Beuthen), in Gemeinschaft mit den lokalen Keren-Hajcssodkomites durchgeführt und brachte erfreuliche Rcsu'tate. Den Auftakt zu der skandinavischen Aktion bildete eine sehr gut besuchte Vorfragsveranstaltung, zu der neben der Norsk Zionist-Forering die Gemein de vorstände a's Mitveranstalter in Erscheinung traten. Das Mitglied der Leitung des Zionistischen Verbandes für Norwegen, Rabbiner J. Samuel, führte den Vorsitz. Rabb. Dr. Melchior sprach über das Thema „Religion oder Nation" in interessanter und fesselnder Weise und regte damit eine sehr lebhafte Diskussion an. Das Schlußwort des Redners klang in eine Mahnving aus, die jüdischen Lebensgüter durch Unterstützung des Aufbaus von Erez Israel zu sichern. J. S. Jüdische Minister in Frankreich Paris, 26. Januar. (JTA.) Dem neuen französisch«« Kabinett gehören drei Juden als Mitglieder an. Georges Mandel, der auch im Kabinett Lava! Postminister war, hat dieses Portefeuille behalten. Der unabhängige Deputierte Jauues Stern ist Minister für die Kolonien in dem neuen Kabinett, Pierre M a z c Unterstaatssekretär für Hygiene im Ministerium des Innern. Hauptschriftlciters Dr. 'Robert Weltüch, Berlin - Charlottenbnrg B (auch rerantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenitein. Berlin W 15. Anzeigenleiter u. »erantwortlieh für den Inhal» der Anseilen: Hermann Fitin, Heidin-Tempel'of. Gültig: Anzeigen-Preisliste 4 rorn 15. Oktober 1935. Verlag und An. zeigenverw»itung: Jüdische Rundschau. Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.-A. Dm. 38 737. — Druck: Siegfried Scholem, Bln..Schöneberg.