Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1936)
- Date
- 1936-01-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 7, 24. 1.1936 Werfeis „Weg derVerheißung" Die Vorbereitungen zur Reinhardt-Premiere unserem New -Yorker Korrespondenten 10. Januar 1936 \ o n New York, eijaluigcr Votbereitung und mehrmaliger i I 'rentiere von Franz, VC'erfels Bibel- Yci liciiiu'ig" (in der englischen Fassung ) Anfang Februar irr, Manhattan New York vor sich gehen. I>ie Aufig der unermüdlichen Energie des Verh. in Nach mehr ais Verschiebung wir« drama ,.D< r Weg „1 he l;ternal Po, <) p e r a 11 o u - e fülirung ist ein 1 rlolg anstaltcrs Mmr VC. \V. wunder hat. Der englische Titel, der in wörtlicher llebersctzimg Roau ot I'niiiiise" lauten müßte, wurde geändert, um tileieltldatig mit dem Palasthtatiim des Kereti llajcssod Latin of |>r<»:ni>e" (1 )as Land der Ycrhci.uing , der fü'il Wochen langer uitw Erbrochener Aufführung im 'al, der alle Schwierigkeiten über- „The einen ..The nach Astor- Thtater am Bmadwav jetzt in httnderten Kinos der Vereinigten Staaten gezeigt wird', zu vermeiden. hie Autiuh'tiug et forderte atiücrordentliche technische Voibereitti'igiit, mr" die tV'O-IO -IIHHOI Dollars aufgewendet wurden. Zur Ii; .ciiattung dieser Summe mulite sich Wcisga! an die aiuerik mr-clien Juden wenden, die aber der Sache ztmäil -t mit Skepsis gegeuuhei.fanden. SehiielSlieh fanden sich ci'igc 1 'et s-mvn, die das ZiNtasulekommcn ermöglichten, darunter Maurice l.cvin, ein er-t kü.vlich hervorgetretener Zk-hM, der aueli groHe Stimmen dir I'a'äsiina-Arbeit gegeben 'nai, A'tred S t r e I / t n, gieiclifail-. ein neuer Name im jiidi- Hin n 'i'tD heu I .!>ui, Mr-. bVbivca Sief f (London), Feh\ Vi a r!• u i g, I nrem f.. M e \ er, hu ie er Vorsitzender des t'n I ', . sieh tu richtet fuhrtin < iel'.U!.: ein/i-'e Autln:;' Und ei' de von Iis ■ ir u a W.i I IIOIINI l»,o \. Nu W I! ' \'< <r' I Du- 1! IIP ier \, Du at % \\ e r k i. de- V or WlI 7ü tun. Max!•: Stucke. Ann man in d anzupassen, in der Maul -tcllun l.inbli wo die Aufführung vor i ( S.kar I laminer-teiu Orlen Jahren glanzvolle Auf¬ 's an Bedeutung, und das lüg restauriert, da es das da-- grub genug für die jetzt eine nette I assade Luhne wird erweitert und 'einigen, so dal! ehe Szene I Luises zu tibersehen ist. en Einfinden. in die Vorbereitungen /um spaten Abend W, an/ Hei II Villi \\ I : ..'.;! einer Seilst! Hauptrollen, l seiner bisherigen Spielern sind " i ine Reinhardt. ( i itdn. - A. d. K.), de Verlobten lohn it, rineil I n. u-limitt; 'erk sehen. Die BiihneuLlssutig Oes il ebeiis«) Sem \X\rK, wie <las des und dort Aemleriingeu anordnet, sieht Kurt Wehl nervös auf und ab gehet!, und I i,n den Wünschen des Regisseurs i im den jm Adelphi-Theater statt, da i -eh gebaut wird. •truppc vi u 'ii i"is. hen, darunter uhard't eine der größten Aufgaben n. Woi t tu ie Proben 0 m-t )per i Si'lrili.njei, ' at ' K'ei I autbahn übernommen, l'nter den Schaii-;e \ (iti Ruf U;i<l Mcgabung. Da i.t 7. B. 1 L'l :h' I himig (in Luropa wohlbekannt die Rohe der Ruth und «de. ihrem jüdischen len fremden Mädchens verkörpert. Den „Widerspreche!" spielt Sam J a f f e, ein auf dem Broadway bekannter Schauspieler. I otte I. e n j a (Gattin von Kurt Weil!) gibt die Mirjam, Ros.imont \> i n c h o t (berühmt als „Nonne" in Reinhardt. „Mirakel") gibt die Batscheba. Hin er der männlichen Schauspieler ist Jakob Ben Ami, bekannt als jiddischer und englischer Schauspieler, ein anderer Thomas Chalmers von der Metropolitan Opera. Der Tenor Henry Rosenhl a 11, Sohn des verstorbenen berühmten Kantors Jossei Roscnblatt, gibt den Jerenüa. Die B h h n e n b i ld e r" sind n'I (iedd.'s entworfen, der auch die Bilder hergestellt l,;it. i'. ning di r I än/e < I lal'imah" (auch in d. K.J. Die erste die von Norman 1 zum „.Mirakel" Die Linstod früher bei der ,. bekannt — A. lavancri Nina Reinhardt, „vi Solofänzeriiinen pangs erwalmh I I Die teil a (i e eaaeoht.!: 1 Llorcnec Eugene < M Me hliegl Benjamin Z Berlin von seinem I anzerin ist die auch al. I latipit i lim mit\> iti-.ti.'. I c r, die I ochter e m ach, (iastspiel Jnjährige izeiiu in ine «Ier des ein- Reinhardts Hilfsregisseur, der übrigens dem Meister auch in der englischen Sprache hilft, ist Francesco von Mendelssohn, ein Großneffe von Felix Mctidelssohtt-Bartholdy. Unter den Mitwirkenden sind auch einige in den letzten Jahren aus Deutschland gekommene Einwanderer, die jedoch wegen ihres ungenügenden Englisch nur Nebenrollen spielen. Die 36 Szenen des Stückes spielen aiif fünf übereinander ecGgerten Bühnen, die durch riesige elektrische Krane bewegt werden. Im Vordergrund der Raum der mittelalterlichen Synagoge, im Hintergrund die Stufen der Himmelsleiter, die sich bis ins Unendliche verlieren. Die Aktschlüsse werden nicht durch einen Vorhang markiert, sondern durch Scheinwerfer, die, auf das Publikum gerichtet, die Bühne in Dunkel hüllen. Die Aufführung dauert jetzt 3','a .Stunden, wird aber wohl auf 3 Stunden zusammengedrängt werden. Reinhardts Ansicht über den „Weg der Verheißung" ist in dem Satz zusammengefaßt: „Zu dem sakralen Festspiel, aus dem im Altertum das Theater geboren wurde, müssen wir zurückkehren, wenn wir eine Wiedergeburt des Theaters anstreben." Aus diesem Grunde (und nicht nur wegen seines jüdischen Stoffes) verfolgt auch die gesamte amerikanische Theaterwclt das Unternehmen mit großem Interesse. Die Zeitungen bringen fast täglich Mitteilung darüber und die Öffentlichkeit sieht der Premiere als einem wichtigen Ereignis entgegen. Möge sie nicht nur ein Theaterereignis sein, sondern auch ein neues Verständnis für Juden und Judentum in Amerika erwecken! Drei Frauenrollen aus Werf eis Weg der Verheißung" // e / «■ n e T h i m i g als Ruth fremde Braut und Florence Meyer, die Tochter von Eugene Mever, als Tochter des Pharao Rosamond l'inchot als Bat-Schewa Foto«: M.W. W. l'rodoctioo. New York Jüdisches Chorwesen hin Beispiel aus der Praxis Seit dem Winter l'Hi il probt in , --eldorf Erwin Palm mit einer Schar musikalischer Dilettanten mit dem Erfolg, dali heute in Düsseldorf das Chorsciialfen im Mittelpunkt des jüdischen Kunstlebens steht. Daß dabei die Pflege der jüdischen Volksmusik sowie «las Schaffen lebender jüdischer Komponisten im Vordergrund steht, gehört zur ürundt iiisteüuiig dieser jungen Cliorvereinigung. Die Art, wie hier eine jüdische Gemeinschaft von sich aus die musikalischen Werte wieder aufgreift, die es bisher nur in Oper und Konzertsaal für sie gegeben hatte, wie sie dazu noch neue jüdische Musikwerte entdeckt, ist von großer Bedeutung. Noch wichtiger ist freilich die Tafsache, daß sich hier das Judentum zur Ausübung der Kunst keine instrtinicntahsten und Sänger versehreibt und diese dann finanziert, dali es sich ferner nicht aus irgendwelchen Repräsent.'iti usgilinden von dieser neuen Kunstgattung distanziert, sondern sieh selbst zum Interpreten dieser Kunst macht. Indem oie Düsseldorfer Gemeinde nicht singen laßt, sondern selber sir.gt, schaltet sie alle Probleme des Berufsmusikertums aus. Nach diesen aus der Praxis des werdenden jüdischen Choi W esens gewonnenen Ei Kenntnissen läßt sich die allgemeine Ln.ge nach dem musikalischen wie soziologischen Sinn der Chonnusik steilen. -- Zunächst gilt die Feststellung, daß sich auch heute noch das kulturelle Leben auf der Guckkastenbühne des Theaters oder auf dem Podium des Konzertsaales, distanz/:-1 von Zuschauer und Hörer, abspict, nicht mitten unter uns. Noch steht die trennende Schranke, die man seit Jahrhtmderlen zum Publikum hin zu errichten gewohnt ist; aber sie schwankt bereits unter dem Ansturm der GemeinschaHsiuusik, welche die Kluft zwischen Ausübenden und Aufnehmenden überbrücken will. Denn es geht auf die Dauer nicht an, dan diese Trennung, die es im Urstadium der Kunst — bei der Musikbetätigung der Primitiven — noch nicht gibt, es dem Hauptteil der in einem Raum vereinigten Mejige verbietet, selbsttätig in das musikalische Geschehen einzugreifen. Hier vermag es allein die Chormusik, die sich weniger irn Hören als im Mittun erschließt, die Formen unseres heutigen Muslkapparatcs zu revolutionieren. Denn der Chorgesaug, als die natürlichste Art des gemeinschaftlichen Musizierens, ersetzt die passive Haltung des Kunstgenießens durch eine musikalische Haltung, die den aktiven Menschen fordert. Die Idee der Chormusik, so wie sie durch die Geschichte hindurchgeht, wird getragen von «Ier einen großen .Mission: immer wieder die Kunst mit dem Blutstrom des Fclkloristischen zu durchsetzen und so zu neuem Leben zu erwecken. In diesem Kampf gegen eine allzu artistische Kunst wird der Hörerkreis gesprengt. In ihrer Popularität gehört die Chormusik keinem auserwähiten Publikum mehr an, sondern läßt im Idealfall Hörer- und Sängerschar ineinander aufgehen. r>_ Qerhard Herz, Düsseldorf Agnons neue Werke VnliiBlidi des I rsdieinrns der neuen Münde im Siliocken-\ erlag Vom M \ \ M A V K II, Jerusalem ,,lJnfailie Kr/iililung"' In eine andere '/At und eine andere \ 11nospln, f-e versetzt Uns Unem j,, .;-m,.r ..Kin I'.-, r I. .• n K r / ä Ii I n n Die (iesehiehle .|,;,.]| nill \\„Md,- ,|,.. \1\. hniidert.. in einer pidi.ehen K l.-ii i-l.,< M ini! ihrem Meinbniirertuiii und deren teil, noch (i i den - \ llen fußenden, teils aber bereits m «Ii,. pl,,!!e Lle-ne ,.;(„.s em-iipiii-eheii (i li-iehmaehertiims .miinijeiidi-ii J\pen. M ni mnk> es Airuon na( hsa.n-ri. clalo selbst die nach lenmp.i -.-holenden Tvpen seiner Kr/ählung noch i'harakteri.t i.eh und oritrinell genug gezeichnet sind, um sofort die -nie Mntlen nD zu erkennen, der sie entstammen, \\,-,. ,,,, die.er Erzählung ,,einfach" sein soll, darüber hat sieh die Kritik vielfach den Kopf zerbrochen. Soll etwa die Fabel der Erzählung mit ,,einfach" gekennzeichnet werden, eine L.diel, die die heimliche Jugendliebe l'mes uiibehid lein-n l\an riuatm.-olnies 711 einem Mädchen darstellt, das \on de«.-n Elb-rn als arme verwaiste \ erwandle aus Erbarmen in den ILnisdieiisl i;enomuien und dort weidlieh aii-geiiul/t wird.' Eine LI, be. die auch noch unterirdisch weitet -flackert, als lliceliel llorwilz in einem Anfall seelischer Verwirrung die von ihm ungeliebte, ihm von einem I len mIm ermitller unter t.äligrr Milwirkung seiner Müller aulj..,-! hwälzte Minna Zmiuiich zur Frau wählt? Eine Liebe, die noch die ersten Jahre dic.er Ehe überschauet und den <iei-t ,|,-s jun-en. erblich sehwerl.ela-lplen Ehemann. .,, „.rnitl,.(, da|;, „,,;,„. b;..,„-erlen \erw;mdlen lim ms \er\en.,,iiatori..... ,|es heimKamen Doktor l.angs;im geben ums.in. wo e-r allmählich seine Fasvnnir wiederfindet und nun als geheilt ,1, s,.i,n.r |.'rau zurückkehrt, die ihm inzwischen einen Sohn geboren hat? Eine Liebe, die erst völlig mit der Geburt des zweiten Kinde-, erlöscht, so daß llirsehel, das Gewebe der ihn ,,, , |;,| 1 |,,,, H i iao;esj,in. |e zerreil'ienii, mm ee.'ir l'diii-ie \ ,..|,| |.-H, M-r,'e.sen k um und als Ii. :»ei:der Kii na m n id z irl!ich<T \a!er in den Schoß der lamilie zurückkehrt? Wenn nicht die üenidliiiigkeit dieser! abel als ,,einfach" gelten soll, so gibt es hier nicht Gel Einlaches. Sowohl das Holirend-Grublerische der Hauptfigur, als auch die häufig ans Groteske streifende Eigenart di r g'.ellsrhafl lieben Kreise, die in die Erzählung einbezogen sind, sind dem Psvchi.eh-Koinjiliz.ierlen näher. Es i.t das erschul lernde Drama eines seinem natürlichen Nährboden, dem ..Lernen", entrückten Jünglings, der den Ansprächen der neuen Welt, in die er wider seinen Willen hineingestoßen wird, nicht gewachsen U\. lilumc Nacht, eine mil allen Mitteln Agiionsrher Selbst beherrsch ung und Zurückhaltung gezeichnete Figur, ist zwar die mil Sinnen geliebte Frau, der er mit der ganzen Inbrunst eines jungen Herzens nachhängt, aber sie i.| vielleicht auch ab Inkarnation eines reineren, die wärm liehe Luft, des Kleinbürgertums jäh zerreißenden Slrebens zu verstehen, llirsehel ist zwar nicht der Mann, ihr auf diesem Wege geradlinig zu folgen. Aber er wittert die scharfe Luft die.er besseren Welt und umschleicht sie in nächtlichen Spaziergängen zum Haus Akabia Massais, bei dem Minute jetzt, nach ihrem Wegzug vom Mause llorwilz, Dii-iot genommen hat. Es gibt für llirsehel nur zwei Wege, M,n denen der ersle freilich keiner ist: die geistige rmnaehliing, wenn er in seinem Zwiespalt verharrt, oder die Ilückkehr in die Arme des sehoii etwas wurmstichig gewordenen, aber hier sieh noch einmal erholenden Familienlebens. Agnon wählt die ,,Einrenkung" und sie ist ihm trotz, vorsichtiger, psvi liohigiseb fundierter Linienführung schwer geworden. Auf den drill-n. vielleicht verlockendsten Weg einer willkommenen Losreißmig ilii-selmls aus seinem Milieu und des liegimis eines neuen Lelicns mit der, die ihm vom Himmel bestimmt war, muß der Autor angesichts des Finde-sie-ele l Liften seines Hehlen verzichten. .Nach alt jüdischen Traditionen umkreist die liraut den Bräutigam bei der Hochzeit, dreimal, weil sie ihm dreifach angeheiligt sei. Ein erstes Mal, vierzig Tage vor der G' borl, da eine himmlische Stimme veikimdil: die Tochler des \ dem V; ein /weites Mal unter dem Trauhiimiiel; und ein drittes Mal nach ihrem Tode zu ewigem Munde (vgl. Agnons „llaehnass.ith kalla" S. 191). llirsehel, aus dessen Mint seine erste, vom Himmel bestimmte Anheiligimg schreit, ist es nicht vergönnt, auch der zweiten und dritten teilhaftig zu werden. Auch die ..Einfache Ei Zählung" hat ihre verwandten Vorgänger m zwei früheren Werken \g;>ons. Es ist wohl kein Zufall, «laß wir hier, wenn auch nur beiläufig, einer 1 igur, dein Geschichtsforscher Akabja Ma.ssal, wiederbegegnen, die uns aus einer früheren Erzählung Agnons — „In der Blut© ihrer Jahre" —- wohlbekannt ist. Auch diese hat das ergreifende Eielx'.sdrama einer jungen Frau zum Mittelpunkt, die, mit einem ungeliebten Manne verheiratet, die Liebe ihrer Jugend nicht vergessen kann und an ihr frühzeitig zugrunde gehl, ein Schicksal, das sich nach ihrem Tode wiederum an ihrer Tochter vollzieht, wobei das lK'sonders Erschütternde darin liegt, daß die Tochter, ohne um die Beziehungen ihrer Mutter zu wissen, an (lern gleichen Akabja Gefallen findet, um den die Mutler, wie sie später erfährt, ihr kurzes Leben »ertrauert bat. Das andere Werk Agnons, das unwillkürlich an die ..Einlache Erzählung" erinnert, ist das humorvoll-satirische Kleinstadihild „Mit unseren Jungen und Alten", eine in jungen Jahren in genialischer Laune hingeworfene Zeichnung des grotesken (iesell«c!iaftslebens einer jüdischen in ..moderneren" Auffassungen erwachten Kieinstadt. Nichts ist geeigneter, den großen Entwicklungsgang Agnons als Kompositor und Darsteller zu erkennen, als eine Vergleichung dieser beiden, ihrem Milieu nach so ähnlichen Werken. Sie verhalten sieh wie gärender Most zu abgeklärtem Weine. Dort herrscht sprühender Witz und, wenn nicht gerade beißende, so doch fröhliche Satire, hier hingegen ist das freimütig offene, jugendlich unbesonnene Lachen einem stillen, beinahe heimlichen Verziehen des Mundes zu schmerzlichem Lächeln gewichen. Dort treffen wir trotz allem Verschontseins Agnons vor dem verwüstenden Ilaskala-Kampf etwas von der zuversichtlichen Stimmung des gläubigen Adepten der ,,neuen Mildung", hier erscheint die ,,neue" jüdische Gesellschaft in ihrer zwar stark geackerten, aber immer noch substantiell beachtenswerten Verbindung mit dem Guten- Alten. Der nahe Hintergrund des Miederen und Gediegenen hält diese W ell noch — vielleicht ein letztes Mal — zusammen. Die nächste Generation wird die ..Einrenkung" bereits für einen schmählichen, menschenunwürdigen Verzicht hallen und daher für Agnon als Sujet kaum mehr in Frage kommen. Was diesen Roman in jeder Zeile so köstlich und bestrickend macht, ist die auch auf die kleinsten Details verwandte zeichnerische Sorgfalt und Liebe. Es sei gestaltet, hier wenigstens ein kleines Meispiel dieser großen erzählerischen l og ml Agnons zu gellen. Es ist von den Geschenken die Hede, die das Mrautpaar zu seiner Hochzeit erhält. Es heißt da: