Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1936)
- Date
- 1936-01-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7, 24. I. 1736 JODISCHF RUNDSCHAU Seite 7 A^m^,*^61! ^sien Ostjuden in englisch - amerikanischer Umwelt Anläßlich oinf»r RiiflilWKnrrxliiino ' C Anläßlich einer Buchbesprechung Etsu Inagaki-Suglmotos Eine Tochter der Samurai. 348 Wolfgang Krüger Verlag, Berlin. Frieda Hauswirth: Der Sonne entgegen. Ein Roman aus dem erwachenden Indien. 400 S. 4,80 RM. Rotapfcl-Vcrlag, Erlenbach-Zürich und Leipzig. Elisabeth Foreman-Lewis: Jung Fu wird Kupferschmied. Leben und Abenteuer eines wackeren Chinesenjuiiffcri. 280 S. 4,90 RM. Verlag Anton Pustet, Salzburg-Leipzig. Von der wirklichen Tragweite der gewaltigen Wandlungen, die sich itn 20. Jahrhundert bei den asiatischen Völkern vollziehen und die sich auch in der Weltpolitik immer stärker bemerkbar machen, läßt sich heute noch kaum eine Vorstellung machen. Fast alle asiatischen Volker sind bereits in einen Säkularisationsprozeb einbezogen, der sich nicht tiberall mit der gleichen Geschwindigkeit und auch sonst in vielen Abwandlungen, aber doch in einer verblüffenden Oleichartigkeit vollzieht. Unter dem Einfluß Europas, insbesondere der angelsächsischen Welt mit ihren liberalen und Biidungs-ldcen, sind die asiatischen Völker im Begriffe, aus ihrer genau geordneten und durch Jahrtausende geheiligten Walt der Tradition, in der das Leben durch strenge Gesetze bis in die letzte Einzelheit geregelt war, zu einem modernen Leben überzusehen, das von Wissenschaft und Technik, Aufklärung und 'Nutzzweck bestimmt wird. Furchtbare soziale Verhältnisse, die sich kraft religiöser Vorstellungen erhielten, werden durch moderne Verwaltung gebessert. Zugleich wird diese von einer modernen Intelligenz geführte Bewegung, die bei den traditionsireucn Massen teilweise auf erbitterten Widerstand stö.'it, zu einer politischen Macht, gerichtet auf Befreiung des Volkes nach innen und nach außen, und mündet schließlich in einen radikalen Nationalismus, wie er den europäischen Ideen des 1°. Jahrhunderts, verbunden mit den Errungenschaften des 20. entspricht. Uns Juden interessiert an diesen Vorgängen zweierlei: Erstens sind wir, wenn wir Schilderun: gen ferner asiatischer Völker lesen, geradezu erschüttert über den Parallelismus, der sich hier zu der jüdischen Entwicklung ergibt. Die völlige Beherrschung des Lebens durch das_ Reügionsgesefz, die Formengebuiidenheit und starre Orthodoxie der älteren Generation ist genau so wie die sich unter europäischem Einfluß vollziehende Aufklärung und Auflehnung vergleichbar den Zuständen, wie wir sie aus der klassischen jüdischen Aufklärungs-I.iteratur, insbesondere der hebräischen Haskalah des 10. Jahrhunderts, kennen; wir verstehen dann auch viel besser die allgemeinen Gesetze, kraft deren sich der Nationalismus auch im jüdischen Volk als die natürliche nächste Entwicklungsstufe dieses gewaltigen Umbruchs ergeben mußte. Zweitens aber müssen wir uns bewußt machen, daß mit dem nicht mehr rückgängig zu machenden Erwachen der asiatischen Völker auch eine neue W eltepoche anhebt, in der nach der Jahrhunderte währenden alleinigen Vorherrschaft Europas neue Mächte auf den Plan treten. Und daß die noch aus dem 19. Jahrhundert, wo man als einzigen Exponenten Asiens den „Kranken Mann am Bosporus" kannte, stamm mde Konzeption der zionistischen Politik, die wir aus Trägheit oder Anpassungsfähigkeit mehr oder weniger beil>"''aiten haben, in höchstem Maße revisionsbedürftig ist. In diesem Sinne wirken die hier genannten Bücher, gerade weil es keine „politischen" Bücher sind, zugleich aufregend und erschütternd. Alle drei Bücher sind von Frauen verfaßt und enthalten schlichte Schilderungen des Lebens in den drei wichtigsten asiatischen Ländern: Japan, China, Indien. In allen drei Werken lernen wir die noch vorhandene und noch sehr starke alte Ordnung kennen, gegen die die junge Generation, die schon gelegentlich mit westlichen Elementen zusammenkommt und allmählich ein Ventil für ihre Zweifel findet, sich fast unmerklich innerlich auflehnt; wir sehen aber auch schon den neuen Geist am Werke, und wir lernen den gewaltigen, alle Hindernisse hinwegräumenden Idealismus kennen, der die nationale Jugend dieser Völker auszeichnet, einen Idealismus, wie er wohl jedem jungen Nationalismus zu eigen ist — auch das kennen wir aus der neuesten jüdischen Geschichte. Wir sehen, wie das fortschreitende Wissen die alte konservative Haltung zersetzt tmd neue Fragen anfwirft, während vorher nicht gefragt wurde. Frau I n a g a k i - S u g i m o t o erzählt ihre Erinnerungen, die fast 70 Jahre zurückreichen, ausgehend von jenem gewaltigen Uinsturzjahr 18öS, das die neue Epoche der japanischen Entwicklung einleitet. ■ i i .t aus ihrem feudalen Milieu, wo Familieiigesctz, Religion und Ahnenkult das ganze Leben beherrschen, in die Stadt und von dort später nach Amerika gekommen. Sie hat das Christentum angenommen und allerlei Krisen durch..''-', di ■ unter den Problemkomplcx der Assimilation fallen, ohne ihrer Nation, deren rapide Wandlung sie schrittweise miterlebt, untreu zu werden. Von speziellem Interesse ist für uns eine Schilderung des Eindrucks der Bibel, die die Verfasserin als Mädchen in Tokio in der Missionsschule kennenlernt. Sie schreibt darüber: ..Außer I'"i;^li-«li «in die gcM-l.i.-l.i!i.!.,•!, JliMi, ich am iv.fen. (ilirh <!oc japanischen: i!ir ahm II selben Schwächen wie tu der Kerjieninq war wie <l auf das jene jji'^üindt't war, s| wieder, da Ii mir die ürleiiiun s. Zu zwei englisch -jüdischen Büchern Louis Golding, Five Silver Daughters. Albatros- Verlag, Hamburg, Bernard Baruch, The Jewish Tragedy. Bloch Publishing Comp. New York. Wem einmal das Glück einer Wanderung nach England oder nach Amerika beschieden war, der wird ohne Zweifel bei den Juden in diesen I ändern zwei Tvpcn unterscheiden müssen. Hier trifft er die „Hundertfünfzig-Prozentigcii", die scheinbar ganz aufgingen in Wirtschaftsleben und (ieisligkeit der neuen Heimat; sie vergaßen, wo einst ihre Wiege stand, sie sind, wie es ihnen scheint, mit der „Mayflower" ans amerikanische Ufer gelangt oder dermaleinst mit Wilhelm dem Eroberer ins alte England eingezogen. Wir kennen die Weise, wir kennen den Text .... Dann aber gibt es eine andre Spielart der Wanderer: die bringen den Feuerschein des eignen Herdes, ob er nun vorzeiten in Kopyl oder in Plotzk oder in der Ukraine stand, immer mit sich, wohin sie auch wandern: der Eine hilft dem Andern wie einst daheim, der Nachbar verkehrt mit dem Nachbarn der Jugendzeit — oft finden sich in amerikanischen Städten des Mittelwestens Paare zusammen, deren Eltern und Großeltern schon vor Generationen in Rußland miteinander freunclnachbarlich verkehrten. Das oft beschriebene ostjüdische ,,Städtel" — jetzt an der Stätte seines Ursprungs allmählich von der Erdoberfläche verschwindend — ersteht aufs neue — sagen wir: in Whitechapel, in Manchester oder in Bronx, dem Judenviertel von New York, oder irgendwo anders, wo Ostjuden sich in englisch-amerikanischem I.ebensraum eine neue Heimat schufen. Bekannt sind die neuen Probleme und Zwiespältigkeiten, vor die die unvergessene alte Welt und machtvoll herandrängende neue Welt die Eltern und die Kinder — die Eltern gegenüber den Kindern — stellten. Schalom Asch hat ihnen in seinen amerikanisch-ostjüdischen Büchern unübertrefflichen Ausdruck gegeben. Heute drängt diesem großen Schihlercr ostjüdischen Lebens in fremder Welt schon eine ganze Reihe von jüngeren Begabungen nach. Zwei der interessantesten seien hier herausgehoben: Louis Oolfling, der vor einigen Jahren mit seinem jüdischen Manchester- Roman „Magnolia Street" einen Welterfolg errang, und Bernard Baruch. de in Amerika lebt und bis jetzt hauptsächlich als Dichter jiddischer Eoen und Dramen hervorgetreten ist. Louis Golding, der Sohn ostjüdischer Eltern, der von der Kindheit in der Jud-Migasse der englischen Kleinstadt zu einer „echt englischen" Erziehung in Cambridge fort schritt, versuchte nach dem überraschenden Erfo'ge seütes Romans ..Magnolia Street", eine Zeitlang auf andern Ecklern Früchte zu ernten. Für sein reifstes Werk hält er seih t, wie er einmal im Gespräch sagte, die vor einigen Jahren! n Albitros-Vcrlag erschienene psychologische Studie „Mlracle Boy": die seltsame Leidensgeschichte eines Dorfjimgen in einem abgelegenen Tal in Tirol, der kraft seiner magischen Begab'tng als-Wundertäter verehrt wird. Ein unheimlich lockender Stoff, der aber von Goldlngs Hand, Wie mir scheint, noch nicht gemeistert worden ist; zu unvermittelt sieht man den Autor selbst zwischen dem Ja des Glauben« und dem Ne:n des ' 'nglaitbcus schwanken. In seinem neuen Buch dagegen ist Golding wieder zu der alten Heimat seiner Bücher und seines Erfolges zurückgekehrt. Oleander Street, wo San Silver, der Vater seiner ,.F i v e S i 1 v e r D a u g h t e r s", seine bescheidene Wohnstätte aufgeschlagen hat, liegt ganz nahe bei Magnolii Street, dem Schauplatz seines früheren Buchas, so nahe, daß man aus der Küche der Emanuels durch d;e Hintertür sogleich in d:e Küche der Silvers kommt. Dort wohnt Sam Silver, der aus Rußland einwanderte und hier in aller Bescheidenheit seine Gummimäntel herstellt, mit sein-r einstmals schönen, jet/t nur noch wohltätigen Frau Hannah. deren Spiegel gänzlich voll gesteckt ist mit den Quittungen der Wohltätifkeitsvereine — selbst die Quittung der Heidenmission fehlt nicht darunter — und seinen fünf Töchtern, deren wechselvolle l.ebcnsschicksale den Inhalt des Buches bilden. In ihrer Küche spielt sich dis gesellige leben d-s gingen StidtvVrHs ab: divt t.i'nm die „Anarchisten" und trinken unendliche Mengen Tee mit Zitrone. Aber es sind merkwürdige Anarchisten — wenn eine Fliege in d;e Mi! h ge'alb'H wäre, so hatten sie sie bestimmt herausgezogen und ans Feuer gehalten, damit sie wieder trocken würde. Ihre Weltanschauung mahnt nicht an Whisky oder Wodka, sondern an „Tee mit Zitrone"; und — um es gleich zu sagen: das ganze Buch mahnt ein wenig an dies bekömmliche, aber nicht gerade berauschende Getränk, "the c, i die l-.ten e allen tir.iriue. hchlc tu* i'l Fh-hlin^-Xch A 1 I e n T tili in e n t e hil Icrreidie Xpra.hc darin halten dieselben Ttifrrndci Samurai; und dac so dem! vieler striilFi he-onders; ver-land efw.as der Und diepairiarrli.de Form F a in i 1 i e n s v s ( e m, un^cr eigenes Heim er SleUen weit weniger rätselhaft voika;i>, als die Frlaniciuneen der ai|>l.'indi-elii-n Fehlet." Welche eigentümlichen Zusammenhänge sprechen aus diesem schlichten Bekenntnis! Und dieses „Eamiliensystem", um das sich alles dreht, und auch sonst ähnliche strenge Gebundenheit wie im alten Japan, herrscht in Indien, in das wir von Frieda Hauswirth versetzt werden. Heiratsbräuche und Riten sind ganz ähnlich, wohl unter dem Einfluß des gerneinsamen Buddhismus: Verlobung der Mädchen mit spätestens zehn Jahren, und Sitten, die uns heute sehr grausam dünken (man kennt dies auch aus Katherine Mayo). AU das erinnert häufig genug an ostjüdische Ghetto-Geschichten und verhilft dazu,' manche ostjüdische Sitten, über die oft ein vorschnelles Urteil gefällt wird, als Bestandteile einer gewaltigen, vielen religiös gebundenen Völkern gemeinsamen Febciisordmmg zu erkennen. Das Ziel in Japan wie in Indien ist äußerste Selbstbeherrschung unter Ztir'ückdrängung aller persönlichen Gefühle. Qepaart damit ist eine Ablehnung, ja Verachtung des Fremden und besonders der europäischen Lebensformen, die als unschicklich und abstoßend betrachtet werden. Dieses Oefüge lockert sich aber, und bei Frieda Hauswirth erleben wir diese Entwicklung an dem fesselnden Schicksal einer Familie. Während die Großmutter nach dem Tode ihres strenggläubigen brahmnnischen Gatten sich noch selbst verbrennt, findet die cup that cheers but not inebriates" nennen es die Engländer. Hauptzweck dieser Anarchisten scheint es in der Konstruktion des Buches zu sein, den fünf Töchtern die erforderliche Anzahl von Ehekaudidateu zu liefern. Das gibt denn nun freilich Anlaß zu manch buntem und abwechslungsreichem Bilde aus aller Welt. Einmal sogar gerät der Autor hart au die Grenze des Tragischen und zeigt, daß er noch über andre Töne verfügt, als er uns gewöhnlich anzuhören gibt: wenn Susan, die eine der Töchter, die einen russischen Sowjet-Kommissar geheiratet hat, in Rußland das Haus ihres Großvaters aufsuchen will und eben dazukommt, wie der i te Mann von den KVvoiutioiisbehönlcn erschossen werden soll, weil er sein Getreide vergraben hat ... Aber dies grell und eindrucksvoll geformte Bild steht einsam und allein unter den vielen Gesellschafts-Schilderungen aus England, Deutschland, Paris und der Riviera, die hier und da fast au eine Film-Reportage erinnern, l ebendig wirkt wieder die Atmosphäre der Straße, der Vater, der im Kriege schnell reich geworden, dann wieder sein Vermögen verliert und in schlichter Redlichkeit — sehr gegen den Willen seiner Töchter — auf den Rest seiner Habe verzichtet, um seine Gläubiger vollauf zu befriedigen. Die Titel-I leidinnen, die „Fünf Töchter aus dem Hause Silber", heiraten fast alle ohne viel Widerspruch der Eltern „auf dem Standesamt", meistens Nicht-Juden; wie es denn überhaupt kein echtes jüdisches l eben mehr ist, das in diesem Buche atmet, selbst die I ieblingsgerichtc sind mehr russisch als jüdi--ch. wie die nach Rußland zurückkehrende Tochter erkennen muß. Des Autors Herz gehört offenbar dem Freier der jüngsten Tochter May, einem Idealisten, der von der Geliebten nichts wissen will, weil er nicht vom Oelde ihres Vaters leben will: gewiß ein Idealist, aber doch, wie es scheint, ein wenig altmodisch dabei. Nur in den Nebenfiguren, die zum Teil alle Bekannte ans der Ma-no'insfaKe sind, pulstett noch jüdisches I eben. Aber auch dies jst Leben der Vergangenheit: der alte I lorowitz hat bei aller seiner Arbeit in Doomüi'don o-h-r Man.-he;!'r nur d.-u einen Wunsch ......- in Jerusalem zu sterben. Das war schon sein Ziel im bessarabischen Ghetto. Das blieb si in Ziei in England, wohin er verschlagen wurde. Und als der alte Silver einmal in der Lotterie gewinnt, da weiß er: das war Gottes Hand, die ihm das Grab in Zion bereifen wollte. Daß es ans ii Menschen und luden gibt, die in /Jon nicht nur st er'neu, sondern leben und arbeiten weilen, davon ist offenbar nach I loomington-Manchester (und vielleicht auch in die Seide Louis < ioldings) noch kein Sterbenswort gedrungen .... Ganz anderer Wind weht in dem Drama des jungen ameri- L-anisch-Wi<:hen Dichters Ii e r n a r d Baruch. Bis jetzt hatte Baruch, wie schon erwähnt, in jiddischer Sprache mancherlei | yrik und Dramen veröffentlicht: ein Epos (das er später dramatisiere) ,. lehuda Tauchi", war einem modernen Sabafai Zevi gewidmet. Ein andres Drama, „( baludm", behandelt das Schicksal der Pioniere, während eine bittere Komödie den Namen des Götzen „Bud"e s" (Geschäft) führte. Nun hat er in diesem neuen D-arna, eins den Titel „Jewish Tragedv" (jüdis-he Tragödie"! fuhrt, ein Gegenstück dazu geschrieben — die Tragödie der Business- Idee; und damit hat er zugleich ein Stück von der Tragödie, die unter d r Oberfläche des scheinbar <o erfo'"- i ■' eren amerikanischen Judenlebens schläft, aufgedeckt. .Mitten im Geschäftsleben von New York stellt der große Finanzmann Abraham Reiter, der von Erfolg zu Erfolg schreitet, um den sich jeder Einzelne, ob Jude ob Christ, bemüht — Telefon, Dinfaphon, Vorzimmer-Audienzen — alles wirbelt durcheinander, etwa wie in einem der Bücher von Dos Passos oder Nathan Asch. Der Geschäftsmann hat in diesem Falle freilich die alten jüdischen Freunde nicht vergessen; die Mesusoth nimmt er von dem Einen, selbst die „50 Duuam in der Scheehunath Moses Hess, zehn Meilen von Tel Awiw", kauft er, um dem AmDrn seiner Freunde gefällig zu sein. Und als der Tag kommt, da der allgewaltige Abraham Reiter „unter die Hufe" kommt, da alles ihn verläßt, seine Freunde fliehen, seine Frau ihrem l.eb'n selbst ein Ende macht, da ... ist dieser Kaufvertrag der ein/ige I loffnmigsankcr, den das Schicksal dem < iescheiferten entgegen« ir?t. ,.' aug lebe Ercz Israel, Abraham Reiter; lang lebnnsre Heimat!", so schließt das Stück. Gewiii, eine all'tt einfache, fast "ndie Handlung; dennoch sind die Szenen im Büro des Wolken!, rat zci s nicht ohne Geschick gestaltet und lassen uns ,-Ymn, daß wir von diesem Bernard Baruch vielleicht noch eiiimai Größeres erwarten dürfen. B. B. St. Enkelin, die bereits mit neun Jahren, ohne ihren „Gemahl" überhaupt zu kennen, Witwe geworden ist und damit für ihr ganzes l eb ein degradiertes, unhcihVmge'ules Geschöpf bleiben soll, den Weg ins Freie und wird eine der Vorkämnfcrinnen der Kongreßbewegung Gandhis. Diese Bewegung lernen wir hier einmal von ihrem unpolitischen Aspekt als eine Kraft der Volkserziehung, sozialen und sittlichen Höherentwicklung kennen, und dies wirkt um so stärker, als die Verfasserin gerecht genug ist, das Paradox der anticngHscli'n Haltung dieser Nationalbewegung, die alle ihre Ideen nur England zu danken hat, offen zuzugeben. Die religiöse [nimmst, mit der die Angehörigen der Kongreßbewegung ihrer Idee dienen, hat dieselbe zähe Gewalt, wie vordem die Hingabe an das religiöse Gesetz. Die Idee einer Befreiung der Parias, die in unvorstellbarem Elend dahinleben, ist ihnen ein erhabenes Ziel, um dessenwillen mit unendlicher Mühe Vorurteile, Aberglauben und Trägheit überwunden werden müssen. Die Tätigkeit dieser Menschen e-innert au die russi!h-i „Maiodniki" des 19. Jahrhunderts, die als Erzieher „ins Volk gingen", eine Idee, die gleichfalls auch im jüdischen Nationalismus nicht ohne Wirkung geb'ieben ist. Schließlieh erb beti wir das Keimen des neuzeitlichen Bewußtseins bei Jung Ett, dem Chincsenknabcti in einer Stadt Irner-Ohm.is. Aus diesem mit einem Preis f.y luv -u-uc-lmr ausgezeichneten Buch einer Amerikanerin erschließt sich uns etwas von der Seele des chinesischen Volkes mit seiner alten Kultur und seinem tiefwurzelnden Ethos. Wie sich hier ein Knabe durch Ehrlichkeit, Intelligenz und Fleiß durchsetzt, wird gewiß die Knaben aller Rassen interessieren, zumal da es so gut und fesselnd, ohne Uebcrtreibtmgen und Sensationen, aus der Wirklichkeit heraus erzählt ist. Diese Jiing-Fus sind im Begriffe, das größte Reich der Welt um/ngcst.iiteu, und das ist ein Vorgang, der auch Europa angelit. Und aus diesen Büchern lernen wir, was Frau Sugimoto so ausdrückt: „daß die Herzen auf beiden Seiten der Erde dieselben sind; aber das ist ein Geheimnis, das den Völkern des Ostens ebenso verborgen ist wie den Völkern des Westens." Wir Juden _ soll es auch uns ein „Geheimnis" bleiben? R.W. Anirrikanisdi-jitldisdic Uiblioo-rapliir f <) LS In jiddischer Sprache s:inl in Amerika 10ii dr \'\\ < 15 jiddischer Sprache s:inl in Amerika 10ii «I I. v r i k mit 1 102 Seiten Test i-M-inmum -- g; " mit 2'5S Seifen im Fahre l'Ml. Die Verla-sorte *ii: ('.'1 Bünde), Ciibe" (1), PhiladeMmi Fi), I «v Chicago (1). Di'- bemerkenswert' en NYm-r-che'! die j'ddische Bj.a hl.-G es;-, mt a üs-cbe in zwei |; I'- ii-h von Mc-'che Nadir, je ei i IFn.l v- >n ' lind M. Dilon und die zwcibäiidl-v (icsamtauv Nachlaß von Mn-c he Feil) llaDcin. Von den hie i New York " -;cs FJ),;;i eu sind: inicn, zwei ■c|-h!-'. Inik •c ip;t dem l* Fidlen (4666 Seilen) -~ im Vorjahr 21 Bände mit l'D I Seile-. - Romane und Novellen ist besonder« Perez 1 lirschbeiiis zweibändiger Roman „Rote Fehler" zu cwiiluien. An I. e h r h ü ehern erschienen 21 Bä-ule mit 2573 Seiten (gegen 18 Bände mit 161 t leiten im Vorjahr). < Die D r a in e n I i t e r a t ti r umfaßt acht PublikaFoncn mit 001 Seiten — gegen keine einzige im Vorjahr ■ . zwei Bände Essais mit ITi Seifen sind ferner zu vermerken, nämlich Grobards „Fin Vierteljnhrhnndert jüdische Literatur in Amerika" und Keisermann-Wite's „Jüdische Dichter in Kanada". Unter den neun Bänden zur Philosophie, Geschichte u. ä. fl 113 Seiten) befinden sich außer rabbinischen Schriften eine gekürzte Volksausgabe des ...More Newucliini" des Maimom'dcs, eine Maimonides-Biogranhie, ein Werk über die griechische Philrsophie von Thaies bis zu den Pvthagoräern und die „Geistigen Riesen" Gershom Baders.' Unter den sechs M e m o i r e n - B ä n d e n u n d Biographien siiui besonders zu erwähnen: die Erinnerungen Dr. Chaiim Schittowskis (1. Band), die Autobiographie von Morris Hill» (|uit und die Rachel-Biogiaphie von A. Teifelbaum. Die neunzehn Bücher üher politische und n a t i o u a I e Probleme (1205 Seiten) behandeln fast ausschließlich aktuelle [■'ragen. Vier Almannche und das große S a m m e I w e r k „Wihia" umfassen zusammen '2075 Seiten. 26 Werke (2009 Seiten) schildern die Geschichte von politischen und kulturellen Bewegungen, von Städten und Organisationen. Auq&h auf teutn lw6hhi^\/&kauf 2?./.-*. 2. KAUFT nur FF-KLEIDUNG - FF zu teilweise stark herabgesetzten Preisen! HERRENKLEIDER-FABRIK FF Spittelmarkt 11 12 13 In Moabit: Bekleidungshaus G. m. b. H. Oldenburger Straße 48, Ecke Turmstraß«