Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-01-24 · Heft 7 (24.1.1936) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 7 (24.1.1936)
Date
1936-01-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2653930--28119-2689587
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

16 entity mentions

Seite 4 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 7, 24. I. 1936 -MAGISTER KIRSCH— Der gute Likör Magister-Likörfabrik, Manchen VII Jüdische Privatbankiers für welche die staatliche Statistik in der Zeit von 1901 bis Ende 193-1 eine Gesamtziffer von 17ö7Ss) judischen Einwanderern fest.-dcllt, auf 2Y3 ST! für Ende 1934. Zu ungefähr demselben Resultat für Argentinien gelangen wir, wenn wir zu der Zahl von llO(KK) Juden in Buenos Aires die Schätzungen für alle übrigen Orte hinzufügen, die wir Herrn Wallmann, dem Sekretär der Federacion Si"i:i.»ta Arjjcmipa, \«Tilanken. Danach ) •' t.t« ü i:|he Familien 1934 i In Rosario 30«), Cordoba 2000, Santa Ed 1000, Ba«avilbasc 1MK\ Mendo/n t>50, Moisesville 000, Avellaneda 500, Bahia Bianca 500, Carlos Casarcs 400, Tucuman 400, La Plata 35t), Concordia 280, Parana 210, Rivcra 230, in Städten mit weniger als '."»Kl Familien 3200, in Marktflecken, Dörfern 1 1<K), in' jüdischen Kolonien 2900; zusammen 13 550 Familien. Nimmt man die Familie mit 5 Personen an, was als Mindestschätzung gelten kann, so kommen wir zu 93 230, also mit Buenos Aires zu 233 250 Seelen, bei 51'; Seelen pro Familie 7U 242 573 Seelen. Dazu sind noch einige tausend Einzelpersonen hinzuzurechnen, die kein Familienhaupt bilden und nicht in jüdischen Familien leben. Man wird nach allem, wenn man für 1935 einen Zuwachs von 5000 annimmt, die jüdische Bevölkerung Argentiniens per Ende 1935 mit ziemlicher Sicherheit auf 2511000 bis 2W\ OVO veranschlagen können. Wir halten 2MK)0>) für wahrscheinlicher. Für Brasilien, wo im Jahre 1923 nur 15 000 Juden gewesen sein sollen, wird die Ziffer jetzt auf 50 000 geschätzt. Davon wohnen (nach meinen Informationen an jedem einzelnen Platze) in Rio de Janeiro 2:1000, San Paulo 15 000, Bahia HKHl, Reute 1500; ferner werden geschätzt die Juden in Para auf >'>:)!). in anderen Orten (Porto A'legre, Kuritiba usw.) auf 7)(K», in den landwirtschaftlichen Kolonien Philipson und Ouatie Irmaos (nach dem Bericht <j,cr ICA) auf 2000, zusammen 30 ODO.!n U ru g u a y gibt es beinahe 25 (H>0 Juden in der Hauptstadt Montevideo, dagegen nur einige hundert im übrigen Lande. In Chile wohnen Juden in Santiago SO00, Valparaiso 300, ( ii:;eep/ion 30 ), Teunico 30'), sonstigen Orten H'OO, zusammen Ii ODO Seelen. Die Zahl der Juden in Peru ist auf ITHzu s - vi:. >...•) denen!Y>'> in 1 i na, 2 '0 in Trujülo, 300 in Chiclavu, 500 in anderen Orten wohnen. (Ich verdanke die Schätzungen Sur Peru und die nachfolgend erwähnten Länder Herrn Manuel Graiver aus Buenos Aires, der diese Länder im Jahre 19 35 im Auftrage des Keren Hajessod besucht hat.) Sic sind fast sämtlich erst nach dem Weltkriege aus Osteuropa (besonders aus Bessaiahten) und Argentinien eingewandert. Die auf 2000 bis 3OO0 Seelen zu seh -dzenden Juden in C o 1 u m b i a wohnen hauptsächlich in den Städten Bogota, Baranquilla, Cali. Medillin. Auch diese Bevölkerung stammt von einer Einwanderung der letzten Jahre, die tiberwiegend (direkt oder über Argentinien) aus Bessarabien und Polen kam. Dasselbe gilt für die etwa 1000 Juden in Paraguay, die sich in Asuncion konzentrieren. Insgesamt wohnen Juden in Südamerika (Ende 1935): Argentinien Brasilien Uruguay Chile Peru Columbia Paraguay Holland. Guyana (einschl. Curacao) Ecuador Venezuela, Bolivien In Prorent der Ges.-Uev. 260 000 2,2 sn ooo n.1 25 000 1,2 10 000 0,2 2 500 0,04 2 500 0,03 1 000 0,1 1 000 O.f) 200 0,01 800 0.01 353 000 0,4 Der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung geht also nirgends (Oer 2*2 "a hinaus und beträgt für ganz Südamerika nur 0,1 (Der nächste Ansatz befaßt sich mit der Einwanderung, auch der netnn Einwanderung aus Deutschland.) Die „Kölnische Volkszeitung" vom 21. Jan. veröffentlicht eine Zuschrift des Leiters der Fachgruppe Privatbankiers, Kurt Freiherr von Schröder, in der es u. a. heißt: „Zweifellos ist denn auch, daü seit dem nationalen Umbruch im Privatbank; igcwcibe eine gc«i-.e Fertigung bereit* eingetreten ist. Der Prozeß der Abwärt xentwit klang ist im wesentlichen nun Stillstand gekommen. An dieser Beurteilung ändern auch die in der leisten Zeit wieder häufiger vorgekommen! n Liquidierungen von rnvatbanlvjjevcliäftcii ni. hts, da es .-ich hi-rbei Li -t an?sclilielilieh um die A i! f g a I) c j ü d i s e 1) er ('. c - e h ä f t ehandelt, deren Inhalier rechtzeitig erkannt haben, daß im neuen völkischen Deutschland keine Chance mehr für eine weitere gewinnbringende Betätigung für sie gegeben ist. Die-e freiwilligen Ltipii Hertingen -ind also nichts anderes als der Auttakt zu einer Losung des Kassenpro!) 1 c in s i n n e r h a 1 b d e s 1'r 11 2 t lia n t i o i ,o a n d c s, die keinerlei HeemOachiigune. der Interessen des deutschen Privathandels bedeutet, im t'.cgcntcil von ihm als etwas Notwendiges empfunden ward, um ihm auch in den Augen der breitesten (Mfelitliebkeii wieder zu seinem, alten Anseilen zu verhelfen und ihm damit auch von der psychologischen Seite her die feste Grundlage zu geben, die er braucht, um seiner ihm noch harrenden großen Aufgaben im neuen Staat mit Erfolg sich widmen zu können." Banken-Umgruppierung in Köln Der „Volk. Beobachter" vom 23. Jan. beschäftigt sich mit der Frage einer Banken-Umgruppierung in Köln und der eventuellen Liquidation des Bankhauses A. Levy. Es heißt in dem Artikel u. a.: „Schon vor etwa Jahresfrist setzten Verhandlungen ein, die darauf hinausliefen, eine Regionalbank ins Leben zu rufen, die die Form einer Aktiengesellschaft erhalten sollte. Als Aktienkapital wurde die Summe von 20 Millionen RM. genannt, die von einigen Großbanken und bekannten Großindustriellen gezeichnet werden sollte. Das gesamte Kapital dieser Bank soll also gani in arischen Händen liegen. Die Verhandlungen scheinen jetzt so weit gedieheil zu sein, daß damit gerechnet werden kann, daß die nicht ai i sdien Mitinhaber des Hauses Oppenheim. Otto Kaufmann, Wilhelm Chan und Hermann Leubsdorf, aller Voraussicht nach ausscheiden werden. Damit würde für Dr. l'ferdtnenges der Weg frei, seinen bisher schon verfolgten Plan der Gründung einer Regional- und Industriebank in die Tat umzusetzen Die beiden Mitglieder der Familie Oppenheim dürften wohl auch weiterhin dem neuen Institut angehören, da sie nach den Nümbeiger Gesetzen aU Mischlinge gelten. Ueber die — an sich von vornherein geplante — Einbeziehung des Bankhauses A. Levy in diese Umgründung scheinen endgültige Entscheidungen noch nicht getroffen zu sein. Dabei würde jedenfalls die an die jüdischen Inhaber tu zahlende Abfindung eine gewichtige Rolle spielen.... Für die Neuordnung beim Bankhaus Levy scheint man zwei Wege im Auge zu haben. Der eine davon sieht die Auflosung und Liquidation des Haukhauses vor, das damit verschwinden würde. Auf jeden Fall dürften Dr. Pierdmenges sowie die beiden Oppenheims aus der Firma ausscheiden, so daü Leubsdorf die Liquidation des Unternehmen« als Abfindung durchführen würde. Die andere Lösung würde ergeben, daß sich die jüdischen Inhatrer von Oppenheim und Levy zusammentun und das Bankhaus A. Lew als rein jüdisches Unternehmen weiterführen." Vorläufig keine neuen Einwanderungsvorschriften Jerusalem. 22, Januar. (J LA.) Von zuverlässiger Seite wird mit 'e It. daß die Paläs'ma-^eo/erunp; der Exekutive der Jcwish Asu-ncy versprochen hat, sicli mit ihr zu beraten, bevor der Entwurf der Einwanrierungsverordnung betreffend die genh'iten E i n w a n d e r u n ß s e i n s c h r 8 nk utt gen \e ö ' (.''cht wird. Die Beratung soll sich insb..a-r./cre auf die Punkts beziehen, durch die die Kapitalistenein Wanderung l>erührS wird. Pro Palästina-Konferenz in Washington New York, 20. Januar. (JTA.) Im Anschluß an die zustande gekommene Bildung einer zionistischen Einheitsfront in den Vereinigten Staaten hat ein Initiativkomitee, an dessen Spitze Stephen S. W i s c stellt, für den 8. Februar eine Konferenz von Delegierten aus allen Teilen der Vereinigten Staaten einberufen, die den Problemen des Palästina-Aufbaus und insbesondere der Schaffung von Einwamlcniugsmöglichkc .m für Juden aus Deutschland, Polen und anderen Landern nach Palästina gewidmet sein soll Die Initiatoren dieser Konferenz sind bemüht, die Veranstaltung auf breitester Basis durchzuführen. Vertreter aller S y n a g o g e n g e m c i n d c n sind nach Washington eingeladen worden. Die Kampagne des United Palestine Appeal zur Aufbringung von zweieinhalb Millionen Dollar ist in vollem Gange. Die Führer der Kampagne haben in einem Manitest die Führer der einzelnen Gemeinden zu sofortiger Inangriffnahme der Aktionen aufgefordert. In dem Manifest wird der Aufbau des Jüdischen Nationalheims als wichtigste Aufgabe des jüdischen Volke! bezeichnet. Mit besonderem Nachdruck wird auf die Not wendigkeit hingewiesen, sofort Mittel für die Ueberführurtt von Juden aus Deutschland nach Palästina bertitzfstellen.! _;--fc— Oeffentliche Aufträge an jüdische Firmen Der Reichs- und Preußische Wirtschartsminister weist, wie „Der Deutsche Unternehmer", Berlin, vom 19. 1. meldet, in einem Bescheid an die Auftragsstellen darauf hin, daü die Frage, in welchem Umfange jüdische Firmen zu öffentlichen Aufträgen zugelassen werden können, demnächst eine neue Regelung erfahre. Vorläufig gelten die Richtlinie des Reichskabinetts vom 11. Juli 1933. Firmen, deren Inhaber nach den Durchführungsbestimmungen zum Reichsbürgergesetz Reichsbürgereigcnschaften haben, unterliegen Beschränkungen bei Vergebung öffentlicher Aufträge in keinem Falle. Flaggen auf Handelsschiffen in jüdischem Eigentum Die vom Rcichsmiuister des Innern erlassene „Verordnung über die Fiaggetiführuug der Schiffe" schreibt vor, daß alle deutschen Kauffahrteischiffe als Nationalflagge die Handelsflagge zu führen haben, d. h. die Hakenkreuzflagge, deren mittlere Scheibe mit dem Hakenkreuz etwas nach der Stange hin verschoben ist; ausländische Handelsschiffe sind, dem internationalen Flaggeurecht entsprechend, verpflichtet, ip deutschen Häfen und beim Ein- und Auslauten ihre eigene Nationalflagge z.u setzen. Die Vorschrift zur einheitlichen Führung der Handelsflagge erstreckt sich grundsätzlich auch auf solche Schiffe, dirert Eigentümer Juden sind. Doch bestimmt der § 1 der Verordnung, daß Kauffahrteischiffen, auf deren Eigentümer § 4 des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre Anwendung findet, der Rcichsvcrkehrsministcr im Einvernehmen mit dein Reiehsminister des Innern und dem Stellvertreter des Führers der NSDAP, das Recht zum Führen der Handelsflagge entziehen kann. Nach dem erwähnten § 4 ist Juden das Hissen der Reichs- und Nationalflagge und das Zeigen der Reichsfarben verboten. Jüdische Fragen vor einem Bezirksrat Der Bezirksrat in M a n u h e i m entschied, wie das „Hakenkreuzbanuer" meldet, über das Gesuch um Wirtschaftserlatibnis Hir den Betrieb einer jüdischen Gaststätte. Das Gesuch wurde abgelehnt. Der Mannheimer Bezirksrat, so wurde zur Bcgiüudung ausgeführt, war grundsätzlich der Ansieht, daß Juden nicht für die Führung einer Wirtschaft in Frage kommen würden. Ueber die Angabe, daß die Räume, für die die Konzession beantragt worden war, für i'ie kulturelle Betätigung der Juden benutzt werden sollte, wurde dahin entschieden, daß die Möglichkeit zur kulturellen Betätigung in den Räumen der Loge ohne weiteres gegeben sei, die ausreichen würden, wenn man die entsprechenden Umbauten vornehme. In einem zweiten Falle handelte es sich um die Genehmigung zur Verlegung des jüdischen Krankenhauses nach der Collini-Straßc Der Synagogenrat beabsichtigt, einen Teil des jüdischen Altersheims in dieser Straße umzubauen. Gegen diesen Plan wandten sich die Anwohner ler dortigen Gegend, Der Bezirksrat stellte sich auf den Standpunkt, daß ein Umbau des Altersheims besser sei als ein Neubau an anderer Stelle, womit dann zwei jüdische Betriebe bestehen würden. Auf die Beschwerde der Anwohner konnte der Bezirkstat nicht besonders eingehen, da die Beschwerden hauptsächlich nach haurechtlichen Gesichtspunkten aufgestellt waren und der Bezirksrat hierüber keine Zuständigkeit hatte. Die Rechtsanwälte der Einspruch erhebenden Anwohner wiesen darauf bin, daß durch die Veränderung die Collini-Straße zur Judengasse degradiert werde. Vergehen gegen das Heimtückegesetz Im Zusammenhang mit der Affäre des Kaufhauses Barasch in Magdeburg war im Dezember amtlich die Festnahme eines jüdischen Reisenden mitgeteilt worden, der in Anspielung auf die Verhaftungen in dem Kaufhause unwahre Aeußerungen getan haben sollte. Der Reisende stand jetzt lt. „Franki. Ztg." vom 23. Januar unter der Anklage eines Vergehens gegen das Heimtücke-Gesetz vor der Großen Strafkammer des l.andgerichts Magdeburg. Er war am 10. Dezember für die Firma, für die er reiste, in ein Magdeburger Textilhatis gekommen, um dort einen Abschluß zu erreichen und zugleich mit einer Verkäuferin des Hauses in einer geschäftlichen Angelegenheit Rücksprache zu nehmen. Die betreffende Verkäuferin habe ihm, so erklärte der Angeklagte bei seiner Vernehmung, schon vierzehn Tage vor seinem Bestich in jenem Textilhaus erklärt, sie müsse sein Angebot ablehnen. Er habe aber trotzdem noch einmal einen Versuch unternehmen wollen. Bei der Begrüßung habe er ihr gesagt: „Na, Ihnen dürfte ich eigentlich nicht die Hand geben." Dabei habe ihm ihre Ablehnung im Sinne gelegen. Als sie dann aber nach den Gründen gefragt habe, habe er völlig sinnlos geantwortet: „Ja, ich habe drei Monate im Konzentrationslager gesessen, weil ich einer arischen Dame die Hand gegeben h a b e." Er habe dann aber gesagt, seine Aeußerung sei natürlich Unsinn gewesen, er habe in keiner Weise an eine Verungl'g-.pfung oder einen politischen Angriff gedacht, es habe sich um einen Scherz gehandelt. Der Vorsitzende hielt dem Angeklagten jedoch vor, er habe, wie er die Verkäuferin gesehen habe, sofort seine Hände auf den Rücken gelegt und er habe seine Darstellung auf Befragen auch mehrfach bekräftigt. Die Verkäuferin und eine Kollegin von ihr erklärten als Zeuginnen übereinstimmend, sie hätten die Aeußerung des Angeklagten für Ernst gehalten, zumal da er sie mit völlig ernster Miene vorgebracht habe. Der Staatsanwalt beantragte wegen Vergehens gegen das Gesetz zur Abwehr heimtückischer Angriffe ein Jahr Gefängnis. Die Große Strafkammer blieb unter diesem Antrag und erkannte auf zwei Monate Gefängnis, von denen ein Monat auf die Untersuchungshaft angerechnet wurde. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde aufrecht erhalten. IN ALLER KURZE Der englische Kolouiahiiinister empfing Prof. B Tori c t s ky zu einer Unterredung, bei der verschiedene schwebende Palästinafragen besprochen wurden. Nach einmonatigem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten hat Miss Henrietta S z o 1 d die Rückreise nach Palästina angetreten. Im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde in U 1 m brach, am 21. Januar ein größeres Feuer aus. In dem in letzter Zeit unbewohnten Gebäude werden augenblicklich Umbauten vorgenommen, da es als künftiges Kasino der Ulmer Juden hergerichtet wird. Während der Nachtzeit hat nun das Feuer eines Trockenofens in allen drei Stockwerken einen gefährlich aussehenden Brand verursacht. Die Feuerwehr ging mit Rauchmasken vor und konnte binnen einer Stunde die Gefahr beseitigen. An tler Universität Heidelberg sind vor kurzem einige Professoren auf Grund des Reichsbürgergesetzes in den Ruhestand getreten. Wie die Pressestelle der Universität mitteilt, handelt es sich dabei um folgende Professoren: den Romanisten Prof. Helmut Hatzfeld, die Juristen Prof. Walter J ellin ck und Prof. Ernst Lew und den Serologen, Prof. Hans Sach s. (Walter J e 11 i n e k ist der getaufte Enkel des berühmten Wiener Oberrabbiners und Kanzelredners. -- Red.) In Mannheim ist die Eisen- und Flachglas-Großhandlung Friedmarin Häusler und A. Nauen sen. in arischen Besitz übergegangen. — In Heidelberg ist das seit vierzig Jahren bestehende Textilfaehgeschiift Gebr. Rothschild an eine arische Firma verkauft worden. Die Firma B ö h c i m e r, das führende Strtimpfwarenhatis K ö 1 n s, ist mit mehreren Zweiggeschäften in arischen Besitz, übergegangen. Im Kreise Suceava, der zweitgrößten Stadt der Bukowina, ist es dem rumänischen Antisemitenführer A. C. C ti z a gelungen, bei einer Nachwahl das S e n a t s m a n <I a t zu erringen. Von den rund 12 000 abgegebenen Stimmen entfielen 6271 auf die Cuzistcn. Kürzlich starb in Leipzig Dr. Erich B i s c h o f f, der durch eine Anzahl von Schriften über jüdische Themen, insbesondere über Kabba'ah und Talmud, bekanntgeworden ist. Bischof! hat in früheren Werken selbst die Haltlosigkeit gewisser Vorwürfe gegen die jüdische Religion nachgewiesen, ist aber später ganz ins antisemitische Lager übergeschwenkt. ^_ Eine polnische Dichterin Uber das Palästina-Werk. Nach Andrzej Strug, über dessen Botschaft wir schon berichteten, hat nun auch die berühmte polnische Schriftstellerin Sophie Nalkowska, die vor einigen Wochen den ersten polnischen staatlichen Litcraturnreis für ihren Roman „Gramca" („Grenze"^ erhalten hat, Herrn Direktor L. Jaffc anläßlich des 15jährigen Bestehens des Keren Hajessod folgendes Begrüßungsschreiben übermittelt: „Voll der Bewunderung und Sympathie für den großen kollektiven Kraftaufwand, der ein wüstes Land in ein blühendes Gebiet modernen Lebens umwandelt, übersende ich den Schöpfern und Mitarbeitern des Keren Hajessod die herzlichsten Wünsche für Dauerhaftigkeit ihres Werkes." das große Fachgeschäft für Teppich^Möbelstoffe Gardinen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.