Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1936)
- Date
- 1936-01-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6, 21. 1. 1936 JODISCHE RUNDSTHAH S«fte 11 Ein soziales Werk Zu Ehren des aus Amerika nach Jerusalem zurückgekehrten Direktors der palästinensischen Gesellschaft für verkrüppelte Kinder, Dr. Harry Keller, fand Anfang Januar in der Anstalt ein Empfang statt, dem der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Khaldi, und der Vizebürgermeister Auster, die auch Ehrenpräsidenten der Gesellschaft sind, beiwohnten. Ueber die Tätigheit dieser Institution unterrichtet der nachfolgende Bericht: „The Palcstinc Society for Crippled Chi. a ist nur ein Zweig, aber vorlaufig' der einzige, voll blühende Zweig der „Society for the Aid of Crippled Children in the Near East", die im Jahre 1034 von dem amerikanischen Arzt Dr. Henry Keller in New York gegründet worden ist und unter der Präsidentschalt von Rechtsanwalt Margalith steht. Dr. Keller kam im Jahre 191S, im Auftrag der Hadassah, zum erstenmal nach Palästina. Merkwürdigerweise stieß er auf nicht geringen Widerstand bei vielen Eltern verkrüppelter Kinder selbst, denn sowohl unter den Arabern als auch unter den orientalischen Juden ist der Glaube stark verbreitet, daß verkrüppelte Kinder eine den Eltern auferlegte Züchtigung Gottes seien . . . Dr. Keller mußte nach Amerika zurückkehren, aber der Gedanke, die Orthopädik zu einem ständigen Zweig der in Palästina praktizierten Heilkunde zu machen, war damit nicln aufgegeben. Als die Hadassah eine kleinere orthopädische Klinik gründete, nahm Dr. Keller die Gelegenheit wahr, wieder nach Palästina zu kommen; damals, im Jahre 1920, untersuchte er ll(K) Kinder, von denen für 425 orthopädische Behandlung notwendig schien. Dr. Keller wiederholte diese Untersuchungen in späteren Jahren, und in vielen Fällen konnte er mit seinen jungen Patienten den zwar mühsamen, aber fast stets lohnenden \Veg der praktischen Hilfe beschreiten: orthopädische Behandlung dauert lange, und fünf Jahre vergehen zumeist, bevor eine Operation mit Aussicht auf Erfolg durchführbar ist. 1934 gründete Dr. Keller in New York die „Society for the Aid of Crippled Children in the Near East" mit dem Programm, aus zu sammelnden Geldspenden Zentren der orthopädischen Behandlung in Palästina, Syrien, Irak und Transjordanien zu errichten. Das Ziel der Gesellschaft ist ganz allgemein, verkrüppelten Kindern und Jugendlichen, ohne Unterschied des Glaubens, der Rasse und der Nationalität, physische und psychische Hilfe zu bringen, sie medizinisch zu behandeln und möglichst voll berufsfähig zu machen — ein Werk, das gegen geringe Gebühren durchgeführt wird und kostenfrei in allen jenen Eällen der Bedürftigkeit ist, in denen ein Kostenbeitrag schwerlich leichten Herzens abverlangt werden könnte. In Beirut begannen die notwendigen Vorbereitungen kürzlich in Zusammenarbeit mit der amerikanischen und französischen Universität. Erich Gottgetreu Während der Levantemesse soll auf Anregung der Abteilung für Handel und Industrie bei der Jcwish Agency eine Konferenz, der jütischen Handelskammern stattfinden. Mandatsregierung und Palästina-Aufbau Das abwartende und keineswegs tatkräftige Verhalten der Mandatsregierung zu allen Fragen der palästinensischen Wirtschaft wurde schon verschiedentlich durch Mosche S m i 1 a n s k i kritisiert, dessen Aufsätze hier zum Teil referiert wurden. Dasselbe Thema wird von einem Führer der Histadruth in einer großen palästinensischen Tageszeitung aufgenommen. Der Verfasser geht von den jährlichen Berichten über die Entwicklung der wirtschaftlichen Zustände in England aus, die zu Jahresende in den großen ökonomischen Zeitungen Englands erscheinen. Aus diesen Heferaten geht hervor, ein wie großes Verständnis die Engländer im eigenen Lande für die Aufgaben der öffentlichen Hand haben, und wie sehr sie darauf bedacht sind, die öffentlichen Gelder zur Stützung und Belebung der Volkswirtschaft zu verwenden. Nicht nur die englische Zollpolitik beweist das, sondern auch die hohen Aufgaben für soziale Zwecke, wie Arbeitersiedlungen, und die großen Subventionen, die gefährdeten Zweigen der Wirtschaft, wie beispielsweise der Handels- und Passagicrflotte, zufließen. Wie wenig aber die englische Mandatsregierung gewillt sei, ähnliche Prinzipien in Palästina anzuwenden, habe ihr Verhalten bei der letzten Krise gezeigt. Ihre einzige Antwort war: Einschränkung der Einwanderung. Den Banken kam Hilfe von der Barclays Bank, die Regierung aber bot ihre Hilfe unter so unmöglichen Bedingungen an, daß die jüdischen Banken sie ablehnen mußten. Und doch wäre es der Regierung ein leichtes, von ihren hohen Ucberschüsscn eine halbe Million Pfund in langfristigen Krediten zur Förderung der jüdischen Landwirtschaft, der jungen Industrie und der Bautätigkeit zu investieren. So müßte die Regierung handeln, wenn sie in Wahrheit eine P a 1 ä s t i n a - Regierung wäre und ihre Untertanen nicht nur als Objekte der Besteuerung betrachtete. Der Verfasser führt auch Beschwerde darüber, daß die Regierung für den arabischen Teil der Bevölkerung viel mehr Verständnis gezeigt habe. Als vor einigen Jahren eine schwere landwirtschaftliche Krise ausbrach, die in der Hauptsache die Araber betraf, half sie durch Steuernachlässe, Anleihen und Erlaß von Schulden, und sie wandte für diesen Zweck ungefähr eine halbe Million Pfund auf. Ebenso unterschiedlich ist die Behandlung von Juden und Arabern bei den öffentlichen Arbeiten. Trotz, allen offiziellen Versprechungen ist es noch nicht gelungen, eine entsprechende Beschäftigung von Juden bei den zahlreichen öffentlichen Arbeiten durchzusetzen. Es wurde auch nicht erreicht, daß projektierte Regicrungsarbeiten, die, wenn man den Versprechungen gemäß Juden beschäftigen würde, einen großen Umschwung für den jüdischen Arbeitsmarkt bedeuten würden, bei der Festsetzung der Anzahl der Einwanderungszertifikate berücksichtigt wurden. Der Verfasser schließt mit einer Aufforderung an die neugewählte Stadtverwaltung von Tel-Awiw, sich ihrer Verantwortung für den Arbeitsmarkt bewußt zu sein. In ihrer Hand läge es jetzt, die Bautätigkeit und Industrie zu fördern und vielen Hunderten Arbeitern Lohn und Brot zu verschaffen. Palästina - Aufbau und arabische Wirtschaft Jerusalem, im Januar. (JTA.) Aus soeben von der Palästina-Regierung veröffentlichtem statistischen Material ist zu ersehen, in wie hohem Maße auch der arabische Sektor der palästinensischen Wirtschaft aus dem jüdischen Aufbauwerk Nutzen gezogen hat. KH2 wurden in Neubauten in Haifa von Arabern 127 (XX), 1934 480 000 Pfund investiert. Die in arabischem Besitz befindlichen Plantagen umfaßten 1931 ein GWiict von 59 000, 1934 ein solches von 115 000 Dunau«. 1931 wurden von den Arabern 15 000, 1935 36 405 Tonnen Gemüse produziert. Die Zahl der in arabischem Besitz befindlichen modernen Bienenstöcke betrug j. J. 1<)32 1149, i. J. 1934 2791. 1932 wurden von der Palästina Regierung arabische Kooperativen und Handelsgesellschaften mit einem Kapital von 20 000 Pfund registriert, während das Kapital der allein in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres neu registriert. ' arabischen Gesellschaften 123 700 Pfund betrug. Das 15 000 Pfund betragende Anfangskapital der 1930 gegründeten arabischen Bank wurde Ende 1934 auf 45 000 Pfund erhöht. Das Kapital der 1933 gegründeten arabischen Agrarbank beträgt 2*:0 000 Pfund. Säuglinge und Säuglingsschwestern. Uns wird geschrieben: Das Säuglingsheim der W i z. o in Jerusalem ist die größte Anstalt Palästinas zur ganztägigen Aufnahme von Waisenkindern, Findlingen, armen unterkunftsbedürftigen Säuglingen. Das prächtige arabische Haus liegt im Osten, außerhalb der Stadt jenseits des Bahnhofs. Hundert Säuglinge sind hier ständig untergebracht. Viele dieser Kinder kommen untergewichtig und in schlechtem Zustand in die Anstalt und müssen daher mit großer Sorgfalt gepflegt werden, bis sie nach einem halben bis einem jähr den Eltern oder Pllegeeltern in gutem Zustand ubergeben werden können. Die Hausarbeit wird von einer Reihe von Ammen geleistet, die als Entgelt für ihre und ihrer Kinder Wohnung und Verpflegung dein Heim tätlich 10 IS Liter Muttermilch für frühgeborene und schwächliche Kinder liefern. Die pflegerische Aibeit ist sehr groß. Ein Säugling verbraucht fünfzehn Windeln am Tag und verlangt, daß die Nahrung im Sommer dreimal täglich frisch bereitet wird. Fünf Schwestern und 25 Schülerinnen betreuen die Kinder Diese Schülerinnen verbringen sechs Monate im I leim und drei Monate auf (1er Kinderstation des I ladassah-Spitais und sind nach neunmonatiger Ausbildung Pflegerinnen für gesunde Säuglinge. Von den Schülerinnen des Heims geht im allgemeinen die Hälfte in Kwuzoth, die Hälfte in Privatpflege. Der Beruf der Säuglingspflegerin war bisher in Palastina sehr aussichtsreich. Die neue Alijäh hat aber in den letzten Monaten 122 ausgebildete Säuglingsschwestern ins 1 and gebrach;, eine allzu große Zahl, zumal auch viele Aerztinncn bereit sind, als Pflegerinnen tätig zu sein. Die Bezahlung betragt heute 4—5 Pfund im Monat bei freier Station. W. H. (Schluß des Palästina-Teils) HEBRÄISCHE BEILAGE 1| aiW/ap** Olm T13P 1»3 Raximrlenr Dr. S. KotMto DER JODISCHEN RUNDSCHAU 1 fl* I W I I* Mr7^6. 2iTTTa nTTÄ R 19 3 6 «IPiö b$&-1(vvp -ipj=) topa nsinn 7]t?p?l- H^liT "^DD •iwi.iMVwnai ijrian-niaa «j?jb k*> iain .IVhXj? UlSTT o-iiyn " ' ' T ' ' .ipotrotan <** ,0^Kn vin i^„-rM an3,n' -n-pf?! ts - U»ü '■ l* n!'T ™ n»"» anvi oij» nw ovraa .nirn ."»lan-nna np-i - ^y?s ) lnii?331 - "TOP D,??l nJ 1T nb^f ~ t««««1t 6na,a°a P^'W W .1936 laiopixa dar) »D^no' pan .roto •nnn;-i n^pn <"«i5ta> TOin .W? (T5 > *Tfl"l 303 *X}ü) '^S3 (033 ) ■? l. l l ' * nrtKi .»nteaan D^inn-jr-aV 'nxa tpnvrima . .. 15 - rroon nv - (»ob,) rf* w - JWTJQ» a«p «IT? ^™ #nm na,3oa n1an'„^wn '*7*»?a '™ nn3yn m™ I: - v"T t t , _ , w„u,„L ™ - r na 3°n ™^ l,1"™n »117.1 'Mt ">•?*• D03 f\r\T\VflV 'iTbJJx-nnn^ •. n^nnrran n* nS V 6rt?.i>?=) wipn> Ke1n # ,31^ P,K # ,1; nvi is ooo pp - njnnxa ,(taix ajj ) Wajj? 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' 151 — t. ■ » , , , . •wa n:tr ny .mpi« «ni»'T nain nm ^sa ua» TPan ______ ' ____ .T.i -Win man nina m^M nx oiipi1? - b^i w ^x -i3i »nmp.vnpa .nlpiM'113 ^'nn.1 -iiD«.n riw r.i»nra .»wen hl rt» (ifaÄ'. 1»X3=) PI??? - H^Dn HJV — HPH — * ' . . .r ..r r „ . i-^^-^^,«^ t^nii1 - -mrä Wdt^ ^n ~ ^J;n-K0 m 1K ,n,n1^ ^33 m ,0^w r» irnm pm -nm te» U'aa mt nW n»w T ' ' " .1^ 0? .inB»0 135 »' - 3W m« ,1*»3p «n^ap - _..„L,,, , .^nhinri^ l24»««« ) »<•».- - »rI) Grundnein. 2) „H«d«r-h«-K«mier — neuer, wo Juden •P""1^ •' "n°5 _ •~K?F'-1? ff~IJD - ' - b.»ohn.« m H.,!>. 3) b*«nd«. .be*.ehfo»«en werden. 4) Erlindunn. 5) ►inreirhen. 6) ttl.wickluug. •chweitm 2S1 .iJclil.M.Mi. lullioren, 6i »chw^.Ren; sich I) GWichni«: Allegori». 2) Wunder. 'S) «ich votb»reit-n. 4) brr intr 8chli(!*n; sich §cht«h( »inwirken. 5)7.u»f rsichl; gut« 7i „Neecw" - Sii.l J.idä». 8) Erruhmn«;. 9) Aulruf. nihif voihali. n 271 «ih.g. »UTilmimiR. 28) loun-tlen; iorl 4) Ventr»n. 5) «tipirhen 6) B^bneon. 7) erhebe... 8) Gn- L«une 6) Umgehung 7) beichätucen; plmäen 81 Malari». IO>"l<nternehnieni Ak.ion. II) Uewaldune- 12> «««.gnipr. fahren. 29 vonummm; schweifen «chöpl. 91 Rand; Ecke. 10) lecken. III Wund* 12) etwa: »iilüll*. 9) müllerlicb 10) «wannen mich. 11) Bemühungen. werden. 131 |iit>ilkun»leat. 14) Ve.lteler Kl Schicht. .Da» Sliliachweicen «ei idir) mm Lob * 13) Lub.ihynine 12) Geburt; NiederVunll. 13) 11.I1 vermandigen. 14) „Hede- 16lKa.il. 17) Verminlune. 181 11. der Nabe W) Raaier- Z«u idir) tum Lob * 13) Lobeahymne 12) Geburl; NiederVunll. 13) aich verständigen. 14) „Hede- 16) Kaut. 17) Vermmlung. 18) 11. der Nah 1) Wort; Auaapruch. 2) Behörde. 3) verderben. 4) »Hat- 14) Kräh*. 15) Z*ugnia ablegen; betätigen. 16) .ich anleat" - Plingaten. 15) ungeduldig. 16) müde; »erbrochen, klingen. 20) auageru.iel. 21) Maler. 22) Veratorb«». lige Synode" - ober«« Kirchenbehörde im Irüheren Rußland. achlieSe«. 17) measen. 18) Takl. 191 Kanntnia; Wi«n_ 17) um mich in be.uchen. 18) Pflege. 19) Gewohnheit 23) Reih« 24) Auaet.llung' 25) erobern. 5) An.rkennuog.wl.Ktben. 6) AI... Ta.tam.m. 7) M.k.l 20) «w«: „nnd wm g »™ ^fb^w*» «olH*i««r .G^»n»»''- *,'Flu*'-_ »> &«Pl"t. 23)SiugUog--— 6) Ebranbürterachart 9) Lich.ln. 21) lxap*ll«*i«*r. 22)N*chtigdL 23) L*rd». 24) varltutunaa; (Madchaa). 24) Buch. 25) G«ach«hnia. 1| £rina*nui(*B. 2) Ackerland. 3) MalarialäU*.