Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1936)
- Date
- 1936-01-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 6, 21.1.1936 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Zum Tode Rudyard Kiplings In den nächsten Tagen erscheint: Weijn iiis Land kommt.. Ein Jugendbuch zum 15-ScWat herausgegeben vom Kercn Kajemeth Lejisrael im Hetfialuz »Verlag Preis 60 Rpf. Aas dem Inhalt: Iledeuiting des Feiles — Dns Fest im alten Iimel — D»s Pest In der üolah — Das Fe« Im heutigen Er« Israel — Gedichte und Lieder zum 15.Srfiwat — Itaumpflanzungcn In Erer Isrel — Aufforstung — Wie feiern wir das Fest? BinVcirsrhlag Bestellen Sit bitte soiort i>ei Ihrem Iiudih'indlor oder direkt heim Hechaluz »Verlag, Berlin W 15, Meinekestraße 10 gegen Voreinsendung des Betrages rurü^I. U) l'f. Porto oder auf Fostdicck* konto Hedialuz, Deutsdier Landesverband, Verla gs« Abt., ikrlin 177513 KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Kadmiel und die Juden in Shushan Jüdische l itfurt ii und Probleme in Kiplings Werken Die Behauptung, daß Rudyard Kipling jüdischer Herkunft sei, ist längst widerlegt. Der in Indien geborene, durch seine feurig-schönen, volkstümlichen Verse, seine Kurzgeschichten und Dschungel-Bücher weltberühmte Romantiker des Empire und „Dichter des Imperialismus", stammt Väter- und mütterlicherseits aus englisch-irischen Geistlichen-Familien. Unser Interesse für ihn gründet sich gleichwohl nicht nur auf seine besondere Sprachkunst, deren von der puritanischen Erziehung beeinflußte _ biblische Einschläge in der umfänglichen englischen Kipling-Literatur längst nachgewiesen sind. „Sein Kraftrealismus", deutet auch Friedrich wild an, )(wird gern von einem biblischen Pathos getragen", und: „Wie ein Prophet des Alten Testaments warnt und predigt Kipling, der Enkel eines Mcthodistenpredigers." Kipling ist nicht zuletzt der große Beobachter und ergreifendste Darsteller der tiefen Kluft zwischen Ost und West, die, wie Hans Reisiger in seinem Vorwort zur deutschen Kipling-Ausgabe ausführt, ja „nicht die Fremdheit von Relig'oiKii oder Philosophien, sondern eine vitale Fremdheit ist, und indem er sie heraufbeschwört, befallt uns tiefe Trauer, weil wir dadurch an a i I e tiefe Wesensfremdheit auf dieser Erde gemahnt werden." In der berühmten Ballade von Ost und West beginnt der sprichwörtlich gewordene Refrain mit den Versen: Oh, Ka»t is Kast. and We.t i- West, and nc\e.i the twain shall med. Till Katlh aml Skv st aml presemlv ai God'.s jrreat Judgmcnd Seal: But therc is lteitber Ea.-a nur VV'ct, liurder, nur lireeil. nur Uiith, When two strong inen stand face to iace, tlio' thev cnme itoin the ends of l Uc earth! Die unüberwindbare Fremdheit zwischen den zwei großen Welten schmerzt Kipling, doch der Zwiespalt geht durch ihn selbst, er hat beide in sich und will keine missen, weil er fühlt, daB aus der Zwiespältigkeit die tiefste Spannkraft seines Schaffens genährt ist: Ich danke dem Buden, der mich gebar, End dem I.eljen. da* mich genährt — Doch am meisten Allah, der meinem Kopf Zwei verschiedene Seiten heschert. 1.icher verlöre ich Hemd und Schuh Und Freunde und Tabak und Topf. AU nur für einen Augenblick Eine Seite von meinem Kopf. Es ist nicht nur diese allgemeine und vornehmlich von den kolonialen Problemen genährte Erfassung des wesiöst- Hchen Konflikts, die uns immer wieder in Kiplings Werken begegnet, sondern auch spezifisch jüdische Dinge und Menschen. Kiplings Kenntnis jüdischer Ucberlieferungen und Probleme geht weit über das Alttestamentarische hinaus. In der Short story „Einer sei des andern Feind" ist der Rahmen der Geschichte von Adam und Eva auf arabische, das Motiv eher auf midraschische Ucherliefeningen zurückzuführen. Die 1916 geschriebene Kriegsgeschichte „Am Tor", die im himmlischen „Departement des Todes" spielt, hat trotz dem persönlichen Auftreten St. Peters und der ungemein modernen Diktion eine seltsame Aehnlichkcit mit entsprechenden jüdischen Legenden. Im „Auge Allahs" fragt der Hilfskantor von .St. Illod den Miusaturenmalcr Johann von ßurgos über ein Madonnenbild: ,lhr habt sie ganz als Jüdin dargestellt," und der Maler antwortet: „Was war sonst unsere liebe Frau?", und später, als der Hilfskantor zögernd forscht, ob das Modell dieser Madonna Maurin oder Hebräerin wäre, lenkt der Maler brüsk ab: „Mein ist sie", und erzählt, wieviel Juden und Mauren es (die Geschichte spielt im Mittelalter) in Spanien gebe. „The Rabbi's Song" endlich ist eine „Offenbarung im Sinne einer geistigen Vererbungslehre." In Kiplings Hohelied auf Sussex, dem Heimatroman „Puck vom Buchsberg" ist der mystische Jude Kadmiel die zentrale Figur des Schiußkapiteis „Der Schatz und das Recht". Dieser Riese im wallenden, schwarzen Talar, der mit gelbem Pelz verbrämt ist, erscheint den Kindern bezeichnenderweise während einer Treibjagd, bei der „I lerr Meyer, der immer Kaninchen schießen will", einen Treiber leicht angeschossen hat. Kadmiel äußert nun seine Furcht und Sorge für den schlechten Schützen, aber, sagt ihm der märchenhafte Erdgeist Puck, „kein Mensch darf gebunden, bestraft oder getötet werden, solange er nicht von seinesgleichen verurteilt ist. Es gibt in Alt-England mir ein Gesetz für Jude und Christ, das Gesetz. Agnons neue Werke Anlfißlidi des Krschelnens der neuen Bünde im Schocken-Verlag Von M A X M A V E H, Jerusalem Der im Jahre 1931 erschienenen vierbändigen Gesamtausgabe seitier Werke sendet Aguon nunmehr zwei wettere Bände nach. In dem einen, mit dem Tilol „In Abkehr und Ruhe'"), sammelt er eine Anzahl kleinerer, bisher verstreut erschienener Erzählungen, denen er seine große chassldlsclte Palästina-lleise-Erzählung, ,,lm Merzen der Meere"3) voranstellt. Der andere Band enthüll den ersten, in sich gcschlossenen, „Einfache Erzählung" genannten Teil eines großangelegten llomans. dessen Fortsetzung und Beendigung uns der Autor mit folgendem Schlußsatz in Aussicht stellt: ,.Wieviel Tinten werden wir vergießen, wieviel Federkiele «erbrechen, um all diese Regel>enhciten zu erfühlen. Gott im Himmel weiß, wann." Kleinere Erzählungen Diese fünfzehn kleinere Erzählungen behandeln zumeist sagenhaft-mystische Stoffe aus palästinensischem und ostjüdischem Milieu. Die beiden leUleii Stücke („Eine hübsche Geschichte von meinem Gebetbuch") und „Das Kopftuch meiner Mutier") sind rührende Erinnerungen aus den Tagen der Kindheit, Von Im; soliderem Heiz ist das friedliche Zwiegespräch „Unter dem Baum" zwi-chen einem ehemaligen inoh nmniedauisi hon Heerführer und dem Autor, wobei wir aus dem Munde des Orientalist hen Wüt.lenlrHgers interessante Kunde von dem jüdischen IVduinenslanini der Chaibar erhallen. Um dein Leser nur einen winzigen Vorgeschmack davon zu gel>en, «»' ihn hier erwartet, sei es ') Kol sipputaw «-hei S. J. Arii-hi, V. band: „Sinpur paschut" (289 S.); VI. Hand: ..lle-i Imwa wanaehat" (183 S.), Berlin 1935. Schocken.Vct lag. *) „Rilwaw jammim", erstmalig im „Scfer-ßialik" (1934) und später in einer Sonderausgabe des Sehocken-Verlags erschienen. Vgl. die Besprechung in der „J. R." vom 6. 12. 1935. das zu Ruunvmede unterzeichnet wurde." Dann erzählt Kadmiel seine Geschichte, die auch die Geschiente dieses Gesetzes, der Magna Charta, ist. Er stammt aus dem maurischen Spanien und wurde wie „ein Prinz" zur Weisheit und zur Rettimg seines Volkes erzogen. „Wir Juden träumen so viele Träume. Ihr könnt das niemals erkennen, wenn ihr uns in unserem Stadtviertel um die Kehrichthaufen schleichen seht. Aber wenn der Abend gekommen, die Tür verriegelt, tlie Kerze angezündet ist, oh, dann sind wir wieder das anscnvählte Volk." Kadmiel lernt im Osten, wird ein gesuchter Arzt und wandert. „Warum nicht? E.n Jude ist so frei wie ein Sperling oder ein Hund. Er geht, wohin man ihn jagt." Und da er sonst nirgends sein Königreich findet, geht er zu einem andern Juden, Elias, nach Bury in England. Elias ist eine Art Finanzier tles Königs Johann, und während Kadmiel später in göttlichem Auftrag handeln wird, verkörpert Elias den dumpfen Einfluß des Goldes. Die Barone und das unzufriedene Volk wollen dem grausamen König die Magna Charta abzwingen, Elias aber verspricht dem König Gold, einen verborgenen Schatz. Da aber ergeht „das Wort des Herrn" an Kadmiel: „Dein Morgen ist gekommen, oll du Fremdling in diesem Laude", und unter abenteuerlichen Umständen schafft er den geheimen Goldschat/ auf ein Boot und versenkt ihn ins Meer, das Gesetz, das Frieden und Wohlfahrt verheißt und dessen vierzigster Punkt lautet: „Niemandem wollen Wir Recht oder Gerechtigkeit verkaufen, verweigern oder bestreiten", kommt zustande, tler Fluch des Goldes ist gebrochen, und. an diesem Ende seiner Erzählung angelangt, — ein angeschossener Fasan stiir/t durchs Geäst vor den Kindern nieder — verschwindet Kadmiel. Ahasver? „Nun", sagte Puck ruhig, „was denkt ihr davon? Wicland schuf das Schwert, das Schwert schuf den Schatz und der Schatz schuf das Recht. Es ging so natürlich vor sich, wie eine Eiche wächst." Und der poetische Schluß des Buches, „tlie Runen auf Wielands Schwert", proklamiert die Rolle des Goldes und Kadiniels Mission noch erneut: „Es ist nicht gegeben / Für Tausch und Tand, / Nur für das Recht." Die short storv „Die Juden in Shushan" (deutsch von Gustav Mevrink im Bande „Dunkles Indien" der Gesamtausgabe im Verlag Paul List) beruht wie die meisten Erzählungen dieses Kreises mehr auf Kiplings Beobachtung als auf Erfindung. „Shushan ist eine große Stadt im Norden Indiens und ihre Einwohner zählen nach Zchntaiisendcn; und in ihrer Mitie lebten nur diese acht des Auserwähiten Volkes und Warteten auf die Zeit und den günstigen Augenblick, wo sie als Religionsgemeindc anerkannt sein würden." Von diesen acht Juden ist Ephraim die Hauptperson. „Ephraim Yahudi", wie ihn Kiplings indischer Diener „voll Ingrimm" vorstellt, der sanft „wie ein gemästetes Schaf" aussein nde Geldeintrciber des städtischen Auktionators, der eingesäumte Pantoffel und aufdringlich gemusterte Rupfcnkleider trägt und, nach einiger Zeit zutraulich, Kipling gesteht, er glaube, aus dem Stamme Juda zu sein: „Wenn wir zehn sein werden, dann reichen wir in Kalkutta ein Gesuch ein, daß man uns eine Svnagoge bewillige . . . Heute besitzen wir keine Synagoge und ich bin Priester und Schächter meines Volkes . . . wir wünschen sehnlichst, eine Synagoge zu bekommen. Ich werde der Priester dieser Svnagoge sein." Ephraim hat zwei Kinder, ein jüdisches Waisenkind lebt bei ihm, seine Frau Miriam, sein Onkel Jackrael und dessen Frau Hester, ein Jude Hvem Benjamin aus Cutsch, sie leben abgesondert, Ephraim schlichtet — für Kipling „ein wenig erfreulicher Anblick" —, im Sommer bricht eine Epidemie aus, und Ephraim sagt: „Wir werden verschont bleiben. Ehe noch der Winter kommt, haben wir unsere Synagoge." „An uns wird es vorübergehen", sagt auch der greise Onkel, aber Miriam fürchtet sich, wenn sie immer wietler Leichen zum Fluß tragen sieht, und eines Nachts sterben ihre beiden Kinder. Ephraim begräbt sie am Morgen, wie es ihm recht scheint und ohne Rücksicht auf die Verfügungen der Regierung: „Die Sorge ist meine Sorge", sagt er lakonisch und tragisch. Der Waisenknabe bettelt sich Geld zusammen und brennt durch. Eine Woche später steht Miriam nachts auf und geht über Land, wahnsinnig, sucht die Kinder und kommt nie wieder. ,,Unser sind so wenige und des Volkes in der Stadt so viele", sagt Ephraim, „kann sein, daß unser Gott uns vergessen hat." Ephraim treibt Rechnungen ein, Benjamin stirbt, jackrael und Hester, die alten Leute, „saßen da ganz allein in dein leeren Haus . . , und weinten sich in den Schlaf hinein." Eine Woche später sieht Kipling die drei, die Greise vor Angst und Verwirrung wimmernd, zum Bahnhof wanken. „Wir gehen nach Kalkutta", beruhigt Ephraim Hester, „dort sind mehr von uuscrm Volk und hier steht mein I laus verödet . . . Priester der Synagoge hätte ich sein können, wenn unser nur zehn gewesen wären. Sicherlich: erlaubt, die paar ersten Zeilen dieses Dialogs wiederzugeben : „Einmal war ich dabei, Setzlinge nach Dcguniu ta bringen. Unterwegs stieg ich vom Esel ah, um auszuruhen. Ich ITickte umher und sah einen großen Würdenträger von den Würdenträgern Ismaels unter einem Oelbaum «itzen. Ich grüßte ihn und ct erwiderte den Gruß. Da sagte zu mir der Würdenträger: wohin gehst du? Ich sagte zu ihm: zwei, drei Pflanzen auf unserer Erde in Degania zu pflanzen. Kr sugte zu mir: der Tag ist noch groß und die Sonne glüht, seil dich zu mir und wir wollen plaudern. Da ging ich und setzte mich zu ihm. Da wandte der Würdenträger seine Augen auf meine Setilinge Und sagte: neue Eiuohtba'imc? Da sagte ich zu ihm: mit deiner Erlaubnis, mein Iterr. Da antwortetetler Wurden!iäger und sagte: .rliüii gewöhnt ihr das T and ein, \Yt ueh nach Vernich. Pflanzung nach Pflanzung, Frucht nach Km.!;'. Gemüse nach Gemüse, Es wurde mi-h wundern, wenn es euch darin an irgendetwas mangeln sollte. Teh sagte ihm: man (tit das Mögliche. Da antwortete der Würden*rigor und sagte: und es tahlt euch zurück. Mir scheint, daß das Land nur euch hörig ist. Da sagte ich zu ihm: deine liuid ehrt mich. Sofort begann der Würdenträger Israel zu loben, das aus Wüsten de« Landes Israel iärlen und Plantagen macht und Dotter und Siedlungen im Lande vermehr!. Da nickte ich ihm mit dem Kopfe zu und sagte iu mir: wenn Israel auf seinem Hoden steht, loben es sogar die Völker der F.rde. Heil dem, der sich der Erde hingibt und sie besiedelt, denn wer sich der Erde hingibt und sie besiedelt, verkündet die Einheit Seines großen Namens im Himmel und auf der l'irtle und vermehrt die Ehre l<.i,iels wie eine Pflanze, die man in den Boden pflanzt und tlie immer höher wächst. Dt sagte zu mir der Würdenträger: ich seile, daß du weise bist und daß dein Schöpfer dir Einsicht gegeben hat. Also frag ich dich und sag mir: wem ist dieses Land bestimmt und wer wird schließlich das Königtum in ihm innehaben? Da dachte ich bei mir: Welche Antwort soll ich dem Würdentraget gehen? Wenn ich ihm sage: .Colt geh»« die lade und ihre Fülle', so heißt es ja doch bereits; .und dir Erde gab er den Menschen', und wenn ich ihm sage: der das Königtum im Lande innehat, dessen Königtum wird auch weiterbestehen, so ist da« ein« lügnerische Antwort, denn dies Land gehört uns und der Heilige, getlnscr Gott hat uns vergessen." Her Scbaiterbeaiiite hat Ephraims letzte Worte offenbar gehört und summt zerstreut den Kehrreim eines Couplets vor >L\i h u: „Die zehn kleinen — die zehn kleinen Niggerbuben." Und Kipling schließt (Lese ebenso unsentimcutale wie in ihi er knapp andeutenden Art ergreifende Geschichte: „I s klang fast so feierlich wie ein Totenmarsch. Das w ar der < irabge-:tn ' '-\'r Jutleu in Shushan." L. 11. Ausstellung in Paris. Unser Pariser K.-Korrespondent schreibt uns: Eine jüdische Künstlerin aus Deutschland, Edith Auerbach, gibt iu der Galerie Bonaparte in Paris zum erstenmal einen Uebct blick über ihre Arbeiten, nachdem sie schon früher in den großen Salons ausgestellt hatte. Die Ausstellung umlaßt eine Anzahl Ateliei ai beiten sowie verschiedene Rciscsttidien ans Spanien, Griechenland, Marokko. Edith Auerbach, eine gebürtige Kölucrin, lebt schon seit vielen Jahren in Paris und der Einfluß der Pariser Umgebung ist in ihren Arbeiten deutlich fühlbar. Während man aber in den ersten Werken noch die Einflüsse tler großen Pariser Maler spüren kann, setzt sich die Eigenart der Malerin von Werk zu Werk mehr durch. Wir möchten vor allem eine Anzahl ausgezeichneter Landschaften aus Griechenland und Marokko hervorheben, in denen Edith Auerbach eine Sicherheit der Technik und eine Klarheit tles Ausdrucks. gefunden hat, die Von ihr noch Gutes erwarten lassen. Unter den späteren Pariser Arbeiten sind vor allem ein giitgelungenes Porträt Mr. R. G. sowie einige sowohl in der Farbe wie im Aufbau sicher durchgeführte Stilleben zu nennen. Die Jüdische Buchvereinigung bringt als nächste Veröffentlichung das Buch von Arthur E 1 o e s s e r „Vom Ghetto nach Europa, das Judentum im Geistesleben des 10. Jahrhunderts" im Februar heraus. Das 4. Heft von „Giljonot" (hsg. von Nissan und Betty Berggriin) ist erschienen. Es enthält ausgezeichnetes Unterrichtsmaterial für Sihuleu und Kurse (Erzählungen von Perez, Frischmann, Bcrdyczewski u. a.1. Unter der Uoberschrift „C h a g i g a h" erschienen von Ch. Schocbet iu Nadworna (Polen) meluere tleftchen, in denen in hebräischer Sprache Anweisungen für jüdische Schulen zur Veranstaltung von Leiern gegeben werden, mit genauen Hinweisen für tlie Anfertigung der hier/u notigen Gegenstände, sow ie Vortrags- und i lesatigsmnn i iai. lobt sei er, wird r, in,, „„., i:. „ , ,;,, ,.u -,,,•„,„ Ui,,| Zunge kann in ihm herrschen außer I IC, „•!, jj ..„. Mi. I, biau, hl. mein Herr? Mein Heu wein doch >••»„•. wen: dir Illing;, gelebt, sei er, das Land Israels gcgciien. und w, „t er e> zittiiekzttgclien versprochen hat. Da legte der Würdenträger .sein Il.itip! zwischen seine Knie und schwieg. Es schien mir, als ob ich ihn vcr.timm' hätte und sagte: nicht ich sage so, sondern die Sein dt M e-, die so sage" Die bei seiner Begegnung mit dem Stamm der Chaibar vorbereitete Ueberzmigung um der gottgewollten Bestimmung Israels wird durch dies Gespräch befestigt, an dessen Schlüsse es heißt: „So saßen wir, solange, wir saßen, bi.s der 'Lag sieh neigte und dei AbendvGnd zu wehen ht gann. Da ethob sieh dCi Wind, nti.iger und nahm Abschied. Heim Abschicdnchinci, blickte der Würdennäger aui meine Setzlinge und sagte: in wieviel fahren tragen diese Eniehie? Ich sagte es ihm. Da stöhnte er und sagte: ich werde von ihnen nicht essen, airer ihr, und eure Kinder und Kinde,kmder werden von ihnen essen. Da richtete ich meine Augen nach eben und sagte: mit der Gnade des Heiligen, gelobt sei er." Unter diesen Erzählungen befindet sich auch die unseren Lesern bekannte tiefsinnige „Geschichte vom Stein"'), die seltsame Begel>enheil eines Mannes, der die Eehenspeschichte, des Kabbnlisten li.ahhi Adam Baal-sehetn auf dem- «•lben .Sh'in sitzend verfaßt, der die < ieheimschri t'ten des Kaimalisten nach seinen, Tod in J-t, mm-sehlos-en hat. An Seinern Werke arbeitend, wird tler Mann durch einen \orübergehenden Allen, dem er den Weg in die Stadl weist, estört und kann sein \\ et k nicht vollenden, da inzwischen er Vorlag des Sehabbat zur Neige gehl. Der Stein schlingt auch sein Werk in sieh ein. „Im Herzen der Meere" Ein Werk höchsten künstlerischen Viismaßes ist das erwähnte „Im Her Ken der Meere". Die Erlebnisse dieser ') Uebmet* von Gustav Krojanker, „J. K." Nr. 78/79 1934.