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Jüdische Rundschau · 1936-01-17 · Heft 5 (17.1.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 5 (17.1.1936)
Date
1936-01-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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. "*> t h Nr. 5, 17. I. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 7 Ein David-Ballett in London Von unserem Beriditerslatfer DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Das Wander-JVigendT* aus „Benjamin III." X**"*»*** Cf£mü> W?„,„r. liemUdf »ttr^fh P^^mMMjJ UlfiU Fun ^f/ajf lufyiitJvnL**} tuj,*nd. l'*}en&ttlt$ JCjtut foi JCtni. ftet Au , mrn tu JeK—fh futt JStaiy un Ttycel^fei $e.£en frei* E, mcJl'j - *"0 - el ■' Ja ,,J0 JO; ^.j+m,i3m.h*—.ti>.-. &<ty*. b»r" bl, J**> A»*» iam A» Sa Aftrt. — Jam bdim i<\ i<f, . m Sdtm, &*rm, m , London, 15. Januar Einer der dramatischsten Abschnitte dir üthcl hat die Idee zu dem Ballett gegeben, das soeben unter dem Titel „David" in London (im Duke ot York's Theater) zum erstenmal über die Huhne ging. In sechs Episoden aus dem Leben Davids wird der Versuch gemacht, markante Szenen aus der jüdischen Geschichte choreographisch wiederzugeben. David als Hirte, Krieger, Dichter, Liebhaber und schließlich König und Priester, dies sind die Etappen, in denen der äußere Gang der Handlung und, in einem tieferen Sinn, die Entwicklung Davids als geistige Persönlichkeit abläuft. David ist hier nicht nur als biblische Gestalt, sondern auch als leuchtendes Symbol für das ganze Volk Israel gedacht und gezeichnet. Die von stärkster Dramatik erfüllten Vorgänge sind in Tanz und Pantomime aufgelöst und nur an einer Stelle wird durch Gesang hinter der Bühne das lyrische Moment stärker betont. Der choreographische Stil wechselt zwischen klassischem Ballett, individuellem Ausdruckstanz — vieles erinnert hier an gewisse Stillungen auf altägyptischen Basreliefs — und Bewegungschören, die sich besonders in der Massenszene des letzten Bildes (Tanz. Davids und des ganzen Volkes vor der Bundeslade) zu einer Apotheose von überwältigender Wirkung steigern. Die Bühnenbilder von M c - n i n s k y unterstützen das ganze dramatische Geschehen mit einer Gewalt des Ausdrucks, einer Plastik der Zeichnung und fast „explosiv" wirkenden Farbenpracht der Kostüme, daß das Auge oft wie geblendet bleibt. Die Symbolik der Handlung hätte nicht hesser veranschaulicht werden können als durch diese ins Gigantische strebenden Säulen und Mauern und durch phantastisch geformte Hügel und Berge einer imaginären Bibellandscliaft. Der eigens für dieses Ballett gemalte Bühnenvorhang von Jakob Epstein, des berühmten jüdischen Bildhauers — es ist dies sein erster Versuch auf dem Gebiet der Bühncnnialerei — ist eine dem Ethos der Davidcrzählung kongeniale Konzeption und leitete wie eine bildhafte Ouvertüre in die eigentliche Handlung über. Die Musik von Maurice Jacobson will nicht mehr sein als unterstützende Illustration. Und diesen Zweck erfüllt sie meistens. Allerdings bei Szenen von der Gewalt des Tanzes vor der Bundesladc fehlt ihr die dramatische Stoßkraft und Größe, die ein solches Bild von der AUisik erwartet. Mit einer an katholische Meßliturgic angelehnten Melodik sakralen Charakters kann man einer solchen Szene musikalisch nicht beikominen. Das jüdische Element hätte bei diesem Stoff ein integraler Teil in der Musik sein sollen. Statt dessen tritt es nur sporadisch in einer hauptsächlich von Straußens ,,Saloine" und Bi/ets „Carmen" inspirierten Partitur auf und äußert sich in gewissen melismatischen Wendungen, Alterierungen nach bewährtem Klischee und am deutlichsten in dem hebräischen Lied, dem der sogenannte „Tonus Peregrinus" aus dem gregorianischen Gesang konstruktiv zugrunde zu liegen scheint. Ansonsten die üblichen Üricntalismen in Rhythmik und Instrumentation, geschickt in den eklektischen Charakter der Musik hineingewoben. Die Aufführung stand ganz im Zeichen der wunderbaren Kunst von Anton Do! in, dem Darsteller und Tänzer der Titelfigur. Linen idealeren Interpreten, schon rein äußerlich, hätte man nicht finden können. Seine tänzerische Leistung — abgesehen von der rein physischen Anstrengung bei einer Spieldauer von fast einer Stunde ist kaum zu überbieten. Neben ihm fiel besonders noch der Darsteller des Saul auf, Kcith Leiter, der auch für die Choreographie verantwortlich war. Der spontane Beifall nach jedem Bikl, der sieh nach dem letzten zu Begeisti riingsstin meu steigerte, brachte die gesamten Mitwirkenden sou i ■ die verantwortlichen 1 eiter /.u ungezählten Malen auf die Huhne und bedeutet ein sehr gutes Omen für die nächste Zukunft. Auch d'"- englische Presse hat hu allgemeinen mit sehr warmen Worten das „|>avi(J"-Ballett begrüßt. Zu erwähnen bleibt noch die Tatsache, daß mit ganz wenigen Ausnahmen sämtliche Mitwirkende Juden sind. Dr. M. Camer a t J-»m i>jm 3a, _ tum* )<*, & »>*t,. J*m, - i*r» &*. A» <Jj , a«t / Anläßlich des 100. Geburtstages von Mendele bringt unser heutiges Singbiatt die durch die Granowsky-Inszenierung berühmt gewordene Melodie aus „Die Heise Benjamins III." von Mendele Mocher-Sforim. Die Melodie ist sehr volkstümlich, ein — fast möchte man sagen — ..typischer Golus-Nigun", in dem sich die Atmosphäre des öslliehen kleinen Judonslädtchens spiegelt. Nach dieser kleinen Melodie wandern die beiden Ilauptholden aus Mendeles jiddischem Volksstück, Benjamin und sein getreuer Schalten, Sender), der Furchtsame. Die Beiden haben es sich in den Kopf gesetzt, von ihrem Ileinialsort, dem Nest Tunejadewke, in die Welt hinauszuziehen, ganz, weit, bis zum Heiligen Land und womöglich noch über den Fluß Ssanibaljon hinaus, dorthin, wo die verschollenen zehn Judenslämmo verborgen bansen... Mutig sehreitet Benjamin aus. Aber unsrrtn Freund Sendcrl ist auf seiner Wanderung gar nicht zum Singen zumut, —- wenn er sich nicht vor Benjamin, dem Unternehmungslustigen, schämte, würde er am liebsten schon jetzt kehrtmachen und reumütig zurückkehren in die Geborgenheit des wurmen Herdes bei seiner EhehaL le daheim, schon jelzl, eine halbe Stunde nach begönnern r Wanderschaft. Benjamin aber rüttelt ihn auf, und immer wieder ermuntert er den Freund mit der Parole: „Senderl, mit dem rechten Kuli...!" lind weiler geht es. Schon stimmt Benjamin sein „Nigend 1" an, denn wie könnte man wohl eine so heilige Wanderschaft vollbringen, ohne sich dabei eins zu summen ,.. Senderl folgt ihm getreulich wie Sancho Pausa dem Don Quijole, im Gehen und im Singen. Unsere heutige Melodie ist also ein kleines Wanderlied —■ gewiß kein „Wanderlied" für Pfadfinder mit Rucksack und Nagelstiefel •—, nur gerade eine Marsrhmelodic für solche Wanderer, wie es unser Benjamin und sein Freund Senderl sind, die neben ihrem Rückenbündel noch das schwere Reisepä.ekel, das „Golus", mitschleppen. In Mendeles Volksstück von der Reise dieses Benjamin kehrt die Melodie häufig wieder, besonders an den Stellen, wo man auf der schweren Wanderschaft einer Ermunterung bedarf. Wenn es unseren Melden wieder einmal gelungen ist, eine der vielen „ungeheuren Schwierigkeiten" auf ihrem Wege zu überwinden, so daß sie sich ihrem Ziele schon ganz, nahe glauben (in Wirklichkeit haben sie sich kaum ein paar Wegstunden von Tunejadewke fortbewegt), schöpft Ben nuim neuen dem rechteu Fuß die Füße »eiter Mut. zu seiner Parole: ..Sendcrl. — mit!" Schon ertönt die Melodie, schon wandern Gliemjo VY i n a w e r l.in Drama 1 Irr/Is aufgefunden Paris, lt. Januar. (Palcor.) Auf Veranlassung von Herrn Keichenfcld, dem TestamcntsvolMrcckcrs Theodor Herzls, wandte sich Herr Jnrhlum an das französische Institut mit dem Gesuch, das versiegelte Paket, das Hcrzl bei der Wissenschaftlichen Akademie hinterlegt hatte, zu öiinen. Dem Gesuch wurde entsprochen, und in einer Sitzung der Akademie am 13. Januar wurde der versiegelte Umschlag in Gegenwart von Herrn Jarblum geöffnet. Es enthielt ein Manuskript in Quartformat, das den Namen „Das Ghetto'" trägt, ein Drama in vier Akten, von Dr. T. Herzl. Das Dokument wurde einer Kommission übergeben. Die vollständige Uebertragung des Babylonischen Talmuds von Lazarus Goldschmidt. Das zwölfbändigc Mouumentalwerk, an dem Lazarus Gold Schmidt seit 18% arbeitet, steht jetzt vor dem Abschluß. Soeben gelangte der 11. Band des Werkes im Jüdischen Verlag, Berlin W 50, zur Ausgabe. Er erhalt die Traktate Chulin, Bechoroth und Arachin. Der 12. (Schhiß-)l!and, mit dem diese erste und einzige vollständige Webers-etnwg des Babylonischen Talmud in eine europaische Sprache zum Abschluß gelangt, erscheint voraussichtlich im Frühjahr. Jeö-ltiröck £Vu \djun£f 'Rottum. Nißhdroelt verboten (Schluß) „Was dann geschah, war sicherlich kindisch und Wanglos, aber ich will es nicht verschweigen, auch um mir selbst nichts zu ersparen. \\ ir kamen zu einer Bank am Wege, sie war von einer Gas'atorne trübe beleuchtet, und wir fragten einander: ,Willst du dich auf diese Bank setzen?' Und da wir beide gleichzeitig die gleichen Worte gebraucht ballen, verstummten wir wie verzaubert, hakten jeder den kleinen Finger in den des andern und wünschten uns eine unendliche Minute lang in der Stille, aber mit der innersten Leidenschaft drei sehnliche Wünsche. Endlich sah mich meine Wunsohgenossin groß an, ich nickte, sie hieb mit der andern Hand die Kette der kleinen Finger durch, und der Bann der Stummheit war gelost, leb erklärte, daß wir in drei Jahren heiraten würden, und sie fragte: ,ln drei Jahren?1'Wir gingen weiter, und plötzlich sagten wir beide, wieder gleichzeitig: .Spätestens!', worauf wir wieder unsere kleinen Finger ineinander taten und uns drei Wünsche von den Augen ablasen. Die Stille nun aber war beklommen und erwartungsvoll, wir gingen langsam am Rasen entlang, von dem modrige Feuchtigkeit aufstieg, ich beherzte mich, zählte nenn Bäume, und als wir an ihnen von'ilier waren, sagte ich beim zehnten das erste Wort: ,Ich weiß, was du gewünscht hast', und fühlte seltsamerweise, wie schwer mir das Aussprechen des Satzes angekommen war. .Dasselbe wie du', flüsterte mein Mädchen innig, daß mich's überzitterte, und am liebsten hätte ich mich vor sie auf den Boden geworfen und ihr alles abgebeten, was je zwischen Menschen trübe, falsch und unrecht geworden war. Dann kamen wir über die kleine Stadtgrabenbrücke, der Weg teilte sieh und am Anfang des abgelegenen blieb mein Mädchen stehen, legte die Anne mir um den Hals, bog meinen Kopf zu sich und küßte mich, so daß mir nichts übrig blieb, als auch sie zu küssen, und eigentlich war das unser erstes Küssen, zumal wir dann gesenkten Kopfes weifergingen und auf den Zehenspitzen, als wenn jeder von uns sich fürchtete, den andern auf sich aufmerksam zu machen. Später, als wir merkten, daß wir im Kreis gegangen waren, setzten wir uns auf die erste, zuvor übergangene Bank, rückten dicht aneinander, um uns gegen die Kühle des Abends iu schützen, und flüsterten einander ins Ohr, oder vielmehr glaube ich, daß ich es war, der fast allein redete, bis wir im Sande Schritte näherknirschen hörten. Ich sehe mein Mädchen noch mich bestürzt anschauen, um die Arme von meinem llnls zu lösen; aber ich hielt sie fest, aus Trotz gewiß, weil wir nichts zu verheimlichen halten, worauf sie das Köpfchen hängen ließ. Doch als die Schritte lauter wurden und ich einen polnischen Offizier erkannte, da lockerte ich unwillkürlich die Umschlingung und bedauerte vielleicht meinen Trotz, obwohl es schon zu spät war, denn . . . Sie standen vor uns und sagten herablassend: .Guten Al>end'." „Ich wußte nicht, daß ich so höflich war", brummte Taczanowski. „Wenn Sie es doch gewesen wären! Aber kaum hallen «ir Ihnen — vielleicht ein wenig ängstlich und nur in der Hoffnung, Sie würden gleich wieder weitergehen — den polnischen Gruß polnisch zurückgegeben, so stellten Sie sich breitbeinig vor uns hin, steckten die Hände in die Hosentaschen und erklärten nun in deutscher Sprache noch ironischer von oI>en herab, es wäre doch erfreulich zu sehen, wie die Judenschai't beizeiten für ihre Forlpflanzung sorgte." „Das habe ich gesagt?" ' „Wenn es eine — Dummheit war, so wurde sie von meiner Unklugheit noch gesehlagen. Denn ich verlor den Verstand und sagte: ,Das geht Sie gar nichts an!' Worauf Sie mir schroff das Wort abschnitten mit der Frage: ,\\ ie alt «cid ihr denn?' Und als weder mein Mädchen noch ich antworteten, lachten Sie: ,Na also, das ist ja Sittlichkeitsverbrechen! Kommt mit, Kinder, ich werde eurn feststellen lassen!' Ich war geschmacklos genug, das ernst zu nehmen, obwohl es sicherlich noch. Spaß war, und schrie Sie an, daß Sie nicht das Recht dazu hätten. Wahrscheinlich reizte ich Sie damit nur und brachte Ihnen Ihre Doborlogonheif erst ganz ins Bew ußtsein, dehn Sie sagten mit der aufstarbelndsten breiten Gleichmütigkeit, die ich je erfahren habe, wir würden auch mitgehen, ohne daß Sie mir den Revolver zu zeigen brauchten. Nun ging also Gewalt vor Recht, und wir konnten nichts tun, als Ihre Uniform zu Itcgleiten, ich links, mein Mädchen rechts von Ihnen. Als wir an die erste Gaslaterne kamen, die gleiche, unter der wir unsere ersten drei Wünsche getan hatten, da blieben Sie stehen, hoben meinem Mädchen da« Kinn ein wenig hoch, um ihr Gesicht zu betrachten, sahen sie von oben bis unten an, mit Rücken, für die allein ich Sie hätte vierteilen mögen, und sagten: ,Da hab ich ja einen netten Fang gemacht. Was soll dir der kleine Judenlümmel, komm, gib mir einen Kuß!' Und da mein Mädchen zuerst bleich und reglos wie au« Marmor blieb und Ihnen plötzlich mit der kleinen weißen Faust ins Gesicht schlug, hielten Sie einfach ihre Hände fest und küßten sie mit einer solchen Lüsternheit, daß mir die Augen wehiutun schienen. Mein Mädchen hatte die Augen als wenn sie V. imiui * ie \\ a i - ich, i ml Ilde alcr latt h'iuil h im ganzen geli ergebn. Die ■ uvii die grau- Kopl*. was ich »berciii ge- , denn Sie Mud heule Min Ihnen i't ich des- •••II. gl.n.-hinicli ra-end, daß . e-'L»Cll Sie \\ ülelc t mit cin-iri Griff n-m S' " ' ' Hielt war. -./ll-cl III n i-n >n\ a ich nl zu ni' in mein entgeschlossen und trug eine Miene schlössen cewesen wäre; so ließ sie es (Hier „j Minuten, in denen der \\ i-j fniiu'fM-lzt wurde, sanften meines Lebens. Mir -i-imü durch den tun könnte. Mit Worten halt.' ich Sie nur zu G reizt, auf Sie loszugehen, war waren bewalfnet, ich nicht, u noch viel erüßer, breiter, stärk hätte mich erledigt. Das Sehl gleichen überhaupt iilterlegte. viel, was kommen mochte, und es mach ich nicht rasen konnte — gegen mich, sl ich —. daß ich überdachte, ob ich Sie ni von hinten bewußtlos schlagen oder mit Schädel troffen Könnte. \\ ahrhaflii'. im gewinnen, einen Stein autle-le-n /u können. Taschenluch fallen, bückte mich danach mit Taschentuch auf. Im Pat kw-egkios war kein hob mich der Tat, jeder Tat, gedeiuu t igt blieb ich zurück, Sie schielten kaum nach mir, nur mein Mädchen sah sieh immer wieder um. und als Sie mit ihr unter der nächsten Laterne Ihr Manöver wiederholten, halte ich meinen .Widerstand' aufgegeben. \ ielhuelit halten Sie darum keinen Gefallen mehr an dem Alwuleuer. vielleicht gaben Sie darum plötzlich dem Mädchen einen leichten Stoß zu mir hin und riefen mir zu: .Da, fang sie, Junge!' Halten Sie vergessen, «laß Sie. wohl noch aus Hohn nun Abschluß oder um aus der Tragödie etwas Schlimmeres, eine Farce zu machen, Uns zwangen, uns vor Ihren Augen zu umarmen und zu küssen? Oder wollten Sie einen besseren Abgang oder wollten Sie alles gewissermaßen wieder ungeschehen machen, indem Sie, während wir taten, was Sie verlangten, bereits einen Seitenweg einschlugen? Wenn Sie uns nicht auch noch zu diesem Letzten gezwungen hätten, flachte ich später, wäre vielleicht alles noch zu überwinden gewesen . . ." ITNFTKS KAPITFL „Ihre Schritte entknirscblen und waren nicht mehr zu hören, die Dunkelheit der noch unbejrünlen Räume hatte Sic cingesehlurkl, und aus einem Schwalbennest, dessen eigentliche Bewohner noch nicht wiedergekehrt waren, kam der zaghaft armselige Laut eines schlafenden, möglicherweise träumenden Spatzen. Das Keuchen einer rangierenden Lokomotive flnh vom Bahnhof herülter, alter alles geschah wie iti einem luftleeren Raum, und als wir beide uns auf den Wog in die Stadt machten, gingen wir wie ohne Schwere, dabei steif und still wie Marionetten, achtlos und langsam wie im Zuge einer Beerdigung. Plötzlich standen wir vor dem Tor des Hauses, worin mein Mädchen wohnte, sie gab mir, bewußtlos wie eine Knospe, die Hand, ging die drei Stufen hinauf, schloß die Tftr *uf, drehte sich nicht mehr um, trat ins Haus and

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