Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1936)
- Date
- 1936-01-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Salt« 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 4, 14. I. 1936 Die Aussichten einer chemischen Industrie Von Prof. ür. Walter Roth, Haifa In der letzten Dezemberwoche fand in Jerusalem di» Jahreskon ierenz des „Verbandes der Chemiker in Palästina" statt, /.um Präsidenten des Verbanden ward« Dr. Boblelsky, der Leiter der Abteilung für anorganische Chemie an der Universität Jerusalem, wiedergewählt. Auf der Konferenz wurden eine Reihe wissenschaftlicher Vorträge und Heferate aber die pruhtische Arbeit des Verbandes gehalten. Unter den Referenten waren l'rof. F odor, Prof. B. Zondek, der Re;icrungschemiker linker, Dr. Bob t Visit P, Dr. A. Bert; in a n n, Dr. F. Bergmann, Prof. Ch. W e r t h e i m e r. Dr. R e i f o n b o r g u. v. a. Die Verhandlungen wurden hebräisch geführt, nur einzelne Re'erate waren englisch bzte. deutsch. W ir ncb?n einen der Vorträge, der auch für ein grelleres Publikum von Interesse ist, nachstellend gekürzt wieder. (Red.) Unter „chemische Industrie" \vt;t 't '-'ie eigentliche chemische Industrie, sehe also z. H. von der Metallindustrie, der keramischen Industrie und anderen der Chemie nahestehenden Berufszwelgeu ah. t s lutid.'lt sich demnach in der Hauptsache um die sogenannte;i i ehe Großindustrie, Schwefelsäure und andere Säuren, um Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel. Arznei in ttc», Kosmetika, Fette, Oelc, Seifen, PhotochemikaÜcn, Faib tuif.-, Erdfarben, Gerbstoffe, Leim, Klebst..ffc, Riechstoffe, Mineral de. Harzprodukte, Kunststoffe, Kunstseide, I l<>l/dcstil!atiousproduktc usw. Betrachtet mau du: I nituln listen Palästinas, so wurden an chemischen und ähnlichen Produkten am meisten eingeführt: Mineralöl, Ben/in, Zement, Zucker, chemische Düngemittel, Farben, Firnisse, Lacke, Aet/natron, Chlor, Soda, Kalziumkarbid usw., alles aber in Menden, die nicht für die Notwendigkeit chemischer! igentabrikeu in Palästina sprechen. Denn von den eigentlichen chemischen Produkten wurden 1934 in Tonnen eingeführt: etwa l>t« t Aetznatron, etwa 6U0 t Soda, \2> t Schwefelsäure, l"'00 t Farben, Firnisse und Lacke, 1 «*■ t chemische Düngemittel. Diese Mengen Würden die Monatsn/u. sogar nur die Tagesproduktion einer modernen I ahrik in Furupa oder Amerika bedeuten, Wenn nun jetzt aber in Palästina von ernsthafter Seite die Gründung einer >cliwefel säure- und Superphos"hatiabrik in Palästi: a geplant v ird, so ist damit ein weiterer Schritt getan, denn die SchweKisatire gilt auch heute noch für die Grundlage jeder chemischen Imltistrie. .Man erwartet, ja, daß über kurz oder lang Frdiilraffinciieii in Ilaifa entstehen und einen großen Bedarf an Schwefelsaure haben werden. Düngemittel kann Palästina noch gebrauchen und damit ohne Zweifel auih seine Nachbarländer versorgen. Line chemische Industrie KilaMm.!* muß überhaupt in engen Beziehungen zu f?m Charakter de, I amies b'cihen, das vorläufig ein Agrarland und es atieh vorläufig bleiben soll und muß. Darum muß a»*'h die entstehende thennsclie Industrie Palästinas vor allem sieh in die Dienste seiner l.atitlwirtsebaft stellen, neb'.n der Düngung sieh der Seliätlhngsbekii'iipfiin", d n i -mitteln, Konservierungstragen und dergleichen zuwenden und namentlich sich mit Problemen der Zitrus-Imlustrie 1» Die Anfänge hierzu sind wohl gemacht, aber gerade die Fragen, die in der Zitrus-lndustrie in Betracht kommen, sind verhältnismäßig chemisch noch wenig erforscht. Daß in I) e u t s c h 1 a n d in verhältnismäßig kurzer Zeit die chemische Industrie sich so entwickeln und so große Erfolge erzielen konnte, schreibt man vor allem der Tatsache ZU, daß früher als in anderen 1 ändern in Deutschland erkannt wurde, dal! eine sehr sorgfältige in et h od jsche Ausbildung der Chemiker erfolgen und daß eine sehr enge Zusammenarbeit /wischen der Praxis und Theorie bestellen muß, daß die Wissenschaftler, die Hochschullehrer mit den Praktikern und Technikern /usan ir.riik, nimen und ihre Erfahrungen gegenseitig austauschen müssen. In den großen Fabriklaboratorien Deutschlands wird in streng w i s s e n s c h a f 11 i c h e r Weise gearbeitet, und es werden nicht bei jedem Vorschlage und jedem Versuche sogleich praktisch verwertbare Rcstilatc erwartet. Ein gewi-ses Vertrauen muß auch hier in Palästina zwischen de" Bewohnern des Landes und seinen wissenschaftlichen Instituten und I abor.'ttoricn bestehen, und vor allem ist auch ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten dieser Institute höchst wunselien-w ert. Das sind die inneren Faktoren, die das Gedeihen einer chemischen 1 n inst:ie beeinflussen können. Die äußeren Faktoren: gesteigerte Bedürfnisse, Exportmöglichkeiten, große Kapitalien, geeignete Kräfte sind für eine boden-tüinline « hemhehe Industrie gegeben. Aus allen Ländern strömen leer in I'.iü-tjna Wissenschaftler und Praktiker zusammen e> nvt-sen aber von befugter Seite, von den Instituten, von .!•. n a'ter.-n erfahrenen Chemikern richtige Probleme gi -l.-!h und (fiese von den Jüngeren systematisch bearbeitet w * rden. im laude he-teilen bereit-. Musterbetriebe, wie die bekannter gioßeii I abriken, die l'otash Comp., Schemen, Neshcr u«w,, die jeden Vergleich mit europäischen Werkstätten aushalten können. Aber daneben gibt es /ahlreiche kleine und Mittelbetrieb«', die noch ohne jalen Fachmann glauben auskomme i zu können, iin I die aufgeklärt werden müssen, wie sehr auch sie die Mitarbeit eines Chemikers gebrauchen, um wirklich koiikui ien/i' ihig zu sein. Auch die chemisth-pharina/ce'isrhr I am i-.ati.-n regt sieh im Lande. Allerdings können alle soklie Industrien sieh erst allmählich entwickeln und jede I :t)>Hk.-iti.>!i hat ihre Kinderkrankheiten. Gerade auf dem Oebtcbder \r/neiinittel ist eine methodische Forschung nötig, und wir wi.sen, wie es, um gute Medikamente herauszubringen, der engen Zusammenarbeit von Chemikern, Medizinern. Phv makolr.gen bedarf, und wie sorgD'tig die Prüfung synthetischer Präparate vor dem Gebrauch für medizinische Zwecke sein miiß. Die Nacherfindung und Nachahmung allein macht es nicht, es wäre zu wünschen, daß neue Wege beschritten werden, und daß z. B. mehr als bisher auch die palästinensische Flora auf ihre wirksamen Bestandteile und ihre Verwendbarkeit untersucht würde. Das sind Attfgah-n für eine bodenständige chemische 'ndustrie, Aufgaben, die nur a'lmählich In systematischer Forscherarbeit erfüllt weiden können. Wir haben aber in der letzten Zeit in Palästina erlebt, daß Fabriken ihre Tore schließen mußten, obwohl sie schon längere Zeit bestanden und rationell arbeiteten, nur weil sie sich gegen das Dumping des Auslandes nicht schützen konnten. Auch für das Gedeihen einer ehemischen Industrie in Palästina ist darum von ausschlaggebender Bedeutung, daß die Zoll geset/gebung reformiert und den aufkommenden Fabrikationszweigen ein Zollschutz gewahrt wird. Die jüdischen Chemiker, die zur ehemischen Technik der Oa!uth-I.ander so viel beigetragen haben -- ich nenne wahllos Namen einzelner verstorbener deutscher Chemiker wie: Liebermann, I udwig Mond, Lunge, Ehrlich, Frank, C a r o, Haber müssen jetzt im eigenen Lande zeigen, daß sie selbständig eine bodenständige chemische Industrie begründen und entwickeln können. Die neue Generation Der Einwanderer Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Im „Dawar" antwortet einer der Hauptredaktcure B. K. auf Beschwerden aus Kreisen neuer Einwanderer, die in dem Blatte veröffentlicht wurden: ,.Man hört heute unter uns die Stimme des neuen Einwanderers zu wenig. In früheren Zeiten bestand zwischen den wenigen Ncuemwandercrn utfd ihren Vorgängern ein persönlicher Kontakt. Die Mensehen waren gleichsam im engen Räume zusammengedrängt und halfen sich gegenseitig. Der Kontakt war eine gesellschaftliche und seelische Notwendigkeit. I>ie Zahl der judischen Einwohner Jaffas, die zu jedem Schiff aus Europa gingen, um die Neuankömmlinge zu bewillkommnen, war b'swcilen größer als die der Einwanderer, die das Schiff brachte. Die MasscneinWanderung hat einen Abgrund zwischen dem Eingesessenen und dem Einwanderer aufgetan. Jedes n?uc Jalir in der Geschichte des Jlschuw bringt uns nicht nur die und die Zahl von* Einwanderern, sondern eine neue Generation des Jischub. Die Waffe des neuen Einwanderers ist die Beschwerde. Der Eingesessene hat nach seiner Meinung alles in seiner Hand. Und dieser Eingesessene reagiert auf die Beschwerde, wie Erwachsene auf Spitzfindigkeiten von Kindern reagieren. Aber selbst wenn der neue Einwanderer immer Unrecht hätte, müßten wir auf seine Klagen achten, wieviel mehr, da er uns auf viele wirkliche Mängel hinweist. Seine Leiden und trüben Erfahrungen machen ihn hellsichtig. Er nimmt an vielem Anstoß, was wir, die wir hier seit langem unserer täglichen Arbeit nachgehen, schon nicht mehr sehen. Wenn er auch empfindlich ist und dazu neigt, zu übertreiben und die Verantwortung irgendeinem ganz Unschuldigen anzuhängen, so kann er uns doch manches lehren. Die hier vorgebrachten Beschwerden charakterisieren im ganzen den Zustand richtig: Der Einwanderer kommt an und weiß nicht, an wen er sich um Rat wenden soll. Er hat seine Möbel mitgebracht, weil niemand im Auslande ihm davon abgeraten hat. Er ist wegen hoher Lagergebühren gezwungen, sogleich eine Wohnung zu nehmen, und diese Wohnung ist ganz ungeeignet. Er zählt auf der Straße die Hebräischsprechenden und findet, es ist einer unter zehn. Er will hebräische Zeitschriften lesen und findet in einer Großstadt wie Haifa keinen öffentlichen Lesesaal. Er hat stets zionistisch gearbeitet und weiß nicht, wie er hier zu einer gemeinnützigen Tätigkeit Zugang finden soll. Nur in einer Sache befindet sich der Einwanderer im Irrtum, nämlich darin, daß er auf seine Beschwerden Abhilfe von andere n verlangt. Er habe erwartet, in Palästina etwas Fertiges vorzufinden. Er darf stell in seinen Klagen nicht an Beamte, nicht an Führer und nicht an die vor ihm Eingewanderten halten. Ihre Abstellung ist unserer aller Aufgabe, auch die der Neukommenden. Wir alle sind die Glieder eines noch unfertigen und fehlerhaften gesellschaftlichen Gebildes, auch jene, die neu gekommen sind. Der Neue hat den Vorzug, daß er die Mängel stärker empfindet, aber er hat den Nachteil, das Vorhandene als selbstverständlich zu empfinden. So kommt er dazu, alles von seinen Vorgängern zu fordern, als ob diese verpflichtet gewesen seien, ihre Pionierarbeit vor seiner Ankunft zu beenden. Niemand aber hat ihm eine vollkommene W_e 11 versprochen. Viel haben seine Vorgänger schon geleistet und er konnte es als Erbe genießen, aber viel bleibt auch für ihn selbst noch zu tun. Er soll aus seinen trüben Erfahrungen die Aufgaben erkennen, die seiner harren, und die Früchte seines Schaffens wird der Einwanderer der Zukunft ernten.'* Eltern im Kibbuz In letzter Zeit sind zahlreiche Eltern zu ihren Söhnen und Töchtern in die Kibbuzim in allen Teilen des Landes gegangen. Meist sind die Eltern zu produktiver Arbeit nicht mehr fähig, und ihr Unterhalt bildet ein ernstes Problem für die jungen, noch nicht basierten Wirtschaften. Der Brief eines Lesers in einer großen Tageszeitung beleuchtet diesen Zustand: ,,Es gibt viele Eltern im Kibbuz, die Söhne und Töchter außerhalb des Kibbuz haben, die sich in geordneten Verhältnissen befinden und viel mehr verdienen als ihre Geschwister im Kibbuz. Wir haben keine Statistik über solche Fälle, aber man kann wohl annehmen, daß dies von 50 Prozent aller Eltern gilt, die die Kibbuzim allein versorgen. Dabei haben die Kibbuzim noch nicht einmal die Möglichkeit, die Eltern unterzubringen. So ist es nicht selten, daß die Kindcr; oft alte Arbeiter, die schwere Tagesarbeit leisten müssen, wie zu Beginn ihrer Pionierzeit, wieder in Zelten schlafen, um für die Eltern Platz zu machen. Die nicht im Kibbuz befindlichen Geschwister aber tun nichts, um zu helfen, obgleich der Kibbuz sich im Falle einer anderen Unterbringung der Eitern an den Kosten beteiligen würde, wie er es in vielen Fällen Schon jetzt tut. Und nicht nur die alten Eltern sehen in der Kwuza mit ihrem Stall voll Kühen ein reiches Gut, dessen Leitung einem nichts versagen darf, nein, auch die Chawerim seihst zeigen häufig wenig Verständnis für die Schwierigkeiten und fordern von der Kwuza, für den vollen Unterhalt der Eltern aufzukommen. So befinden sich in einer Kwuza bei Nahaial 22 Verwandte, die die Kwuza außer Wohnung mehr als C 2 für jeden kosten und die 16 Kinder außerhalb des Kibbuz haben, die sich nicht an den Kosten beteiligen. In einer Pluga sind 12 Eltern, die etwa £. 30 im Monat kosten. Sie haben acht Kinder außerhalb der Pluga, die nichts zahlen, obgleich die Pluga schwer verschuldet ist. Eine im Aufbau befindliche Wirtschaft im Jordantat ernährt 14 Verwandte, "die jeder mehr als £ 2 im Monat außer Wohnung kosten. Auch hier tragen sieben Geschwister außerhalb des Kibbuz nichts bei, nur eine Schwester sendet monatlich ein Pfund. Die Kibbuzim sind nicht in der Lage, die Vorteile der Prosperity wahrzunehmen, und können so nur in sehr beschränktem" Maße helfen. Wer einem Kibbuz ohne zwingende Notwendigkeit die Unterstützung von Verwandten auflädt, der macht es ihm unmöglich, im nächsten wirklich dringenden Fall einzugreifen. Und wer von auswärtigen Geschwistern sich weigert, beizusteuern, obgleich er dazu In der Lage ist, der bringt Arbeiter mutwillig in schwere Bedrängnis." Feiertag in Rarnot haschawim Eine Spende von Thorarollen seitens der Reichsvertretung der Juden in Deutschland an unsere im Aufbau begriffene, religiöse Gemeinde gab Anlaß zu einer Einftihrtingsfeier, die am I. Schabbat-Chanukkah stattfand. Die mit reichem Blumenschmuck versehenen Thorarollen wurden in feierlichem Zuge, von Mädchen und Knaben mit blauwelßen Fahnen flankiert, durch einen Teil der Siedhing getragen und mit den Simchat-Thorah-Oesängen nach dem provisorischen Betraum, einem halbfertigen Wohnungsneubau, begleitet. Dort hielt Rabbiner Dr. Wilhelm (Jerusalem), der sich für diese Feier in liebenswürdiger Weise mr Verfügung stellte, im Rahmen des Mussafgehetes eine Ansprache. In der Einführung von Thorarollen aus Deutschland in die entstehende Gemeinde von Ratnot haschawim sah der Redner einen symbolischen Akt; es sei die Aufgabe des Einwanderers "aus Deutschland, mit einem freiheitlichen, echten religiösen Geist in det. lischuw hineinzuwachsen und die religiösen Werte, die in Deutschland gepflegt wurden, auch im Leben harter, körperlicher Arbeit nicht verkümmern zu lassen. Er wünscht der jungen Gemeinde, daß es ihr nie an Männern fehle, die in diesem Sinne wirken. In diesem Zusammenhange dankte er Herrn Waisenhausdirektor Peritz (früher Königsberg), an dessen 70. Geburtstag, für alles, was er für die jüdische Gemeinschaft jahrzehntelang in Deutschland geleistet und in der jungen Gemeinde von Ramot haschawim zu leisten begonnen hat. Mit einem Segen für den Jubilar und für die Gemeinde beschloß er seine Ansprache. Diese sehr schöne und würdige Feier und der festliche Einzug der Thorarollen brachten unserer, von Olim aus Deutschland geschaffenen Siedlung einen rechten Feiertag. Alfred Scher k, Ramot haschawim, früher Berlin S14 Zwei Jahre Ben-Yehuda-Gymnasium Uns wird geschrieben: Im Januar 1034 fand sich ein Kreis von Lehrern zusammen, der erkannte, daß es für die mit den Verhältnissen und der Sprache Palästinas nicht vertrauten Kinder der neuen Alijah aus Deutschland methodisch und psychologisch falsch sei, sie ohne genügende Vorbereitung in die hebräische Schule zu schicken. So wurde, anfangs nur mit acht Schülern, eine Anstalt begründet, deren pädagogischnationales Ziel es war, die Kinder von Einwanderern auf die bestehenden Schulen des Landes vorzubereiten. Privat- und Nachhilfestunden konnten auf diese Weise gespart werden, da die Erlernung der Sprache, die Einführung In die jüdische Kultur und Palästinnkunde den Mittelpunkt des Unterrichtsbetriebes bildeten, ohne daß andererseits der natürliche Entwicklung«- und Ausbildungsgang der Kinder unterbrochen wurde. Die aktive Teilnahme am Unterricht wurde dadurch von vornherein gefördert und die hebräische Sprache entwickelte sich folgerichtig stufenweise zur Unterrichtssprache und ist jetzt vollkommen durchgeführt. Die Richtigkeit der Grundsätze, die zur Einrichtung der Schule führten, bestätigte sich vollauf; in den zwei Jahren ihres Bestehens wuchs die Anzahl der Schiller, die die Anstalt besucht haben, auf über 300. Fhtrch diesen Frfolg ermutigt, wurde die Schule in ein selbständiges, staatlich anerkanntes hebräisches Gymnasium mit dem Ziel des Abiturienten-Examens umgewandelt. Auch zahlreiche palästinensische Kinder besuchen jetzt das neue Gymnasium. Der Begründer der Anstalt, Dr. J. Levins ohn, steht ihr als Direktor vor. Von der Woche Die Geburten in Palästina betrugen im Jahre 1934 41 5 pro 1000 (im Jahre 1033 44 pro lOOT). Die Sterblichkeit betrug 21,8 pro 1000 (im lahre 1933 20 pro 1000). Die Kinder- Sterblichkeit betrug 157,6 pro K.DO (im Jahre 1933 144 pro 1000). Unter der jüdischen Bevölkerung Palästinas betrug die Geburtenziffer im Jahre 103 1 30.23 pro 1000, die Kinder-Sterblichkeit betrug unter den Juden 77,95 pro 1000. Offiziell w ird bekanntgegeben, daß der Verwalfungsüberschuß der Palästina-Regierung am 30. November 1935 über 6 155 000 Pfund betragen hat. Der Flughafen von W a a d i C h a I f a, über den der Luftverkehr nach Indien und Holländisch-Indien geht, wurde durch Pflasterung mit glatten Steinplatten verbessert. Beim Flugfeld wurde ein Hotel für die Reisenden und Piloten errichtet. Pressemeldungen zufolge hat die palästinensische Mandatsregierung beschlossen, die Seife nerzeugung auf die Verwendung reinen Olivenöls hin zu überwachen. Von dieser Maßnahme sind insbesondere die Seifenfabriken von Nablus betroffen. Der Zitrus-Export bis zum 5. Januar betrug 2319 650 Kisten gegen 1 631 030 Kisten in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Kwuzah der Arbeiterjugend in Naane bei Rechowoth hat eine Werkstätte für Kinderwagen eröffnet. In der Werkstätte sind 17 Arbeiter der Kwuzah beschäftigt. In Tel-Awiw wurde eine Fabrik für Stahlmöbel eröffnet. Wie die JTA. erfährt, wird vom Präsidium des Waad Leuini die Schaffung einer eigenen Kulturabteilung erwogen, die die leitende Instanz für die Verbreitung der hebräischen Sprache unter den in der letzten Zeit in Palästina eingewanderten Juden sein soll. In Ramath Gan wurde ein B i a I i U - H a u s eingeweiht, das eine Bibliothek, einen Versammlungssaal usw. enthält. Beim „B i a 1 i k -1 n s t i t u t" erschien der erste Band der „Bibliothek für Palästina-Wissenschaft". Der Band stammt von dem Numismatiker M. Narkis und behandelt die alten Münzen Palästinas. Vor kurzem fand in Jerusalem die konstituierende Versammlung der Botanischen Gesellschaft für Erez Israel statt. Ueber 100 Botaniker und an der Botanik Interessierte aus allen Teilen des Landes hatten sich eingefunden. In einer Konferenz von Mitarbeitern des Keren Kajcmeth, teilte Ussisclikin mit, daß die Einnahmen des Fonds im letzten Jahr um 30 o/o gestiegen sind. Palästina habe zu dem Samtnelergebnis 35 000 Pfund beigesteuert. In der letzten Zeit seien dem Keren Kajcmeth zwei große Spenden zugeflossen, und zwar eine Spende von 10 000 P f u n d aus England und eine zweite von 4000 Pfund aus Palästina. Auf Antrag des jugoslawischen Handelsministers wurde Meir Dizengoff im Namen König Peters Ii. mit dem Hl. Sva-Orden III. Klasse ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung wurde auch dem jugoslawischen Konsul in Palästina, Arnon R. Rojanski, und dem Präsidenten des Schiedsgerichts der Levante-Messe, James Polock, verliehen. (Schluß des Palästina-Teils) Bismarck Barbarossa Steinplain 8888< MOREL TRANSPORT. LAGERUNQ, REISE CBPACKBEFORD, KLAVIERE. FLOOEL SPEDITION IM INLAND. AUSLAND UND OB6MIS > GEPÄCKFAHRT < " Bartin W1B, Kurfürstendsmm Hl \ BILllGB SAMUEL VBRK&HRb NACH\ PARIS. BRÜSSEL, PRAG. BUDAPEST, mm. AMSTERDAM. LONDON. TRI EST BASEL arm. 8888 Humboldt Oberbaum Steinplatt