Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1936)
- Date
- 1936-01-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I. 1936 Nr. 4. 14.1.1936 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Die jüdische Bevölkerung des Saargebiets Am 1, März 1935 wurde das Saarland wieder in das Deutsche Reich eingegliedert. Am 25. Juni wurde zur Ergänzung der für die anderen Reichsgebiete gelegentlich der Volkszählung von 1933 ermittelten Ziffern die Wohnbevölkerung der Saar festgestellt. Im neuesten Heft der Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" (1935, Nr. 21) sind die Ergebnisse dieser Zählung auch hinsichtlich der Gliederung der saarländischen Bevölkerung nach der Religionszugehörigkeit dargestellt. Es gab am 25. 6. 1935 im Saargebiet 3117 Personen jüdischen Glaubens. Danach waren von 100 der Bevölkerung nur 0,38 Glaubensjuden, während im übrigen Reich 1033 auf 100 Personen 0,77 Juden kamen. Die für die Abwanderung aus dem Saargebiet vorgesehenen Erleichterungen dürften inzwischen eine erhebliche Verringerung d e r jüdischen Bevölkerung des Saarlandes bewirkt haben. Matt schätzt, daß die Zahl der Juden im Saargebiet auf wenige Hundert zurückgegangen ist. lieber zwei Fünftel der saarländischen Juden wohnten in der Stadt Saarbrücken, ein reichliches Fünftel im Kreis Saailouis, ein Siebentel im Kreis Ottweiler. In diesen Bezirken war daher auch die jüdische Bevölkerungsquote verhältnismäßig stark: in Saarbrücken kamen auf 100 Personen der Bevölkerung 1,03 Juden (einen entsprechenden Satz hatten 1933 im Reich etwa Stuttgart und Düsseldorf). Von den 3117 Juden des Saargebicts waren 1529 männlichen, 1588 weiblichen Geschlechts. Der Frauenüberschuß war danach weniger stark als in den anderen Gebieten des Reichs: es kamen nur 101 Frauen auf 100 Männer, im Reich dagegen 109. (Ein gleichartiges Bild bietet sich für die saarländische Gesamtbevölkerung: hier war das Verhältnis 102 :100, wahrend im ganzen Reich 106 Frauen auf 100 Männer kamen.) Albert J. Phiebig Judenfrage in Frankreich Von unserem Berichterstatter Beziehungen zu Juden Im Sommer 1935 waren in mehreren Gemeinden des nassauischen und hessischen Landes Beschlüsse der Ocmtinderätc gefaßt worden, die sich gegen wirtschaftliche Beziehungen der Einwohner zu Juden wandten. So wurde u. a. in Bekanntmachungen von Bürgermeistern den Landwirten, die mit Juden Handelsgeschäfte abschlössen, der ücnicindcbullc gesperrt. Ein Landwirt des nassauischen Landes, in dessen Dorf Ende August eine solche Bekanntmachung erlassen worden war, wandte sich in einer Eingabe an den Regierungspräsidenten in Wiesbaden mit der Anfrage, ob die Sperrung des Gemeindebullen zu Recht erfolgt sei, Der Regierungspräsident erklärte, laut „Frankf. Ztg." vom 12. Januar, in seiner Antwort die Eingabe des Landwirts als erledigt, weil „der dortige Herr Bürgermeister inzwischen seine Entschließung vom 28. August aufgehoben hat, demzufolge der Gemeindcbulle und der Ziegenbock Einwohnern der Oemcinde, die mit Juden in Handel oder Verkehr stehen, vorenthalten werden sollte". Prozeß um gebrauchtes Geschirr Aut Grund eines Artikels in dem wiirttembergischen Blatt „Flnmmenzcichen" hatten sich vor dem Ulmer Amtsgericht der jüdische Inhaber der „Volksbedarfs G. m. b. H." und seine Frau zu verantworten. Das Kaufhaus sollte Geschirr für eine Wohltätigkeitsveranstaltung der jüdischen Frauenschaft leihweise zur Verfügung gestellt und nach der Verwendung wieder zum Verkauf ausgelegt haben. In der Verhandlung ergab sich, lt. „Frankf. Ztg." vom 12. Januar, daß der Inhaber zur fraglichen Zeit abwesend war, daß seine Frau aber das Geschirr wieder in den Lagerraum hatte abstellen lassen, mit der Weisung, man möge die Dispositionen des Mannes abwarten. Der Anklagevertreter sah — da nach Aussagen von Verkäuferinnen Verkaufsmöglichkeiten bestanden hatten, wenn nicht so sehneil eingeschritten worden wäre — in dem Vorgehen einen versuchten Betrug und beantragte 50 Mark Geldstrafe. Das Gericht kam zu einem Freispruch, da die Bestandsmerkmale für einen versuchten Betrug nicht ausgereicht hätten, verurteilte aber in Worten das Vorgehen der Angeklagten. Robert Stricker — Vizepräsident der Wiener Gemeinde Von unserem Berichterstatter J. R. Wie n, 13. Januar Nach einem Uebcrciiikommen zwischen der Judenstaatspartei und den Allgemeinen Zionisteu innerhalb des zionistischen Klubs wurde Oberbaurat Robert Stricker zum Nachfolger des zurückgetretenen Dr. Löwenherz als Vizepräsident der Gemeinde nominiert. In einer dieser Tage stattgefundenen nichtöffentlichen Plenarsitzung des Vorstandes wurde nun Robert Stricker mit den Stimmen Majorität zum Vizepräsidenten gewählt, übernimmt das Amt des Generalsekretärs. der Dr. Löwenherz Jüdisch-Kulturelles aus Wien. Aus Wien wird uns berichtet: Die vor kurzem in Wien gegründete „Jüdische Kulturstell c" hat in der knappen Zeit ihres Bestehens bereits eine umfangreiche Tätigkeit entwickelt. Sic hat eine jüdische Kunststelle geschaffen, die sich mit verbilligtem und konzentriertem Kartenverkauf befaßt, sie hat Kurse und wissenschaftliche Vorträge wieder eingerichtet und erweitert, und sie hat in ihrem Heim am Franz-Josefs-Quai ein kleines Theater installiert. Die mit großem Beifall aufgenommene Eröffnungsvorstellung brachte Össip Dymovs Drama „Höre Israel" in einer von Direktor J u b a I vorgenommenen freien Umbcarbeitung. — Einen Zyklus von Autoren-Abenden unter der Obsorge von Dr. Alfred Werner inaugurierte eine gediegene Vorlesung des Dr. F. Köhler, konferiert von Dr. Walter Eckstein. An den folgenden Donnerstagen las der Dichter-Maler Uriei Birnbaum, ausführlich vorgestellt von Dr. Oskar Ben dien er, allerlei Gedankentiefcs aus seinen meist tingedruckten Schriften. Jehuda Ehrenkränz bot eine Auslese älterer und neuerer jüdischer Poeten und ein dem Ensemble des Kulfurthcaters angehöriger junger Schauspieler machte mit den feinen Skizzen des in Graz lebenden G. Sc ho of mann bekannt. Die Ucbertragung aus dem Hebräischen hatte Dr. Martin Ratsprccher besorgt, der die interessante Vorlesung mit einem warm empfundenen Essay über den Dichter des Abends einbegleitete. Demnächst werden im gleichen Rahmen Ernst L i s - sauer, Leopold H i e h I e r (Dr. E h r 1 i c h), Max B r o d und andere zu Worte kommen. O. B. K., Paris, im Januar. Das jüdische Problem ist in Frankreich nicht erst im Zusammenhang mit dem Anschwellen des Antisemitismus in der Welt entdeckt worden. Herzl ist der klassische Zeuge für das Bestehen eines latenten Antisemitismus auch in den französischen Volksmassen. Daß ein Teil der politisch rechtsstehenden Gruppen — vielleicht weniger in der Theorie als in der Praxis — einem deutlichen Antisemitismus huldigt, ist gleichfalls keine Erscheinung der jüngsten Zeit. Es ist natürlich, daß Paris, die Stadt, in der die überwiegende Mchr/ahl der in Frankreich lebenden Juden konzentriert ist, auch das Zentrum der antisemitischen Bewegung geworden ist. In der Presse der Hauptstadt findet der Antisemitismus Publizität. Organisatorisch wird die Bewegung von jenen politischen Kampfverbänden, den „L i g e n", getragen, die erst kürzlich im Mittelpunkt der innerfranzösischen Diskussion standen. Im französischen Parlament hat dagegen der Antisemitismus bisher keine Vertreter gefunden. Organisationen wie die „Solidarite Francaise", die „Francisten" und in geringerem Maße die „Camelots du Roi" sind heute die Zentren einer aktiven antisemitischen Propaganda. Die Zeitschriften dieser Verbände und einige rechtsradikale Wochenschriften lassen es an offenen oder versteckten Angriffen auf den „jüdischen Einfluß" nicht fehlen. Diese Verbände haben in der letzten Zeit auch im Elsaß, dem zweiten Zentrum jüdischer Konzentration in Frankreich, an Anhängern gewonnen und erhebliche Aktivität entfaltet. Es ist hier wie in Paris auch zu Uebcrfallen auf jüdische Einwohner gekommen, gegen die die jüdischen Organisationen den Schutz der Behörden erbitten mußten. Wenn sich aber auch ein Teil der Ligen heute zum Antisemitismus bekennt, so ist es doch eine bemerkenswerte Tatsache, daß sich der weitaus größte politische Kampfverband in Frankreich, die „C r o i x de Fe u", ausdrücklich gegen den Antisemitismus erklärt hat. Der Chef der „Croix de Feu", Colonel de!a R o q u e, verwirft die antisemitische Ideologie, und seinem Verbände gehören auch zahlreiche jüdische Mitkämpfer an. Auch in den in Frankreich mächtigen Verbänden der Kriegsteilnehmer ist trotz einiger Versuche die antisemitische Parole nicht zum Durchbruch gekommen. In den politischen Parteien Frankreichs ist bisher das Judcnproblcm niemals als ernsthafte politische Frage angesehen worden. Keine politische Partei hat den Antisemitismus als geeignete Basis im politischen Kampfe angesehen. In allen Parteien der französischen Kammer wirken Juden in führenden Stellungen mit. Dem sozialistischen Führer Leon Blum steht auf der Rechten des Parlamentes einer der begabtesten jüngeren Führer, Georges Mandel, der frühere Mitarbeiter Clemenceaus, gegenüber. Einige führende Mitflieder der radikalsozialistischen Fraktion der Kammer sind nden und gehören sowohl der Rechtsgruppe Herriots wie der Oruppe der Jung-Radikalen Pierre Cots an. Die politische Gruppierung der Juden in Frankreich erfolgt ausschließlich nach französisch-politischen Gesichtspunkten. Die Mehrheit der französischen Juden dürfte eher den Rechtsparteien als den Linksparteien zuneigen. Wenn daher die antisemitische Bewegung in Frankreich in der letzten Zeit an Intensität gewonnen hat, so stellen sich ihrer Ausbreitung erhebliche Hindernisse entgegen. Man darf bei der Beurteilung der Entwicklung des jüdischen Problems in Frankreich nicht vergessen, daß die Judenemanzipation von Frankreich ihren Ausgang genommen hat. Die Emanzipation der Juden ist aber nicht als ein Sonderakt, als Beitrag Frankreichs zur Lösung des spezifisch jüdischen Problems durchgeführt worden, sondern ist tief in der Ideologie der Revolutionsjahre, die noch heute das Fundament der französischen Gesellschaft ist, verankert. Eine Sonderhchandlting der Juden würde daher eine breite Lücke in den geistigen Bau der französischen Gesellschaft reißen. Wenn im Rahmen der laizistischen französischen Gesellschaft, die von den Ideen der Revolutionszeit getragen wird, kein Raum für die antisemitische Bewegung ist, so stehen auch die klerikalen Kreise heute der Bewegung ablehnend gegenüber. Die französischen Katholiken fürchten, daß eine antisemitische Bewegung nur der Vorläufer einer antikatholischen Bewegung sein würde. Aus diesem Grunde lehnt die französische Geistlichkeit eine Beteiligung an der vor allem von katholischen Kreisen getragenen anti-judeofreimaurerischeu Front ab. In seinem jüngst an dieser Stelle besprochenen Buch nimmt einer der katholischen Führer. Ferenzy, ausdrücklich gegen die Bekämpfung der Juden im Zusammenhang mit dem katholischen Feldzug gegen die Freimaurer Stellung. Die dritte Gruppe, die französischen Protestanten, die weniger durch ihre Zahl als durch ihren hohen Anteil an der französischen Intelligenz bedeutsam sind, haben als zahlenmäßig geringe Minderheit der französischen Bevölkerung^ alles Interesse daran, die Verfolgung oder auch nur Benachteiligung einer anderen Minderheit zu verhindern, die für sie einen verhängnisvollen Präzedenzfall schaffen wurde. Ihre Führer wie z. B. die Pastoren Monod und Boegncr gehören daher zu den Vorkämpfern für die jüdischen Rechte. Wenn sich daher die französische antisemitische Bewegung in den letzten Monaten auch erheblich ausgebreitet hat, so fehlen der Bewegung auf der anderen Seite jene politischen und materiellen Triebkräfte, die ihr andeiswo Stoßkraft gerieben haben. Gewiß werden die rechts-radikalen Tendenzen, die auch den Antisemitismus in sich schließen, von einem Teil der Jugend getragen, die in km/er Zeit auch in Frankreich die politische und gesellschaftliche Ftihrnng in der Hand haben wird. Aber es ist -- wenn in der Zwischenzeit nicht noch Ereignisse von umwälzender Bedeutung eintreten sollten, nich* sehr wahrscheinlich, daß der Gencraiionenwerhscl eine prinzipielle Gefährdung der jüdischen Lage in Frankreich zur Folge haben wird. Die Kräfte, die den ideologischen und politischen Aufbau der Republik geschaffen haben, sind auch heute noch lebendig. * Delegiertentag der ostfranzösischen Zionisfen. Unser Pariser k.-Berichterstatter schreibt uns: Die ,,Union Regionale des Sionistes de l'Est de la France" hat am 5. Januar ihren Delegiertentag abgehalten. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Referat von Dr. Goldmann. Dr. Goldmann erörterte eingehend die Lage in Palästina und im Zionismus. Für Frankreich sieht er eine Intensivierung der zionistischen Arbeit voraus. Im Namen der zionistischen Exekutive drückte det Vortragende der Vereinigung der ostfranzösischen Zionisten die Anerkennung für ihre organisierte und disziplinierte Arbeit aus. L>cr Delegiertentag wählte erneut Rechtsanwalt Metzger, Straßburg, zum Presidenten des Verbandes, Renee Levy zur Vizepräsidentin, Seligmann, Straßburg, zum Schatzmeister und den Chefredakteur der „Tribüne Juive", Einstein, zum Sekretär. Iii den Resolutionen des Delegicrtentages wurde dem Wunsch nach der Gründung einer einheitlichen zionistischen Organisation in Frankreich Ausdruck gegeben. Die Tagung wandte sich ferner in einem Beschluß gegen den Legislative Council in Palästina. Neuregelung der Immigration? Jerusalem, 12. Januar. (JTA.) Von zuverlässiger Seite wird mitgeteilt, daß die Palästina-Regierung einschneidende Aenderungen der Einwanderungsvorschriften durchzuführen beabsichtigt. Es soll der für die Einwanderung in der Kategorie A b äher lür Eigenkapit.iiisten geforderte Mindestbetrag von 1000 auf 2000 Pfund erhöht werden. Gleichzeitig wird die Erhöhung der von Touristen verlangten Kaution von 60 auf 80 Pfund erwogen, außerdem wird erwartet, daß durch die neuen Vorschriften auch die Möglichkeit der Ausnutzung von Einwanderungszertifikaten zeitlich begrenzt werden wird, und zwar sollen Zertifikate von Einwanderern europäischer Länder drei Monate nach ihrer Ausgabe, Zertifikate für Amerikaner nach vier Monaten und solche für Bewohner der fernöstlichen Länder nach fünf Monaten ihre Gültigkeit verlieren. (Eine Bestätigung dieses Gerüchtes war bisher nicht zu erlangen. — Red. der „Jüd. Rundschau".) Holland — Palästina Von unserem Berichterstatter ff Den Ff a a g, Anfang Januar Der Aufbau Palästinas findet auch in niederländischen Wirtschaftskrisen große Aufmerksamkeit. Nicht bloß die Fachpresse, sondern auch die große Tagespresse, voran der Nieuwe Rottcrdamsche Courant, nehmen den lebhaftesten Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas. Die Möglichkeiten und Aussichten, die niederländische Ausfuhr nach Palästina zu vergrößern, werden von allen Seiten beleuchtet, und ein besonderes Komitee zur Beförderung des Handels zwischen den Niederlanden und Palästina, das seinen Sitz im Haag hat, sucht auf wirtschaftlichem Gebiete eine Brücke zwischen beiden Ländern zu schlagen. Die bisher im gegenseitigen Güterau-faus Sätze sind verhältnismäßig nicht hoch, iästinas aus den Niederlanden stieg von Jahre 1933 (d. s. 1,1 I >■„ der Gesamteinfuhr) Um jüdische Siedlung in Transfordanien Jerusalem, 12. Januar (JTA.) Arabischen Pressemeldungen zufolge ist zwischen dem englischen Vertreter in Amman, Oberstleutnant Charles H. F. C o x, und dem Premierminister von Transjordanien, Ibrahem Pascha Hasche m, ein ernster Konflikt wegen des Problems der An siedlung von Juden in Trans Jordanien ausgebrochen. Die arabischen Zeitungen erklären, die Transjordanier seien f ü r die Zulassung jüdischer Ansiedlung in Transjordanien, während der englische Vertreter sich dem energisch widersetzt und erklärt, er braucht keine „neuen Kopfschmerzen". (Die Verantwortung für diese Meldung müssen wir der JTA. überlassen. — Red.) im Jahre 193-1 (d. s. 1,bi ■< also' 103 o/o. Als Abnehmer scheinen die Niederlande £P 77 481 (gegen 53 353 in Eine besondere Förderung Ludwig Hardt, der viel gefeierte Vortragskünstler, dessen eigenartige, sprühende, die Hörer zu echtem Mitleben und zu Begeisterung mitreißende Kunst in der „Jüd. Rundschau" anläßlich seiner Vortragsabende und zusammenfassend auch anläßlich seines kürzlichen 25jährigen Künstler-Jubiläums ausführlich gewürdigt wurde, feiert in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag. Dem jüdischen Publikum in Deutschland ist Hardt seit langem kein Fremder mehr und seine Beliebtheit steigert sich von Mal zu Mal, insbesondere seitdem seine Vortragsabende im Jüdischen Kulturbund (und zwar nicht nur in Berlin, sondern auch in den Kulturbünden des Reiches) zu einer ständigen Einrichtung geworden sind. Alle diese Menschen, denen Hardt unvergeßliche Erlebnisse vermittelt hat, die er in das Wesen der von ihm vorgetragenen Kunstwerke und nicht zuletzt in das Wesen jüdischen Ödstes und jüdischer Kunst eingeführt hat —- man denke nur, um ein Beispiel von vielen zu erwähnen, an seine herzbezwingende Art, den großen ostjüdischen Humoristen Scholem Alechem auch dem westjüdischen Publikum nahezubringen —, alle diese blicken heute mit Dankbarkeit und herzlicher Sympathie auf den Jubilar und wünschen ihm zu seinem 50. Geburtstag eine fruchtbare und erfolgreiche Fortsetzung seiner Tätigkeit. h erzielten LI m - )ie Einfuhr Pa- ,t:i' 12187b im auf IM» 253 996 ). Die absolute Zunahme betrug palästinensischer Erzeugnisse er- 10)1 mit einem Betrage von 1933). ler Handelsbeziehungen verspricht man sich von der Tcl-Awiwcr Messe, über deren Bedeutung Herr S. Jaffe gelegentlich einer europäischen Werbereise auch den niederländischen Wirtschaftskreisen Aufschluß erteilt hat. Auf der letzten Tel-Awiwer Messe waren die Niederlande offiziell noch nicht vertreten, nur einige Firmen hatten durch Vermittlung ihrer palästinensischen Vertreter ausstellen lassen. Es besteht aber die Aussicht, daß auf der 1936 stattfindenden Messe die niederländische Wirtschaft geschlossen ausstellen wird. Für diesen Gedanken wird auch durch die „Nederlandsehe Jaarbctirs", wie die zweimal im Jahr in Utrecht abgehaltene" internationale Messe heißt, geworben. Unter Mitwirkung der Utrechter Messe hat das oben erwähnte Komitee durch einen Delegierten an Ort und Stelle in Palästina die Zweckmäßigkeit einer geschlossenen Ausstellung niederländischer Fabrikate und Erzeugnisse untersuchen lassen. Auf Grund eines günstigen Berichtes haben sich bereits verschiedene Handelskammern für die ihrem Bezirke angeschlossenen Firmen in bejahendem Sinne ausgesprochen. Durch diese Zusammenarbeit ist eine Erweiterung der niederländisch-palästinensischen Handelsbeziehungen gewährleistet. Das 1933 erlassene Gesetz gegen die Uebcrfülhing deutscher Schulen und Hochschulen bestimmte, daß der Anteil der Nichtarier in den Bildungsstätten den Himdertsatz nicht übersteigen dürfe, der den Anteil der Nichtarier an der Gesamtbevöikerung darstelle, also 1.5. Für die bereits eingetragenen Studierenden wurde der Anteil der Nichtarier auf 5 v. H. festgesetzt. Zur Behebung von Zweifeln weist jetzt der Reichserziehungsminister darauf hin, daß diese Bestimmungen auch für das Studium der T h c o 1 o g i e gelten. Der neuen Danziger Industrie- und Handelskammer, die aus 39 Mitgliedern besteht, gehören u. a. 2 polnische und 3 jüdische Wirtschaftsvertreter an. Den hebräischen Sprachunterricht an dem Kölner jüdischen Retorm-Realgymnasium Jawne hat D. S. Makhub, ein Jemenite aus Jerusalem, übernommen.