Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1936)
- Date
- 1936-01-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2653922-2653926--28047-2689511- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 14 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 3, 10. i. 1936 Theater in der jüdischen Schule Ein Bericht aus der Praxis Das C h a n u k k a Ii - F e s t gab den Anlaß, daß in der kaum zwei Jahre alten jüdischen Volksschule in Bonn Theater gespielt wurde. Das Chanukkali-Spiel, das wir sahen, hat mit seinen Namensvettern altbekannten Andenkens nichts zu tun. Wenn hier eine Gruppe jüdischer Kinder, vor zwei Jahren noch eine regellose Masse ohne Zusammengehörigkeit und ohne Zusammcngchürigkeitsbewußtscin, ein Stück jüdischer Geschichte aktualisierte, mit einem pulsierenden Rhythmus, der die Zuhörer bis zum letzten Wort in Atem hielt, und wenn noch der letzte dieser Jungen ganz in diesen Rhythmus einbezogen war, so liegt darin ein Symptom allgemeinen Werdens: ein Ausdruck der neuen jüdischen Gemeinschaftsschule und ein ernster Versuch, den jüdischen Geschichtsunterricht die neuen Wege zu fuhren, die er jetzt gehen muß. Denn es kann kein Zufall sein, daß der Versuch, den Dr. Hans Epstein im Rahmen des Philanthropins in Frankfurt a. M. vor einem Jahre durch seine „Saul"-Auüührung unternahm, im Rahmen einer so jungen Gründung mit ausschließlichem Volksschuizicl, wie die Bonner Schule es ist, so rasch Wurzel schlagen konnte. Bernhard Valier-Ci roßmann, einer unserer beiden Lehrer, hat den Text seines „Antiochus IV. (Epiphancs)" aus Josephus und anderen Quellen herausgearbeitet, — zum Teil mit seinen Schülern des 5.—0. Schuljahrs gemeinsam —, zusammengestellt und zu Chamikkah aufgeführt. Die Arbeit ist nirgends freie poetische Schöpfung. Sie verläßt das quellenmäßig gegebene Material nur da, wo die Oekonornie dramatischen Schwungs da/u zwingt, sie wird aus eigenem poetisch nur dort, wo eine Nuance der historisch überlieferten Handlung durch eine originelle Auffassung eine neue Anschaulichkeit erhält. Der Ausgleich zwischen historischem Empfinden und dramatischem Rahmen war damit vollzogen. Uns soll hier nur das historische E in p finden beschäftigen und duf-'r.-ige, auf welche Art und bis zu welchem Grade es in das Bewußtsein der agierenden Kinder eingedrungen ist. Kein Unterricht hat von der Konstellation der neuen jüdischen Schule soviel zu erhoffen, wie gerade der Geschichtsunterricht. Die Konfrontation von jüdischen und weltgeschichtlichen Quellen, von jüdischer und nichtjiidischer Denkweise stellt vom Standpunkt des Geschichtsunterrichts eine Chance dar, wie sie sieh selten bot. Hafte doch der herkömmliche Gc-i hichwinicn icht die Gelegenheiten, die sich ihm zu solchen Konfrontationen geboten haben, in der Regel unausgemif/t gelassen. Herr Grol'unann hat sich diese Chance zunutze gemacht, indem er die Ghanukkah-Erzählung, die wir von der jüdNchen Seife zu sehen gewohnt sind, in erster Linie von der syrische n, also von der weltpolitischen Seite her anpackt. I leasar, Hannah und ihre sieben Söhne, Juda Makkabi und Simon treten nicht persönlich auf, wir hören von ihnen nur gelegentlich durch die svrischen Kriegsberichte. Aul der jüdischen Seite sind es ganz andere Personen als die hergebrachten, die handelnd eingeführt werden; Simon, der Tempelverwalter und Verräter am jüdischen Volk, der Hohepriester Onias, sein Nachfolger Menelaos, der sein Amt mit gestohlenen Tempclger.iten erkauft, und einige erdachte Gestalten aus dem chassidaischen hager. Antiochus IV. erscheint als der in Rom verdorbene hellenistische Fanatiker, wie ihn die Quellen darstellen. —• Frstaimlich, wie treffsicher der Darsteller tles Antiochus IV. und seine Mitspieler gerade diese Linie herausbrachten. Und das scheint mir der Kernpunkt des Ganzen: junge Menschen, Kinder, verlebendigen hier eine historische Situation in allen ihren Seiten, erfassen sie so, daß eme dramatische Regie kaum in Kraft zu treten braucht. Ein fundamentales Ziel geschichtlichen Unterrichts ist damit verwirklicht. Und nicht darum berichte ich davon, weil'ich darin eine singulare Leistung unserer Bonner Schule erblicke, sondern darum, weil ich von der Aufführung und ihren Vorbereitungen den starken Eindruck mitnahm, daß diese Form des historischen Unterrichts verallgemeincrungsfähig ist, daß sie selbst mit schauspielerisch ungeübten Menschen leicht zum Leben erweckt werden kann. Professor Dr. O. Toeplitz, Bonn Kein Wahlkampf in der Gemeinde Dresden In einer kürzlich abgehaltenen Gemeinderatssitzung der Israelitischen Religioiisgeiiicimie Dresden wurde einstimmig ein Beschhiß angenommen, in dem zur Vermeidung eines Wahlkampfes die Reichsvertretung gebeten wird, die auf Grund ihres Schiedsspruches vom 3. April 1934 bis zum 31. Dezember 1«B> geschaffene Regelung in der Verwaltung der Gemeinde um ein Jahr zu verlängern. Innerhalb dieses Jahres .-oll durch Verhandlungen /wischen sämtlichen im Gemeinderat vertretenen Gruppen eine dauernde Regelung auf Grund einer netizufassenden t icmeindesatzung herbeigeführt werden. Dieser Ordnung der Wahlangelegcnheit haben sämtliche Richtungen, die in dem damaligen Schiedsspruch der Reil li>\ ciIi etsing aufgeführt sind, zugestimmt. Die Rcichsvertretnng hat daraufhin mitgeteilt, daß sie die durch den S c h i e d s s p r u c h getroffene Regelung bis zum 'iE I >czcmbcr Kijo v c r 1;i n g c i e. Der Haushaltsplan für das Jahr 1030 ist einstimmig angenommen -forden. Die Einnahmen und Ausgaben balancieren mit 254 7SO.ll |<m. Durch Gemeindesteuern sollen 187 512 RM. aufgebracht werden. Der Gemeimlerat hat der Erhebung von zwei Vorauszahlungen für die (iemeindesteuern 1036 mit je •Kl Prozent der (iemeindesteuern 1«'J5 am 10. Februar und 1(1. Juli bi'jd zugestimmt. Vom Verband polnischer Juden. Uns wird geschrieben: Am 30. Dezember veranstaltete der Ostjüdische Verband in Köln, in Anwesenheit des Attache im polnischen Konsulat in Essen, eine Kundgebung zwecks Umbenennung des Verbandsnamens in: „Verband Polnischer Juden in Deutschland, Ortsgruppe Köln". Der bisherige Leiter des Ostjudcnvcrbandes, Herr Bayer, eröffnete die Kundgebung mit einem Nachruf auf Florian Schefler. Der Redner setzte sich dann mit den Aufgaben des Verbandes auseinander. Der zweite Redner des Abends, Herr P r a w e r, entwarf einen kulturhistorischen Rückblick auf das jahrhundertelange Zusammenleben der Juden und Polen und nahm am Schlüsse die offizielle Umbenennung des Verbandsnamens vor, wozu die Anwesenden Zustimmung durh Erheben von den Sitzen bekundeten. — Der polnische Attachö, Herr S w i e t o c h o w s k i, begrüßte im Namen des polnischen Staates und des polnischen Konsulats in Essen den neuen Verband und wünschte ihm eine ersprießliche Arbeit. Als letzter Redner sprach der 1. Vorsitzende des Gruppenverbandes Westdeutschland, Herr Fuchs, der die 16jährige Tätigkeit des Ostjudenverbandes kritisch befeuchtete und die Notwendigkeit der Zentralisierung begründete. Zum Schluß wurde ein vorläufiger Vorstand einstimmig gewählt. Er setzt sich zusammen aus: B. Reich, Prawcr, Bayer, Ch. Attermann und J. Stern. Ersatz: Frau N, Stern und M. Isbitzki. Zu Kassarevisoren wurden Frau S. Lehrer und Herr J» Postakiewicz bestimmt. — Die Kundgebung wurde von musikalischen Darbietungen aus Chopinschen Werken umrahmt, die von dem Klaviervirtuosen Alexander Caasen meisterhaft dargeboten wurden. Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Gehau». Einen Palästina-Abend veranstaltete die Gemeinde. U. a. referierte eine Chawerah aus Niederschönhausen über die Jugcndalijah. Schweinfurt. Am 18. Dezcnilwr wurde im Rahmen der Zion. Ortsgruppe eine Jugendgruppe mit 22 Mitgliedern gegründet. Stargard. Die ZOG. nahm ihre Winterarbeit auf. Auf dem Heimabend sprach Lehrer Schüler über: „Judentum und Griechentum". Ankündigungen Breslaui Jüdisches Lehrhaus. Eröffnung am 19. Januar, 11 Uhr, Agnessir. 5. Vortrag Prof. Moritz Löwi: „Körperbau und Charakter". — Wizo. Am 13. Januar. 20.30 Uhr, Lessing-Saal, Agnesstraße, Dr. Rahcl Klompus, Tel-Awiw: „Die jüdische Frau und ihr Werk". — Hildcshelm! Am 16. Januar, 20.30 Uhr, spricht Willi Moses über: „Eindrücke einer Palästina-Rene", im Gemeindehaus, Lapnenberg 21. — K81n: ZOG. Am 11. Januar, 20.45 Uhr: Oneg Schahbat. anläßlich des 100. Geburtstages von Mendele Mocher Sforim, im David-Wolftsohn-IIeim, Cäcilienstr. 18-22, H. Am 16. Januar, 20.45 Uhr, Arbeitskreis, ebendort. — Landsberg (Warthe): Am 12. Januar spricht Rabb. Dr. Elsaß. Berlin, über seine Palästina-Reise. — Wßriburg: Am 12. Januar Kundgebung der ZOG. aus Anlaß des Kreistages in der Turnhalle der Lehrerbildungsanstalt, Sand berger Str. 1: Palästina- Hoffnung und -Verpflichtung. Redner: Dr. I. Bamberger, Nürnberg, Dr. D. Schloßberg, Berlin. Familien - Nachrichten Herr Bernhard Jakub owski und Frau Balbina, geb. Korminski, Liegnitz, Goldberger Str. 71, begingen am 8. Januar die silberne Hochzeit. Frl. Henriette Pfeffer, Guhrau (Bezirk Breslau), begeht am 13. Januar den 60. Geburtstag. Frau Henriette Remid, Greifenberg (Pommern), beging am 8. Januar den 80. Geburtstag. Hamburger Kunstleben Der Jüdische Kulturbund Hamburg veranstaltete ein Konzert des „Tempelchors" unter Leitung von Georg de Haas. Die nicht durchwegs glücklich gewählte und viel zu lange Vortragsfolge bestand zum größeren Teil aus a capella-Chören, in denen der Chor gute Fortschritte zeigte; die übrigen Chöre begleitete H. C e r i n i auf der sehr minderwertigen Orgel. Höhepunkte waren „Ked u s c h a h" von Salomone R o s s i und „lieber w i n d e" des Hamburger Tonkünstlers R. Müller -Hartmann. Susanne Loew enstein (Berlin), von Ernst Osscr fein begleitet, gab dem Konzert Glanz durch ihre schöne Stimme und äußerst "kultivierte Gesangskunst; mit Schubert- und Mahlcrliedcrn fand sie großen Beifall. Die letzten Darbietungen des Jahres waren drei Vorstellungen von Shakespeares „Komödie der Irrungen", in der Nachdichtung Hans Rothes. Sie fanden unter Hans Buxbaums Regie eine lebensvolle, sprühende Darstellung, eine der besten, die der Kulturbund bisher bieten konnte. Alles war „gelockert, gelöst", (wie Buxbaum in seinem Vorspruch schrieb), beflügelt, beschwingt. Die Dichtung kam inmitten der zahllosen scharmanten und amüsanten Regietaten keineswegs zu kurz, das „Wie", in den Vordergrund der Ereignisse geschoben, erdrückte dennoch nicht das „Was", steigerte es nur nach dem Willen des Regisseurs „in den Bezirk der spielerischen Unwirklichkeit" hinauf. Shakespeare triumphierte trotZj besser: durch Buxbaum. Alles spielte Theater, die Schauspieler, die Beleuchtung, der Schnürboden, die Bühnenarbeiter, die Dekorationen, die Kostüme, das Orchester, der — imaginäre — Regisseur, alles unterhielt sich köstlich, nicht zum wenigsten — das Publikum. Anny Oowa verstand es meisterlich, in den engen Rahmen der kleinen Bühne Bilder zu stellen, die den Intentionen des Darstellungsstils ganz entsprachen und die Illusion des „Unwirklichen" auch auf der Szene hervorriefen. Gleichgestimmt war die Musik, von Kurt Behrens gefeitet, sie dürfte allerdings stellenweise weniger handfest sein» Auch alle anderen Helfer der Spielleitung förderten geschickt ihre Absichten. Die Besetzung war zum Teil vorzüglich, zum anderen Teil zumindest zufriedenstellend. Die Damen Cohn (Rosen), Herßlik, Müller und Töpfer lösten ihre Aufgabe trefflich: sie sahen hübsch aus und spielten gut. Die Herren Hans Schindler und Segall, Jaffe und Melchior verkörperten die beiden Zwillingspaare, die Ursache der „Irrungen" sehr glaubhaft, (Jaffe als philosophierender Narr ganz vorzüglich), Appel, Kruczinski und Kurt Schindler waren in ChargenroTIen ebenfalls sehr wirksam. — Der ganze Abend hatte wirbelndes Tempo, wirkliche Komödienstimmung. Ein schöner Erfolg, in erster Reihe des Regisseurs. S a b aj Palästina im Lichtbild — eine Monatsschau Das zionistische Vortragswesen hat eine wesentliche Bereicherung durch die Einführung von Lichtbilder- Serien erhalten, die allmonatlich wechseln, einen Ueberblick über die Ereignisse des Vormonats in Palästina und über die Fortschritte der Entwicklung in Stadt und Land geben. Auf dem Gebiete des Palästina-Lichtbilddienstes war seit jeher der KKL in Deutschland bahnbrechend und ihm ist auch die neue „M o n a t s s c h a u" zu verdanken, die neben die beliebten Lichtbilder-Vorträge von früher tritt, welche sich jeweils mit einem zusammenhängenden Thema („Tel-Awiw und die Orangenküste", „Die Levante-Messe" usw.) befaßten. Nunmehr wird der Versuch gemacht, viele einzelne Themen in einem projizierbaren Monatsjournal so zusammenzufassen, daß eine geschlossene Bildrevue entsteht. Die beiden ersten Bildbänder (Oktober—November) illustrieren eine Menge von Tatsachen: Orangenernte, neue Industrie, Abessinien und Jerusalem, Rektorats-Wahl an der Universität, Zum 2. November usw. Die Bilder sind redaktionell und photographisch gut gewählt, und die ganze Revue ist, wenn der Begleitvortrag lebendig gehalten wird, äußerst fesselnd. Da heute viele zionistische Ortsgnmpen, insbesondere alle zionistischen Sekretariate über Projektionsapparate verfügen und diese Apparate überdies in jedem Ort ausgeliehen werden können, hat jetzt auch die kleinste jüdische Gemeinde die Möglichkeit, allmonatlich dieses Lichtbilderjournal ihren Mitgliedern vorzuführen. Wir sehen den weiteren Bildstreifen, deren Zusammenstellung Dr. Ernst Mechner, Tel-Awiw, besorgt, mit großem Interesse entgegen. _ Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 10. Januari Luxemburg (1304), 20.10: u. a. Moszkowski, — Reval (410), 21: u. a. Meyerbeer. — Wien (508). 21.20: Brahms- Konzert, am Klavier: Arthur Rubinstein. — Strnßhur<; (349). 21.30: Eugene Sue: „Der ewi«e Jude". — Kowno (1935), 21.55: Sinfonie A-MoU, ton Mendelssohn. — London (342), 23: m. a. Händel: OniTertüre m Simson. Sonnabend, 11. Januar: Wien (S06), 12: Schallplatte«, u. a. Mahler. — Luxemburg (1304), 21: u. a. Meverbeer. — StrnChurg (349). 21.15: ö. a. Bruch: „Kol Nidre". -> Hilversum II (302),' 22.50: u. a. Oifenbach; 23.25: u. a. Rabinstein. Sonntag, 12. Januar: Radio Normandic (1113), 12.30: m. a. Bracht „Kol Nidne"; XLAOt m. a. LeoDatvallo; 23.30; Konzert: aät Esther Colsraan. Montag fC Dmiimm &jtfBeint)4ifg£ IfMKMlg ffl »^fli Scitallpl>ita&, Jctraifi Menuhin. Palästina - Wanderung aus Deutschland In den letzten Wochen haben wieder zweiwöchentlich große Transporte von Palästina-Wanderern mit Arbeiter- und Verwandten-Zertifikaten (Kategorie C und D) Deutschland verlassen. So sind, wie das Palästina-Amt Berlin über die Alijah der letzten zwei Monate berichtet, abgereist am 6. November ca. KW Personen der Kategorien C und D; am!3. November ca. 90 Personen der Kategorien C und D; am 4. Dezember ca. 85 Personen der Kategonen C und D; am 18. Dezember ca. 290 Personen der Kategorien C und D; am 30. Dezember ca. 270 Personen der Kategorien C und D; am 30. Dezember ca. 20 Personen der Kategorie B (Schüler). Unabhängig davon hat eine größere Anzahl von Kapitalisten ihre Alijah angetreten. _ Neubearbeitung des „Palästinensischen Zolltarifs'1 Soeben erschien der vom Palästina-Amt neu bearbeitete „Palästinensische Zolltarif mit Zollgesetze n", 184 Seiten stark, Preis: RM. 3,50. — Neben einer alphabetisch geordneten Zoll-Liste, die alle irgendwie zollmäßig erfaßten Artikel enthält, sowie der Liste der Zollbefreiungen, der Ein- und Ausfuhr-Verbote und -Beschränkungen sowie der Transit-Verbote und -Beschränkungen, ist ein sehr ausführlicher Auszug aus dem palästinensischen Zollgesetz beigefügt. Sämtliche Angaben sind bis auf den neuesten Stand bearbeitet. Wir glauben, daß diese Veröffentlichung, die sehr gewissenhaft bearbeitet worden ist, für Anknüpfungen von Handelsbeziehungen mit Palästina, sowie für industrielle Neugründungen usw. von größter Wichtigkeit sein wird. Ein neues Schulheim in Palästina Das Sekretariat des Kinderheimes Herrlingen (wohl zu unterscheiden vom Landschulheim Herrlingen — siehe unten) teilt mit: Im Kinderheim Herrlingen werden die Zelte abgebrochen, man siedelt nach Palästina über ... In Meged (Post Pardess Channah) besteht eine Schulfarm im Rahmen des von Dr. Biram geleiteten landwirtschaftlichen Gymnasiums. Drei Tage theoretischer Unterricht wechseln mit drei Tagen praktischer Arbeit ab. Das Ziel: der gebildete Bauer. Kinder mit anderer Begabungsrichtung haben aber auch die Möglichkeit, in technische oder wissenschaftliche Berufe überzugehen. Dieses Gymnasium vergrößert sich und wird in den neuen großen Bau nahe Pardess Channah verlegt. Die bisherige Schulfarm wird das Heim für die Kinder der Frau Weimershcimer. Die Schulfarm ist in organischer Verbindung mit dem landwirtschaftlichen Gymnasium gedacht: Die Schulfarm soll eine Art Vorstufe dafür bilden. In den Einzelhäusern werden je sechs Kinder in familienhaften Gruppen zusammengefaßt unter Leitung eines Erwachsenen. Nach unten ist das Lebensalter nicht begrenzt. Drei Lehrkräfte, die alle Hebräisch und Englisch vollkommen beherrschen, und einige palästinensische Kinder werden die Aneignung von Sprachkenntn.issen fördern. Die mit dem Heim sehr verbundene Köchin wird den Haushalt dort rituell führen. Einem Arzt und seiner Frau, die Krankenschwester ist, obliegt die gesundheitliche Betreuung. Die Kosten für die Eltern sind auf 75 Pfund im Jahr festgesetzt; der Betrag kann für zwei Jahre in Deutschland tm voraus bezahlt werden und die Kihder können Zertifikate bekommen. Wer sich näher orientieren will oder sein Kind anmelden, wende sich möglichst bald an das Kinderheim Herrlingen bei Ulm a. D. Frau Kläre Wcimershcimer-Essinger und die Kinder werden am 27. März, mit der „Tel Aviv" nach Palästina fahren. Um Mißverständnissen vorzubeugen, machen wir darauf aufmerksam, daß das Landscnulheim Herrlingen (Leitung: Hugo Rosenthal) nicht identisch ist mit dem Kinderheim von Frau Dr. Weimersheimer in Herrlingen, dessen Verlegung nach Palästina beabsichtigt Ist. Im Erholungsheim Lehnitz (Tel. Oranienburg 2043) wird das Ferienkinderheim zu einem Dauerkinderheim ausgebaut. Neben einer intensiven Erholungsfürsorge haben die Kinder die Möglichkeit, unterrichtet zu werden. Die pädagogische Leitung liegt in der Hand einer Fachkraft, die pflegerisch« Betreuung wird von einer Aerztin überwacht. Im Tagesplan sind sportliche Betätigung, Werkarbeit und Liegekuren vorgesehen. Ein Kinderwochenendheim will den durch Hausarbeit uberlasteten Müttern von Freitagmittag bis Sonntagabend die Sorge für ihre Kinder abnehmen, und gleichzeitig den Kindern ein freudiges und gesundes Wochenende unter verantwortungsvoller Aufsicht bieten. Neben dem schon bestehenden und bewährten hauswirtschaftlichen Schulungskursus für Heinigehilfinnen wird ein Sonderlchrgang für 13- bis 14jährige Mädchen vorbereitet. Dieser Sonderlehrgang ist auf die Psyche dieser schulentlassenen und noch nicht berufsfähigen Kinder eingestellt und sieht planmäßig körperliche Kräftigung, Vertiefung und Erweiterung des Schulwissens und Einführung in hauswirtschaftliche Arbeit vor. Die besonderen Aufgaben dieser Zeit erfüllt der seit zwei Jahren erprobte hauswirtschaftliche Schulungskursus für Heimgehilfimien. Bismarck Barbarossa Stemplet* 8888 (MÖBELTRANSPORT. LAGERUNG. REISE-\ «PMWJIfPMlIMV /BILLIGE SAMUEL VERKEHRE NACH CEPACKBEFÖRD.. KLAVIERE, FLÜGEL \ iSBlJAl K ■■OMP ■ / PARIS. BRÜSSEL. PRAG, BUDAPEST. spiomoM m inland. AUSLAND unb / ^mwmwr m%^M%M nllll ■ \ mm, Amsterdam, London, tri est. OBEMSSS f l«fU«<HU, KvfUfMMdtmn tM \ MASEL mm. )8888 Humboldt Oberbaum Stdnplat*