Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1936)
- Date
- 1936-01-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1, 3.1.1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Der Streit um den Geist Moses Mendelssohns Anläßlich seines 150. Todestages (4. Januar 1936) Von Ludwig Feuchtwanger Nach unserer leidigen Art der Jahrhundert- und Halbjahrhundcrt-Feiern ist jetzt nach kaum viel mehr als sechs Jahren, vor denen wir den 200jährigen Geburtstag gefeiert haben, der 150. Todestag von Moses Mendelssohn (am 4. Januar) im Kalender verzeichnet. Im Herbst 1929 ist das Bild des deutsch sprechenden jüdischen Philosophen von fleißigen Händen sauber überholt und seine Wirksamkeit für die deutsche Judenheit vielfach neu gedeutet worden. Denn die sogenannte jüdische Selbstbesinnung datiert bei uns keineswegs von 1933 — dieser Irrtum ist in diesen Blättern schon wiederholt nachdrücklich richtiggestellt worden — und schon vorher wußte man Emanzipation und alles was zu ihrer inneren Vorbereitung geschah, den ganzen Komplex der Fragen, die mit der „Aufnahme" der Juden in den westeuropäischen Kulturkreis zusammenhingen, richtig einzuschätzen. Das vieldeutige Wortpaar: Assimilation — Dissimilation, das man jetzt auch manchmal mit den Vokabeln: Angleichung — Ausgliederung wiedergibt, legt sich allerdings wie ein Schleier vor die konkreten Vorgänge und verwischt die scharfen, erhellenden Begriffe. Sonst wäre es nicht möglich, noch heute bei der Neubewertung jener so oft beschriebenen Ciruppenvorgängc „Assimilation" und ihrer Rückbildung den hundertjährigen Willen des Juden zum Deutschtum mit dem Willen des Deutschen zur Antike zu vergleichen, um Verständnis und Entschuldigung für den damals angebahnten Vermischungsprozeß zu finden. Einer solchen Entschuldigung, noch dazu mit so unzureichenden Mitteln, bedarf es gar nicht. Oerade die nicht konventionell gesehene Gestalt Mendelssohns und seiner Zeit läßt uns die schlechthin zwingende Unaufhaltsamkeit der Befreiung aus dem Ghetto unmittelbar einsehen. Hinter den abstrakten Formeln der Menschen- und Bürgerrechte, von den einen als weltgeschichtliche Offenbarungen gepriesen, von den anderen als hohles Pathos verachtet, steckt die allgemeine Einsicht der Epoche, wieweit man mit der Omnipotenz des Staates am finde des Absolutismus gekommen war und die Hoffnung, dal! unermeßliche Kräfte für die Allgemeinheit frei würden, wenn Tüchtigkeit und Leistung, nicht mehr Herkunft und Privilegien zum Besten menschlicher Gemeinschaften eingesetzt werden könnten. Die jüdische L ehre und das am Ende dieser Entwicklung sich in Westeuropa vorfindende, ziemlich zerzauste, aber noch im ganzen homogene jüdische üesamteorpus neigte im allgemeinen mehr zu den Grundsätzen der Autorität und Allmacht des als Teil der göttlichen Macht empfundenen Staates, der Blutgchundenheit und konservativen Selbstbescheidimg; diese Judenheit des Barockzeitalters zeigte (gegen Sombart sei es hier ausgesprochen) noch wenig Affinität für Freiheit und Sclirankcnfosigkeit des Individuums. Es bedurfte der größten Anstrengung späterer Köpfe, um von der j ü dische n Lehre her die Ideologien für Freiheit und Gleichheit herbeizuschaffen. Als dann die Schranken — nicht von den Juden — unter dem absoluten Zwang des Zeitgeistes durchbrochen waren, gab es allerdings kein Aufhalten. In dem Denken und Wirken von Moses Mendelssohn wird die schneidende Diskrepanz zwischen dem einfachen, unwandelbaren Judesein, dem gleichmäßigen frommen Alltag einer furchtlosen Judenseele und dem anspruchsvollen Ideengebäude, das zur Rechtfertigung dieses unbegrüiidharen Daseins von ihm selbst mit errichtet wurde, fast schmerzhaft grell sichtbar. Der naiv Selbstverständliche ,,Realismus" von Mendelssohns Glauben, die sichere Geschlossenheit seines Gesamtdaseins, namentlich seine ungebrochene streng traditionelle Lebenspraxis sticht seltsam ab von der Vagheit der rationalen Begründung dieser Treue. „Die Ehrfurcht vor Gott zieht eine Grenze zwischen Spekulation und Ausübung, die kein Gewissenhafter überschreiten darf", damit will Mendelssohn in seinem staatskirchenrcchtlichen Traktat ,,Jerusalem'' aus dem Jahre 1783, das so mächtig auf die Religionsphilosophie Kants und über Hegels „Theologische Jugend=chriften" auf die späteren klassischen idealistischen Systeme eingewirkt hat, Aufklärung und strenge jüdische Bindung in Einklang bringen. Die Willkür dieser Begründung (wie überhaupt das Mißlingen des immer wiederkehrenden Versuches, die jüdische Lehre als beweisbare Wahrheit hinzustellen) zeigt sich deutlich, als später Herder die Argismente aus Mendelssohns ..Jerusalem" von der absoluten Verbindlichkeit des Zeremonialgesetzes für den Juden (in dem berühmten Stück der Adrnstea „Bekehrung der Juden") zwar übernimmt, aber daraus nicht wie Mendelssohn die Folgerung der Toleranz und Gleichberechtigung, sondern genau des Gegenteils zieht: „Die Religion der Juden ist, wie sie selbst sagen, ein Erbstück ihres Geschlechts, ihr unveräußerliches Erbfeil. Nur der Gott ihrer Väter, der ihnen diese Gebote auferlegte (meinen sie), kann sie ihnen entnehmen, und zwar nicht anders als durch einen so feierlichen Akt, als die Gesetzgebung am Sinai selbst war. Das Volk ist und bleibt also auch in Europa ein unserem Weltteil fremdes asiatisches Volk." So schrieb Herder um 1800, Herder, der eigentliche Schöpfer der deutschen Bildung, der Entdecker der Volkstumsindividualitäten, dem gegenüber Mendelssohn als deutsch schreibender Schriftsteiler nur eine Modegröße war wie etwa seine unbedeutenderen Zeitgenossen üarve oder Abbt. Um so säkularer bleibt seine Größe als Jude: der Führer aus dem geistigen und politischen Ghetto ist mit seinem eigenen jüdischen Volkstum noch ganz verwachsen und ist doch als Wegbereiter der E m a n z i p ation von überwältigender, sprengender Wirkung. Mendelssohn verfällt noch nicht in den Fehler der späteren deutsch sprechenden und schreibenden Philosophen und Dichter aus jüdischem Stamm, er macht sich trotz seiner Freundschaft mit den Großen und Weisen seiner Zeit keine 1 11 u s i o u, was die Späteren bis heute so reichlich taten; sein Gleichmut, sein inneres Wissen um die Eitelkeit des literarischen Betriebs, um die tiefe Artverschiedenheit, die ihn von seinen christlichen „Freunden" trennt und über die keine Gleichheit der philosophischen und ästhetischen Theorien hinweghilft, seine verzichtende Klugheit unterscheidet sieh scharf von der Instinktlosigkeit und Ahmmgslosigkeit der Späteren über ihre eigene Wirkung als Deutsche und Juden. totittn-etbotun Man tut der makellosen Persönlichkeit Mendelssohns Unrecht, wenn man sie mit den Motiven belastet, von denen später die Forderung der Judenemanzipation ganz, allgemein bis tief hinein ins antisemitische Lager in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre Impulse empfing. Wir dürfen wirklich nicht vergessen, daß sowohl Wilhelm von Humboldt wie Heinrich von Treitschke, aber auch kein geringerer wie Mommsen, so grundverschieden die Haltung dieser Männer für oder gegen die Juden war, von einem einzigen gemeinsamen B e vv e g g r u n d bei ihrer rückhaltlosen Bejahung der Emanzipation getragen waren: die jüdische Eigenart aufzulösen und die letzten Trennungsschranken zwischen Juden und Umwelt niederzureißen, mit dem Endziel, die Juden durch die T a u 1 e zu Volldeutschen zu machen. Mendelssohns Geist hat man fälschlich den Erfolg solcher Bemühungen zugeschrieben, den Erfolg, der sehr bald, bekanntlich schon bei den Nachfolgern Mendelssohns, eintrat. Diese negative Deutung von Mendelssohns Lebenswerk geht, wie wir sehen (den wissenschaftlichen Nachweis habe ich im einzelnen in meiner ausführlichen Abhandlung „Das Bild Mendelssohns bei seinen Gegnern bis zum Tode Hegels" in der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland I, 3; Jahrg. 1929, erbracht), von dem konservativen, deutsch-christlichen Frankfurter Staatsmann Johann Friedrich von Meyer aus, der es 1818 (in der Vorrede zu Hamanns „Golgatha") aussprach: „Zur Zeit, wo die Juden in schwererem Druck waren, waren sie, um das Heiligtum ihrer Thora gesammelt, zufriedener als jetzt. Seitdem sie in das bequeme äußere Leben der Christenwelt eingeflochten sind, wundern sie sich, daß diese noch einen Unterschied machen könne. Ehedem stritten sie für die Wahrheit und Reinheit ihres Glaubens... Jetzt ist alierwärts jener Allglaube eingetreten, der... auch alles Positive als gleichgültige Gestaltung des Unendlichen, a.s Gedicht behandelt." Die größte Schuld daran habe Mendelssohn. „Schreiben wir denn dieses nun als Feinde der Juden? Wohl keineswegs. Wir wüßtens nicht besser anzufangen, um diese Mendelssohn — und die Balfour-Deklaration „Ein guter Buchhalter ist gewiß ein seltenes Geschöpf!" seufzte Moses Mendelssohn, als er an seinem Ptdte im Kontor des Seidenwarengeschäfts der Witwe Bernhard stand — „er muß ein Klotz werden, um richtig Buch zu fü'utn!" — Und mit re-imrtrieui Achselzucken '..l.te er den neuen Bano der Gedichte des Elerrn von Kle.st fo<-t, den er sich am selben Morgen hatte kommen lassen. Denn vor seinem Pulte drängten sich die Leute. „Was bringt Er, mein Freund? Und Sie, Gevatterin? Und Er, Geselle?" — Und es half ihm nichts, daß er ihnen sagte: „Lassen Sie mich heute, >ch kann nicht ..." — ..Sie haben ja nicht irgend Feiertage?" wollten sie wissen; und als er es verneinte, drängten sie wieder mit ihren Anliegen hinzu. Da kam ein Bote, der ihm einen Brief brachte. „Von wem kommt Er, Freund?" — „Der Herr von Koes übergab mir dies Schreiben; es sei ihm von einem Marine von Stande, der ihm als ein Menschenfreund bekannt ist, zur Bestellung zugesandt worden. Aber der Briefschreiber hat das Begehren, seinen Namen zu verschweigen; es sei denn, daß Herr Moses ihn nach dem Durchlesen des Briefes zu wissen verlangten...." Wer damals der „Mann von Stand e" war, der an Moses Mendelssohn diesen erstaunlichen Brief schrieb, in dem ein „großes Projekt" — ein „kühnes Unternehmen" zur ADOLF BÖHM Die zionistische Bewegung Erster Band: Bis zum Ende des Weltkrieges Kartoniert RM6.50. in Ganzlein. RM9.50 Hin* um fassende Darsfdlung der politischen uml Ht*r Geistpsgpsthk'hi*' ri>s Zionismus. {750 Seiten Levikon formal.) „Eine geistdurehglühle, eigen^elebte Schöpfung." JÜDISCHER VERLAG BERLIN W50 „Vereinigung setner so sehr zerstreuten Nation" behandelt wurde -- das wissen wir bis heute nicht. Auch die Nachforschungen der Mendelssohn-Philologen haben bis jetzt noch zu keinem einwandfreien Ergebnis geführt. Der „Entwurf" selbst, die „Beilage" zu dem Briefe des Mannes von Stande, der seinen Namen nicht nennen wollte, scheint uns verloren. Mendelssohn hat sie seinem Versprechen gemäß an die ihm angegebene Adresse zurückgesandt — und seitdem ist nichts mehr darüber bekannt geworden — wer weiß, in welchem adligen Archive dies sonderbare Dokument noch heute schlummern mag. ... Aber der Brief des „Mannes von Stande" blieb uns erhalten; und erhalten blieb uns vor allem Moses Mendelssohns Antwort auf diesen Entwurf, der sich mit der Zukunft seiner Nation beschäftigte und der ihn offenbar tief ergriffen hat. Wenn wir heute diese Antwort Mendelssohns richtig zu lesen verstehen, so kann es sein, daß uns über diesen vielgelobter! und vielgescholtenen Juden aus der Zeit der Aufklärung ein ganz neues Licht aufgeht. Denn der Mann, den Generationen von deutschen Assimilationsjuden als Apostel und Herold feierten, dieser Mann sieht sich hier offenbar zum crstenmalc unmittelbar einem großzügigen Plane für die Zusammenfassung seines Volkes gegenüber. Was erfahren wir also aus Mendelssohns Antwort über den Inhalt des an ihn gerichteten Entwurfes? Er enthielt, wie wir hören, ein „politisches Projekt", das eine „große Idee" vortrug, von Eifer für die Toleranz eingegeben war und mit Zuversicht auf Verwirklichung baute. Dieser Plan bezieht sich auf die Zukunft der Juden und Nation unglücklich zu machen, als wenn wir wünschten, daß Mendelssohns Geist auf ihr beruhen möchte. Hat Mendelssohn die Juden kultiviert, so hat er sie auch geirrt und in einer» unseligen Sandweg geleitet, wo man nicht weiter kommt, und am Ende liegen bleibt und verschmachtet... Wir ließen ihm seine Betriemen, wenn er uns nur die unsrigen abbinden half. Der Jude, der sein Gesetz hat und hält, soweit möglich, hat einem Stab zum Wandeln in dieser Welt..." Derselbe Konflikt, der dann im 19. Jahrhundert auch das östliche Judentum schüttelte! Mendelssohn persönlich, das beispiellos geschlossene harmonische starke Einzelwesen Moses Mendelssohn mit den friedliebenden, fast ängstlichen Zügen, hatte noch nicht wie die später geborenen „aufgeklärten" Juden das Gefühl für die tiefere Bedeutung seines uralten Stammes, dessen Gepräge sich nicht so plötzlich abstreifen ließ, verloren. Darum blieb er im Grunde auch von den besten Zeitgenossen unverstanden: Herder, der dem kommenden Jahrhundert, ja unserer eigenen Zeit die Gedankenrichtung vorgeschrieben hat, sprach zwar von dem „weisen, unbestochenen, gütigen Mendelssohn", huldigte ihm öffentlich als dem würdigsten Treuhänder Lessings und tat ihn doch, in einem Atem (als der Geist der Zeit, aller Zeiten über ihn kam) als den „pfiffigen Ebräer, mit dem kein ehrlicher Christ auskommt", ab. Die Vereinigung des grundvernüiifiigen „guten Europäers" mit dem „Stockjuden", der seine Gebetriemen beibehielt und au seiner „Nation" mit unverbrüchlicher Treue festhielt, blieb der Welt um ihn unverständlich. Nur ein unverdächtiger deutscher Dichter, Matthias Claudius, der „Wandsbeker Bote", wirklich der heilste und warmherzigste unter den zahlreichen Beobachtern des Falles „Moses Mendelssohn", erkannte richtig den tieferen Sachverhalt von der inneren Unabhängigkeit der Mendelssohnschen Theorien von ihren „Vernunftgrnnden". Am Schlüsse der noblen Rezension von Mendelssohns Abwehrschrift „Au die Freunde Lessings" bemerkt Matthias Claudius: „Herrn Mendelssohns Bekanntschaft ist mir nicht beschieden gewesen, aber ich habe ihn als einen hellen, forschenden Mann mit vielen Andern geachtet; und als Jude habe ic!i, wie man sagt, ein tendre für ihn, um seiner großen Väter und um meiner Religion willen." fordert von ihnen „den natürlichen Trieb zur Freiheit und Tatkraft"; er fordert weiterden Geist der Vereinigung, wenn er nicht scheitern soll. Er verlangt endlich von allen Juden große finanzielle Opfcrbercitschaft. Es scheint, daß hier das Projekt eines Judenstaates Mendelssohn vorgelegt wurde. Diesen großen und kühnen Plan, den er offenbar im Innersten billigt — ja: dessen Verwirklichung er herbeiwünscht — muß er doch für sich ablehnen. Warum? Weil er sich und seinesgleichen die Verwirklichung nicht zutraut. Es fehlt ihm dä Einsicht in die politischen Zusammenhänge der Staaten, es fehlt ihm vor allem der Mut zur Ausführung „eines so kühnen Unternehmens". Und nun — das ist typisch für den Mann aus dieser Zeit und aus vielen Geschlechtern, die nach ihm kamen — sucht er diese Schwäche, die er selbst als Schwäche erkennt, diese Schwäche seines eigenen Wesens auch im Bilde seiner Nation wiederzufinden. „Die größte Schwierigkeit, welche mir dem Projekte im Wege zu stehen scheint, ist der Charakter meiner Nation. Sie ist nicht vorbereitet genug dazu, irgend etwas Großes zu unternehmen. Der Druck, unter welchem wir seit so vielen Jahrhunderten leben, hat unserm Geiste alle vigneur benommen. Es ist nicht unsre Schuld." ... „Der naturliche Trieb zur Freiheit und Tätigkeit", so meint er, „habe sich in eine Mönchstugend verwandelt; und äußert sich bloß im Beten und Leiden, nicht im Wirken." ... Endlich findet er bei seiner zersprengten Nation auch den Geist der Vereinigung nicht, ohne den auch der überlegfeste Entwurf scheitern muß. ... Man kann nicht leugnen, daß der heutige Leser diese schmerzvollen Worte mit tiefer Ergriffenheit liest — eben mit jener Ergriffenheit, mit der Mendelssohn sie damals hinschrieb. Mendelssohn enthüllt sich hier als ein scharfer und vorurteilsloser Beobachter des jüdischen Volkscharakters. Alle jene Hindernisse, von denen er hier spricht, — die mangelnde politische Einsicht; das mangelnde Zutrauen zur Ausführung des Unternehmens; den mangelnden Geist der Vereinigung und endlich auch die mangelnde Unfähigkeit zu geldlichen Opfern —- alle sie fand Theodor llerzl auf seinem Wege zum jüdischen Volke noch in alter Hartnäckigkeit bestellen. I hui erst da begann der große 1 'nterschied, als Mendelssohn int Anblick aller dieser Schwierigkeiten ausriet ..... mit Trauer ausrief! — „Leider ist es nicht möglich!" und als llerzl und die nach dun kamen, ausriefen; „Trotzdem ist es möglich!" - Und da erst ward das Märchen zur Wirklichkeit. . . . Aber Moses Mendelssohn, der Mann des Verzichtes, schließt seine Antwort nicht mit diesen bitter schmerzlichen Worten, (ianz plötzlich erscheint da ein Wort in seinem Briefe, das in unsern Tagen uns wie eine Prophezeiung berührt: „... Ein solches Projekt erscheint mir nur dann ausführbar zu sein, wenn die grollten Mächte Europas in einen allgemeinen Krieg verwickelt sind. . . ." Diese Worte scheinen uns Heutigen fast wie eine Vorahnung der europäischen Zustande, die mitten im Weltkriege „als die größten Mächte Europas in einen allgemeinen Krieg verwickelt waren und eine jede fiir sich zu sorgen hatte . .." zu dem historischen Manifest führten, das uns allen unter dem Namen der „B a I f o u r - D e k 1 a r a t i o n" bekannt ist. So wird Moses Mendelssohn, der bescheidene Mann, der vor 150 Jahren „eingesammelt ward zu seinem Volke", heute in einer völlig verwandelten Welt noch einmal lebendig — als ein Prophet der Baliour-Deklaration. Bertha Badt-Strauß Vom Lehrerrat fiir den KKL in Erez Israel wurde eine Zentralstelle zur Pflege eines Briefwechsels von Kindern in der Diaspora mit Erez Israel geschaffen. Diese Stelle wird einen regelmäßigen Dienst einrichten zur Beantwortung von Fragen über Erez Israel, mit denen sich die Kinder an ihn wenden werden. Die Anfragen können in der entsprechenden Landessprache gestellt werden, die Beantwortung erfolgt ausschließlich in hebräischer Sprache. Auf diese Weise wird die Zentralstelle nicht nur Informationen über das Leben in Erez Israel in einer der Mentalität des Kindes angepaßten und in ihm verständlicher Form erteilen, sondern auch zur Verbreitung der hebräischen Sprache durch Korrespondenz beitragen. Die Briefe der Kinder sollen an den Waad Arzi Hakcrcn H a k a y m e t h L e i s r a e 1, T e I - A w i w, P.O.B. 738, gerichtet* werden. Sie können aber auch an che Zentrale des Kernt K a j e m e t h L e j i s r a e 1, Berlin W15, Meinekestr. 10, gerichtet werden, der sie dann jeweils nach Palastina weiterleitet. Für flUSUJAHDEREB Hauptgeschäft: Stadtbahnhof Börse Zweiggeschäft: Wilmersdorfer Str. 83 Begr. 1826 Bettfedern, Daunen, Inlette, Bettwische, Daunansteppdecken, Bettstellen, Metratzen usw.