Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1936)
- Date
- 1936-01-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr.1, 3. I. 1936' Der Katholizismus in Palästina 5eft«4 Kompaß haben. Die beiden Chauffeure lachen: „Wir kennen die Route wie unsere Tasche. Wir brauchen keinen Kompaß!" „Wie oft sind Sie denn die Strecke wohl schon gefahren?" „Oli, über laus c n d m a I.. Sie sagen es mit solcher Gleichgültigkeit, als sei es die Strecke in Jerusalem zwischen dem Jaffa-Tor und Kerem Abraham. Von den 22 Plätzen im Wagen sind 18 besetzt. Die Fahrt kostet in der ersten Klasse sieben engl. Pfund, in der zweiten fünf. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Klassen ist, daß in der ersten drei Plätze, in der zweiten deren vier nebeneinander liegen, die Sitze dort also etwas schmaler sind. Unter den Mitreisenden befindet sich eine vielköpfige jüdische Familie aus Bagdad. Sie ist mit europäischer Eleganz gekleidet, bis aut die steinalte Großmutter, deren runzeliges Cireiscnantlitz aus Schleiern und Kopftüchern hervorschaut. Für sie haben sich die amerikanischen Konstrukteure auch ganz vergeblich bemüht, diese bequemen, zurückklappbaren Sitze zu schaffen. Sie hockt mit untergeschlagenen Beinen auf einem Teppich am Boden. Aber immerhin, auch sie legt mit Jü km Diirchschnittgcschwindigkeit den Weg zu den Wassern Babels zurück, den ihre Vorfahren einst mit ihren Schritten durchmessen haben. Wer es nicht erwarten kann, in die Wüste zu kommen, wird zunächst auf eine Geduldsprobe gestellt. Stundenlang rollt der Wagen auf ausgezeichneter Straße ostwärts, erst durch die grüne Oase, in deren Mitte Damaskus liegt, dann durch Felder, die immer sandiger und dürftiger werden, schließlich durch blanke Oede, — aber immer noch auf Asphalt, an Telegraphenstangcn, Meilensteinen und Wegweisern vorbei. Dann endlich ist die syrische Grenzstation Khan Abou Chanat erreicht, 78 Meilen von Damaskus entfernt. Quer durch die Wüste Eine halbe Stunde später ist man wirklich In der Wüste. Sie dehnt sich nach allen Seiten hin gleichmäßig flach und eben, wenigstens sieht es aut den ersten Blick so aus. Am Horizont ab und zu ein Hügel oder ein langgestreckter Höhenzug. Die Bodenoberflächc ist besät mit einer [derartigen Schicht kleiner Steine, eine Unterlage, die relativ sehr schnelle Fahrt gestattet, aber auch die Keifen sehr in Anspruch nimmt. Darunter liegt ein lehmhaltiger Sand, der in der trockenen Zeit zu riesigen Staubwolken aufgewirbelt wird. Jetzt, Anfang November, hat er sich vollgesogen mit kYgenw a-scr. Wo die Räder die Kiesschicht durchdi im/ctt, ,u heilen sie sof ort im nassen Lehm. Gibt o nun eine „AiHo-Str.die" in der Wüste? Iis gibt sie in den gl< ielieii Sinne, in dem es in anderen Wüsten Karawam ii-„Mra Den" gibt. Ballonreifen haben auf die Flauer die gleit he Wii kling, wie kainelhufc: wenn sie immer und immer wieder den gleichen Weg machen, prägen sie selbst dem härtesten Boden Spuren ein, die kein Flugsand so leicht vrrwi-eli. n kann. Im Laufe des Jahrzehnts seit Norman Nairns I l ster 1 üna hqnei ung hat sich eine endgültige Erfahrung hinsichtlich der besten Route herausgebildet. Für diese FN»utc gibt es auch eine sehr genaue Karte, in der jeder Steinhaufen, jede kleine Senkung, jedes zufällige Wcgc/cichen (Skelett eines ausgebrannten Autos, mit Freie gi. lulltet Benzinkanister usw.) eingezeichnet ist. Aber viel genauer noch ist diese Route in das Gehirn der Fahrer eingezeichnet. Dabei kommt es freilich gar nicht darauf an, ob man ein paar hundert Meter weifer nach rechts oder nach links fahrt. LS gibt auch eine Art seitlicher Markierung, wenigstens streckenweise, die so aussieht, als sei dort eine der modernen Straßenkchrmasehinen entlanggefahren. In der trockenen Zeit läuft die.se Straße wohl ziemlich gerade zwischen ihren beiden Endpunkten. Aber jetzt, nach reichlichem Regen, ist dieser Kurs nicht zu halten. Jetzt sieht man auch, daß die Wüste keineswegs „flach wie ein Teller" ist. Denn nun werden alle Vertiefungen, jede noch so geringe Senke vom Wasser ausgefüllt, und es sind Rinnsale, Pfützen, ganze Seen entstanden. Die Chauffeure achten angestrengt auf die Färbung des Bodens; wo vor wenigen Stunden ein Auto, in dessen Spur wir fahren, noch ungefährdet durchkam, kann jetzt so viel Feuchtigkeit sein, daß unser schwerer Wagen bis zu den Achsen einbricht. In diesem Zustande begegneten wir mehrere Stunden vor Rutha Wells dein \Vn-~i:n-Zcnpeiiri. Aus der Ferne sah das riesige Gcf.ihn in der WiiMe aus wie ein Kinderspielzeug, in der Nahe wie ein luifios auf den Strand gespülter Walfisch. Bei dein Versuch, sich mit Gewalt aus dem Dreck herauszuarbeiten, war die Kupplung gebrochen. Wir gaben ihm von ihmhiii Prmi.ust ab und versprachen, von Rutha aus Hilfe aus Damaskus, zu mobilisieren... Stationen und Ankunft Eine Stiana/e i-a die Ri Ue kaum zu nennen. Fm großer Tank um eisgekühltem Wasser bewahrt auch in der heißesten Zeit vor hurst. Um die Mittagszeit wird haltgemacht, leid ciie balirer verteilen sehr sauber genackte Lunch-Paket . in dem >s m>.!i im bn-rc belegte Sandwichs, zwei hier, < >b-t und Süßigkeiten beiinden. Gegi n ach- Uhr abends kommt man nach Rutha Wells, einer Kombinate-u von \\ u~tt-utoi t. Hotel, Garage und Flugplatz. Un i tum die lä!" idnidieiiie mit der Fluglinie der Imperial Aiiv»a\> /m-aminm. Alle I bezeuge /wischen Gaza und Bagdad unter;edimeti hier eine Zwis< henlandung, desgleichen die der ,.\ir I r.uue" auf dein Wege zwischen Damaskus und Hag.!.-!. Am Umgang des von einer riesigen Mauer umschlu-- neu Komplexes steht nakisclic Wüstenpoli/ci Wache, im Hetel, das von „Nabu" bewirtschaffet wird, in.-i.iit ein < ngÜM-br Manager die Honneurs. Trotzdem ist das Fssen gar nicht;chlccht . . ■ Vielleicht gibt es eine Wahl Reisende, denen es schwer fällt, in nur halb liegendci' Stellung zu schlafen, und für diese mag die Nacht eine gewisse Strapaze bedeuten. Ich selbst schlief dicht hinter Rutha gegen' zehn Uhr abends ein und erwachte erst wieder in R a m a c! i, morgens um vier Uhr. Mitten in der Wüste steht hier ein hohes Tor, und wenn man es durchfahren hat, ist die Wüstenreise zu Ende. Denn von hier fuhrt wieder eine gebahnte Straße über Feluja nach Bagdad. Während die Morgendämmerung hereinbricht, verwandelt sich langsam die Landschaft. Aus Wüste wird Steppe, aus Steppe Leider, einzelne Palmengruppen wachsen zu Wäldern zusammen. Ueberrasehend erscheint der Spiegel eines gewaltigen Stromes, und auf einer modernen Stahlbrücke i'M-rouert man den C u p h r a t. Noch einmal schließt uns für kurze Zeit die Wüste ein, dann beginnt ein System l. ger kleiner und großer Kanal e, die Vegetation beginnt plötzlich und zeigt gleich tropische Farben und tropisches Wachstum. Ein riesiger englischer Militärflugplatz links der Straße und hohe Anteiincnmasten am Horizont beweisen, daß wir die Wüste endgültig hinter uns haben. Uno plötzlich halten wir vor dem Gebäude, über dessen Portal die Worte „Bagdad-Aerodrome" eingemeißelt sind. Die Reise ist zu Ende, ziemlich genau nach 24 Stunden. Mohameci Ismael und Bruui l.'rhaiio können in ihr Taschenbuch den tauscnchmdxten Strich machen. Wenn sie überhaupt noch zählen ... Ein Artikel der Wiener „Reichspost" Wien, 22. Dezember. (ITA.) Unter der Ueberschrift: „Bedrohte Rechte in Palästina" veröffentlicht die „Reichspost" einen Artikel, in dem die Entwicklung in Palästina im Hinblick auf die christlichen Interessen beleuchtet wird. In dem Artikel heißt es u. a.: „Die Entwicklung Palästinas in den letzten Jahren, die ungeheuere Zunahme der jüdischen Einwanderung, die bevorstehende Einrichtung einer gesetzgebenden Körperschaft ist auch für die in Palästina ansässigen Katholiken von größter Bedeutung. Ihre Zahl ist bedauerlicherweise in den letzten Jahrzehnten fast unverändert geblieben; sie beträgt etwa 30 000 einschließlich der verhältnismäßig zahlreichen Angehörigen religiöser Orden, die sich besonders der charitativen Tätigkeit und dem Unterrichte widmen. Die Gesamtzahl der Katholiken im Heiligen Lande ist also derzeit weitaus geringer als die Zahl der nur im Jahre 1935 eingewanderten Juden. Verläßlichen Schätzungen zufolge sind nämlich wenigstens 70 000 Juden im laufenden |ahre in Palästina eingewandert. Die palästinensischen Christen aller Riten, vor allem die Katholiken, sehen mit großer Sorge der weiteren Entwicklung entgegen, da sie infolge jener Einwanderung und infolge der starken Zunahme auch der arabisch-mohammedanischen Einwohnerschaft zu einem immer kleineren und einflußloseren Bestandteil der Bevölkerung werden. Ihre Stellung und ihr Einfluß im Heiligen Lande werden von Jahr zu Jahr immer schwächer. Für die Verteidigung der katholischen Interessen hat sich bereits am 21. April 1933 in Brüssel ein Komitee gebildet, dessen palästinensische Sektion unter dem Vorsitz des italienischen Patriarchen von Jerusalem die besondere Aufgabe hat, die katholische Welt über die Lage der religiösen Interessen in Palästina stets auf dem laufenden zu halten. Etwa seit dem Zeitpunkt der Gründung des Komitees hat sich das Tempo der jüdischen Einwanderung in die palästinensische Heimstätte in einem Maße gesteigert, daß die Katholiken aller Nationen unwillkürlich von außerordentlicher Sorge um das Schicksal der katholischen Sache in Palästina erfüllt wurden. Das „Comitc de Defense", das in einem der Mandafsmacht England engbefreundeten Staate seinen Sitz hat, erklärt nachdrucklich, daß es keine Anklagen wegen Verstöße oder Fehler Englands gegen die Katholiken erheben wolle, daß es keine Kritik an der Mandatsvcrwaltung üben wolle, die trotz, der komplizierten Situation im Lande einen möglichst unparteiischen Standpunkt einnimmt. Immerhin werde gewünscht, daß die Mandatsmacht im eigenen Interesse eine Erklärung abgebe, durch welche die den Katholiken Palästinas traditionell zustehenden Rechte offiziell anerkannt werden. Durch die Approbation des Völkerbundes sollte diese feierliche Anerkennung der uralten Privilegien der Katholiken im Lande zu einem Bestände des internationalen Rechtes gemacht werden... Ein offizielles Dokument, das von England und dem Völkerbund Englische Auszeichnungen Unter den vom englischen König zum Jahreswechsel durch Orden Ausgezeichneten sind auch mehrere Juden. Dem Obersten Richter von Tanganjika, Sidney Solomon Abrahams, ist die Baronett-Würde des Vereinigten Königreichs verliehen worden. Die berühmte jüdische Pianistin Miss M. Heß ist für Verdienste um die Musik mit dem Orden des Britischen Reichs im Rang eines Commandeurs ausgezeichnet worden. Für Verdienste auf dem Gebiet der Politik wurde der Leiter der Informationsabteilung des Hauptbüros der Konservativen Partei, Percv Cohen, zum Commandeur des Orden.; des Britischen Reichs ernannt. Dieselbe Auszeichnung wurde dem Rabbiner Moses Isaac Cohen in Anerkennung seiner Verdienste um die Sozialfürsorge in Süd-Rhodesia zuteil. Für Verdienste um die Landwirtschaft in Palästina wurde Elijahu Krause, der Leiter der Landwirtschaftlichen Schule Mikweh Israel, zum Ehrenmitglied des Ordens des Britischen Reiches ernannt. Dieselbe Auszeichnung erhielten mehrere palästinensische Araber. Kleine Nachrichten Die „Württembergische Wirtschaftszeitung", amtliches Organ der Wirtschartskammer, teilt mit: Da zu gegebener Zeit eine gesetzliche Regelung für die Kennzeichnung arischer oder nichtarischer Geschäfte erfolgen werde, sei jede derartige Aktion unerwünscht. Für die Deutsche Arbeitsfront habe Dr. Ley verboten, derartige Aktionen einzuleiten oder weiterzubetreiben. Jede Art Kennzeichnung habe daher bis auf weiteres zu unterbleiben. Der „Volk. Beobachter", Berlin, vom 1. 1. 1936 enthält ein Verzeichnis arischer Berliner Firmen, auf das auch im Tcxtteii der Zeitung hingewiesen wird. Es heißt hierzu u. a.: „Da immer wieder Zweifel auftauchen, ob ein Geschäft als arisch anzusehen ist oder nicht, empfehlen wir unseren Lesern die genaue Durchsicht und die zweckmäßige Aufbewahrung des Verzeichnisses sowohl im eigenen Interesse als auch in dem der deutschen Geschäftsleute." Der Völkerbundsobelkommissar für Auswandererfürsorge, James G. MacDonald, der sich vor kurzem in die Vereinigten Staaten zurückbegeben hat, begründet in einem vom 27. Dezember datierten Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes seinen Rücktritt. Dieses Schreiben, dem eine umfassende Darstellung der die Auswanderung von Juden aus Deutschland bedingenden Verhältnisse angefügt ist, erschien soeben als ein 44 Folioseiten umfassendes Memorandum im Druck. Der Präsident der Jewish Agencv, Dr. Chaim Welzin a n n, und sämtliche Mitglieder der Zionistischen Exekutive veröffentlichen einen Aufruf an die Zionisten der ganzen Welt, für die Aufbringung von mindestens einer Million Schekalim im Jahre 5606 zu sorgen. Wie aus Wien gemeldet wird, hat die Vereinigung jüdischer Advokaten an den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, an den Justizminister und an den Generalsekretär der Vaterländischen Front ein Telegramm geschickt, worin dagegen Stellung genommen wird, daß hei der Vorbereitung der Erneuerungsliste für den Vorstand der Wiener Anwaltskammer die meisten bisherigen judischen Mitglieder des Ausschusses ausgeschaltet werden sollen. Am 5. und 6. Januar findet eine Landeskonferenz des Kercn Hajessod und eine Jewish Agency-Landestagung für Transsylvanien in Oradea statt, an der Dr. Sammy Gronemann teilnehmen wird. In einem Amsterdamer Siechenhaus ist der frühere Oberrabbiner von Rotterdam, Dr. Bernhard Löbl Ritter, SOjährig gestorben. feierlich bestätigt wäre, würde die Katholiken bezüglich des weiteren Schicksals ihrer Institute und Glaubensgenossen in Palästina auch für den Fall zu beruhigen in der Lage sein, daß politische Veränderungen in der Verwaltung des Landes eintreten, daß z. B. Juden selbst die Führung der Verwaltung übernehmen. Gegenwärtig richtet sich ein gesteigertes Interesse nach Palästina, da dieses Land neuerdings, wie schon in den vergangenen Jahren, wiederholt von leidenschaftlichen politischen Strömungen erschüttert wird. Der Zusammenschluß der arabischen Parteien gegen die weitere Einwanderung der Juden, gegen deren eifrig betriebene Bewaffnung, die bestimmte Erklärung berufener englischer Stellen, daß in Palästina eine gesetzgebende Körperschaft eingerichtet werde, die auf die Verwaltung Einfluß nehmen soll, regt die jüdische Oeffentlichkeit sehr auf. Die jüdische Mehrheit der Parteien lehnt trotz der sonst unter ihnen bestehenden Gegensätze die Einrichtung eines Parlamentes in Palästina mit Entschiedenheit ab und begründet dies mit rücksichtsloser Offenheit damit, daß eine gesetzgebende Körperschaft nicht früher eingesetzt werden dürfe, als die Juden die Mehrheit darin gesichert haben. Jede frühere Schaffung dieser Körperschaft würde den jüdischen Aspirationen hinderlich sein. Ein gewisser Rückschlag in der palästinensischen Wirtschaft, der zum Teil aus diesen politischen Strömungen zu erklären sein dürfte, wird von jüdischer Seite noch nicht ernst genommen. Angesichts des Zusammenschlusses der arabischen Bevölkerungsmehrheit und der Aufstellung eines politischen Programmes für diese, angesichts der Entschlossenheit des Judentums, seine Absicht auf Palästina mit rücksichtsloser Energie zu Ende zu führen, wenden sich die Katholiken Palästinas an ihre Glaubensgenossen in der Welt und richten sie in der Presse und in Kundgebungen durch das Brüsseler Comite de Defense die Aufforderung, sich für die Verteidigung der katholischen Rechte in Palästina einzusetzen... Die Katholiken Palästinas gewinnen den Eindruck, daß die Mandatsmacht zu wenig Interesse an ihnen nimmt. In den wiederholten Palästina-Debatten im englischen Parlament wurden zwar die Wünsche der Juden gründlich und wohlwollend erörtert, für die Katholiken würde noch kein Wort der Sympathie verloren. Es ist Zeit, daß sowohl in Genf als in London nachdrückliche Vorstellungen gehört werden, damit endlich wirksame Maßregeln getroffen werden, die Rechte der Katholiken und ihrer Religion im Lande des Erlösers zu sichern." Zu diesem Artikel der „R e I c h s p o s t" ist Zu sagen, daß vom jüdischen Standpunkt sicherlich nichts gegen die Garantie der katholischen und sonstigen christlich-religiösen Rechte und die Exterritorialisierung der christlichen Heiligen Statten einzuwenden ist. Diese Erklärung wurde von offizieller zionistischer Seite wiederholt feierlich abgegeben. Die Erstaufführung von Werf eis „Der Weg der Verheißung" in New York (Regie Mav Reinhardt), die ursprünglich am 27. Dezember stattfinden sollte, ist auf Januar verschoben worden. Letzter Termin für die Abführung der Zionistensteuer bzw. des Landesbeitrages ist der 1©. Januar 1936 Alle Ortsgruppen und Arbeitsgemeinschaften der ZVfD müssen diesen Termin unbedingt einhalten. Die Fr i s t kann nicht verlängert werden, weil ab 16. Januar 1936 bereits die Wahlen zum Delegiertentag stattfinden. Daher können erst nach dem 10. Januar 1936 eingehende Beiträge für die Berechnung der Mandate zum Delegiertentag nicht mehr zugrunde gelegt werden. Wahlberechtigt ist jeder organisierte Zionist, welcher am Wahltag a) seiner Ortsgruppe oder an Orten, wo keine Ortsgruppe besteht, dem zugehörigen Gruppenverband seit drei Monaten angehört, b) das 18. Lebensjahr erreicht hat, c) den Schekel und d) Zionistensteuer (wenigstens in Höhe des Landesbeitrages) an die ZVfD abgeführt hat. Es ist Pflicht de« organisierten Zionisten seinen Zionistensteuer- resp. Landesbeitrag bis zum 10. Jan. 1936 an seine Ortsgruppe oder an uns abzuführen, da wir ihn nur dann als wahlberechtigtes Mitglied führen können. Zionisten, erfüllt Sure Zionteteiisteiiernfltalit ZIONISTISCHE VEREINIGUNG FÜR DEUTSCHLAND Die Hauptwahlkommission