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Jüdische Rundschau · 1935-12-31 · Heft 105 (31.12.1935) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 105 (31.12.1935)
Date
1935-12-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 12 JöDISCHE RUNDSCHAU Nr. 105, 31. XII. 1935 Alle Ihre Bücher von der _ Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenburg, loichimsthaler Straße 4344־ Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon Biamarrik (!506 Zusendung •!t«R Stftdtt«f!en Chanukkah-Feier. 1 )as \V o 111 f a 11 r t s a m t Süd vcranstaltetc zusammen mit dem Synagogen verein Kottbusser Ul er in dessen Synagoge eine Chamikkah-Fcier. Chor- und Sologesänge wechselten mit Ansprachen und Rezitaf ionen ab, von denen die letzteren, obwohl Werner Würzburg ausdrucksvoll und wirksam sprach, entbehrlich gewesen waren,!)er von Herrn («lädst ein zusammengestellte Mannerchor war gut studiert und sang tonschön und mit Ausdruck. Nur da ft der Dirigent alle Kompositionen, die an sieh schon Bcai beitungen von Bearbeitungen sind, nun seinerseits auch noch wieder bearbeitet hat, geht wohl etwas zu weit. Oberkantor Hartenberg sang alle Soli mit schönem Ton, aber mit wenig innerer Anteilnahme. Das Mitgliea des (iemeimlevorstamles, Amtsgerichts«* Tuchler, sprach über die neue jüdische Wirklichkeit und die Notwendigkeit, den jüdischen Festen einen neuen jüdischen Sinn zu geben. Fir. L ה m m, der Vorsitzende des Wohlfahrtsamtes, berichtete über die Tätigkeit dieses Amtes. Dr. ü. Ci. Chanukkah-Messe des Jüdischen Frauenbundes. Eine interessante Chanukka!!-Ausstellung hatte die berufstätige Gruppe des Jüdischen! rutsenlmmlcs veranstaltet. Neben einer sehr reichhaltigen Schau von Kunstgewerbe, Handwerk, Kunsthamlwcrk sah man auch (irapbik und Gemälde bekannier Name!! und junger, weniger bekannter, die es vordienen, genannt zu u ei tim! In dem Zimmer des Kunst- Handwerk!■ gab o o!igiudle ptaktisdie Ocsdiouke, auf den ersten libck NuliarU!t, du: sieh als Zusammenstellung von bunten 1 upil.ipiH 11, >i,!t1Un;;it und Tu isimüen ״entpuppten"; denn die l'w!■grollen waten mit l’ei Ikoplsteclrmideln die Köpfe der I Vippcln n, v,! 11! eml die bunten Lappen das Steckkl.ssen/uiu׳!!! >r ab,;üben. Lola li eile 11 s o 11:1 bat diese hübsche Idee. Von l>U;he \\ oll 111 an ns Kernmiktic! eil ist besonders schön ein kleiner Scotch-Terrier. Sie zeigt auch größere 1 ’ja tiki!1, Kopte und Masken. Bei der groben Zahl der Gemälde 1-t es unnnodich, auch nur die bekanntesten alle zu < ru d'iuie 0t־i1! biibsnlie Aqtiarelk• sieht man wieder von Margarete Nelieiuias, Landschaften, ein Haus am Was-er, eiiu׳ Bai!ie audem Tiergarten. Von Julie Wolft h n r n taue Br ms ko 11! Potsdam, von Minna Lev! ein großes (bemakle: mne Mutter mit einem Kind; von Sclma Cohn (Golud eine \X'u-e mit ( >!>st liliunieii und Kindern, in der Bewegung 1״/\d! mit viel l.ttft und Licht gemalt und leicht!11 der Komposition; von Adele Reifenberg eine Alpcnl.amlschalt und eine sehr hübsche 1 )orfstraße im Gebirge, von Beatnu: 1!11!! cm ( lein.ikie einer Kranken- Schwester. Diesem Po! trat siebt tum! die Schule des bxpressionisinus noch an, die exakten Linien und Kurven, diskret angedeutet, mite!streu 11 e•11 mit den hellen Barben die Atniosphare von Sauberkeit und Ihgiene. die hier naturgegeben ist. Gut in der Haltung und im .Ausdruck und den schönen Farben ist das Bar Kochbn-sportmndel, das Melitta Schif• icr in einem gruben <1e mahle zeigt. Brau Coltn-Lcbcn• heim zeigt ein kleines Bethaus in Holzschnitt, Meta Cohn- *'1 ״־ ' einen I arbholzsrlinitt, Krim Rosenberg-Nonher Keramik und Plastiken. Sehr gut ist ein ild von I ran K c 1 f e 11 h e r g ־ Ro s c n n a u 111, ein mit dem Blick auf drei hintereinander stehende rnen. Die neueste liekanntschaft ist Natalie Kroll bunten Rallettfigurinen. Teils aus dein Ballett ״Der ge!" und teils aus dem Balle״!)־Tar.iss Bulba“. Von der Kunst bis zum Konfekt, von Näharbeiten bis 7.U Geschenksacheii und hausUvhen Kult gegenständen zeigte diese kleine Messe, wieviel Gewerbcfleiß und Begabung die Künstlergruppc des Jüdischen Frnnenbumlcs umfaßt. R. M. Kleine Nachrichten Die Sprechsiumlcn d!•י Hccl!;11u/, P ■ -1' r 1. 1r׳•׳,!״ vrrUmrl, Berlin W 15, Mo; . :,f• 2 . ' : , ״• 1 ,־. :׳ . U m a׳ Um־'; y ■ U -׳׳- Da& ncut־ Hcurs dvr Gruppe! ivז m an n'־>tat 1 der BZV., Nnihhltn. M ' 5 J ' ■ - ■ \ \ ■.:1/ .■.׳:■׳:• ׳ h;11 .!:;!!ו a:.tl . : . •! tl M ■ ־. , ח /,r V. t i y:1tt;;. IT VL irr! •! ü: ■-*.־־/! ■ 1I l.t 'T t Tu" und einen n! n: n An ' . ■!.4: . ' i f ■ in 1| iv t H 11. Mf Ma! jun ,*,! In׳; "• ■ . A ־ '1. 4>t. UH'! Hont > M: v * t , M ־ : ■ Die ,.Jüdische Orchesten cru in Muri!4"; i und H'm •!ז d nd ׳ «. n ־ .. n •' 1 5 י . ־ k : t ״;."',g.?״ tLy::d] h< f * r f <;; m ,d■׳.. M י ' u; :! . < . ־ . d : t 1' I ... M :.Htk 20 L'hr, S\ a. 11!r ״׳ , 5׳ ־ ■ ־ י:יז, Landhaii.•-■;!!. 41 (I! ׳.׳5 <׳ 1 ■;•״:י. \\ ׳;.. ..' 1 Familien •Nachrichten Herr Mrndfl f-!.1 ׳; I״! •; \ , u . .4־ k <k 25, Prenzlauer Straße 4, 1, 1 1 ׳•.:׳ י’■־-,:!•!.!־. .1־ i״: hz-i־. Frau M..uha X •211י:־)^־!!ו י > ,־;!, I.tkiwz ־'r. 26, be-Mit am 0. januat den dg. < u iv.su -ז:v£. Herr Pani Prim n, X 24, t )r.1;1ic1־-Su1ger S!r. 84, Beamter du־ jud. Gemeinde: 1« Januar 25! ih;uf > 1 Bcn<f1uB|lanm. yfcssa*־\ Wasaertnrm- Karten u. -Klebehefte erh&itJich bei allen örtl. KKL-Vertrauenaleuten, zioniit. Ortsgruppen u• Jugendbünden sowie bei der Zentrale des KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin W15, Meinekestr. 10 « Postscheck-Konto Berlin 28247 Ankündigungen Zionistische Veranstaltungen Hebrlltche Kurse der BZV. In den nächsten lagen beginnen neue Ariöngerkurse in der Konditorei U*n.-,a, Firnsburger Str. 19, und am Witiciibergplaiz. An den bereils bestehenden Kur.-en für Anlänger und Fortgcschriucnc k1!11״e!t neue 'Teilnehmer aufgenunimen weiden. Auskunft und Anmeldung: Kulturabteilung der BZV., Mcinckestr. 10 (liismarek 7185). Junggruppen der BZV. Sprechstunden: 16—18 Ubr, Meinekestr. 10, Zimmer 6, IV. Stock. Wie uns die Berliner Zionistische Vereinigung mitteilt, wird der Palästina-Tonfilm ״Land der Verheißung" ab Januar 1936 wieder in Berlin zur Aufführung gebracht. מלון 1ו.נ.ביאליק עידיהסתדווו! הציווי!! בבו־ליו LEHRSTÄTTE CH. N. BIALIK DER B. Z.V. Im Januar beginnen folgende Kurse: ״Hebräisches I.cben unserer Zeit", Dr. S. Kalcko, am 6. Januar, Kant str. 54, rier Abende. — ״Amiliebe» über das Beben in Talä-öna“, AmtcgesclBehalt, für Taüsiin» der BZV., am 8. Januar, Kaut.str. 54. fünf Abende. — ,,Jüdische Mu-ik der Gegenwart“, Arno Nadel, Dr. Hans Na'hati, am Ö. Januar, Kauisli54 .־, vier Abende. — ״Palästina — Geschichte des Lande-", Rab!>. t)r. Max Wiener, Dr. Mo.-cs Goldmann, am 14. Januar, Kosentlialcr Sir. 44, sechs Abende. — ״K11!t11rgc»rhiel1lc der Juden in Osteuropa", Dr. t.h. läorodinnski, am 28. Januar, Meinekestr. 10, vier Abende. — Beginn: 20.30 Uhr. Sekretariat: Kuhuiabteiliuig der BZV., Meinekestr. 10 (I 1 BBmarck 7165). Karten; Uueliliandlung Salle», Crenad irrstr. 30, Komliioici Ilan-a, Firndiurger Sir. 19, BZV.-Heim, Kant str. 54, ״Jüdische Rundschau“, Mti11eke־(r. 10. Termirtverlegung! Die beiden Vorträge von Rabb. Dr. Joachim Prinz im Zyklus: ״Jüdische Geschichte im Bilde der Zeit — Mittetalter“ mußten erneut verlegt werden und liidcn nunmehr am 7. Januar und am 30. Januar, 20.30 Uhr, KleiststraBe, statt. Voranzeigen Jüdisches Lehrhaus• I )11״ncr»1ag׳Vor1ragsrci!1e: Der drille Teil ״Jüdiselic Kiduir heum" beginne mit dem Vortrag von Max Wiener: ״Gibt es heule eine jüdische Kultur.•"‘ (0• Januar, lirüdcrvcreinshaus, 20.15 l'lu). — Monlag-Finführungsvorlesungen in die Jüdische Gc.n hii hie: Wiedcibeginn mit Fiitz Ikuiibeigcr am 13. Januar: ״Der abendländische KulunkreU“ (Loge Klcidstr., 20.30 Uhr. — Arbeitsgemeinschalten. Es beginnen: 6. Januar: Ilocliwald. Jiidi.-elisoziale Arbeit und ihre Rechtsgrundlagen {Fa-umcn.'.trnl/e); Eppstein Reichmaim-Junronann, Religiniissoziologi.sclie lic-pro׳, tiiinpen zur jüdischen Gegenwart (Mai Inn ״er Sir. 5 111); I.andan, Das 19. Jahrhundert in Bilden und Kiiökcn seiner Komponistc!> (Fasanenstraße). — 7. Ja. nuar: Joseph, Quellen zur Geschichte der Juden in der hellenistischen und römischen Zeit (Fasancns!raßc): Wischnitzer, Die Juden in der Welt (Prinzregentcnstr. 69); Baeh, Jüdische Denker und (’■oslalier (Maiburger Str. 5 III). — 8. Januar: Altmann, Mo!alleine des Talmud (Fasancnshalic); Fraeukcl, Jüdische Amte und Naturforscher (Marlmrger Str. 5 III); Asehner, Quellen zur neueren jüdischen Parleiengosciiiehl!• (Marburger Str. 5 111); Ottcnhcimer, Quellen zur Erziehung*- und Kildungsge-clrichtc der Juden in Dcut.schlaml (l.ützowstr. 16 III); KFenberg, Di-kussionsübungen und l'eimngen in der freien Rede (Liitzowstr. 16 III), — Tn die Sprach- und W erkkursc können noch Teilnehmer aufgenommen werden. Anmeldüngen und Auskünfte im Sekretariat, Marburger Str. 5 III (B 4 5587, 10-1, 4—6 Uhr). — Auswandererkurse! Gcmein-am mit dem Ililfsverein, in: Kngüsch, Portugiesisch, Spanisch, Landeskunde (Brasilien und Argentinien). Beginn Mitte Jan., einmal wöchentlich ai 11er Steglitzer Str. 9 (1 litfsvcrein). Auskünfte im Sekretariat des Lehrhauscs und im Ililfsrerein (B 2 6219), Das Sinfonie-Konzert des Kulturbund-Orchesters tarier der Leitung von Joseph Ro^emtoek hat Pewiders Interesse hervorgerufen. Außer der Unvollendeten von Schubert und dem Violin-Konzert von Brahms (gespielt vom Konzertmeister Frey) werden gespielt. Mahlers ,,Lieder eines fahrenden Gesellen“ (gesungen ^on Wilhelm Guumann), die bitili eben Gedinge von PaleMrina, Handl (Gallus) und Haydn (vorgetragen von den Jüdischen S.ingcrknabeti, Dirigent Krwin Jospc) und Borodius ״I’olowtzer Tänze“ aus der Oper .,Fürst Igor“. Das Konzert, das zugunsten der Jüdischen Winterhilfe erfolgt, findet am 6. Januar, 20 Uhr, im Bach-Saal, Lfitzowstr. 76, statt. Ludwig Hardt spricht am 31. Dez., 20 Uhr, Bechstein-Saal, über: ״Welthumor“, Karten auch an der Abendkasse, Gesellige Nachmittage veranstaltet Frau Alice Simon, Wannsee, Bismarckstr. 3, jeden zweiten Sonntag ab 17 Uhr umer Mitwirkung namhafter Künstler. Mitwirkende am 12. Januar: Kose Agnes Heisch, Alt; Kapellmeister Hermann Ludwig Schlesinger; Flitz VVallcnberg, Cello; Marcelle Blank; Johanna Meyer. Wohlfahrt«- und Jugendamt der Jüd. Gemeinde, Bczirksstclle Norden. Am 12. Jan., Gr. Hamburger Str. 27, ,.Musik von Juden, Musik für Juilen“. Karten beim Jiigeridpflegedezernat, Rosenstr. 2-4, Jugendpflegearm Norden, Schönhauser Alc.e 23 25, sowie den Jugendpflege!־!!. Jüdische Winterhilfe. Kindernarhiuiltag am 2. Januar, 16.30 Uhr, Musiker-Vcreinshaus, Kaiser-Wilhclin-S'r. 31. — Bunter Abend am 2. Januar, 20 Uhr, Musiker-Vereinshaus, Kaiser-Wilhelm-Str. 31. Karten: Wimcrliüfsstelle Mitte, Augu ־ u. 16, Keller. —• Konzert am 4. Januar, 20 Uhr, Syn. Kvkestraßc. Kunstausstellung im Klubheim de* Jüdischen Frauenbundes. Das im Keii hcveibaud der Jü1li»el1en Kiihurbüude ueugegriindetc Sekretaiia: iitr ttildcmlc Kunst wird Aus-tellungen von Werken jüdischer Berliner Kün-tler in 1 Kiubheiin. Marburger Str. 5, I, veranstalten. Erste Aus-tdlun״ am 5. Iris 19. Januar vor! 11—14 Uhr, mit Arbeiten von Paula Neufeld und Herbert Kolm (Heiko). Vereine JSC. ״Hagibor" Berlin. D ic Anschrift der Cesrliüfts-oelle lautet nunmehr: Oskar Eric!ci1»:cin, Berlin, Christ Bürger Str. 41• — JOd, Rcligiomvcrein der nördlichen Vororte. Kundgebung de־ Jüdischen k'olkslmndc.s am 18. Januar, 20 Uhr. Syn, ilerntsdorl, AlbreehL- Straße 10. Redner: Dr. Alfred Klee: ״Judentum — heute!“; Mittel- Schullehrer Stiebet: ״Jüdische Schule“, Bar Mizwah -Termine Am 4. Januar — 9. Tewelis: Rudi Finder, Sohn von Ferdinand Finder, Berlin, Rosem Haler Str. 42. 11. Januar — 16. Tewcth: Abraham Rosenblüth, Sohn von Moses Rosenblüth, NW 87, Siegmundshof 11. Palaiiina imi JBectin Bia 3IW1BU AtENCY FOft »AlllTINl W 15; Meinekestr. 10. Telephon! J1, Bismarck 7165/70. Wer bekommt A!udah-Zertifikate? Zwischen der Exekutive der Jcwish Agency for Palestine und der Weltzentrale der Agudas Jisroel besteht seit einiger Zeit ein Abkommen, das die Beteiligung von Be- Werbern, die der Agudah an gehören, an den der Jewlsh Agency von der Ma- '-Ts-egierung überttebenen Zertifikaten regelt. Dieses Abkommen schafft keine besondere Kategorie von ״Agudah-Zertifikaten“, sondern begründet ein Optionsrecht au( einen gewissen Anteil an der Gesamtzahl der zur Verfügung gestellten Zertifikate. Die Regelung erfolgt ln der Welse, daß die einzelnen Palästiua-Aemter angewiesen werden. von den Ihnen zur weiteren Verteilung übergebenen Zertifikaten einen bestimmten Prozentsatz (In der Regel bis zu 10 "0) für solche Bewerber zu reservieren, die ihnen von der Landesorrranlsation der Agudas Jisroel präsentiert werden. Diese Bewerber können jedoch Zertifikate nur erhalten, wenn sie neben den von der Agudah autonom aufgestellten relig'öy-kulttireilen Anforderungen auch den gleichen beruflicbcn, sprachlichen (hebräischen) und gesundheitlichen Vorbedingungen genügen, die für sämtliche Bewerber gelten. Im Hinblick auf die in letzter Zeit verschiedentlich aufgetauchten Gerüchte, wonach auch Nicht-Agudisten eine Beteiligung an den Agudah-Zertifikaten und damit vielleicht eine Befreiung von der Erfüllung der sonstigen, vom Palästina-Amt erhobenen Forderungen erreichen könnten, weisen wir im Einvernehmen mit der PaDstira-Zentrale der Agudas Jisroel (Frankfurt a. M.) darauf hin, daß nur solche Bewerber von der Palästina-Zentrale der Agudas Jllsroel vorgcschlagen und vom Palästina-Amt Berlin im Rahmen der vorbezelchnctcn Quote bestätigt werden können, die in jeder Cez ' 7 ־g gemäß ihrer jüdischen Gesinnung, Ihrer Lebenshaltung und Ihres Bildungsganges auf dem Boden der A n 11 d a h stehen. Bewerber, die diesen Voraussetzungen nicht genügen, können auch nicht durch organisatorische .Maßnahmen oder finanzielle Leistungen an den Kerenhajischuw eine andere Behandlung ihrer Gesuche erwarten. Chanukkah-Feler Im Schulhelm Coburg. Den zahlreichen Gäste«/, die zu der Feier erschienen waren, gewährte die Aus- Stellung der Schülerarbeiten einen Einblick in die Arbeit des Schulheims. Die unter der Leitung eines Schreiners hergestellten Hol/arbciten, die Papp- und Bastelarbeiten sowie technischen und künstlerischen Zeichnungen ließen erkennen, daß die Schule großen Wert auf handwerkliche Ausbildurtg legt. An die Besichtigung der Ausstellung schloß sich das Schauturnen an. In straffer Ordnung wurde von drei Gruppen die rhythmische Gymnastik durchgefiihrt, und zwei Riegen zeigten am Barren ihr Können. Das ernste und feierliehe M a k k a b ä e r s p \ e I, das von den Schülern mit Hingäbe gespielt wurde, hintcriicß einen tiefen Eindruck. Die technische Leitung, die Beleuchtung und das Projizieren der Bilder lag ganz in der Hand der Schüler. Es folgten ntusikalischc Darbietungen der Schülerkapelle. Die Ansprache des Predigers Hirsch und die Verteilung der Fleißnrämien bildeten den Schluß der Feier. Im Namen der Israelifischen Kuftusgcmcinde dankte San.-Rat Dr. Masur für die Einladung, und Frau Alt man 1t brachte den Dank und die guten Wünsche des Frauenvereins zum Ausdruck. D- E. Ausbau des Hilfsvereins Wir erhalten folgenden Bericht: Vor kurzem fand unter Vorsitz von Max M. Warbu eine gut besuchte Sitzung des Kuratoriums (des frir ren geschäftsführenden Ausschusses) des Hilfsverei der Juden in Deutschland statt. Nachdem der Vorsitzende des verstorbenen Beamten des Hilfsvereins, Arthur Goldschmidt, gedacht hatte, erstattete Dr. Wischnitzer einen Bericht über die Tätigkeit des Hilfsvereins, die besonders seit Erlaß der Nürnberger Gesetze an Umfang und Intensität stark zugenommen hat. Die Zahl der Beratungen ist jetzt wieder so hoch, wie sie in den Sommermonaten des Jahres 1933 war, d. h. sie beträgt monatlich 4000 oder mehr. Die finanziellen Aufwendungen für die Auswanderer, die zur Zeit ganz überwiegend in überseeische Länder geleitet werden, sind von 25 000 RM. 1m September auf 46 000 RM. im Oktober und 66 000 RM. im November angewachsen (abgesehen von den Zuschüssen der Gemeinden int Reiche), desgleichen die Zahl der beförderten Auswanderer von 204 im September auf 300 im Oktober und über 400 iin November. Außerdem wanderten viele in diesen Monaten aus, die nur die Beratung des Hilfsvereins, jedoch keine finanzielle Unterstützung beanspruchten. Zur Zeit bemüht sich der Hilfsverein durch Schaffung eines Garantie-Fonds den Auswandcrtingswilligen, die ohne Hilfe ihr Auswanderungsvorhaben nicht ausführen können, weil sie nicht die als Landungsdepot benötigte Summe besitzen, die Durchführung der Auswanderung zu ermögliehen. Die Vorbereitungen für die Auswanderung der Familien, die in den landwirtschaftlichen Kolonien der Jewish Colon ization Association (I c a) angcsiedelt werden sollen, machen Fortschritte. Die meisten von ihnen sind bereits abgercist. Ferner werden zusammen mit der Reichs- Vertretung 65 junge Leute ausgesucht, die vorerst als Landarbeiter nach Argentinien gehen und später ihre Eltern und Geschwister nachkommen Tassen sollen. Wenn diese jungen Leute sich bewährt haben, sollen weitere 65 Familien sich in den Kolonien der lea nicclcrlassen können. Dr. Wischnitzer berichtete ferner über verschiedene andere überseeische Auswanderungsmöglichkeitcn, denen freilich noch gewisse Schwie• rigkeiten entgegenstehen. Den gewaltig gestiegenen Anforderungen der letzten Zeit begegnet der Hilfsverein durch einen starken Ausbau seines Apparates und die Hinzuziehung neuer Kräfte. Im Reiche werden 13 Beratungsstellen zu den schon besichenden beiden in Hamburg und Bremen hinzukommen, und zwar in Breslau, Königsberg, Stettin, Leipzig, Köln, Hannover, Kassel, Essen, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und München. An den Bericht Dr, Wisehnitzcrs schloß sich eine Diskussion an. Es wurde u. a. über den Italicntransfer berichtet. Hierauf wurden Wahlen vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatten: In das Kuratorium (den früheren geschäftsfühlenden Ausschuß) wurden neu gewählt die Herren: Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hirsch, Dr. Leo Löwen st ein, Rechtsanwalt Dr. Julius L. Seligsohn, Dr. Herbert S c h ö n f e 1 d t. In den Arbeitsausschuß des Kuratoriums, dessen Vorsitzender Max M. War bürg ist, wurden Dr. Otto Hirsch und Dr. Seligsohn kooptiert. Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstandes (nach dem neuen Status) wird der bisherige Generalsekretär, Dr. Mark Wischnitzer, ordentliches Mitglied Henry Chassel, Hamburg, stellvertretende Mitglieder Samuel Lifschitz, Joseph Wah 1, Dr. S. Kutscheroff, Dr. Arthur Prinz. Der Vorstand wird demnächst durch Hinzuziehung neuer Mitarbeiter erweitert werden.

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