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Jüdische Rundschau · 1935-12-31 · Heft 105 (31.12.1935) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 105 (31.12.1935)
Date
1935-12-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seife 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 105, 31. XII. 1935 Um die Schabbatruhe Der palästinensische Rundfunk Der neue palästinensische Sender liegt, wie der ״Eildienst für Außenhandel mul Aiislandswirtscliaft“, Berlin, berichtet, aut einem 22311 Fuß hohen Hügel in Ramallah, einem etwa 15 km von Jerusalem entfernten arabischen Dorf. Er arbeitet mit 20 Kilowatt auf der Wellenlänge 440,1 m oder 668 Kilocvclcs. Voraussichtlich wird später noch ein zweiter Sender aut Länge 207 m arbeiten. Die Stronibelieferung erfolgt vom Jerusalemer Elektrizitätswerk, dessen 0600-Volt- Spannung auf 3S0 Volt transformiert wird (Dreiphasenstrom). Mit Rücksicht auf die geringe Starke der Station werden die Sendungen hauptsächlich den Bedürfnissen der palästiiietisisehen Hörer angepaßt werden, und man rechnet damit, daß der überseeische Empfang nicht gut sein wird. Die Sendetiirme liegen in der Nachbarschaft des Senderaums und haben eine Höhe von 300 Fuß. Die Anlage wurde von der palästinensischen Postverwaltung unter Beteiligung der Atareoni-Cieselhsehaft mit einem Kostenaufwande von 30 OtK)—35 00Ü EP errichtet. Im nächsten Jahre sollen noch kleinere Sender eingebaut werden, die die Sendung von Radiogramniea nach Schiffen ermöglichen. Der Sender soll 35 Stunden in der Woche arbeiten, nämlich täglich 5 Stunden. Davon sollen 2 Stunden durch l Übertragung fremder Sendungen (hauptsächlich ans Aegypten) und der Rest mit eigenen Ucberfragungcn gefüllt werden. Die drei Land e s s p r a c 11 e 11 Englisch, A r a b i s c h und Hebraisch werden gleichmäßig berücksichtigt. Besondere Sendüngen werden für die arabische Landwirtschaft stattfinden, zu welchem?weck die Regierung 100 Radioempfangsgeräte in arabischen Dörfern aufgestellt hat. Wie Palcor erfahrt, wurde■ Hleaser L11 b r a n v, der Theaterkritiker des Trl-Awiwcr ״I ).»war", /um Direktor der ״Ilebrai sehen Stunde“ im palästinensischen Rundfunk ernennt, Zum Direktor der musikalischen Abteilung wurde nach dcrM-lnen Duelle Karl Saloinon ernaimt, der Leiter!!es Jent'.ilemer Orchesters und Mitglied des der 1 leluaischeii Universitär ungegliederten Musik-Departments, ein aus Deutschland stammender lüde. Chanukkah in Tel-Awiw Jerusalem, 21. 1K:jember. (jTA.) Die traditionelle öffentliche Chninikkahd eicr in den Straßen von Tel-Awiw fand heim Ent/linden des dritten Uhamtkkah-Liclites vor dem Ttl-Aw isver l’.itliaus statt. Min Eackel/ug, an dem S000 Schüler der Tel-Awiuer Schulen tcilnahmcn, bewegte sich zum Rat haus, vor dem dici riesige Uhanukkah-i.ichter entzündet wurden. Bürgermeister I'i/engoff hielt eine. Ansprache an die versammelten Jugendlichen. Mit dem diesjährigen Ohannkkah-I est werden in Pal.istma auch Feiern zum Andenken an den vor dreizehn Iahren gestorbenen Schriftsteller und t iclehrtcn Dieser Ben J e 11 u d a verbunden. An «In־ Universität und an allen Schnlen des I.indes wurden Voifilige über die Bedeutung Elieser Ben Jeliudis als I rnetieivrs des gesprochenen Hebräisch gehalten. In allen jüdischen Siedlungen des Landes wird eine Straße nach Bc-n jehmla genannt. 1 erner wurde in der Chanukkah-Woche rite Drucklegung seiner gesammelten Schriften in Angriff genommen. Auch die Herausgabe seines großen enzyklopädischen hebräischen Wörterbuchs ״Thesaurus totius I lehraitatis“, die in Berlin begonnen wurde, soll nunmehr in Jerusalem zu Ende geführt werden. Arbeitskonflikt in Raanana Jerusalem, 27. Dezember. (JTA.) Der Rat der im Scharon gelegenen Kolonie R aanana hat am 26. Dezember die Beziehungen zur Jcwish Agency und zu den zionistiselten Institutionen in ״Palästina für ■18 Stunden zum Protest dagegen abgebrochen, daß die Jcwish Agency es abgelehnt hatte, in einem Konflikt wuschen den jüdischen Arbeitern und den Landwirten der Kolonie zu vermitteln. Die jiidischen Arbeiter fordern das Recht auf Beschäftigung bei den Landwirten. Diese I orderuug hat zu einer Reihe von Z w i s c h e 11 f a 1 1 e 11 ׳״■fuhrt, wobei einige Personen leicht verletzt wurden, heit längerer Zeit protestieren die jüdischen Arbeiter vergeblich gegen die Bcsi li.iftigung arabischer Arheiter durch ehe Landwirte der Kolonie. Vor etwa einem Monat sind 70 j 11 d 1 s c 1t e A r b r 1 t c r verhaftet und zur I Unterlegung einer Kaution Verpflichtet worden, weil sie vor der Pflanzung eines jiidKeheii Landwirts Posten st amten _ Palästina-Orangen gegen deutsche Waren Wie der ״LiMieit-■!'• aim jei umiu m berichtet, ist ein Abkommen ober ihn Verkauf p.il.i'.tineimischer ()rangen zwisehen vereinigten deutschen, arabischen und jüdischen Palästina-Exporteiireri auf der einen Seite und Deutschland aut der anderen Seite zustande gekommen. Danach sollen für 4 Million«! RM. Zitrusfrüchte gegen deutsche Warenliefeningcn ausgeführt werden. Die 1 )urciifiilirung soll außerhalb der Trust 17 Transfer Office 1 laavara durch eine neue Gesellschaft erfolgen, die unter Aufsicht der Anglo-Palestinc und der Tempel-Bank stellen soll. Da die■ deutsche Reidisregierung den Einführern bestimmte Höchstpreise vorschreibt, erwartet man in palästinensischen Kreisen nur geringe Erlöse bei der Ausfuhr der Zitrusfrüchte nach Deutschland. Weizmann bei der NOG In einer überfüllten Versammlung der Hitachduth Oie Germania in Jerusalem führte Dr. Weizmann aus, mit Rücksicht auf die Lage der Juden in Deutschland sei es die Hauptaufgabe, Palästina für die A ti f n a h 111 e einer möglichst grollen Zahl von schaffenden E I c - menten aus Deutschland aufnahmefähig zu machen. Der Redner appellierte an alle jüdischen Organisationen, die an dem Problem der Juden in Deutschland interessiert sind, mit der Zionistischen Organisation in dieser Hinsicht zusaimncnzuarheiten. Fs sei auch die Pflicht der Mandatarmacht, sich für die Lösung dieses brennenden Problems aktiv zu interessieren. Kurt Blume nfeld wies in seiner Rede auf die große Bedeutung der Einwanderung aus Deutschland für Palästina hin. Jede Einwanderungswelle in Palästina sei aus einer bestimmten Notlage der Juden hervorgegangen. Auch die Juden aus Deutschland müßten ein größeres Verständnis beim Jischmv finden. Sämtliche Reden der Ver- Sammlung, deren Vorsitz Julius Rosenfeld führte, wurden in hebräischer Sprache gehalten. Auf Veranlassung von Dr. Weizmann äst Prof. Namier von der Universität Manchester per Aeronlan in Jerusalem eingetroffen, Namier war früher politischer Sekretär der Zionistischen Organisation. Im Zusammenhang mit den Forderungen des Luzerner Kongresses ist das Interesse an dieser Frage wieder sehr stark geworden. In den ״Tlainim“, dem Organ der Moschwo Ovvdim, schreibt ein Siedler hierzu: יןEs schmerzt mich, daß die Orthodoxen uns an die Heiligkeit des Schabbat mahnen müssen. Ich weise jeden Versuch zurück, von außen einen Zwang auf uns in dieser frage ausmiben, aber gleichzeitig fordere ich von unserer Bewegung eine klare Antwort auf die Frage der Erhaltung des Schanbat als soziales und nationales Out. Wenn ein altes Volk wie unser Volk sein Leben in seinen sittlichen und sozialen Grundlagen erneuert, so muß es seinen geschiehtliehen Bestand prüfen und die gerechten und guten Institutio- 11 en, die es vorfindet, in sein neues Leben im eigenen Lande überführen. Als wir aber daran gingen, neue Werte zu schalfen, haben wir uns von vielen positiven und gesunden Grundlagen unseres Lehens in der Galuth abgewandt. Die religiöse Hülle des Schahhat hat vielen den Weg zu seiner Heiligung versperrt. Dabei wäre seine Beobachtung nicht schwer. Wieviel schwerer sind die Forderungen, die an uns das Prinzip der Selbstarheit oder das der gegenseitigen Hilfe stellt! Und der Sehabbat muß für uns eine ebenso elementare umimstößliche Selbstverständlichkeit sein wie jene Prinzipien. Er ist, so wenig wie die anderen grundlegenden Dinge, etwas, was man der Willkür des Einzelnen überlassen kann. Er ist eine national-gesellschaftliche Angelegenheit und muß in die neuen Gesetze unseres Lehens aufgenotnmen werden, die wir uns selbst geben müssen. Man versucht sich dabei zu beruhigen, daß die Arbeit am Schabbat nur eine Maßnahme für die schweren Zeiten des Anfangs sei- Aber wer den Ruhetag nicht hält, untergräbt dabei seine körperlichen Kräfte, und die Gesellschaft, der er dadurch zur Last fallen wird, hat das Recht, ihn an solchem Vorgehen zu hindern. Auch pädagogisch bedeutet der heutige Zustand eine schwere Gefahr. Die Arbeit der Eltern am Sehabbat zeigt schon ihren Einfluß auf das heran wachsen de Geschlecht. Die Kinder, die in der Schule gelernt haben, daß der Schab- Von der Woche Der Leiter der politischen Abteilung bei der Palästina- Exekutive der Jcwish Agency, Mosche Schertok, hat dem liigli Commissioner Sir Arthur Wauchopc einen Besuch abgestattet und mit ihm die Frage der Legalisierung des Aufenthalts illegal nach Palästina eingewanderter Juden besprechen. Schcrtok schlug vor, daß die Regierung allen in Palästina lebenden ״illegalen Einwanderern“ Zertifikate aushändige. Einer Schätzung des Landwirtschaftsdepartments der Palästina-Regierung zufolge wird die diesjährige Orangenernte nicht, wie ursprünglich angenommen, 7 750 000, son- (lern nur 7 300 000 Kisten ausmachen. Bis zum 22. Dezember betrugen laut ״Pafcor“ die Verschiff 11 11 gen von Orangen aus Palästina in dieser Saison 1W15 00Ö Kisten. Das sind 600 000 Kisten mehr als im Vorjahr. Die Histadrut Haowdim hat bei Jerusalem ein an einer asphaltierten Straße gelegenes Grundstück von 150 Dunatn erworben, um dort Wohnungen für etwa 250 Arbeiterfamilien zu bauen. Wie Palcor erfährt, werden die sterblichen Ueberreste von Baron und Baronin Edmund Rothschild, die im nächsten Frühjahr in Sichron Jakob beerdigt werden sollen, von den Söhnen der Verstorbenen, James und Robert de Rothschild, nach Palästina begleitet werden. In der letzten Sitzung des Kolonieratcs von Rischon le Zion wurde beschlossen, ein Baron Edmond de R o t h s c 11 i 1 d - M u s c u 111 zu gründen, in dem alle Gegenstände vereinigt werden sollen, die auf die kolonisatorische "Tätigkeit des Barons in Palästina Bezug haben. Am 7. Adar (1. März 1030) feiert der sephardischc Oberrabbiner von Palästina, Rabbi Jacob M e i r, seinen 70. Geburtstag. Die palästinensischen Scphardim haben beschlossen, dem Jubilar ein Gedenkhuch zu überreichen, das eine umfassende Bibliographie seiner Werke sowie eine Würdigung seiner Tätigkeit in und außerhalb Palästinas (Rabbi Mcir war früher Oherrabbiner von Saloniki) während der letzten Jahrzehnte enthalten soll. Alfred Wolf wird als Gast bei der Palästinensischen Komödie eine Komödie aus dem heutigen Er« Israel inszeliieren, deren Verfasser Jizhak Landeberg ist. Die Aufführung trägt den Titel ״Lianna Oitel sucht Arbeit — und findet — ihr Glück. ..“ Lina Wagner-Tauber. Wir gedachten in Nr. 101 der Dahingeschiedenen. Aus Tel-Awiw wird uns noch berichtet: Die Beerdigung von Lina Wagner-Tauber gestaltete sich, wiewohl hier nur wenige Stunden zwischen Tod und Bestattung liegen, zu einem ergreifenden Beweis der Liebe und Werfscnätzung, welcher sie sieh weit über den Kreis der Olim aus Deutschland hinaus erfreute. Es sammelte sich ein zahlreiches Gefolge tief erschütterter Menschen. Vor dem Sterbehause gab Rabbiner Emil Levy in hebräischer Anspräche den schmerzlichen Gefühlen der Versammelten Ausdruck. Dann setzte sich der große Trauerzug in Bewegung, dem alten Friedhof zu. Die Chewra Kadischa des ״Icnud , zu dessen Vorstandsmitgliedern Lina Wagner gehörte, leistete in würdiger Form die letzten Ehrendienste. Für die neu etngewanderten Aerzte unterhält die lernsalemer Zweigstelle der ״Jüdischen ärztlichen Gesellschaft“ jetzt ein Informationsbüro, welches über alle Fragen, die die Aerzteschaft betreffen, Auskunft erteilt. Das Büro ist geöffnet: Sonntag, Dienstag, Donnerstag, von 12—1 Uhr, und befindet sich in der Wohnung von Dr, Druyan, Jaffa Road, gegenüber der Ecke King George Avenue. Vom Mlsrachi-Lehrerseminar in Jerusalem (P. O. B. 500) wird die Errichtung eines Uebergangskursus für Absolventen ausländischer Lehrerseminare, Talmudhochschulen, Gymnasien usw. geplant. Ziel des Kursus ist, den Teilnehmern die fßr Palästina notwendige sprachliche, wissenschaftliche und pädagogische Ausbildung zu geben, die sie befähigt, an heoräischen Volksschulen als Lehrer zu wirken. Interessenten wollen sich mit der Leitung in Verbindung setzen. Der bisherige Ausbildungsgang, besonders die sprachlichen und talmodischen Kenntnisse des Bewerbers sind anzugeben. Aufgenommen, werden nur Zöglinge, die auf dem Boden des orthodoxen Judentums stehen. Der Kursus soll nach Peßach 5696 beginnen und sich auf mindestens D/1 Jahre erstrecken. bat ein Ruhetag ist, halten die Erwachsenen für Lügner. Die Eltern können den Kindern zwar die religiösen werte des Sehabbat nehmen, sie können ihnen gegenüber aber nicht die Bedeutung des Sehabbat als Ruhetag leugnen. Noch schlimmer aber ist, daß die Kinder am Sciiabbat völlig sich selbst überlassen sind. Und die Kinder sehnen sich wirklich danach, einen Ferientag gemeinsam mit den Eltern zu verbringen! Warum rauben wir unseren Kindern die herrlichen Stunden, die wir in unserer lugend im Eltcmhause genossen haben, die Weihe des Sehabbat, das Mittagessen, das sich lange Stunden unter Gesprächen, Erzählungen und Lernen hinzog? Und auch uns selbst, die Erwachsenen, beeinflußt die Abschaffung der Schabbatruhe ungünstig. Der Ausfall dieses Tages der Ruhe und des üesarnmcltseins hemmt die eistige Entwicklung. Das arbeitende Palästina muß sich den cdaiikcn zu eigen machen: Ebenso wenig wie man sich eine Ansiedlung von Arbeitern vorstcllcn kann, die der Selbstarbeit und der gegenseitigen Hilfe entbehrte, kann man sich auch keine rechte Arbeitersiedlung vorstellen, in der am Sehabbat gearbeitet wird. Man kann einen solchen Zustand auch nicht als Provisorium entschuldigen, das unter besseren Lebensbedingungen von selbst überwunden werden wird. Das ist ein eitler Trost. Es werden noch viele Jahre hingehen, bevor die Siedler von heute frei von drückenden Schulden sein werden. Jeder weiß, wie schwer dieser Zustand ist, wie sich der Siedler wirklich in Stücke zerreißt, um Geld für die geringste Anschaffung zu erübrigen. Aber warum können wir uns nicht hier unsere Vorfahren zum Beispiel nehmen? Ihr Leben in der Galuth und ihr Existenzkampf waren sicher nicht weniger schwer, und doch hielten sie den Sehabbat und arbeiteten nicht an ihm. Wieviel Energie und Stärkung gewannen sie aus diesem Ruhetag! Und wenn man cinwendet, daß eben die religiöse Ueberzeugung dies Wunder vollbrachte, warum können wir nicht eine soziale Ueberzeugung haben, die ebenso stark und uns ebenso heilig ist? Was ist der Gewinn unserer ganzen Siedlungsarbcif, wenn wir die Grundlagen einer besseren Ordnung mit Füßen treten?“ Jerusalemer Kunstbericht Gegenwärtig sind in Jerusalem drei Ausstellungen tu sehen, die einen erfreulichen Einblick gewähren in das Schaffen der hiesigen Künstler, ln der Galerie Dr. Rosenbaum im Hause der ״Assicurationi Generali'1 hat die bekannte Jerusalemer Malerin und Graphikerin Grete Krakauer zu einer Kollektivausstellung geladen, die zum Schönsten gehört, was dieser, durchaus nicht arme, Fierbst an Ausstellungen bescherte. Grete Krakauer hat in ihren Aquarellen und Oelbildern das Gesiebt Erez Israels, vor allein der Küste und der Altstadt Jerusalems erfaßt, wie es — von Abel Pa 1111 abgesehen — bisher noch nicht gelungen ist- Aber auch als Porträtistin legt die Künstlerin erstaunliche Proben ihres Könnens ab. Da sind vor allem hervorzulieben die Bildnisse der Schriftsteller Ben- Gavriel, Hans Kolm und Joachim Ringelnatz, von denen gesagt werden kann, daß hier nicht nur ein Menschengesicht wiedergegeben ist, sondern Leben und Werk dieser Männer mithineingezeichnet wurde. In denselben Räumen stellt der aus Berlin stamme stammende Plastiker Meyer Michael einige überaus Inngene, von herber Anmut erfüllte Akte junger Mädchen und die ״Ha rar Pott er y“ zeigt ihre nach altjüdisc und persischen Motiven geschaffenen, in Jerusalem hei stellten Keramiken, die sich bereits größter Beliebtheit .... Lande erfreuen. Die Buchhandlung Popper hat mit einer großen Anzahl von Bildern des Jerusalemer Malers Jizehak Fraenkel soeben ihr neues, an der Ben-Yehuda-Straße gelegenes Ausstellungslokal, das den modernsten Ansprüchen genügt und einen vornehmen und gediegenen Rahmen abgibt, eröffnet. Jizehak Frankel bedeutet keinen üblen Beginn und es ist nur zu wünschen, daß sich die folgenden Ausstellungen auf dieser Höhe halten können. Der Künstler, im Lande bereits durch seine unlängst in Haifa gezeigte kleinert Schau, kein Unbekannter mehr, kommt aus Paris. Paris ist in allen seinen Bildern gegenwärtig, auch da wo er mit der verhaltenen Leuchtkraft seiner Farben Motive aus Jerusalem, etwa das Innere der Chtirwa-Synagoge, oder den Blick auf die Altstadt, oder die Hügel, die die heilige Stadt umgeben, gestaltet. Man spürt, daß Frankel noch um die Lösung der neuen Aufgaben, die ihm Palästina stellt, ringt. Aber sein Ringen ist ehrlich und kraftvoll, und hier und dort scheint es schon, als habe er sich in die Bindungen, die Paris für die meisten unserer Maler bedeutet, begeben, um varzustoßen zu allereigenstem Neuland. Auch Samson H o 1 z m a *1 n, der die Ernte dreier Jahre in den stimmungsvollen Räumen der Galerie Steinmatzky ausstellt, kommt aus Paris, und er lebt in diesen Bildern noch ganz in seinem Bann. Das zeigt sich zunächst schon thematisch. Bei Holzmann fehlen palästinensische Motive, er malt sein Pariser Atelier, sehr leuchtende Stilleben und weibliche Akte, die durch Kühnheit der Form und Färbebttng besonders hervorragen. Ich weiß nicht, ob Holzmann iologlsch der jüngste der drei genannten Maler ist, künstkrisch ist er es bestimmt. Seine oft wolilgelungenen, farbig vielleicht ein wenig monotonen Schöpfungen Können sich von dem fordernden und mahnenden Vorbild verehrter und geliebter Meister Frankreichs noch nicht trennen. Holzmann ist noch ganz einer in ihrem Gefolge, während sich etwa bei Jizehak Fränkel bereits eigene Züge zeigen. In seinen Interieurs gibt Halzmann wotil sein Eigenstes, hier wächst er mitunter zu einer Oröße und Reinheit der Form und Farbe, die noch Schönes von ihm erwarten läßt. Schalom Ben-Chorlt! Hubermann In Jerusalem- Der Geiger Hubermann strebt Immer mehr vom Virtuosischen weg. Sein Weg geht immer hörbarer zur letzten Entmaterialisierung, Vergeistigung, zum innersten Kern des Werkes. Hubermann zeichnet — quasi — den Extrakt der Melodie, den er zwar bis ins Letzte, Feinste, Intimste festgelegt hat, ״in die Luft“, — aber er erlebt diesen Extrakt im Moment der Gestaltung immer wieder auls neue. Phantastische Linien, ganz überraschende Gliederungen entstehen in der ganz spirituell-romantisch interpretierten Brahms-Sonate (— bei der der ausgezeichnete Begleiter ja ein kräftiges Wörtchen mitzusprechen hatte —) und die Chaconne, von Hubermann vielleicht gar nicht so sehr im akademisch-traditionellen Sinne ״bachisch“ interpretiert, entzückt immer wieder, auch vom Qeigerischen her. A. J.-L. (Schluß des Palästina-Teils) Bismarck Barbatossa Steinplot* 8888( MÖBEL TRANSPORT, LAGERUNG. REISE- GEPAcKBEFÖRD. KLA VllRE, FLÜGEL SPEDITION IM INLAND, AUSLAND UND ÜBERSEE ) GEPÄCKFAHRT ( r Barlln W15, K u rf dra t •n d amm *1t X JlULUGS SAMMEL- VERKEHRE NACH PARIS, BRÜSSEL PRAG. BUDAPEST. WIEN. AMSTERDAM. LONDON. TRIEST. BASEL mm >8888 Humboldt Oberbaum Stcinplat* i

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