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Jüdische Rundschau · 1935-12-20 · Heft 102 (20.12.1935) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 102 (20.12.1935)
Date
1935-12-20
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Nr. \9 KINDER- RUN D S C H als wollte er sagen: ״Ja, ja, schaut nur her, er istfs, der den Sieg errangen hat, — der Sohn vom alten Fritz Adler.״ Heinz war aber gar nicht stolz. Er schämte sich. Heinz findei heim In den folgenden Wochen kam es vor, daß Heinz nicht auf den Sportplatz ging, sondern sich zu Hause an das Fenster setzte und las. Herr Adler wunderte sich sehr darüber. Herr Adler konnte auch beobachten, daß eines Tages ein paar alte, jüdische Bücher, die sonst im letzten Winkel des Bücher- Schrankes gelegen hatten, plötzlich an einem ganz anderen Platze lagen. Und er wunderte sich sehr, als er merkte, daß Heinz tagsüber in diesen Büchern las. ״Mein Sohn Heinz, der Schlußmann des S. V. ,Sparta‘ — liest jüdische Bücher—wie reimt sich das zusammen?״ Herr Adler ^blickte siolz nach allen Seiten Ich glaube, ihr wißt doch, wie sich das zusammenreimt. Una ich brauche euch wohl auch nicht erst zu erzählen, wie es kam, daß Heinz wenige Tage darauf mit Herrn Schönberg und dem kleinen Arieh über den Schulhof der Jüdischen Schule rannte. Als Herr Adler gehört hatte, wer der Zweite in dem Staffellaut gewesen war, und warum Heinz sich plötzlich seines Sieges schämte, da hatte er nur mit dem Kopfe genickt, und,, er hatte auch nichts dagegen gehabt, daß Heinz in den ״Bar Kochba״ ging. Es versteht sich von selbst, daß nun oft ein jüdisches Buch aut Heinz׳ Schreibtisch lag, und manchmal sogar ein hebräisches, und Herr Adler hatte nichts dagegen. Nun war Heinz stolz und sein Vater — nachdenklieh. Und ich glaube fast, er schämte sich auch ein wenig. Eine KKL-Marke ist traurig . . . Gabi war endlich mit seinem Brief fertig. Er unterschrieb mit einem schönen Schnörkel. Dann faltete er den Briet zusammen, schob ihn in den Umschlag und brachte ihn zur Post, obwohl es schon dunkel war. Die Adresse war hebräisch und deutsch geschrieben, weil der Briet hach Palästina ging. Gabi kaufte eine 25-Pfennig- Marke und klebte sie auf den Umschlag. Dann klebte er noch aut die Rückseite des Briefes eine blaue KKL-Marke und warf den Brief in den Kasten. Max, sein Bruder, lag schon im Bett, also zog er sich auch schnell aus und legte sich hin. Er konnte aber nicht einschlafen; denn er mußte dauernd an den Brief denken. Schließlich siegte doch die Müdigkeit, er war schon nahe am Einschlafen, da öffnete sich die Türe und herein kam die KKL-Marke, aber sie war so groß, daß sie kaum durch die Türe durchkommen konnte. Außerdem hatte sie lange dünne Beine. Sie kam schnell auf Gabis Bett zu und setzte sich zu ihm. Dann begann sie zu sprechen und sagte: ״Warum hast du mich hinten auf den Briefumschlag geklebt una nicht vorne, wo mich jeder sehen kann? Die Briefmarke hat mich ausgelacht; sie sagt, ich sei eben unwichtig. Der Briet könnte auch ohne mich gehen, aber nicht ohne sie.״ Sie klagte noch weiter und Gabi hatte großes Mitleid mit ihr. Er begann schon zu antworten und wollte ihr recht geben und sich entschuldigen, da fiel sein Blick auf die Mitte der KKL- Marke, wo Joset Trumpeldor abgebildet war, von dem er so viel gelesen hatte. Auf einmal kam ihm ein Gedanke und er sagte zur KKL-Marke: ״Du solltest dich schämen, du trägst das Bild von Trumpeldor, und dann redest du noch so. Trumpeldor, der hat auch ganz bescheiden gearbeitet und keiner konnte ihn sehen, und gerade deshalb ist er unser größter Held.. .״ Er wellte noch etwas sagen, doch — der Wecker läutete und Gabi merkte, daß er geschlafen und geträumt hatte. Schaul Wolfmann, Berlin (14 Jahre) Das schönste Chanukkah-Geschenk mmm ■4W& 1ty/Av׳; Das von Euch allen lang ersehnte jüdische Jugendbuch, an c viele von Euch selbst mitgearbeitet haben. Es enthält die schön: Erzählungen, Abenteuer, Erlebnisse, Lieder, Legenden, Gedic Spiele und Bilder aus den 3 Jahrgängen der Kind'er-Rundsc und dazu viele neue Erzählungen und Bil Aus dem Inhalt: Barak das Tüllen (von C. Z Klötzel) - Da! Tel- Aioiw (Bilder und Verse von Wolj Hamburg! Wir erlösen den Boden - Vom Leben m Schemen - Theodor ־Herzt tn Redbohoth (von 1Mc Smilansky) - Die Sdbubputzmeistersdha ft - ״Ah, (eine Erzählung m Versen und Bildern von Ben TI Kindergedidote von Btalik - ,Unsere Weisen < Btalik -Rawnitzki) - Der Tag des Bundes - JMo5< und die Talmudfohanien - Bibbt, Ester und Papagei (von Tdasdoa ־Kaliko) - Wie prüfe ich m Eignung für einen Beruf? und vieles andere m 112 Seiten, mit 79 Bildern, in Halblein band mit mehrfarbigem, schönem Titelb Bittet Eure Eltern um dieses Budb als Qesdoe Es kostet RM 2,85 und kann bei Eurem Buchhändler oder direkt bei dem Ve! JQD1SCHE RUNDSCHAU G.M.B.1 4 BERLIN W15, MEINEKESTRASSE gegen Voreinsendung zuzügl. 30 Rpf Porto Postscheckkonto: Berlin 71576 bestellt wer< Wir gratulieren zur Bar-Mizwah Norbert Adler, Berlin. — Hans Wolfgang Cammer, Charlottenburg. Gerhard Frank, Berlin. — Werner Gelbblum, Berlin. — Karl He Jülich (Rheinland). — Joachim Komet, Herne (Westf.). — Leo K torowitz, B;rlin. — Herbert Lang, Ludwigsburg. — Gideon Öpp heimer, Prag. — Hans-Adolf Oppenheim, Eschwege. — Kurt Ros bäum, Hainstadt in Baden. — Leonhard Schnittkin, Prag. — Fi Wimmer, München. — Curt Zehden, Berlin. mm mmn ־״!ך- *jp■»,.. 4־ך•־ #ן

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