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Jüdische Rundschau · 1935-12-20 · Heft 102 (20.12.1935) · page 19

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 102 (20.12.1935)
Date
1935-12-20
Page
– (sequence 19)
Language
German
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mp üüfP?*5SE2C KIND EU- R U N D S C H XU W. 19׳ Seite 2 umher irren. Darm zog Jehuda mit seiner Schar heraus und überfiel Lysias abermals. Er richtete große Verwüstungen ans und ehe Lysias sich erholen konnte, zog jochanan in sein Versteck und Jehuda in seine Festung zurück. Ais Lysias* Heer erstarkte und sich der Mauer näherte, um sie niederzureißen, bestieg lehuda den Wall, erhob eine Fahne, auf der ein großes ״Gimmel“ stand und neigte sie nach der westlichen Seite, wo Schimon lagerte. Gimmel ist deT Anfangsbuchstabe des Wortes "גשו* was bedeutet: ״Nähert euch.“ Da zog Schimon und seine Schar aus dem Versteck heiaus, sie überfielen die Syrer wie •Löwen und Tiger und vertrieben sie von der Mauer. Lysias und seine Krieger standen und fragten: ״Woher kamen diese Verderber una wo verschwanden sie?“ Schimon und seine Schar saßen aber schon wieder in ihrem Versteck. Und es geschah, daß Jehuda den Wall bestieg־ und vom Berge neue syrische Truppen hinabsteigen sah, zahlreich wie Heuschrecken, die Antiocnus dem Lysias zu Hilfe schickte. Da wandte er eine Fahne nach dem Norden, auf der ein großes ״He“ stand. Das bedeutete: ״ *ההרה״kommt auf den »TT Berg!“ Da zog Eleasar mit seiner Schar aus, die neuen Gäste zu empfangen. Als Jehuda von seinem Wall sah, daß Lysias’ Heer sich der südlichen Seite des Berges näherte, der Stelle, wo Jonathan und sein Heer sich versteckt hielten, sorgte er sich um sie, denn sie waren die schwächsten im Lager. Jehuda erhob seine Fahne, und darauf war ein ״Sch in“ zu lesen. Das bedeutete: ״ *שמירה״Bewachung“. Das war ein Signal, daß sie sich versteckten. So vergingen viele Tage, Jehuda saß in seiner Festung una erteilte Befehle, als ob er unmittelbar vor seinem Heere stände. Und der Baum nährte die Krieger mit seinen saftigen Olivenfrüchten. Die Bewohner von Beth-Zur sahen zu, wie Jehuda auf dem Wall stand und seine Fahne hob und freuten sich, wenn sie sagten: ״Unsere Krieger nähern sich“ und waren traurig, wenn sie Schin und Nun sahen, denn, sie wußten, ein Teil der Krieger müsse fliehen, ein Teil sich verstecken. Dann beteten sie für sie. Für Lysias war es ein Rätsel, wie die Belagerten solange ohne Proviant bleiben konnten. Und ganz rätselhaft war es ihm, wie er plötzlich von jüdischen Kriegern außerhalb der Festung überfallen werden konnte, und wo diese verschwanden. Viele unter den Syrern sagten, es sei undenkbar, daß Menschen aus Fleisch und Blut mit ihnen kämpften, es seien sicher Engel, die gegen sie kämpften, die keine Nahrung brauchen. Und andere fügten hinzu: ״Unsere Krieger werden im Kriege mit ihnen nicht getötet, sondern werden nur verwupdet, damit wir nicht mehr siegen können. Erbarmen während eines Krieges können nur Engel haben,“ Und in der Tat befahl Jehuda seinem Heer, die Schwerter und Pfeile nicht in Gift zu tauchen: ״Wir haben den Tod unserer Feinde nicht nötig, es genügt uns, wenn sie verwundet sind und nicht mehr kämpfen können.“ Als der König Antiochus sah, daß der Krieg sich in die Länge zog und er bald gezwungen sein werde, Krone, Zepter und Thron zu verkaufen, um sein großes Heer zu ernähren, ließ er ein großes Heer Zusammenkommen, um zum letztenmal sein Glück zu versuchen. Als Jehuda auf den Wall stieg, sah er Lysias’ Krieger auf dem Boden liegen, müde und traurig. Aber als er nach dem Berge schaute, sah er neue Truppen dem Lysias zu Hilfe eilen. L)a sprach Jehuda: ״Der letzte Tag des Krieges ist gekommen“, und er erhob seine beiden Fahnen: die mit dem Gimmel und die mit dem He. Er neigte das Gimmel nach dem Osten und nach dem Norden und das He nach dem •Westen und Süden. In einem Augenblick stürzten sich seine Krieger in die Schluchten und auf den Berg. Jehuda selbst öffnete die Tore der Festung und zog den Syrern entgegen, die von außen und innen zugleich angegriffen wurden. An diesem Tag errang Jehuda einen giroßen Sieg und nahm viele Feinde gefangen. Lysias schnitt seinen Bart ab, zog Trauerkleider an, verhüllte sich mit einem Schleier und floh. Dann kam Jehuda mit seinem Heer nach Jerusalem, zerstörte die beiden Tempel der Syrer und ihre Altäre und reinigte den Tempel, und die ’Weisen versammelten sich und setzten 8 Tage zur Einweihung des Tempels fest; 8 Tage, um Gott zu loben und zu danken für den Sieg der Wenigen über die Uebermacht. Die Reichen brachten Kruge mit Oel. Ein Reicher schenkte einen großen Wald und ־schlug vor, diesen abzuhauen, die Bäume mit Oel zu begießen und sie zu Ehren des Festes anzustecken. Aber Jehuda wies dies zurück. ״Wir brauchen kein großes Feuer, das schnell aufbrennt und auch schnell erlischt. Ein kleines Licht wird uns dieses Fest beleuchten, aber sein Licht wird ewig brennen.“ Er zog zum Olivenbaura. der die Männer In Beth-Zur ernährt hatte und fand auf ihm 36 Oliven. Er pflückte sie Jehuda sah Lysias' Truppen müde auf dem Boden liegen, aber auf den Bergen neue syrische Heere 1כםב und brachte sie in den Tempel. Daraus bereitete er eine Kerze und einen Docht; er preßte in der ersten Nacht eine Olive in eine Kerze, in der zweiten je zwei Oliven in zwei Kerzen; so machte er es bis zum achten Abend, so daß die 36 Oliven gerade reichten. Aus der Erzählung נס חנוכה (Chantikkahwunder), von Jehuda Steinberg. Bearbeitet von Fanny Rotbart. Chanukkah in Tel-Awiw Zu Chanukkah fand ein großer Fackelzug der Tel* Awiwer Schuljugend statt, von dem ich euch einiges be* richten will. Ich fuhr mit meinem Rad etwas in der Stadt spazieren und kam auch am Dizengoff-Platz vorbei. Sofort fiel mir auf, daß in der Mitte des Platzes ein großer elektrischer Chanukkahl euchter aufgestefit war. Ich fuhr aber weiter und holte einen Freund ab, dem ich meine Entdeckung sofort mitteilte. Er war ebenso verwundert wie ich, und wir beschlossen, auf jeden Fall nochmals zum Platz zu fahren und uns die Sache anzusehen. Als wir dort anlangten, bot sich uns schon ein ganz anderes Bild. Ein Radioauto stand da, und fleißige Hände hatten ein großes Podium errichtet. Gerade wollten wir wieder wegfahren, als wir eine Gruppe ״Zofim“ mit Fahne heranmarschieren sahen. Kommandos erschallten, Pfiffe ertönten, und bald versah die Gruppe in mustergültiger Disziplin den Ordnungsdienst, da die Menge immer dichter wurde. ״Sämtliche Schulen Tel-Awiws werden hier aufmarschieren“, erklärte man uns, und ehe wir uns besannen, kam auch schon die erste Schule mit fliegenden Fahnen und Trommelwirbel heranmarschiert. Jetzt folgte Schule auf Schule, und bald war der ganze Platz überfüllt mit Kindern, die erwartungsvoll zum großen Chanukkahleuchter emporschaulen. Die Pfadfinder bekamen nun alle Fackeln in die Hand gedrückt, und plötzlich ertönte aus dem Radioauto die Stimme des Chasans über den Platz. Nach den B’rachoth ging der Chanukkahleuchter an, und zugleich entzündeten alle Pfad* finder ihre Fackeln, und jedes Kind hielt eine brennende Kerze empor. Eindrucksvoll rauschte der Gesang der Cha־ nukkahhymne über den Platz, und während sich die Fahnen hoben, erklang die Hatikwah. Sodann erschien eine Musikkapelle des Makkabi, und unter fröhlichen Klängen setzte sich ein imposanter Fackel־ zug durch die ganze Stadt in Bewegung, der an der großen Synagoge endete. Tausende und aber Tausende sahen die Jugend vorbeimarschieren und spendeten ihi Beifall. Elieser Lachs, Tel-Awiw Die■ ftäcUsie fänden-Rundsduiu erscheint am Freitag, dem 17. Januar 1936. Red&ktionsschluß hierfür am Donnerstag, 9• Januar 1936

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