Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 102 (20.12.1935)
- Date
- 1935-12-20
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, den 21. XII. 1935 Beilage der ״Jüdischen Rundschau'•' 3. Jahrgang / Nr. 19 Jehudas Sieg über Lysias Als Jehuda Makkabi den Kampf mit Lysias nochmals aufnehmen mußte, teilte er seine Kriegsscliaren in vier Teile und stellte an ihre Spitze seine vier Brüder und ließ sie bei Beth-Zur lagern. Jochanan lagerte im Osten, Schimon im Westen, Eleasar im Norden und Jonathan im Süden. Jehuda selbst lagerte mit seiner kleinen Schar in B e t h ־ Z u r.1 Das Heer des Feindes war zahlreich wie der Sand am Meer. Die Feinde ließen keinen Proviant in die Festung hinein. Da erhob sich Jehuda und verkündete: ״Als unsere Väter aus Aegypten in die Wüste zogen, tat Gott ein Wunder und nährte sie mit dem Brot des Himmels 40 Tage lang. Jetzt ist die Stunde gekommen, wo vv i r Gott und dem Volk ein Wunder zeigen müssen. Wir wol.cn der ganzen Welt zeigen, daß wir ohne Brot leben können!“ In Beth-Zur gab es einen großen Olivenbaum mit vielen Zweigen, der unter der Last seiner Früchte sich beugte; die Männer sahen den Baum und schätzten, er müsse zehn Oliven täglich für jeden liefern. Dann erhoben sie sich und schwuren alle, daß jeder von ihnen nicht mehr und nichts anderes als 10 Oliven täglich essen würde. ״Jetzt“, sagte Jehuda, ״kann der" Feind auch 10 Jahre um uns lagern, er' kann uns nicht mehr vor Hunger umkommen lassen. Denn, bis wir die Früchte von diesem Jahre gegessen haben, wird der Baum uns neue Früchte bringen.“ Die Tage der Belagerung zogen sich hin, und Lysias konnte nicht verstehen, wie die Juden ohne Proviant leben können. Er dachte bei sich, man bringe ihnen das Essen auf einem geheimen Weg. Und er stellte viele Wächter auf den Wegen und rings um die Mauer auf. Jehuda stand in der Nacht auf und warf von der Mauer ein Weißbrot hinab, von dem Wenigen, das in der Stadt noch war. Als Lysias am andern Morgen das Weißbrot fand, sagte er: ״Nun weiß ich den Weg, auf dem man ihnen in der Nacht Proviant bringt. Das Brot fiel von den Proviantwagen, und die Wächter haben es nicht gesehen.“ Er erzürnte darüber und ließ die Wächter töten. In der zweiten Nacht ließ er an dieser Stelle das ganze Heer zusammenkommen und wartete auf die Wagen, von denen er glaubte, daß sie beladen mit Lebensmitteln kommen würden. Da zog Jehuda still mit seiner kleinen Schar heran, überfiel das Heer des Lysias aus dem Hinterhalt und kehrte dann in die Festung zurück und schloß ihre Tore. Jehuda baute dann einen Wall, •י■'- w; .* •** > - ׳4 ,■דיי: 7»#'V «׳äs V.SS י—.*י Jehuda warf in der Nacht ein Weißbrot hinab der höher war als die Festung und die Berge rings um sia. Er stieg auf diesen Wall hinauf und sah alle Lagerstätten des Feindes und die Verteilung seines Heeres. Dann erhob er eine Fahne, auf der ein gewaltiges ״Nun“ stand. Er neigte seine Fahne nach der Seite, wo das Lager Jochanans sich befand. Das ״Nun“ aber ist der Anfangsbuchstabe des Wortes: ״נוסו״ das ״flieht“ bedeutet. Jochanan sah die Fahne und zog mit. seiner Schar aus seinem Versteck fort. Als Lysias sah, daß die Juden flohen, verfolgte er sie. Jochanans Krieger waren aber so flink wie ein Hirsch; daher war auf ihrer Fahne ein Hirsch abgebildet. Sie ließen den Lysias und sein Heer zwischen den Felsen Ei׳E1L־׳EiE״ra1״kar1ui11 mwHMnmtammugwi׳ Die Männer schwirren, 1daß jeder von ihnen täglich nur 10 Oliven essen würde. ■Jehuda baute einen , hohen Wall und erhob eine Fahne mit 1 . < dem Buchstaben ״Nun‘1