Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 102 (20.12.1935)
- Date
- 1935-12-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2653827-2653919--27915-2689375- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102, 20. XII. 1935 __ _ . _ HB «v m mi m mt Dm JÜDISCHEN RUNDSCHAU Zweistimmig für Jugend-Chore r.jrins-a m; f 4'■?’* «ft# innig 1r^T}-.rj. r■ h •* i־ fr ‘ ־ ־t- T־- # ■ . i ♦ ־#־ ß ja ha ha, jam b3tn vH ' ׳־׳ & 1 |>Vi> ■■•7 r--t ׳׳■ ■׳>.y i» »׳ y' -y y~ ~ ha, jam!׳am ha. --^ :f&l: J'-.TS ]« ba ba ha, A Itfl 113 hu |a ha ha. jam ha .lljuill: -j£ G Sa f y > k.. K P h ' ' '* @‘s׳״ ׳ /! r. r ־ץ צ־ k 11 1 ß P 11 jt״ fc יז ■W r ß r.׳ f si׳ f r j*-־׳־< ׳ t«־־ r* -.. Sa Sa, );״״ Sa fj phl^Lt׳׳^. p ha h.t, וזומן baro .St: h» PP צ ׳ £ |d f׳.t hfl. l -0 ££/״׳r> . , J,4 KJ t ' >» jt w , ׳ ■*׳ <* ר,ח וי j 111 ׳1׳ 1-1״ |« hfj h1־- M ן 7 J• ja ba ha י׳ hfl hfl, jarn ham ״s ־#־ ♦ ja ha ba, jam hmn 1 ha K׳ j «1■ n * £Z -- - wr!! we - ןו> oj-we! oj-wp? r :211. rrrc—־־ ~r־"^_ .t.jL-^V ytJ:L:Ay ’״״־׳״ Oj - V\ <׳, ja ha ha, jam ha, ja ba hfl, ),irr» ha ־־' -..."ר .!*L ff'f\ LJ: f ry» , f צ ׳1- ׳« t ׳• fc t fc t -״ ׳ / »/ i ׳״ £. * 1 'Cr־ 11J.. jßj9pp 11-. ba 1 f 1 fc &־ ppppj> £ ba, N t BT "־^ ־ < ' t _# _ ״ / יי* # 1*1 bn ha ba ha. *־ A'-s wi 111 wieclrrlinll von Anfang mit schnellem Tempo lind sehr rhvlImii^rh, tairzartiq; ״<)j vve“ muß bei der Wiederliolun״ auiz wild k 1 in״**n! N.'ii’li der ,,S1 11׳al1)>cl1־S>1111(>1״-M;1111zril, naclidem schon ״ILiwdala“ gemaelit wnr,!!“״;nigcii die Gliassidiiu noch eine unwiderruflich letzte Feier, die ״M lawe-Malkc“. das .,Geleiten der sei״■i<lenden Königin Seliabbat“. Die ״Mlawc- Malke־‘׳SIeI0(licn halren im Gveerisatz zum mystischen Stiinn 1 tiu״st!1 d 1 n 11 der .,Srl1alos<i1-Ssn<lot“-Ni|11׳ni1n eine dnseinsbejahende i'riililielikeit, sie drüeken das Vertrauen auf Gott aus. der (•!ne .,eutc NN ״ehe“ bringen wird. 111 diesem ,,Mlawe- Mnlke“--’\ig11n, dem ...lalnUa“, ist eine Niel fall von Stimniunpen e in״e| aiipen, llas ...laledia“ liepinnt wie 1'in leises Vorsiehliiiitriilleni, mnl unter Verzicht auf jeglichen Text, wie liaulig; hei chas^i!Ii'(•heu Melodien, beschwört es die verscliie- lenen (ieniülshalluiuren herauf, —׳ das Summen steigert sii'11 zur Fre 1 eie, aus der wieder eine verhaltene Nachdenklichkeit strömt, die nberloi lei zur Melaneliolie und dem N'ertrautseiji mit drin Flend des Daseins, sieh aller deieli wieder enijiorscheinet /uni gliiu lu'gen \ erlrauen auf (,iott. — Die llabima vc!wendet die Melodie als /,auherlanz zu ״Mansse Kschufim,“ (״lias verzuiilicrte Sehneidorlein“) von Sclialorn Alejcliem. Chemjo NVinawer An Bord der ״Tel Aviv“ fand am IQ. Nov, zugunsten des KKL eine Veranstaltung statt, bei der die Sängerin Tersa (i c r s 1 - 1! ס) a!1 / i g e r, die sich auf der Rückreise von Palästina befand, Arien aus ״Carmen“ und Lieder von Beethoven und Schubert zum Vortrag brachte. Die Ver anstaltung hatte vollen Erfolg und brachte dem KKL einen erheblichen Betrag. Der Weg des ״Bachad“ Ueber den Bund religiöser Chaluzim Von Dr. Erich Rosenblütli, Kibbuz Rodges Vielleicht der bedeutendste Faktor bei der Umwälzung des jüdischen Lebens ist die Tatsache, daß das Judentum, das bisher eine rein geistige oder theologische Bedeutung für weite Teile der Juden 1 )cutsclilands gehabt hatte, zu einer den Alltag bewegenden Kraft g־eword1!-׳ ist. Hierbei besteht die Gefahr, daß die Juden, die bis dahin, soweit sic überhaupt jüdisch interessiert waren, einseitig geisti* een und religiösen Fragen zugewandt waren, nun in der Not des Alltags, aus der Erkenntnis heraus, daß die alten V < rte zusauiinengehrocheii sind, jedes innere Gleichgewicht verlieren. Bei dem Mangel an innerer jüdischer?ubstanz neigen sie vielfach dazu, jetzt sich ins andere Extrem 711 werfen und mir noch den rein praktischen Fragen der Rerufsiinisdiiclituiig» der Auswanderung und teilweise auch den konkreten Fragen des Paliistina-A11fb'>!1es Bedeutung 71m1crkcnnen. Alle Brücken zur Vergangenheit werden ahgebrochen und eine neue Zukunft, die auf einer völligen Um- Wertung der Werte aufgebaut ist, bereitet. Die erzieherische Aufgabe des Hrit Chaluzim Dat i i m (Bund religiöser Chahi/iin, abgekürzt ״Bacliad“) ist es, die gewaltige Kluft zwischen dem Erbe der Vergangenheit und der Hoffnung der Zukunft zu verhüten. Er will den vielen suchenden Menschen zeigen, daß sie bei der Neu- Orientierung des Judentums in Deutschland oder in Palas.i1\1׳ nicht alle früheren Werte zu versdilctulcru brauchen; daß unsere Aufgabe nicht darin bestellt, alles Geistige und jii-!lisch Religiöse abzuwerfeii, sondern daß es eine sinnvolle Einordnung des alt c n 1: r 11 e s der jüdischen Tradition, aber auch des üeistesgutes der Judenlicit Deutschlands gibt. Die Aufrüttelung darf nicht mir eine Auswanderungsbewegung, eine Berufsuinscliichtimg; und einen politischen Gesinnungswechsel bedeuten. Sie mit II tiefer gesellen werden. Weil die Juden Deutschlands sich so sehr ihrem Ursprung, der Tradition und dein Volke entfremdet haben, muß auch die Rückkehr, wenn sie irgendeinen Sinn haben soll, zu beide m führen. Der ״Bach ad“ sah es von Beginn seiner nun über zehnjährigen Arbeit als seine Aufgabe an, den neuen jiidisehen Typus zu schaffen, der geistige uml körperliche Arbeit verbindet, der verwurzelt ist in der Tradition, zug .ich aber geöffnet allen Fragen der politischen und sozialen Neugestaltung des jüdischen Lebens in Palästina. In keinen! Lande prallen die Gegensätze der Weltanschauungen und Kulturen so aufeinander wie in Palästina. Zum Alter gehört es, gesetzestreu zu sein, zur Jugend, das Gesetz abzulehnen und leidenschaftlich von den politischen und sozialen Fragen der Gegenwart erfüllt zu sein. Diese beiden ) י״־־ Beim Lernen K utoi; lärmt ,Wijer, Hamborg Welten der ״Heiligen“ und ״W e 111 i c h e n“ stehen heute in Palästina völlig beziehungslos einander gegenüber. Die Tradition kann aber nur bestehen, wenn sie lebendig weitergetrngen wird und Antwort geben kann auf die politischen und sozialen Probleme der Gegenwart. Die Berufs- Umschichtung und Auswanderung, der Aufbau Palästinas können andererseits nur sinnvoll werden in ihrer Einbezogenheit in den Gesamtbcrcich jüdischer Welt und jüdischer Geschichte. 11111u!1M11m111111111!t111!1!(1111i!1111111111111111111!11nr111!1111mm11111111!11111111t111111111m111m11111t11:!111«11111m111m1n11111111!t111! Der kürzeste Tag Von Alfred Wolfenslein Wenn Im Herbst der groben Sonne Licht Wie ein Wachslicht schmilzt und fast erblindet. Wundert es uns nicht, Dafe uns täglich auch der Mut entsdiwindet. Tief in diesem Monat sinken wir ln des ewigen Dunkels Nähe, Manchem ist, als oh er das Geiler Seines Grabes sähe- Grauer Nebel Ist der Vormittag. Mittag dämmert, — kaum gerötet Sfßrzt der kurze Abend hin, vom Schlag Einer eisern langen Nacht getötet. Wie tm Kerker leben wir, - wer bricht Aus dem engen Auf- und Untergange? Wer entflieht dem fliehenden licht? Unentrinnbar hStl die Zelt Im Zwange. Doch sie selbst, der riesigen Nichte satt. Wendet steh, befehlend dem Kalender 1 Und das Licht vom Blatt zu Blatt, Mit dem zwetundzwanzigsten Dezember, Wieder steigt es, wie ein Fllegcrhcer, Langsam erst und Immer schneller, Auch vor Frösten duckt es sich nicht mehr, Und bald macht es selbst die Menschen heller. Wir sehen eine Chance der Juden Deutschlands — und unter ihnen besonders der ßachadbewegting —, daß es ihnen auf Grund ihrer eigenartigen kulturellen Situation möglich ist, die Fremdheit, die zwischen diesen beiden sich ergänzenden NZelten bestellt, zu überwinden, und beide Elemente in der neuen Gemeinschaft in Palästina miteinander zu verwirklichen, Bei der Arbeit Zu diesem Ziel will der ״Bachad“ den Kreis der Mensehen, die in seinen Reihen arbeiten, hin erziehen, ln der Form des Kibbuz sehen wir heute den geeigneten Rahmen für die Verwirklichung unseres Wollens. Ueber unseren urspriinglieh engen Kreis hinaus stellen wir unsere Aufgabe und unseren Weg als Forderung an weite Teile des Judentums Deutschlands, xveil wir glaube״, daß nur in der vol len Rückkehr der Sinn der Ereignisse erfaßt wird. Nur dann erhalten die wurzellos gebliebenen Juden wieder Substanz i!1 ihrem Leben, nur dann bleiben sie davor bewahrt, in der Not des Alltags sich ihrer Seele z.u entäußern und ein Scheindasein des Augenblicks zu fristen. Unser Ziel bestimmt die Erziehung in den Hachseharah• gruppen, unter ihnen vor allem der Geringshof, das seit fast 12 Jahren bestehende zionistisch-religiöse Lehrgut in Deutschland, ein größeres Haehscharahzentrum in ltalien und viele Hachsdiarahzentren in der Stadt und auf dem Lande in Deutschland. Verwurzelung mit der Arbeit, Erwerlumg fachlichen Könnens, aber auch Fortsetzung geistigen Lernens und Bemühens, Gestaltung des gemeinschaftlichen Lebens aus den Kräften der Tradition, sind die wichtigsten Faktoren unseres Hacliseliarahwerkes. Daher haben wir schon seit Jahren eine besondere geistige A 11 s b i I d 11 n g der allgemeinen Hachseharah angegliedert. Unsere Chawerim lernen gruppenweise auf der Hoftm.mnseheu Jeschiwa in Frankfurt a. M., in einem besonderen Lernzentrum in Mannheim. Einzelne lernen, 11m sich gründlicher auszubilden, für längere Zeit auf den Jeschiwoth im Osten. Auch fiir Mädchen werden besondere Lemkurse eingerichtet. Möglichst jeder Chawer soll vor oder nach der beruflichen Hachseharah ein halbes oder ganzes Jahr dem jüdischen Lernen widmen, um sich die Grundlagen für ein geistiges Weiterarbeiten neben der schweren beruflichen Arbeit in Erez Israel zu erwerben. Um diese Aufgaben auch finanziell bewältigen zu können, hat sich der ״Bachad“ im Keren Tora wa'Awoda ein eigenes Finan/-instrument geschaffen. Größere Möglichkeiten für eine Verbindung der geistigen und körperlichen Arbeiten bieten die Mittleren- Hachscharah und die J u g e n d a I i j a h. Hier werden jüngere Menschen zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, in der neben der körperlichen Arbeit halbtägig eine intensive Lernarbeit in jüdischen und allgemeinen Fächern zwei Jahre lang getrieben wird. Gerade mit diesen Gruppen, die früher als bisher mit dem Lande verbunden werden, hoffen wir, Zentren der religiösen Jugend in Erez Israel zu schaffen, deren Fehlen im Lande bisher besonders spürbar war. Die religiöse Arbeiterschaft, i»n wesentlichen im ״H a לן o e l Ha■ misrachi“ organisiert, ist in letzter Zeit zu einem anerkannten Faktor im Jiscliuw geworden. Bei den Kongreßwahlen gelang es ihr, an die zweite Steile der Parteien zu treten. Doch fehlt es ihr noch vielfach an Klarheit gegenüber den Aufgaben der Gegenwart, an Entschiedenheit in der Verwirklichung der kibbuzischcn Lebensform. Mit der planmäßigen Erziehung seiner Menschen glaubt der ״Bachad“, einen entscheidenden Beitrag zu diesem Werk liefern zu können. ' Ffemde Sprachen. Für die zahlreichen Juden, die in anderc Länder auswandern müssen, ist die Erlernung fremder Sprachen eines der wichtigsten Erfordernisse. Für die Uebung in der englischen Sprache bieten Langenscheidts ״Eng- 1 i s h M o n t h 1 y Magazine“ (Langcnscheidt-Verlag, Berlin-Scliömberg) eine vortreffliche Hilfe. Diese Hefte began* nen im Oktober zu erscheinen und bringen nebst ausgezeichnetem einprägsamem Lehrstoff auch Material, das inhaltlich fesselt. Sa 7. B. finden ־wir darin Schilderungen aus Indien oder — vom jüdischen Standpunkt besonders interessant — die Erzählung, wie England in den Besitz des Suez-Kanals (mit Hilfe zweier Juden: Disraeli und Rothschild) gelangte. So kann man Amüsantes finden und zugleich mit Leichtigkeit die Sprache erlernen. — Auch das Bibliographische Institut in Leipzig gibt eine Monatsschrift unter dem Namen ״W eltverkehr s - Sprache n“ heraus, die Lektionen aus verschiedenen Sprachen in jedem lieft zusammenfaßt. So z. B. deutsch, französisch, spanisch, italienisch, portugiesisch, niederländisch, russisch. Jeder Sprachkursus hat Lehr- und Uebungsmatcrial in Fülle, überaus geschickt und kurz- »־eilig zusammengcstellt.