Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 102 (20.12.1935)
- Date
- 1935-12-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102, 20. XII. 1935 Staatspräsident Benesch arbcit in erster Linie diesem Ziel dienen. Viele Hindernisse stehen entgegen. Die Länder verschließen ihre Tore, die wohlmeinenden internationalen Kommissionen arbeiten langsam, die Schwierigkeiten der Vermögens- Liquidation und des Transfers machen viele Juden unbeweglich, die physischen und geistigen Kräfte sind nicht bei allen der Anpassung an neue Verhältnisse gewachsen. Auch in Palästina tauchen neue politische und wirtschädliche Probleme auf. Wir brauchen den Einsatz all unserer Begabungen und eines klaren offenen Blicks für alle Gegebenheiten. Aber auch das genügt noch nicht, wenn nicht zu all der Mühsal und Arbeit des Tages ein irrationales Moment kommt: der Glaube, der uns befähigt, auch vor einem Berg scheinbar unübersteiglicher Hindernisse Dennoch! zu sagen. t'ns mit diesem Geist anzufüllen, so wie das sagenhafte Oelkriiglein, dessen Ocl wunderbarerweise acht Tage ausreichte, uns mit diesem Geist so anzufüllen, daß er — auch dies ein Wunder! — ein ganzes Jahr für das Licht unserer Seele ausreicht, damit wir den Wirrsalen des Lebens gewappnet sind, das sei unser Wunsch und unser Gebet an diesem Chanukkah-Fest. Bericht Dr. Ruppins Die Vorschläge der Jewish Agency in Genf In einer Pressekonferenz in Jerusalem machte f>r. Ar11111 r R u p p i 11 Atitt <1־,ungen über die von ihm der Expertenkommission des Völkerbundes für Auswandererfürsorge in tieni unterbreiteten Vorschläge. Dr, Ruppin schilderte cor der Konimisaun die Lage der Juden in Deutschlantl tnid wies darauf hin, daß er auf dem XVIII. Zionistenkongreß die A 11 s \v ה n d e r u n g von 200000 Juden aus D e 111 s ( h i a 1! d im Laufe von 10 Jahren als notwendig bezeii 11 net hatte. Die Hälfte dieser Auswanderer solle in Pal.wliiia Autnalinie finden, die andere Hälfte in anderen 1 am lern. In <1111 seit diesem Kongreß verflossenen Jahren lut 1 ־.׳! Dsiina die ihm hei dieser Losung zu ged achte Aufgabe erfüllt. 27 000 Juden aus Deutschland sind nach I'ain■־tina eingewamlert. Die übrigen Lander jedoch sind ihrer Aulgahe nicht gerecht geworden. Nur 10000 Juden konnten '•ich dort nieder lassen (wobei nur diejenigen Juden beriickdclifigt sind, <d1c das N ied erlas sungsrecht in den neuen Aulenthaltslandcrn erhalten haben). Außerdem leben etwa 311000 Juden aus Deutschland in versehiedciten Haupt- Städten Europas, ihre Situation ist jedoch nicht stabilisiert, und sie stdum dauernd vor der Gefahr der Ausweisung. In Deutschland seihst sind von etwa einer halben Million i. J. 1933 433(10(1 Juden zurückgeblieben. Infolge des natürlichen. Rückgangs ,(er jüdischen Bciöfkming wird!11.e Zahl jährlich um 0000 - 700(1 kleiner. Venn in den nächsten 10 Jahren jährlich 20 000 Juden ans Deutschland auswandern, dann werden 101 5 nur noch 200000, zum größten Teil alte Leute, u h r i g g e b I i e b e n sein. Dies stelle zwar eine ungenügende Lösung dar, aber eine bessere sei nicht möglich. Von den jährlich auswandemden 20 000 Menschen werde Palästina die Hälfte oder etwas mehr absorbieren können. Die Mitglieder der Expertenkommission stellten, wie Dr. Ruppin berichtete, Fragen über die Lebens möglichk e i t e n der Einwanderer in Palästina. Darauf antwortete Dr. Ruppin, daß Palästina noch weit davon entlernt sei, seinen Bedarf, sogar den an landwirtschaftlichen Produkten, selbst zu decken; noch weniger sei dies in bezug auf Industrieerzeugnisse der Fall. Ein großer Teil dessen, was Palästina jährlich für Millionen Pfunde im Ausland kauft, konnte im Lande seihst hergestellt werden, und deshalb könne das Land noch eine große Ein- Wanderung auf nehmen. Besonderen Nachdruck legte Dr, Ruppin nnf folgende zwei Punkte: a) die Kommission dürfe sich niiM nur mit der Frage der bereits Aus- R e w a n d e r 1 e n befassen, sondern müsse die Gesamtheit der Juden Deutschlands berücksichtigen, b) Palästina werde noch mehr Einwanderer aufnehmen können als bisher, wenn die-en die Transferierung ihres Kapitats criri׳ •;:,.icdir wird. Es seien daher Verhandlungen über weiter!■ Tran (fermögiiehkeiten erforderlich. ln Ergänzung zu seinen Ausführungen über Palästina In sprich I )r. _ Kuppin vor der Kommission auch die Mög- Ik'hD ifr,1 jydiwher Auswanderung aus Deutschland nach den s ü d 3 m rri k;1 n i s c lu 11 I ä n d e r n, die Dr. Ruppin vor kurzem hesneht hat. Seil dem Umbruch in Deutschland haben diese I ander etwa 3<XM) Juden aufgenomtneii. Die dortipt VirDchaftskriw sei im Abklingen, andererseits aber wurd'-n die rimviuderuegs 1>r־chrif1 1זי verschärft. Sollte es gelingen, eine Milderung dieser Pin wanderungs Vorschriften dimI1/t!ee1/ri1. dann werde eine größere Einwanderung von Juden aus Deutschland nach Südamerika möglich sein. Glas, Porzellan Alfred Schaeffer, M.d.J.G״ Mauerstr.68,a.d,UiPr!g.s!r. XXV« Delegiertentag: der ZVID. Der XXV, Delegierten!»!; der Zionistischen Vereinigung für Deutschland wird in der Zeit vom 2. bis 4. Februar 193 0 in Berlin stattfinden. Damit wird nach einer Pause von mehr als drei Jahren das oberste Organ der zlonistisehen Bewegung in Deutschland zusammentreten, um das in der Vergangenheit Geleistete zu üherprüfen und zu den zukünftigen Aufgaben Stellung zu nehmen. l'eber die in der Zwischenzeit ahgehaltenen Arbeitstagungen. die jeweils Hunderte der aktiven Mitarbeiter der ZVfD. vereinigten, haben wir ausführlich berichtet. — Der Delegiertentag, der sich im Gegensatz zu den drei Arbeitstagungen aus den gewählten Vertretern der Ortsgruppen der ZVfD. zusammensetzt, wird nicht nur die Aufgabe haben, die Arheitsfrstgcn zu behandeln, sondern auch die leitenden Körperschaften der Zionistisch׳■n Vereinigung für Deutschland neu zu konslituiercn. Eduard Benesch, der neue Staatspräsident der tschechoslowakischen Republik, ist sicherlich derjenige Staatsmann, der dem bisherigen Präsidenten geistig am nächsten steht, was auch daraus hervorgeht, daß Masaryk selbst ihn zum Nachfolger empfohlen hat. Wie Masaryk, kommt auch Benesch aus dem Lager des Freisinns im besten Sinne dieses Wortes, und auch in seiner Auffassung der Judenfrage, die in seiner Lebensarbeit und seinem politischen Wirken freilieh niemals eine irgendwie bemerkenswerte Rolle gespielt hat, steht er Masaryks Anschauung nahe. Benesch, dessen Persönlichkeit anläßlich seiner Wahl in der gesamten europäischen Presse gewürdigt wird, steht mitten in der internationalen Politik und war eine der prominentesten Gestalten auf dem Genfer Parkett. In dieser Eigenschaft hatte er öfter auch Gelegenheit, den internationalen Aspekt der Judenfrage kennenzulcrnen. Die jüdisch-nationale Partei der Tschechoslowakei, die mit zu den treuesten Anhängern Beneschs gehört, hat öfter bei ihm vorgesprochen und ihn informiert; so z. B. hat erst vor einigen Wochen der jüdisch-nationale Abgeordnete Dr. Ooldstein den Außenminister über das jüdische Wanderungsproblc m, das in Genf vor der Experte 11-Kommission verhandelt wurde, unterrichtet (wie erinnerlich, war der Präsident dieser Genfer Kommission der tschechoslowakische Repräsentant Gesandter Osuckv). Seit den Tagen der tschechischen Staatsgründung hat Dr. Benesch der jüdischen Minderheit Gerechtigkeit widerfahren lassen. Getreu seiner Staatsphilosophie ist er ein Anhänger der Idee eines Minderheitenrechtes auch für die Juden. In Genf hatte sich Dr. Benesch auch öfter mit den Fragen des Palästina-Mandats zu beschäftigen. Gelegentlich war er sogar Referent des Völkerbundsrates für Mandatsfragen. Er hat stets Verständnis für die zionistischen Bestrebungen gezeigt und ist auch öfter mit zionistischen Repräsentanten zusammengekommen, so z. B. mit dem verstorbenen zionistischen Pariser Brief Jüdisch« Delegation beim Innenminister — Annäherung der jüdischen Gruppen (Von unserem Berichterstatter) K., Paris, im Dezember Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß sich die morafische und wirtschaftliche Lage der Juden in Frankreich, insbesondere natürlich der jüngeren Einwandererschichtcn, in der letzten Zeit sehr verschlechtert hat. Seit einiger Zeit kann man in einem Teil der rechtsstehenden französischen Presse, besonders zeichnet sich in dieser Richtung die Pariser Wochenschrift ״Gringori«“ aus, antisemitische Aeußerungen aller Art lesen. Diese Presseangriffe und die antisemitische Propaganda einiger rechtsstehender Verbände wie der ״Solidarite Franjaise“, der ״Francisten“ usw. haben auch praktische Wirkungen ehabt. Bereits vor einiger Zeit ist es sowohl in den Pariser ezirken, die hauptsächlich von Ostjuden bewohnt werden, wie im Quartier Latin zu Ueberfällen von Angehörigen der rechtsstehenden Verbände auf Juden gekommen. Trotzdem es sich bisher nur um relativ unbedeutende Einzel- •a k t i 0 n e n handelt, sind doch diese prompten Folgen der antisemitischen Propaganda ein bedenkliches Zeichen. Es ist daher auch eine jüdische Delegation beim Innenminister Paganon vorstellig geworden, der Untersuchung und Abhilfe versprach. Auf der anderen Seite hat die verschärfte französische Fremdengesetzgebung (s. ״J. R.“ vom 22. 11. 1935), die das Schicksal von Tausenden von jüdischen Flüchtlingen und Emigranten in die Hände einer oft verständnislosen Verwaltung gelegt hat, zu schlimmen Härten und Mißbräuchen geführt. Einige der erschütterndsten Fälle von Flücht- Ti ng seiend, in denen das bürokratische und Verständnislose Vorgehen der französischen Behörde den Zusammenbruch ganzer Familien zur Folge gehabt hat, sind in einem Memorandum dargelegt worden, daß die Flüchtlingsverbände in Frankreich zur Tagung der Flüclitlingskommission des Völkerbundes ein gereicht haben. Man hofft, daß es dem Einfluft der Völkerbundskommission gelingen wird, vor allem einmal die Regelung der zahllosen undurchführbaren Aus- Weisungen von Staatenlosen usw. zu regeln. Jede grundlegende Darlegung der schwierigen Lage der Juden iri Frankreich ist aber bisher durch das Fehlen einer einheitlichen jüdischen Vertretung erschwer! worden. Gerade die einflußreichen Kreise der eingesessenen französischen Juden haben sich bisher von der Vertretung jüdischer Interessen zurüekgehaiten. Es sind daher Bestrebungen im Gange, um eine Demarche führender jütlischer Persönlichkeiten aller Gruppen und Richtungen bei der Regierung herbeizuführen. Diese Delegation soll einmal in grundlegender Weise die Nöte und Sorgen der jüdischen Bevöikening Frankreichs der Regierung darlegen, deren einzelne Mitglieder für die Problematik •der jüdischen l.age volles Verstäridnis haben. So ist jetzt z. B. der Arbeitsminister Frossard dem französischen Pro-Palästinakomitj beigetreten. Ais ein Zeichen einer beginnenden Annäherung der iiidisclun Gruppen in Frankreich kann man einen Besuch auslegen, den der Vorsitzende des Pariser Konsistoriums, Baron Robert de Rothschild, kürzlich der ״Fedüration des Societds Juives“, die im wesentlichen die Spitzenvertretung der ostjüdischen Verbände ist, abgestattet hat. In einer Ansprache gab Baron Robert seinem Wunsche nach einer Annäherung der verschiedenen Schichten der jüdischen Rr.-ö1'״׳ irg Frankreichs Ausdruck und forderte die Gruppen auf, ihren bisherigen Partikularismus aufzugeben. Man nr3׳ aber darauf hinweisen, daß bisher das Konsistorium selbst wenig getan hat, um diese jüdische Verschmelzt! •״ in Frankreich zu fördern. So waren 1.. B. bei den Konslsi vialwahleit (s. ״J. R.“ vom 6. 12.) nur 3300 Wahlbc■-!'•׳VDtvorhanden, während die jüdische Bevölkerung in Paris auf 150 000 bis ISO 000 geschätzt wird. Während sich diese Annäherungstendenzen in den Organisationsspitzen bemerkbar machen, schreitet der für die Vereinheitlichung des Judentums in Frankreich auf lange Sicht sicherlich bedeutsamere J ud aisi erun esprozeß der jüd ischen Jugend fort. Frau ,uiiette Par׳»■ hat kürzlich im Diplomaten Victor Jacobson. Die ״Jüdische Rundschau“ hat kürzlich anläßlich des 15jährigen Jubiläums des Keren Hajessod unter vielen anderen auch die üläckwunschbotschaft Beneschs veröffentlicht, die wie folgt lautet: ״Gern sende ich Ihnen diese Zeilen als moralische Förderung der Bemühungen, die jüdische Einwanderung nach Palästina zu verstärken und zu erleichtern. Ich habe aufrichtige Sympathie mit dieser konstruktiven Arbeit, zum Nutzen von Menschen, die sich eine neue Heimat begründen wollen, und ich weiß diese Bestrebungen um so mehr zu würdigen, als ja auch unsere eigene Nation sich nach den! Kriege von neuem auf dem Boden festzusetzen hatte und sich noch festzusetzen hat, der heute iFire befreite Heimstätte ist.“ Benesch gibt hier einem ähnlichen Gedanken Ausdruck, wie der polnische Außenminister Beck in seinem Schreiben, das wir in der vorigen Nummer zum Abdruck brachten: Völker, die selbst hart um ihre nationale Freiheit ringen mußten, verstehen die Empfindungen und Bestrebungen eines kleinen, verstreuten, aber kulturell ,gewiß bedcutimgsvollen Volkes um seine nationale Auferstehung. Benesch ist in erster Linie ein Diener seiner Nation, ihr galt seine ganze vielfältige politische und diplomatische Arbeit, in deren Verlauf er mit unzähligen — starken und schwachen — Faktoren zu tun hatte. In dieser Welt sind die Juden gewiß nur peripher. Dennoch glauben wir, daß der Staatspräs ident Benesch, dem eine überparteiliche Rolle zufällt, sich auch der symptomatischen Bedeutung der Judenfrage im Leben der Völker, die sein Vorgänger einmal in einem denkwürdigen Ausspruch formuliert hat, bewußt ist. Die Juden der tschechoslowakischen Republik werden dem neuen Staatspräsidenten zweifellos ihre loyalsten Sympathien entgegenbringen. Rahmen der Pariser Wizo einen interessanten Vortrag über die Lage der jüdischen Jugend in Frankreich gehalten. Auch in der Organisierung der jüdischen Jugend in Frankreich lassen sich die verschiedenen jüdischen Einwaiiderimgsschichten erkennen, aber diese Gruppen suchen heute alle den Weg zu einem vertieften Judentum und finden auf diese Weise den Weg zueinander. Neben einer Anzahl von kleineren, teilweise recht exklusiven jungjüdischen Kreisen, in denen ein mehr literarisch gefärbtes Judentum gepflegt wird, ist, als bemerkenswerter Beginn einer jüdischen Jugendbewegung in Frankreich, vor allem der Aufschwung der jüdischen Scoutbewegung (Eclaireurs Juifs) festzuhalten. Die jüdische Scoutbewegung, die jetzt in Paris ein modernes Heim erhalten hat, zählt bereits 1000 Mitglieder und ist in fast allen größeren Städten vertreten. Die Tendenzen der einzelnen Gruppen sind heute noch uneinheitlich, aber man kam! feststellen, daß in dem Pariser Zentrum der ״Eclaireurs“ bereits ernsthaft h e ־ briisch gelernt wird und daß man zu den jüdischen Tagesproblemen Stellung nimmt. Die Umscbichtiingsbewegung in Frankreich wird nach wie vor noch von den jüngeren Emigrantenschichten gehalten. Der ״Hechaluz“ in Frankreich, der nach einer Periode finanzieller und administrativer Schwlerigkeiten jetzt eine Stabilisierung und Konsolidierung seiner Arbeit durchgeführt hat, wird gegen Ende des Monats eine Tagung der Vertreter aller Kibbuzim und Snifim in Paris abhalten. Es wäre zu wünschen, daß die freundschaftliche Annäherung, die zwischen den jüdischen Jugendgruppen in Frankreich stattgefunden hat, auch bald zu einer organisatorischen Annäherung führt. Die Besprechungen für die Gründüng einer permanenten Konferenz der jüdischen Jugend in Frankreich, die bereits einige Male geführt wurden, sollten im neuen Jahre in konkreterer Form wieder aufgenommen werden. Inner-jüdischen aus Amerika. Wir haben in der ״Jüd. Rundschau“ Nr. 98 im Leitartikel ״Wieder Parteigeist“ die Haltung des Vorsitzenden der Kampagne des Joint Distribution Committee, Jonah W i s e, besprochen, der seine neue Tätigkeit mit einem Angriff gegen Palästina begonnen hatte. Nun veröffentlicht das Organ der Zionisten Amerikas ״The New Palestine“ «inen von dem Ehrenpräsidenten des J-L). C., Felix War bürg, und dein Präsidenten Paui Baerwald gezeichneten Brief, worin mitgctcilt wird, daß Rabbi Wise sich nicht selbst verteidigen könne, weil er bald nach seiner beanstandeten Rede erkrankte und sich in ein Spital begebei! mußte; daher seien die Schreiber nicht genau über seine Aeußerungen informiert, glauben aber, daß diese ״übertrieben und in eine anti-palästinensische Politik des J.D. C. umgedeutet“ wurden. Der Briet fügt entschuldigend hinzu, daß etwaige anti-palästinensische Aeußerungen von Dr. Wise im Zusammen hang mit seinem oftmaligen Eintreten für gewisse Bediirfnisse Palästinas betrachtet werden müßten. Das J.D. C. habe große Summen für Palästina ausgcgebcn, das beweise am deutlichsten seine Grundsätze in diesem Punkt. Die Redaktion von ״New Palestine“ bemerkt hierzu, daß es innerhalb des J.D.C. eine palästina-freundliche Gruppe gibt, die eien Nichtzionisten innerhalb der Jewish Agency entspreche, zu dieser Gruppe gehören die Unterschreiber dieses Briefes; es gäbe aber noch eine andere Gruppe, die aus ihrer Auffassung der Judenfrage heraus Palästina ablchnt. So sehr die Krankheit von Dr. Jonah Wise zu bedauern sei, so müsse doch daran festgehalten werden, daß es sich nicht um einen zufälligen Ausspruch, sondern um eine systematische Kampagne von seiner Seite handelte. Die Zeitung möchte aber den Brief des J.D. C. als ein Zeichen dafür auffassen, daß dessen Kampagne im Jahre 1936 nicht auf einen Konflikt zwischen den beiden Fonds und Programmen gerichtet sein werde. — Auch vv i r auf der anderen Seite des Ozeans möchten uns diesem Wunsch, daß nicht ein innerjüdischer Parteikampf dieser Art in Amerika entfacht wird, anschließen. Häuptschrifileiter: Dr. Rotiert W e 1 t s c h, Berlin - t'liai loMenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Fildern). Stellvertreter: Kurt I.oewenst ein. Berlin VV 15. Anzeigenleitcr 11. verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann!<' i n m, Rerlin 'lVinjvihof. Gültig: Anzeigcn-Prcisüste 4 vom 15. Oktober 1935׳. Verlag urtd Anzeige!)Verwaltung: Jüdische Rundschau. Berlin VV 15. Mcinekcsfr. 10. D.-A. Nov. 38 278. ־— Drill■1.: Siegfried Scholen!, Bln. ^'-leindicrg. Sachgemäße u. schleunige Durchführung Ihrer AUS 1U ANPCRIINQ nach Genera Irepräsentanz in HAIFA Dipl.«Kaufmann Dr. Paul Schnurmacher HOUSK )BWI511 CHAMBER OF COMMERCE Haifa, i*. O, B. 266 Telefon 197 Amtsger.-Rat a. D. Dr« AscHner Oberreg.-Rat a. D. R. Kempner Berlin Wli, Meinelteatr. #. J 1 Bismarck 2856 <9'/s-13 u. 16'/*-19 Uhr) lf ER MO« INS-LI OKI IO ATI OM ■N ♦ TO ANSFER-RRO JOKTI Palästina und anderen Ländern Eigene* Büro in TEL-AVIV mit Dr. Jur. W. Marx, lel-Avlv IS Schalem AI זichem Str״ Ecke Ben )ehuda Read ANLA1IBSRATUNG